Das Wichtigste in Kürze
- Die L-100 ist die zivile Hercules: technisch eine C-130E ohne Militärausrüstung, gebaut von 1964 bis 1992 in gut 110 Exemplaren.
- Schnellster Unterschied zur C-130: ziviles Kennzeichen, keine Fenster unter der Cockpitscheibe, keine Zusatztanks unter den Flügeln.
- Drei Längen: L-100 mit 29,79 m, L-100-20 mit rund 32,3 m und die am häufigsten gebaute L-100-30 mit rund 34,4 m.
- Die LM-100J ist der moderne Ableger der C-130J-30 mit Sechsblatt-Propellern, blieb aber kommerziell eine Randerscheinung.
- Zu sehen ist sie heute vor allem in Alaska und bei Spezialfrachtfirmen – in Europa ist eine L-100 eine echte Rarität.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die L-100 Hercules?
- 2.L-100 und C-130: was gleich ist, was nicht
- 3.Drei Rumpflängen: L-100, L-100-20 und L-100-30
- 4.LM-100J: die zivile Super Hercules
- 5.Die zivile Hercules in drei Schritten bestimmen
- 6.Verwechslungsgefahr: andere Fracht-Hochdecker
- 7.Betreiber gestern und heute
- 8.Spotting-Tipps für die L-100
- 9.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Lockheed (Werk Marietta, Georgia), heute Lockheed Martin |
|---|---|
| Werksbezeichnung | Model 382 (L-382), Varianten 382B, 382E, 382G |
| Rolle | Ziviler Fracht-Turboprop mit Heckrampe, abgeleitet von der C-130E |
| ICAO-Typcode | C130 (gemeinsam mit den klassischen militärischen Versionen) |
| Erstflug | 20. April 1964 (Prototyp L-100) |
| Musterzulassung | 16. Februar 1965 (FAA) |
| Bauzeit | 1964 bis 1992, gut 110 ausgelieferte Maschinen |
| Triebwerke | 4 × Allison 501-D22 bzw. 501-D22A (zivile T56-Ableitung), Vierblatt-Propeller |
| Länge | 29,79 m (L-100), rund 32,3 m (L-100-20), rund 34,4 m (L-100-30) |
| Spannweite | 40,41 m |
| Höhe | 11,66 m |
| Max. Startgewicht | rund 70,3 t (L-100-30) |
| Nutzlast | rund 23 t (L-100-30) |
| Besatzung | drei bis vier |
| Nachfolger | LM-100J auf Basis der C-130J-30, Erstflug Mai 2017 |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Hercules-Grundriss: hoher, gerader Flügel, vier Turboprops, Höhenleitwerk unten am Rumpf, große Heckrampe
- Ziviles Kennzeichen statt militärischer Seriennummer, oft in schlichter Fracht-Lackierung
- Keine kleinen Fenster unter der Frontscheibe – die „Kinnfenster“ der militärischen C-130 fehlen
- Keine Zusatztanks an Pylonen zwischen den Triebwerken unter dem Flügel
- Meist auffällig langer Rumpf: Die verbreitete L-100-30 ist rund 4,6 m länger als die Ur-Version
- Vier gerade Propellerblätter – sechs Sichelblätter zeigen dagegen die neue LM-100J
Aktualisiert: Oktober 2026 – Hoher Flügel, vier Propeller, bulliger Rumpf mit Heckrampe – aber statt Tarnfarbe eine schlichte Frachtlackierung und ein ziviles Kennzeichen: Dann hast du sehr wahrscheinlich eine Lockheed L-100 Hercules vor dir. Die zivile Schwester der C-130 ist deutlich seltener als ihr militärisches Vorbild und genau deshalb ein lohnendes Ziel für jeden Spotter. Auf dieser Seite erfährst du, was die L-100 von der C-130 unterscheidet, wie du die drei Rumpflängen auseinanderhältst, was es mit der LM-100J auf sich hat und wo du heute noch eine zivile Hercules erwischst.
Zivile Hercules im Hangar
Mit Planetrack hältst du jede L-100-Sichtung mit Foto, Kennzeichen, Airline und Spot fest und hakst die seltene Fracht-Hercules in deinem Hangar ab. Die App startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Was ist die L-100 Hercules?
