Das Wichtigste in Kürze
- Der „Canadair“ ist ein Flugboot, gebaut für einen Job: Wasser von einem See oder vom Meer aufnehmen und über Waldbränden abwerfen.
- CL-215 und CL-415 unterscheidest du an den Motoren: runde Sternmotoren beim alten CL-215, schlanke Turboprops beim CL-415 und beim umgebauten CL-215T.
- Im Tracking stehen CL-415 und CL-215T als CL2T, der Kolben-CL-215 als CL2P.
- Hauptbetreiber in Europa sind Frankreich, Italien, Spanien, Griechenland und Kroatien – die Saison läuft vor allem im Sommer.
- Nachfolger ist die DHC-515, auf die mehrere EU-Staaten setzen; bis zur Auslieferung tragen CL-415 und CL-215 die Hauptlast.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist der Canadair CL-415?
- 2.So funktioniert ein Wasserbomber-Einsatz
- 3.Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
- 4.CL-215, CL-215T oder CL-415?
- 5.Canadair oder andere Löschflugzeuge?
- 6.Wer fliegt die Canadair in Europa?
- 7.rescEU und die DHC-515: Die nächste Generation
- 8.Spotting-Tipps: Canadair im Sommerurlaub
- 9.Fototipps für das Flugboot
- 10.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 11.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Canadair, später Bombardier; Musterzulassung seit 2016 bei Viking Air / De Havilland Canada |
|---|---|
| Bauart | Zweimotoriges Amphibienflugzeug (Flugboot mit einziehbarem Fahrwerk) |
| ICAO-Typcodes | CL2T (CL-415 und CL-215T), CL2P (CL-215 mit Kolbenmotoren) |
| Erstflug CL-215 | 23. Oktober 1967 |
| Erstflug CL-415 | 6. Dezember 1993 |
| Bauzeit | CL-215: 1969–1990 (125 Stück), CL-415: bis Oktober 2015 (95 Stück) |
| Triebwerke CL-415 | 2 × Pratt & Whitney Canada PW123AF, je rund 1.775 kW |
| Triebwerke CL-215 | 2 × Pratt & Whitney R-2800 Sternmotoren |
| Länge (CL-415) | 20,4 m |
| Spannweite (CL-415) | 28,4 m |
| Höhe (CL-415) | 9,0 m |
| Löschwasser (CL-415) | rund 6.100 Liter, optional mit Schaumzusatz |
| Wasseraufnahme | etwa 12 Sekunden auf rund 410 m Wasserstrecke bei etwa 70 Knoten |
| Besatzung | 2 Piloten |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Rumpf in Form eines Bootskörpers mit gekielter Unterseite – das Flugzeug landet und startet direkt auf dem Wasser
- Stützschwimmer unter beiden Flügeln, ein Stück vor den Flügelspitzen
- Gerader, sehr hoch auf dem Rumpf sitzender Flügel mit zwei Motorgondeln
- CL-415 und CL-215T: schlanke Turboprop-Gondeln mit Vierblattpropellern; CL-215: dicke, runde Sternmotor-Hauben
- Am Seitenleitwerk über dem Rumpf angesetztes Höhenleitwerk, bei der CL-415 mit einem kleinen, umgekehrt montierten Vorflügel an der Vorderkante der rechten Höhenflosse
- Fahrwerk, das seitlich in den Rumpf einfährt, und meist knallige Signallackierung – in Frankreich gelb-rot
Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein gelbes Flugzeug mit Bootsrumpf zieht tief über die Bucht, setzt auf dem Wasser auf, gischtet ein paar Sekunden über die Wellen und steigt schwer beladen wieder in die Luft: Wer im Sommer am Mittelmeer Urlaub macht, kennt dieses Bild. Das ist ein Canadair – meist ein CL-415, manchmal noch ein älterer CL-215. Hier erfährst du, wie du die Varianten sicher auseinanderhältst, wer sie in Europa fliegt und wie du als Spotter an gute Bilder kommst, ohne einen Einsatz zu stören.
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Was ist der Canadair CL-415?
