Das Wichtigste in Kürze
- Ein Riese von 1929: Mit 48 Metern Spannweite und rund 40 Metern Länge war die Do X bei ihrem Erstflug im Juli 1929 das größte Flugzeug der Welt.
- Zwölf Motoren auf dem Flügel: Sechs Gondeln mit je einem Zug- und einem Druckpropeller trieben das Flugschiff an – zunächst mit luftgekühlten Siemens-Jupiter-, später mit wassergekühlten Curtiss-Conqueror-Motoren.
- 169 Menschen an Bord: Am 21. Oktober 1929 flog die Do X mit 169 Personen über den Bodensee – eine Zahl, die über rund zwei Jahrzehnte kein anderes Flugzeug erreichte.
- Eine Reise mit Hindernissen: Der Werbeflug nach Amerika begann im November 1930 und endete erst im Mai 1932 in Berlin – nach Brand, Reparaturen und langen Standzeiten.
- Nur drei Exemplare: Neben der deutschen Do X entstanden zwei Maschinen für Italien. Keine flog im regulären Liniendienst, keine ist erhalten.
Inhaltsverzeichnis
Zwölf Motoren, drei Decks, ein Rumpf, der eher an ein Schiff als an ein Flugzeug erinnert: Die Dornier Do X war 1929 das größte Flugzeug der Welt und eine Sensation, die Zehntausende an Seen, Häfen und Flussufer lockte. Sie flog mit 169 Menschen an Bord über den Bodensee, reiste über drei Kontinente nach New York und landete vor einer riesigen Menschenmenge in Berlin. In den Liniendienst kam sie trotzdem nie. Dieser Artikel erzählt, wie das Flugschiff entstand, was es technisch so besonders machte, woran es scheiterte und wo du heute noch auf seine Spuren triffst.
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Die Do X in Kürze
Die Do X war ein Ganzmetall-Flugboot von Claude Dornier, gebaut im Werk Altenrhein am Schweizer Ufer des Bodensees. Ihr Erstflug fand im Juli 1929 statt. Gedacht war sie als Passagierflugschiff für lange Strecken über Wasser, vor allem über den Atlantik. Gebaut wurden nur drei Exemplare: die deutsche Do X mit dem Kennzeichen D-1929 und zwei Schwestermaschinen für Italien. Den ausführlichen Typensteckbrief findest du unter Dornier Do X, die Firmengeschichte beim Hersteller Dornier.
Wie die Do X entstand
Claude Dornier hatte sich in den 1920er-Jahren mit Flugbooten einen Namen gemacht, allen voran mit dem Dornier Wal, der auf vielen Strecken und Expeditionen unterwegs war. Die Idee zu einem deutlich größeren Flugschiff skizzierte er nach heutigem Kenntnisstand bereits 1924. Die eigentliche Konstruktion begann Ende 1926, gebaut wurde ab Dezember 1927 in Altenrhein bei Rorschach. Für die erste Maschine veranschlagen die Quellen rund 240.000 Arbeitsstunden über gut eineinhalb Jahre.
Finanziert wurde das Projekt über eine eigens gegründete Gesellschaft, an der das Deutsche Reich beteiligt war. Hinter den Kulissen hatte zunächst auch das Reichswehrministerium Geld beigesteuert. Als diese verdeckte Finanzierung im Zuge der sogenannten Lohmann-Affäre bekannt wurde, zog sich das Ministerium zurück. Die Do X war damit von Beginn an mehr als ein reines Wirtschaftsprojekt: Sie sollte auch zeigen, was die deutsche Luftfahrtindustrie nach dem Ersten Weltkrieg wieder leisten konnte.
Erstflug und Rekord über dem Bodensee
Im Juli 1929 war es so weit. Bei Rollversuchen am 12. Juli löste sich das Flugschiff bereits kurz vom Wasser, als offizieller Erstflug gilt in deutschen Darstellungen der 15. Juli 1929. Am Steuer saß Dorniers Chefpilot Richard Wagner.
