Flughafen Anchorage Ted Stevens

Kaum Passagiere von Weltrang, aber Fracht in Weltklasse: Anchorage liegt auf der Großkreisroute zwischen Asien und Nordamerika und ist der Tank- und Umschlagstopp für Hunderte Frachter pro Woche – das Paradies für alle, die Boeing 747 sehen wollen.

Auch bekannt als: Ted Stevens Anchorage International Airport · Anchorage International Airport · ANC · Crossroads of the World (historischer Beiname)

USAUSAFlughäfenANC / PANCseit 195110 Min. Lesezeit

ANC

IATA-Code

PANC

ICAO-Code

Nr. 3

Frachtflughafen der Welt 2025 (ACI)

3.780 m

längste Bahn 07R/25L

Das Wichtigste in Kürze

  • IATA ANC, ICAO PANC: Frachtflughafen von Weltrang, 2025 laut ACI World mit knapp 3,9 Mio. Tonnen Nummer drei der Welt und Nummer eins der USA.
  • Tankstopp auf der Großkreisroute: Frachter zwischen Asien und Nordamerika landen hier, um zu tanken, Crews zu wechseln und Ladung umzuschlagen.
  • 747-Paradies: Boeing 747-400F und 747-8F, dazu die 777F prägen das Bild – mehr Jumbos siehst du kaum irgendwo.
  • Drei Bahnen: 07R/25L mit 3.780 m, 15/33 mit 3.312 m und 07L/25R mit 3.231 m.
  • Spotten am Rand: Point Woronzof am Cook Inlet und der Wasserflugplatz Lake Hood sind die bekanntesten Anlaufpunkte.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Steckbrief
  2. 2.Tätigkeitsfelder
  3. 3.Struktur & Marken
  4. 4.Geschichte im Zeitraffer
  5. 5.Was du als Spotter wissen solltest
  6. 6.Stärken und Schwächen
  7. 7.Warum ausgerechnet Anchorage?
  8. 8.Vom Polar-Stopp zur Frachtdrehscheibe
  9. 9.Drei Bahnen am Cook Inlet
  10. 10.Wer in Anchorage landet
  11. 11.Das 747-Paradies
  12. 12.Spotten in Anchorage
  13. 13.Winter, Wetter und Vulkane
  14. 14.Anchorage im Vergleich
  15. 15.Fazit
  16. 16.Häufige Fragen

Steckbrief

IATA-CodeANC
ICAO-CodePANC
BetreiberAlaska Department of Transportation & Public Facilities – der Flughafen gehört dem Bundesstaat Alaska
LageRund 8 km südwestlich der Innenstadt von Anchorage, direkt am Cook Inlet
Start- und LandebahnenDrei Bahnen: 07R/25L (3.780 m), 15/33 (3.312 m) und 07L/25R (3.231 m)
PassagierterminalsSouth Terminal mit den Concourses A bis C für Inlandsflüge, North Terminal (1982) für internationale Flüge, Charter und Militär
Frachtumschlag 2025Knapp 3,9 Mio. t Fracht und Post inklusive Transitfracht – laut ACI World Platz 3 weltweit und Platz 1 in den USA
PassagiereRund 5,4 Mio. im Fiskaljahr 2025
Wichtigste PassagierairlineAlaska Airlines mit gut zwei Dritteln Marktanteil
Fracht-Drehkreuz fürFedEx Express, UPS Airlines, Atlas Air und Polar Air Cargo
Höhe46 m über dem Meer
Für Spotter relevantHohe Dichte an Boeing 747-400F und 747-8F, dazu viele 777F; gleich nebenan der Wasserflugplatz Lake Hood
Offizielle Websitedot.alaska.gov/anc

Tätigkeitsfelder

Transitfracht – Tank-, Crew- und Umladestopp für Frachter zwischen Ostasien und Nordamerika bzw. Europa
Integratoren-Drehkreuz – Umschlag für FedEx und UPS sowie für die Atlas-Gruppe mit Polar Air Cargo
Passagierverkehr – Drehkreuz von Alaska Airlines für Verbindungen in die Lower 48 und in die Orte Alaskas
Regionale Versorgung – Fracht und Post für Alaska, abgewickelt von lokalen Frachtairlines mit teils historischem Gerät
Allgemeine Luftfahrt – Wasserflugzeuge und Buschflieger am angrenzenden Lake Hood

