Lockheed Constellation: der elegante Propeller-Airliner und wo du ihn heute noch siehst

Dreifach-Seitenleitwerk, geschwungener Rumpf, vier Sternmotoren: Die Constellation prägte die Langstrecke vor dem Jetzeitalter. Hier die Geschichte von L-049 bis L-1649 – und wo erhaltene Exemplare stehen.

Planetrack RedaktionVeröffentlicht: 15. Oktober 202612 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Wunsch von Howard Hughes: Auf Drängen des TWA-Großaktionärs forderte die Airline ein Transkontinental-Flugzeug für rund 40 Passagiere – daraus entstand bei Lockheed in Burbank die Constellation.
  • Erstflug mitten im Krieg: Der Prototyp hob am 9. Januar 1943 ab, zunächst als Militärtransporter C-69. Den zivilen Durchbruch brachte erst das Kriegsende.
  • 856 Flugzeuge in 15 Jahren: Von 1943 bis 1958 baute Lockheed die gesamte Familie – von der kurzen L-049 über die gestreckte Super Constellation bis zum Langstrecken-Starliner L-1649.
  • Das Dreifach-Leitwerk hatte einen praktischen Grund: Drei kleinere Seitenflossen hielten die Höhe niedrig genug, damit die Maschine in damals vorhandene Hangars passte.
  • Erhalten, aber kaum noch in der Luft: Weltweit fliegen nur noch sehr wenige Connies. In Deutschland stehen Exemplare in Hermeskeil, im Besucherpark am Flughafen München und – als Projekt der Lufthansa – in Frankfurt.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Die Constellation in Kürze
  2. 2.Die Entstehung: ein Flugzeug für Howard Hughes und TWA
  3. 3.Die Familie: von der L-049 bis zum Starliner
  4. 4.Die Connie im Liniendienst
  5. 5.Die Constellation bei Lufthansa
  6. 6.Erhaltene Constellations: wo du die Connie heute siehst
  7. 7.Die Constellation erkennen und fotografieren
  8. 8.Warum die Connie bis heute fasziniert

Ein Rumpf, der sich wie ein langgezogener Tropfen von der Nase zum Heck schwingt, dazu drei Seitenflossen und vier große Sternmotoren: Die Lockheed Constellation gilt vielen als das schönste Verkehrsflugzeug der Propellerära. Spotter und Fans nennen sie liebevoll „Connie“. Zwischen Kriegsende und dem Beginn des Jetzeitalters war sie auf den großen Langstrecken das Flugzeug, mit dem Airlines wie TWA, Pan Am, KLM, Air France und Lufthansa ihr Prestige zeigten. In diesem Artikel erfährst du, wie die Connie entstand, wie sich die Familie bis zum Starliner entwickelte, welche Rolle sie in Deutschland spielte – und wo du erhaltene Exemplare heute noch vor die Kamera bekommst.

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Die Constellation in Kürze

Die Constellation ist ein viermotoriges Verkehrsflugzeug mit Kolbenmotoren, das Lockheed ab Ende der 1930er-Jahre in Burbank, Kalifornien, entwickelte. Der Prototyp flog am 9. Januar 1943, die Produktion lief bis 1958. In dieser Zeit entstanden 856 Flugzeuge in zahlreichen zivilen und militärischen Versionen. Typisch sind der elegant geschwungene Rumpf, die Druckkabine und das Leitwerk mit drei Seitenflossen.

1943Erstflug des Prototyps in Burbank
856gebaute Flugzeuge der gesamten Familie bis 1958
3Seitenflossen – das Markenzeichen der Connie

Die Entstehung: ein Flugzeug für Howard Hughes und TWA

Ende der 1930er-Jahre wollte Transcontinental & Western Air, später bekannt als TWA, die USA schneller und bequemer überqueren als mit den damaligen Propellerflugzeugen. Treibende Kraft war Howard Hughes, der Großaktionär der Airline. Auf sein Drängen hin bestellte TWA bei Lockheed ein Flugzeug für rund 40 Passagiere, das die Strecke von Küste zu Küste ohne Zwischenstopp schaffen sollte. Zum Konstruktionsteam bei Lockheed gehörten unter anderem Hall Hibbard und Clarence „Kelly“ Johnson, der später durch Militärprojekte berühmt wurde.

