Das Wichtigste in Kürze
- Die Boeing 247 gilt als erstes modernes Verkehrsflugzeug: Ganzmetall, freitragender Flügel, Einziehfahrwerk und zwei Motoren – 1933 ein Technologiesprung.
- United bekam die ersten 60 Maschinen: Weil Boeing zum selben Konzern gehörte, ging die gesamte Anfangsproduktion an die Konzern-Airlines. TWA musste sich anderswo umsehen – und gab damit den Anstoß zur Douglas DC-1.
- Die DC-2 überholte sie schnell: mehr Sitze, mehr Platz, kein Flügelholm in der Kabine. Mit nur 75 gebauten Exemplaren blieb die 247 eine kurze Episode.
- Im MacRobertson Air Race 1934 flogen Roscoe Turner und Clyde Pangborn eine umgebaute 247D auf Platz 3 – direkt hinter der DC-2 „Uiver“.
- Heute gibt es vier erhaltene Exemplare, in Seattle, Washington D.C., Ottawa und im britischen Wroughton.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die Boeing 247?
- 2.Wie die 247 entstand – und warum sie die DC-1 auslöste
- 3.Die Versionen: 247, 247A und 247D
- 4.Die 247 im Wettstreit mit der DC-2
- 5.Die 247 in Europa: zwei Maschinen für die Luft Hansa
- 6.Das MacRobertson Air Race 1934
- 7.Militärdienst und die erste automatische Blindlandung
- 8.Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
- 9.Boeing 247, DC-2, DC-3 oder Ju 52?
- 10.Wo du die Boeing 247 heute siehst
- 11.Fototipps für die Boeing 247
- 12.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 13.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Boeing Airplane Company, Seattle (Washington) |
|---|---|
| Erstflug | 8. Februar 1933 |
| Indienststellung | 22. Mai 1933 bei Boeing Air Transport (United-Verbund) |
| Stückzahl | 75 |
| Status | historisch – vier erhaltene Exemplare, alle in Museen bzw. Museumsdepots |
| Bauart | Zweimotoriger Ganzmetall-Tiefdecker in Halbschalenbauweise mit freitragendem Flügel |
| Fahrwerk | Spornradfahrwerk; Hauptfahrwerk einziehbar, Räder ragen eingefahren noch teilweise heraus; Spornrad hinten |
| Triebwerke | 2 × Pratt & Whitney Wasp (R-1340), Neunzylinder-Sternmotoren mit rund 500 PS |
| Länge | 15,72 m |
| Spannweite | 22,58 m |
| Höhe | 3,70 m |
| Max. Startgewicht | rund 6,2 t (247D) |
| Besatzung / Passagiere | 3 (zwei Piloten, eine Flugbegleitung) / 10 Passagiere |
| Reisegeschwindigkeit | rund 300 km/h, Höchstgeschwindigkeit rund 320 km/h (247D) |
| Reichweite | rund 1.200 km (247D) |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Kompakter Zweimot mit glatter Aluminiumhaut und zwei Sternmotoren – sichtbar kleiner und kürzer als eine DC-2 oder DC-3
- Nach vorn geneigte Cockpitscheibe bei frühen 247 und 247A; die 247D hat eine normal nach hinten geneigte Scheibe
- Halb versenktes Fahrwerk: Im Flug schauen die Räder unten aus den Motorgondeln heraus
- Nur wenige Kabinenfenster für zehn Passagiere – je eine Sitzreihe links und rechts vom Gang
- Bei der 247D NACA-Motorhauben statt der schmalen Ringverkleidungen der Urversion
- Spornrad hinten, am Boden steht die Maschine mit leicht erhobener Nase
Aktualisiert: Oktober 2026 – Kompakt, blank poliert, zwei Sternmotoren und Platz für zehn Passagiere: Die Boeing 247 sieht neben heutigen Jets winzig aus. Trotzdem gilt sie als das erste moderne Verkehrsflugzeug der Welt. 1933 brachte sie Ganzmetallbauweise, freitragenden Flügel und Einziehfahrwerk zusammen in den Linienalltag – und wurde trotzdem schon nach kurzer Zeit von der Douglas DC-2 überholt. Hier erfährst du, wie die 247 entstand, warum ausgerechnet sie den Anstoß für die DC-Reihe gab, wie sie sich im Rennen nach Melbourne schlug und wo du die vier erhaltenen Exemplare heute findest.
