Das Wichtigste in Kürze
- Insel Air ist eine historische Airline aus Curaçao: 1993 gegründet, Flugbetrieb von 2006 bis Februar 2019.
- Codes: IATA 7I, ICAO INC, Rufzeichen „INSELAIR“. Die Tochter Insel Air Aruba flog als 8I/NLU.
- MD-80 und Fokker prägten die Flotte: MD-82 und MD-83 für die längeren Strecken, Fokker 50 im Inselverkehr, ehemalige KLM-Fokker-70 bei der Aruba-Tochter.
- Venezuela war Fluch und Segen: Viele Strecken führten dorthin, nicht umtauschbare Bolívar-Einnahmen brachten die Airline aber in schwere Geldnot.
- Am Ende flog nur noch eine Handvoll Fokker 50 zwischen Curaçao, Aruba, Bonaire und Sint Maarten.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| IATA-Code | 7I |
|---|---|
| ICAO-Code | INC |
| Rufzeichen | INSELAIR |
| Drehkreuze | CUR |
| Status | Historisch – Flugbetrieb im Februar 2019 eingestellt |
| Sitz | Willemstad, Curaçao |
| Gegründet | 1993 als Insel Air International B.V., Flugbetrieb ab August 2006 |
| Drehkreuz | Curaçao Hato (CUR); die Tochter Insel Air Aruba flog ab Aruba (AUA) |
| Geschäftsmodell | Regionalairline für die Niederländische Karibik, Venezuela, Suriname, die Karibik und Miami |
| Tochter | Insel Air Aruba, IATA 8I, ICAO NLU, Rufzeichen „INSEL ARUBA“ – 2017 insolvent |
| Wichtigste Typen | Embraer Bandeirante, Fokker 50, MD-82 und MD-83, Fokker 70 |
| Kennzeichen | PJ- (Curaçao) bei Insel Air, P4- (Aruba) bei Insel Air Aruba |
| Allianz | keine der großen Allianzen |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich Insel Air?
- Weißer Rumpf mit Insel-Air-Schriftzug vorn am Rumpf
- Frühes Design: blaues Leitwerk mit gelbem Bogen und zwei weißen Sternen – angelehnt an die Flagge Curaçaos
- Späteres Design: blaues Leitwerk mit drei geschwungenen Wellen in Gelb, Rot und Blau
- Typische Typen: MD-82 und MD-83 mit Hecktriebwerken, Fokker 50 als Turboprop und Fokker 70 als kleiner Jet
- Kennzeichen PJ- für Curaçao, bei der Aruba-Tochter P4-
- Bei einigen Aruba-Flugzeugen zusätzlich ein Aruba-Logo vorn am Rumpf
Eine MD-82 rollt in der flirrenden Hitze von Curaçao zur Startbahn, daneben wartet eine Fokker 50 auf den nächsten Hüpfer nach Bonaire – so sah der Alltag am Flughafen Hato über ein gutes Jahrzehnt aus. Insel Air war die Airline, die Curaçao mit den Nachbarinseln, mit Südamerika und mit Miami verband. Heute ist sie Geschichte. Diese Seite zeigt dir, wie Insel Air entstand, welche Flugzeuge sie flog, warum sie scheiterte und woran du ihre Maschinen auf alten Fotos sicher erkennst.
Karibik-Sichtungen sauber archiviert
Mit Planetrack postest du Sichtungen mit Foto, Kennzeichen, Typ, Airline und Flughafen – so findest du auch alte Insel-Air-Aufnahmen jederzeit wieder. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Insel Air im Überblick
Insel Air war eine Regionalairline aus Curaçao und flog von 2006 bis Februar 2019. Die Firma Insel Air International B.V. hatte ihren Sitz in Willemstad, das Drehkreuz lag am Flughafen Hato, dem internationalen Flughafen Curaçaos mit dem IATA-Code CUR. Gegründet wurde das Unternehmen schon 1993 als private Initiative. Bis zum ersten Flug vergingen allerdings 13 Jahre.
Der Name klingt für deutsche Ohren vertraut – und ist auch so gemeint. „Insel“ ist das deutsche Wort, und genau darum ging es: die Inseln der damaligen Niederländischen Antillen untereinander und mit dem Festland zu verbinden. Curaçao, Aruba, Bonaire und Sint Maarten bildeten das Rückgrat. Dazu kamen in den besten Jahren Ziele in Venezuela, Suriname, Guyana, Kolumbien, der Dominikanischen Republik, Haiti, Kuba und den USA.
