Das Wichtigste in Kürze
- Everts Air Cargo ist eine familiengeführte Frachtairline aus Fairbanks mit zweiter Basis in Anchorage.
- Codes: ICAO VTS, Rufzeichen „EVERTS“; als IATA-Code wird 5V geführt.
- Die Airline gilt als letzte in den USA mit planmäßigen DC-6-Frachtflügen und zählt zu den letzten C-46-Betreibern der Welt.
- Die Oldtimer haben einen echten Job: Sie bringen Lebensmittel, Post, Baumaterial und Treibstoff in Orte ohne Straßenanbindung.
- Daneben fliegen moderne Muster – MD-80-Frachter, BAe 146, Caravan und PC-12 – sodass nicht jede VTS-Sichtung ein Kolbenmotor-Klassiker ist.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| ICAO-Code | VTS |
|---|---|
| Rufzeichen | EVERTS |
| Drehkreuze | FAI, ANC |
| Geschäftsmodell | Linien- und Charterfracht innerhalb Alaskas, dazu Charter in Nordamerika und Treibstofftransporte über die Schwesterfirma |
| Sitz | Fairbanks, Alaska (USA) |
| Wurzeln | 1977 als Tatonduk Flying Service mit einer einzelnen Cessna 180 |
| Betreiber | Tatonduk Outfitters Limited, familiengeführt |
| Basen | Fairbanks International (FAI) und Anchorage Ted Stevens International (ANC) |
| Schwesterfirma | Everts Air Fuel – Lufttransport von Treibstoff und Gefahrgut |
| Kolbenmotor-Typen | Douglas DC-6 (inkl. ex-militärischer C-118A) und Curtiss C-46 Commando |
| Weitere Typen | Frachter der MD-80-Familie, BAe 146-300, Cessna 208, Cessna 408, Pilatus PC-12 |
| Allianz | keine |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich Everts Air Cargo?
- Viermotoriger Propeller-Tiefdecker mit Sternmotoren: die Douglas DC-6, oft als Frachtversion DC-6A oder ex-militärische C-118A
- Zweimotoriger, bauchiger Rumpf mit Doppelblasen-Querschnitt und Spornrad: die Curtiss C-46 Commando
- Große Frachttüren auf der linken Rumpfseite vor und hinter dem Flügel bei der DC-6A
- Kennzeichen mit N--Präfix, einige mit den Endbuchstaben CE wie N100CE oder N747CE
- Auf Flugtrackern Rufzeichen VTS, im Funk „EVERTS“
- Typisches Bild: Abgasspuren an den Motorgondeln und ein tiefes, sägendes Motorengeräusch beim Start
Es gibt sie noch: Frachtflugzeuge mit vier Sternmotoren, die morgens in Fairbanks blauen Rauch ausstoßen, bevor sie mit Lebensmitteln, Baumaterial oder Treibstoff in ein Dorf ohne Straßenanschluss starten. Everts Air Cargo ist der Grund, warum die Douglas DC-6 und die Curtiss C-46 Commando nicht nur in Museen stehen, sondern in Alaska Alltag sind. Für Spotter ist die Airline eine Pilgerstätte – und diese Seite zeigt dir, was du wissen musst, um die Oldtimer sauber einzuordnen.
Die DC-6 im eigenen Hangar
Mit Planetrack postest du deine Sichtung mit Foto, Typ, Kennzeichen, Airline und Spot – und baust dir einen Hangar voller Klassiker auf. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Everts Air Cargo im Überblick
Everts Air Cargo ist eine familiengeführte Frachtairline aus Fairbanks im Landesinneren Alaskas. Der Betrieb geht auf das Jahr 1977 zurück: Damals startete die Familie Everts den Tatonduk Flying Service mit einer einzigen Cessna 180, um Bergleute im abgelegenen Hinterland zu fliegen. Aus dem kleinen Buschflugbetrieb wurde über die Jahre eine Airline, die 1993 nach der Übernahme durch Tatonduk Outfitters Limited die Zulassung nach den strengeren Regeln für Linienfluggesellschaften (FAR Part 121) erhielt.