Die L-100 ist die zivile Frachtversion der Lockheed C-130 Hercules. Anfang der 1960er-Jahre lief die militärische Hercules bereits in großer Stückzahl vom Band, und Lockheed sah eine Marktlücke: Fracht-Airlines, Ölfirmen und Charterunternehmen brauchten ein robustes Flugzeug, das sperrige Ladung über eine Heckrampe aufnimmt und auch auf kurzen, unbefestigten Pisten landet. Statt eine neue Maschine zu entwickeln, nahm Lockheed die C-130E und strich alles Militärische heraus.
Werksintern bekam das Projekt die Nummer Model 382, daher findest du in Registern und Fotodatenbanken oft die Bezeichnung L-382. Der Prototyp flog am 20. April 1964 zum ersten Mal, gleich auf einem Flug von über 25 Stunden. Am 16. Februar 1965 erteilte die US-Luftfahrtbehörde FAA die Musterzulassung. Schon im März 1965 setzte Alaska Airlines den gemieteten Prototyp im Liniendienst ein, die erste Serienmaschine ging im September 1965 an Continental Air Services.
Gebaut wurde die L-100 wie die militärische Hercules im Werk Marietta im US-Bundesstaat Georgia; heute gehört das Werk zu Lockheed Martin. Bis zum Ende der Produktion 1992 lieferte Lockheed gut 110 Maschinen aus. Das ist wenig im Vergleich zu den über 2.700 Hercules, die insgesamt in allen Versionen gebaut wurden – und erklärt, warum eine zivile Hercules auf jeder Sichtungsliste heraussticht.
L-100 und C-130: was gleich ist, was nicht
Wer die Hercules kennt, erkennt auch die L-100 sofort als Hercules. Flügel, Leitwerk, Fahrwerk in seitlichen Verkleidungen und die große Laderampe sind identisch. Die Unterschiede stecken in Details – und genau auf die kommt es beim Bestimmen an.
Keine Militärausrüstung: Der L-100 fehlen militärische Funkanlagen und der Arbeitsplatz für den Navigator. Für den zivilen Frachtbetrieb wurde beides schlicht nicht gebraucht.
Keine „Kinnfenster“: Die militärische C-130 hat unter der großen Frontscheibe kleine Zusatzfenster, die den Blick schräg nach unten verbessern. Bei der L-100 fehlen sie. Für dich ist das eines der zuverlässigsten Merkmale, gerade auf Nahaufnahmen vom Bug.
Keine Zusatztanks: Viele C-130E und C-130H tragen große Treibstofftanks an Pylonen zwischen den inneren und äußeren Triebwerken. Die zivile L-100 kam ohne diese externen Tanks aus.
Ziviles Kennzeichen: Statt einer Seriennummer der Streitkräfte (wie sie der Guide US-Militärkennzeichen erklärt) trägt die L-100 ein normales Luftfahrzeugkennzeichen, in den USA etwa mit N beginnend. Wie Kennzeichen aufgebaut sind, erklärt der Guide Flugzeug-Kennzeichen verstehen.
Zivile Triebwerksbezeichnung: Unter den Verkleidungen arbeiten Allison-Turboprops der Baureihe 501-D22, die zivile Bezeichnung für die Triebwerksfamilie, die beim Militär als T56 läuft. Ein Verwandter dieser zivilen Allison-501-Familie trieb übrigens schon die Lockheed L-188 Electra an.
Ausnahme bestätigt die Regel
Nicht jede L-100 fliegt zivil. Mehrere Staaten kauften die Frachtversion für ihre Luftwaffen, darunter Indonesien, die Philippinen, Kuwait, Pakistan, Peru und Algerien. Dann trägt die Maschine eine militärische Kennung. Die fehlenden Kinnfenster und der oft gestreckte Rumpf helfen dir trotzdem, sie von einer echten C-130 zu unterscheiden.
Drei Rumpflängen: L-100, L-100-20 und L-100-30
Die Ur-L-100 hatte noch die Länge der C-130E. Frachtkunden merkten aber schnell, dass sie eher zu wenig Laderaum als zu wenig Tragkraft hatten: Viele Güter sind sperrig, aber nicht schwer. Lockheed reagierte mit zwei Streckungen.
L-100 (Model 382B): Die Grundversion mit 29,79 Metern Länge. Nach dem Prototyp entstanden 21 Serienmaschinen, viele davon wurden später auf die längeren Versionen umgebaut.
