Das Wichtigste in Kürze
- TWA war eine der großen US-Netzwerkairlines und flog von 1930 bis 2001 – zuerst quer durch die USA, ab 1946 auch nach Europa.
- Codes: IATA TW, ICAO TWA, Rufzeichen „TWA“.
- Howard Hughes kontrollierte TWA ab 1944 und trieb die Lockheed Constellation voran.
- Das TWA Flight Center am JFK von Eero Saarinen öffnete 1962 und ist seit 2019 das TWA Hotel.
- 2001 übernahm American Airlines die Vermögenswerte; der letzte TWA-Flug landete am 1. Dezember 2001 in St. Louis.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| IATA-Code | TW |
|---|---|
| ICAO-Code | TWA |
| Rufzeichen | TWA |
| Drehkreuze | STL, JFK, MCI |
| Status | Historisch – Flugbetrieb unter eigenem Namen bis 1. Dezember 2001 |
| Geschäftsmodell | Netzwerkairline mit US-Inlandsnetz und Transatlantikverkehr nach Europa und in den Nahen Osten |
| Entstehung | 1. Oktober 1930 als Transcontinental & Western Air aus TAT und Western Air Express |
| Name Trans World Airlines | seit 17. Mai 1950 |
| Sitz | Kansas City (1931–1964), New York (1964–1987), Mount Kisco (1987–1992), danach St. Louis |
| Drehkreuze | Kansas City, ab 1982 St. Louis (STL); New York-JFK für den Atlantik |
| Prägende Typen | DC-2, Boeing 307, Constellation-Familie, Boeing 707, 727, 747, Lockheed L-1011 TriStar, MD-80, Boeing 767 und 757 |
| Bekannte Eigentümer | Howard Hughes (Kontrolle ab 1944, bis 1960), Carl Icahn (ab 1985 bis 1993) |
| Ende | Übernahme der Vermögenswerte durch AMR (American Airlines) im April 2001, letzter TWA-Flug am 1. Dezember 2001 |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich TWA – Trans World Airlines?
- Rot-weißes Farbschema, das unter Howard Hughes in den 1950ern entstand und bis 2001 die Grundfarbe blieb
- Großer roter Schriftzug „TWA“ am Leitwerk (ab 1975), dazu rote Zierlinien am Rumpf
- In den 1960er-Jahren das Doppelglobus-Logo und ein roter Pfeil entlang des Rumpfs
- US-Kennzeichen mit N, bei vielen späten Jets mit der Endung TW, etwa N948TW
- Typen als Zeitstempel: Constellation, 707, TriStar und 747 für die großen Jahre, MD-80, 757 und 767 für das Ende
Wenn du heute am JFK durch das geschwungene Betongebäude mit den roten Teppichen läufst, stehst du mitten im Erbe einer Airline, die es seit 2001 nicht mehr gibt: TWA, Trans World Airlines. 71 Jahre lang war sie eine der großen Namen der US-Luftfahrt – mit Howard Hughes als Eigentümer, der Constellation als Flaggschiff, einem Terminal als Architekturikone und am Ende einem langen Abstieg bis zur Übernahme durch American Airlines. Hier erfährst du, wie TWA entstand, welche Flugzeuge sie prägten, woran du alte TWA-Aufnahmen erkennst und wo die Airline für Spotter heute noch sichtbar ist.
Historische Sichtungen sauber archivieren
Mit Planetrack postest du Fotos mit Flugzeugtyp, Kennzeichen, Airline und Flughafen – auch alte Dias, Museumsbesuche und Heritage-Jets landen so geordnet in deinem Hangar. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
TWA im Überblick
TWA war eine historische US-Netzwerkairline, die von 1930 bis 2001 flog. Entstanden ist sie am 1. Oktober 1930 als Transcontinental & Western Air, kurz T&WA. Der Zusammenschluss von Transcontinental Air Transport (TAT) und Western Air Express ging auf Druck des damaligen Generalpostmeisters zurück, der die lukrativen Postflugverträge an wenige starke Gesellschaften vergeben wollte. TAT brachte einen prominenten Namen mit: Charles Lindbergh hatte die Gesellschaft beraten, und so wurde TWA lange als „The Lindbergh Line“ vermarktet.