Struktur & Marken

Lake Hood Seaplane Base – angrenzender Wasserflugplatz mit Schotterpiste, ebenfalls im Besitz des Bundesstaats Alaska

Geschichte im Zeitraffer

1948Der US-Kongress bewilligt den Bau eines neuen Flughafens für Anchorage, zunächst mit zwei Bahnen.
1951Im Dezember nimmt der Anchorage International Airport offiziell den Betrieb auf.
1957SAS fliegt mit der Douglas DC-7C über den Pol von Kopenhagen via Anchorage nach Tokio – der Beginn des internationalen Transitverkehrs.
1960er–1980erWeil westliche Airlines nicht über die Sowjetunion fliegen dürfen und die Reichweite der Flugzeuge begrenzt ist, wird Anchorage zum Tankstopp zwischen Europa und Ostasien. Der Flughafen erhält den Beinamen Crossroads of the World.
1982Das North Terminal für internationale Flüge geht in Betrieb.
1983Korean Air Lines Flug 007 startet nach einem Tankstopp in Anchorage Richtung Seoul und wird über sowjetischem Gebiet abgeschossen.
1989Eine Boeing 747-400 der KLM gerät im Anflug auf Anchorage in die Aschewolke des Vulkans Mount Redoubt, verliert alle Triebwerke und landet nach dem Neustart sicher.
1990erMit der Öffnung des russischen Luftraums und Langstreckenjets wie der 747-400 brechen die Passagier-Zwischenlandungen weg – die Fracht bleibt.
2000Das Parlament von Alaska benennt den Flughafen nach Senator Ted Stevens.
2020Während der Pandemie ist Anchorage dank der Frachter zeitweise der verkehrsreichste Flughafen der USA.
2025Mit knapp 3,9 Mio. t Fracht und Post wird ANC laut ACI World Nummer eins der USA und Nummer drei weltweit.

Flughafen Anchorage Ted Stevens aus Spotter-Sicht

Deine Checkliste für Flughafen Anchorage Ted Stevens

Hak ab, was du schon gesehen oder erledigt hast.

  • Eine Boeing 747-8F gesehen – in Anchorage oft gleich mehrere am Tag
  • Eine Boeing 747-400F einer asiatischen Frachtairline fotografiert, etwa von Korean Air, China Airlines oder Nippon Cargo
  • Eine MD-11F erwischt – der Dreistrahler ist inzwischen selten geworden
  • Einen Frachter mit Kennzeichen aus Asien und einen mit US-Kennzeichen direkt nacheinander notiert
  • Ein Wasserflugzeug am Lake Hood gesehen, etwa eine DHC-2 Beaver
  • Die Betriebsrichtung geprüft – je nach Wind landen die Frachter vom Wasser oder vom Land her
  • Den Tagesrhythmus erkannt: Frachter kommen oft in Wellen, abgestimmt auf die Zeitfenster in Asien und Nordamerika

Stärken und Schwächen

Das spricht dafür

  • Eine der höchsten Dichten an Boeing 747 weltweit – vor allem Frachter
  • Große Vielfalt an asiatischen und US-amerikanischen Frachtairlines
  • Spektakuläre Kulisse mit Cook Inlet, Bergen und bei klarer Sicht Denali
  • Lake Hood mit Wasserflugzeugen und Buschfliegern direkt nebenan
  • Im Sommer extrem lange Tage mit viel Licht bis spät in den Abend

Wo es hakt

  • Weit weg: Von Europa aus ist ANC eine Fernreise
  • Im Winter nur wenige Stunden Tageslicht, dazu Kälte, Schnee und Eis
  • Kaum Großraum-Passagierflugzeuge – Anchorage ist ein Frachtflughafen
  • Viele Frachter landen nachts oder in den Randzeiten
  • Keine offizielle Besucherterrasse – Spots liegen außerhalb des Geländes

Wer Boeing 747 liebt, landet früher oder später gedanklich in Anchorage. Der Flughafen im Süden Alaskas ist für Passagiere eher ein großer Regionalflughafen – für die Luftfracht aber eines der wichtigsten Drehkreuze der Welt. Fast alles, was zwischen Ostasien und Nordamerika mit schwerer Ladung über den Pazifik fliegt, legt hier einen Stopp ein. Das Ergebnis ist ein Verkehrsbild, das es so kein zweites Mal gibt: Jumbo-Frachter in Serie, vor einer Kulisse aus Meeresarm, Bergen und Schnee.