Das Ergebnis war technisch ein großer Schritt. Die Constellation hatte eine Druckkabine mit Klimaanlage – nach der Boeing 307 Stratoliner erst als zweites Langstrecken-Verkehrsflugzeug. Damit konnte sie in Höhen fliegen, in denen es weniger Turbulenzen und Wetter gab. Der Rumpf war aerodynamisch geformt und an keiner Stelle wirklich gerade: Er wölbt sich vorne leicht nach unten, hebt sich in der Mitte und zieht sich zum Heck wieder nach oben. Die drei Seitenflossen hatten vor allem einen praktischen Grund: Mit drei kleineren Flossen statt einer großen blieb das Flugzeug niedrig genug, um in die vorhandenen Hangars zu passen.

Erst Militär, dann Airline

Der Zweite Weltkrieg kam der zivilen Karriere zuvor. Die US-Luftwaffe übernahm die Produktion und bestellte die Maschine als Transporter C-69. Gebaut wurden davon allerdings nur 22, bevor der Krieg endete; die restlichen Aufträge wurden 1945 gestrichen. Einige Maschinen wurden noch am Band zu zivilen L-049 umgebaut.

Ein spektakulärer Auftritt gelang trotzdem schon im Krieg: Am 17. April 1944 flogen Howard Hughes und TWA-Präsident Jack Frye eine C-69 von Burbank nach Washington, D.C., in knapp sieben Stunden. Die Maschine trug dabei TWA-Farben – ein Werbeflug für die Zeit nach dem Krieg. Anfang 1946 nahmen dann die ersten Airlines den Linienverkehr mit der Connie auf, darunter Pan Am und TWA.

Ein Name mit System

Lockheed benannte viele Flugzeuge nach Sternen und Himmelskörpern – Vega, Orion, Electra. Die Constellation („Sternbild“) passt in diese Reihe, ebenso wie später Super Constellation und Starliner.

Die Familie: von der L-049 bis zum Starliner

Die Connie wurde über 15 Jahre ständig weiterentwickelt. Grob lassen sich drei Generationen unterscheiden.

Version Erstflug / Zeitraum Bauzahl Wichtigste Merkmale
L-049, L-649, L-749 Constellation 1943 bis Ende der 1940er 233 zusammen kurzer Rumpf, Druckkabine, Wright-R-3350-Sternmotoren; L-749 mit mehr Reichweite für den Atlantik
L-1049 Super Constellation Erstflug 13. Oktober 1950 größter Teil der Gesamtproduktion gestreckter Rumpf, mehr Sitze, ab späteren Versionen Turbo-Compound-Motoren
Militärversionen C-121, R7V, WV-2/EC-121 ab Ende der 1940er mehrere Hundert Transporter, VIP-Flugzeuge, Radar-Frühwarnflugzeuge mit großen Radomen
L-1649 Starliner Erstflug 10. Oktober 1956 44 neuer, langer Flügel, größte Reichweite der Familie

Die frühen Constellations

Die Grundversion L-049 trug Passagiere früh auch über den Atlantik. Mit der L-649 und vor allem der L-749 stieg die Reichweite, sodass Nonstop-Verbindungen zwischen Europa und Nordamerika realistischer wurden. Die L-749A gilt als ausgereifteste Version der kurzen Familie. Unter dem Rumpf konnte sie einen abnehmbaren Frachtbehälter tragen, das sogenannte Speedpak. Pan Am setzte eine L-749 ab 1947 für einen der ersten regelmäßigen Rund-um-die-Welt-Dienste ein.

Die Super Constellation

Ab 1950 kam die L-1049 Super Constellation. Ihr Rumpf war deutlich länger, die Kabine bot mehr Plätze, und die Fenster wurden rechteckig. Die späteren Versionen erhielten Turbo-Compound-Motoren von Wright: 18-Zylinder-Sternmotoren, bei denen drei Abgasturbinen zusätzliche Energie an die Kurbelwelle abgaben. In der L-1049G, der bekanntesten zivilen Variante, leistete jeder Motor rund 3.250 PS. Die Kehrseite: Die Motoren galten als wartungsintensiv und störanfällig. Mehr zur Technik und zu den Versionen findest du im Steckbrief zur Lockheed L-1049 Super Constellation.

Die Super Constellation konkurrierte direkt mit der Douglas DC-6 und der Douglas DC-7. Beide Hersteller lieferten sich in den 1950er-Jahren einen Wettlauf um Reichweite und Geschwindigkeit – das letzte große Duell der Kolbenmotor-Ära.