Einen Pionier im Hangar abhaken
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Was ist die Boeing 247?
Die Boeing 247 ist ein zweimotoriger Ganzmetall-Tiefdecker der Boeing Airplane Company aus Seattle. Der Rumpf ist in Halbschalenbauweise aus Aluminium gebaut, der Flügel trägt sich ohne Streben und Spanndrähte selbst, und das Hauptfahrwerk lässt sich im Flug in die Motorgondeln einziehen. Angetrieben wird sie von zwei luftgekühlten Pratt-&-Whitney-Wasp-Sternmotoren. In der Kabine sitzen zehn Passagiere, je einer links und rechts vom Gang, betreut von einer Flugbegleitung; vorn arbeiten Pilot und Copilot.
Was heute selbstverständlich klingt, war Anfang der 1930er-Jahre neu. Viele Airlines flogen damals noch mit dreimotorigen Hochdeckern wie der Ford Trimotor oder der Fokker F.VII, mit Holzflügeln oder Wellblechhaut, und das Fahrwerk hing starr im Wind. In Europa war die Junkers Ju 52 mit Wellblech und drei Motoren das Maß der Dinge. Die 247 war deutlich schneller als diese Generation und konnte mit Verstellpropellern laut Literatur auch mit nur einem Motor bei vollem Startgewicht noch Höhe halten – ein echter Sicherheitsgewinn.
Ihren Erstflug absolvierte die 247 am 8. Februar 1933, schon am 22. Mai 1933 ging sie bei Boeing Air Transport in Dienst. Gebaut wurden insgesamt 75 Exemplare. Mehr zum Hersteller und seiner späteren Entwicklung liest du auf der Seite zu Boeing.
Wie die 247 entstand – und warum sie die DC-1 auslöste
Boeing gehörte Anfang der 1930er-Jahre zum Konzern United Aircraft and Transport Corporation, der Flugzeughersteller, Motorenbauer und Fluggesellschaften unter einem Dach vereinte. Zu diesem Verbund gehörte auch Pratt & Whitney, der Lieferant der Motoren. Über den Konzern und seine spätere Aufspaltung erfährst du mehr auf der Seite zu United Aircraft.
Ursprünglich war die 247 größer geplant: mit 14 Sitzen und stärkeren Hornet-Motoren. Die Piloten der Konzern-Airline United drängten nach Durchsicht des Konzepts aber auf einen kleineren Entwurf. Boeing verkleinerte die 247 deshalb auf zehn Sitze und die bewährten Wasp-Motoren. Diese Entscheidung sollte sich später rächen, denn genau die Größe wurde zum Nachteil gegenüber der Konkurrenz.
Die ersten 60 Maschinen gingen geschlossen an Boeing Air Transport, eine der Airlines im Konzern, die später in United Air Lines aufging. Für andere Fluggesellschaften bedeutete das: Wer eine 247 wollte, musste warten, bis United versorgt war. Auch TWA bekam keine schnelle Zusage – und schrieb deshalb einen eigenen Auftrag für ein Ganzmetall-Verkehrsflugzeug aus. Daraus entstand bei Douglas die DC-1 und schließlich die Douglas DC-2. Die 247 hat also, ohne es zu wollen, die erfolgreichste Verkehrsflugzeugfamilie ihrer Zeit angestoßen.
Der Holm in der Kabine
Eine Eigenheit der 247 kennen alle, die schon einmal in eine erhaltene Maschine geschaut haben: Der Hauptholm des Flügels läuft quer durch die Kabine. Passagiere mussten auf dem Weg zu ihrem Platz darübersteigen. Bei der DC-2 lag der Holm unter dem Kabinenboden – ein kleiner Unterschied mit großer Wirkung auf den Komfort.
