Militärflugzeuge online verfolgen: was du sehen kannst und wo Schluss ist

Tanker, Transporter und AWACS tauchen auf Flugradar-Karten regelmäßig auf, Kampfjets oft nicht. Warum das so ist, welche Tools ungefiltert anzeigen und wie du Militärflüge sauber einordnest.

Planetrack RedaktionVeröffentlicht: 15. Oktober 202612 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Sichtbar ist, was sendet: Militärflugzeuge erscheinen nur dann auf einer Karte, wenn ihr Transponder zivile Signale abstrahlt – per ADS-B mit Position oder per Mode S, das sich über MLAT orten lässt.
  • Transporter ja, Kampfjets selten: Tanker, Transporter, Aufklärer und Regierungsflugzeuge fliegen oft im normalen Luftraum und senden entsprechend. Jets im Übungs- oder Einsatzbetrieb sind häufig gar nicht oder nur lückenhaft zu sehen.
  • Der Dienst entscheidet mit: Kommerzielle Flugradar-Anbieter blenden manche Maschinen auf Wunsch aus. Ungefilterte Community-Netzwerke zeigen alles, was ihre Empfänger hören.
  • Militärische Kennungen sind verschlüsselt: Modus 4 und Modus 5 der Freund-Feind-Kennung kann kein Hobby-Empfänger lesen. Du siehst nur den zivilen Teil des Funkverkehrs.
  • Zurückhaltung beim Teilen: Live-Positionen von Einsatzflügen haben in Social Media nichts verloren. Für Spotter reicht es, zu wissen, wann ein Flieger zurückkommt.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Militärflugzeuge verfolgen: die kurze Antwort
  2. 2.Was technisch überhaupt sichtbar ist
  3. 3.Warum Militärflugzeuge auf manchen Karten fehlen
  4. 4.Die Tools: von der App bis zum eigenen Empfänger
  5. 5.Militärflüge auf der Karte erkennen
  6. 6.Die Grenzen: was online nie vollständig ist
  7. 7.Rechtliches und Fingerspitzengefühl
  8. 8.Vom Tracker zum Foto: so nutzt du die Daten am Platz
  9. 9.Fazit

Ein Tankflugzeug zieht stundenlang Achten über Norddeutschland, eine Transportmaschine kommt von der anderen Seite des Atlantiks auf eine Air Base herein, ein AWACS kreist über Osteuropa: Auf Flugradar-Karten sind Militärflugzeuge längst kein seltener Anblick mehr. Gleichzeitig fehlt oft genau der Jet, den du gerade über dir donnern hörst. Dieser Guide erklärt, was du beim Verfolgen von Militärflugzeugen online wirklich sehen kannst, welche Tools sich dafür eignen, wie du Militärflüge sicher erkennst und wo die technischen, rechtlichen und ethischen Grenzen liegen.

Militärtypen nicht mehr verpassen

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Militärflugzeuge verfolgen: die kurze Antwort

Du siehst ein Militärflugzeug online nur dann, wenn sein Transponder zivile Signale aussendet und genügend Empfänger am Boden sie hören. Sendet die Maschine ADS-B mit GPS-Position, erscheint sie auf praktisch jeder Karte. Sendet sie nur Mode S ohne Position, braucht es MLAT, also die Ortung über Laufzeitunterschiede zwischen mehreren Empfängern. Und selbst dann entscheidet der Tracking-Dienst, ob er die Maschine anzeigt oder herausfiltert.

Daraus ergibt sich ein recht klares Muster: Große Maschinen im normalen Luftraum – Tanker, Transporter, Aufklärer, Regierungsflieger – sind häufig gut zu verfolgen. Kampfflugzeuge im Übungsbetrieb, Hubschrauber im Tiefflug und alles, was bewusst unauffällig unterwegs ist, siehst du dagegen oft gar nicht oder nur in Fragmenten.

