Lockheed P-3 Orion

Vier Turboprops, ein kurzer Rumpf mit wenigen Fenstern und ein langer Stachel am Heck: Die Lockheed P-3 Orion jagte jahrzehntelang U-Boote, auch für die Deutsche Marine in Nordholz. So erkennst du sie, so grenzt du sie von Electra, Atlantique und P-8 ab und hier siehst du sie noch.

Auch bekannt als: P-3 · Orion · P3V · P-3A · P-3B · P-3C · P-3C CUP · EP-3E Aries · WP-3D · CP-140 Aurora

USALockheedMilitärflugzeugeICAO-Typcode: P310 Min. Lesezeit

1958

Erstflug Erprobungsträger

rund 757

gebaute Maschinen

35,61 m

Länge der P-3C

P3

ICAO-Typcode

Das Wichtigste in Kürze

  • Die P-3 Orion ist die militärische Tochter der Lockheed Electra: Aus dem Turboprop-Airliner entstand Ende der 1950er-Jahre der Standard-Seeaufklärer vieler NATO-Marinen.
  • Schnellster Erkennungsweg: Electra-Silhouette plus langer Stachel am Heck – das ist der Magnetanomalie-Detektor und das Markenzeichen der Orion.
  • Deutsche Marine: Acht gebrauchte P-3C aus den Niederlanden flogen von Mai 2006 bis Ende 2025 beim Marinefliegergeschwader 3 in Nordholz.
  • Nachfolger ist die Boeing P-8A Poseidon, ein Zweistrahler auf Basis der 737 – die erste deutsche Maschine kam im November 2025 nach Nordholz.
  • Für Spotter wird die Orion seltener: Sie fliegt aber weiter in Kanada, Japan, Südkorea, Portugal und anderen Ländern, dazu als Forschungsflugzeug in den USA.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist die P-3 Orion?
  2. 2.Von der Electra zum U-Boot-Jäger
  3. 3.Die Orion bei der Deutschen Marine
  4. 4.So erkennst du die Orion in drei Schritten
  5. 5.Orion, Electra, Atlantique oder Poseidon?
  6. 6.Wo du die Orion heute noch siehst
  7. 7.Geschichten rund um die Orion
  8. 8.Fototipps für die Orion
  9. 9.Fazit

Steckbrief

HerstellerLockheed, Lizenzbau bei Kawasaki in Japan
RolleSeefernaufklärer und U-Boot-Jäger, dazu Aufklärungs-, Forschungs- und Sonderversionen
BasisZiviles Verkehrsflugzeug Lockheed L-188 Electra
ICAO-TypcodeP3
Erstflug19. August 1958 (aerodynamischer Erprobungsträger), 25. November 1959 (Prototyp YP3V-1)
IndienststellungAugust 1962 bei der US Navy
Bauzeit1961 bis 1990 bei Lockheed, danach noch Lizenzfertigung in Japan
Gebautrund 757 Maschinen (etwa 650 von Lockheed, 107 von Kawasaki)
Triebwerke P-3C4 × Allison T56-A-14, je rund 4.910 WPS, Vierblatt-Propeller
Länge35,61 m
Spannweite30,37 m
Höhe10,27 m
Max. Startgewichtrund 64,4 t (P-3C)
Höchstgeschwindigkeitrund 761 km/h
Besatzung11 (P-3C)
Deutsche Marine8 P-3C CUP aus den Niederlanden, Mai 2006 bis Dezember 2025 beim Marinefliegergeschwader 3 in Nordholz

Erkennungsmerkmale

Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Langer Heckstachel: Aus dem Rumpfende ragt die Sonde des Magnetanomalie-Detektors (MAD)
  • Tiefdecker mit vier Turboprops und Vierblatt-Propellern, Flügel kurz im Verhältnis zum Rumpf
  • Rumpf der Electra, aber verkürzt und mit nur wenigen Fenstern
  • Rundliche Nase mit Radom, darunter oft Antennen und Ausbuchtungen am Bauch
  • Waffenschacht im vorderen Rumpfbauch und Aufhängepunkte unter den Flügeln
  • Konventionelles Leitwerk mit hoher, spitz zulaufender Seitenflosse

Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein Flugzeug, das aussieht wie ein alter Turboprop-Airliner, aber kaum Fenster hat und hinten einen langen Stachel trägt: Das ist die Lockheed P-3 Orion. Über Jahrzehnte war sie der Standard-Seefernaufklärer der US Navy und vieler verbündeter Marinen, knapp zwanzig Jahre lang auch der Deutschen Marine in Nordholz. Auf dieser Seite erfährst du, wie aus der zivilen Electra ein U-Boot-Jäger wurde, woran du die Orion sicher erkennst, wie du sie von Atlantique und P-8 Poseidon unterscheidest und wo du sie heute noch zu sehen bekommst.