L-100-20 (Model 382E): Lockheed setzte vor dem Flügel ein rund 1,5 Meter langes und hinter dem Flügel ein rund 1 Meter langes Rumpfstück ein. Ergebnis: rund 32,3 Meter Gesamtlänge. Die Version flog im April 1968 erstmals und erhielt im Oktober 1968 ihre Zulassung; erster Kunde war Interior Airways in Alaska.
L-100-30 (Model 382G): Die zweite Streckung um weitere rund 2 Meter brachte die Hercules auf etwa 34,4 Meter. Die erste Maschine ging Ende 1970 an Saturn Airways. Die -30 wurde zur meistgebauten Version und ist die L-100, die du heute am ehesten siehst. Ihre Länge entspricht fast genau der späteren C-130J-30.
| Merkmal | L-100 | L-100-20 | L-100-30 |
|---|---|---|---|
| Werksmodell | 382B | 382E | 382G |
| Länge | 29,79 m | rund 32,3 m | rund 34,4 m |
| Spannweite | 40,41 m | 40,41 m | 40,41 m |
| Erstflug bzw. Zulassung | Erstflug 1964 | Zulassung 1968 | Zulassung 1970 |
| Nutzlast | rund 21,8 t | rund 21,1 t | rund 23,1 t |
| Propellerblätter | 4 | 4 | 4 |
Die Nutzlastangaben schwanken je nach Quelle und Gewichtsvariante etwas; als Faustregel trägt die L-100-30 gut 23 Tonnen. Das maximale Startgewicht liegt bei rund 70 Tonnen.
Länge schätzen ohne Maßband
Achte auf den Abstand zwischen der vorderen Rumpftür und der Flügelvorderkante. Bei der kurzen L-100 wirkt der Bug gedrungen, bei der L-100-30 zieht sich der Rumpf vor dem Flügel sichtbar in die Länge. Im direkten Vergleich mit einer C-130H am selben Platz fällt der Unterschied sofort auf.
LM-100J: die zivile Super Hercules
Nach dem Ende der L-100-Produktion 1992 gab es lange keine neue zivile Hercules. Eine zivile Version der C-130J-30 legte Lockheed Martin im Jahr 2000 auf Eis. Im Februar 2014 startete der Konzern das Projekt neu, nun unter dem Namen LM-100J (Werksmodell 382J). Bei der Airshow in Farnborough 2014 unterschrieb die irische ASL Aviation Holdings eine Absichtserklärung für bis zu zehn Maschinen, die allerdings nicht zu einer festen Bestellung führte.
Technisch ist die LM-100J eine C-130J-30 ohne Militärausrüstung: vier Rolls-Royce AE 2100D3 mit sechsblättrigen Sichelpropellern, Glascockpit für zwei Piloten und der lange Rumpf der -30. Mehr zum Triebwerkshersteller findest du auf der Seite zu Rolls-Royce. Der Erstflug fand im Mai 2017 in Marietta statt.
Erstbetreiber wurde Pallas Aviation mit Basis am Flughafen Fort Worth Alliance in Texas, die bis August 2023 fünf LM-100J im Bestand hatte. Spannend für Spotter in Deutschland: Die Pallas-Maschinen flogen im Auftrag des US-Militärs unter anderem zwischen der Ramstein Air Base und Standorten in Polen, Rumänien, der Slowakei, Lettland und Dänemark. Im Juni 2024 räumte Lockheed Martin allerdings ein, dass die Nachfrage nach der zivilen Version schwach sei und es keine weiteren Kunden gebe. Damit bleibt die LM-100J eine echte Rarität – eine, die du mit etwas Glück aber auch über Europa erwischen kannst. Wie es an der Air Base selbst mit dem Spotten aussieht, liest du unter Planespotting an der Ramstein Air Base.
Keine zivile Hercules verpassen
Setz die L-100 auf die Wunschliste in deinem Hangar und richte Sichtungs-Alarme für den Typ oder bekannte Kennzeichen ein: Planetrack benachrichtigt dich, wenn eine Maschine im Anflug auf deinen Flughafen ist. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Die zivile Hercules in drei Schritten bestimmen
Eine Hercules erkennst du an Flügel, Propellern und Leitwerk. Ob es eine zivile ist und welche Generation, klärst du mit drei weiteren Blicken.
Kennzeichen und Lackierung
Ein ziviles Kennzeichen wie N-, ZS- oder PK- und eine Fracht-Lackierung sprechen klar für L-100 oder LM-100J. Militärische Hoheitszeichen und Seriennummern deuten eher auf eine C-130 – oder auf eine L-100 im Dienst einer Luftwaffe.