1090 MHzFrequenz für Mode S und ADS-B, die du mit Hobby-Technik empfängst
4Empfänger braucht MLAT mindestens für eine Position
Mode 5verschlüsselte militärische Kennung – für Hobby-Empfänger unlesbar

Was technisch überhaupt sichtbar ist

Die Grundlagen sind dieselben wie bei Airlinern. Ein Flugzeugtransponder antwortet auf Abfragen der Radarstationen und sendet zusätzlich von sich aus Nachrichten. Für dich als Beobachter zählen vier Signalarten:

  • ADS-B (1090 ES): Das Flugzeug funkt seine eigene GPS-Position, Höhe, Geschwindigkeit und Kennung. Empfängst du das, liegt die Maschine präzise auf der Karte.
  • Mode S ohne Position: Das Flugzeug sendet seine eindeutige 24-Bit-Adresse (den Hex-Code) und die Höhe, aber keinen Standort. Erst MLAT macht daraus eine Position – sofern mindestens vier synchronisierte Empfänger das Signal hören.
  • Mode A/C: Nur Squawk-Code und Höhe, ohne eindeutige Kennung. Solche Ziele tauchen auf den meisten Karten gar nicht auf, weil sie sich keinem Flugzeug zuordnen lassen.
  • Militärische Modi 4 und 5: Die Freund-Feind-Kennung der NATO-Streitkräfte. Modus 5 ist im Kern eine verschlüsselte Variante von Mode S mit GPS-Position. Ohne den passenden Schlüssel lässt sich damit nichts anfangen – kein Hobby-Empfänger dekodiert diese Daten.

Was bei Militärmaschinen auf der Karte landet, ist also immer nur der zivile Anteil ihres Funkverkehrs. Wie die Modi im Detail funktionieren, erklärt der Artikel Transponder Mode A, C und S.

Signal Was du siehst Typisch bei Genauigkeit
ADS-B mit Position Position, Höhe, Kurs, Rufzeichen, Hex-Code Tankern, Transportern, Regierungsflugzeugen im zivilen Luftraum sehr hoch
Mode S ohne Position Hex-Code und Höhe, Position nur per MLAT vielen Militärmaschinen, die kein ADS-B aktivieren abhängig von Empfängerdichte, oft gröber
Mode A/C Squawk und Höhe, keine Zuordnung älterer Technik oder reduziertem Transponderbetrieb auf Karten meist unsichtbar
Modus 4/5 nichts militärischer Identifizierung nicht empfangbar

Warum Militärflugzeuge auf manchen Karten fehlen

Wenn ein bekannter Militärflug auf deiner Lieblings-App nicht erscheint, kann das an drei Stellen liegen. Allgemeine Gründe für fehlende Flugzeuge erklärt auch der Artikel Warum ein Flugzeug nicht auf dem Flugradar erscheint.

1. Der Transponder sendet nichts Verwertbares

Streitkräfte entscheiden selbst, wie sie ihre Transponder einsetzen. Im zivil kontrollierten Luftraum, etwa bei Überführungen oder Transportflügen über Europa, senden viele Maschinen ganz normal. In Übungsräumen, bei Einsätzen oder bei sensiblen Missionen sieht das anders aus. Die Folge: Ein Eurofighter, der morgens mit Rufzeichen über die Karte rollt, kann eine halbe Stunde später spurlos verschwinden, obwohl er weiterfliegt.

2. Es gibt zu wenige Empfänger

MLAT braucht dichte Empfängernetze. Über Ballungsräumen klappt das gut, über Nordsee, Gebirgen und dünn besiedelten Übungsgebieten oft nicht. Gerade dort wird aber gern geübt. In niedriger Höhe reißt der Empfang zusätzlich ab, weil Gelände und Erdkrümmung die Sichtlinie zur Antenne blockieren.

3. Der Dienst filtert

Kommerzielle Anbieter wie Flightradar24 blenden nach eigener Darstellung aus Sicherheits- und Datenschutzgründen bestimmte Luftfahrzeuge aus. Bekanntes Beispiel: Auf Bitte des japanischen Verteidigungsministeriums wurde die Position der japanischen Regierungsmaschine ab 2014 nicht mehr angezeigt. Dazu kommen Programme wie das US-amerikanische LADD, über das Halter ihre Daten bei Diensten sperren lassen können, die FAA-Daten nutzen. Wie die großen Apps sich unterscheiden, zeigt der Flugradar-Apps-Vergleich.