Mit den großen Kolbenmotor-Mustern teilte sich das Unternehmen auf. Die Frachtsparte wurde ursprünglich unter dem Namen Air Cargo Express gegründet und firmiert heute als Everts Air Cargo. Daneben gibt es Everts Air Fuel, eine Schwesterfirma, die Treibstoff und andere Gefahrgüter in abgelegene Orte fliegt, sowie mit Everts Air Alaska einen Betrieb für Passagier- und Charterflüge mit kleineren Flugzeugen.
Die Hauptbasis mit der Wartung liegt am Flughafen Fairbanks, die zweite wichtige Basis ist der Flughafen Anchorage – Alaskas großes Frachtdrehkreuz, an dem auch die Transpazifik-Frachter von FedEx, UPS und Co. zwischenlanden. Außerhalb Alaskas betreibt Everts laut eigener Website ein Charterangebot von Laredo in Texas aus, das Fracht in den übrigen USA, nach Mexiko und in die Karibik fliegt.
Codes und Rufzeichen
- ICAO-Code VTS: Unter diesem Kürzel erscheinen Everts-Flüge in Flugplänen der Flugsicherung und auf den meisten Flugtrackern.
- Rufzeichen EVERTS: So meldet sich die Crew im Funkverkehr – leicht zu merken und eindeutig.
- IATA-Code 5V: wird in Nachschlagewerken geführt, spielt im Frachtalltag aber kaum eine Rolle.
Weil Everts keine Passagier-Fernstrecken mit Buchungscodes auf Anzeigetafeln betreibt, ist der ICAO-Code für dich der wichtigste Anker. Wer einen VTS-Flug auf dem Tracker entdeckt, weiß allerdings noch nicht, ob gerade ein Oldtimer oder ein Jet unterwegs ist – dazu gleich mehr.
Tracker richtig lesen
Viele Everts-Maschinen senden ADS-B, doch der Typ steht im Tracker nicht immer korrekt. Gleiche deshalb das Kennzeichen ab: Eine DC-6 erscheint meist als DC6, eine C-46 als C46. Wie du ADS-B-Daten für Sichtungen nutzt, erklärt der Guide zur Flugverfolgung für Spotter.
Die Kolbenmotor-Flotte: DC-6 und C-46
Das, was Everts weltberühmt gemacht hat, sind zwei Muster aus den 1940er- und 1950er-Jahren. Beide werden von Pratt-&-Whitney-Sternmotoren des Typs R-2800 Double Wasp angetrieben, einem 18-Zylinder-Doppelsternmotor, der schon im Zweiten Weltkrieg in Jägern und Transportern steckte.
| Typ | Motoren | Herkunft | Rolle bei Everts | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|---|---|
| Douglas DC-6A / C-118A Liftmaster | 4 × P&W R-2800 | Frachtversion der DC-6; viele Maschinen aus US-Militärbeständen | Fracht und Treibstoff in Alaska | Frachttüren links vor und hinter dem Flügel |
| Curtiss C-46 Commando | 2 × P&W R-2800 | Militärtransporter aus dem Zweiten Weltkrieg | Fracht und Treibstoff, raue Pisten | Spornrad und bauchiger Rumpf |
Douglas DC-6
Die Douglas DC-6 war nach dem Krieg eines der wichtigsten Langstrecken-Verkehrsflugzeuge der Welt. Der Prototyp flog 1946, insgesamt entstanden 704 Exemplare einschließlich der Militärversionen. Sie ist eine Weiterentwicklung der Douglas DC-4 mit Druckkabine und stärkeren Motoren. Für Everts ist vor allem die DC-6A wichtig: eine Frachtversion mit leicht verlängertem Rumpf, verstärktem Boden und zwei großen Frachttüren auf der linken Seite. Die US Air Force kaufte sie als C-118A Liftmaster – und genau aus diesen Beständen stammen viele Everts-Maschinen, etwa N100CE oder N747CE, beide C-118A aus den 1950er-Jahren.
