Das Wichtigste in Kürze
- Die Beaver ist das Urbild des Buschflugzeugs: einmotorig, robust, kurzstartfähig und für Räder, Schwimmer oder Ski gebaut.
- Schnellster Erkennungsweg: Sternmotor in der Nase, Hochdecker mit Strebe, Spornrad oder Schwimmer.
- Klein, aber erfolgreich: Von 1947 bis 1967 entstanden rund 1.650 Exemplare, mehr als die Hälfte davon für die US-Streitkräfte.
- Noch immer im Liniendienst: Wasserflugzeug-Airlines an der nordamerikanischen Pazifikküste setzen die Beaver täglich ein – teils Jahrzehnte nach Produktionsende.
- Elektrisch in die Zukunft: Harbour Air flog im Dezember 2019 mit einer elektrisch angetriebenen Beaver – einer der ersten Flüge eines E-Verkehrsflugzeugs.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die DHC-2 Beaver?
- 2.Varianten im Überblick
- 3.Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
- 4.Beaver oder etwas anderes?
- 5.Wo du die Beaver antriffst
- 6.Die elektrische Beaver
- 7.Wer hält die Beaver in der Luft?
- 8.Spotting-Reise planen
- 9.Fototipps speziell für die Beaver
- 10.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 11.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | De Havilland Canada (Bau 1947–1967); Musterzulassung seit 2006 bei Viking Air, heute unter dem Namen De Havilland Canada |
|---|---|
| ICAO-Typcode | DHC2 (Kolbenmotor), DH2T (Turbo Beaver) |
| Erstflug | 16. August 1947 in Downsview bei Toronto |
| Produktion | rund 1.650 Exemplare bis 1967, darunter 60 Turbo Beaver |
| Triebwerk | 1 × Pratt & Whitney R-985 Wasp Junior, Neunzylinder-Sternmotor mit 450 PS; Turbo Beaver mit PT6-Turboprop |
| Länge | 9,22 m |
| Spannweite | 14,63 m |
| Höhe | 2,74 m (Landfahrwerk) |
| Sitzplätze | 1 Pilot und bis zu 6 Passagiere |
| Max. Startgewicht | rund 2,3 t (Kolbenversion) |
| Reisegeschwindigkeit | rund 230 km/h |
| Reichweite | rund 730 km |
| Fahrwerk | starres Spornradfahrwerk, alternativ Schwimmer, Amphibienschwimmer oder Ski |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Kurzer, bulliger Rumpf mit rundem Sternmotor unter einer dicken, runden Motorhaube in der Nase
- Hochdecker mit einer schrägen Strebe pro Seite zwischen Rumpf und Flügel
- Spornradfahrwerk: zwei Haupträder vorn, kleines Rad am Heck – oder große Schwimmer unter dem Rumpf
- Türen auf beiden Seiten: vorn für das Cockpit, dahinter je eine breite Ladetür
- Rundlich geformtes Seitenleitwerk; die Turbo Beaver erkennst du an der deutlich längeren, schmalen Nase
- Tiefes, unverwechselbares Brummen des Sternmotors beim Start – du hörst die Beaver oft, bevor du sie siehst
Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein tiefes, grollendes Brummen über dem Wasser, dann zieht ein kleiner, bulliger Hochdecker mit dicker runder Nase und zwei Schwimmern über die Bucht: Das ist mit hoher Wahrscheinlichkeit eine DHC-2 Beaver. Seit 1947 fliegt sie dorthin, wo es keine Pisten gibt – auf Seen, Flüsse, Schneefelder und Schotterbänke. Hier erfährst du, wie du die Beaver sicher erkennst, welche Varianten es gibt und wo du sie heute noch im Alltag erlebst.
DHC2 in den Hangar
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Was ist die DHC-2 Beaver?