Die Versionen: 247, 247A und 247D
Die Serie blieb überschaubar, die Unterschiede zwischen den Versionen sind aber für die Bestimmung erhaltener Maschinen interessant.
| Version | Merkmale | Hinweis |
|---|---|---|
| 247 | Urversion mit Festpropellern und schmalen Ringverkleidungen um die Motoren, nach vorn geneigte Cockpitscheibe | Großteil der United-Erstauslieferung |
| 247A | Sonderausführung mit stärkeren Wasp-Motoren | 1934 für die Deutsche Luft Hansa gebaut |
| 247D | NACA-Motorhauben, Verstellpropeller, normal geneigte Cockpitscheibe mit Blendschutz über dem Instrumentenbrett | schnellste und bekannteste Version; viele ältere 247 wurden auf diesen Standard nachgerüstet |
| C-73 | im Zweiten Weltkrieg von der US Army Air Forces eingezogene 247D | 27 Maschinen |
Die nach vorn geneigte Cockpitscheibe der frühen Maschinen ist ein schönes Detail für Typensammler: Sie war gegen Spiegelungen gedacht, sorgte in der Praxis aber selbst für Reflexionsprobleme. Die 247D bekam deshalb eine konventionell geneigte Scheibe. Wenn du Fotos aus den 1930er-Jahren siehst, verrät dir dieses Detail oft schon die Version.
Die 247 im Wettstreit mit der DC-2
Als die 247 in Dienst ging, war sie das schnellste und modernste Verkehrsflugzeug Amerikas. Der Vorsprung hielt nur kurz. 1934 kam die Douglas DC-2 auf den Markt: ebenfalls Ganzmetall, ebenfalls zweimotorig, aber mit 14 Sitzen, einer geräumigeren Kabine ohne Holm und Landeklappen. Für die Airlines zählten Sitze pro Flug, und hier war die Douglas klar im Vorteil.
Endgültig entschieden war das Duell mit der Douglas DC-3, die ab 1936 im Liniendienst stand und je nach Bestuhlung mehr als doppelt so viele Passagiere aufnahm wie die 247. Selbst United stieg schließlich auf Douglas um. Die Geschichte dieses Klassikers erzählt der Beitrag Douglas DC-3. Die 247 wanderte in den Folgejahren zu kleineren Airlines, zu Fracht- und Charterbetreibern, zu Firmen als Geschäftsreiseflugzeug und zum Militär.
Februar 1933
Erstflug der Boeing 247 in Seattle.
Mai 1933
Indienststellung bei Boeing Air Transport im United-Verbund.
1934
Die Douglas DC-2 geht in Dienst und bietet mehr Sitze und Platz. Im Herbst fliegt eine 247D im Rennen nach Melbourne.
Ab 1936
Die DC-3 setzt sich durch, die 247 wandert zu kleineren Betreibern und später zum Militär.
Die 247 in Europa: zwei Maschinen für die Luft Hansa
In Europa blieb die 247 eine Ausnahmeerscheinung. Die damalige Deutsche Luft Hansa – Vorgängerin der heutigen Lufthansa im historischen Sinn – bestellte drei Maschinen der Version 247A, geliefert wurden zwei. Eine davon, die 247A mit dem Kennzeichen D-AGAR, wurde am 24. März 1935 in Nürnberg bei einem Zusammenstoß am Boden mit einer Air-France-Maschine so schwer beschädigt, dass sie nicht mehr repariert wurde. Die zweite Maschine diente vor allem für Tests und als Ersatzteilspender. Wie deutsche Kennzeichen in dieser Zeit aufgebaut waren, beschreibt der Beitrag zur Geschichte der deutschen Luftfahrzeugkennzeichen.
Das MacRobertson Air Race 1934
Ihren berühmtesten Auftritt hatte die 247 beim großen Luftrennen von England nach Australien im Oktober 1934. Gestartet wurde im englischen Mildenhall, das Ziel lag in Melbourne. Der US-Rennflieger Roscoe Turner trat zusammen mit Clyde Pangborn mit einer umgebauten 247D an, die die Startnummer 57 trug. Die Kabineneinrichtung war ausgebaut, stattdessen saßen zusätzliche Kraftstofftanks im Rumpf.