Gefiltert heißt nicht verschlüsselt

ADS-B und Mode S sind unverschlüsselt. Wenn ein Dienst eine Maschine ausblendet, ist sie technisch trotzdem empfangbar – sie wird nur nicht angezeigt. Deshalb unterscheiden sich gefilterte und ungefilterte Tracker gerade bei Militär- und Regierungsflügen deutlich.

Die Tools: von der App bis zum eigenen Empfänger

Für Militärflüge lohnt sich ein anderer Werkzeugkasten als für den Urlaubsflieger. Grob gibt es vier Kategorien.

Werkzeug Beispiele Filterverhalten Stärke Schwäche
Kommerzielle Flugradar-Apps Flightradar24, FlightAware, AirNav RadarBox blenden manche Maschinen aus bequem, gute Typ- und Fotodaten Lücken gerade bei Militär und Regierung
Ungefilterte Community-Tracker ADS-B Exchange, adsb.fi, adsb.lol, airplanes.live zeigen nach eigener Aussage alle empfangenen Daten maximale Vollständigkeit, oft mit Militär-Markierung schlichtere Oberfläche, weniger Komfort
Eigener Empfänger Raspberry Pi oder Fertigempfänger mit tar1090 gar keins Rohdaten direkt aus deiner Umgebung, nichts dazwischen nur Reichweite deiner Antenne
Datenbanken Scramble, Hex-Listen von Hobbyprojekten – Zuordnung von Hex-Code, Kennzeichen und Einheit keine Live-Position

Ungefilterte Community-Tracker

Für Militärflüge sind die Community-Netzwerke die erste Adresse. ADS-B Exchange ist der bekannteste Vertreter. Daneben haben sich adsb.fi, adsb.lol und airplanes.live etabliert, die ebenfalls auf ungefilterte Daten setzen. Viele dieser Karten bauen auf der Oberfläche tar1090 auf und ziehen Zusatzinformationen aus Datenbanken, in denen bekannte Militärmaschinen markiert sind. So kannst du dir gezielt nur Militärverkehr anzeigen lassen. Einige Hobbyseiten wie ads-b.nl setzen darauf auf und spezialisieren sich ganz auf Militärflüge.

Der eigene Empfänger

Am direktesten bist du mit einem eigenen Empfänger dran: ein SDR-Stick, eine Antenne und ein kleiner Rechner reichen. Du siehst dann alles, was deine Antenne hört – inklusive Maschinen, die kommerzielle Dienste ausfiltern. Wie du anfängst, beschreiben die Guides ADS-B-Empfänger selber bauen und Flugverfolgung am PC mit tar1090. Wenn du deine Daten an Community-Netzwerke weitergibst, profitieren auch andere davon – und mehr Empfänger bedeuten bessere MLAT-Abdeckung für alle.

Datenbanken

Live-Tracker sagen dir, wo etwas fliegt. Datenbanken sagen dir, was es ist. Die Spotter-Datenbank Scramble sammelt seit Jahrzehnten Daten zu Militärluftfahrzeugen, Einheiten und Stützpunkten. Wer eine Hex-Adresse oder ein Kennzeichen sauber einer Staffel zuordnen will, kommt an solchen Quellen kaum vorbei.

Deine Militärsichtungen an einem Ort

Poste deine Sichtungen in Planetrack mit Foto, Flugzeugtyp, Kennzeichen und Flughafen und sammle sie in deinem Hangar – samt Wunschliste für Typen, die dir noch fehlen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Militärflüge auf der Karte erkennen

Nicht jeder graue Punkt ohne Airline-Logo ist ein Militärflug, und nicht jeder Militärflug sieht militärisch aus. Diese Merkmale helfen beim Einordnen:

  • Rufzeichen: Viele Streitkräfte haben eigene ICAO-Kennungen. Die deutsche Luftwaffe fliegt als GAF („German Air Force“), Heer und Marine haben mit GAM und GNY eigene Kürzel. Die Royal Air Force nutzt für Lufttransporte ASCOT (Code RRR), Transporter des Air Mobility Command der US Air Force sind als REACH unterwegs. Daneben gibt es viele missionsbezogene Rufzeichen, die wechseln.
  • Flugzeugtyp: Typcodes für Airbus A400M, A330 MRTT, Boeing C-17, KC-135, E-3 Sentry oder P-8 Poseidon verraten oft schon alles.
  • Hex-Adresse: Jedes Land bekommt einen eigenen Adressblock, Streitkräfte nutzen davon oft eigene Teilbereiche. Wie du per Hex-Code nachschlägst, zeigt der Guide Flugzeug per Kennzeichen oder Hex-Code verfolgen.
  • Kennzeichen: Militärmaschinen tragen keine zivile Registrierung, sondern nationale Seriennummern. Bei der Bundeswehr sind das die bekannten Zahlen mit Pluszeichen – mehr dazu unter Kennzeichen von Bundeswehr-Luftfahrzeugen, für US-Maschinen unter US-Militärkennzeichen.
  • Flugmuster: Ovale Racetracks in großer Höhe deuten auf Tanker oder Aufklärer hin, lange Schleifen über See auf Seeaufklärer. Woran du solche Typen auch am Himmel erkennst, steht in AWACS und Aufklärer erkennen und Militärtransporter erkennen.

Achtung bei Verwechslungen: Manche zivilen Airlines fliegen im Auftrag von Streitkräften, etwa Charterunternehmen für Truppentransporte wie Omni Air International. Umgekehrt betreibt AirTanker Tankflugzeuge für die britische Luftwaffe. Die Grenze zwischen „militärisch“ und „zivil“ ist auf der Karte nicht immer scharf.

Die Grenzen: was online nie vollständig ist

Das klappt meist gut

  • Transport- und Tankflüge im zivil kontrollierten Luftraum
  • Überführungen, Werkstattflüge und Regierungsflüge
  • An- und Abflüge an Fliegerhorsten mit gutem Empfängernetz
  • Rückblick auf Flugwege über die Verlaufsdaten

Das klappt oft nicht

  • Kampfjets in Übungsräumen und bei Einsätzen
  • Tiefflug, Hubschrauber in Bodennähe, Flüge über See
  • exakte Positionen bei reinem MLAT-Empfang
  • alles mit abgeschaltetem oder nur intern genutztem Transponder

Drei Effekte solltest du immer im Kopf behalten:

  • Leere Karte heißt nicht leerer Himmel. Nur weil nichts angezeigt wird, fliegt nichts? Falsch. Gerade bei Militärflügen ist die Abwesenheit auf der Karte die Regel, nicht die Ausnahme.
  • MLAT ist eine Schätzung. Positionen aus Laufzeitunterschieden springen, hängen hinterher oder reißen ab, sobald ein Empfänger ausfällt. Für die Frage „kommt er gleich rein?“ reicht das, für exakte Flugwege nicht.
  • Verzögerung: Zwischen Empfang und Anzeige vergehen je nach Dienst einige Sekunden. Bei schnellen Jets im Platzanflug kann das den Unterschied machen, ob du rechtzeitig die Kamera oben hast.

Ein Sonderfall sind Notfallcodes: Auch Militärmaschinen setzen im Ernstfall die bekannten Squawks. Was 7500, 7600 und 7700 bedeuten, erklärt der Artikel Squawk-Codes 7500, 7600 und 7700.

Rechtliches und Fingerspitzengefühl

Öffentlich zugängliche Tracking-Seiten anzuschauen, ist für Millionen Menschen Alltag. Spätestens bei eigener Technik und beim Weitergeben von Daten lohnt aber ein genauer Blick: Was beim Empfang und Teilen von ADS-B-Daten in Deutschland, Österreich und der Schweiz gilt, fasst ADS-B-Daten empfangen: die Rechtslage zusammen. Fürs Fotografieren an Kasernen und Fliegerhorsten gelten eigene Regeln – siehe Militärflugplätze fotografieren. Und wer im Ausland spottet, sollte vorher die Rechtslage im Ausland prüfen; in manchen Ländern gelten Empfänger oder Fotos von Militäranlagen schnell als Sicherheitsproblem.

Unabhängig vom Gesetz gibt es eine Frage des Anstands. Wenn du eine Maschine im Einsatzgebiet oder einen sensiblen Transport entdeckst, musst du das nicht in Echtzeit in die Welt posten. Spotter brauchen keine Live-Lagekarten, sondern die Info, wann ein Flieger am Platz zurückerwartet wird. Fotos und Sichtungen teilst du am besten mit etwas Abstand und ohne Spekulationen über Einsatzzwecke.

