Das Wichtigste in Kürze
- Die C295 ist ein taktischer Zweimot-Transporter aus der spanischen CASA-Linie, entstanden als gestreckte und stärkere CN-235.
- Schnellster Erkennungsweg: Schulterflügel, Heckrampe und Sechsblatt-Propeller – damit trennst du sie sicher von der CN-235.
- Mehr als ein Transporter: Als MPA bzw. Persuader überwacht sie Seegebiete, dazu gibt es SAR-, Aufklärungs- und Tankerversionen.
- In Europa fliegt sie unter anderem in Spanien, Polen, Portugal, Tschechien, Finnland und Irland.
- Im Flugplan und in Tracking-Diensten erscheint sie als C295 – sofern sie überhaupt Daten sendet.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die Airbus C295?
- 2.Die Merkmale, die zur Bestimmung reichen
- 3.Die Varianten im Überblick
- 4.Seeaufklärer: die C295 MPA
- 5.Betreiber in Europa
- 6.Über Europa hinaus
- 7.C295, CN-235, C-27J oder An-32?
- 8.Wo du die C295 als Spotter antriffst
- 9.Fototipps speziell für die C295
- 10.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 11.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | CASA, später EADS CASA bzw. Airbus Defence and Space |
|---|---|
| Familie | Weiterentwicklung der CN-235 |
| ICAO-Typcode | C295 |
| Erstflug | November 1997 (umgebauter CN-235-Prototyp) |
| Indienststellung | 2001 bei der spanischen Luftwaffe |
| Endmontage | Sevilla (Spanien); zusätzlich Vadodara (Indien) für die indische Luftwaffe |
| Triebwerke | 2 × Pratt & Whitney Canada PW127G Turboprop, je rund 1.970 kW |
| Propeller | sechsblättrig |
| Länge | 24,50 m |
| Laderaum | 12,69 m lang, ohne Einbauten, mit Druckkabine |
| Nutzlast | bis rund 9 t (Herstellerangaben schwanken zwischen 8 und 9 t) |
| Kapazität | rund 70 Soldaten, bis zu 50 Fallschirmspringer oder 24 Krankentragen |
| Reisegeschwindigkeit | bis 260 kn (rund 480 km/h) |
| Besatzung (Transport) | 2 Piloten |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Hoch angesetzter, gerader Flügel (Schulterdecker) mit zwei Turboprops in schlanken Gondeln
- Sechsblatt-Propeller – die kleinere CN-235 hat nur vier Blätter
- Hochgezogenes Heck mit großer Laderampe, darüber ein einzelnes Seitenleitwerk mit tief angesetztem Höhenleitwerk
- Fahrwerk, das in Verkleidungen seitlich am Rumpf einfährt – die Ausbuchtungen sind auch im Flug gut sichtbar
- Langer, schlanker Rumpf mit vielen kleinen Fenstern – deutlich gestreckter als bei der CN-235
- Bei der C295W kleine, nach oben gerichtete Winglets; bei MPA-Versionen Radom unter dem Rumpf, Sensorkugel und oft Beobachtungsfenster
Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein grau lackierter Zweimot mit hohem Flügel zieht tief über den Platz, unter dem Heck zeichnet sich eine Rampe ab, und die Propeller wirken auffällig dicht besetzt: Sehr wahrscheinlich ist das eine Airbus C295. Der spanische Transporter ist in vielen europäischen Luftwaffen das Arbeitstier für Truppen, Fracht und Fallschirmspringer – und in seiner MPA-Version auch ein Seeaufklärer. Hier erfährst du, wie du ihn sicher erkennst, welche Varianten es gibt und wo in Europa du ihn vor die Linse bekommst.
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Was ist die Airbus C295?
Die C295 ist ein taktischer Transporter mit zwei Turboprops, gebaut für Einsätze, bei denen ein großer Jet nicht hinkommt oder überdimensioniert wäre. Sie stammt aus der Linie des spanischen Herstellers CASA (Construcciones Aeronáuticas SA), der später in EADS und schließlich in Airbus aufging. Deshalb findest du sie heute unter dem Hersteller Airbus, zuständig ist die Sparte Airbus Defence and Space.