Vom einstigen Glanz der Nachkriegs-Verkehrsflugzeuge ist bei den Everts-Maschinen wenig übrig – heute zählen Zuladung und Zuverlässigkeit. Die Firma gibt an, dass auf jede Flugstunde rund zwölf Stunden Wartung kommen. Das zeigt, wie viel Aufwand hinter jedem einzelnen Start steckt.
Nachdem Northern Air Cargo aus Anchorage die DC-6 aus dem regulären Dienst genommen hatte, gilt Everts als letzte US-Airline mit planmäßigen Flügen einer nennenswerten DC-6-Flotte.
Curtiss C-46 Commando
Die C-46 ist noch ein Stück älter. Sie flog erstmals im März 1940 und wurde im Zweiten Weltkrieg rund 3.200-mal gebaut. Gegenüber der bekannteren Douglas DC-3 / C-47 bietet sie etwa doppelt so viel Laderaum. Ihr markanter Rumpf aus zwei übereinanderliegenden Kreissegmenten wirkt im Profil fast wie ein Walrücken. Everts zählt zu den letzten C-46-Betreibern weltweit; die Zahl der flugfähigen Maschinen ist allerdings klein und ändert sich, weil einzelne Exemplare zeitweise abgestellt werden.
Eine besondere Rolle spielt die C-46 mit dem Kennzeichen N54514: eine C-46D aus dem Jahr 1944, die als erste C-46 der Firma lange von Cliff Everts geflogen und später von seinem Sohn wieder aufgebaut wurde. Solche Geschichten machen jede einzelne Maschine zum Sammelobjekt.
Nur noch die C-46 fehlt?
Setz die C-46 auf deine Wunschliste und leg einen Sichtungs-Alarm für Kennzeichen oder Typ an – Planetrack benachrichtigt dich, wenn sie anfliegen oder landen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
Warum Oldtimer in Alaska noch Sinn ergeben
Alaska ist riesig, und viele Orte sind nur per Flugzeug, Boot oder im Winter über Eisstraßen erreichbar. Was dort an Lebensmitteln, Haushaltsgeräten, Post, Baumaterial oder Bergbauausrüstung ankommt, kommt oft aus der Luft. Hinzu kommt Treibstoff zum Heizen und für Generatoren – die Kernaufgabe von Everts Air Fuel.
Die Pisten in diesen Orten sind häufig kurz und unbefestigt. Genau hier spielen DC-6 und C-46 ihre Stärken aus: robuste Fahrwerke, gutmütige Langsamflugeigenschaften und große Frachttüren. Moderne Jets brauchen für Schotterpisten sogenannte Gravel-Kits und sind dort weniger flexibel.
Beladen in Fairbanks
Fracht oder Treibstoff kommt an der Everts-Rampe an Bord, große Teile über die Frachttüren.
Flug ins Hinterland
Die Maschine fliegt in einen der Orte im Landesinneren oder an der Westküste Alaskas.
Landung auf kurzer Piste
Oft auf Schotter oder im Winter auf verdichtetem Schnee – Terrain, auf dem die Oldtimer zu Hause sind.
Zurück zur Basis
Leer oder mit Rückfracht geht es zurück nach Fairbanks oder Anchorage, wo die Wartung wartet.
Dass dieser Betrieb fordernd ist, zeigt auch die Unfallbilanz über die Jahrzehnte. Mehrere DC-6 und C-46 von Everts und Everts Air Fuel wurden bei Landeunfällen auf kurzen Pisten beschädigt oder zerstört; im Dezember 2000 verunglückte eine C-46 bei schlechtem Wetter tödlich. Die Flugzeuge arbeiten in einem der härtesten Einsatzgebiete der zivilen Luftfahrt.