Einer der großen Allianzen gehörte Insel Air nie an. Stattdessen setzte die Airline auf Kooperationen: Mit KLM gab es eine Zusammenarbeit auf Anschlussflügen ab Curaçao, außerdem Interline-Abkommen mit Airlines wie Avianca, Caribbean Airlines, Surinam Airways und Winair.
Die Geschichte in Etappen
Insel Air ist ein typisches Beispiel für eine kleine Airline, die schnell wächst und an ihrer Abhängigkeit von einem einzigen Markt scheitert. Die Etappen im Überblick:
1993
Gründung von Insel Air International B.V. in Curaçao als private Gesellschaft mit Unterstützung aus Wirtschaft und Finanzbranche. Ziel: bezahlbare Regionalflüge innerhalb der Niederländischen Antillen.
August 2006
Erster Flug am 28. August mit einer Embraer 110 Bandeirante zwischen Curaçao und Aruba. Bonaire folgt kurz darauf.
2007–2011
Im Januar 2007 kommt die erste MD-83 für die Strecke nach Sint Maarten. Bis 2011 wächst die MD-80-Flotte Schritt für Schritt auf fünf Jets.
2012–2014
Insel Air Aruba nimmt als Schwestergesellschaft mit eigenen Codes den Betrieb auf. Ab Juli 2014 kommen ehemalige Fokker 70 von KLM Cityhopper hinzu.
2016/2017
Blockierte Einnahmen aus Venezuela bringen die Airline in Geldnot. Viele Flugzeuge bleiben am Boden, der Staat hilft mit einem Kredit. Insel Air Aruba wird im Juni 2017 für insolvent erklärt.
2018
KLM beendet die Zusammenarbeit, die MD-80 verschwinden aus dem Betrieb. Übernahmegespräche scheitern, eine Embraer 190 von Conviasa wird angemietet.
Februar 2019
Insel Air stellt den Flugbetrieb ein. Zuletzt war nur noch eine Handvoll Fokker 50 auf den Inselstrecken unterwegs.
Codes und Rufzeichen
- IATA-Code 7I: stand in der Flugnummer, auf Tickets und Anzeigetafeln.
- ICAO-Code INC: stand im Flugplan der Flugsicherung.
- Rufzeichen INSELAIR: so meldete sich die Besatzung im Funk.
- Insel Air Aruba: flog als eigene Gesellschaft mit IATA 8I, ICAO NLU und dem Rufzeichen „INSEL ARUBA“.
Für die Archivarbeit ist die Trennung der beiden Gesellschaften wichtig. Beide Airlines trugen dasselbe Grunddesign, ein Teil der Flotte wechselte zwischen ihnen. Was auf dem Foto am Heck steht, verrät dir, welche Gesellschaft das Flugzeug betrieb.
Kennzeichen zuerst
Curaçao hat das Nationalitätszeichen PJ-, Aruba P4-. Ein Insel-Air-Jet mit P4- am Rumpf gehörte also sehr wahrscheinlich zu Insel Air Aruba. Wie Kennzeichen grundsätzlich aufgebaut sind, erklärt der Guide Flugzeug-Kennzeichen verstehen.
Die Flotte von Insel Air
Für eine Regionalairline war die Flotte erstaunlich bunt. Neben eigenen Flugzeugen setzte Insel Air immer wieder angemietete Maschinen ein. Die folgende Übersicht fasst die wichtigsten Typen zusammen; einzelne Jahreszahlen und Stückzahlen weichen je nach Quelle voneinander ab.