Dein ANC-Logbuch beginnt hier

Jeden Frachter mit Kennzeichen, Typ und Airline festhalten und später wiederfinden – genau dafür gibt es Planetrack. Die App startet bald, die Anmeldung zur Warteliste findest du unten auf dieser Seite.

Warum ausgerechnet Anchorage?

Der Grund ist Geografie. Auf dem Globus ist die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten kein gerader Strich auf der Landkarte, sondern ein Bogen – die sogenannte Großkreisroute. Zwischen Ostasien und dem Osten oder der Mitte der USA führt dieser Bogen weit nach Norden, direkt an Alaska vorbei. Warum Flugzeuge diese scheinbaren Umwege fliegen, erklärt der Beitrag zu Großkreis-Flugrouten.

Für einen Frachter bedeutet ein Zwischenstopp in Anchorage vor allem eins: mehr Ladung. Ein voll beladener Jumbo würde für einen Nonstop-Flug von Shanghai nach Chicago so viel Kerosin brauchen, dass Nutzlast wegfiele. Mit einem Tankstopp in der Mitte fliegt er mit weniger Treibstoff und mehr Fracht. Der Flughafen selbst wirbt damit, dass von Anchorage aus rund 90 Prozent der industrialisierten Welt innerhalb von etwa neuneinhalb Stunden Flugzeit erreichbar sind. Dazu kommen Crewwechsel und das Umladen von Sendungen zwischen verschiedenen Flügen – Anchorage ist damit mehr als eine Tankstelle.

3,9 Mio. tFracht und Post 2025 (ACI World, inkl. Transit)
Nr. 3der Frachtflughäfen weltweit 2025
5,4 Mio.Passagiere im Fiskaljahr 2025
3Start- und Landebahnen

Vom Polar-Stopp zur Frachtdrehscheibe

Der Flughafen ging im Dezember 1951 in Betrieb. Internationale Bedeutung bekam er wenige Jahre später: 1957 flog SAS mit einer Douglas DC-7C über den Nordpol von Kopenhagen nach Tokio – mit Zwischenlandung in Anchorage. Weil westliche Airlines die Sowjetunion nicht überfliegen durften und die Reichweite der Flugzeuge begrenzt war, wurde Anchorage in den folgenden Jahrzehnten zum Standard-Tankstopp zwischen Europa und Ostasien. Ab den 1960er-Jahren kam die Fracht dazu, und bis in die 1980er-Jahre trug der Flughafen den Beinamen Crossroads of the World.

Diese Ära endete mit zwei Entwicklungen fast gleichzeitig: Der russische Luftraum öffnete sich, und Langstreckenflugzeuge wie die Boeing 747-400 schafften die Strecken nonstop. Die Passagierflüge mit Zwischenlandung verschwanden – die Fracht blieb, weil sie anderen Regeln folgt. Für einen Frachter zählt jede Tonne Nutzlast, und die Lage auf der Großkreisroute ist dafür bis heute unschlagbar. Wie sich die 747 über die Jahrzehnte entwickelt hat, kannst du in der Geschichte der Boeing 747 nachlesen.

Seit 2000 trägt der Flughafen den Namen des langjährigen Senators Ted Stevens. 2025 erreichte er laut Airports Council International mit knapp 3,9 Millionen Tonnen Fracht und Post Platz drei der Welt und erstmals Platz eins in den USA. Vor Anchorage lagen nur Hongkong und Shanghai-Pudong; anders als bei den übrigen Flughäfen der Spitzengruppe ist in der Zahl allerdings auch die Transitfracht enthalten. In den USA spielt ANC damit in einer Liga mit den Integratoren-Drehkreuzen Louisville und Memphis.

Drei Bahnen am Cook Inlet

Der Flughafen liegt rund acht Kilometer südwestlich der Innenstadt, direkt am Wasser des Cook Inlet. Drei Bahnen stehen zur Verfügung: zwei parallele in Ost-West-Richtung und eine Querbahn in Nord-Süd-Richtung.

Bahn Länge Ausrichtung Was du dort typischerweise siehst
07R/25L 3.780 m Ost-West Die lange Bahn für schwere Frachter beim Start
07L/25R 3.231 m Ost-West Landungen und Starts, je nach Verkehrslage
15/33 3.312 m Nord-Süd Querbahn, wird je nach Wind und Verkehr genutzt

Gerade die Länge der Hauptbahn ist bei Frachtern wichtig: Ein voll getankter und beladener Jumbo braucht viel Anlauf, um vom Boden zu kommen. Welche Bahn gerade wofür genutzt wird, hängt von Wind, Wetter und Verkehr ab. Prüf es vor dem Losgehen live in einer Flugverfolgung – wie das geht, steht im Beitrag zur Flugverfolgung mit ADS-B. Die Grundlagen zur Windrichtung findest du unter Betriebsrichtung am Flughafen verstehen.