Die Konkurrenz war prominent: Gewonnen hat die eigens für das Rennen gebaute de Havilland DH.88 Comet „Grosvenor House“. Auf Platz zwei landete die KLM-DC-2 „Uiver“, ein normales Linienflugzeug mit Passagieren und Post an Bord. Turner und Pangborn kamen mit ihrer 247D als Dritte nach Zeit ins Ziel und belegten damit Platz zwei unter den Transportflugzeugen. Ausgerechnet der direkte Konkurrent aus Santa Monica lag also vorn – ein symbolisches Ergebnis für das Duell der beiden Typen. Mehr zur Uiver und ihrer dramatischen Nacht in Albury liest du auf der Seite zur DC-2.
| Platz (nach Zeit) | Flugzeug | Besatzung |
|---|---|---|
| 1 | de Havilland DH.88 Comet „Grosvenor House“ | C. W. A. Scott, Tom Campbell Black |
| 2 | Douglas DC-2 „Uiver“ (KLM) | Crew um Koene Dirk Parmentier |
| 3 | Boeing 247D, Startnummer 57 | Roscoe Turner, Clyde Pangborn |
Genau diese Rennmaschine hat überlebt: Sie steht heute im National Air and Space Museum in Washington, D.C., und trägt auf einer Seite die Rennbemalung von 1934 mit der Kennung NR257Y, auf der anderen die Farben von United Air Lines.
Seltene Typen nicht verpassen
Setz Typen oder Kennzeichen auf deine Wunschliste – Planetrack meldet sich per Sichtungs-Alarm, wenn eine passende Maschine anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Militärdienst und die erste automatische Blindlandung
Im Zweiten Weltkrieg wurden viele zivile 247 eingezogen. Die US Army Air Forces übernahm 27 Maschinen der Version 247D unter der Bezeichnung C-73 und setzte sie vor allem als Transporter und für die Ausbildung ein. Die kanadische Luftwaffe flog zu Kriegsbeginn mehrere 247D als Transportflugzeuge. Wenn du dich für alte US-Seriennummern interessierst, hilft dir der Beitrag zu US-Militärkennzeichen.
Ein Kapitel Technikgeschichte schrieb eine 247D der Royal Air Force mit der Kennung DZ203. Sie diente als Erprobungsträger für Radar- und Landesysteme und vollzog am 16. Januar 1945 die erste vollautomatische Blindlandung der Welt. Das Verkehrsflugzeug, das im Liniendienst schnell überholt war, half damit, eine Technik zu entwickeln, die heute an jedem großen Flughafen selbstverständlich ist.
Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
Größe einschätzen
Die 247 ist mit rund 15,7 Metern Länge deutlich kürzer als DC-2 und DC-3. Die wenigen Kabinenfenster passen zu nur zehn Sitzen.
Fahrwerk und Motoren ansehen
Die Räder bleiben eingefahren teilweise sichtbar. Breite NACA-Hauben deuten auf eine 247D, schmale Ringe auf eine Maschine im frühen Bauzustand.
Cockpitscheibe prüfen
Ist die Frontscheibe nach vorn geneigt, hast du eine frühe 247 vor dir. Eine normal geneigte Scheibe gehört zur 247D.
Die letzte Sicherheit liefert das Kennzeichen. Bei Museumsflugzeugen tragen Maschinen oft historische Kennungen, die nicht mit der letzten echten Registrierung übereinstimmen. Wie du so etwas sauber einordnest, steht in Flugzeugkennzeichen verstehen.
Boeing 247, DC-2, DC-3 oder Ju 52?
Bei Verkehrsflugzeugen der 1930er-Jahre sind die Verwechslungen andere als im heutigen Airline-Alltag. Der Finder hilft beim Eingrenzen.
Schnellbestimmung: Verkehrsflugzeug der 1930er
Boeing 247
Kompakter Zweimot mit glatter Haut und halb versenkten Rädern: Das spricht für die 247. Prüf das Kennzeichen – es gibt nur noch vier Exemplare.