Die ersten drei Jahrzehnte war Kansas City die Heimat, ab 1964 saß die Zentrale in New York. Am 17. Mai 1950 kam der neue Name Trans World Airlines – die Abkürzung blieb, der Anspruch wurde globaler. Zu dieser Zeit flog TWA längst über den Atlantik nach Europa und weiter in den Mittelmeerraum und Nahen Osten.
In ihren letzten zwei Jahrzehnten war St. Louis das zentrale Drehkreuz. Nach drei Insolvenzverfahren kaufte die Muttergesellschaft von American Airlines im April 2001 die Vermögenswerte, am 1. Dezember 2001 flog TWA zum letzten Mal unter eigenem Namen.
Codes und Rufzeichen
- IATA-Code TW: stand in allen TWA-Flugnummern, auf Tickets, Gepäckanhängern und Anzeigetafeln.
- ICAO-Code TWA: der dreistellige Code im Flugplan der Flugsicherung.
- Rufzeichen TWA: Im Funk meldeten sich die Besatzungen schlicht mit „TWA“ und der Flugnummer.
- Kennzeichen N: Alle Flugzeuge waren in den USA registriert. Bei vielen späten Jets endete das Kennzeichen auf TW – die MD-83 des letzten Flugs trug zum Beispiel N948TW. Wie das US-System funktioniert, erklärt der Guide zu den US-amerikanischen N-Nummern.
Das ist praktisch, wenn du alte Fotos sortierst: Ein N-Kennzeichen mit TW-Endung ist ein guter Hinweis auf ein Flugzeug, das für TWA zugelassen wurde. Ein Beweis ist es nicht – Kennzeichen wurden in den USA oft neu vergeben, nachdem ein Flugzeug die Flotte verlassen hatte.
Die Geschichte: von der Lindbergh Line zur Weltairline
1930er: Postflug, DC-1 und die erste Druckkabine
TWA war von Anfang an eine Transkontinental-Airline. Schon TAT hatte die Strecke von Küste zu Küste mit einer Kombination aus Flugzeug und Nachtzug angeboten, die rund 48 Stunden dauerte. Was der neuen Airline fehlte, war ein modernes Flugzeug. TWA gab deshalb bei Douglas ein Ganzmetall-Verkehrsflugzeug in Auftrag: Der Vertrag wurde am 20. September 1932 unterschrieben, im Dezember 1933 kam die DC-1 – ein Einzelstück. Im Februar 1934 flog sie in einem Rekordflug von Glendale in Kalifornien nach Newark in 13 Stunden und 4 Minuten. Aus ihr entstand die Douglas DC-2, die TWA ab Mai 1934 einsetzte – und daraus die berühmte DC-3, deren Geschichte du im Artikel zur Douglas DC-3 nachlesen kannst.
1940 folgte ein zweiter Meilenstein: Die Boeing 307 Stratoliner war das erste Verkehrsflugzeug mit Druckkabine im Liniendienst bei TWA. Ab dem 8. Juli 1940 flog sie quer durch die USA – oberhalb des meisten Wetters, das die Passagiere zuvor durchgeschüttelt hatte.
1939 bis 1960: die Ära Howard Hughes
Ab 1939 kaufte der Unternehmer, Filmproduzent und Flieger Howard Hughes TWA-Aktien, 1944 hatte er die Kontrolle. Hughes war vom Fliegen besessen und mischte sich tief in technische Fragen ein. Für TWA kaufte er 1939 gleich 40 Exemplare eines neuen Lockheed-Langstreckenflugzeugs: der Constellation. Das elegante Flugzeug mit drei Seitenleitwerken und geschwungenem Rumpf wurde zum Symbol der Airline. Wie die „Connie“ entstand und warum sie bis heute so viele Fans hat, liest du im Artikel zur Lockheed Constellation. Hughes’ zweites berühmtes Flugzeugprojekt, das riesige Flugboot H-4, hat mit TWA nichts zu tun, erzählt aber viel über den Mann – mehr dazu im Beitrag zur Hughes H-4 Spruce Goose.