Der CL-415 ist ein zweimotoriges Amphibienflugzeug, das von Anfang an für die Brandbekämpfung aus der Luft konstruiert wurde. Anders als umgebaute Transporter oder Agrarflieger muss er für jede neue Ladung nicht zurück zum Flugplatz: Er setzt auf einem See, einem Stausee oder dem Meer auf, füllt im Gleiten seine Tanks und fliegt direkt zurück zum Brand. Liegt das Wasser nah am Feuer, schafft eine Besatzung so sehr viele Abwürfe in kurzer Zeit.
Die Geschichte beginnt mit dem CL-215, der am 23. Oktober 1967 zum ersten Mal flog. Der kanadische Hersteller Canadair aus Montréal baute zwischen 1969 und 1990 insgesamt 125 Exemplare, angetrieben von zwei Sternmotoren vom Typ Pratt & Whitney R-2800 – Kolbentechnik aus der Ära der großen Propellerverkehrsflugzeuge. Ende der 1980er-Jahre bot Canadair einen Umbau auf moderne Turboprops an; daraus entstand der CL-215T, der im Juni 1989 erstmals mit den neuen Triebwerken flog.
Der Erfolg dieses Umbaus führte zu einer Neukonstruktion: Der CL-415 hob am 6. Dezember 1993 ab, die ersten Auslieferungen folgten im November 1994. Er bekam ein moderneres Cockpit, höhere Betriebsgewichte, mehr Tempo und ein überarbeitetes Abwurfsystem. Canadair war da bereits Teil von Bombardier, weshalb du das Muster auch als Bombardier 415 findest. Im Oktober 2015 stellte Bombardier die Fertigung nach 95 Maschinen ein. 2016 kaufte Viking Air die Musterzulassung, heute führt De Havilland Canada das Programm weiter.
So funktioniert ein Wasserbomber-Einsatz
Um die Maschine zu verstehen, hilft ein Blick auf den Ablauf. Der CL-415 fliegt im flachen Anflug auf eine geeignete Wasserfläche zu, setzt mit dem Bootsrumpf auf und gleitet mit etwa 70 Knoten über das Wasser. Dabei klappen am Rumpfboden kleine Schaufeln aus, durch die das Wasser mit Staudruck in die Tanks schießt. Nach rund zwölf Sekunden und gut 400 Metern auf dem Wasser sind die Tanks voll, die Besatzung gibt Leistung und hebt wieder ab.
Der Großteil des Tankvolumens liegt unter dem Kabinenboden. Auf Wunsch wird dem Wasser ein Schaummittel beigemischt, das die Wirkung am Boden verbessert. Über dem Brand öffnen sich Klappen im Rumpf, und die Ladung fällt in einem Schwall – je nach Einstellung konzentriert oder verteilt. Weil die Maschinen in Salzwasser arbeiten, ist die Struktur speziell gegen Korrosion behandelt.
Anflug aufs Wasser
Flacher, langer Anflug auf eine freie Wasserfläche – See, Stausee oder Meer, solange sie lang genug und frei von Booten ist.
Scooping
Gleitfahrt mit etwa 70 Knoten, Schaufeln am Rumpfboden ausgefahren. Nach rund zwölf Sekunden sind gut 6.000 Liter an Bord.
Abwurf
Tiefer Überflug über der Brandfront oder dem Vorfeld des Feuers, Tankklappen öffnen, Wasser oder Wasser-Schaum-Gemisch fällt.
Rotation
Sofort zurück zum Wasser. Diese Schleife wiederholen die Besatzungen, bis der Treibstoff oder das Tageslicht zur Neige geht.
Für Spotter heißt das: Die spektakulärsten Momente entstehen nicht am Flughafen, sondern über dem Wasser. Wer an einer Küste oder an einem See steht, der gerade als Wasserquelle dient, sieht die Maschinen im Minutentakt.
Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
Einen Canadair verwechselst du kaum mit einem Verkehrsflugzeug. Die eigentliche Frage ist: Welche Variante steht vor dir?
