Das Wichtigste in Kürze
- Eastern Air Lines war eine historische US-Netzwerk-Airline, die von 1926 bis Januar 1991 flog und vor allem die Ostküste, Florida und die Karibik bediente.
- Eddie Rickenbacker, Fliegerass des Ersten Weltkriegs, führte Eastern ab 1935 und kaufte die Airline 1938 für 3,5 Millionen Dollar von General Motors.
- Der Eastern Air Lines Shuttle startete 1961: stündliche Flüge ohne Reservierung zwischen New York, Boston und Washington.
- Eastern holte den Airbus A300 in die USA: Nach einer kostenlosen Testmiete von vier A300B4 im Jahr 1977 bestellte die Airline 23 Exemplare.
- Unter Frank Lorenzo zerbrach Eastern: Übernahme durch Texas Air 1986, Streik und Insolvenz 1989, Einstellung des Flugbetriebs am 18. Januar 1991.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Eastern Air Lines im Überblick
- 2.Codes und Rufzeichen
- 3.Die Rickenbacker-Jahre: vom Postflieger zur Großairline
- 4.Der Shuttle: Fliegen wie Busfahren
- 5.Erstkunde für Boeing, Lockheed und Airbus
- 6.Die Flotte im Wandel
- 7.Woran du Eastern Air Lines erkennst
- 8.Unglücke, die die Luftfahrt veränderten
- 9.Vom Rekordjahr zum Ende: Borman, Lorenzo und der Streik
- 10.Eastern heute: ein Thema fürs Archiv
- 11.Häufige Verwechslungen
- 12.Fazit
Steckbrief
| IATA-Code | EA |
|---|---|
| ICAO-Code | EAL |
| Rufzeichen | EASTERN |
| Drehkreuze | MIA, ATL |
| Status | Historisch – Flugbetrieb eingestellt am 18. Januar 1991, danach Liquidation |
| Geschäftsmodell | Netzwerk-Airline mit Schwerpunkt Ostküste, Florida, Karibik und Lateinamerika |
| Ursprung | 1926 als Pitcairn Aviation (Luftpost New York–Atlanta), ab 1930 Eastern Air Transport, später Eastern Air Lines |
| Sitz | Zuletzt am Flughafen Miami, zuvor lange im Rockefeller Center in New York |
| Drehkreuze | Miami (MIA) und Atlanta (ATL), dazu u. a. New York, Washington National, Philadelphia, Charlotte, Kansas City und San Juan |
| Prägende Köpfe | Eddie Rickenbacker (Chef ab 1935, Eigentümer ab 1938), Frank Borman (1975–1986), Frank Lorenzo (Texas Air, ab 1986) |
| Erstkunde | Boeing 727-100, Lockheed L-1011 TriStar (mit TWA), Boeing 757 (mit British Airways); erster US-Kunde des Airbus A300 |
| Markenzeichen | „Hockey-Stick“-Bemalung in zwei Blautönen, auf Boeing-Jets silbern, auf Airbus-Jets weiß |
| Bekannte Tochter | Eastern Air Lines Shuttle (1961–1989) zwischen New York, Boston und Washington |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich Eastern Air Lines?
- „Hockey-Stick“: Zierstreifen in zwei Blautönen, der entlang der Fenster läuft und vor dem Leitwerk nach oben knickt
- Schriftzug „EASTERN“ in Großbuchstaben am Rumpf
- Boeing- und Douglas-Jets meist mit blankem, silbernem Rumpf, Airbus A300 dagegen weiß lackiert
- US-Kennzeichen mit N am Heck
- Typische Flotte der 1980er: 727, DC-9, L-1011 TriStar, A300 und 757
- Fotos meist aus Miami, Atlanta, LaGuardia, Boston oder Washington National
Ein blauer Streifen, der am Heck nach oben knickt, ein silberner Rumpf und der Schriftzug „EASTERN“: Wer alte Fotos aus Miami, Atlanta oder LaGuardia durchsieht, landet schnell bei Eastern Air Lines. Die Airline flog 65 Jahre lang, holte den Airbus A300 nach Amerika und erfand mit dem Shuttle das Pendeln per Flugzeug – bevor sie 1991 in einem der bittersten Arbeitskämpfe der US-Luftfahrt unterging. Hier erfährst du, wie Eastern groß wurde, welche Flugzeuge sie flog und wie du historische Aufnahmen sicher zuordnest.