Nach dem Krieg öffnete die Constellation TWA den Weg nach Europa. Am 5. Februar 1946 startete der Liniendienst New York–Paris mit der „Star of Paris“, im April folgte Italien mit Verlängerung bis Kairo. Damit wurde TWA zum direkten Konkurrenten von Pan Am auf dem Atlantik – eine Rivalität, die beide Airlines über Jahrzehnte prägte und die auch in der Geschichte von Pan Am eine Rolle spielt.
In den 1950ern folgten die Lockheed L-1049 Super Constellation und ab 1957 die L-1649 Starliner, die letzte und reichweitenstärkste Version der Familie. Das rot-weiße Farbschema, das TWA bis zum Schluss behielt, entstand ebenfalls in dieser Zeit.
Hughes und die Jets
Ausgerechnet der Wechsel zu Düsenjets kostete Hughes die Airline. Um die teuren Jets zu finanzieren, musste er 1960 die Kontrolle über seine Anteile an Treuhänder abgeben. 1966 wurden die Aktien schließlich verkauft.
1959 bis 1970: Jets, Filme an Bord und das Flight Center
Am 20. März 1959 flog TWA erstmals planmäßig mit der Boeing 707. Daneben setzte die Airline die schnelle Convair CV-880 ein, auf Kurz- und Mittelstrecke kamen Boeing 727 und Douglas DC-9 dazu. Am 7. April 1967 war die Flotte reine Jetflotte. Schon 1961 führte TWA Spielfilme an Bord ein – ein Komfortmerkmal, mit dem die Airline auf der Langstrecke warb. Wie die 707 die Luftfahrt insgesamt veränderte, zeigt die Geschichte der Boeing 707.
1962 eröffnete am Flughafen Idlewild, dem heutigen Flughafen New York JFK, das TWA Flight Center. Mehr dazu weiter unten.
1970er und 1980er: Jumbo, TriStar und St. Louis
1970 kam die Boeing 747-100 in die Flotte, ab 1972 folgte die dreistrahlige Lockheed L-1011 TriStar, von der TWA bis 1997 insgesamt 41 Exemplare betrieb. Nach der Deregulierung des US-Luftverkehrs baute TWA ab 1982 St. Louis zum Hauptdrehkreuz aus. 1986 übernahm die Airline den dort ansässigen Regionalanbieter Ozark Air Lines für 250 Millionen US-Dollar und kontrollierte damit den Großteil des Verkehrs in St. Louis.
Im selben Jahrzehnt begann der Abstieg. 1985 übernahm der Investor Carl Icahn die Kontrolle, 1988 holte er TWA mit einem fremdfinanzierten Buyout von der Börse. Die Schulden lasteten schwer auf der Airline. Anfang der 1990er-Jahre verkaufte TWA ihre wertvollen Verbindungen nach London-Heathrow an American Airlines.
Klassiker auf der Wunschliste
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1990er bis 2001: drei Insolvenzen und das Ende
Am 31. Januar 1992 meldete TWA erstmals Gläubigerschutz nach Chapter 11 an, am 30. Juni 1995 zum zweiten Mal. Icahn verlor 1993 die Kontrolle, der Firmensitz wanderte Anfang der 1990er-Jahre nach St. Louis. Gleichzeitig erneuerte TWA die Flotte: 727, 747, TriStar und ältere DC-9 verschwanden, an ihre Stelle traten MD-80, Boeing 757-200, Boeing 767-300ER und zuletzt die Boeing 717-200.
Im Januar 2001 einigte sich TWA mit AMR, der Muttergesellschaft von American Airlines, und ging einen Tag später zum dritten Mal in die Insolvenz. Im April 2001 übernahm AMR die Vermögenswerte für rund 745 Millionen US-Dollar und führte den Betrieb zunächst als TWA Airlines LLC weiter. Am 1. Dezember 2001 flog die MD-83 N948TW als Flug TW220 von Kansas City nach St. Louis – der letzte TWA-Flug. Ab Mitternacht liefen die Verbindungen als American-Airlines-Flüge.