Bootsrumpf und Schwimmer
Die gekielte Rumpfunterseite und die zwei Stützschwimmer unter den Flügeln zeigen sofort: Das ist ein Flugboot aus der CL-215/415-Familie.
Motoren ansehen
Dicke, runde Motorhauben mit großem Propeller sprechen für den Kolben-CL-215. Schlanke, längliche Gondeln mit Vierblattpropellern bedeuten Turboprop – also CL-415 oder CL-215T.
Kennzeichen prüfen
CL-415 und CL-215T sehen sich sehr ähnlich. Endgültige Sicherheit gibt nur das Kennzeichen, das du in einer Datenbank oder im Tracking nachschlägst.
Beim CL-415 lohnt ein Blick aufs Heck: An der Vorderkante der rechten Höhenflosse sitzt ein kleiner, feststehender Vorflügel, der umgekehrt eingebaut ist. Er gleicht die geringere Seitenstabilität aus, weil die Turboprop-Gondeln näher am Rumpf hängen als die alten Sternmotoren. Dazu kamen Winglets an den Flügelenden für mehr Richtungsstabilität. Solche Details bekommst du mit einem Teleobjektiv gut aufs Bild – und sie helfen beim späteren Sortieren deiner Fotos.
Praxis-Tipp für den ersten Blick
Im Überflug von unten erkennst du die Schwimmer und die Stufe im Bootsrumpf am besten. Von der Seite verrät die Form der Motorgondeln die Variante. Beides zusammen reicht in den meisten Fällen.
CL-215, CL-215T oder CL-415?
| Merkmal | CL-215 | CL-215T | CL-415 |
|---|---|---|---|
| ICAO-Typcode | CL2P | CL2T | CL2T |
| Erstflug | 1967 | 1989 (Umbau) | 1993 |
| Antrieb | 2 × Sternmotor P&W R-2800 | 2 × Turboprop PW123AF | 2 × Turboprop PW123AF |
| Motorgondeln | dick und rund | schlank | schlank, näher am Rumpf |
| Entstehung | Neubau 1969–1990 | Umbau aus CL-215 | Neubau bis 2015 |
| Erkennung | sehr leicht | schwierig | schwierig |
Neben dem Grundmodell gibt es einige Varianten des CL-415. Die CL-415GR wurde für die griechische Luftwaffe mit höheren Betriebsgewichten gebaut, die CL-415MP ist eine kleine Serie für Seeüberwachung. Unter der Bezeichnung CL-415EAF (Enhanced Aerial Firefighter) bietet De Havilland Canada zudem einen Umbau älterer CL-215 an, der 2020 erstmals flog. Für dich als Spotter gilt: Alle Turboprop-Versionen sehen im Grundsatz gleich aus, die genaue Variante klärt das Kennzeichen. Wie du solche Daten nachschlägst, steht im Beitrag Flugzeug-Kennzeichen verstehen.
Canadair oder andere Löschflugzeuge?
Bei großen Bränden arbeiten oft mehrere Flugzeugtypen gleichzeitig. Der Finder hilft dir, beim Überflug schnell einzuordnen, was du siehst.
Schnellbestimmung: Löschflugzeug im Einsatz
CL-415 oder CL-215T
Bootsrumpf plus Turboprops ist das typische Bild des modernen Canadair. Ob es ein Neubau-CL-415 oder ein umgebauter CL-215T ist, klärst du über das Kennzeichen.
CL-215 mit Kolbenmotoren
Die dicken Sternmotoren machen den Klassiker unverwechselbar. Er ist inzwischen deutlich seltener als der CL-415 – ein schöner Fang für dein Logbuch.
Landgestützter Löschflieger
Ohne Bootsrumpf holt ein Flugzeug sein Löschmittel am Boden. Das können umgebaute Transporter wie die C-130 Hercules, die französische Dash 8 Q400 in Löschausführung oder kleinere Agrarflieger sein.
In Frankreich etwa teilt sich der CL-415 die Arbeit mit Dash 8 Q400 in Löschausführung, die ihr Löschmittel am Flugplatz aufnehmen. Wer die Grundformen der Turboprops noch üben will, findet im Ratgeber Turboprops unterscheiden die wichtigsten Merkmale.