Jets und Kleinflugzeuge: die moderne Seite
Wer nur an DC-6 denkt, übersieht die halbe Flotte. Everts betreibt laut Nachschlagewerken (Stand 2025) auch:
- Frachter der MD-80-Familie – umgebaute MD-82, MD-83 und MD-88 mit Frachttür, Erbe von McDonnell Douglas
- BAe 146-300 – vierstrahlige Kurzstreckenmaschinen, nach Nachschlagewerken derzeit überwiegend abgestellt
- Cessna 208 Caravan und Cessna 408 SkyCourier für kleinere Ladungen
- Pilatus PC-12 für Passagier- und Charterflüge
Zeitweise flog Everts außerdem eine Boeing 727-200 für die Parabelflug-Firma Zero Gravity Corporation. Die genaue Flottengröße nennen verschiedene Quellen sehr unterschiedlich – nicht zuletzt, weil viele Maschinen eingelagert sind, nur saisonal fliegen oder als Ersatzteilspender dienen. Verlass dich deshalb nicht auf feste Zahlen, sondern auf das, was du am Platz siehst.
Achtung Verwechslung
Everts Air Cargo und Everts Air Fuel nutzen dieselben Typen und ähnliche Bemalungen. Wer später sauber sortieren will, notiert immer das Kennzeichen – nur so lässt sich die Maschine eindeutig dem Betreiber zuordnen.
Woran du Everts-Flugzeuge erkennst
Eine einheitliche Hochglanz-Bemalung wie bei großen Airlines darfst du nicht erwarten. Viele Maschinen tragen ein schlichtes Weiß mit Everts-Schriftzug und farbigen Akzenten, manche zeigen noch Spuren früherer Betreiber. Typischer als die Farben sind die Typen selbst: Eine viermotorige Kolbenmaschine mit Bugrad ist in Alaska sehr oft eine Everts-DC-6, ein zweimotoriges, bauchiges Spornradflugzeug sehr wahrscheinlich eine C-46.
Hilfreich ist außerdem ein Blick aufs Kennzeichen: Einige Everts-Maschinen enden auf CE, etwa N100CE oder N747CE. Das ist kein festes Schema – andere tragen ganz normale N-Kennzeichen wie die C-46 N54514. Wie du ältere Muster grundsätzlich auseinanderhältst, zeigt der Guide Oldtimer am Himmel erkennen; für den Vergleich mit modernen Frachtern lohnt Frachtflugzeuge erkennen.
Das spricht für die DC-6
- Vier Sternmotoren am Tiefdecker
- Bugradfahrwerk
- Langer, schlanker Rumpf
- Frachttüren links vor und hinter dem Flügel (DC-6A)
Das spricht für die C-46
- Nur zwei Sternmotoren
- Spornrad – das Heck sitzt am Boden tief
- Auffallend bauchiger, hoher Rumpf
- Kürzer und gedrungener als die DC-6
Everts spotten: Fairbanks und Anchorage
Die besten Chancen auf die Oldtimer hast du in Fairbanks. Hier liegen Hauptbasis und Wartung, und die Starts und Landungen der DC-6 und C-46 gehören zum Tagesgeschehen. Laut Reiseführern ist der Everts-Hangar vom östlichen Ende des Terminals aus zu sehen.
In Anchorage triffst du Everts am großen Frachtflughafen – zwischen 747-Frachtern, MD-11 und den Alaska-Spezialisten. Ein bekannter Spot ist Point Woronzof am Flughafen Anchorage; mehr Tipps sammelt der Guide Planespotting in Anchorage. Dort begegnen dir auch andere Alaska-Frachter wie Lynden Air Cargo mit ihren Hercules-Frachtern oder Regionalflüge von Ravn Alaska und Alaska Airlines.