Orion im Hangar

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Was ist die P-3 Orion?

Die P-3 ist ein viermotoriger Seefernaufklärer mit Turboprop-Antrieb. Ihre Aufgabe: stundenlang über dem Meer kreisen, Schiffe und U-Boote aufspüren, verfolgen und im Ernstfall bekämpfen. Dazu kommen Seenotrettung, Überwachung von Schifffahrtswegen und das Sammeln elektronischer Signale.

Die Geschichte beginnt Ende der 1950er-Jahre. Die US Navy suchte einen Nachfolger für ihre kolbenmotorgetriebenen Patrouillenflugzeuge, und Lockheed schlug eine Militärversion der gerade fertig entwickelten L-188 Electra vor. Das Konzept hatte Vorteile: Die Electra war robust, hatte reichlich Platz und vier sparsame Allison-Turboprops, die lange Flugzeiten möglich machten. Ein umgebauter Erprobungsträger flog am 19. August 1958, der eigentliche Prototyp YP3V-1 am 25. November 1959. Ab August 1962 gingen die ersten Serienmaschinen an Staffeln der US Navy, kurz darauf wurde aus der Bezeichnung P3V-1 die heute bekannte P-3 Orion.

Bei Lockheed lief die Produktion bis 1990. In Japan baute Kawasaki die Orion zusätzlich in Lizenz, insgesamt 107 Exemplare. Zusammen kommen gängige Nachschlagewerke auf rund 757 gebaute Maschinen. Lockheed selbst ist heute Teil von Lockheed Martin.

1959Erstflug des Prototyps YP3V-1 – auf Basis der Electra
rund 757gebaute Orions, davon 107 aus japanischem Lizenzbau
2006–2025Dienstzeit der P-3C bei der Deutschen Marine in Nordholz

Von der Electra zum U-Boot-Jäger

Wer die Electra kennt, erkennt in der Orion sofort die Verwandtschaft. Lockheed übernahm Flügel, Triebwerksanordnung und Leitwerk weitgehend, änderte aber einiges, was für Spotter wichtig ist:

  • Kürzerer Rumpf: Vor dem Flügel fehlen gut zwei Meter Rumpf. Die Proportionen wirken dadurch gedrungener als beim Airliner.
  • Kaum Fenster: Statt einer Reihe Passagierfenster gibt es nur einzelne Beobachtungsfenster und kleine Luken.
  • Waffenschacht: Im vorderen Rumpfbauch sitzt ein Bombenschacht für Torpedos und Wasserbomben, dazu kommen Aufhängepunkte unter den Flügeln.
  • Heckstachel: Der markante Ausleger am Heck enthält den Magnetanomalie-Detektor (MAD). Er spürt Störungen im Erdmagnetfeld auf, die ein getauchtes U-Boot verursacht.
  • Sonarbojen: Im hinteren Rumpf werden Bojen ausgestoßen, die ins Wasser fallen und Geräusche unter der Oberfläche auffangen.

Über die Jahre entstanden drei Hauptgenerationen für die U-Boot-Jagd und eine lange Reihe von Sonderversionen:

Version Merkmale Hinweis für Spotter
P-3A Erste Serienversion, ab 1962 Kaum noch im Flugbetrieb, einige als Museumsstücke
P-3B Stärkere Triebwerke Teilweise zu Sonder- und Forschungsflugzeugen umgebaut
P-3C Erstflug 1968, neue Rechner- und Sensorausstattung Die verbreitetste Version, auch bei der Deutschen Marine
EP-3E Aries Elektronische Aufklärung der US Navy Auffällige Antennen auf Rumpfober- und -unterseite
WP-3D Wetterforschung der NOAA Fliegt gezielt in Hurrikane
CP-140 Aurora Kanadische Version Hülle der Orion mit eigener Elektronik

Die P-3C war mit Abstand die meistgebaute Variante. Viele Betreiber haben ihre Maschinen über Modernisierungsprogramme immer wieder mit neuer Elektronik ausgestattet. So auch die Niederlande, deren Orions als P-3C CUP später nach Deutschland kamen.