Keine Live-Lagebilder

Screenshots mit Flugwegen laufender Einsätze, Kommentare zu vermuteten Missionen oder Hinweise auf Truppenbewegungen gehören nicht in öffentliche Kanäle. Wer so etwas teilt, schadet im Zweifel dem Ruf der ganzen Spotter-Szene.

Vom Tracker zum Foto: so nutzt du die Daten am Platz

Am meisten bringt dir Militär-Tracking, wenn du es mit einem Spotting-Ausflug verbindest. Der Ablauf ist immer ähnlich.

1. Ziel festlegen

Such dir einen Militärflugplatz oder einen zivilen Flughafen mit regelmäßigem Militärverkehr aus – etwa den NATO-Flugplatz Geilenkirchen, den Fliegerhorst Wunstorf oder die Ramstein Air Base.

2. Muster beobachten

Schau dir über ein paar Tage die Verlaufsdaten an: Wann starten Transporter, wann kommen Tanker zurück, welche Rufzeichen tauchen regelmäßig auf?

3. Ungefilterten Tracker plus Datenbank nutzen

Lass dir am Spot nur Militärverkehr anzeigen und gleich Hex-Codes und Kennzeichen mit einer Datenbank ab, damit du weißt, welche Maschine gleich kommt.

4. Mit Funk und Wetter kombinieren

Wind und Betriebsrichtung bestimmen, wo du stehen musst. Wer zusätzlich Flugfunk hört, sollte vorher die Rechtslage dazu kennen.

5. Sichtung sauber dokumentieren

Notiere Kennzeichen, Typ und Zeit – und gleiche deine Fotos später mit den Tracking-Daten ab, um unklare Seriennummern zu bestätigen.

Für konkrete Plätze helfen die Guides zu Geilenkirchen und den AWACS, zum Fliegerhorst Wunstorf mit dem A400M und zur Ramstein Air Base. Am Spotterhügel Teveren findest du einen festen Standort mit Blick auf die Piste: Spotterhügel Teveren in Geilenkirchen. Wenn dich Kampfjets interessieren, lohnt der Blick in Eurofighter in Deutschland spotten – dort spielt Tracking wegen der Lücken eine kleinere Rolle als Platzkenntnis. Wer seine Fotos hinterher mit Logs abgleichen will, findet das Vorgehen in Sichtungen mit ADS-B-Logs abgleichen.

Kommerzielle App reicht, wenn …

  • du vor allem Transporter und Tanker im zivilen Luftraum suchst
  • dir Fotos und Typinfos in der App wichtiger sind als Vollständigkeit
  • du nur gelegentlich nach Militärverkehr schaust

Ungefilterter Tracker, wenn …

  • du gezielt Militärflüge filtern willst
  • Maschinen in deiner App regelmäßig fehlen
  • du Hex-Codes und Rufzeichen selbst auswertest

Eigener Empfänger, wenn …

  • du in der Nähe eines Fliegerhorsts wohnst
  • du Rohdaten ohne Zwischenstation willst
  • du die MLAT-Abdeckung für die Community verbessern möchtest

Bist du bereit fürs Militär-Tracking?

Hak ab, was du schon erledigt hast – am Ende siehst du, ob dein Setup passt.

  • Ich nutze mindestens einen ungefilterten Tracker neben meiner Standard-App.
  • Ich weiß, dass Kampfjets oft gar nicht oder nur per MLAT auftauchen.
  • Ich kenne die wichtigsten Rufzeichen der Streitkräfte in meiner Region.
  • Ich habe eine Datenbank für Hex-Codes und Kennzeichen griffbereit.
  • Ich kenne die Regeln fürs Fotografieren an Militärflugplätzen.
  • Ich teile keine Live-Positionen laufender Einsätze.

Spots, Alarme und Sichtungen in einer App

Finde Spots mit Anreise und bestem Licht auf der Spot-Karte, check Wetter, Wind und Pisten am Flughafen und lass dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, wenn dein Wunschtyp anfliegt. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Fazit

Militärflugzeuge online zu verfolgen, ist kein Blick hinter den Vorhang, sondern ein Blick auf den zivilen Teil ihres Funkverkehrs. Tanker, Transporter, Aufklärer und Regierungsmaschinen sind oft gut zu sehen, Kampfjets und Einsätze meist nicht. Wer mehr will, kombiniert einen ungefilterten Community-Tracker mit einer guten Datenbank und im besten Fall einem eigenen Empfänger. Und wer die Daten am Zaun nutzt, statt sie live zu verbreiten, hat am Ende die besseren Bilder – und die Szene einen guten Ruf.