Die Beaver ist ein einmotoriges Kurzstart- und Mehrzweckflugzeug für einen Piloten und bis zu sechs Passagiere oder rund eine Tonne Fracht. Sie war das erste eigene Großprojekt von De Havilland Canada nach dem Zweiten Weltkrieg und machte den Hersteller weltweit bekannt. Der Erstflug fand am 16. August 1947 in Downsview bei Toronto statt, am Steuer saß der Weltkriegs-Jagdflieger Russell Bannock. Die erste Serienmaschine ging im Frühjahr 1948 an die Forstbehörde der Provinz Ontario.
Das Besondere an der Entwicklung: De Havilland Canada fragte vorher die Leute, die das Flugzeug später fliegen würden. Der Vertriebschef Punch Dickins, selbst ein bekannter Buschpilot, sammelte die Wünsche kanadischer Piloten ein. Die Antwort war eindeutig – viel Leistung, kurze Start- und Landestrecken und ein Rumpf, der sich mit Rädern, Schwimmern oder Skiern betreiben lässt. Dass darunter die Reisegeschwindigkeit leiden würde, nahmen die Piloten gern in Kauf. Ein oft erzähltes Zitat aus dieser Zeit lautet sinngemäß: Schneller als ein Hundeschlitten zu sein, reicht völlig.
Die Ingenieure um Phil Garratt, Fred Buller und Dick Hiscocks gaben der Maschine deshalb einen großen Flügel und einen robusten Ganzmetallrumpf. Als Antrieb bot sich der Pratt & Whitney R-985 Wasp Junior an, ein Neunzylinder-Sternmotor mit 450 PS, der nach dem Krieg in großen Stückzahlen günstig zu haben war. Breite Türen auf beiden Seiten erlauben das Beladen von jeder Seite eines Stegs – die hinteren Türen sind so breit, dass sich ein Treibstofffass hineinrollen lässt.
Das Konzept war ein Volltreffer. Bis zum Produktionsende 1967 entstanden rund 1.650 Beaver, je nach Quelle werden 1.657 Exemplare genannt. 1987 zählte eine kanadische Ingenieurskommission die DHC-2 zu den zehn bedeutendsten Ingenieursleistungen des Landes im 20. Jahrhundert, und die kanadische Münzprägeanstalt widmete ihr später sogar Gedenkmünzen.
Varianten im Überblick
Von außen sehen fast alle Beaver gleich aus, mit einer großen Ausnahme: der Turbo Beaver. Dazu kommen militärische Bezeichnungen und zahlreiche Umbauten aus späteren Jahrzehnten.
| Variante | Zeitraum | Antrieb | Erkennbares Merkmal |
|---|---|---|---|
| Beaver I (DHC-2) | 1947–1967 | R-985 Wasp Junior, 450 PS | runde Sternmotor-Nase, Standardversion |
| Beaver II | Einzelstück | Alvis Leonides (Sternmotor) | nur ein umgebautes Exemplar |
| L-20 / U-6A | 1950er | R-985 Wasp Junior | Militärversion der USA, heute oft in ziviler Hand |
| Beaver AL.1 | 1960er | R-985 Wasp Junior | Version der britischen Heeresflieger |
| Mk III Turbo Beaver | späte 1960er | PT6-Turboprop | lange, schlanke Nase, 60 gebaut |
| Umbauten (z. B. DHC-2T) | ab 2000er | PT6A-Turboprop | moderne Turbinen-Umrüstung bestehender Zellen |
Die militärische Karriere der Beaver ist beeindruckend: Die US-Streitkräfte bestellten während des Koreakriegs 970 Maschinen – mehr als die Hälfte der gesamten Produktion. Sie liefen zunächst als L-20, ab 1962 als U-6A. Die britischen Heeresflieger setzten 46 Beaver AL.1 ein, unter anderem für Aufklärungsflüge. Eine Beaver der neuseeländischen Luftwaffe unterstützte 1958 die Antarktis-Expedition von Sir Edmund Hillary. Viele ehemalige Militärmaschinen fliegen heute zivil weiter.