Die Orion bei der Deutschen Marine

Bevor die Orion kam, flog das Marinefliegergeschwader 3 „Graf Zeppelin“ in Nordholz bei Cuxhaven die zweimotorige Breguet Atlantic. Deren Nachfolge regelte ein Vertrag vom 15. November 2004: Die Niederlande gaben ihre Orion-Flotte auf und verkauften acht P-3C an Deutschland und fünf an Portugal. Die deutsche Marine erhielt die erste Maschine offiziell am 18. Mai 2006. Die Flugzeuge trugen die Kennungen 60+01 bis 60+08; wie Bundeswehr-Kennzeichen aufgebaut sind, erklärt der Beitrag zu den Kennzeichen von Bundeswehr-Luftfahrzeugen.

Im Einsatz waren die deutschen Orions unter anderem bei der EU-Mission Atalanta gegen Piraterie vor Somalia, mit Besatzungen in Dschibuti. Zuhause überwachten sie Nord- und Ostsee und beteiligten sich an NATO-Übungen.

Die Bilanz ist trotzdem gemischt. Die gebrauchten Flugzeuge brauchten aufwendige Instandsetzungen, die Kosten stiegen, und die Einsatzbereitschaft war zeitweise sehr schlecht. Laut Medienberichten war Ende September 2016 keine einzige Maschine einsatzbereit. Ein Programm zur Lebensdauerverlängerung wurde 2020 wegen nicht mehr kalkulierbarer Kosten gestoppt. Die Bundesregierung entschied sich stattdessen für einen Nachfolger von der Stange: die Boeing P-8A Poseidon, zunächst fünf, später insgesamt acht Maschinen.

Die erste deutsche P-8A mit der Kennung 63+01 kam im November 2025 nach Nordholz. Im Dezember 2025 endete dort die Dienstzeit der P-3C. Die 60+01 kam anschließend in das benachbarte Aeronauticum Nordholz, wo sie seit Ende 2025 neben ihrer Vorgängerin, einer Breguet Atlantic, steht. Sechs weitere frühere deutsche Orions wurden an Portugal verkauft, das selbst P-3C betreibt.

Ein Ziel für die Spotter-Tour an die Küste

Wer die deutsche Orion aus der Nähe sehen will, fährt nach Nordholz: Im Aeronauticum steht die 60+01 im Freigelände, das Museum liegt direkt am Marineflugplatz. Mit etwas Glück kannst du dabei die neue P-8A im Platzverkehr erleben – fotografiere aber nur von öffentlich zugänglichen Flächen.

So erkennst du die Orion in drei Schritten

Die Orion ist leicht zu bestimmen, wenn du auf die richtigen Details achtest. Drei Blicke reichen meistens.

Silhouette prüfen

Tiefdecker, vier Turboprops mit vier Propellerblättern, gerader Flügel, der für die Rumpflänge eher kurz wirkt. Das ist die Grundform der Electra-Familie.

Heck ansehen

Ragt ein langer, schlanker Stachel nach hinten aus dem Rumpfende, ist es fast sicher eine Orion. Die Electra endet in einem normalen, spitz zulaufenden Heck.

Fenster und Bauch

Wenige Fenster, Antennen und Ausbuchtungen am Rumpf und militärische Kennzeichen bestätigen den Eindruck. Bei EP-3-Versionen fallen zusätzliche große Antennenkuppeln auf.

Die letzte Gewissheit gibt die Kennung. Welche Nation hinter einem Kennzeichen steckt, zeigt der Guide zu Länderkennungen bei Flugzeugen. Für die Recherche zu einzelnen Militärmaschinen nutzen viele Spotter Datenbanken wie Scramble.

Orion, Electra, Atlantique oder Poseidon?