Weltberühmt wurde die Do X am 21. Oktober 1929. An diesem Tag startete sie mit 169 Menschen an Bord zu einem knapp einstündigen Rundflug über dem Bodensee. Die meisten Passagiere waren Mitarbeiter des Werks und ihre Angehörigen. Wie sich die Zahl genau auf Besatzung, Fluggäste und angeblich blinde Passagiere verteilt, schildern die Quellen unterschiedlich – die Gesamtzahl von 169 ist aber gut belegt. Kein anderes Flugzeug beförderte danach rund 20 Jahre lang so viele Menschen auf einem Flug.
Technik: ein Schiff mit Flügeln
Die Do X folgte dem Grundprinzip der Dornier-Flugboote, war aber in jeder Dimension größer. Der Rumpf war ein seetüchtiger Bootskörper, seitlich stabilisiert durch die für Dornier typischen Stummelflügel, die sogenannten Flossenstummel. Darüber saß der große Hochdecker-Flügel.
| Merkmal | Dornier Do X 1a (Stand Oktober 1930) |
|---|---|
| Spannweite | 48,0 m |
| Länge | rund 40,1 m |
| Höhe | rund 10,25 m |
| Flügelfläche | rund 450 m² |
| Leermasse | knapp 31,7 t |
| Startmasse | rund 48,5 t normal, bis gut 51 t maximal |
| Reisegeschwindigkeit | rund 170 km/h |
| Reichweite | rund 2.800 km |
| Antrieb | 12 × Curtiss Conqueror, je rund 610 PS |
Zwölf Motoren, sechs Gondeln
Das auffälligste Merkmal steckte auf dem Flügel: sechs Motorgondeln mit je zwei Motoren hintereinander. Der vordere trieb einen Zugpropeller an, der hintere einen Druckpropeller. Zunächst waren luftgekühlte Siemens-Jupiter-Sternmotoren eingebaut, eine Lizenzfertigung des britischen Bristol Jupiter. Im Dauerbetrieb lieferten sie zu wenig Leistung, liefen sie schneller, überhitzten die hinteren Motoren. Für die große Reise erhielt die Do X deshalb wassergekühlte Zwölfzylinder vom Typ Curtiss Conqueror aus den USA.
Die Motoren wurden nicht allein aus dem Cockpit überwacht. Mehrere Motorenwarte saßen während des Flugs im Inneren des dicken Flügels, kontrollierten die Aggregate und konnten kleinere Störungen direkt beheben. Die Kommandos kamen aus einem eigenen Maschinenleitstand – ein Arbeitsplatz, der eher an den Maschinenraum eines Schiffs erinnert als an ein Flugzeug.
Drei Decks wie auf einem Dampfer
Auch die Raumaufteilung erinnerte an ein Schiff:
- Oben: Über der Passagierkabine lag ein eigenes Deck mit dem Cockpit, ähnlich der Brücke eines Schiffs. Der Flugingenieur arbeitete dort nicht hinter den Piloten, sondern in einem eigenen Maschinenraum.
- Kabine: Darunter befand sich der Passagierbereich, zu dem zeitgenössischen Fotos zufolge unter anderem ein Speiseraum gehörte. Für Langstrecken werden meist 66 Sitzplätze genannt, für kurze Flüge bis zu 100.
- Bootskörper: Ganz unten bildete der seetüchtige Rumpf die Basis, auf der das Flugschiff im Wasser lag.
Die Ausstattung war luxuriös, für den Wirtschaftsbetrieb aber ein Problem: Viel Platz und viel Gewicht für vergleichsweise wenige zahlende Gäste.
Für Fotofans: das Kennzeichen D-1929
Die deutsche Do X trug das Kennzeichen D-1929 – passend zum Jahr ihres Erstflugs. Es stammt aus der Zeit, als deutsche Luftfahrzeuge nach dem D noch Ziffern führten. Wie sich das System bis zu den heutigen Buchstabenkennungen entwickelt hat, erklärt die Geschichte der deutschen Luftfahrzeugkennzeichen.