Die Turbo Beaver ist für Spotter die spannendste Variante. Statt des Sternmotors sitzt ein schlanker Pratt-&-Whitney-Canada-PT6-Turboprop in einer deutlich verlängerten Nase. Die Maschine wirkt dadurch gestreckter. Von den originalen Turbo Beaver entstanden 60 Exemplare. Später rüsteten mehrere Betriebe bestehende Zellen mit PT6-Triebwerken um, darunter Viking Air mit der DHC-2T.
Praxis-Tipp: Nase und Klang prüfen
Kurze, runde Nase und tiefes Brummen? Das ist eine klassische Beaver mit Sternmotor. Lange, spitze Nase und ein helles Turbinen-Pfeifen? Dann hast du eine Turbo Beaver oder einen Turbinen-Umbau vor dir – im Tracking erscheint sie oft als DH2T.
Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
Die Beaver ist klein, aber mit etwas Übung unverwechselbar. Drei Beobachtungen genügen in den meisten Fällen.
Auf die Nase schauen
Der runde Sternmotor macht die Nase dick und stumpf. Moderne Utility-Flugzeuge haben fast immer schlanke Turboprop-Nasen – der Sternmotor ist das stärkste Beaver-Indiz.
Flügel und Strebe suchen
Der Flügel sitzt oben auf dem Rumpf und wird auf jeder Seite von einer schrägen Strebe gestützt. Der Flügel ist lang und gerade – die Spannweite übertrifft die Rumpflänge deutlich.
Fahrwerk prüfen
An Land steht die Beaver auf zwei Haupträdern und einem kleinen Spornrad am Heck – der Rumpf zeigt am Boden schräg nach oben. Auf dem Wasser trägt sie zwei große Schwimmer.
Wer Flugzeugtypen grundsätzlich systematisch bestimmen will, findet im Guide Flugzeugtypen erkennen für Einsteiger eine gute Methode. Für Oldtimer allgemein hilft dir der Beitrag Historische Flugzeuge erkennen. Die letzte Bestätigung liefert immer das Kennzeichen – kanadische Beaver tragen ein C vorneweg, US-Maschinen ein N. Wie du die Präfixe liest, erklärt Flugzeug-Kennzeichen verstehen.
Beaver oder etwas anderes?
Im Buschflug- und Wasserflugzeugbetrieb fliegen mehrere Typen, die auf den ersten Blick ähnlich wirken. Der Finder hilft beim Eingrenzen.
Schnellbestimmung: einmotoriger Busch-Hochdecker
DHC-2 Beaver
Sternmotor, kurzer Rumpf mit Flügelstrebe und Spornrad oder Schwimmer: das klassische Beaver-Bild. Prüf zur Sicherheit das Kennzeichen.
DHC-3 Otter
Der große Bruder der Beaver hat einen deutlich längeren Rumpf und mehr Sitze. Viele Otter fliegen heute mit Turbine und langer Nase.
Turbo Beaver oder moderner Utility-Typ
Eine lange Turbinennase mit Spornrad und Beaver-Silhouette spricht für die Turbo Beaver. Mit Bugrad und kantigem Rumpf ist es eher eine Cessna 208 Caravan, eine Kodiak oder eine Pilatus PC-6 Porter.
Kleiner Kolben-Hochdecker
Wirkt alles zierlicher, ist es vermutlich ein Leichtflugzeug wie die Piper Super Cub oder ein Cessna-Hochdecker auf Schwimmern.
Wo du die Beaver antriffst
Im deutschsprachigen Raum ist die Beaver eine echte Rarität. Nur wenige Maschinen fliegen in Europa in Privathand, gelegentlich tauchen sie auf Oldtimer-Treffen oder Fly-ins auf. Wer sie dagegen im Alltag erleben will, reist an die Pazifikküste Nordamerikas oder nach Alaska. Dort ist die Beaver kein Museumsstück, sondern ein Arbeitstier im Liniendienst. Mehr zur Jagd auf solche Typen liest du in Seltene Flugzeuge spotten.