Eastern-Schätze aus dem Archiv
Mit Planetrack postest du Fotos mit Flugzeugtyp, Kennzeichen, Airline und Flughafen – so landen auch alte Dias einer 727 oder TriStar sauber sortiert in deinem Hangar. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Eastern Air Lines im Überblick
Eastern Air Lines war eine historische US-Netzwerk-Airline, die zu den „Big Four“ der amerikanischen Luftfahrt zählte – neben American Airlines, United und TWA. Ihr Revier war der Osten der USA: die dichten Strecken zwischen New York, Boston und Washington, die Ferienrouten nach Florida sowie Verbindungen in die Karibik und nach Lateinamerika.
Die Geschichte begann 1926 mit Pitcairn Aviation, die Luftpost zwischen New York und Atlanta flog. 1930 benannte der Luftfahrtunternehmer Clement Keys die Firma in Eastern Air Transport um. Nach der Übernahme durch General Motors und der Neuordnung der Luftpostverträge Mitte der 1930er-Jahre wurde daraus Eastern Air Lines.
Zuletzt saß Eastern am Flughafen Miami. Wichtigste Drehkreuze waren Miami und Atlanta, dazu kamen Knoten wie New York, Washington National, Philadelphia, Charlotte, Kansas City und ab 1980 San Juan auf Puerto Rico. Am 18. Januar 1991 endete der Flugbetrieb.
Codes und Rufzeichen
- IATA-Code EA: stand in den Flugnummern, auf Tickets und Anzeigetafeln.
- ICAO-Code EAL: kennzeichnete Eastern im Flugplan der Flugsicherung.
- Rufzeichen EASTERN: so meldeten sich die Crews im Funk.
- Kennzeichen N: Alle Flugzeuge waren in den USA registriert.
Der Name Eastern tauchte nach 1991 mehrfach wieder auf: Neue Unternehmen haben die Marke wiederbelebt. Mit der historischen Airline haben sie außer dem Namen nichts gemein. Bei alten Belegen, Flugplänen oder Fotos entscheidet deshalb immer das Datum. Mehr zu den Geschichten hinter bekannten Rufzeichen liest du im Artikel über Airline-Rufzeichen.
Die Rickenbacker-Jahre: vom Postflieger zur Großairline
Kein Name ist so eng mit Eastern verbunden wie der von Eddie Rickenbacker. Mit 26 Luftsiegen war er das erfolgreichste US-Fliegerass des Ersten Weltkriegs und erhielt später die Medal of Honor. Anfang 1935 wurde er General Manager von Eastern. Als General Motors die Airline 1938 verkaufen wollte, griff Rickenbacker selbst zu: Im April 1938 übernahm er Eastern mit Partnern für 3,5 Millionen Dollar.
Unter Rickenbacker wuchs Eastern zu einer der größten Airlines des Landes. Er setzte auf moderne, größere Flugzeuge – von der Douglas DC-3 über die DC-4 bis zur Lockheed Constellation. Die Strecke zwischen dem Nordosten und Florida wurde zur Goldader der Airline.
Rickenbacker überlebte dabei selbst zwei dramatische Unglücke: 1941 saß er als Passagier in einer Eastern-Maschine vom Typ Douglas DST, einer Schlafwagen-Variante der DC-3, die bei Atlanta abstürzte, und wurde schwer verletzt. 1942 trieb er nach der Notwasserung einer B-17 mehr als drei Wochen im Pazifik. Am 1. Oktober 1959 musste er den Chefposten abgeben, Ende 1963 schied er aus dem Verwaltungsrat aus.
Propellerzeit mit Constellation und Electra
In den 1950er-Jahren prägten Lockheed-Flugzeuge die Eastern-Flotte. Die Super Constellation mit ihrem charakteristischen Dreifach-Leitwerk flog in großer Zahl für Eastern, daneben die zweimotorige Martin 4-0-4 auf kürzeren Strecken und die viermotorige DC-7B. Ab 1959 kam die Turboprop-Lockheed Electra dazu, die bei Eastern fast zwei Jahrzehnte im Dienst blieb. Wie du solche Klassiker sicher bestimmst, zeigt der Guide Oldtimer am Himmel erkennen.