Der Starliner

Mit der L-1649 Starliner brachte Lockheed 1956 die letzte und reichweitenstärkste Version. Sie bekam einen völlig neuen, deutlich längeren Flügel, der mehr Treibstoff aufnahm und Nonstop-Flüge zwischen Europa und der US-Westküste möglich machen sollte. Doch der Zeitpunkt war ungünstig: Nur zwei Jahre später begann mit der Boeing 707 das Jetzeitalter. Vom Starliner entstanden deshalb nur 44 Exemplare. Details stehen im Steckbrief zur Lockheed L-1649 Starliner.

Die Militärversionen

Militärisch lebte die Connie lange weiter. Als C-121 diente sie als Transporter und VIP-Flugzeug – Präsident Dwight D. Eisenhower flog mit mehreren Maschinen namens „Columbine“. Als Radarflugzeug WV-2 beziehungsweise EC-121 Warning Star trug sie große Radome über und unter dem Rumpf und gilt als Vorläufer heutiger Frühwarnflugzeuge. Viele der erhaltenen Connies sind ehemalige Militärmaschinen.

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Die Connie im Liniendienst

Für die großen Airlines der Nachkriegszeit war die Constellation ein Aushängeschild. TWA war ihr wichtigster Kunde und baute ihr Langstreckennetz mit ihr auf. Pan Am, Eastern Air Lines, KLM, Air France, BOAC, Qantas, Air India und viele weitere Gesellschaften flogen sie ebenfalls. Viele dieser Airlines gibt es heute nicht mehr oder nur unter anderem Namen; wie sich ihre Bemalungen damals präsentierten, zeigt unser Überblick über legendäre Airline-Lackierungen.

An Bord bot die Connie für damalige Verhältnisse viel Komfort: Druckkabine, Schlafsessel oder Liegen in der ersten Klasse und Bordküchen für warme Mahlzeiten. Dafür dauerte ein Atlantikflug mit Zwischenlandung oft weit über zehn Stunden. Wie diese Ära insgesamt aussah, beschreibt auch der Artikel zur Geschichte von Pan Am.

Die Ära endete schneller, als sie begonnen hatte. Ab Ende der 1950er-Jahre verdrängten Jets wie die 707 die Kolbenmotor-Airliner von den Hauptstrecken. Die Connies wanderten zu kleineren Airlines, in den Charter- und Frachtverkehr oder an Militärs. Den letzten planmäßigen Passagierflug mit einer Constellation innerhalb der zusammenhängenden USA flog TWA am 11. Mai 1967 mit einer L-749 von Philadelphia nach Kansas City. In anderen Weltgegenden und im Frachtverkehr hielten sich einzelne Maschinen deutlich länger.

Unfälle

Wie alle Flugzeuge ihrer Zeit hatte auch die Connie schwere Unfälle. Besonders bekannt ist der Zusammenstoß einer TWA-Super-Constellation mit einer United DC-7 über dem Grand Canyon im Jahr 1956. Das Unglück trug in den USA wesentlich dazu bei, die Flugsicherung grundlegend zu reformieren – mehr dazu im Artikel zur Geschichte der Flugsicherung.

Die Constellation bei Lufthansa

Für die deutsche Luftfahrt hat die Connie eine besondere Bedeutung. Als Lufthansa 1955 den Flugbetrieb wieder aufnahm, gehörten Super Constellations L-1049G zur ersten Flotte. Im Juni 1955 eröffnete die Airline mit ihnen den Transatlantikverkehr nach New York, mit Zwischenlandung im irischen Shannon. Insgesamt flog Lufthansa acht L-1049G.

Ein politischer Höhepunkt folgte im September 1955: Bundeskanzler Konrad Adenauer reiste mit seiner Delegation zu den Verhandlungen nach Moskau, an Bord zweier Lufthansa-Connies. Eine davon, die D-ALIN, ist bis heute erhalten.

Ab 1958 ergänzte Lufthansa die Flotte um vier L-1649 Starliner, die bei der Airline „Super Star“ hießen. Als Passagierflugzeuge flogen sie nur bis 1960, danach baute Lufthansa Maschinen zu Frachtern um und setzte die Starliner bis 1965 ein. Auch hier zeigte sich, wie kurz die Lebensdauer der großen Kolbenmotor-Airliner an der Spitze war: Die Jets übernahmen die Prestigestrecken innerhalb weniger Jahre.