Bug prüfen
Fehlen die kleinen Fenster unter der Frontscheibe und hängen keine Zusatztanks zwischen den Triebwerken, ist eine L-100 sehr wahrscheinlich.
Propellerblätter zählen
Vier gerade Blätter bedeuten klassische L-100. Sechs sichelförmig geschwungene Blätter auf einer zivilen Hercules zeigen dir eine LM-100J.
Die Bestätigung liefert wie immer das Kennzeichen. Wie du eine Maschine anhand ihrer Registrierung findest und ihre Geschichte nachverfolgst, steht im Guide Flugzeug nach Kennzeichen verfolgen.
Schnellbestimmung: Welche Hercules ist das?
Lockheed L-100 Hercules
Zivile Kennung, vier Blätter und keine Kinnfenster: das typische Bild der L-100. Wirkt der Rumpf lang, ist es meist eine L-100-30.
Lockheed C-130 Hercules
Kinnfenster, Zusatztanks und militärische Kennung sprechen für die militärische Hercules.
Lockheed Martin LM-100J
Sechs Sichelblätter auf einer zivil registrierten Hercules: Das ist die zivile Ableitung der C-130J-30.
Verwechslungsgefahr: andere Fracht-Hochdecker
Neben der militärischen Schwester gibt es weitere viermotorige Hochdecker mit Heckrampe, die dir begegnen können.
Die Antonov An-12 war das sowjetische Gegenstück zur Hercules und fliegt bis heute bei Frachtfirmen in Osteuropa, Asien und Afrika. Sie hat ebenfalls vier Turboprops und einen hohen Flügel, aber eine verglaste Bugnase und am Heck oft einen Waffen- oder Beobachterstand, der bei der Hercules fehlt. Der Airbus A400M ist größer, hat ein T-Leitwerk und Achtblatt-Propeller und fliegt ausschließlich militärisch. Die zweimotorige Transall C-160 fällt allein durch die Zahl der Triebwerke heraus, und die strahlgetriebene Embraer C-390 Millennium hat gar keine Propeller.
Es spricht für eine L-100, wenn …
- ein Hercules-Grundriss mit ziviler Kennung zusammenkommt
- die kleinen Fenster unter der Frontscheibe fehlen
- keine Zusatztanks zwischen den Triebwerken hängen
- der Rumpf auffällig lang wirkt und vier gerade Propellerblätter laufen
Sieh genauer hin, wenn …
- eine Maschine ohne Kinnfenster militärische Hoheitszeichen trägt – dann ist es vermutlich eine L-100 im Luftwaffendienst
- eine zivile Hercules sechs Sichelblätter hat – dann ist es eine LM-100J
- die Lackierung neutral grau ist und das Kennzeichen klein ausfällt – dann kann auch ein Vertragsflieger für Militärtransporte dahinterstecken
Es ist keine L-100, wenn …
- die Bugnase verglast ist und am Heck ein Stand sitzt – dann ist es eine An-12
- ein T-Leitwerk mit Achtblatt-Propellern zu sehen ist – dann ist es ein A400M
- nur zwei Triebwerke unter dem Flügel hängen
Einen allgemeinen Überblick, wie du Frachter und Transporter auseinanderhältst, bekommst du im Guide Frachtflugzeuge erkennen und im Artikel Militärtransporter erkennen.
Betreiber gestern und heute
Die Liste der L-100-Betreiber liest sich wie ein Who’s who der Spezialfracht. In den Anfangsjahren flogen sie unter anderem Alaska Airlines, Delta Air Lines mit drei Maschinen in ihrer Frachtsparte, Saturn Airways, Interior Airways und Southern Air Transport. Ein großer Treiber war die Ölsuche in Alaska: Hercules-Frachter brachten Bohrgerät, Fahrzeuge und Baumaterial zu Pisten nahe Prudhoe Bay, wo es keine Straßen gab. In Kanada machte sich Pacific Western Airlines mit Hercules-Einsätzen in abgelegenen Regionen einen Namen.
Southern Air Transport gehörte ebenfalls zu den frühen Hercules-Kunden. Unter dem Namen Southern Air flog später eine Frachtairline Großraumfrachter für DHL. Auch Delta Air Lines hat heute längst nichts mehr mit Propellerfrachtern zu tun – die L-100 gehört dort klar zur Geschichte.