Licht im hohen Norden

Anchorage liegt auf rund 61 Grad Nord. Im Sommer ist es fast rund um die Uhr hell, im Dezember gibt es nur wenige Stunden Tageslicht – und die Sonne steht selbst mittags sehr tief. Das ergibt warmes, flaches Licht, aber auch lange Schatten. Mit dem Beitrag zum Sonnenstand am Fotospot planst du vorher, wo die Sonne zur Ankunftszeit deines Frachters steht.

Wer in Anchorage landet

Mehrere Frachtairlines führen Anchorage als Drehkreuz: FedEx Express, UPS Airlines, Atlas Air und die zur Atlas-Gruppe gehörende Polar Air Cargo. Wie die großen Paketdienste ihre Netze organisieren, erklärt der Beitrag zu den Express-Integratoren DHL, FedEx und UPS.

Dazu kommen zahlreiche asiatische Frachtgesellschaften, die auf dem Weg in die USA hier zwischenlanden. Zu ihnen gehören unter anderem die Frachtsparten von Korean Air, China Airlines, EVA Air und Cathay Pacific sowie Nippon Cargo Airlines. Auch Kalitta Air und weitere Frachtairlines aus aller Welt tauchen regelmäßig auf. Welche Airline wie oft kommt, schwankt mit dem Markt – der Flugplan der Frachter ändert sich schneller als der von Passagierflügen.

Gruppe Beispiele Typisches Flugzeugbild
Integratoren FedEx, UPS 777F, 767-300F, 747-8F (UPS), selten MD-11F
US-Charter- und ACMI-Frachter Atlas Air, Polar, Kalitta 747-400F, 747-8F, 777F
Asiatische Frachtairlines Korean Air, China Airlines, EVA Air, Cathay, NCA 747-400F, 747-8F, 777F
Regionale Frachter Alaskas Northern Air Cargo, Lynden, Everts 737-Frachter, L-100 Hercules, Kolbenflugzeuge
Passagierverkehr Alaska Airlines, Delta, United, American Boeing 737, Airbus A320-Familie, Regionalflugzeuge

Die Passagierseite

Im Passagierverkehr ist Anchorage fest in der Hand von Alaska Airlines, die hier ihr Drehkreuz für Alaska betreibt und gut zwei Drittel des Marktes hält. Die Airline gehört zur Alaska Air Group und zur Allianz oneworld. Daneben fliegen Delta, United und American vor allem zu ihren Drehkreuzen in den Lower 48. Die wichtigste Strecke ist Seattle mit deutlich über 800.000 Passagieren pro Jahr.

Internationale Passagierflüge gibt es nur wenige und meist saisonal. Für Spotter aus dem deutschsprachigen Raum interessant: Condor hat in den vergangenen Sommern Anchorage nonstop ab Frankfurt angeflogen. Ob und wann die Verbindung läuft, prüfst du am besten direkt im aktuellen Flugplan.

Jumbos im Blick behalten

Mit Planetrack legst du Sichtungs-Alarme für Typen wie die 747-8F oder für einzelne Kennzeichen an und wirst beim Anflug benachrichtigt – was dir noch fehlt, merkst du dir auf der Wunschliste deines Hangars. Die App startet bald – trag dich unten in die Warteliste ein.

Das 747-Paradies

Was Anchorage für Spotter so besonders macht, ist die schiere Zahl an Jumbos. Während Passagier-747 aus Europa fast verschwunden sind, fliegen die Frachtversionen auf der Pazifikroute weiter in großer Zahl. Die 747-400F und die 747-8F prägen das Bild. UPS etwa nutzt ihre 747-8F auf den Pazifikverbindungen und hat 2019 für Anchorage einen Ausbau samt Wartungseinrichtungen für diese Flotte angekündigt.

Neben den Jumbos siehst du die Boeing 777F, die viele Airlines als Nachfolger einsetzen, und mit etwas Glück eine MD-11F – der Dreistrahler ist inzwischen allerdings selten geworden. Kleinere Frachter wie die 767-300F ergänzen das Bild.