Der Shuttle: Fliegen wie Busfahren
Am 30. April 1961 startete Eastern ein Angebot, das den Luftverkehr im Nordosten der USA veränderte: den Eastern Air Lines Shuttle. Super Constellations pendelten zwischen New York-LaGuardia, Boston und Washington National, nach Boston ab August 1961 im Stundentakt.
Das Prinzip war radikal einfach:
- Keine Reservierung: Man kam zum Flughafen und stieg einfach ein.
- Bezahlen an Bord: Der Flugpreis wurde in den ersten Jahren erst im Flugzeug kassiert.
- Platzgarantie: War ein Flug voll, stellte Eastern ein zusätzliches Flugzeug bereit – notfalls nur für wenige Passagiere.
Mit den Jahren wechselten die Flugzeuge: Auf die Super Constellation folgten Electras, später Boeing 727, DC-9 und sogar A300. Ab 1980 bekam Eastern Konkurrenz durch den Shuttle von New York Air – ausgerechnet eine Airline aus dem Reich von Frank Lorenzo, der Eastern 1986 übernahm.
Nach der Lorenzo-Übernahme ging der Shuttle 1988 per Vereinbarung an Donald Trump, der für Strecke, Rechte und 17 Flugzeuge 365 Millionen Dollar zahlte. Ab Juni 1989 flog er als Trump Shuttle. Über USAir und US Airways gelangte die Verbindung schließlich zu American Airlines, wo sie bis heute als American Airlines Shuttle weiterlebt. Die Konkurrenz von Pan Am wurde 1991 zum Delta Shuttle von Delta Air Lines.
Gravelly Point als Shuttle-Erbe
Die alte Shuttle-Achse lässt sich heute noch erleben: Am Washington National Airport landen die Pendelflüge aus New York und Boston direkt über den Köpfen der Spotter. Tipps dazu findest du im Guide zu Gravelly Point in Washington.
Erstkunde für Boeing, Lockheed und Airbus
Für die Typengeschichte ist Eastern eine der wichtigsten Airlines überhaupt. Gleich mehrfach stand sie am Anfang eines neuen Flugzeugs:
| Typ | Rolle von Eastern | Bei Eastern im Einsatz | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|---|
| Boeing 727-100 | Erstkunde, Einführung 1964 | 1964–1991 | Drei Triebwerke am Heck, T-Leitwerk |
| Boeing 727-200 | Großer Betreiber | 1968–1991 | Gestreckter Rumpf, gleiche Heckpartie |
| Lockheed L-1011 TriStar | Erstkunde gemeinsam mit TWA | 1972–1991 | Mittleres Triebwerk mit S-Kanal im Leitwerk |
| Airbus A300B4 / B2 | Erster US-Kunde | 1977–1991 | Zweistrahliger Großraumjet, bei Eastern weiß lackiert |
| Boeing 757-200 | Erstkunde gemeinsam mit British Airways | 1983–1991 | Schlanker, langer Rumpf mit hohem Fahrwerk |
Die Boeing 727-200 war bei Eastern das Arbeitspferd auf Inlandsstrecken. Die L-1011 TriStar wurde dagegen zum Großraum-Flaggschiff: Eastern nahm sie 1972 in Betrieb, nachdem Verzögerungen bei den Rolls-Royce-RB211-Triebwerken den Start gebremst hatten. In der Karibik bekam der Jet den Spitznamen „El Grandote“. Die Boeing 757-200 schließlich hatte Eastern 1978 bestellt und 1983 als einer der beiden Erstbetreiber in Dienst gestellt.
Der A300-Coup von 1977
Die vielleicht folgenreichste Entscheidung fiel 1977. Airbus suchte verzweifelt einen Kunden in den USA und machte Eastern ein ungewöhnliches Angebot: vier A300B4 für sechs Monate kostenlos. Eastern zahlte nur Crew-Training und den laufenden Betrieb und durfte die Flugzeuge zurückgeben, wenn sie nicht überzeugten.
Sie überzeugten. Eastern-Chef Frank Borman, der frühere Apollo-8-Kommandant, stellte fest, dass der A300 deutlich weniger Treibstoff verbrauchte als die eigenen TriStars. Eastern bestellte daraufhin 23 Exemplare und wurde zum ersten US-Kunden des Typs. Für Airbus war das der Durchbruch auf dem amerikanischen Markt – von da an galt der europäische Hersteller als ernsthafter Rivale für Boeing und McDonnell Douglas. Insgesamt flogen bei Eastern 32 A300B4 und zwei A300B2.