Die Flotte im Überblick
| Typ | Zeit bei TWA (grob) | Einsatz | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|---|
| Douglas DC-2 / DC-3 | ab 1934 | Inland | Von TWA mit angestoßene Douglas-Familie |
| Boeing 307 Stratoliner | ab 1940 | Transkontinental | Erste Druckkabine im Linienbetrieb bei TWA |
| Lockheed Constellation, L-1049, L-1649A | 1940er bis 1967 | Inland und Atlantik | Drei Seitenleitwerke, geschwungener Rumpf |
| Boeing 707 | ab 1959 | Langstrecke | Vier Triebwerke unter den Flügeln |
| Convair CV-880 | 1960er | Inland | Schmaler und schneller als die 707 |
| Boeing 727 | 1960er bis 1990er | Inland | Drei Hecktriebwerke, T-Leitwerk |
| Boeing 747-100 | ab 1970 | Atlantik, Inland-Rennstrecken | Buckel mit kurzem Oberdeck |
| Lockheed L-1011 TriStar | 1972–1997 | Langstrecke und Inland | Mittleres Triebwerk im S-Kanal im Heck |
| McDonnell Douglas MD-82/MD-83 | bis 2001 | Inland ab St. Louis | Lange Zweistrahler mit Hecktriebwerken |
| Boeing 757-200 und 767-300ER | bis 2001 | Inland und Atlantik | Letzte Langstrecken-Generation |
| Boeing 717-200 | 2000/2001 | Regionalnetz | Jüngster TWA-Typ, später bei American |
Die Flottenübersicht für 2001 nennt 64 MD-83, 39 MD-82, 27 Boeing 757-200, 9 Boeing 767-300ER und 29 Boeing 717-200 – zusammen rund 168 Flugzeuge. Viele davon flogen danach bei American weiter, die 717 allerdings nur noch kurze Zeit. Die MD-83 findest du in der Typ-Seite McDonnell Douglas MD-83, hergestellt von McDonnell Douglas.
Woran du TWA erkennst
Das wichtigste Merkmal ist das Rot-Weiß, das unter Howard Hughes in den 1950er-Jahren entstand und bis zur Übernahme durch American blieb. Im Detail änderte sich das Design aber mehrfach – und genau das hilft dir beim Datieren alter Fotos:
- 1950er: rot-weiße Constellations mit Zierlinien am Rumpf.
- 1960er: ein roter Pfeil entlang des Rumpfs, ab 1962 das Doppelglobus-Logo.
- Ab 1975: ein rein typografisches Logo – die drei Buchstaben TWA groß in Rot am Leitwerk, dazu rote Linien am Rumpf.
- Ab Ende 1995: ein überarbeitetes Logo, das bis 2001 im Einsatz war.
Einen Überblick über berühmte Designs der Airline-Geschichte gibt der Artikel Legendäre Airline-Lackierungen.
Farben prüfen
Rot auf Weiß mit „TWA“ am Leitwerk grenzt das Foto auf die Airline ein.
Logo lesen
Doppelglobus oder Pfeil deuten auf die 1960er, die großen roten Buchstaben auf die Zeit ab 1975.
Typ bestimmen
Constellation, 707, TriStar oder MD-80 – der Typ verrät dir die Epoche.
Kennzeichen notieren
Das N-Kennzeichen, oft mit TW-Endung, macht die Aufnahme eindeutig.
Heritage-Jet ist kein TWA-Flug
Siehst du heute ein Flugzeug in TWA-Farben, ist es sehr wahrscheinlich die Heritage-Bemalung von American Airlines, die 2015 vorgestellt wurde. Notiere es als American-Sichtung mit Sonderbemalung. Wie du solche Retro-Jets sammelst, zeigt der Artikel zu Retro-Lackierungen; Tipps zum Datieren alter Bilder findest du unter Oldtimer am Himmel erkennen.
Das TWA Flight Center am JFK
Kein anderes Gebäude steht so sehr für TWA wie das TWA Flight Center. Entworfen hat es der Architekt Eero Saarinen, nach seinem Tod 1961 vollendete sein Büro den Bau. Baubeginn war im Juni 1959, eingeweiht wurde das Terminal am 28. Mai 1962. Das geschwungene Betondach erinnert an einen Vogel mit ausgebreiteten Flügeln, innen führen lange, rot ausgekleidete Röhren zu den Flugsteigen.