Gute Chancen auf eine DC-6, wenn …
- du in Fairbanks bist und den Tag über Zeit mitbringst
- auf dem Tracker mehrere VTS-Flüge mit Kolbenmotor-Typ laufen
- Sommer ist – lange Tage und viel Versorgungsverkehr
Prüf es vorher, wenn …
- du nur einen kurzen Stopp in Anchorage einplanst
- du nach älteren Spotterberichten planst – die aktive Flotte ändert sich
Eher kein Oldtimer-Tag, wenn …
- alle VTS-Flüge im Tracker von Jets oder Caravans geflogen werden
Fotografisch sind die Sternmotoren eine eigene Disziplin: Damit die Propeller nicht wie eingefroren wirken, brauchst du längere Verschlusszeiten. Wie das gelingt, erklärt der Artikel Propeller fotografieren. Im Winter ist das Licht in Alaska knapp und tief – plane deinen Standort mit dem Sonnenstand-Guide, damit die DC-6 nicht im Gegenlicht verschwindet.
Sicherheit und Regeln
Bleib auf öffentlich zugänglichen Flächen und betrete keine Rampen, Hallen oder Vorfelder ohne Erlaubnis. In Alaska kommen Kälte, Wildtiere und lange Wege hinzu – plane warme Kleidung und genug Reserven ein. Was beim Spotten rechtlich gilt, liest du unter Ist Planespotting erlaubt?.
Häufige Verwechslungen
- Jede DC-6 für Everts Air Cargo halten – auch Everts Air Fuel fliegt DC-6, und früher taten es weitere Alaska-Airlines.
- C-46 und DC-3 gleichsetzen – die C-46 ist größer, bauchiger und hat stärkere Motoren.
- DC-6 mit DC-4 verwechseln – beide sind viermotorige Douglas-Kolbenflugzeuge mit ähnlicher Silhouette; im Zweifel klärt das Kennzeichen den Typ.
- Jeden VTS-Flug für einen Oldtimer halten – ein großer Teil der Flüge läuft mit MD-80-Frachtern, BAe 146 oder Kleinflugzeugen.
- Flottenzahlen aus alten Berichten übernehmen – aktive und eingelagerte Maschinen wechseln häufig.
Alaska-Klassiker im Blick behalten
Beobachte einzelne Kennzeichen oder Typen wie die DC-6 und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – dann postest du deine Sichtung direkt mit Foto, Typ und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Everts Air Cargo ist keine Museumsairline, sondern ein Arbeitsbetrieb, der Alaska versorgt – und gerade deshalb so faszinierend. Die DC-6 und C-46 fliegen hier, weil sie für kurze Pisten und schwere Ladung passen, nicht aus Nostalgie. Wer nach Fairbanks oder Anchorage reist, Kennzeichen notiert und den ICAO-Code VTS im Tracker verfolgt, hat gute Chancen auf eine Sichtung, die es so fast nirgends mehr gibt.
Kurzfazit
Everts Air Cargo (ICAO VTS, Rufzeichen EVERTS) aus Fairbanks fliegt mit Douglas DC-6 und Curtiss C-46 noch Fracht und Treibstoff in Alaskas Hinterland – sie gilt als letzte US-Airline mit planmäßigen DC-6-Frachtflügen. Das Kennzeichen entscheidet, ob du Everts Air Cargo oder die Schwester Everts Air Fuel vor der Linse hast.
Zusammenfassung
- Everts Air Cargo hält in Alaska ein Stück Luftfahrtgeschichte im Alltagsbetrieb: DC-6 und C-46 mit Pratt-&-Whitney-Sternmotoren.
- Die Flugzeuge versorgen abgelegene Siedlungen, deren kurze Schotterpisten für viele Jets ungeeignet sind.
- Flottenzahlen schwanken stark, weil Everts viele Maschinen abwechselnd fliegt, einlagert oder als Ersatzteilspender nutzt.
- Die besten Chancen hast du in Fairbanks und Anchorage – mit Kennzeichen, Tracker und Geduld.
Häufige Fragen
Welchen ICAO-Code und welches Rufzeichen hat Everts Air Cargo?
Der ICAO-Code lautet VTS, im Funk meldet sich die Crew als „EVERTS“. Als IATA-Code wird in Nachschlagewerken 5V genannt. Im Alltag ist für Spotter vor allem der ICAO-Code wichtig, weil Frachtflüge auf Trackern meist darüber erscheinen.
Fliegt Everts wirklich noch mit der DC-6?