Klassiker auf die Wunschliste
Setz seltene Typen wie den A300 oder die 757 auf deine Wunschliste und lass dich benachrichtigen, wenn einer in deiner Nähe landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
Die Flotte im Wandel
Über 65 Jahre flog Eastern eine bemerkenswert breite Palette an Typen. Die wichtigsten Generationen im Überblick:
| Epoche | Typen | Einsatz |
|---|---|---|
| 1930er–1950er | DC-2, DC-3, DC-4 | Luftpost und frühe Passagierstrecken |
| 1950er–1960er | Constellation, Super Constellation, Martin 4-0-4, DC-7B | Nordost–Florida, Shuttle der ersten Jahre |
| 1959–1978 | Lockheed L-188 Electra | Kurz- und Mittelstrecke, Shuttle |
| 1960er–1970er | Douglas DC-8, Boeing 720 | Erste Jet-Generation |
| 1964–1991 | Boeing 727-100 und -200 | Rückgrat der Inlandsflotte |
| 1965–1991 | DC-9 (Serien 10, 30 und 50) | Kurzstrecke und Shuttle |
| Anfang 1970er | Boeing 747-100 (von Pan Am geleast) | Kurzes Jumbo-Intermezzo |
| 1972–1991 | Lockheed L-1011 TriStar | Großraum-Flaggschiff |
| 1977–1991 | Airbus A300B4 und A300B2 | Dichte Strecken, Karibik |
| 1983–1991 | Boeing 757-200 | Modernster Typ der letzten Jahre |
Bei der DC-9 lohnt sich ein genauer Blick: Eastern flog die kurze Serie 10, die verbreitete Serie 30 und ab 1978 die gestreckte Serie 50. Den Typ stellt die Seite zur McDonnell Douglas DC-9 vor. Die erste Jet-Generation mit der Douglas DC-8 blieb bei Eastern dagegen eher eine Episode.
Woran du Eastern Air Lines erkennst
Das bekannteste Erkennungszeichen ist der „Hockey-Stick“. Eastern führte die Bemalung Mitte der 1960er-Jahre ein, kurz nach der Einführung der 727: Ein Streifen in hellerem Karibikblau über dunklerem Ionosphärenblau lief entlang der Fensterreihe und knickte vor dem Leitwerk nach oben – wie ein Hockeyschläger. Dazu kam der Schriftzug „EASTERN“ in Großbuchstaben. Die Bemalung zählt heute zu den legendären Airline-Lackierungen der Luftfahrtgeschichte.
Ein feiner, aber hilfreicher Unterschied: Boeing- und Douglas-Jets flogen bei Eastern meist mit blankem, silbernem Rumpf. Die Airbus A300 waren dagegen weiß lackiert, weil Teile aus Verbundwerkstoff eine Lackschicht brauchten. Schon die Rumpffarbe gibt dir also einen ersten Hinweis auf den Hersteller.
Bemalung prüfen
Blauer Hockey-Stick und „EASTERN“-Schriftzug machen die Airline klar.
Rumpffarbe ansehen
Silber spricht für Boeing oder Douglas, Weiß für einen A300.
Typ bestimmen
727, DC-9, TriStar, A300 oder 757 – der Typ grenzt das Aufnahmejahr ein. Eine 757 kann erst ab 1983 entstanden sein.
Kennzeichen notieren
Das N-Kennzeichen macht die Aufnahme eindeutig und lässt sich mit Registerdaten abgleichen.
Unglücke, die die Luftfahrt veränderten
Zwei Eastern-Unfälle der 1970er-Jahre haben die Flugsicherheit nachhaltig geprägt:
- Flug 401 (29. Dezember 1972): Eine fast neue L-1011 TriStar stürzte im Anflug auf Miami in die Everglades. Die Besatzung war mit einer defekten Fahrwerksanzeige beschäftigt und bemerkte nicht, dass das Flugzeug langsam an Höhe verlor. 101 der 176 Menschen an Bord starben. Der Unfall gilt als wichtiger Anstoß für das moderne Crew Resource Management im Cockpit.
- Flug 66 (24. Juni 1975): Eine Boeing 727 geriet beim Anflug auf New York-JFK in eine Gewitterzelle und stürzte ab, 113 Menschen kamen ums Leben. Der Unfall trug dazu bei, dass Windscherung als Gefahr ernster genommen und erforscht wurde.