| Typ | Zeitraum (ca.) | Einsatz | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|---|
| Embraer EMB 110 Bandeirante | 2006 – Anfang 2014 | Erste Flüge Curaçao–Aruba | Kleiner Turboprop, drei Exemplare |
| Fokker 50 | bis Februar 2019 | Inselverkehr und kurze Strecken | Zum Schluss der einzige Typ im Einsatz |
| MD-83 | 2007 – Januar 2018 | Sint Maarten, Miami, Südamerika | Erster Jet der Airline |
| MD-82 | 2008 – Januar 2018 | Längere Regionalstrecken | Teils auch bei Insel Air Aruba |
| Fokker 70 | ab Juli 2014 | Vor allem Insel Air Aruba | Ehemalige KLM-Cityhopper-Jets |
| Embraer 190 | 2018 | Angemietet von Conviasa | Venezolanisches Flugzeug im Insel-Air-Einsatz |
Das Herz der Jet-Flotte waren die MD-80. Die erste MD-83 traf im Januar 2007 ein und eröffnete die Verbindung nach Sint Maarten. Es folgten MD-82 im Juni 2008, im September 2009, im Dezember 2009 und im Mai 2011. Die langen, schlanken Jets mit den zwei Triebwerken am Heck passten gut zu Strecken nach Miami oder nach Paramaribo in Suriname. Wenn du die einzelnen Untervarianten auseinanderhalten willst, hilft dir die Übersicht zur MD-80-Familie. Hersteller war McDonnell Douglas.
Die Fokker 50 war das Arbeitspferd für die kurzen Hüpfer zwischen den ABC-Inseln. Der Turboprop mit sechsblättrigen Propellern ist auf Fotos leicht von der Bandeirante zu unterscheiden: Er ist deutlich größer und hat einen hoch angesetzten Flügel, die Bandeirante dagegen einen Tiefdecker-Flügel. Wie du Turboprops generell zuordnest, zeigt der Guide ATR, Dash 8 und andere Turboprops unterscheiden.
Spannend für Europa-Spotter ist die Fokker 70. Insel Air übernahm mehrere Exemplare, die vorher bei KLM Cityhopper in den Niederlanden geflogen waren – die erste traf am 12. Juli 2014 auf Curaçao ein. Wer in den Jahren davor in Amsterdam fotografiert hat, hat diese Flugzeuge also womöglich schon in KLM-Farben im Archiv. Beide Fokker-Typen stammen vom niederländischen Hersteller Fokker.
Eine Fokker 70 mit zwei Leben
Setz Kennzeichen ehemaliger Insel-Air-Jets auf deine Wunschliste und lass dich benachrichtigen, wenn eines davon in deiner Nähe landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
Angemietete Flugzeuge
Neben der eigenen Flotte griff Insel Air regelmäßig auf Mietflugzeuge zurück. Laut den verfügbaren Flottenübersichten flogen unter anderem Boeing 737-300 und 737-400 von Swift Air, eine Embraer EMB 120 Brasilia von interCaribbean Airways, eine Dash 8-300 von Voyageur Airways sowie ein Airbus A320 für die Verbindung zwischen Sint Maarten und Santo Domingo. 2018 kam eine Embraer 190 der venezolanischen Conviasa hinzu.
Solche Mietflugzeuge trugen oft die Farben ihres eigentlichen Betreibers oder nur einen Insel-Air-Aufkleber. Auf alten Fotos wirken sie deshalb wie Fremdkörper – sind aber gerade deswegen interessante Belege für die Geschichte der Airline. Wie du solche Mischformen einordnest, erklärt der Artikel zu Hybrid- und Mischlackierungen.
Woran du Insel Air erkennst
Insel Air hatte im Lauf der Jahre zwei klar unterscheidbare Leitwerks-Designs. Beide basieren auf einem weißen Rumpf mit dem Insel-Air-Logo vorn.
- Frühes Design: Das Leitwerk war blau, darauf ein geschwungener gelber Bogen und zwei weiße Sterne. Die Farben und Sterne erinnern bewusst an die Flagge von Curaçao.
- Späteres Design: Das blaue Leitwerk trug stattdessen drei wellenförmige Bögen in Gelb, Rot und Blau – frischer, bunter und weniger direkt an die Flagge angelehnt.
- Aruba-Variante: Einige Flugzeuge der Aruba-Tochter trugen zusätzlich ein Aruba-Logo vorn am Rumpf.
Mit diesen beiden Leitwerken kannst du alte Fotos grob datieren. Wann genau der Wechsel stattfand und wie lange beide Varianten parallel flogen, ist schwer zu belegen – das Kennzeichen und der Aufnahmezeitpunkt helfen dir aber bei der Einordnung. Mehr zum Thema findest du im Artikel Wenn Airlines ihr Design wechseln.
Zeigt dein altes Foto wirklich Insel Air?