| Ort | Betreiber oder Anlass | Warum lohnt es sich? |
|---|---|---|
| Vancouver, Kanada | Harbour Air und weitere | Dichter Wasserflugzeugverkehr im Hafen und am Fraser River |
| Seattle, USA | Kenmore Air | Beaver-Linienflüge vom Lake Union zu den San Juan Islands und nach Kanada |
| Anchorage, USA | Lake Hood Seaplane Base | Einer der verkehrsreichsten Wasserflugzeughäfen der Welt, direkt am Flughafen |
| Ottawa, Kanada | Canada Aviation and Space Museum | Beaver als Ausstellungsstück im kanadischen Nationalmuseum |
| Oshkosh, USA | EAA AirVenture | Großes Fly-in mit eigener Wasserflugzeug-Basis und vielen Buschflugzeugen |
Vancouver ist das Beaver-Paradies schlechthin. Harbour Air bezeichnet sich selbst als größte reine Wasserflugzeug-Airline der Welt und setzt neben Otter, Twin Otter und Cessna-Typen zahlreiche Beaver ein. Die Maschinen starten und landen mitten im Stadthafen vor der Skyline – ein Motiv, das du so kaum anderswo bekommst. Am Flughafen selbst lohnt der Larry Berg Flight Path Park für den Linienverkehr; die Wasserflugzeuge erlebst du dagegen am besten am Hafen und am Fraser River.
In Seattle betreibt Kenmore Air seit 1946 Wasserflugzeuge. Das Unternehmen kaufte 1963 seine erste Beaver und ist heute einer der bekanntesten Beaver-Spezialisten: Über hundert Maschinen wurden dort grundlegend wieder aufgebaut. Die Flüge vom Lake Union mitten in der Stadt sind ein Erlebnis – vom Ufer aus, aber auch als Passagier. Tipps dazu findest du im Beitrag Seltene Flugzeugtypen als Passagier fliegen.
In Anchorage liegt der Wasserflugzeughafen Lake Hood direkt neben dem Flughafen Anchorage. Im Sommer herrscht dort Hochbetrieb mit Beaver, Super Cub und vielen anderen Buschflugzeugen. Kombinier den Besuch mit den Frachtjets am Point Woronzof – der Beitrag Planespotting in Anchorage hilft bei der Planung.
Für die Geschichte lohnt das Canada Aviation and Space Museum in Ottawa. Und wer im Sommer zur EAA AirVenture in Oshkosh reist, trifft dort regelmäßig auf Buschflugzeuge aus ganz Nordamerika.
Flotten und Flugpläne ändern sich
Welche Betreiber gerade Beaver einsetzen, verschiebt sich mit Flottenwechseln und Saisonplänen. Viele Wasserflugzeug-Strecken fliegen nur im Sommer und nur bei Tageslicht. Prüf vor deiner Reise den aktuellen Flugplan und such im Tracking nach DHC2 und DH2T.
Wie du solche Flüge live verfolgst, erklärt der Guide zur Flugverfolgung mit ADS-B.
Keine Beaver verpassen
Richte in Planetrack einen Sichtungs-Alarm für den Typ DHC2 oder ein bestimmtes Kennzeichen ein – Planetrack benachrichtigt dich, wenn eine passende Maschine an deinem Flughafen anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Die elektrische Beaver
Ein Kapitel der Beaver-Geschichte wird gerade erst geschrieben. Harbour Air tat sich 2019 mit dem Elektromotor-Hersteller magniX zusammen und baute eine Beaver auf Elektroantrieb um. Am 10. Dezember 2019 startete die Maschine bei Vancouver zum Erstflug – einer der ersten Flüge eines elektrisch angetriebenen Flugzeugs aus dem kommerziellen Betrieb.
Dass ausgerechnet eine über 50 Jahre alte Konstruktion dafür ausgewählt wurde, ist kein Zufall: Die Beaver ist robust, gut erforscht und auf kurzen Strecken unterwegs – genau dort, wo Batterien heute am ehesten mithalten können. Für Spotter bleibt die E-Beaver ein Glücksfund, denn sie fliegt als Erprobungsträger und nicht im Linienbetrieb.