Gerade weil hier so viele 747 nebeneinanderstehen, lohnt sich ein genauer Blick auf die Unterschiede. Die 747-8F ist länger, hat neue Triebwerke mit gezackten Hinterkanten an den Verkleidungen und andere Flügelspitzen als die 747-400F. Woran du die Varianten sicher auseinanderhältst, zeigen die Beiträge Boeing 747-Varianten erkennen und Frachtflugzeuge erkennen.

Frachtwellen herausfinden

Frachter kommen oft in Wellen, abgestimmt auf die Abfertigungszeiten in Asien und den USA. Ein Abend mit der Flugverfolgung zeigt dir das Muster.

Betriebsrichtung prüfen

Je nach Wind kommen die Landungen vom Wasser oder vom Land. Davon hängt ab, ob Point Woronzof gerade der richtige Ort ist.

Jahreszeit bewusst wählen

Im Sommer hast du fast endlos Licht, im Winter nur ein kurzes Fenster am Mittag. Plane deine Reise danach.

Kennzeichen mitschreiben

Bei Dutzenden gleich aussehenden 747-Frachtern ist das Kennzeichen der einzige Weg, Sichtungen später sauber zu sortieren.

Spotten in Anchorage

Eine offizielle Besucherterrasse wie in vielen europäischen Flughäfen gibt es in Anchorage nicht. Die Spots liegen außerhalb des Flughafengeländes, vor allem im Westen am Wasser.

Point Woronzof

Der bekannteste Ort ist Point Woronzof, ein Park an der Westspitze des Flughafengeländes. Der Tony Knowles Coastal Trail führt hier am Ufer entlang, auf der anderen Seite grenzt das Flughafengelände an. Je nach Betriebsrichtung steigen die Frachter über dem Cook Inlet in den Himmel oder kommen über das Wasser zur Landung herein. Bei klarer Sicht ist im Hintergrund sogar Denali zu sehen – ein Motiv, das es an keinem anderen Frachtflughafen gibt. Alle Details zum Standort stehen im Spot-Guide, weitere Tipps für die Reise im Beitrag Planespotting in Anchorage.

Lake Hood

Direkt nordöstlich des Flughafens liegt der Lake Hood, einer der meistgenutzten Wasserflugplätze der Welt. Hier starten und landen Buschflieger wie die DHC-2 Beaver und die DHC-3 Otter auf dem Wasser, dazu gibt es eine Schotterpiste für Radflugzeuge. Am Ufer liegt das Alaska Aviation Museum mit historischen Flugzeugen der Alaska-Fliegerei. Für einen Tag in Anchorage ist die Kombination aus Jumbos am Vormittag und Wasserflugzeugen am Nachmittag kaum zu schlagen.

Die Regionalfrachter Alaskas

Ein Geheimtipp für Liebhaber alter Flugzeuge sind die Frachtairlines, die Alaska selbst versorgen. Northern Air Cargo war lange einer der letzten Betreiber der Boeing 737-200 als Frachter, Lynden Air Cargo setzt die L-100 Hercules ein, und Everts Air Cargo fliegt mit Kolbenflugzeugen wie der Douglas DC-6. Solche Maschinen siehst du in Europa höchstens im Museum.

Zaun bleibt Zaun – auch in Alaska

Auch in den USA gelten Absperrungen, Sicherheitsbereiche und Anweisungen des Flughafenpersonals ausnahmslos. Bleib auf öffentlichen Wegen, rechne mit Nachfragen bei großen Teleobjektiven und respektiere Wildtiere – rund um Anchorage sind Elche keine Seltenheit. Was grundsätzlich erlaubt ist, fasst der Beitrag Ist Planespotting erlaubt? zusammen.

Winter, Wetter und Vulkane

Anchorage ist kein Schönwetterflughafen. Im Winter herrschen Kälte, Schnee und Eis; Frachter müssen enteist werden, Bahnen geräumt. Für dich heißt das: warme Kleidung, Ersatzakkus für die Kamera und ein Blick auf die Wettervorhersage. Tipps für die kalte Jahreszeit findest du im Beitrag Planespotting im Winter, wie Enteisung funktioniert, erklärt der Beitrag zur Enteisung von Flugzeugen.