Nach der Übernahme durch American wurde das Terminal 2001 geschlossen. Abgerissen wurde es nicht: Seit 1994 ist es ein Baudenkmal der Stadt New York, 2005 kam es ins nationale Denkmalregister der USA. Am 15. Mai 2019 öffnete es als Lobby des TWA Hotel mit 512 Zimmern in zwei neuen Glastürmen. Über eine der alten Röhren erreichst du direkt das Terminal 5 von JetBlue.
Für Spotter ist das Hotel ein spannender Ort: Du verbindest Luftfahrtgeschichte mit Blick auf den aktuellen Verkehr am JFK. Wie du den Besuch planst, zeigt das Spot-Porträt TWA Hotel am JFK. Die besten weiteren Standorte rund um den Flughafen findest du im Guide Planespotting in New York.
Was von TWA blieb
- Das Flight Center als TWA Hotel
- Das TWA Museum in Kansas City
- Eine Heritage-Bemalung bei American Airlines
- Viele frühere TWA-Flugzeuge, die bei American weiterflogen
Was mit TWA verschwand
- Der Code TW und das Rufzeichen TWA
- Das Drehkreuz St. Louis in seiner alten Größe
- Die rot-weiße Flotte im Liniendienst
- Die eigene Transatlantik-Marke neben Pan Am
Unglücke und Zwischenfälle
Wie alle großen Airlines ihrer Zeit erlebte TWA schwere Unfälle. Einige davon veränderten die Luftfahrt nachhaltig:
- Grand Canyon, 30. Juni 1956: Eine TWA-Super-Constellation und eine DC-7 von United Airlines stießen über dem Grand Canyon zusammen, alle 128 Menschen starben. Das Unglück führte zu grundlegenden Änderungen in der Kontrolle des US-Luftraums.
- New York, Dezember 1960: Über New York kollidierte eine TWA-Super-Constellation mit einer DC-8 von United, 134 Menschen kamen ums Leben.
- Flug 847, Juni 1985: Eine Boeing 727 wurde auf dem Weg von Athen nach Rom entführt und mehrfach zwischen Beirut und Algier hin- und hergeflogen. Ein US-Marinetaucher an Bord wurde getötet.
- Flug 800, 17. Juli 1996: Eine Boeing 747 auf dem Weg vom JFK nach Paris explodierte kurz nach dem Start vor Long Island, alle 230 Menschen an Bord starben. Die US-Unfallbehörde NTSB nannte als wahrscheinlichste Ursache eine Explosion im mittleren Treibstofftank, ausgelöst durch einen Kurzschluss in der Verkabelung.
Quellen kritisch prüfen
Bei historischen Airlines weichen Daten und Flottenzahlen je nach Quelle oft voneinander ab – etwa bei Ein- und Ausmusterungsjahren oder bei Stückzahlen einzelner Typen. Gleiche Kennzeichen und Aufnahmedaten möglichst mit mehreren Quellen ab, bevor du ein Foto endgültig zuordnest.
TWA heute: Hotel, Museum und Heritage-Jet
Im Liniendienst ist TWA seit Dezember 2001 verschwunden. Trotzdem kannst du der Airline noch begegnen:
- TWA Hotel am JFK: das Flight Center von 1962, heute Hotel-Lobby mit viel originalem Design. Ein Besuch lässt sich gut mit einer Planespotting-Reise in die USA verbinden – beachte dabei die Hinweise zu den Regeln für Spotter in den USA.
- TWA Museum in Kansas City: Am Charles B. Wheeler Downtown Airport, dem früheren Heimatflughafen der Airline, erinnert ein Museum an die TWA-Geschichte.
- Heritage-Bemalung bei American: American Airlines hat 2015 ein Flugzeug in TWA-Farben vorgestellt, als Teil einer Reihe von Retro-Lackierungen früherer Airlines. Ob es im Oktober 2026 noch so unterwegs ist, prüfst du am besten vor der Tour.
- Museen mit Typen der TWA-Ära: Constellation, 707 oder TriStar siehst du heute nur noch in Museen, etwa im Museum of Flight in Seattle oder im Pima Air & Space Museum. Welche Flugzeuge dort aktuell stehen, schaust du vor dem Besuch nach.