Wer fliegt die Canadair in Europa?
Rund ums Mittelmeer gehören die gelben und roten Flugboote fest zum Sommer. Die Betreiber sind staatlich – mal Zivilschutz, mal Feuerwehr, mal Luftwaffe. Die Zahlen unten sind eine Momentaufnahme nach öffentlich zugänglichen Angaben; Verluste, Wartung und Leasing verschieben sie laufend.
| Land | Betreiber | Muster (Richtwerte) |
|---|---|---|
| Frankreich | Sécurité Civile | rund 12 CL-415 |
| Italien | Corpo nazionale dei Vigili del Fuoco | rund 18 CL-415 |
| Spanien | Ejército del Aire y del Espacio, 43 Grupo | CL-415 (UD.14) und CL-215T (UD.13T) |
| Griechenland | Griechische Luftwaffe | CL-415GR und CL-215 |
| Kroatien | Kroatische Luftwaffe | rund 6 CL-415 |
Frankreich: Die Sécurité Civile flog von 1969 bis 1996 den CL-215 und ersetzte ihn durch zwölf CL-415, für die sie 1991 den Auftrag gab. Bis 2017 war die Basis am Flughafen Marseille Provence, seitdem liegt sie in Nîmes-Garons. Dort stehen neben den CL-415 auch die Dash 8 Q400 der Löschflotte. In Frankreich nennt man den CL-415 gern „Pélican“.
Italien: Die Löschflotte gehörte früher zum Zivilschutz und wurde 2013 an die Feuerwehr übergeben. Den Flugbetrieb übernimmt ein privater Dienstleister im Auftrag des Staates. Von ursprünglich 19 gelieferten CL-415 ging 2022 eine Maschine bei einem Absturz auf Sizilien verloren.
Spanien: Die Luftwaffe betreibt die Canadair mit dem 43 Grupo, Heimatbasis ist Torrejón bei Madrid. Militärisch heißen sie UD.13T (CL-215T) und UD.14 (CL-415). Wenn du in Madrid unterwegs bist, hilft dir der Madrid-Guide bei der Spotplanung.
Griechenland: Die griechische Luftwaffe fliegt sowohl CL-415GR als auch ältere CL-215, darunter drei Maschinen aus Beständen des früheren Jugoslawien. Im griechischen Sommer sind die Löschflugzeuge oft gefordert – wer über den Flughafen Athen in den Urlaub fliegt, hält am besten die Augen offen.
Kroatien: Die kroatische Luftwaffe flog von 1995 bis 2003 zwei CL-215 und stellte dann auf sechs CL-415 um. Entlang der Adriaküste sind sie im Sommer regelmäßig unterwegs – etwa rund um Split.
Flotten ändern sich
Löschflugzeuge gehen bei Unfällen verloren, stehen in langen Wartungen oder werden zwischen Ländern ausgeliehen. Prüf aktuelle Zahlen bei den Betreibern, bevor du dich auf eine Liste verlässt.
rescEU und die DHC-515: Die nächste Generation
Weil der CL-415 nicht mehr gebaut wird und viele Maschinen in die Jahre kommen, haben sich mehrere EU-Staaten zusammengetan. Mehrere Mittelmeerstaaten – darunter Griechenland, das im März 2024 einen Kauf vereinbarte – setzen auf die DHC-515, ein Teil der Beschaffung läuft mit EU-Unterstützung. Solche Flugzeuge stärken auch die europäische Reserve rescEU, aus der Mitgliedsstaaten bei Großbränden Hilfe anfordern können.
Die DHC-515 ist eine modernisierte Neuauflage des CL-415 mit aktualisierter Avionik und weiteren Verbesserungen. Im März 2026 meldete De Havilland Canada den Beginn der Montage der ersten Maschine in Calgary. Die erste Auslieferung ist nach Herstellerangaben für 2028 geplant, die übrigen Maschinen folgen über mehrere Jahre. Bis dahin bleiben CL-415 und CL-215 das Rückgrat der Waldbrandbekämpfung in Südeuropa.