Schon 1949 war eine Eastern-DC-4 im Anflug auf Washington National mit einem Militärflugzeug zusammengestoßen; alle 55 Menschen an Bord starben – damals das schwerste Unglück eines US-Linienflugzeugs.
Vom Rekordjahr zum Ende: Borman, Lorenzo und der Streik
Wachstum mit Schulden
Unter Floyd Hall und ab 1975 unter Frank Borman expandierte Eastern kräftig. 1980 entstand das Drehkreuz in San Juan, 1982 übernahm Eastern die Südamerika-Strecken der insolventen Braniff. Von 1971 bis 1987 war Eastern zudem offizielle Airline von Walt Disney World. Mitte der 1980er-Jahre zählte Eastern nach Passagierzahlen zu den größten Airlines der USA.
Doch das Wachstum war teuer erkauft. Eastern war hoch verschuldet; vor dem Verkauf zahlte die Airline täglich mehr als 700.000 Dollar allein an Zinsen. Gleichzeitig war das Verhältnis zwischen Management und den starken Gewerkschaften angespannt.
Texas Air übernimmt
Im Februar 1986 einigte sich Eastern auf den Verkauf an Texas Air von Frank Lorenzo, der bereits Continental Airlines kontrollierte. Die Unterschrift folgte im März 1986. Was dann geschah, ist bis heute umstritten: Texas Air übertrug wertvolle Teile von Eastern an andere Konzernfirmen. Das Reservierungssystem etwa ging 1987 für 100 Millionen Dollar an die neue Tochter System One – deutlich unter manchen Schätzungen des Werts.
Streik, Insolvenz, Ende
Am 4. März 1989 traten die Mechaniker und das Bodenpersonal in den Streik, Piloten und Flugbegleiter schlossen sich an. Tausende Flüge fielen aus. Schon am 9. März 1989 beantragte Eastern Gläubigerschutz. Die Airline verkaufte, was sich verkaufen ließ:
- Shuttle: an Donald Trump, ab Juni 1989 als Trump Shuttle unterwegs
- Lateinamerika-Strecken: im Mai 1990 für 471 Millionen Dollar an American Airlines
- Flugzeuge und Slots: nach und nach an andere Airlines
Im April 1990 setzte das Insolvenzgericht mit Martin Shugrue einen Treuhänder ein, Lorenzo verlor die Kontrolle. Retten ließ sich Eastern trotzdem nicht mehr. Am 18. Januar 1991 stellte die Airline den Flugbetrieb ein. Im selben Jahr verschwand auch Pan Am – eine Ära der US-Luftfahrt ging zu Ende. Viele Eastern-Jets flogen anschließend bei anderen Airlines weiter, manche landeten in den Flugzeugfriedhöfen im Südwesten der USA.
Was von Eastern blieb
- Die Shuttle-Strecke, heute als American Airlines Shuttle
- Die Lateinamerika-Strecken bei American Airlines
- Der Airbus-Durchbruch in den USA
- Lehren aus Flug 401 für das Cockpit-Training
Was mit Eastern verschwand
- Die eigene Marktmacht zwischen Nordosten und Florida
- Die Hockey-Stick-Bemalung im Linienbetrieb
- Rund 18.000 Arbeitsplätze zum Schluss
- Eastern als Gegengewicht zu American, Delta und United im Osten
Eastern heute: ein Thema fürs Archiv
Im Linienbetrieb siehst du Eastern Air Lines nicht mehr. Spannend bleibt die Airline trotzdem: in Fotoarchiven, Logbüchern, Flugplänen und Sammlerstücken. Wer heute nach Florida fährt, findet am alten Eastern-Drehkreuz Miami mit dem Guide Planespotting in Miami gute Standorte. Wer tiefer in die US-Geschichte eintauchen will, liest den Artikel zur Geschichte von Pan Am, der zweiten großen Airline, die 1991 unterging.