Außerhalb Nordamerikas gehörte das südafrikanische Unternehmen Safair lange zu den bekanntesten L-100-Betreibern und flog Hercules weltweit für Hilfsorganisationen. Heute kennst du den Namen vor allem über die Billigmarke FlySafair. In Angola war Transafrik ein wichtiger Betreiber, in Libyen Libyan Arab Air Cargo. In Saudi-Arabien wurden mehrere L-100-30 zu fliegenden Krankenhäusern umgebaut.
Heute ist die bekannteste zivile Hercules-Flotte die von Lynden Air Cargo aus Anchorage. Die Airline fliegt seit 1997 Hercules-Frachter und versorgt von dort aus Orte in ganz Alaska. Wie viele Maschinen genau im Einsatz sind, ändert sich mit Wartung und Charteraufträgen; aktuelle Sichtungen sind hier verlässlicher als jede Liste. Daneben fliegen einzelne L-100 bei Spezialfrachtfirmen in Afrika und Asien sowie bei einigen Luftstreitkräften.
| Region | Trefferchance | Warum |
|---|---|---|
| Anchorage, Alaska | hoch | Heimatbasis von Lynden Air Cargo mit regelmäßigen Hercules-Flügen |
| Afrika, Naher Osten, Südostasien | mittel | Hilfs- und Spezialfracht, dazu L-100 einiger Luftstreitkräfte |
| Mitteleuropa | niedrig | Nur gelegentlich bei Charter-, Hilfs- oder Vertragsflügen fürs Militär |
Bestände ändern sich
Viele L-100 sind über 40 Jahre alt, Flotten schrumpfen, Maschinen wechseln den Besitzer oder stehen monatelang. Prüf vor einer gezielten Tour aktuelle Sichtungen und Tracking-Daten, statt dich auf ältere Flottenlisten zu verlassen.
Spotting-Tipps für die L-100
Anchorage als Hercules-Hochburg: Wer die zivile Hercules sicher sehen will, kommt an Alaska kaum vorbei. Am Flughafen Anchorage treffen Großraumfrachter auf dem Weg zwischen Asien und Nordamerika auf die Buschfracht für Alaska – eine Mischung, die es so kaum anderswo gibt. Einen klassischen Standpunkt stellt die Spotseite Point Woronzof am Flughafen Anchorage vor, mehr zur Planung liefert der Beitrag Planespotting in Anchorage.
In Europa auf Zufall vorbereitet sein: Hier tauchen zivile Hercules vor allem bei Charterflügen, Hilfsflügen und Militärtransporten unter Vertrag auf. Das sind selten angekündigte Ereignisse. Hilfreich ist es, Kennzeichen bekannter Maschinen zu beobachten – wie du dafür Benachrichtigungen in Tracking-Diensten einrichtest, zeigt der Guide Flugverfolgung: Alarme einrichten. Wie du Flüge über ADS-B verfolgst, steht im Guide Flugverfolgung mit ADS-B; einen Überblick über weitere Exoten gibt Seltene Flugzeuge spotten, und wie selten deine Sichtung wirklich ist, hilft dir Seltenheit einer Sichtung einschätzen zu beurteilen.
Propeller in Bewegung zeigen
Mit etwa 1/250 s oder länger bekommst du eine sichtbare Propellerscheibe statt stehender Blätter. Mehr dazu im Guide Propeller fotografieren: die richtige Verschlusszeit.
Bug ins Bild holen
Für die eindeutige Bestimmung ist eine Aufnahme vom Bug wertvoll: Das Fehlen der Kinnfenster belegt die L-100 auf einen Blick.
Seitenprofil für die Länge
Im Profil siehst du, ob eine kurze L-100 oder eine gestreckte -30 vor dir steht – und das Kennzeichen gleich mit.
Bereit für die zivile Hercules?
- Ich kenne die Unterschiede zwischen L-100 und C-130 am Bug.
- Ich habe aktuelle Kennzeichen von Betreibern zur Hand.
- Ich verfolge mögliche Anflüge über Tracking-Dienste.
- Meine Verschlusszeit ist auf Propellerbewegung eingestellt.
- Ich habe einen Standort mit Blick aufs Frachtvorfeld oder die Anflugschneise.