Keinen Canadair verpassen
Richte Sichtungs-Alarme für die Typen CL2T und CL2P oder für einzelne Kennzeichen ein – Planetrack meldet dir, wenn sie einen Flughafen anfliegen oder dort landen. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Spotting-Tipps: Canadair im Sommerurlaub
Der CL-415 ist kein Typ, den du an einem festen Zaun im Linienverkehr ablichtest. Am besten kombinierst du ihn mit einem Urlaub am Mittelmeer – Tipps dazu stehen in Planespotting im Urlaub und Spotting-Urlaub planen.
An Flughäfen: Viele Löschflugzeuge sind während der Saison an zivilen Flughäfen oder Militärflugplätzen stationiert. Rund um die Basen und die regionalen Flughäfen in Südfrankreich – etwa Nizza oder Marseille – an der Adria oder auf den griechischen Inseln kannst du mit etwas Glück Starts und Landungen beobachten, wenn die Maschinen zu einem Einsatz ausrücken oder zurückkehren.
Über dem Wasser: Die eindrucksvollsten Bilder entstehen beim Scooping. Dient eine Bucht oder ein See bei einem Brand als Wasserquelle, siehst du die Maschinen in kurzer Folge kommen und gehen. Bleib dabei an öffentlich zugänglichen Stellen am Ufer und weit weg vom Brandgebiet.
Bei Vorführungen: Bei manchen Flugtagen zeigen Betreiber ihre Löschflugzeuge auch in der Luft. Welche Veranstaltungen sich lohnen, zeigt die Übersicht Airshows in Europa.
Bereit für deine Canadair-Session?
- Ich weiß, welche Behörde in meiner Urlaubsregion Löschflugzeuge betreibt.
- Mein Standort ist öffentlich zugänglich und weit genug vom Brand entfernt.
- Ich behindere keine Rettungswege und keine Einsatzkräfte.
- Die Drohne bleibt im Rucksack.
- Wasser, Sonnenschutz und Kopfbedeckung sind dabei.
Sicherheit geht vor
Bei Waldbränden gilt: Abstand halten, Anweisungen der Behörden befolgen, Straßen frei lassen. Drohnen sind in der Nähe von Löscheinsätzen tabu, weil sie die tief fliegenden Flugzeuge gefährden und zum Abbruch eines Einsatzes führen können. Welche Regeln im Ausland gelten, erklärt der Beitrag Mit der Drohne in den Urlaub.
Die Brandsaison fällt in die heißesten Wochen des Jahres. Wie du lange Tage in der Sonne gut überstehst, steht in Planespotting im Sommer. Und ob dein Standort rechtlich in Ordnung ist, klärt Ist Planespotting erlaubt?.
Fototipps für das Flugboot
Der Canadair ist ein dankbares Motiv: Signalfarben, kantige Formen und Gischt ergeben Bilder, die man nicht an jedem Flughafen bekommt.
Kurze Verschlusszeit beim Scooping
Wasserfontänen und Gischt frierst du mit sehr kurzen Belichtungszeiten ein. So bleiben einzelne Tropfen sichtbar.
Propeller-Look beim Überflug
Für den Überflug darf die Belichtungszeit länger sein, damit die Propeller nicht wie eingefroren wirken. Mitziehen hilft, das Flugzeug scharf zu halten.
Licht vorplanen
Über Wasser blendet Gegenlicht stark. Mit der Sonne im Rücken kommen die Farben der Lackierung am besten heraus.
Kennzeichen mitnehmen
Mach zusätzlich ein Bild, auf dem das Kennzeichen lesbar ist. Nur so kannst du CL-415 und CL-215T später sicher zuordnen.