Sehr wahrscheinlich Eastern, wenn …
- „EASTERN“ und der blaue Hockey-Stick am Rumpf zu sehen sind
- ein weißer A300 mit blauem Streifen auf einem US-Foto auftaucht
- das Bild sicher vor Januar 1991 entstanden ist
Genauer prüfen, wenn …
- eine 727 mit Shuttle-Bezug zu sehen ist, das Datum aber fehlt
- nur ein Teil der Bemalung erkennbar ist
Eher nicht die historische Eastern, wenn …
- das Foto deutlich nach 1991 entstanden ist
- „Trump Shuttle“ am Rumpf steht – dann ist es der Nachfolger
Quellen kritisch prüfen
Zu historischen Airlines kursieren widersprüchliche Angaben, etwa zu Flottenzahlen oder genauen Daten. Gleich Kennzeichen und Aufnahmedaten möglichst mit mehreren Quellen ab, bevor du eine Sichtung endgültig zuordnest.
Häufige Verwechslungen
- Eastern Air Lines mit Eastern Airways verwechseln – Eastern Airways ist eine britische Regionalairline ohne Verbindung zur US-Airline.
- Eastern mit China Eastern gleichsetzen – China Eastern Airlines ist eine chinesische Airline aus Shanghai.
- Neue Eastern-Marken für die alte Airline halten – spätere Unternehmen mit dem Namen sind rechtlich eigenständig.
- Den A300 für einen Boeing-Jet halten – der weiße Rumpf verrät bei Eastern meist den Airbus.
- Trump Shuttle als Eastern notieren – ab Juni 1989 gehörte der Shuttle nicht mehr zu Eastern.
- Lorenzo als alleinige Ursache sehen – Eastern war schon vor 1986 schwer verschuldet.
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Fazit
Eastern Air Lines war 65 Jahre lang eine der prägenden Airlines der USA. Rickenbacker machte aus einem Postflieger eine Großairline, der Shuttle erfand das Pendeln per Flugzeug, und mit dem A300-Test von 1977 öffnete Eastern Airbus die Tür nach Amerika. Schulden, Konflikte mit den Gewerkschaften und die Lorenzo-Jahre führten zum Ende im Januar 1991. Für dich als Spotter lebt Eastern heute in Fotos und Logbüchern weiter – und mit Hockey-Stick, Rumpffarbe, Typ und Kennzeichen ordnest du diese Bilder sicher ein.
Kurzfazit
Eastern Air Lines (IATA EA, ICAO EAL) war eine historische US-Airline von 1926 bis 1991. Erkennbar am Hockey-Stick in Blau, bekannt für den Shuttle und als erster US-Kunde des A300 – und nach Streik und Insolvenz 1991 vom Himmel verschwunden.
Zusammenfassung
- Eastern war jahrzehntelang eine der großen vier US-Airlines und Marktführer zwischen Nordosten und Florida.
- Für die Typengeschichte ist Eastern ein Schlüsselkunde: 727-100, L-1011, A300 und 757 tragen alle Eastern-Spuren.
- Die Hockey-Stick-Bemalung macht Eastern-Fotos leicht erkennbar; silberner oder weißer Rumpf verrät oft schon den Hersteller.
- Heute ist Eastern ein Archiv-Thema – und der Shuttle lebt als Strecke weiter, inzwischen unter American Airlines.
Häufige Fragen
Wann gab es Eastern Air Lines?
Die Wurzeln reichen bis 1926 zurück, als Pitcairn Aviation Luftpost zwischen New York und Atlanta flog. Ab 1930 hieß das Unternehmen Eastern Air Transport, später Eastern Air Lines. Am 18. Januar 1991 stellte Eastern den Flugbetrieb ein, die Vermögenswerte wurden anschließend verkauft.
Welche Codes hatte Eastern Air Lines?
Eastern flog mit dem IATA-Code EA, dem ICAO-Code EAL und dem Rufzeichen „EASTERN“. Spätere Unternehmen, die den Markennamen wiederbelebt haben, sind rechtlich andere Airlines – Flugnummern und Belege musst du deshalb immer mit Datum lesen.
Was hatte Eddie Rickenbacker mit Eastern zu tun?
Rickenbacker war mit 26 Luftsiegen das erfolgreichste US-Fliegerass des Ersten Weltkriegs. 1935 wurde er General Manager von Eastern, 1938 kaufte er die Airline mit Partnern für 3,5 Millionen Dollar von General Motors. Er baute Eastern zu einer der größten US-Airlines aus, musste 1959 den Chefposten abgeben und schied Ende 1963 aus dem Verwaltungsrat aus.
Was war der Eastern Air Lines Shuttle?