- Weißer Rumpf mit Insel-Air-Schriftzug vorn
- Blaues Leitwerk mit gelbem Bogen und Sternen oder mit bunten Wellen
- Kennzeichen mit PJ- oder P4-
- Typ: MD-82, MD-83, Fokker 50, Fokker 70 oder Bandeirante
- Aufnahme in der Karibik, in Südamerika oder in Miami
- Aufnahme zwischen 2006 und Anfang 2019
Strecken: von den ABC-Inseln bis Miami
Das Netz war klar regional ausgerichtet. Kern waren die Verbindungen zwischen Curaçao, Aruba und Bonaire sowie die Strecke nach Sint Maarten, über die Insel Air auch die nördlichen Inseln der früheren Antillen anband. Von dort aus wuchs das Netz in mehrere Richtungen:
- Venezuela: Caracas, Valencia, Maracaibo, Barquisimeto, Las Piedras und Puerto Ordaz. Venezuela war lange der wichtigste Auslandsmarkt.
- Suriname und Guyana: Paramaribo war eine der beliebtesten Strecken; nach einer Pause kündigte Insel Air die Rückkehr für November 2017 mit einer MD-83 an. Auch Georgetown stand ab Dezember 2014 im Plan.
- Karibik: Santo Domingo, Port-au-Prince und ab Dezember 2015 Charterflüge von Miami nach Kuba.
- Südamerika: unter anderem Medellín in Kolumbien und Manaus in Brasilien.
- USA: Miami war das wichtigste Ziel in Nordamerika.
Wer in diesen Jahren am Flughafen Miami fotografierte, konnte die MD-80 von Insel Air zwischen den großen US-Jets entdecken. Für europäische Spotter war Insel Air dagegen praktisch nur im Urlaub auf den Inseln zu sehen – mit eigenen Flugzeugen flog die Airline nie nach Europa.
Gute Chancen auf Insel-Air-Bilder, wenn …
- du Urlaubsfotos von Curaçao, Aruba, Bonaire oder Sint Maarten aus den Jahren 2006 bis 2018 durchsiehst
- du Aufnahmen aus Miami vor 2017 hast
Prüf es genau, wenn …
- ein Foto eine Fokker 70 zeigt – vor 2014 flog sie vermutlich noch bei KLM Cityhopper
- das Flugzeug fremde Farben trägt, aber eine 7I-Flugnummer hatte – dann war es wohl ein Mietflugzeug
Keine Chance auf Insel Air, wenn …
- du heute nach 7I-Flugnummern suchst – die Airline fliegt seit Februar 2019 nicht mehr
Die Krise: Venezuela, Prüfungen und Schrumpfkurs
Der Erfolg in Venezuela wurde Insel Air zum Verhängnis. Tickets ab Venezuela wurden in Bolívar bezahlt, und die Regierung in Caracas kontrollierte den Umtausch in Devisen streng. Ein großer Teil der Einnahmen – nach Angaben aus der Zeit rund 100 Millionen US-Dollar in Bolívar – ließ sich nicht umtauschen. Ende 2016 musste Insel Air deshalb einen großen Teil der in Curaçao registrierten Flotte am Boden lassen.
Im Januar 2017 sprang die Regierung von Curaçao mit einem Kredit ein. Fast gleichzeitig prüfte die niederländische Verkehrsaufsicht die Airline, ihre Aruba-Tochter und die Luftfahrtbehörden der beiden Inseln und fand Mängel; Nach Zwischenfällen mit dem Kabinendruck, vor allem bei MD-80, mussten die Flugzeuge mit Aruba-Kennzeichen am Boden bleiben. Seit März 2017 flog Insel Air nicht mehr nach Venezuela.
Was folgte, war ein konsequenter Schrumpfkurs:
2017
Rückzug aus den USA und Südamerika, Abbau von rund 250 der 550 Stellen, Zahlungsaufschub per Gericht. Insel Air Aruba wird im Juni insolvent.
Anfang 2018
KLM beendet die Zusammenarbeit wegen der schwachen Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit. Im Januar enden die MD-80-Flüge.
Mitte/Ende 2018
Pläne für neue Venezuela-Flüge und eine angemietete Embraer 190 von Conviasa. Gespräche über eine Übernahme durch interCaribbean Airways scheitern.
Februar 2019
Das Netz ist auf Aruba, Bonaire und Sint Maarten geschrumpft, nur noch eine Fokker 50 ist einsatzbereit. Insel Air stellt den Flugbetrieb ein.