Die große Reise nach Amerika
Um Käufer zu finden, schickte Dornier die Do X auf einen Werbeflug, der zur Odyssee wurde. Kommandant war Friedrich Christiansen. Die wichtigsten Stationen im Überblick:
November 1930: Aufbruch über Westeuropa
Die Reise führte über die Niederlande, England und Frankreich nach Portugal. Die Etappen waren kurz, das Flugschiff flog langsam und meist in geringer Höhe.
Ende November 1930: Brand in Lissabon
Im Hafen von Lissabon geriet eine Plane an ein heißes Auspuffrohr. Das Feuer zerstörte große Teile der Bespannung am linken Flügel. Die Reparatur dauerte mehrere Wochen.
1931: Afrika und der Sprung über den Südatlantik
Über die Kanaren und Westafrika ging es zu den Kapverden und von dort nach Natal in Brasilien. Am 20. Juni 1931 erreichte die Do X Rio de Janeiro.
August 1931: Ankunft in New York
Entlang der südamerikanischen Küste und durch die Karibik flog die Do X nach Miami (22. August) und weiter nach New York, wo sie am 27. August 1931 ankam. Die Besatzung wurde von Präsident Herbert Hoover empfangen.
Winter 1931/32: Pause in Queens
Die Do X überwinterte am Glenn-Curtiss-Flugplatz in Queens, auf dessen Gelände heute der Flughafen LaGuardia liegt. Die Motoren wurden in dieser Zeit überholt.
24. Mai 1932: Landung auf dem Müggelsee
Nach dem Rückflug über den Atlantik landete die Do X in Berlin auf dem Müggelsee. Englischsprachige Darstellungen sprechen von rund 200.000 Menschen, die sie empfingen.
Die Reise machte die Do X zum Star, sie offenbarte aber auch ihre Grenzen. Voll beladen kam das Flugschiff nur schwer auf Höhe, über weite Strecken flog es knapp über dem Wasser. Für einen planmäßigen Transatlantikdienst mit zahlenden Passagieren waren Leistung und Reichweite zu knapp. Wer heute am Planeview Park am Flughafen LaGuardia steht, blickt übrigens auf genau das Gelände, auf dem die Do X damals den Winter verbrachte.
Nach der Rückkehr folgte 1932 noch ein Deutschlandflug, der an zahlreichen Städten an Küsten, Flüssen und Seen Station machte und im November am Zürichsee endete. Danach kehrte die Do X nach Altenrhein zurück.
Das Ende: Passau, Berlin und der Bombenangriff
Am 9. Mai 1933 setzte die Do X beim Landeanflug auf den Stausee Kachlet bei Passau zu steil auf. Dabei brach das Leitwerk ab. Englischsprachige Quellen verorten den Flug in der Regie der Deutschen Luft Hansa, deren Namen und Kranich-Logo später die heutige Lufthansa übernahm, und nennen Wien, Budapest und Istanbul als geplante Ziele. Die Maschine wurde repariert, für den Passagierverkehr war sie danach aber Geschichte.
Die Do X wurde zerlegt, nach Berlin gebracht und in der Deutschen Luftfahrtsammlung auf dem Ausstellungsgelände am Lehrter Bahnhof gezeigt. In der Nacht vom 23. auf den 24. November 1943 traf ein Luftangriff die Halle. Was übrig blieb, verschwand nach dem Krieg weitgehend in den Händen von Schrotthändlern und Sammlern.