Kennzeichen sind nicht immer original

Viele Museumsflugzeuge tragen Bemalungen und Kennzeichen, die zu ihrer Geschichte passen sollen, aber nicht ihre eigene Identität sind. Wenn du eine Connie für dein Logbuch notierst, prüf die Seriennummer auf der Infotafel oder beim Museum – so vermeidest du Verwechslungen.

Erhaltene Constellations: wo du die Connie heute siehst

Von 856 gebauten Flugzeugen sind nur noch wenige erhalten, und noch weniger fliegen. Die folgende Übersicht nennt bekannte Exemplare, die öffentlich zu sehen sind oder waren. Zugang, Öffnungszeiten und Zustand ändern sich – prüfe vor dem Besuch immer die Seite des jeweiligen Museums (Stand Oktober 2026).

Ort Flugzeug Hinweise
Flugausstellung Hermeskeil (Rheinland-Pfalz) L-1049G D-ALIN, ehemals Lufthansa eine der Adenauer-Maschinen von 1955; stand vorher lange am Flughafen Hamburg
Besucherpark Flughafen München L-1049G Super Constellation, bemalt als D-ALEM neben DC-3 und Ju 52; Flugzeuge laut Flughafen zuletzt wegen Renovierung gesperrt
Flughafen Frankfurt L-1649A Starliner N7316C Lufthansa-Restaurierungsprojekt, im August 2025 nach Frankfurt gebracht, für eine Ausstellung vorgesehen
Aviodrome Lelystad (Niederlande) L-749A in KLM-Farben ehemals militärische VC-121A, als „Flevoland“ bemalt, nicht flugfähig
National Museum of the USAF, Dayton (USA) VC-121E „Columbine III“ und EC-121 Eisenhowers Präsidentenmaschine in der Presidential Gallery
Pima Air & Space Museum, Tucson (USA) L-049 (ex TWA), VC-121A „Columbine“ und EC-121T die L-049 gehörte zu den ersten TWA-Constellations
Steven F. Udvar-Hazy Center (USA) C-121C Teil der Sammlung des National Air and Space Museum
TWA Hotel, Flughafen New York JFK (USA) L-1649A als Cocktail-Lounge im Stil der 1960er-Jahre ausgebaut

Deutschland

Die wichtigste Adresse ist die Flugausstellung Hermeskeil im Hunsrück. Dort steht D-ALIN, eine der beiden Maschinen, mit denen Adenauer 1955 nach Moskau flog. Lufthansa stellte sie 1967 außer Dienst; anschließend war sie viele Jahre am Hamburger Flughafen ausgestellt, bevor sie zerlegt und nach Hermeskeil gebracht wurde.

Am Flughafen München steht eine Super Constellation im Besucherpark, in Lufthansa-Farben mit dem Kennzeichen D-ALEM, gemeinsam mit einer Douglas DC-3 und einer Junkers Ju 52. Laut Flughafen waren die Flugzeuge zuletzt wegen Renovierungsarbeiten bis auf Weiteres gesperrt. Von außen lässt sich die Connie trotzdem gut fotografieren, und vom benachbarten Besucherhügel aus kombinierst du den Klassiker mit aktuellem Verkehr.

Eine eigene Geschichte hat der Starliner N7316C. Die Deutsche Lufthansa Berlin-Stiftung kaufte 2007 in den USA drei L-1649, um eine davon wieder flugfähig zu machen. Die Arbeiten liefen jahrelang in Auburn im US-Bundesstaat Maine. 2018 stoppte Lufthansa das Projekt, die Maschine kam zerlegt nach Deutschland, zunächst nach Bremen, später nach Paderborn/Lippstadt. Im April 2024 kündigte Lufthansa an, den Starliner zusammen mit einer Ju 52 in einem neuen Besucherzentrum am Flughafen Frankfurt zu zeigen; im August 2025 traf er dort ein. Ob und ab wann er öffentlich zugänglich ist, solltest du vor einem Besuch bei Lufthansa nachlesen.

Europa und weltweit

In den Niederlanden zeigt das Aviodrome Lelystad eine Constellation in historischer KLM-Bemalung. Die Maschine war ursprünglich ein militärisches VIP-Flugzeug und wurde in den Farben der 1950er-Jahre lackiert.