Seeaufklärer sehen sich auf den ersten Blick nicht unbedingt ähnlich, im Detail aber gibt es Fallen. Der Finder hilft beim Eingrenzen, einen breiteren Überblick gibt der Guide AWACS, Seeaufklärer und Aufklärungsflugzeuge erkennen.

Schnellbestimmung: Seeaufklärer und Verwandte

Drei Fragen, eine Einschätzung. Die Kennung bleibt die letzte Instanz.

Wahrscheinlich

Lockheed P-3 Orion

Vier Turboprops, kurzer Rumpf und der MAD-Stachel sind das klassische Orion-Bild.

Wahrscheinlich

Lockheed L-188 Electra

Gleiche Grundform, aber ohne Heckstachel und mit Fensterreihe: Das ist die zivile Electra, heute eine echte Rarität.

Wahrscheinlich

Breguet Atlantic / Dassault Atlantique 2

Zwei Turboprops und ein hoher, zweigeteilt wirkender Rumpf deuten auf die Atlantique, die in Frankreich noch fliegt.

Wahrscheinlich

Boeing P-8 Poseidon

Zwei Jets und ein 737-Rumpf zeigen die P-8 Poseidon, den Nachfolger der Orion unter anderem in Deutschland, Norwegen, Australien, Neuseeland und den USA.

Die Poseidon ist technisch eine stark umgebaute Boeing 737-800 und kommt ohne MAD-Stachel aus. Wer sich mit Militärtransportern verwechselt, achtet auf die Flügelposition: C-130 Hercules und Transall C-160 sind Hochdecker mit Heckrampe, die Orion ein Tiefdecker ohne Rampe. Mehr dazu im Beitrag Militärtransporter erkennen.

Es spricht für eine Orion, wenn …

  • vier Turboprops unter einem tief angesetzten Flügel laufen
  • ein langer Stachel aus dem Heck ragt
  • der Rumpf nur wenige Fenster hat
  • die Maschine eine Marine- oder Militärkennung trägt

Sieh genauer hin, wenn …

  • große Antennenkuppeln am Rumpf sitzen – dann ist es vermutlich eine EP-3
  • die Maschine in Weiß mit Behördenlackierung fliegt – dann kann es eine Forschungs-Orion von NOAA oder NASA sein
  • die Kennung aus Kanada stammt – dann heißt der Typ CP-140 Aurora

Es ist keine Orion, wenn …

  • nur zwei Triebwerke zu sehen sind
  • der Flügel oben auf dem Rumpf sitzt
  • eine lange Fensterreihe ohne Heckstachel zu sehen ist

Wo du die Orion heute noch siehst

Mit dem Abschied in Deutschland ist die Orion über Mitteleuropa selten geworden. Ganz verschwunden ist sie aber nicht.

Portugal: Die portugiesische Luftwaffe betreibt weiterhin P-3C aus früheren niederländischen Beständen. Bei NATO-Übungen und Airshows tauchen sie auch außerhalb Portugals auf.

Weitere Betreiber: Stand Oktober 2026 fliegen Orions unter anderem in Kanada (CP-140 Aurora), Japan, Südkorea, Taiwan, Griechenland und Pakistan. Japan ersetzt seine P-3C schrittweise durch den eigenen Seeaufklärer Kawasaki P-1. Norwegen, Australien und Neuseeland haben ihre Orions 2023 ausgemustert, Spanien schon Ende 2022.

USA: Bei der US Navy endete der Frontdienst der P-3C im Mai 2020, die letzten EP-3E wurden im Februar 2025 außer Dienst gestellt. Einzelne Orions fliegen dort noch als Erprobungs- und Forschungsflugzeuge, etwa die beiden Hurrikan-Jäger der Wetterbehörde NOAA und eine Maschine der NASA. Viele ausgemusterte Orions stehen auf den großen Abstellflächen in der Wüste, mehr dazu im Beitrag über Flugzeugfriedhöfe und Boneyards.

Museen: In Deutschland ist das Aeronauticum in Nordholz die erste Adresse.