Douglas DC-2
Länger als die 247, schlanker als die DC-3 und mit kompaktem, kantigem Leitwerk: wahrscheinlich die DC-2.
Douglas DC-3 / C-47
Breiter Rumpf und geschwungenes Leitwerk: Das ist mit großer Wahrscheinlichkeit die viel häufigere DC-3 oder eine militärische C-47.
Junkers Ju 52
Drei Motoren und Wellblech – das ist die Tante Ju, das europäische Gegenstück aus derselben Epoche.
Die DC-2 ist die naheliegendste Verwechslung, weil beide Typen dieselbe Bauweise teilen. Die Junkers Ju 52 scheidet mit drei Motoren schnell aus; ihre Geschichte erzählt der Beitrag Junkers Ju 52. Die Beechcraft Model 18 ist ebenfalls ein kleiner Zweimot mit Sternmotoren, hat aber ein Doppelleitwerk. Die De Havilland DH.89 Dragon Rapide erkennst du sofort als Doppeldecker. Wer die Boeing-Linie weiterverfolgen will, schaut sich den viermotorigen Boeing 307 Stratoliner mit Druckkabine und das Flugboot Boeing 314 Clipper an.
Wo du die Boeing 247 heute siehst
Von 75 gebauten Maschinen sind vier erhalten. Fliegend gibt es keine mehr: Die letzte lufttüchtige 247 landete 2016 zum letzten Mal. Deine Chancen liegen also ausschließlich im Museum.
| Ort | Maschine | Hinweis |
|---|---|---|
| Museum of Flight, Seattle | 247D N13347 | bis 2016 flugfähig, ausgestellt im Aviation Pavilion |
| National Air and Space Museum, Washington, D.C. | 247D, Rennmaschine von Turner/Pangborn | eine Seite in Rennbemalung NR257Y, die andere in United-Farben |
| Canada Aviation and Space Museum, Ottawa | 247D CF-JRQ | kanadische Geschichte des Typs |
| Science-Museum-Gruppe, Wroughton (England) | 247 N18E | Depot, nicht regulär öffentlich zugänglich |
Seattle. Die 247D N13347 des Museum of Flight hat eine bewegte Geschichte. Sie ging im Juli 1933 an Pacific Air Transport im United-Verbund, flog später für Pennsylvania Central Airlines, diente 1940/41 in Kanada, kam über Airlines in Kanada, den USA und Costa Rica zurück in die Vereinigten Staaten und arbeitete in den 1950er-Jahren als Sprühflugzeug und für Wolkenimpfung. In den 1960er-Jahren stand sie stillgelegt in Kalifornien, bis der Vorgängerverein des Museums sie nach Seattle holte. Nach einer gründlichen Restaurierung Anfang der 1990er-Jahre blieb sie flugfähig. Ihren letzten Flug absolvierte sie am 26. April 2016 von Paine Field in Everett zum Boeing Field. Heute steht sie im Aviation Pavilion des Museums. Infos zum Standort findest du unter Museum of Flight am Boeing Field – dort kombinierst du den Museumsbesuch gleich mit aktuellem Verkehr auf dem Boeing Field.
Washington, D.C. Das National Air and Space Museum zeigt die Rennmaschine von 1934 in ihrer doppelten Bemalung. Wenn du ohnehin in der Hauptstadt bist, lohnt sich ein Abstecher zu Gravelly Point für die Anflüge auf Reagan National.
Ottawa. Im Canada Aviation and Space Museum am Flugplatz Rockcliffe steht die 247D CF-JRQ – passend zur Rolle, die der Typ bei kanadischen Betreibern und der Luftwaffe spielte.
Ausstellungsstatus vorher prüfen
Museen bauen um, verleihen Exponate oder lagern sie ein. Gerade das National Air and Space Museum wird seit Jahren schrittweise umgestaltet. Ob die 247 gerade zu sehen ist, klärst du vor dem Besuch am besten direkt beim Museum.