Die italienischen Schwestern
Italien bestellte 1931 zwei weitere Maschinen, die Do X2 „Umberto Maddalena“ und die Do X3 „Alessandro Guidoni“. Sie waren für einen Mittelmeerdienst zwischen Genua und Tripolis vorgesehen, angetrieben von Fiat-Motoren. Zum Linienbetrieb kam es nicht. Stattdessen übernahm die italienische Luftwaffe beide Flugboote und nutzte sie unter anderem für Schulungszwecke. Die X2 erlitt mehrere Unfälle und wurde 1935 stillgelegt, 1937 wurden beide Maschinen verschrottet.
Warum die Do X scheiterte
Die Do X war ein technischer Meilenstein, aber ein wirtschaftlicher Fehlschlag. Mehrere Gründe kamen zusammen:
Was sie auszeichnete
- Größtes Flugzeug ihrer Zeit, gebaut in Ganzmetallbauweise
- Unabhängig von Landflughäfen – jede ruhige Wasserfläche genügte
- Komfort auf dem Niveau eines Ozeandampfers
- Enorme Werbewirkung für Dornier und die deutsche Luftfahrt
Woran sie scheiterte
- Zu wenig Motorleistung für das hohe Gewicht
- Geringe Geschwindigkeit und niedrige Flughöhe
- Großer Personalaufwand mit Motorenwarten im Flügel
- Weltwirtschaftskrise und fehlende Käufer
- Mehrere Unfälle, die das Vertrauen kosteten
Ein geplanter Nachfolger, die Dornier Do 20, wurde wegen des Zweiten Weltkriegs nicht mehr gebaut. Dornier blieb dem Flugboot dennoch treu: Die dreimotorige Dornier Do 24 wurde ab den späten 1930er-Jahren in größerer Zahl gefertigt und vor allem als Seenotrettungs- und Aufklärungsflugzeug bekannt. Die Do X blieb das Einzelstück, das zeigte, wie weit man 1929 gehen konnte.
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Die Do X im Größenvergleich
Wie riesig die Do X für ihre Zeit war, zeigt der Vergleich mit späteren Rekordhaltern. Das Flugboot, das sie in den Schatten stellte, war die Hughes H-4 „Spruce Goose“, die nur ein einziges Mal kurz abhob. Heute liegt die Messlatte bei Großraumjets wie dem Airbus A380. Mehr Rekordhalter findest du in der Übersicht der größten Flugzeuge der Welt.
| Merkmal | Dornier Do X | Hughes H-4 Hercules | Airbus A380-800 |
|---|---|---|---|
| Erstflug | 1929 | 1947 (einziger Flug) | 2005 |
| Spannweite | 48,0 m | rund 97,5 m | rund 79,8 m |
| Länge | rund 40,1 m | rund 66,7 m | rund 72,7 m |
| Triebwerke | 12 Kolbenmotoren | 8 Kolbenmotoren | 4 Strahltriebwerke |
| Bauart | Flugboot | Flugboot | Landflugzeug |
| Gebaut | 3 | 1 | rund 250 |
Die Zahlen zeigen: Gemessen an heutigen Jets wirkt die Do X fast kompakt. 1929 aber war sie ein Gigant – ihre Spannweite übertraf die der meisten zeitgenössischen Verkehrsflugzeuge deutlich. Ein Zeitgenosse aus derselben Region und Epoche war das Luftschiff: Wie die Zeppeline den Langstreckenverkehr der 1920er- und 1930er-Jahre prägten, erzählt die Geschichte der Zeppeline.
Spuren der Do X heute
Ein Original kannst du nicht mehr besuchen. Trotzdem lohnt sich eine Spurensuche rund um den Bodensee und in Berlin:
- Dornier Museum Friedrichshafen: Das Dornier Museum direkt am Flughafen Friedrichshafen erzählt die Firmengeschichte von den frühen Flugbooten bis in die Gegenwart. Dort werden Fragmente des Leitwerks gezeigt, das 1933 bei Passau abbrach.