Damit reiht sich Insel Air in eine lange Liste von Airlines ein, die an einer Mischung aus Währungsproblemen, alter Flotte und zu schnellem Wachstum scheiterten. Ähnliche Muster findest du im Überblick Große Airline-Pleiten in Europa – auch wenn Insel Air selbst eine Karibik-Geschichte ist.
Insel Air Aruba
Die Tochter flog mit eigenen Codes (8I/NLU) und Kennzeichen aus Aruba (P4-). Sie setzte vor allem die ehemaligen KLM-Fokker-70 und einzelne MD-82 ein. Nach den Problemen mit dem Kabinendruck Anfang 2017 wurde sie am 7. Juni 2017 für insolvent erklärt – fast zwei Jahre vor der Muttergesellschaft. Heute verbindet unter anderem Aruba Airlines die Insel mit der Region.
Insel Air im Archiv richtig einordnen
Weil Insel Air seit 2019 nicht mehr fliegt, sind Sichtungen heute reine Archivarbeit. Damit deine Einträge später eindeutig bleiben, lohnt sich ein fester Ablauf:
- Kennzeichen lesen: PJ- für Insel Air, P4- für Insel Air Aruba. Fremde Präfixe deuten auf ein Mietflugzeug hin.
- Typ bestimmen: MD-82 und MD-83 sehen sich sehr ähnlich. Der Unterschied liegt vor allem in Reichweite und Gewicht, äußerlich hilft oft nur das Kennzeichen.
- Design einordnen: Gelber Bogen mit Sternen oder bunte Wellen? Das grenzt den Zeitraum ein.
- Lebenslauf prüfen: Viele Insel-Air-Flugzeuge hatten ein Leben davor und danach. Wie du das recherchierst, zeigt der Guide Wie alt ist dieses Flugzeug?.
- Sauber ablegen: Datum, Flughafen, Kennzeichen und Betreiber gehören in den Dateinamen oder die Metadaten. Tipps dazu findest du unter Flugzeugfotos archivieren.
Häufige Verwechslungen
- „Insel Air“ für eine deutsche Airline halten – der Name ist deutsch, die Airline kam aber aus Curaçao.
- Insel Air mit Insel Air Aruba gleichsetzen – die Tochter hatte eigene Codes (8I/NLU) und Kennzeichen (P4-).
- Eine ehemalige KLM-Fokker-70 falsch datieren – vor Juli 2014 flog sie noch bei KLM Cityhopper in Blau-Weiß.
- Mietflugzeuge übersehen – Boeing 737, Dash 8 oder Embraer in fremden Farben können trotzdem Insel-Air-Flüge gewesen sein.
- MD-82 und MD-83 nach Optik unterscheiden wollen – das klappt kaum, das Kennzeichen ist der sicherere Weg.
- Insel Air mit Aruba Airlines oder Winair verwechseln – das sind eigenständige Airlines aus der Nachbarschaft, die nichts mit Insel Air zu tun haben.
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Fazit
Insel Air war die Airline der ABC-Inseln: 2006 mit einer einzigen Bandeirante gestartet, mit MD-80 und Fokker bis nach Miami, Suriname und Kolumbien gewachsen – und an blockierten Einnahmen aus Venezuela, Sicherheitsproblemen und einem zu breiten Netz gescheitert. Seit Februar 2019 fliegt sie nicht mehr. Für Spotter bleibt sie ein dankbares Archiv-Thema, gerade wegen der Fokker 70, die vorher bei KLM Cityhopper unterwegs waren. Mit Kennzeichen, Design-Version und Datum ordnest du jedes alte Foto sicher ein.
Kurzfazit
Insel Air (IATA 7I, ICAO INC) war von 2006 bis 2019 die Regionalairline Curaçaos. Am blauen Leitwerk mit Bogen und Sternen oder bunten Wellen erkennst du die Airline, am Kennzeichen (PJ- oder P4-), welche Gesellschaft flog.
Zusammenfassung
- Insel Air begann 2006 mit einer einzigen Bandeirante zwischen Curaçao und Aruba und wuchs innerhalb weniger Jahre zur wichtigsten Regionalairline der Niederländischen Karibik.
- Mit MD-80-Jets erreichte die Airline Miami, Venezuela, Suriname, Kolumbien und weitere Ziele; Fokker 50 und Fokker 70 bedienten die kürzeren Strecken.
- Ab 2016 geriet Insel Air durch blockierte Einnahmen aus Venezuela, Sicherheitsprüfungen und ein schrumpfendes Netz in die Krise; im Februar 2019 stellte sie den Flugbetrieb ein.