Wann die Sonne an deinem Ufer-Spot richtig steht, berechnest du vorab – wie das geht, zeigt Sonnenstand planen für deinen Fotospot. Mit dem Sonnenstand-Planer in Planetrack siehst du das direkt auf der Spot-Karte.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für einen CL-415, wenn …
- du einen Bootsrumpf und zwei Stützschwimmer siehst
- schlanke Turboprop-Gondeln am hohen Flügel hängen
- an der rechten Höhenflosse ein kleiner umgekehrter Vorflügel sitzt
- im Tracking CL2T als Typ steht
Sieh genauer hin, wenn …
- du nur Turboprops und Bootsrumpf erkennst – dann kann es auch ein CL-215T sein
- die Maschine aus Spanien oder Griechenland kommt, wo mehrere Varianten im Einsatz sind
- du nur eine Silhouette im Rauch siehst
Es ist kein CL-415, wenn …
- dicke, runde Sternmotoren arbeiten – dann ist es ein CL-215
- keine Schwimmer unter den Flügeln hängen
- das Flugzeug vier Motoren oder Jettriebwerke hat
- es einen einzelnen Motor im Rumpfbug trägt – dann ist es ein Agrar- oder Kleinflugzeug
Fazit
Der Canadair ist eines der markantesten Flugzeuge, die du in Europa sehen kannst – und eines der wenigen, deren Arbeit du live vom Strand aus beobachtest. Bootsrumpf und Schwimmer zeigen die Familie, die Motorform trennt den Kolben-CL-215 vom Turboprop, das Kennzeichen bestätigt CL-415 oder CL-215T. Mit der DHC-515 steht die Nachfolge in den Startlöchern, doch für die nächsten Jahre bleiben die gelben Flugboote das Bild des Sommers am Mittelmeer.
Kurzfazit
Bootsrumpf, Stützschwimmer, schlanke Turboprops: Das ist ein CL-415 oder CL-215T. Dicke Sternmotoren verraten den älteren CL-215. Die besten Chancen hast du im Sommer in Südfrankreich, Italien, Spanien, Kroatien und Griechenland – immer mit Abstand zum Einsatz.
Zusammenfassung
- Der CL-215 flog 1967 als erstes Flugzeug, das von Grund auf als Wasserbomber konstruiert wurde; der CL-415 ist seine turbopropgetriebene Weiterentwicklung von 1993.
- Bombardier stellte die Produktion 2015 ein, die Rechte liegen heute bei De Havilland Canada, die mit der DHC-515 eine modernisierte Neuauflage baut.
- In Südeuropa sind die Maschinen staatlich betrieben – von Zivilschutz, Feuerwehr oder Luftwaffe – und im Sommer an Küsten, Seen und Flughäfen zu sehen.
- Bootsrumpf, Schwimmer und Motorform reichen zur sicheren Bestimmung; das Kennzeichen entscheidet zwischen CL-215T und CL-415.
Häufige Fragen
Warum heißen alle Löschflugzeuge in Südeuropa „Canadair“?
Weil der CL-215 und später der CL-415 dort über Jahrzehnte das Bild der Brandbekämpfung aus der Luft geprägt haben. Der Name des ursprünglichen Herstellers aus Montréal ist umgangssprachlich zum Gattungsbegriff geworden – ähnlich wie „Tempo“ für Taschentücher. In Frankreich hört man für den CL-415 außerdem den Spitznamen „Pélican“.
Welche ICAO-Typcodes haben CL-215 und CL-415?
Der CL-415 und der auf Turboprops umgerüstete CL-215T laufen beide unter CL2T. Der ursprüngliche CL-215 mit Sternmotoren hat den Code CL2P. In Tracking-Diensten kannst du nach beiden Codes filtern.
Wie viel Wasser nimmt ein CL-415 auf?
Rund 6.100 Liter pro Ladung. Dafür setzt er im Gleitflug auf einer Wasserfläche auf und füllt seine Tanks in etwa zwölf Sekunden über ausklappbare Schaufeln am Rumpfboden. Die Strecke auf dem Wasser liegt dabei bei rund 410 Metern.
Was ist der Unterschied zwischen CL-215T und CL-415?