- Altenrhein: Am Geburtsort der Do X liegt heute der Flugplatz St. Gallen-Altenrhein mit dem Fliegermuseum Altenrhein. Dort ist ein flugfähiges Modell der Do X im Maßstab 1:8 mit rund sechs Metern Spannweite ausgestellt, das Modellbauer aus der Region gebaut haben.
- Berlin: Im Deutschen Technikmuseum haben sich einzelne Metallteile der zerstörten Maschine erhalten.
- Zeppelin Museum Friedrichshafen: Kein Do-X-Ort im engeren Sinn, aber ideal, um die Luftfahrtgeschichte der Stadt am See abzurunden – siehe Zeppelin Museum.
Seit Jahren arbeitet zudem ein Verein aus Friedrichshafen an einem Nachbau des Flugschiffs in Originalgröße, der nicht fliegen, aber schwimmen soll. Das Projekt hatte mehrere Rückschläge, unter anderem bei der Standortfrage. Ob und wann ein Nachbau zum 100. Jubiläum des Erstflugs 2029 fertig wird, ist Stand Oktober 2026 offen. Wer sich generell für solche Restaurierungs- und Nachbauprojekte interessiert, findet einen Einstieg im Beitrag über Ehrenamt in Luftfahrtmuseen.
Bodensee-Tour mit Messe
Wer die Do-X-Spuren mit aktueller Luftfahrt verbinden will, plant den Besuch rund um die AERO Friedrichshafen. Dann landen am Flughafen zahlreiche Kleinflugzeuge und Business-Jets, und Dornier Museum, Zeppelin Museum und Altenrhein liegen nah beieinander.
Flugboote heute: das Erbe der Do X
Den planmäßigen Transatlantikdienst mit Flugbooten, für den die Do X gedacht war, nahm erst 1939 Pan Am mit der Boeing 314 Clipper auf. Große Passagierflugboote sind aber seit Jahrzehnten aus dem Linienverkehr verschwunden. Landflughäfen mit langen Pisten und leistungsfähige Strahltriebwerke haben sie überflüssig gemacht. Wasserflugzeuge gibt es trotzdem noch – nur kleiner und spezialisierter. In Kanada betreibt etwa Harbour Air einen dichten Linienverkehr mit Wasserflugzeugen, und Löschflugboote wie die Canadair CL-415 nehmen ihr Wasser im Gleitflug über Seen auf. Das Prinzip, auf jeder ruhigen Wasserfläche starten und landen zu können, ist also lebendig geblieben.
Für die deutsche Luftfahrtgeschichte bleibt die Do X ein Bindeglied zwischen den Pionierjahren und dem Linienverkehr der 1930er. Fast zur selben Zeit begann die Junkers Ju 52 ihre Karriere – ein Landflugzeug, das sich im Alltag bewährte, während die Do X ein prächtiges Einzelstück blieb. Welche Museen in Deutschland weitere Klassiker aus dieser Epoche zeigen, fasst die Übersicht Luftfahrtmuseen in Deutschland zusammen.
Bereit für die Do-X-Spurensuche?
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Fazit
Die Dornier Do X war 1929 das größte Flugzeug der Welt und ein Symbol dafür, was Ingenieure damals für möglich hielten: ein fliegender Ozeandampfer mit zwölf Motoren, drei Decks und Platz für über hundert Menschen. Ihr Rekordflug über dem Bodensee und die Reise nach New York machten sie weltberühmt. Doch zu schwache Motoren, hoher Aufwand und die Weltwirtschaftskrise verhinderten den Durchbruch. Von den drei gebauten Exemplaren ist keines erhalten – geblieben sind Bruchstücke, Modelle und eine Geschichte, die am Bodensee bis heute lebendig ist.
Kurzfazit
Die Do X war technisch ein Meilenstein und wirtschaftlich ein Irrweg. Wer ihre Spuren sucht, fährt an den Bodensee: Im Dornier Museum Friedrichshafen und in Altenrhein wird die Geschichte des größten Flugboots seiner Zeit greifbar.