Kurzfazit

Sichtbar ist nur, was ADS-B oder Mode S sendet und genug Empfänger erreicht. Nutze ungefilterte Tracker und Datenbanken für die Zuordnung, rechne mit Lücken bei Kampfjets und behalte Live-Positionen von Einsätzen für dich.

Zusammenfassung

  • Militärflüge online zu verfolgen funktioniert über dieselben Signale wie bei Airlinern: ADS-B, Mode S und daraus berechnete MLAT-Positionen.
  • Was du siehst, hängt vom Transponder-Betrieb der Streitkräfte, von der Empfängerdichte am Boden und vom Filterverhalten des Tracking-Dienstes ab.
  • Rufzeichen, Hex-Adresse, Typcode und militärisches Kennzeichen helfen, eine Maschine sicher zuzuordnen – Datenbanken wie Scramble ergänzen das.
  • Eine leere Karte heißt nicht, dass nichts fliegt. Lücken, Verzögerungen und ungenaue MLAT-Positionen gehören zum Alltag.
  • Wer Militärflüge verfolgt, sollte Rechtslage und Fingerspitzengefühl beim Teilen von Daten im Blick behalten.

Häufige Fragen

Kann man Militärflugzeuge auf Flightradar24 sehen?

Teilweise. Militärmaschinen, die ADS-B senden oder per MLAT geortet werden, tauchen auch bei kommerziellen Diensten auf. Flightradar24 blendet aber nach eigener Darstellung aus Sicherheits- und Datenschutzgründen bestimmte Luftfahrzeuge aus. Wer möglichst vollständige Daten will, schaut zusätzlich bei ungefilterten Community-Trackern oder am eigenen Empfänger nach.

Warum sehe ich Kampfjets fast nie auf dem Flugradar?

Weil viele Kampfflugzeuge im Übungs- und Einsatzbetrieb kein ADS-B mit Position aussenden oder den zivilen Teil ihres Transponders nur zeitweise nutzen. Fehlt die Position, braucht es MLAT – und das funktioniert nur dort, wo mindestens vier Empfänger dasselbe Signal hören. In Übungsräumen abseits der Ballungsgebiete ist das oft nicht der Fall.

Welche Tracker zeigen Militärflugzeuge ungefiltert?

Community-Netzwerke wie ADS-B Exchange, adsb.fi, adsb.lol und airplanes.live werben damit, empfangene Daten nicht zu filtern. Mit einem eigenen ADS-B-Empfänger und einer Oberfläche wie tar1090 siehst du ohnehin alles, was deine Antenne direkt hört – ohne Zwischenstation.

Woran erkenne ich auf der Karte, dass es ein Militärflug ist?

Am Rufzeichen (etwa GAF für die deutsche Luftwaffe, REACH für Transporter des Air Mobility Command der US Air Force, ASCOT für Lufttransporte der Royal Air Force), am Flugzeugtyp, an der Hex-Adresse und am militärischen Kennzeichen. Viele ungefilterte Tracker markieren bekannte Militärmaschinen zusätzlich über ihre Datenbank.

Kann ich die verschlüsselten Militärsignale mitlesen?

Nein. Die militärischen Abfragemodi 4 und 5 der Freund-Feind-Kennung sind kryptografisch gesichert. Hobby-Empfänger dekodieren nur die zivilen Formate auf 1090 MHz, also Mode A/C, Mode S und ADS-B.

Darf ich Militärflüge online verfolgen und Bilder davon posten?

Das Ansehen öffentlich zugänglicher Tracking-Seiten ist in Deutschland üblich und verbreitet. Für den eigenen Empfang und das Weitergeben von ADS-B-Daten gibt es eigene Regeln, und an Militärflugplätzen gelten besondere Vorschriften fürs Fotografieren. Unabhängig vom Recht: Live-Positionen laufender Einsätze solltest du nicht teilen.

PT

Planetrack Redaktion

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