Der CL-215T ist ein nachträglich umgebauter CL-215 mit denselben PW123AF-Turboprops, die auch im CL-415 stecken. Der CL-415 ist dagegen eine Neukonstruktion mit überarbeitetem Cockpit, höheren Gewichten und geändertem Abwurfsystem. Von außen sehen sich beide sehr ähnlich – sicher trennen kannst du sie meist nur über das Kennzeichen.
Wird der CL-415 noch gebaut?
Nein. Bombardier hat die Produktion im Oktober 2015 nach 95 Maschinen beendet. 2016 übernahm Viking Air die Musterzulassung; die Nachfolgerin heißt heute DHC-515 und wird von De Havilland Canada in Calgary gefertigt.
Gibt es in Deutschland Canadair-Löschflugzeuge?
Eine eigene Canadair-Flotte hat Deutschland nicht. Die großen Betreiber sitzen rund ums Mittelmeer. Wer die Maschinen sehen will, plant am besten einen Sommerurlaub in Südfrankreich, Italien, Spanien, Kroatien oder Griechenland ein.
Darf ich Löschflugzeuge im Einsatz fotografieren?
Aus sicherer Entfernung und von öffentlich zugänglichen Orten in der Regel ja. Halte dich aber strikt an Absperrungen, behindere keine Einsatzkräfte und lass die Drohne am Boden: Drohnen in der Nähe von Löscheinsätzen gefährden die tief fliegenden Maschinen und können den Einsatz stoppen.
Canadair CL-415 (und CL-215) sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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De Havilland Canada DHC-515
Bootsrumpf, Stützschwimmer, zwei Turboprops – auf den ersten Blick ein Canadair wie gewohnt. Die DHC-515 ist die Neuauflage des CL-415, bestellt von sechs EU-Staaten und mehreren kanadischen Provinzen. Hier steht, was neu ist und wann du sie zu sehen bekommst.
MilitärLockheed C-130 Hercules
Hoher Flügel, vier Turboprops, ein bauchiger Rumpf mit Heckrampe: Die C-130 Hercules fliegt seit 1954 und wird bis heute gebaut. So erkennst du sie, trennst alte und neue Versionen und weißt, wo du sie siehst.
TurbopropDe Havilland Canada Dash 8-400 (Q400)
Hochdecker, T-Leitwerk, Sechsblatt-Propeller und ein Fahrwerk, das nach hinten in die Triebwerksgondeln klappt: Die Dash 8-400 ist der schnellste und größte Regional-Turboprop im Liniendienst. So erkennst du sie sicher.
TurbopropDe Havilland Canada DHC-6 Twin Otter
Hochdecker mit Flügelstreben, starres Fahrwerk, zwei schlanke PT6-Turboprops: Die Twin Otter landet auf Strand, Wasser, Schnee und Schotter. So erkennst du den kanadischen Klassiker.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Bombardier
Bombardier hat den Regionaljet in Europa populär gemacht, die heutige A220 entwickelt und Learjet, Canadair und de Havilland Canada unter einem Dach vereint. Heute baut der Konzern aus Montreal nur noch Businessjets – und die siehst du an Genf, Le Bourget oder Nizza öfter, als du denkst.
HerstellerDe Havilland Canada
Vom Buschflugzeug Beaver über die Twin Otter bis zur Dash 8 und dem Löschflugzeug DHC-515: De Havilland Canada steht für robuste Kurzstart-Flugzeuge. Hier erfährst du, wie das Unternehmen entstand, wem es gehörte und wo du seine Typen heute vor die Linse bekommst.
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Südfrankreichs Tor zum Mittelmeer liegt in Marignane am Ufer des Étang de Berre: zwei Parallelbahnen, ein neues Terminal 1, eine starke Low-Cost-Basis – und gleich nebenan der Hauptsitz von Airbus Helicopters mit Hubschraubern im Testbetrieb.
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Zwei parallele Bahnen auf teils dem Meer abgerungenem Land, Anflüge über die Baie des Anges, ein täglicher A380 und eine der größten Business-Aviation-Szenen Europas: Nizza ist nach den Pariser Flughäfen das wichtigste Tor Frankreichs – und für Spotter ein Ort mit Postkartenkulisse.
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