Häufige Verwechslungen
- TWA mit Pan Am gleichsetzen – beide flogen über den Atlantik, waren aber Konkurrenten. Pan Am war die internationale Airline, TWA hatte zusätzlich ein großes Inlandsnetz.
- „Transcontinental & Western Air“ für eine andere Airline halten – das ist der alte Name von TWA bis 1950.
- Jeden Jet in TWA-Farben für ein TWA-Flugzeug halten – nach 2001 ist es eine American-Heritage-Bemalung.
- Die Hughes H-4 für ein TWA-Flugzeug halten – das Flugboot war Hughes’ eigenes Projekt, kein Airliner von TWA.
- Das Flight Center mit dem heutigen JFK-Terminal 5 verwechseln – das Terminal 5 von JetBlue ist ein Neubau hinter dem alten Gebäude.
- TW-Kennzeichen-Endung als sicheren Beweis nehmen – Kennzeichen wurden in den USA oft neu vergeben.
Alte Schätze, neue Sammlung
Poste deine historischen Aufnahmen und Museumsfotos mit Typ, Kennzeichen, Airline und Ort, diskutiere sie in der Community und lass dich benachrichtigen, wenn ein Heritage-Jet in deiner Nähe landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
TWA war 71 Jahre lang eine der prägenden Airlines der USA. Sie gab die DC-1 in Auftrag, brachte mit der Stratoliner die Druckkabine in den Liniendienst, machte unter Howard Hughes die Constellation groß und eröffnete am JFK eines der schönsten Terminals der Welt. Danach folgten Schulden, drei Insolvenzen und 2001 das Ende in American Airlines. Für dich als Spotter lebt TWA im TWA Hotel, im Museum in Kansas City, in alten Dias und in einer Heritage-Bemalung weiter.
Kurzfazit
TWA (IATA TW, ICAO TWA, Rufzeichen TWA) war eine historische US-Netzwerkairline von 1930 bis 2001. Erkennbar am Rot-Weiß und dem großen „TWA“ am Leitwerk, berühmt durch Howard Hughes, die Constellation und das Flight Center am JFK – und 2001 in American Airlines aufgegangen.
Zusammenfassung
- TWA entstand 1930 als Transkontinental-Airline, wurde 1950 zur „Trans World Airlines“ und war jahrzehntelang eine der wichtigsten US-Gesellschaften auf dem Nordatlantik.
- Constellation, Boeing 707, Lockheed TriStar und Boeing 747 prägten die großen Jahre, MD-80, 757 und 767 die letzten.
- Nach Icahn-Übernahme, drei Insolvenzverfahren und dem Drehkreuz St. Louis endete TWA 2001 in American Airlines.
- Für Spotter lebt TWA im TWA Hotel am JFK, im TWA Museum in Kansas City und in einer Heritage-Bemalung bei American weiter.
Häufige Fragen
Wofür steht TWA?
TWA steht seit 1950 für Trans World Airlines. Davor hieß die Gesellschaft Transcontinental & Western Air – die Abkürzung TWA blieb also gleich, nur der Name dahinter änderte sich, als die Airline zur Weltairline wurde.
Wann gab es TWA?
Die Airline entstand am 1. Oktober 1930 aus dem Zusammenschluss von Transcontinental Air Transport (TAT) und Western Air Express. Ihren letzten Flug unter eigenem Namen flog sie am 1. Dezember 2001: Flug TW220 von Kansas City nach St. Louis mit einer MD-83. Danach liefen die Flüge unter American Airlines.
Welche Codes und welches Rufzeichen hatte TWA?
TWA nutzte den IATA-Code TW, den ICAO-Code TWA und im Funk das Rufzeichen „TWA“. Alle Flugzeuge trugen US-Kennzeichen mit N, viele späte Jets mit der Endung TW.
Was hatte Howard Hughes mit TWA zu tun?