Technisch ist die C295 eine gestreckte und stärkere CN-235. CASA verlängerte den Rumpf vor und hinter dem Flügel, verstärkte Fahrwerk und Tragfläche und setzte deutlich kräftigere Triebwerke ein. Das Ergebnis ist ein Laderaum von 12,69 Metern Länge ohne störende Einbauten – rund drei Meter mehr als beim Vorgänger. Die Kabine ist druckbelüftet, die Heckrampe lässt sich laut Airbus auch im Flug öffnen, etwa zum Absetzen von Lasten oder Rettungsausrüstung.
Die Entwicklung begann Mitte der 1990er-Jahre. Ein umgebauter CN-235-Prototyp flog im November 1997 als erste C295, die erste Neubaumaschine folgte Ende 1998. Erstkunde war die spanische Luftwaffe, die 1999 bestellte und ab 2001 mit dem Typ flog. Dort heißt die Maschine T.21.
Laut Airbus kommt die C295 auf eine Nutzlast von bis zu rund neun Tonnen, transportiert etwa 70 Soldaten, bis zu 50 Fallschirmspringer oder in der Sanitätsversion 24 Krankentragen mit Begleitpersonal. Mit neun Tonnen Zuladung reicht es laut Airbus für rund 1.500 Kilometer, leer überführt schafft sie über 5.000 Kilometer. Angetrieben wird sie von zwei Pratt & Whitney Canada PW127G, einer Militärversion der PW127-Familie, die du auch von zivilen Turboprops wie der ATR 72-600 kennst – wie du solche Turboprops auseinanderhältst, zeigt der Ratgeber Turboprops unterscheiden.
Die Merkmale, die zur Bestimmung reichen
Hoher Flügel, Rampe, zwei Turboprops – das trifft auf eine ganze Reihe von Militärtransportern zu. Für die C295 brauchst du deshalb einen zweiten Blick auf Details. Drei Beobachtungen reichen meist.
Propellerblätter zählen
Sechs Blätter pro Propeller sind das wichtigste Merkmal gegenüber der CN-235 mit vier Blättern. Am Boden oder bei kurzer Verschlusszeit im Anflug erkennst du das gut.
Rumpfverhältnis ansehen
Die C295 wirkt lang und schlank. Vor dem Flügel sitzt ein deutlich längerer Rumpfabschnitt als bei der CN-235, das Heck mit der Rampe zieht steil nach oben.
Flügelspitzen prüfen
Kleine, nach oben gebogene Winglets verraten die modernisierte C295W. Fehlen sie, kann es eine ältere C295M oder eben eine CN-235 sein – dann entscheiden Propeller und Rumpflänge.
Das Fahrwerk verschwindet in Verkleidungen seitlich am Rumpf, die wie längliche Beulen unter dem Flügel sitzen. Das teilt die C295 mit CN-235, C-27J und vielen anderen Schulterdeckern, es hilft also eher bei der Abgrenzung zu Typen mit Fahrwerk in den Triebwerksgondeln wie der An-32. Die genaue Version klärt am Ende die militärische Kennung am Rumpf oder Leitwerk.
Praxis-Tipp für Militärkennungen
Militärische C295 tragen statt eines zivilen Kennzeichens meist eine Seriennummer oder ein Länderkürzel mit Nummer. Fotografiere Leitwerk und hinteren Rumpf mit, dann kannst du die Maschine später in Militärdatenbanken eindeutig zuordnen. Wie solche Datenbanken funktionieren, erklärt der Beitrag über Scramble.