Ein Pendeldienst, der am 30. April 1961 startete und New York-LaGuardia mit Boston und Washington National verband. Man brauchte keine Reservierung, zahlte anfangs an Bord und bekam einen Platz garantiert: War ein Flug voll, schickte Eastern ein zusätzliches Flugzeug. 1989 übernahm Donald Trump den Shuttle, heute fliegt die Verbindung als American Airlines Shuttle.
Warum war Eastern für Airbus so wichtig?
Airbus stellte Eastern 1977 vier A300B4 für sechs Monate kostenlos zur Verfügung – nur Crew-Training und laufende Kosten trug die Airline. Eastern-Chef Frank Borman zeigte sich vom geringen Verbrauch überzeugt, und Eastern bestellte 23 A300. Damit war Eastern der erste US-Kunde des Typs, und Airbus galt ab da als ernsthafter Konkurrent für Boeing und McDonnell Douglas.
Welche Flugzeuge flog Eastern?
Die Flotte reichte von DC-2 und DC-3 über Constellation, Super Constellation, Martin 4-0-4 und Electra bis zu DC-8, Boeing 720, 727, DC-9, L-1011 TriStar, A300 und 757. Anfang der 1970er-Jahre flog Eastern kurz auch einige von Pan Am geleaste Boeing 747-100. In den letzten Jahren prägten 727, DC-9, TriStar, A300 und 757 das Bild.
Warum ist Eastern Air Lines pleitegegangen?
Eastern war schon vor 1986 hoch verschuldet. 1986 übernahm Frank Lorenzos Texas Air die Airline. Der Konflikt mit den Gewerkschaften eskalierte im März 1989 in einem Streik der Mechaniker, dem sich Piloten und Flugbegleiter anschlossen. Wenige Tage später ging Eastern in die Insolvenz, verkaufte Shuttle und Lateinamerika-Strecken und gab im Januar 1991 endgültig auf.
Welche schweren Unfälle hatte Eastern?
Am bekanntesten ist Flug 401: Am 29. Dezember 1972 stürzte eine L-1011 TriStar in die Everglades, 101 der 176 Menschen an Bord starben. Am 24. Juni 1975 verunglückte Flug 66, eine Boeing 727, beim Anflug auf New York-JFK in einer Gewitterzelle; 113 Menschen kamen ums Leben. Beide Unfälle hatten große Wirkung auf Cockpit-Training und Windscherungs-Forschung.
Eastern Air Lines im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
Airbus A300B4
Die A300B4 war die Version, mit der Airbus wirklich ins Geschäft kam: mehr Treibstoff, mehr Reichweite, und 1978 der Durchbruch in den USA. Heute ist sie eine Rarität, die fast nur noch als Frachter unterwegs ist.
FlugzeugtypAirbus A300B2
Mit der A300B2 begann 1974 die Airbus-Geschichte im Liniendienst: der erste zweistrahlige Großraumjet der Welt, gebaut von einem europäischen Konsortium. Hier erfährst du, wie es dazu kam, was die B2 technisch ausmacht und wie du sie von B4 und -600 unterscheidest.
FlugzeugtypLockheed L-1011 TriStar
Drei Rolls-Royce-Triebwerke, eines davon tief im Heck versteckt: Die Lockheed TriStar war der elegante, technisch ambitionierte Gegenspieler der DC-10 – und in Düsseldorf jahrzehntelang das Gesicht der LTU.
FlugzeugtypBoeing 727-100
Die erste 727 war kurz, gedrungen und ein Kind der frühen Jet-Ära: drei Triebwerke am Heck, T-Leitwerk, eine Treppe im Rumpfende. So erkennst du die 727-100, so unterscheidest du sie von der -200 – und hier stehen die letzten Exemplare.
FlugzeugtypBoeing 727-200
Drei Triebwerke am Heck, ein T-Leitwerk und eine Treppe im Rumpfende: Die 727-200 war einer der meistgebauten Jets ihrer Zeit. Heute ist sie eine echte Rarität – so erkennst du sie und so stehen deine Chancen.
FlugzeugtypBoeing 757-200
Lang, schlank, hochbeinig und mit Triebwerken, die fast zu groß wirken: Die 757-200 ist ein Schmalrumpf mit Langstrecken-Genen. Produziert wird sie seit 2004 nicht mehr, Spotter freuen sich deshalb über jede Begegnung.