Fazit
Die L-100 ist die Hercules für alle, die nicht in Uniform fliegen: derselbe robuste Grundriss, dieselbe Rampe, aber ohne Militärausrüstung und mit zivilem Kennzeichen. Gut 110 Exemplare entstanden zwischen 1964 und 1992, die meisten als lange L-100-30. Die moderne LM-100J brachte die Sechsblatt-Technik der C-130J in die zivile Welt, blieb aber eine Nischenerscheinung. Für dich als Spotter heißt das: Jede zivile Hercules ist ein Highlight – in Anchorage fast garantiert, in Europa ein Glücksfall.
Kurzfazit
Hercules-Grundriss plus ziviles Kennzeichen, keine Kinnfenster unter der Frontscheibe und keine Zusatztanks: Das ist die L-100. Langer Rumpf heißt L-100-30, sechs Sichelblätter heißen LM-100J. Die sicherste Adresse für eine Sichtung ist Anchorage in Alaska.
Zusammenfassung
- Lockheed entwickelte die L-100 als Werksmodell 382 aus der militärischen C-130E; der Prototyp flog am 20. April 1964, die FAA-Zulassung folgte am 16. Februar 1965.
- Mit den gestreckten Versionen L-100-20 und L-100-30 reagierte Lockheed auf den Wunsch der Frachtkunden nach mehr Laderaum, die -30 wurde zur meistgebauten Variante.
- Bis zum Produktionsende 1992 wurden gut 110 Maschinen an Fracht-Airlines, Ölindustrie-Dienstleister und auch an Luftstreitkräfte ausgeliefert.
- Die LM-100J auf Basis der C-130J-30 flog im Mai 2017 erstmals; Lockheed Martin fand nach eigenen Angaben aber kaum Abnehmer über den Erstkunden hinaus.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen L-100 und C-130?
Die L-100 ist die zivile Version der Hercules und basiert auf der C-130E. Ihr fehlen militärische Ausrüstung wie Funk- und Navigatorarbeitsplatz, die Zusatztanks unter den Flügeln und die kleinen Fenster unter der Frontscheibe. Grundriss, Flügel, Triebwerksanordnung und Heckrampe sind gleich. Die militärische Hercules stellen wir auf der Seite zur C-130 Hercules vor.
Welchen ICAO-Typcode hat die L-100?
Die L-100 läuft unter C130, also unter demselben Code wie die klassischen militärischen Hercules. Ob du eine L-100 oder eine C-130 vor dir hast, verrät dir daher erst das Kennzeichen bzw. der Betreiber.
Was bedeuten L-100-20 und L-100-30?
Das sind die gestreckten Versionen. Bei der L-100-20 wurden vor und hinter dem Flügel Rumpfstücke eingesetzt, zusammen gut 2,5 Meter. Die L-100-30 bekam weitere rund 2 Meter dazu und ist mit etwa 34,4 Metern so lang wie die spätere C-130J-30. Werksintern heißen die Varianten 382E und 382G.
Wie viele L-100 wurden gebaut?
Bis zum Ende der Produktion 1992 lieferte Lockheed gut 110 Maschinen aller drei Längen aus. Je nach Quelle schwankt die genaue Zahl leicht, weil Prototypen und Umbauten unterschiedlich gezählt werden. Die meisten davon waren L-100-30.
Was ist die LM-100J?
Die LM-100J ist die zivile Version der C-130J-30 mit Rolls-Royce-AE-2100-Turboprops, Sechsblatt-Propellern und Zwei-Piloten-Cockpit. Lockheed Martin startete das Programm im Februar 2014 neu, der Erstflug fand im Mai 2017 in Marietta statt. Erstbetreiber wurde Pallas Aviation aus Texas.
Wo kann ich eine L-100 heute noch sehen?
Die besten Chancen hast du in Alaska: Lynden Air Cargo fliegt ab Anchorage mit Hercules-Frachtern ins Hinterland. Daneben tauchen L-100 bei Fracht- und Hilfsflügen in Afrika und Asien sowie bei einigen Luftstreitkräften auf. In Europa sind sie seltene Gäste.
Fliegen auch Luftstreitkräfte die L-100?
Ja. Obwohl die L-100 zivil konzipiert ist, kauften auch Staaten sie für ihre Luftwaffen, etwa Indonesien, die Philippinen, Kuwait, Pakistan oder Peru. Dann trägt die Maschine eine militärische Kennung – erkennbar bleibt sie aber oft an der Rumpflänge und der fehlenden Militärausrüstung.
Lockheed L-100 Hercules sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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