Wie besonders deine Sichtung ist, ordnest du mit Seltenheit einer Sichtung einschätzen ein. Einen breiteren Einstieg in die Bestimmung alter Typen liefert Oldtimer am Himmel erkennen.
Bereit für deinen 247-Besuch?
- Ich habe geprüft, ob die Maschine aktuell ausgestellt ist.
- Ich kenne Öffnungszeiten und Fotoregeln des Museums.
- Ich habe ein Weitwinkelobjektiv für enge Hallen dabei.
- Ich weiß, welche Version vor mir steht und woran ich sie erkenne.
- Ich habe mir die Kennung notiert, um die Geschichte der Maschine nachzulesen.
Fototipps für die Boeing 247
Die 247 ist ein dankbares Motiv: blankes Metall, Sternmotoren und eine Linie, die zeigt, wie modern Flugzeugbau 1933 schon war. Ein paar Punkte helfen.
Spiegelungen kontrollieren
Polierte Aluminiumhaut reflektiert Hallenlampen und Fenster. Ein Polfilter oder ein leicht veränderter Standpunkt nimmt störende Reflexe heraus.
Beide Seiten fotografieren
In Washington trägt die Maschine zwei verschiedene Bemalungen. Plane genug Zeit ein, um die Rennseite und die United-Seite festzuhalten.
Details zeigen
Motorhauben, Cockpitscheibe und die halb versenkten Räder erzählen die Versionsgeschichte. Nahaufnahmen davon sind für deine Sammlung oft wertvoller als die Totale.
Licht im Freigelände planen
Steht ein Exponat draußen oder hinter großen Glasflächen, entscheidet der Sonnenstand. Mit dem Planetrack-Sonnenstand-Planer siehst du vorab, wann das Licht die richtige Seite trifft.
Wenn du historische Typen später doch einmal mit laufenden Motoren erlebst, etwa auf Flugtagen mit DC-3 oder Ju 52, helfen dir die Tipps in Propeller fotografieren. Termine mit historischem Gerät findest du über Airshows in Europa, und wie Airlines heute mit Retro-Designs an ihre Anfangsjahre erinnern, zeigt Retro-Lackierungen.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für eine Boeing 247, wenn …
- zwei Sternmotoren, glatte Haut und ein Spornrad zu sehen sind
- der Rumpf kurz wirkt und nur wenige Kabinenfenster hat
- die Räder auch eingefahren aus den Gondeln schauen
- die Maschine in Seattle, Washington, Ottawa oder Wroughton steht
Sieh genauer hin, wenn …
- du nur ein Foto aus den 1930ern hast – DC-2 und 247 sehen sich auf Distanz ähnlich
- eine historische Kennung aufgemalt ist, die nicht der letzten echten Registrierung entspricht
Es ist keine Boeing 247, wenn …
- der Rumpf breit ist und das Leitwerk weit geschwungen in den Rumpf übergeht – dann eher DC-3 oder C-47
- drei Motoren und Wellblech dran sind – dann eine Ju 52
- ein Doppelleitwerk zu sehen ist – dann eher eine Twin Beech
- die Maschine fliegt – eine flugfähige 247 gibt es seit 2016 nicht mehr
Fazit
Die Boeing 247 war ihrer Zeit voraus und gleichzeitig ein Opfer ihres eigenen Erfolgs: Sie zeigte 1933, wie ein modernes Verkehrsflugzeug aussieht, blieb aber zu klein, um gegen DC-2 und DC-3 zu bestehen. Dass United die gesamte Anfangsproduktion bekam, gab Douglas erst den Anlass, die DC-Reihe zu entwickeln. Mit Platz drei im Rennen nach Melbourne, der ersten automatischen Blindlandung und vier erhaltenen Exemplaren ist sie für Luftfahrtfans trotzdem ein Schlüsseltyp – und ein seltener Eintrag in jeder Sammlung.
Kurzfazit
Kompakter Ganzmetall-Zweimot mit zwei Sternmotoren, halb versenktem Fahrwerk und zehn Sitzen: Das ist die Boeing 247. Erhaltene Exemplare findest du nur noch im Museum – in Seattle, Washington, Ottawa und im Depot in Wroughton.