Die Varianten im Überblick
Die C295 ist weniger ein einzelnes Flugzeug als eine Plattform. Auf denselben Grundrumpf setzt Airbus sehr unterschiedliche Ausrüstung – für Spotter macht das die Zuordnung spannend.
| Variante | Rolle | Woran du sie erkennst |
|---|---|---|
| C295M | Transport, Fallschirmjäger, Sanitätsflüge | Grundversion, Flügelspitzen ohne Winglets |
| C295W | modernisierter Transporter | Winglets an den Flügelspitzen |
| C295 MPA / Persuader | Seeaufklärung, U-Jagd | Radom unter dem Rumpf, Sensorkugel unter der Nase, Aufhängepunkte unter den Flügeln |
| C295 MSA | Seeüberwachung ohne Waffen | ähnliche Sensoren wie die MPA, aber ohne Bewaffnung |
| SAR-Versionen, z. B. CC-295 Kingfisher | Suche und Rettung | große, gewölbte Beobachtungsfenster |
| ISR / SIGINT | Aufklärung, elektronische Überwachung | zusätzliche Antennen und Sensoren |
Daneben bietet Airbus einen Tankerbausatz an, mit dem die C295 bis zu fünf Tonnen Treibstoff an andere Flugzeuge abgeben kann. Eine Frühwarnversion mit Radar auf dem Rumpfrücken ist als Prototyp geflogen. Bei Spottern besonders begehrt sind die Sonderversionen, weil sie in kleinen Stückzahlen fliegen und oft eigene Silhouetten haben.
Seeaufklärer: die C295 MPA
Die Maritime-Patrol-Version ist der Grund, warum die C295 in Küstenstaaten so verbreitet ist. Sie füllt die Lücke zwischen Hubschraubern und großen Seefernaufklärern wie der Lockheed P-3 Orion oder der Boeing P-8 Poseidon: billiger im Betrieb, aber mit langer Ausdauer. Airbus nennt bis zu elf Stunden in der Luft, an anderer Stelle sogar bis zu 13 Stunden – je nach Ausstattung und Mission.
Herzstück ist das Missionssystem FITS (Fully Integrated Tactical System). Es bündelt Suchradar, elektrooptischen und Infrarotsensor, den Schiffs-Identifikationsempfänger AIS und je nach Version Sonarbojen für die U-Jagd. Aufgaben sind Fischereiaufsicht, Grenzschutz, Umweltüberwachung, Suche und Rettung und im militärischen Fall die Jagd auf U-Boote und Schiffe.
Von außen erkennst du die Seeaufklärer an mehreren Anbauten: einem Radom unter dem Rumpf, einer drehbaren Sensorkugel, zusätzlichen Antennen und oft an den Beobachtungsfenstern im hinteren Rumpf. Wie du solche Aufklärer generell einordnest, zeigt der Ratgeber AWACS, Seeaufklärer und Aufklärungsflugzeuge erkennen.
Betreiber in Europa
In Europa ist die C295 vor allem im Süden, Osten und Norden verbreitet. Die folgenden Angaben beruhen auf Herstellerangaben und etablierten Nachschlagewerken; Bestände ändern sich durch Nachbestellungen, Umrüstungen und Unfälle.
| Land | Betreiber | Rolle | Hinweise |
|---|---|---|---|
| Spanien | Ejército del Aire y del Espacio | Transport, dazu bestellte Seeüberwacher | Erstkunde, Bezeichnung T.21, Transportgeschwader Ala 35 in Getafe |
| Polen | Siły Powietrzne | Transport | erster Exportkunde (Bestellung 2001), Basis Kraków-Balice |
| Portugal | Força Aérea Portuguesa | Transport und Seeaufklärung | Transporter und Persuader, Staffel 502 in Montijo |
| Tschechien | Vzdušné síly AČR | Transport | erste Maschinen 2010, Basis Prag-Kbely |
| Finnland | Ilmavoimat | Transport, elektronische Kampfführung | drei Maschinen, eine davon für elektronische Kampfführung |
| Irland | Irish Air Corps | Seeüberwachung und Transport | zwei Seeüberwacher seit 2023, ein Transporter seit Oktober 2025 |
Spanien ist Heimat und größter europäischer Nutzer. Die T.21 fliegen beim Transportgeschwader Ala 35 auf der Luftwaffenbasis Getafe südlich von Madrid. 2023 bestellte Spanien 16 weitere C295 für Seeaufklärung und Seeüberwachung. Laut Airbus kamen im Dezember 2025 noch 18 Transporter hinzu, die an den Schulen für Lufttransport und Fallschirmspringer ältere CN-235 und C-212 ablösen. Damit bleibt die C295 in Spanien auf Jahre das häufigste Transportflugzeug am Himmel.