- Für Spotter ist Insel Air heute ein Archiv-Thema: Kennzeichen, Design-Version und Aufnahmeort machen alte Fotos zu sauberen Logbuch-Einträgen.
Häufige Fragen
Welchen IATA- und ICAO-Code hatte Insel Air?
Insel Air flog mit dem IATA-Code 7I und dem ICAO-Code INC, im Funk meldete sie sich als „INSELAIR“. Die Tochter Insel Air Aruba nutzte eigene Codes: IATA 8I, ICAO NLU und das Rufzeichen „INSEL ARUBA“.
Gibt es Insel Air noch?
Nein. Insel Air stellte im Februar 2019 nach jahrelanger Finanzkrise den Flugbetrieb ein. Die Tochter Insel Air Aruba war bereits im Juni 2017 für insolvent erklärt worden. Flüge unter dem Code 7I gibt es seitdem nicht mehr.
Welche Flugzeuge flog Insel Air?
Zum Start eine Embraer Bandeirante, später vor allem Fokker 50, MD-82 und MD-83. Ab 2014 kamen ehemalige Fokker 70 von KLM Cityhopper hinzu, die vor allem Insel Air Aruba einsetzte. Zeitweise wurden außerdem Flugzeuge anderer Airlines angemietet, etwa Boeing 737-300 und 737-400, ein Airbus A320 sowie 2018 eine Embraer 190 der venezolanischen Conviasa.
Woher kommt der Name Insel Air?
„Insel“ ist schlicht das deutsche Wort für Insel – passend für eine Airline, deren Kerngeschäft die Verbindung der Karibikinseln Curaçao, Aruba, Bonaire und Sint Maarten war.
Warum ging Insel Air pleite?
Mehrere Gründe kamen zusammen. Ein großer Teil der Einnahmen stammte aus Venezuela und lag in Bolívar fest, die sich nicht in Dollar umtauschen ließen. Ende 2016 mussten deshalb viele Flugzeuge am Boden bleiben. 2017 folgten eine kritische Sicherheitsprüfung, der Rückzug aus den USA und Südamerika, Stellenabbau und ein Zahlungsaufschub. Staatshilfe aus Curaçao reichte nicht, um die Airline dauerhaft zu retten.
Ist Insel Air nach Europa geflogen?
Nein, nicht mit eigenen Flugzeugen. Insel Air flog in der Karibik, nach Südamerika und nach Miami. Europäische Fluggäste erreichten das Netz über Curaçao: Mit KLM gab es bis Anfang 2018 eine Kooperation auf Anschlussstrecken ab Curaçao.
Wo kann ich frühere Insel-Air-Flugzeuge heute sehen?
Gezielt planen lässt sich das kaum. Viele MD-80 und Fokker haben ihr Betriebsende erreicht, einzelne Maschinen flogen bei anderen Betreibern weiter. Wenn du ein Kennzeichen aus der Insel-Air-Zeit kennst, kannst du seinen Lebenslauf über Kennzeichen-Datenbanken nachverfolgen.
Insel Air im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
McDonnell Douglas MD-82
Mehr als jede andere Version prägte die MD-82 das Bild der MD-80-Familie: Hunderte „Super 80“ bei American Airlines, 90 Maschinen bei Alitalia, Lizenzmontage in Shanghai. So erkennst du sie und so findest du heute noch eine.
FlugzeugtypMcDonnell Douglas MD-83
Mehr Treibstoff, mehr Gewicht, mehr Reichweite: Die MD-83 war die Langstrecken-Version der MD-80 und flog Urlauber ohne Zwischenstopp ans Mittelmeer und auf die Kanaren. Heute hält sie sich als ACMI-Charterjet und als Frachter.
FlugzeugtypMcDonnell Douglas MD-80
Lang wie eine Zigarre, zwei kräftige Triebwerke am Heck: Die MD-80-Familie war von 1980 bis in die 2010er-Jahre ein Standardjet in Europa und den USA. So unterscheidest du MD-81, -82, -83, -87 und -88 und findest heute noch einen „Mad Dog“.
FlugzeugtypFokker 50
Hoher Flügel, sechsblättrige Propeller und eine lange Reihe kleiner Fenster: Die Fokker 50 war der letzte Turboprop aus den Niederlanden. Heute fliegt sie nur noch bei wenigen Betreibern – so findest und erkennst du sie.