Dazu kommt eine Besonderheit der Region: aktive Vulkane. 1989 geriet eine KLM-747 im Anflug auf Anchorage in die Aschewolke des Mount Redoubt, alle vier Triebwerke fielen aus. Die Crew konnte sie wieder starten und landete sicher. Der Vorfall gilt bis heute als Lehrstück dafür, warum Vulkanasche für die Luftfahrt so gefährlich ist. 2018 beschädigte außerdem ein starkes Erdbeben Terminal und Tower.

Anchorage passt zu dir, wenn …

  • du Boeing 747 in großer Zahl sehen willst
  • dich Frachtairlines aus Asien und den USA interessieren
  • du Spotten mit Natur und Wasserflugzeugen verbinden möchtest

Bedingt geeignet, wenn …

  • du nur im Winter reisen kannst und wenig Tageslicht hast
  • du ohne Mietwagen unterwegs bist

Eher woanders, wenn …

  • du Großraum-Passagierflugzeuge vieler Airlines suchst
  • du eine bequeme Besucherterrasse erwartest

Anchorage im Vergleich

In Europa erfüllt der Flughafen Leipzig/Halle eine ähnliche Rolle als Frachtdrehkreuz, allerdings vor allem für DHL und mit einem deutlich stärkeren Nachtbetrieb. Der Flughafen Lüttich ist ein weiterer Frachtflughafen mit vielen 747 im Herzen Europas. Auf der asiatischen Seite der Pazifikroute liegen Drehkreuze wie der Flughafen Hongkong und der Flughafen Seoul-Incheon – von dort kommen viele der Frachter, die du in Anchorage siehst.

Wer die Reise nach Alaska mit einem Stopp in Seattle verbindet, findet dort das Museum of Flight und in Everett die Endmontage von Boeing. So ergibt sich eine Tour, die von der Werkshalle bis zum Einsatz auf der Pazifikroute alles abdeckt.

Jeder Jumbo zählt

Beiträge mit Flugzeugdaten, Spot-Karte, Sonnenstand-Planer und Sichtungs-Alarme für Kennzeichen und Typen in einer App – das ist Planetrack. Planetrack startet bald – die Warteliste findest du unten auf dieser Seite.

Fazit

Anchorage ist der Gegenentwurf zu den großen Passagierdrehkreuzen. Statt A380 und Hunderten Kurzstreckenjets siehst du hier Frachter – vor allem Boeing 747 in einer Dichte, die weltweit ihresgleichen sucht. Die Lage auf der Großkreisroute zwischen Asien und Nordamerika hat den Flughafen vom Polar-Stopp der 1950er-Jahre zum drittgrößten Frachtflughafen der Welt gemacht.

Die Reise ist weit, das Wetter rau, und eine Besucherterrasse gibt es nicht. Dafür bekommst du Jumbos vor Bergen und Meer, Wasserflugzeuge nebenan und alte Frachtflugzeuge, die anderswo längst im Museum stehen. Plane nach Jahreszeit, Betriebsrichtung und Frachtwellen – dann lohnt sich jede Stunde am Cook Inlet.

Kurzfazit

ANC ist das 747-Paradies schlechthin: Tank- und Umschlagstopp für Frachter zwischen Asien und den USA, 2025 Nummer drei der Welt. Plane nach Jahreszeit, Licht und Betriebsrichtung und kombiniere Point Woronzof mit dem Lake Hood.

Zusammenfassung

  • Anchorage ist für Passagiere ein Regionalflughafen, für die Fracht aber eines der wichtigsten Drehkreuze der Welt.
  • Die Lage auf der Großkreisroute zwischen Ostasien und Nordamerika macht ANC zum idealen Tank- und Umschlagstopp für schwer beladene Frachter.
  • Für Spotter heißt das: eine einzigartige Dichte an Boeing 747, dazu 777F und Frachtairlines, die du in Europa selten siehst.
  • Licht, Jahreszeit und Betriebsrichtung entscheiden – im Sommer hast du fast endlos Tageslicht, im Winter kaum.

Häufige Fragen

Was sind die Codes des Flughafens Anchorage?

Der IATA-Code ist ANC, der ICAO-Code PANC. Das P am Anfang steht für die Region, zu der Alaska in der ICAO-Systematik gehört – deshalb beginnt der Code nicht wie bei den übrigen US-Flughäfen mit K.

Warum landen so viele Frachter in Anchorage?