Polen war 2001 der erste Exportkunde. Die Maschinen fliegen bei der 8. Transportfliegerbasis, die im militärischen Südteil des Flughafens Krakau-Balice liegt. Zur Geschichte gehört auch der Absturz vom 23. Januar 2008 bei Mirosławiec, bei dem alle 20 Menschen an Bord ums Leben kamen – eines der schwersten Unglücke der polnischen Luftwaffe.
Portugal setzt die C295 in zwei Rollen ein: als Transporter und als Seeaufklärer Persuader. Die Staffel 502 „Elefantes“ fliegt von der Luftwaffenbasis Montijo am Südufer des Tejo, gegenüber von Lissabon. Wer in der Region unterwegs ist, kombiniert das mit dem Guide Planespotting in Lissabon.
Tschechien übernahm 2010 seine ersten vier C295 und bestellte später zwei weitere. Stationiert sind sie in Prag-Kbely – dem historischen Flugplatz, auf dem auch das Luftfahrtmuseum Kbely liegt. Ein Besuch im Museum bringt dich also nah an den aktiven Flugbetrieb, Details zum Standort findest du beim Spot am Museum Kbely und im Guide Planespotting in Prag.
Finnland fliegt drei Maschinen, zwei als Transporter und eine für die elektronische Kampfführung. Irland ersetzte mit zwei C295 die beiden betagten CN-235 Persuader des Air Corps; die erste Maschine kam im Juni 2023. Im Oktober 2025 folgte eine dritte C295 als Transporter für Personal, Fracht und Sanitätsflüge. Alle irischen Maschinen sind auf dem Militärflugplatz Baldonnel bei Dublin zu Hause – für Linienverkehr am Flughafen Dublin hilft dir der Guide Planespotting in Dublin.
Zahlen ändern sich
Bestände, Stationierungen und Rollen von Militärflugzeugen werden selten zentral veröffentlicht und ändern sich durch Nachrüstungen und Neubestellungen. Nimm die Tabelle als Orientierung und prüf vor einer Tour aktuelle Quellen.
Über Europa hinaus
Die C295 ist ein echter Exporterfolg. Laut Airbus fliegen Betreiber aus 39 Ländern auf vier Kontinenten mit dem Typ. Größter Kunde ist Indien mit 56 Maschinen: 16 kamen fertig aus Sevilla, 40 baut Tata Advanced Systems im indischen Vadodara, wo im Oktober 2024 eine eigene Endmontagelinie eröffnet wurde. In Kanada fliegt die Luftwaffe 16 Such- und Rettungsmaschinen unter der Bezeichnung CC-295 Kingfisher, die seit Mai 2025 im Einsatz sind. Dazu kommen Betreiber in Lateinamerika, Afrika, dem Nahen Osten und Südostasien.
C295, CN-235, C-27J oder An-32?
Die meisten Verwechslungen passieren mit anderen Zweimot-Transportern gleicher Größe. Der Finder hilft dir beim Eingrenzen.
Schnellbestimmung: Zweimot-Transporter mit Rampe
Airbus C295
Sechsblatt-Propeller, langer Rumpf und Fahrwerk am Rumpf sprechen für die C295. Mit Winglets ist es eine C295W, Radom und Sensorkugel unter dem Rumpf deuten auf eine Seeaufklärer-Version.
Airbus CN-235
Vier Blätter und der kürzere Rumpf passen zur kleineren Schwester. Sie ist in vielen Luftwaffen und Küstenwachen im Einsatz, oft parallel zur C295.
Leonardo C-27J Spartan
Auch sie hat Sechsblatt-Propeller, wirkt aber kürzer und gedrungener mit sehr hohem Rumpfquerschnitt. Im Zweifel hilft die Kennung.