Ort Trefferchance Warum
Aeronauticum Nordholz sicher Die 60+01 steht dort seit Ende 2025 dauerhaft
NATO-Übungen und Airshows mittel Portugiesische und andere Orions sind gelegentlich zu Gast
Fliegerhorst Nordholz gering Die P-3C ist ausgemustert, im Flugbetrieb siehst du dort jetzt die P-8A
Große Zivilflughäfen sehr gering Nur bei Überführungen oder Sonderflügen

Militärflugplätze sind kein Spotterplatz wie jeder andere

Militärisches Gelände ist Sperrgebiet, und auch außerhalb des Zauns können Foto- und Aufenthaltsregeln gelten. Informier dich vorher, was erlaubt ist – der Beitrag Militärflugplätze fotografieren: die Regeln fasst das zusammen.

Seltene Gäste wie die Orion senden oft keine vollständigen Positionsdaten. Wie du trotzdem den Überblick behältst, zeigen die Guides zur Flugverfolgung mit ADS-B und zu Militärflugzeugen online.

Keine Orion mehr verpassen

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Geschichten rund um die Orion

Ein Flugzeug mit über sechzig Jahren Dienstzeit hat viel erlebt. Zwei Episoden kennt fast jeder, der sich mit Militärluftfahrt beschäftigt.

Der Hainan-Zwischenfall: Am 1. April 2001 kollidierte eine EP-3E der US Navy über dem Südchinesischen Meer mit einem chinesischen Abfangjäger. Die Orion musste schwer beschädigt auf der Insel Hainan notlanden, die Besatzung wurde festgehalten. Der Vorfall wurde zu einer ernsten diplomatischen Krise.

Ins Auge des Sturms: Die WP-3D der NOAA fliegen absichtlich in Hurrikane, um Messdaten für Vorhersagen zu gewinnen. Die beiden Maschinen sind in den USA unter ihren Spitznamen „Kermit“ und „Miss Piggy“ bekannt.

Rekorde: Eine P-3C stellte 1971 einen Geschwindigkeitsrekord für schwere Turboprops auf, und Neuseelands Luftwaffe meldete 1972 einen Ausdauerflug von rund 21,5 Stunden.

Fototipps für die Orion

Ob im Museum oder bei einer seltenen Begegnung in der Luft: Die Orion lebt von ihren Details.

Den Stachel ins Bild

Wähl eine Perspektive von der Seite oder schräg hinten, damit der MAD-Ausleger gut sichtbar ist. Er macht das Bild für jeden Betrachter eindeutig.

Propeller drehen lassen

Mit etwa 1/250 s oder länger bekommst du eine Propellerscheibe statt stehender Blätter. Die Details stehen im Guide Propeller fotografieren: die richtige Verschlusszeit.

Im Museum näher ran

Am Boden lohnen Detailaufnahmen: Waffenschacht, Sonarbojen-Öffnungen, Kennung und Geschwaderwappen erzählen die Geschichte der Maschine.

Bereit für deine Orion-Tour?

Hak ab, was du schon erledigt hast.

  • Ich habe die Öffnungszeiten des Aeronauticum geprüft.
  • Ich weiß, wo ich am Marineflugplatz fotografieren darf und wo nicht.
  • Ich habe Airshows und Übungen mit möglichen Orion-Gästen im Blick.
  • Kamera, Akku und Speicherkarte sind vorbereitet.

Wo du weitere Exoten findest, verrät der Guide Seltene Flugzeuge spotten, passende Veranstaltungen listet der Überblick Airshows in Europa für Planespotter.

Fazit

Die P-3 Orion ist eines der langlebigsten Militärflugzeuge überhaupt: aus einem zivilen Turboprop entstanden, über Jahrzehnte gebaut und bei Marinen auf vier Kontinenten im Einsatz. Für deutsche Spotter ist mit dem Abschied in Nordholz Ende 2025 ein Kapitel zu Ende gegangen. Die 60+01 im Aeronauticum hält es lebendig, und wer Glück hat, erwischt bei Übungen und Airshows noch eine fliegende Orion aus Portugal oder anderen Ländern.

Kurzfazit

Electra-Silhouette, vier Turboprops, wenige Fenster und ein langer Stachel am Heck: Das ist die P-3 Orion. Die Deutsche Marine flog acht P-3C von 2006 bis 2025 in Nordholz, Nachfolger ist die P-8A Poseidon. Sicher sehen kannst du die Orion heute im Aeronauticum Nordholz, fliegend nur noch bei ausländischen Betreibern.