Zusammenfassung
- Die Boeing 247 flog am 8. Februar 1933 erstmals und ging im Mai 1933 bei Boeing Air Transport in Dienst, einer Airline des United-Konzerns.
- Sie bot zehn Passagieren Platz, war deutlich schneller als die Holz- und Wellblech-Trimotoren ihrer Zeit und setzte den Standard für spätere Verkehrsflugzeuge.
- Die verbesserte 247D bekam NACA-Motorhauben, Verstellpropeller und eine normal geneigte Cockpitscheibe.
- Gegen die größere Douglas DC-2 und vor allem die DC-3 hatte sie wirtschaftlich keine Chance; viele 247 flogen später bei kleineren Airlines und beim Militär weiter.
Häufige Fragen
Warum gilt die Boeing 247 als erstes modernes Verkehrsflugzeug?
Sie vereinte 1933 erstmals in einem Serien-Verkehrsflugzeug, was später Standard wurde: Ganzmetall-Halbschalenrumpf, freitragender Tiefdeckerflügel, einziehbares Fahrwerk und zwei luftgekühlte Sternmotoren. Damit war sie schneller und robuster als die damals üblichen Trimotoren mit Holzflügeln oder Wellblechhaut.
Was ist der Unterschied zwischen Boeing 247 und Douglas DC-2?
Die DC-2 ist größer und bietet 14 statt 10 Passagieren Platz. Ihr Flügelholm läuft unter dem Kabinenboden durch, während bei der 247 der Holm quer durch die Kabine verläuft und die Passagiere darüber steigen müssen. Optisch wirkt die 247 kürzer und kompakter, und die Räder ragen auch eingefahren aus den Motorgondeln.
Was unterscheidet die 247D von der ursprünglichen 247?
Die 247D erhielt NACA-Motorhauben statt schmaler Ringverkleidungen, Verstellpropeller statt Festpropellern und eine normal nach hinten geneigte Cockpitscheibe. Die nach vorn geneigte Scheibe der Urversion war gegen Spiegelungen gedacht, sorgte in der Praxis aber selbst für Reflexionsprobleme.
Wie schnitt die Boeing 247 im MacRobertson Air Race ab?
Roscoe Turner und Clyde Pangborn flogen 1934 eine umgebaute 247D mit der Startnummer 57 von England nach Melbourne. Statt Kabineneinrichtung hatte sie zusätzliche Tanks im Rumpf. Sie wurde Dritte nach Zeit und Zweite der Transportflugzeuge – hinter der KLM-DC-2 „Uiver“.
Hat Lufthansa die Boeing 247 geflogen?
Die damalige Deutsche Luft Hansa bestellte laut Literatur drei Maschinen, erhalten hat sie zwei. Eine davon, die 247A D-AGAR, wurde 1935 in Nürnberg bei einem Zusammenstoß am Boden mit einem Air-France-Flugzeug irreparabel beschädigt, die zweite diente für Tests und als Ersatzteilspender.
Wo kann ich heute eine Boeing 247 sehen?
Erhalten sind vier Exemplare: im Museum of Flight in Seattle, im National Air and Space Museum in Washington, D.C., im Canada Aviation and Space Museum in Ottawa und im Depot der Science-Museum-Gruppe in Wroughton (England). Fliegend gibt es seit 2016 keine 247 mehr.
Gab es die Boeing 247 auch beim Militär?
Ja. Im Zweiten Weltkrieg zog die US Army Air Forces 27 zivile 247D als C-73 ein. Die kanadische Luftwaffe nutzte einige 247D als Transporter, und eine Maschine der Royal Air Force schrieb 1945 Geschichte mit der ersten vollautomatischen Blindlandung.
Boeing 247 sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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Douglas DC-2
Ganzmetall, Einziehfahrwerk, zwei Sternmotoren: Die Douglas DC-2 machte 1934 das moderne Verkehrsflugzeug alltagstauglich und flog als KLM-Uiver beim Rennen London–Melbourne aufs Podest. So erkennst du die kleine Schwester der DC-3 – und wo du sie heute noch findest.
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