Antonov An-32 oder An-26
Fahrwerk in den Gondeln und hoch über dem Flügel liegende Triebwerke sind typisch für die Antonov-Familie.
Deutlich größer sind die viermotorige Lockheed C-130 Hercules und der Airbus A400M mit seinen vier Propellerturbinen. Der Jet-Transporter Embraer C-390 spielt in einer anderen Gewichtsklasse. Einen Überblick über alle Militärtransporter gibt der Ratgeber Militärtransporter erkennen.
Seltene Transporter nicht verpassen
Setz die C295 auf deine Wunschliste und lass dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, wenn der Typ an einem Flughafen anfliegt. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Wo du die C295 als Spotter antriffst
Im DACH-Raum ist die C295 nicht stationiert – weder Bundeswehr noch Bundesheer oder Schweizer Luftwaffe fliegen sie. Trotzdem taucht sie regelmäßig auf: als Gast bei Übungen, bei Transitflügen und vor allem bei Airshows. Spanische, polnische, portugiesische oder tschechische Maschinen bringen Material und Personal zu Flugtagen, und oft stehen sie dort auch im Static Display. Termine und Tipps für die großen Veranstaltungen findest du unter Airshows in Europa für Planespotter und beim Royal International Air Tattoo.
Wer gezielt sucht, reist zu den Basen. Getafe bei Madrid ist der klassische Ort für spanische T.21; die Regeln fürs Fotografieren in Spanien stehen im Beitrag Spotten in Spanien. Neue Maschinen sieht man rund um das Airbus-Werk San Pablo in Sevilla, wo Testflüge und Auslieferungen über den Flughafen Sevilla laufen. Wer über Madrid-Barajas anreist, kann den Bogen zur Geschichte im Museo del Aire schlagen, wo frühere CASA-Flugzeuge zu sehen sind.
Bereit für deine C295-Session?
- Ich weiß, welche Basis oder welcher Flugtag in Frage kommt.
- Ich kenne die örtlichen Regeln fürs Fotografieren an Militärflugplätzen.
- Ich habe Tracking-Dienste und MLAT-Daten für Militärverkehr im Blick.
- Ich weiß, wo die Sonne zur geplanten Uhrzeit steht.
- Brennweite und Verschlusszeit passen für Propellerflugzeuge.
Militärmaschinen senden nicht immer vollständige ADS-B-Daten. Wie du sie trotzdem verfolgst, erklären die Beiträge Militärflugzeuge online verfolgen und MLAT einfach erklärt. Vor dem Besuch eines Militärflugplatzes lohnt außerdem ein Blick in Militärflugplätze fotografieren: die Regeln.
Fototipps speziell für die C295
Die C295 ist ein Motiv mit viel Charakter: lange Rumpflinie, hoher Flügel, die Rampe und bei Sonderversionen markante Anbauten. Ein paar Punkte machen den Unterschied.
Propeller in Bewegung
Bei zu kurzer Verschlusszeit stehen die Propeller still und das Bild wirkt leblos. Eine etwas längere Zeit mit Mitziehen zeigt eine Propellerscheibe – und zugleich bleiben die sechs Blätter am Boden oder beim Rollen gut zählbar.
Seitenprofil für die Varianten
Radome, Sensorkugeln und Beobachtungsfenster erkennst du am besten im Profil. Nimm Rumpfunterseite und Flügelspitzen vollständig ins Bild.
Rampe im Static Display
Bei Airshows steht die Rampe oft offen. Ein Bild schräg von hinten zeigt Laderaum und Rampenkonstruktion – das typische Transporter-Motiv.
Licht und Tarnfarben
Graue Militärlackierungen wirken bei flachem Licht mit der Sonne im Rücken am plastischsten. Im Gegenlicht verschwinden Details und Kennung.