Zusammenfassung

  • Lockheed entwickelte die Orion auf Basis der L-188 Electra; der Prototyp YP3V-1 flog am 25. November 1959, ab August 1962 kamen die ersten Maschinen zu Staffeln der US Navy.
  • Insgesamt entstanden rund 757 Exemplare, davon 107 im Lizenzbau bei Kawasaki in Japan.
  • Die Deutsche Marine übernahm 2006 acht P-3C CUP aus den Niederlanden als Nachfolger der Breguet Atlantic und betrieb sie in Nordholz bis Dezember 2025.
  • Die 60+01 steht seit Ende 2025 im Aeronauticum direkt neben dem Fliegerhorst Nordholz.

Häufige Fragen

Welchen ICAO-Typcode hat die P-3 Orion?

Die Orion läuft unter dem Typcode P3. In Tracking-Diensten tauchen Militärmaschinen allerdings oft nur lückenhaft auf, weil sie ihre Transponder nicht immer mit vollständigen Daten senden. Mehr dazu erklärt der Beitrag Militärflugzeuge online verfolgen.

Wofür ist der lange Stachel am Heck der Orion?

Im Heckstachel steckt der Magnetanomalie-Detektor, kurz MAD. Er misst winzige Störungen im Erdmagnetfeld, die ein getauchtes Metall-U-Boot verursacht. Weil die Reichweite gering ist, nutzt die Besatzung ihn vor allem für die genaue Ortung im Tiefflug. Weit weg vom Rumpf sitzt er, damit die Metallteile des Flugzeugs die Messung nicht stören.

Wie hängen Electra und P-3 Orion zusammen?

Die Orion ist eine Weiterentwicklung der Lockheed L-188 Electra. Lockheed übernahm Flügel, Triebwerke und Grundaufbau, kürzte den Rumpf vor dem Flügel um gut zwei Meter, baute einen Waffenschacht ein und verzichtete auf die meisten Passagierfenster.

Wie lange flog die P-3C bei der Deutschen Marine?

Von Mai 2006 bis Dezember 2025. Die acht Maschinen mit den Kennungen 60+01 bis 60+08 stammten aus den Niederlanden und gehörten zum Marinefliegergeschwader 3 „Graf Zeppelin“ in Nordholz. Abgelöst wurden sie durch die Boeing P-8A Poseidon.

Wo kann ich eine deutsche P-3C noch ansehen?

Die 60+01 steht seit Ende 2025 im Aeronauticum Nordholz, gleich neben dem Fliegerhorst. Dort steht auch ihre Vorgängerin, eine Breguet Atlantic. Sechs andere frühere deutsche Maschinen wurden an Portugal verkauft.

Wie unterscheide ich P-3 Orion und Breguet Atlantic?

Die Orion hat vier Turboprops und einen runden Rumpfquerschnitt. Die Atlantic bzw. Atlantique 2 hat nur zwei große Turboprops, einen hohen, zweistöckig wirkenden Rumpf und den Flügel mittig angesetzt. Beide tragen einen MAD-Stachel am Heck.

Fliegt die P-3 Orion heute noch?

Ja, aber in immer weniger Ländern. Stand Oktober 2026 fliegen Orions unter anderem in Kanada (als CP-140 Aurora), Japan, Südkorea, Taiwan, Portugal und Griechenland. In den USA nutzen die Navy für Erprobung sowie die Wetterbehörde NOAA und die NASA noch einzelne Maschinen. Norwegen, Australien und Neuseeland haben ihre Orions 2023 ausgemustert.

Lockheed P-3 Orion sammeln statt nur sehen

Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Historisch

Lockheed L-188 Electra

Vier Allison-Turboprops, ein auffällig kurzer Flügel und eine bewegte Geschichte: Die Lockheed L-188 Electra war Amerikas erster großer Turboprop-Airliner, wurde schnell von Jets verdrängt und machte danach Karriere als Frachter und Löschflugzeug. So erkennst du sie und so findest du die letzten Exemplare.

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Boeing P-8 Poseidon

Eine graue Boeing 737, aber kaum Fenster, keine Winglets und ein Waffenschacht im Bauch: Das ist die P-8 Poseidon. So erkennst du den U-Boot-Jäger und wo du ihn in Deutschland siehst – seit Ende 2025 auch bei der Marine in Nordholz.

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TT

Planetrack Redaktion

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