Wer hält die Beaver in der Luft?
Mit dem Produktionsende 1967 war die Geschichte nicht vorbei. Die Musterzulassung wanderte über die Jahre weiter, 2006 übernahm Viking Air aus British Columbia die Rechte von Bombardier. Viking liefert Ersatzteile und Umbauten, das Programm läuft heute wieder unter dem Namen De Havilland Canada.
Daneben haben sich spezialisierte Betriebe auf Beaver-Überholungen eingestellt. Sie zerlegen alte Zellen, ersetzen Struktur und Verkabelung und setzen teils neue Fenster, Türen oder Turbinen ein. Manche Maschinen erhalten dabei eine neue Lebensdauerfreigabe für die Zelle. Darum siehst du heute Beaver, die über 60 Jahre alt sind und trotzdem täglich Passagiere fliegen. Auch der Sternmotor von Pratt & Whitney wird weiterhin gewartet und überholt.
Spotting-Reise planen
Weil die Beaver vor allem an Wasserflugzeug-Basen fliegt, gelten andere Regeln als an großen Flughäfen. Es gibt keine Landebahn mit festen Anflugrichtungen – die Maschinen starten und landen dort, wo Wind und Wellen es zulassen.
Bereit für deine Beaver-Tour?
- Ich weiß, ob die Wasserflugzeug-Strecken in meiner Reisezeit überhaupt fliegen.
- Ich kenne die Windrichtung, denn sie bestimmt die Start- und Landerichtung auf dem Wasser.
- Ich habe geprüft, wo die Sonne steht und ob ich Gegenlicht auf dem Wasser bekomme.
- Mein Standpunkt am Ufer oder Steg ist öffentlich zugänglich.
- Ich habe eine passende Verschlusszeit für Propellerunschärfe im Kopf.
Für die Lichtplanung hilft dir der Guide Sonnenstand planen für deinen Fotospot. Was rechtlich erlaubt ist und worauf du an Stegen und Hafenanlagen achtest, fasst Ist Planespotting erlaubt? zusammen.
Fototipps speziell für die Beaver
Die Beaver ist langsam, fliegt tief und landet auf Wasser – ein Traum für Fotografen, solange du ein paar Punkte beachtest.
Propeller drehen lassen
Bei zu kurzer Belichtungszeit friert der Propeller ein und das Flugzeug wirkt wie im Segelflug. Wähle eine längere Verschlusszeit und zieh mit. Details stehen im Guide Propeller fotografieren: die richtige Verschlusszeit.
Spritzwasser einfangen
Beim Aufsetzen und Abheben ziehen die Schwimmer Wasserfahnen hinter sich her. Eine kurze Serie mit hoher Bildrate erwischt den besten Moment.
Landschaft mitnehmen
Berge, Skyline, Gletscher oder Fjord machen die Beaver-Bilder aus. Ein kürzeres Objektiv erzählt oft mehr als eine formatfüllende Nahaufnahme.
Am Steg fotografieren
Beim Anlegen, Betanken und Beladen kommst du oft nah heran. Achte auf Details wie den Sternmotor, die Schwimmer und die großen Ladetüren.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für die Beaver, wenn …
- ein runder Sternmotor in der kurzen Nase sitzt
- der Hochdecker auf jeder Seite eine schräge Flügelstrebe hat
- die Maschine auf einem Spornrad steht oder Schwimmer trägt
- im Tracking DHC2 oder DH2T als Typ steht
Sieh genauer hin, wenn …
- die Nase lang und schlank ist – dann könnte es eine Turbo Beaver oder ein Turbinen-Umbau sein
- der Rumpf auffällig lang wirkt – dann ist es eher eine DHC-3 Otter
- du die Maschine nur von unten im Gegenlicht siehst
Es ist keine Beaver, wenn …
- zwei Triebwerke am Flügel sitzen – dann bist du vielleicht bei der Twin Otter
- die Maschine ein Bugradfahrwerk und einen kantigen, modernen Rumpf hat
- der Flügel unten am Rumpf sitzt – wie bei der DHC-1 Chipmunk, dem Vorgänger aus demselben Haus
Fazit
Die DHC-2 Beaver ist das Buschflugzeug schlechthin: von Piloten mitentworfen, mit dickem Sternmotor, großem Flügel und Platz für Fässer, Kanus und Passagiere. Rund 1.650 Exemplare entstanden bis 1967, viele davon fliegen nach Generalüberholungen bis heute im harten Alltag. In Mitteleuropa ist sie selten – umso lohnender ist eine Reise nach Vancouver, Seattle oder Anchorage, wo die Beaver täglich vom Wasser abhebt.