Wann das Licht an deinem Spot passt, kannst du vorab berechnen – wie das geht, erklärt Sonnenstand planen für deinen Fotospot. Bei Flugtagen hilft dir außerdem der Beitrag Airshows fotografieren.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für die C295, wenn …
- du sechs Blätter pro Propeller zählst
- der Rumpf lang und schlank wirkt und eine Heckrampe hat
- kleine Winglets an den Flügelspitzen sitzen
- im Tracking-Dienst C295 als Typ steht
Sieh genauer hin, wenn …
- keine Winglets da sind – dann kann es auch eine CN-235 sein
- der Rumpf kurz und sehr bullig wirkt – das passt eher zur C-27J
- du die Maschine nur frontal oder im Gegenlicht siehst
Fazit
Die C295 ist der vielleicht wichtigste mittlere Militärtransporter Europas: entstanden aus der spanischen CASA-Familie, weiterentwickelt unter dem Airbus-Dach und heute bei Luftwaffen von Lissabon bis Helsinki im Einsatz. Für Spotter ist sie gerade wegen ihrer vielen Versionen reizvoll – vom einfachen Truppentransporter bis zum Seeaufklärer mit Radom und Sensorkugel. Im DACH-Raum bleibt sie ein Gast, umso größer ist die Freude, wenn sie bei einem Flugtag oder Transitflug auftaucht.
Kurzfazit
Schulterflügel, Heckrampe, Sechsblatt-Propeller und langer Rumpf: Das ist die C295. Winglets verraten die C295W, Radom und Sensorkugel die Seeaufklärer. Gezielt findest du sie in Getafe, Sevilla, Montijo, Krakau, Prag-Kbely und Baldonnel – oder bei den großen Airshows Europas.
Zusammenfassung
- Die C295 flog erstmals im November 1997 und ging 2001 bei der spanischen Luftwaffe in Dienst, die als Erstkunde auftrat.
- Laut Airbus sind weit über 300 Maschinen bestellt und rund 240 ausgeliefert; Betreiber gibt es auf vier Kontinenten.
- Sechsblatt-Propeller, längerer Rumpf und bei neueren Maschinen Winglets unterscheiden sie von der CN-235.
- Für Spotter im DACH-Raum ist sie ein Gast: bei Airshows, Übungen und Transitflügen – oder auf Reisen zu den Basen in Spanien, Portugal, Polen, Tschechien und Irland.
Häufige Fragen
Welchen ICAO-Typcode hat die C295?
Die C295 läuft unter C295. Die kleinere Schwester CN-235 hat den Code CN35. Bei Militärmaschinen gilt aber: Nicht jede sendet durchgehend ADS-B, und manche sind in Tracking-Diensten nur über MLAT oder gar nicht sichtbar.
Wie unterscheide ich C295 und CN-235?
Am schnellsten über die Propeller: Die C295 hat sechs Blätter pro Propeller, die CN-235 vier. Dazu ist der Rumpf der C295 sichtbar länger – mit 24,50 m rund drei Meter mehr –, und neuere C295W tragen Winglets an den Flügelspitzen.
Was bedeutet das W in C295W?
Das W steht für die modernisierte Version mit Winglets. Laut Airbus senken sie den Treibstoffverbrauch je nach Einsatz um drei bis sechs Prozent. Dazu kamen Verbesserungen an Triebwerksleistung und Avionik. Ältere Maschinen ohne Winglets werden meist als C295M bezeichnet.
Was ist die C295 MPA bzw. Persuader?
Die Seeaufklärungs- und U-Jagd-Version. Sie trägt ein Missionssystem mit Suchradar, elektrooptischem Sensor, AIS-Empfänger und je nach Ausstattung Sonarbojen sowie Aufhängepunkte unter den Flügeln. Portugal nutzt diese Variante unter dem Namen Persuader, Irland betreibt zwei Maschinen für die Seeüberwachung.
Welche Länder in Europa fliegen die C295?
Unter anderem Spanien (Erstkunde), Polen (erster Exportkunde), Portugal, Tschechien, Finnland und Irland. Dazu kommen weitere Betreiber wie Serbien. Die genauen Bestände ändern sich mit Nachbestellungen und Ausmusterungen – prüf aktuelle Zahlen vor einer Tour.
Fliegt die Bundeswehr die C295?