Wegen der Lage auf der Großkreisroute zwischen Ostasien und Nordamerika. Ein voll beladener Frachter schafft die Strecke von Asien zu vielen Zielen in den USA nicht mit maximaler Nutzlast nonstop. Ein Tankstopp in Anchorage erlaubt mehr Ladung statt mehr Kerosin. Dazu kommen Crewwechsel und das Umladen zwischen verschiedenen Flügen.

Wie viel Fracht wird in Anchorage umgeschlagen?

Laut ACI World waren es 2025 knapp 3,9 Millionen Tonnen Fracht und Post, inklusive Transitfracht. Damit lag Anchorage hinter Hongkong und Shanghai-Pudong auf Platz drei weltweit und auf Platz eins in den USA. Anchorage ist dabei der einzige Flughafen der Spitzengruppe, dessen Zahl auch Transitfracht enthält.

Kann man in Anchorage noch Boeing 747 sehen?

Ja, und zwar in großer Zahl. Viele Frachtairlines setzen auf der Pazifikroute weiterhin 747-400F und 747-8F ein, darunter Atlas Air, Kalitta Air, UPS und mehrere asiatische Gesellschaften. Welche Maschinen an einem bestimmten Tag kommen, zeigt dir eine Flugverfolgung.

Wo spottet man am Flughafen Anchorage?

Der bekannteste Ort ist Point Woronzof am Westrand des Geländes, direkt am Cook Inlet. Je nach Betriebsrichtung starten oder landen die Maschinen dort über das Wasser. Für Wasserflugzeuge lohnt sich das Ufer des Lake Hood. Eine offizielle Besucherterrasse gibt es nicht.

Fliegt man aus Deutschland direkt nach Anchorage?

Nonstop-Verbindungen gibt es nur saisonal, in den vergangenen Jahren vor allem im Sommer mit Condor ab Frankfurt. Prüf den aktuellen Flugplan vor der Planung. Ganzjährig führt der Weg meist über ein US-Drehkreuz wie Seattle.

Was ist der Lake Hood?

Ein Wasserflugplatz direkt neben dem Flughafen, der als einer der meistgenutzten der Welt gilt. Dort starten und landen Buschflieger wie die DHC-2 Beaver auf dem Wasser, im Winter teils auf Kufen. Am Ufer liegt außerdem das Alaska Aviation Museum.

Sichtungen rund um Flughafen Anchorage Ted Stevens sammeln

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Passende Airlines

Die Fluggesellschaften dazu – mit IATA- und ICAO-Code, Rufzeichen und Lackierung.

AS / ASA

Alaska Airlines

Netzwerk-Airline aus Seattle mit dem Gesicht am Leitwerk: große Boeing-737-Flotte, oneworld-Mitglied seit 2021, Übernahmen von Virgin America und Hawaiian – und seit 2026 erstmals Linienflüge nach Europa.

FX / FDX

FedEx Express

Die größte Frachtairline der Welt aus Memphis: eine bunte Flotte aus MD-11, Boeing 777F, 767, 757 und A300, dazu Zubringer-Turboprops – und in Europa Drehkreuze in Paris und Köln/Bonn.

5X / UPS

UPS Airlines

Die Frachtairline des Paketdienstes UPS: Drehkreuz Worldport in Louisville, Europa-Drehkreuz Köln/Bonn, größter Betreiber der Boeing 747-8F und seit dem Aus der MD-11 eine Flotte aus vier Typenfamilien.

5Y / GTI

Atlas Air

Die US-Frachtairline, die für andere fliegt: Atlas Air betreibt die größte Flotte von Boeing-747-Frachtern, fliegt im Auftrag von Kunden wie DHL und Amazon, steuert Boeings Dreamlifter und hat die letzte jemals gebaute 747 übernommen.

PO / PAC

Polar Air Cargo

Die Jumbo-Frachtairline im Atlas-Konzern: Polar Air Cargo flog ab 1993 mit Boeing 747 über den Pazifik, war von 2007 bis 2025 ein Gemeinschaftsunternehmen mit DHL und ist heute eine hundertprozentige Tochter von Atlas Air Worldwide.

K4 / CKS

Kalitta Air

Die Frachtairline des Drag-Racing-Stars Connie Kalitta: Sitz am historischen Flughafen Willow Run bei Detroit, eine der größten verbliebenen 747-Frachterflotten und Erstbetreiberin der umgebauten Boeing 777-300ERSF – auch in Leipzig, Brüssel und East Midlands zu sehen.