Der Unternehmer und Flieger Howard Hughes kaufte ab 1939 TWA-Aktien und hatte 1944 die Kontrolle. Er bestellte für TWA die Lockheed Constellation und prägte das rot-weiße Erscheinungsbild. Bei der Finanzierung der ersten Jets musste er 1960 die Kontrolle abgeben, 1966 wurden seine Anteile verkauft.
Was ist das TWA Flight Center?
Das Terminal von TWA am Flughafen New York JFK, entworfen von Eero Saarinen und am 28. Mai 1962 eingeweiht. Mit seinem geschwungenen Betondach gilt es als Ikone der Flughafenarchitektur. Seit 1994 ist es ein New Yorker Baudenkmal, seit dem 15. Mai 2019 dient es als Lobby des TWA Hotel mit 512 Zimmern.
Warum ging TWA an American Airlines?
TWA kämpfte ab den 1980er-Jahren mit hohen Schulden, vor allem nach der Übernahme durch Carl Icahn und seinem fremdfinanzierten Buyout von 1988. Die Airline durchlief 1992, 1995 und 2001 Insolvenzverfahren. Im April 2001 kaufte AMR, die Muttergesellschaft von American Airlines, die Vermögenswerte und führte sie zunächst als TWA Airlines LLC weiter.
Welche Flugzeuge flog TWA zuletzt?
Laut der Flottenübersicht bestand die Flotte 2001 aus McDonnell Douglas MD-82 und MD-83, Boeing 757-200, Boeing 767-300ER und neuen Boeing 717-200 – zusammen rund 168 Flugzeuge. 727, 747, TriStar und ältere DC-9 waren in den 1990er-Jahren ausgemustert worden.
Kann ich TWA heute noch sehen?
Im Liniendienst nicht mehr. Du kannst aber das TWA Hotel am JFK besuchen, das TWA Museum am Downtown Airport von Kansas City und nach einem Flugzeug von American Airlines in TWA-Heritage-Bemalung Ausschau halten, die American 2015 vorgestellt hat.
TWA – Trans World Airlines im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
Lockheed L-1049 Super Constellation
Drei Seitenflossen, ein Rumpf wie ein Delfin und vier dröhnende Sternmotoren: Die Lockheed Super Constellation ist der Inbegriff der Propeller-Ära. Mit ihr startete Lufthansa 1955 in die Langstrecke, und in Basel hielt ein Verein bis 2016 eine Super Connie in der Luft. Hier erfährst du, wie du sie erkennst und wo du sie heute noch findest.
FlugzeugtypLockheed L-1649 Starliner
Die letzte und größte Constellation: Mit der L-1649 Starliner reizte Lockheed den Kolbenmotor-Langstreckenflug aus – bei Lufthansa hieß sie Super Star und steht heute nach einer langen Restaurierungsodyssee in Frankfurt.
FlugzeugtypBoeing 307 Stratoliner
Ein bauchiger Rumpf auf B-17-Flügeln: Der Boeing 307 Stratoliner brachte 1940 als erstes Verkehrsflugzeug eine Druckkabine in den Liniendienst. Nur zehn wurden gebaut, ein vollständiges Exemplar ist erhalten.
FlugzeugtypBoeing 707-120
Vier Triebwerke an schlanken Pylonen, ein stark gepfeilter Flügel und ein kurzes, frühes Seitenleitwerk: Die 707-120 war die erste Serienversion der Boeing 707 und brachte ab 1958 den Düsenjet in den Alltag. So erkennst du sie und grenzt sie von der 707-320 ab.
FlugzeugtypBoeing 747-100
Mit ihr begann das Zeitalter der Großraumjets: Die Boeing 747-100 flog 1969 zum ersten Mal und ging 1970 bei Pan Am in Dienst. So erkennst du den Ur-Jumbo und hier findest du die erhaltenen Exemplare.
FlugzeugtypLockheed L-1011 TriStar
Drei Rolls-Royce-Triebwerke, eines davon tief im Heck versteckt: Die Lockheed TriStar war der elegante, technisch ambitionierte Gegenspieler der DC-10 – und in Düsseldorf jahrzehntelang das Gesicht der LTU.