Kurzfazit
Sternmotor in der Nase, Hochdecker mit Strebe, Spornrad oder Schwimmer: Das ist die Beaver. Wer sie im Einsatz sehen will, sucht nach DHC2 und plant eine Reise an die Wasserflugzeug-Basen im Nordwesten Nordamerikas.
Zusammenfassung
- Die DHC-2 flog am 16. August 1947 zum ersten Mal und wurde gemeinsam mit kanadischen Buschpiloten entwickelt.
- Bis 1967 baute De Havilland Canada rund 1.650 Maschinen, darunter etwa 60 Turbo Beaver mit PT6-Turboprop.
- Sternmotor, Flügelstrebe und Spornradfahrwerk unterscheiden sie von DHC-3 Otter, Cessna-Hochdeckern und modernen Utility-Turboprops.
- Die besten Chancen hast du in Vancouver, im Raum Seattle und in Alaska – dort ist die Beaver als Wasserflugzeug Alltag.
Häufige Fragen
Welchen ICAO-Typcode hat die Beaver?
Die Kolbenmotor-Version läuft unter DHC2, die Turbo Beaver mit Turboprop unter DH2T. In Tracking-Diensten findest du so gezielt beide Varianten. Viele Wasserflugzeuge fliegen allerdings tief und abseits gut abgedeckter Gebiete, deshalb sind sie dort nicht immer lückenlos zu sehen.
Wird die Beaver noch gebaut?
Nein. Die Serienproduktion endete 1967. Seit 2006 hält Viking Air die Musterzulassung und betreut die Flotte mit Ersatzteilen. Daneben bauen Wartungsbetriebe alte Zellen grundlegend neu auf und rüsten sie teils auf Turbinenantrieb um – deshalb sehen manche Beaver erstaunlich neu aus.
Was ist eine Kenmore Beaver?
So nennen viele Piloten Beaver, die bei Kenmore Air nahe Seattle generalüberholt und modifiziert wurden. Die Airline kaufte 1963 ihre erste Beaver und hat seitdem mehr als hundert Maschinen wieder aufgebaut, oft mit größeren Fenstern und weiteren Verbesserungen.
Wie unterscheide ich Beaver und Otter?
Die DHC-3 Otter ist der größere Bruder: Ihr Rumpf ist deutlich länger, sie hat mehr Fenster und bietet Platz für rund zehn Passagiere. Die Beaver wirkt im Vergleich gedrungen und kompakt, die Otter dagegen gestreckt mit einer langen Reihe von Kabinenfenstern.
Wo sehe ich eine Beaver in Deutschland, Österreich oder der Schweiz?
Im gewerblichen Einsatz kaum. In Europa fliegen nur wenige Beaver in Privathand, gelegentlich zeigen sie sich auf Oldtimer-Treffen und Fly-ins. Planbar ist eine Sichtung vor allem in Kanada und im Nordwesten der USA.
Was hat es mit der elektrischen Beaver auf sich?
Harbour Air hat eine Beaver mit einem Elektromotor von magniX ausgerüstet. Am 10. Dezember 2019 hob die Maschine bei Vancouver zum Erstflug ab. Das Projekt gilt als Meilenstein für elektrisches Fliegen im kommerziellen Kurzstreckenbetrieb.
De Havilland Canada DHC-2 Beaver sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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