Zusammenfassung
- Die Do X entstand ab Ende 1927 im Dornier-Werk Altenrhein am Schweizer Bodenseeufer und war als Langstrecken-Passagierflugschiff für den Atlantikverkehr gedacht.
- Technisch war sie ein Ganzmetall-Flugboot mit Hochdecker-Flügel, drei Decks und Motormechanikern, die während des Flugs im Flügel an den Motoren arbeiteten.
- Ihr Werbeflug über Europa, Afrika und Südamerika nach New York machte sie weltberühmt, zeigte aber auch die Schwächen: zu wenig Leistung, hoher Verbrauch, geringe Flughöhe.
- Nach einem Unfall bei Passau 1933 kam die Do X ins Museum nach Berlin und wurde dort 1943 bei einem Luftangriff zerstört. Erhalten sind nur Bruchstücke.
Häufige Fragen
Wie groß war die Dornier Do X?
Die Do X 1a hatte eine Spannweite von 48 Metern, eine Länge von rund 40,1 Metern und eine Höhe von gut 10 Metern. Die Flügelfläche lag bei etwa 450 Quadratmetern, das Startgewicht je nach Beladung bei rund 48 bis gut 51 Tonnen. Damit war sie bei ihrem Erstflug 1929 das größte Flugzeug der Welt.
Wie viele Menschen flogen mit der Do X?
Beim bekanntesten Flug am 21. Oktober 1929 waren 169 Menschen an Bord, überwiegend Werksangehörige und ihre Familien sowie die Besatzung. Wie sich die Zahl genau aufteilt, geben die Quellen unterschiedlich an. Für den Reisebetrieb war die Kabine auf deutlich weniger Fluggäste ausgelegt, meist werden 66 Sitzplätze genannt.
Welche Motoren hatte die Do X?
Zwölf Motoren in sechs Tandemgondeln über dem Flügel, jeweils mit einem ziehenden und einem schiebenden Propeller. Ursprünglich waren es luftgekühlte Siemens Jupiter, eine Lizenzversion des britischen Bristol Jupiter. Weil diese im Dauerbetrieb überhitzten und zu wenig Leistung brachten, wurden sie gegen wassergekühlte Curtiss Conqueror getauscht. Die italienischen Maschinen erhielten Fiat-Motoren.
Wie lange dauerte der Flug der Do X nach Amerika?
Die Reise begann Anfang November 1930 und erreichte New York erst am 27. August 1931. Dazwischen lagen ein Brand in Lissabon, wochenlange Reparaturen und zahlreiche Zwischenstopps in Afrika, Südamerika und der Karibik. Nach dem Winter in New York kehrte die Do X im Mai 1932 nach Deutschland zurück und landete am 24. Mai auf dem Berliner Müggelsee.
Warum ging die Do X nie in Serie?
Die Motoren waren für das Gewicht zu schwach, das Flugschiff flog langsam und niedrig, verbrauchte viel Treibstoff und brauchte eine große Besatzung. Dazu kamen die Weltwirtschaftskrise und mehrere Unfälle. Für eine Fluggesellschaft rechnete sich der Betrieb nicht.
Gibt es die Do X heute noch?
Nein. Die deutsche Do X stand ab 1933 in Berlin im Museum und wurde in der Nacht vom 23. auf den 24. November 1943 bei einem Luftangriff schwer beschädigt, die Reste verschwanden nach dem Krieg. Die beiden italienischen Maschinen wurden 1937 verschrottet. Erhalten sind nur Bruchstücke, etwa Teile des Leitwerks im Dornier Museum Friedrichshafen und kleine Metallteile im Deutschen Technikmuseum Berlin.
Welches Kennzeichen trug die Do X?
Die deutsche Do X trug das Kennzeichen D-1929 – eine Anspielung auf das Jahr ihres Erstflugs. Es stammt aus der Zeit, als deutsche Luftfahrzeuge noch Ziffern statt Buchstaben hinter dem D führten.
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