KE / KAL

Korean Air

Südkoreas Flag Carrier aus Seoul: SkyTeam-Gründungsmitglied, einer der letzten Betreiber von A380 und Boeing 747-8I, große Frachtsparte – und seit der Asiana-Übernahme im Umbau zur einzigen großen Netzwerk-Airline des Landes.

CI / CAL

China Airlines

Der taiwanische Flag Carrier aus Taoyuan: SkyTeam-Mitglied, A350-Langstrecke nach Europa, eine große Frachtsparte mit 747-400F und 777F – und eine Airline, die gern mit Air China verwechselt wird.

KZ / NCA

Nippon Cargo Airlines

Japans erste reine Frachtairline: acht Boeing 747-8F mit JA-Kennzeichen auf KZ, Drehkreuz Tokio-Narita, seit 2025 Teil der ANA-Gruppe – und regelmäßig in Amsterdam, Mailand und Frankfurt zu Gast.

NC / NAC

Northern Air Cargo

Nach eigenen Angaben Alaskas größte reine Frachtairline: 1956 in Anchorage mit zwei C-82 gegründet, später DC-6, 727 und 737-200 – heute fliegt NAC 737-300, -400 und -800 als Frachter.

L2 / LYC

Lynden Air Cargo

Frachtairline aus Anchorage, die mit der zivilen Hercules Lebensmittel, Autos und Baumaterial in Alaskas Busch fliegt – und weltweit Charter und Hilfsflüge übernimmt. Ein seltenes Spotter-Ziel mit vier Turboprops.

DE / CFG

Condor

Einer der bekanntesten deutschen Ferienflieger: Condor fliegt ab Frankfurt und weiteren deutschen Flughäfen zu Urlaubszielen auf Kurz-, Mittel- und Langstrecke.

Typische Flugzeuge

Flugzeugtyp

Boeing 747-8F

Kurzer Buckel, langer Rumpf, keine Fenster und Flügelspitzen ohne Winglets: Die 747-8F ist der modernste Jumbo-Frachter – und die allerletzte gebaute 747 war genau so eine. So erkennst du sie und findest sie an den Cargo-Drehkreuzen.

Flugzeugtyp

Boeing 747-400F und 747-400ERF

Der werksneue Frachtjumbo mit hochklappbarer Nase: Woran du 747-400F und 400ERF erkennst, wie du sie von Umbaufrachtern und der 747-8F trennst und wer sie Stand Oktober 2026 noch fliegt.

Flugzeugtyp

Boeing 777F

Ein 777-Rumpf ganz ohne Fensterreihe, ein riesiges Tor hinter dem Flügel und zwei GE90 unter den Tragflächen: Die 777F ist der wichtigste Langstrecken-Frachter unserer Zeit. So erkennst du sie und findest sie in Frankfurt und Leipzig.

Flugzeugtyp

McDonnell Douglas MD-11

Drei Triebwerke, Winglets und ein Triebwerk mitten im Seitenleitwerk: Die MD-11 war der letzte große Trijet und fliegt heute fast nur noch als Frachter. So erkennst du sie, so grenzt du sie von der DC-10 ab und so stehen deine Chancen nach dem Grounding 2025.

Flugzeugtyp

Boeing 767-300F und 767-300BCF

Fensterloser, schlanker Großraumrumpf, großes Frachttor vorn links: Die 767-300F ist das Arbeitspferd der Express-Netze. So erkennst du Neubau-Frachter und Umbauten und findest sie an den Cargo-Drehkreuzen.

Flugzeugtyp

De Havilland Canada DHC-2 Beaver

Dicker Sternmotor, Hochdecker mit Streben, Schwimmer statt Räder: Die DHC-2 Beaver ist seit 1947 das Sinnbild des Buschflugzeugs. So erkennst du den kanadischen Klassiker und findest ihn vor der Linse.

Spotting-Spots rund um Flughafen Anchorage Ted Stevens

Spots, an denen du die passenden Flugzeuge regelmäßig vor die Linse bekommst – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.

Alle Spotting-Spots im Überblick →

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Planetrack Redaktion

Diese Datenbank beschreibt Flughäfen, Flugzeughersteller, Airline-Gruppen, Allianzen und Luftfahrtmuseen. Eigentümer, Beteiligungen und Mitgliedschaften ändern sich laufend – gesicherte Angaben stehen im Steckbrief, alles Veränderliche ist als solches gekennzeichnet. Die einzelnen Fluggesellschaften findest du in der Airline-Datenbank.

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