In den USA lohnt sich vor allem das National Museum of the US Air Force in Dayton mit Eisenhowers „Columbine III“ und einer EC-121. Das Pima Air & Space Museum in Tucson zeigt eine frühe TWA-Constellation L-049, die erste „Columbine“ sowie einen Radar-Connie, und im Udvar-Hazy Center bei Washington steht eine C-121C. Ein ungewöhnlicher Ort ist das TWA Hotel am New Yorker Flughafen JFK, wo ein Starliner als Bar dient.

Fliegende Connies

Flugfähige Constellations sind extrem selten geworden. In Australien betreibt die Historical Aircraft Restoration Society eine C-121C mit dem Kennzeichen VH-EAG. In den USA wurde die VC-121A „Bataan“ restauriert und flog 2023 erstmals wieder. Die bekannte Schweizer Super Constellation HB-RSC, über Jahre auf Airshows in ganz Europa zu sehen, fliegt dagegen seit Mitte der 2010er-Jahre nicht mehr; sie wurde verkauft, zerlegt und ihre Zukunft ist offen. Ob eine Connie bei einer Flugshow auftaucht, erfährst du nur kurzfristig über die Veranstalter.

Die Constellation erkennen und fotografieren

Eine Connie verwechselst du kaum. Die wichtigsten Merkmale:

  • Drei Seitenflossen am Heck, die äußeren auf den Enden des Höhenleitwerks.
  • Geschwungener Rumpf, der von der Seite wie ein flaches S wirkt.
  • Vier Sternmotoren mit großen, runden Motorverkleidungen und Dreiblatt-Propellern.
  • Hohes Bugfahrwerk: Das Flugzeug steht am Boden auffällig „aufrecht“.
  • Bei der Super Constellation ein deutlich längerer Rumpf mit rechteckigen Fenstern; beim Starliner ein auffallend langer, schlanker Flügel.

Wie du ähnliche Klassiker wie DC-6, DC-7 oder Viscount auseinanderhältst, zeigt der Guide Oldtimer am Himmel erkennen.

1. Museum vorher prüfen

Öffnungszeiten, Sperrungen und ob das Flugzeug drinnen oder draußen steht, ändern sich. Ein kurzer Blick auf die Museumsseite spart dir eine vergebliche Anreise.

2. Die ganze Silhouette einfangen

Das Leitwerk macht die Connie aus. Wähle eine Position schräg von hinten oder eine flache Seitenansicht, auf der alle drei Flossen erkennbar sind.

3. Details sammeln

Motorverkleidungen, Kennzeichen, alte Airline-Schriftzüge und die geschwungene Rumpflinie geben schöne Detailbilder – gerade bei Freiluft-Exponaten mit Witterungsspuren.

4. Bei Flugshows auf die Propeller achten

Fliegt eine Connie, gilt das Gleiche wie bei allen Propellerflugzeugen: lieber eine längere Verschlusszeit, damit die Propeller nicht eingefroren wirken.

Für den letzten Punkt hilft dir unser Artikel Propellerflugzeuge fotografieren: die richtige Verschlusszeit.

Deine Connie im Hangar

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Warum die Connie bis heute fasziniert

Die Constellation steht für eine kurze, aber prägende Phase der Luftfahrt: die Jahre, in denen Fliegen über Ozeane zur regelmäßigen Verbindung wurde, aber noch nicht zum Massenprodukt. Technisch verband sie Druckkabine, große Reichweite und hohe Geschwindigkeit, wie es zuvor kein Verkehrsflugzeug geschafft hatte. Optisch hob sie sich mit ihrer Form von den eher nüchternen Konkurrenten ab. Dass ihr Hersteller heute in Lockheed Martin aufgegangen ist und keine Verkehrsflugzeuge mehr baut, macht die erhaltenen Connies umso wertvoller.

Für Spotter ist sie damit ein klassisches Sammlerstück: kaum noch in der Luft, aber in Museen in Deutschland, den Niederlanden und den USA gut erreichbar. Wer die Geschichte dahinter kennt – von Howard Hughes über Adenauers Moskau-Reise bis zum Starliner in Frankfurt –, sieht in jedem dieser Flugzeuge mehr als nur ein altes Propellerflugzeug.