FlugzeugtypMcDonnell Douglas DC-9
Zwei Triebwerke am Heck, das Höhenleitwerk oben auf der Flosse: Die DC-9 prägte ab 1965 die Kurzstrecke in Europa und den USA. So erkennst du die Serien 10 bis 50 und trennst sie von MD-80, 717 und One-Eleven.
FlugzeugtypLockheed L-1049 Super Constellation
Drei Seitenflossen, ein Rumpf wie ein Delfin und vier dröhnende Sternmotoren: Die Lockheed Super Constellation ist der Inbegriff der Propeller-Ära. Mit ihr startete Lufthansa 1955 in die Langstrecke, und in Basel hielt ein Verein bis 2016 eine Super Connie in der Luft. Hier erfährst du, wie du sie erkennst und wo du sie heute noch findest.
Weitere Airlines
Pan American World Airways
Historische US-Weltairline: Pan Am flog von 1927 bis 1991, brachte 707 und 747 in den Liniendienst, verband West-Berlin mit Westdeutschland und ging nach Lockerbie und Golfkrieg unter.
NetzwerkTWA – Trans World Airlines
Historische US-Netzwerkairline: TWA flog von 1930 bis 2001, prägte unter Howard Hughes die Constellation, baute am JFK das berühmte Flight Center und ging 2001 in American Airlines auf.
NetzwerkContinental Airlines
Historische US-Netzwerkairline: 1934 als Varney Speed Lines gegründet, später mit Drehkreuzen in Newark, Houston, Cleveland und Guam – und seit der Fusion 2010 bis 2012 in United aufgegangen, deren Globus-Design von Continental stammt.
NetzwerkBraniff International Airways
Historische US-Airline aus Dallas (1928–1982): Braniff machte Flugzeuge zur Kunst, ließ Alexander Calder Jets bemalen, flog als einzige US-Airline Concorde – und stellte nach rasanter Expansion im Mai 1982 den Betrieb ein.
NetzwerkAmerican Airlines
Eine der größten Airlines der Welt aus Fort Worth, Texas: zehn Drehkreuze in den USA, Gründungsmitglied von oneworld, rund 1.000 Mainline-Flugzeuge und seit 2013 die silberne Lackierung mit Flaggen-Leitwerk.
NetzwerkUS Airways
Historische US-Netzwerkairline mit Wurzeln von 1939: aus Allegheny wurde USAir, dann US Airways. Nach der Fusion mit America West und schließlich mit American Airlines endete die Marke im Oktober 2015 – bekannt bleibt sie durch Flug 1549 auf dem Hudson.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Airbus
Europäisches Luft- und Raumfahrtunternehmen und einer der beiden großen Hersteller von Verkehrsflugzeugen – mit Flugzeugfamilien vom A220 bis zum A350.
HerstellerBoeing
Boeing ist der US-amerikanische Gegenpol zu Airbus und baut seit der 707 Verkehrsjets in Serie. Wer 737, 777 und 787 an Fahrwerk, Flügelspitzen und Heck auseinanderhalten kann, bestimmt einen großen Teil des Verkehrs an jedem europäischen Flughafen – auch ohne Lackierungshinweis.
FlughafenFlughafen Miami (MIA)
Vom Pan-Am-Flugfeld an der 36th Street zum Tor der USA nach Lateinamerika: American Airlines mit ihrem Karibik-Drehkreuz, Frachter aus Bogotá, Santiago und Lima im Minutentakt und vier Pisten mitten im Großraum Miami – der Flughafen, an dem Frachtspotting zur Hauptsache wird.
FlughafenFlughafen Atlanta Hartsfield-Jackson
Der passagierreichste Flughafen der Welt: fünf parallele Bahnen südlich von Atlanta, das größte Drehkreuz von Delta Air Lines mit rund tausend Abflügen am Tag – und ein Verkehrsmix, in dem Boeing 717, 757 und Airbus A350 nebeneinander rollen.
Passende Guides aus dem Blog
- Pan Am: Aufstieg und Fall einer Luftfahrtlegende
- Legendäre Airline-Lackierungen: Pan Am, Braniff, Swissair und Co.
- Oldtimer am Himmel erkennen: Ju 52, DC-3, Constellation und Warbirds
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- Airline-Rufzeichen und ihre Geschichte: Speedbird, Shamrock, Dynasty und Co.