FlugzeugtypFokker 70
Kurz, gedrungen, zwei Tay-Triebwerke am Heck und ein Rumpfende, das bei der Landung aufklappt: Die Fokker 70 ist die kleine Schwester der Fokker 100 – bekannt von KLM Cityhopper, als Regierungsjet und heute ein seltener Fang.
FlugzeugtypEmbraer EMB 110 Bandeirante
Tiefdecker, zwei PT6-Turboprops, rund 15 bis 21 Sitze: Mit dem Bandeirante begann 1968 die Geschichte von Embraer. So erkennst du den brasilianischen Zubringer-Klassiker und findest die letzten Exemplare.
FlugzeugtypEmbraer E190
Der Regionaljet mit Mittelstrecken-Komfort: Die E190 bringt rund 100 Passagiere in einer 2+2-Kabine ohne Mittelsitz in die Luft – und wird gern mit ihrer Nachfolgerin E190-E2 verwechselt.
Weitere Airlines
KLM Royal Dutch Airlines
Die niederländische Netzwerk-Airline mit dem hellblauen Rumpf: 1919 gegründet, Drehkreuz Amsterdam-Schiphol, Teil von Air France-KLM und Mitglied von SkyTeam – mitten im Umbau von Boeing zu Airbus.
RegionalKLM Cityhopper
Die Regionaltochter von KLM fliegt ab Amsterdam-Schiphol mit einer reinen Embraer-Flotte durch Europa – in voller KLM-Bemalung und unter KL-Flugnummern. Wer sie erkennen will, schaut auf Typ und Kennzeichen.
RegionalAruba Airlines
Die Airline der Karibikinsel Aruba: kleine Airbus-Flotte, Heimatbasis am Queen Beatrix International Airport und eine bewegte Geschichte zwischen Venezuela-Krise, Pandemie-Pause und Neustart.
RegionalWinair
Die Inselairline von Sint Maarten: Twin Otter und ATR 42-500 ab Princess Juliana Airport, ein dichtes Netz in der Ostkaribik und planmäßige Landungen auf der extrem kurzen Piste von Saba.
NetzwerkSurinam Airways
Die staatliche Airline Surinames verbindet Paramaribo mit der Karibik, Miami und Amsterdam. Regional fliegt sie Boeing 737-800, die Langstrecke nach Schiphol läuft über geleaste Großraumjets.
NetzwerkConviasa
Venezuelas staatliche Airline aus Maiquetía: eine der letzten Betreiberinnen des Airbus A340 im Linienverkehr, seit 2020 auf der US-Sanktionsliste und mit einem Langstreckennetz, das vor allem politischen Partnern folgt.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Fokker
Fokker war über Jahrzehnte der große Name der niederländischen Luftfahrt: erst Jagdflugzeuge im Ersten Weltkrieg, dann die F.VII, später F27, F28, Fokker 50, 70 und 100. 1996 ging der Hersteller pleite. Hier erfährst du, wie es dazu kam, was vom Unternehmen geblieben ist und wo du Fokker-Typen heute noch vor die Linse bekommst.
HerstellerMcDonnell Douglas
Historischer US-Hersteller, 1967 aus McDonnell Aircraft und Douglas Aircraft entstanden und 1997 in Boeing aufgegangen. Seine Jets mit Hecktriebwerken – DC-9, MD-80, DC-10 und MD-11 – prägten Jahrzehnte des Luftverkehrs und sind heute gesuchte Motive für Spotter.
HerstellerEmbraer
Vom Zubringer-Turboprop Bandeirante zum E195-E2 mit 146 Sitzen: Embraer aus São José dos Campos gilt nach Airbus und Boeing als dritte große Kraft im Verkehrsflugzeugbau – und baut nebenbei Businessjets, den Militärtransporter C-390 und den Super Tucano. Hier erfährst du, wie du die Familien auseinanderhältst und wo du sie in Europa vor die Linse bekommst.
FlughafenFlughafen Miami (MIA)
Vom Pan-Am-Flugfeld an der 36th Street zum Tor der USA nach Lateinamerika: American Airlines mit ihrem Karibik-Drehkreuz, Frachter aus Bogotá, Santiago und Lima im Minutentakt und vier Pisten mitten im Großraum Miami – der Flughafen, an dem Frachtspotting zur Hauptsache wird.
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