Nein. Deutschland hat sich bei der Nachfolge seiner Seefernaufklärer für die Boeing P-8A Poseidon entschieden, als taktischer Transporter dient die größere A400M. Eine C295 siehst du in Deutschland daher nur, wenn ausländische Streitkräfte zu Gast sind.
Wird die C295 noch gebaut?
Ja. Die Endmontage läuft im Airbus-Werk San Pablo in Sevilla. Für den indischen Großauftrag über 56 Maschinen baut zudem Tata Advanced Systems eine Endmontagelinie in Vadodara, die im Oktober 2024 eröffnet wurde.
Airbus C295 sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Verwandte Flugzeugtypen
Airbus CN235
Hochdecker, zwei Turboprops mit Vierblatt-Propellern, hochgezogenes Heck mit Laderampe: Der CN235 ist seit den 1980er-Jahren das Arbeitspferd vieler Luftwaffen und Küstenwachen. So erkennst du ihn und trennst ihn von der größeren C295.
TurbopropCASA/Airbus C-212 Aviocar
Kastiger Rumpf, Schulterdecker, starres Fahrwerk und eine Rampe unter dem hochgezogenen Heck: Der spanische C-212 ist ein Arbeitstier für kurze Pisten. So erkennst du ihn und seine Verwandten.
MilitärAirbus A400M Atlas
Vier Turboprops mit sichelförmigen Achtblatt-Propellern, hoch angesetzter Flügel, T-Leitwerk und eine große Heckrampe: Der A400M ist Europas Militärtransporter. So erkennst du ihn sicher und weißt, wo du ihn siehst.
MilitärLeonardo C-27J Spartan
Bulliger Rumpf, Heckrampe, zwei Turboprops mit Sechsblatt-Propellern aus der C-130J: Die C-27J Spartan ist Italiens taktischer Zweimot-Transporter und die runderneuerte G.222. So erkennst du sie.
MilitärLockheed C-130 Hercules
Hoher Flügel, vier Turboprops, ein bauchiger Rumpf mit Heckrampe: Die C-130 Hercules fliegt seit 1954 und wird bis heute gebaut. So erkennst du sie, trennst alte und neue Versionen und weißt, wo du sie siehst.
MilitärAntonov An-32
Zwei Turboprops, die wie Rucksäcke oben auf dem Flügel sitzen: Die An-32 ist die Hot-and-High-Version der An-26, gebaut für heiße Pisten und Flugplätze im Gebirge – und als An-32P sogar zum Waldbrandlöschen.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Airbus
Europäisches Luft- und Raumfahrtunternehmen und einer der beiden großen Hersteller von Verkehrsflugzeugen – mit Flugzeugfamilien vom A220 bis zum A350.
FlughafenFlughafen Sevilla
Andalusiens Flughafen mit einer Besonderheit: Am Rand der einzigen Bahn baut Airbus den Militärtransporter A400M und die C295 zusammen. Dazu kommen Rekordzahlen im Passagierverkehr, dominiert von Ryanair und Vueling.
MuseumMuseo del Aire Madrid-Cuatro Vientos
Das Museo del Aire ist das nationale Luftfahrtmuseum Spaniens und liegt direkt am ältesten Flugplatz Madrids. Auf rund 67.000 Quadratmetern zeigt die Luft- und Raumfahrtstreitkraft laut eigener Angabe etwa 200 Luftfahrzeuge – vom Vilanova Acedo von 1911 über die Autogiros von Juan de la Cierva bis zur Phantom und zum Löschflugzeug CL-215. Der Eintritt ist frei.
FlughafenFlughafen Krakau-Balice
Größter Regionalflughafen Polens und nach Warschau die Nummer zwei des Landes: eine einzige Bahn, die sich Zivil- und Militärluftfahrt teilen, viel Low-Cost-Verkehr von Ryanair und Wizz Air – und ein Spotterhügel jenseits der Autobahn, von dem aus du fast das ganze Gelände überblickst.
Wo du die Airbus C295 siehst
Konkrete Standpunkte mit Betriebsrichtung, Lichtzeiten, Koordinaten und einer ehrlichen Einschätzung, ob sich die Anreise lohnt.
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