Kurzfazit

Die Lockheed Constellation war das eleganteste Langstreckenflugzeug vor dem Jetzeitalter und für Lufthansa der Neustart über den Atlantik. Heute siehst du sie vor allem in Museen – in Deutschland in Hermeskeil, München und Frankfurt, weltweit in einer Handvoll Sammlungen und bei sehr seltenen Flugauftritten.

Zusammenfassung

  • Die Constellation war nach der Boeing 307 erst das zweite Langstrecken-Verkehrsflugzeug mit Druckkabine und Klimaanlage. Damit konnte sie über dem Wetter fliegen – ein großer Schritt für den Komfort auf der Langstrecke.
  • Aus der ursprünglichen L-049 entstanden die L-649 und L-749, ab 1950 die gestreckte L-1049 Super Constellation und 1956 der Starliner L-1649 mit neuem, langem Flügel.
  • Lufthansa flog ab 1955 Super Constellations und ab 1958 Super Stars über den Atlantik. Mit Lufthansa-Connies reiste Konrad Adenauer 1955 nach Moskau, darunter die heute in Hermeskeil erhaltene D-ALIN.
  • Die Jets der späten 1950er-Jahre verdrängten die Connie schnell. Erhaltene Exemplare findest du heute vor allem in Museen in den USA, in den Niederlanden, in Australien und in Deutschland.

Häufige Fragen

Wann flog die Lockheed Constellation zum ersten Mal?

Der Prototyp startete am 9. Januar 1943 in Burbank, Kalifornien. Er trug bereits die Ausführung als Militärtransporter C-69, denn die US-Luftwaffe hatte die Produktion während des Zweiten Weltkriegs übernommen. Zivile Fluggesellschaften kamen erst nach Kriegsende zum Zug.

Warum hat die Constellation drei Seitenleitwerke?

Hauptgrund war die Höhe. Mit drei kleineren Seitenflossen statt einer großen blieb das Flugzeug niedrig genug, um in die damals üblichen Hangars zu passen. Die drei Flossen sind bis heute das sicherste Erkennungsmerkmal der Connie.

Wie viele Constellations wurden gebaut?

Über alle Versionen hinweg entstanden zwischen 1943 und 1958 insgesamt 856 Exemplare. Davon gehörten 233 zur kurzen Grundfamilie L-049, L-649 und L-749, 44 zum Starliner L-1649. Der große Rest waren Super Constellations in zivilen und militärischen Versionen.

Was ist der Unterschied zwischen Constellation und Super Constellation?

Die Super Constellation (L-1049) ist eine gestreckte Weiterentwicklung mit längerem Rumpf, mehr Sitzen und stärkeren Motoren. Sie flog erstmals am 13. Oktober 1950. Ihre späteren Versionen nutzten Turbo-Compound-Sternmotoren, die Abgasenergie über Turbinen zurück auf die Kurbelwelle führten.

Welche Rolle spielte die Constellation bei Lufthansa?

Lufthansa erhielt 1955 ihre ersten Super Constellations L-1049G und eröffnete im Juni 1955 den Transatlantikverkehr nach New York über Shannon. Ab 1958 kamen vier Starliner hinzu, bei Lufthansa „Super Star“ genannt. Zwei Lufthansa-Connies brachten die Delegation um Konrad Adenauer im September 1955 nach Moskau, eine davon war die D-ALIN.

Wo kann ich in Deutschland eine Constellation sehen?

Die Lufthansa-Maschine D-ALIN steht in der Flugausstellung Hermeskeil. Im Besucherpark am Flughafen München steht eine Super Constellation in Lufthansa-Farben neben DC-3 und Ju 52; die Flugzeuge waren laut Flughafen zuletzt wegen Renovierung gesperrt. Den Starliner aus dem Lufthansa-Restaurierungsprojekt hat Lufthansa 2025 nach Frankfurt gebracht, wo er öffentlich gezeigt werden soll.

Fliegt heute noch eine Constellation?

Nur ganz wenige. Die Historical Aircraft Restoration Society in Australien betreibt eine C-121C, in den USA wurde die VC-121A „Bataan“ wieder flugfähig gemacht. Die bekannte Schweizer Super Constellation HB-RSC fliegt seit Jahren nicht mehr, ihre Zukunft ist offen. Prüfe vor einer Reise immer den aktuellen Stand beim Betreiber.

PT

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