FlugzeugtypMcDonnell Douglas MD-83
Mehr Treibstoff, mehr Gewicht, mehr Reichweite: Die MD-83 war die Langstrecken-Version der MD-80 und flog Urlauber ohne Zwischenstopp ans Mittelmeer und auf die Kanaren. Heute hält sie sich als ACMI-Charterjet und als Frachter.
FlugzeugtypBoeing 767-300ER
Schlanker Rumpf, zwei große Triebwerke, oft hochgezogene Winglets: Die 767-300ER war jahrzehntelang das Arbeitspferd über den Atlantik. Heute wird sie selten – so erkennst und findest du sie.
FlugzeugtypBoeing 717-200
T-Leitwerk, zwei Triebwerke am Heck, kurzer Rumpf: Die 717 ist der letzte Nachfahre der DC-9 und eigentlich eine McDonnell Douglas. In Europa ist sie verschwunden – so erkennst du sie und weißt, wo sie noch fliegt.
Weitere Airlines
American Airlines
Eine der größten Airlines der Welt aus Fort Worth, Texas: zehn Drehkreuze in den USA, Gründungsmitglied von oneworld, rund 1.000 Mainline-Flugzeuge und seit 2013 die silberne Lackierung mit Flaggen-Leitwerk.
NetzwerkPan American World Airways
Historische US-Weltairline: Pan Am flog von 1927 bis 1991, brachte 707 und 747 in den Liniendienst, verband West-Berlin mit Westdeutschland und ging nach Lockerbie und Golfkrieg unter.
NetzwerkEastern Air Lines
Historische US-Airline von 1926 bis 1991: Eastern prägte die Ostküste mit dem Air-Shuttle, holte den Airbus A300 in die USA, war Erstkunde von 727 und 757 – und zerbrach unter Frank Lorenzo.
NetzwerkBraniff International Airways
Historische US-Airline aus Dallas (1928–1982): Braniff machte Flugzeuge zur Kunst, ließ Alexander Calder Jets bemalen, flog als einzige US-Airline Concorde – und stellte nach rasanter Expansion im Mai 1982 den Betrieb ein.
NetzwerkNorthwest Airlines
Historische US-Airline aus Minneapolis: Northwest flog von 1926 bis 2010, verband die USA über Tokio mit Asien, bildete mit KLM das erste große Transatlantik-Joint-Venture und ging in Delta auf.
NetzwerkContinental Airlines
Historische US-Netzwerkairline: 1934 als Varney Speed Lines gegründet, später mit Drehkreuzen in Newark, Houston, Cleveland und Guam – und seit der Fusion 2010 bis 2012 in United aufgegangen, deren Globus-Design von Continental stammt.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Flughafen New York JFK
Vom Golfplatz Idlewild zum wichtigsten Tor der USA nach Übersee: vier Bahnen an der Jamaica Bay, Drehkreuze von Delta, American und JetBlue, Airlines aus aller Welt – und mit dem TWA Hotel ein Stück Luftfahrtgeschichte direkt am Vorfeld.
HerstellerLockheed Martin
Lockheed Martin baut heute fast nur Militärflugzeuge, doch das Erbe reicht von der dreifach geleitwerkten Constellation über den Großraumjet TriStar bis zur Hercules und zur F-35. Wer die Formen kennt, erkennt Lockheed-Typen am Zaun eines Fliegerhorsts genauso sicher wie im Museum.
HerstellerMcDonnell Douglas
Historischer US-Hersteller, 1967 aus McDonnell Aircraft und Douglas Aircraft entstanden und 1997 in Boeing aufgegangen. Seine Jets mit Hecktriebwerken – DC-9, MD-80, DC-10 und MD-11 – prägten Jahrzehnte des Luftverkehrs und sind heute gesuchte Motive für Spotter.
HerstellerBoeing
Boeing ist der US-amerikanische Gegenpol zu Airbus und baut seit der 707 Verkehrsjets in Serie. Wer 737, 777 und 787 an Fahrwerk, Flügelspitzen und Heck auseinanderhalten kann, bestimmt einen großen Teil des Verkehrs an jedem europäischen Flughafen – auch ohne Lackierungshinweis.
Wo du TWA – Trans World Airlines vor die Linse bekommst
Spotting-Spots, an denen diese Airline regelmäßig zu sehen ist – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
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