Ja, die Douglas DC-6 ist nach wie vor das Markenzeichen der Airline. Everts gilt als letzte US-Airline mit planmäßigen DC-6-Frachtflügen, seit Northern Air Cargo die DC-6 aus dem Liniendienst genommen hat. Wie viele Maschinen gerade aktiv sind, schwankt allerdings – ein Teil der Flotte steht eingelagert oder dient als Ersatzteilspender.
Warum nutzt Everts so alte Flugzeuge?
Weil sie für den Einsatz in Alaska gut passen. DC-6 und C-46 kommen mit kurzen, unbefestigten Pisten zurecht und transportieren schwere, sperrige Ladung. Moderne Jets brauchen für Schotterpisten Zusatzausrüstung und sind dort weniger flexibel. Der Preis dafür ist ein hoher Wartungsaufwand: Everts nennt rund zwölf Stunden Wartung pro Flugstunde.
Was ist der Unterschied zwischen Everts Air Cargo und Everts Air Fuel?
Everts Air Cargo transportiert allgemeine Fracht und fliegt Linien- und Charterflüge. Everts Air Fuel ist eine Schwesterfirma, die sich auf den Lufttransport von Treibstoff und anderen Gefahrgütern spezialisiert hat. Beide sind in Fairbanks zu Hause und setzen DC-6 und C-46 ein – für Spotter sehen die Maschinen sehr ähnlich aus.
Welche Orte fliegt Everts an?
Nachschlagewerke nennen als Ziele unter anderem Anchorage, Aniak, Bethel, Dillingham, Galena, King Salmon, Kotzebue, McGrath, Nome und Unalakleet. Dazu kommen Charterflüge innerhalb Alaskas, nach Kanada und über einen Charterbetrieb mit Sitz in Laredo (Texas) in die übrigen USA, nach Mexiko und in die Karibik. Strecken ändern sich – prüf vor einer Reise den aktuellen Stand.
Wo kann ich Everts-Flugzeuge spotten?
Am verlässlichsten in Fairbanks, wo Everts seine Hauptbasis und Wartung hat, und in Anchorage, dem großen Frachtdrehkreuz Alaskas. In Fairbanks sind die Starts und Landungen der Oldtimer im Tagesbetrieb zu sehen; laut Reiseführern ist der Everts-Hangar vom östlichen Ende des Terminals aus sichtbar. Fotografiere nur von öffentlich zugänglichen Flächen.
Was ist eine C-118A?
Die C-118A Liftmaster ist die militärische Version der DC-6A, die die US Air Force in den 1950er-Jahren beschaffte. Viele Everts-DC-6 stammen aus solchen Militärbeständen. Technisch entsprechen sie weitgehend der zivilen Frachtversion mit Frachttüren und verstärktem Boden.
Ist die C-46 dasselbe wie die DC-3?
Nein. Die Curtiss C-46 Commando ist deutlich größer und schwerer als die Douglas DC-3 bzw. C-47 und hat einen bauchigen Rumpf mit zwei übereinanderliegenden Kreissegmenten. Beide sind zweimotorige Spornradflugzeuge aus der Kriegszeit, doch die C-46 nutzt die stärkeren 18-Zylinder-Sternmotoren vom Typ Pratt & Whitney R-2800.
Everts Air Cargo im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
Douglas DC-6
Vier Sternmotoren, Druckkabine, Bugradfahrwerk: Die Douglas DC-6 war nach dem Zweiten Weltkrieg eines der wichtigsten Langstreckenflugzeuge der Welt. Heute fliegt sie noch als Frachter in Alaska – und als blank polierte DC-6B der Flying Bulls aus Salzburg. So erkennst du sie und so bekommst du sie vor die Linse.
FlugzeugtypDouglas DC-4 / C-54 Skymaster
Vier Sternmotoren, ein einzelnes Seitenleitwerk, Bugradfahrwerk und runde Fenster: Die DC-4 und ihre Militärversion C-54 trugen die Berliner Luftbrücke. So erkennst du den Klassiker und findest die letzten Exemplare.
FlugzeugtypDouglas DC-3 / C-47
Zwei Sternmotoren, Spornrad, schräg stehender Rumpf am Boden: Die DC-3 und ihre Militärschwester C-47 sind Legenden. So erkennst du sie und so findest du die letzten Flieger in Europa.
FlugzeugtypMcDonnell Douglas MD-83
Mehr Treibstoff, mehr Gewicht, mehr Reichweite: Die MD-83 war die Langstrecken-Version der MD-80 und flog Urlauber ohne Zwischenstopp ans Mittelmeer und auf die Kanaren. Heute hält sie sich als ACMI-Charterjet und als Frachter.
FlugzeugtypMcDonnell Douglas MD-82
Mehr als jede andere Version prägte die MD-82 das Bild der MD-80-Familie: Hunderte „Super 80“ bei American Airlines, 90 Maschinen bei Alitalia, Lizenzmontage in Shanghai. So erkennst du sie und so findest du heute noch eine.
FlugzeugtypBAe 146-300
Die längste Version der BAe 146 hat rund 100 Sitze, vier Triebwerke und einen hohen Flügel. Als leiser Nachtfrachter „Quiet Trader“ fliegt sie in Australien bis heute.
Weitere Airlines
Northern Air Cargo
Nach eigenen Angaben Alaskas größte reine Frachtairline: 1956 in Anchorage mit zwei C-82 gegründet, später DC-6, 727 und 737-200 – heute fliegt NAC 737-300, -400 und -800 als Frachter.
FrachtLynden Air Cargo
Frachtairline aus Anchorage, die mit der zivilen Hercules Lebensmittel, Autos und Baumaterial in Alaskas Busch fliegt – und weltweit Charter und Hilfsflüge übernimmt. Ein seltenes Spotter-Ziel mit vier Turboprops.
RegionalRavn Alaska
Historische Regionalairline aus Anchorage: Wurzeln bei Era Aviation, Buschflüge in über 100 Gemeinden, Insolvenz im April 2020, Neustart mit Dash 8 unter neuen Eigentümern – und das endgültige Aus 2025.
NetzwerkAlaska Airlines
Netzwerk-Airline aus Seattle mit dem Gesicht am Leitwerk: große Boeing-737-Flotte, oneworld-Mitglied seit 2021, Übernahmen von Virgin America und Hawaiian – und seit 2026 erstmals Linienflüge nach Europa.
FrachtFlying Tiger Line
Historische US-Frachtairline (1945–1989): von AVG-Veteranen gegründet, früh mit planmäßigen Frachtflügen quer durch die USA, Pionierin des Schwenkheck-Frachters CL-44, später große 747-Flotte – und 1989 in Federal Express aufgegangen.
FrachtKalitta Air
Die Frachtairline des Drag-Racing-Stars Connie Kalitta: Sitz am historischen Flughafen Willow Run bei Detroit, eine der größten verbliebenen 747-Frachterflotten und Erstbetreiberin der umgebauten Boeing 777-300ERSF – auch in Leipzig, Brüssel und East Midlands zu sehen.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Flughafen Anchorage Ted Stevens
Kaum Passagiere von Weltrang, aber Fracht in Weltklasse: Anchorage liegt auf der Großkreisroute zwischen Asien und Nordamerika und ist der Tank- und Umschlagstopp für Hunderte Frachter pro Woche – das Paradies für alle, die Boeing 747 sehen wollen.
HerstellerMcDonnell Douglas
Historischer US-Hersteller, 1967 aus McDonnell Aircraft und Douglas Aircraft entstanden und 1997 in Boeing aufgegangen. Seine Jets mit Hecktriebwerken – DC-9, MD-80, DC-10 und MD-11 – prägten Jahrzehnte des Luftverkehrs und sind heute gesuchte Motive für Spotter.
Wo du Everts Air Cargo vor die Linse bekommst
Spotting-Spots, an denen diese Airline regelmäßig zu sehen ist – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
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