Das Wichtigste in Kürze
- Flyglobespan ist eine historische schottische Airline: 2002 gegründet, ab 2003 im Einsatz, im Dezember 2009 zahlungsunfähig.
- Codes: IATA Y2, ICAO GSM, Rufzeichen „GLOBESPAN“.
- Schottland als Heimat: Sitz in Edinburgh, Basen in Glasgow, Edinburgh und Aberdeen.
- Low-Cost plus Atlantik: Neben Ferienzielen in Europa flog Flyglobespan nach Kanada, Florida und zeitweise nach New York und Kapstadt.
- Reine Boeing-Flotte: 737 auf der Kurz- und Mittelstrecke, 757 und 767 auf längeren Strecken.
- Das Ende kam abrupt: Am 16. Dezember 2009 stellte die Airline den Betrieb ein, rund 4.500 Passagiere saßen laut verbreiteten Angaben fest.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Flyglobespan im Überblick
- 2.Codes und Rufzeichen
- 3.Die Geschichte in Etappen
- 4.Langstrecke: Billig über den Atlantik
- 5.Die Flotte: reine Boeing-Familie
- 6.Basen und Ziele
- 7.Woran du Flyglobespan erkennst
- 8.Zahlen: Aufstieg und Rückgang
- 9.Der Zusammenbruch im Dezember 2009
- 10.Spuren von Flyglobespan heute
- 11.Häufige Verwechslungen
- 12.Fazit
Steckbrief
| IATA-Code | Y2 |
|---|---|
| ICAO-Code | GSM |
| Rufzeichen | GLOBESPAN |
| Drehkreuze | GLA, EDI, ABZ |
| Status | Historisch – Flugbetrieb am 16. Dezember 2009 eingestellt, ab 17. Dezember in der Insolvenzverwaltung |
| Geschäftsmodell | Low-Cost-Airline mit Linien- und Charterflügen, dazu Langstrecke nach Nordamerika und Regierungscharter |
| Gegründet | 7. November 2002, Flugbetrieb ab April 2003 |
| Sitz | Edinburgh, Schottland |
| Muttergesellschaft | Globespan Group, zuvor ein Reiseveranstalter aus Edinburgh |
| Wichtigste Basen | Glasgow (GLA), Edinburgh (EDI) und Aberdeen (ABZ), zeitweise auch Liverpool |
| Prägende Typen | Boeing 737-300, 737-700, 737-800, 757-200 und 767-300ER |
| Bestellt, nie geliefert | Zwei Boeing 787-8 über einen Leasinggeber, nach der Insolvenz storniert |
| Passagiere (laut britischer CAA) | Rund 2,06 Millionen im Spitzenjahr 2007 |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich Flyglobespan?
- Schriftzug „flyglobespan“ – der Markenname enthielt bewusst die Webadresse
- Britische Kennzeichen mit G--Präfix
- Auf der Kurz- und Mittelstrecke fast immer eine Boeing 737 (-300, -700 oder -800)
- Auf der Langstrecke Boeing 757-200 und 767-300ER
- Zeitweise Leasingflugzeuge mit fremden Kennzeichen, etwa aus Island oder Italien
- Fotos stammen aus Glasgow, Edinburgh oder Aberdeen und aus der Zeit zwischen April 2003 und Dezember 2009
Wer zwischen 2003 und 2009 in Schottland in den Urlaub flog, kannte den Namen fast zwangsläufig: Flyglobespan. Die Airline aus Edinburgh brachte günstige Flüge ab Glasgow, Edinburgh und Aberdeen – und wagte sich als kleine Billigairline sogar über den Atlantik. Im Dezember 2009 war nach weniger als sieben Jahren Schluss. Hier liest du, wie Flyglobespan entstand, welche Boeing-Typen sie flog und woran du sie auf alten Fotos erkennst.
Historische Airline
Flyglobespan existiert nicht mehr. Alle Angaben auf dieser Seite beziehen sich auf die Zeit von 2002 bis 2009. Zahlen zur Flotte unterscheiden sich je nach Quelle – nimm sie als Orientierung, nicht als Registerauszug.
Flyglobespan im Überblick
Flyglobespan war eine schottische Low-Cost-Airline mit Sitz in Edinburgh. Dahinter stand die Globespan Group, die zunächst gar keine eigenen Flugzeuge hatte: Globespan war ein Reiseveranstalter aus Edinburgh, der vor allem Flüge nach Kanada verkaufte – durchgeführt von der kanadischen Air Transat. 2002 testete das Unternehmen eine Verbindung zwischen Edinburgh und Nizza. Der Versuch lief gut genug, um daraus eine eigene Billigmarke zu machen.
Die Airline wurde am 7. November 2002 gegründet, im April 2003 startete der Flugbetrieb. Der Name war Programm: „fly“ plus Globespan, und damit auch gleich die Internetadresse, über die ein Großteil der Tickets verkauft wurde. Das Modell verband klassische Billigflieger-Elemente wie den Direktverkauf im Netz mit Ferien- und Charterflügen. Wie solche Airlines rechnen, erklärt der Artikel Wie Billigflieger funktionieren.
Was Flyglobespan von vielen anderen britischen Low-Cost-Airlines unterschied, war die Langstrecke. Mit Boeing 757 und 767 flog die Airline nach Kanada und Florida – für eine Billigairline jener Zeit ein mutiger Schritt.
Codes und Rufzeichen
- IATA-Code Y2: stand in den Flugnummern, auf Tickets und Anzeigetafeln.
- ICAO-Code GSM: stand im Flugplan der Flugsicherung.
- Rufzeichen GLOBESPAN: So meldeten sich die Crews im Funk.
Das Rufzeichen trug also den Namen der Muttergesellschaft, nicht den der Marke. Wenn du alte Flugpläne, Bordkarten oder Funkmitschnitte auswertest, sind Y2 und GLOBESPAN die wichtigsten Spuren. Wie die beiden Code-Systeme aufgebaut sind, erklärt der Artikel zu IATA- und ICAO-Codes, weitere Funkrufnamen sammelt der Beitrag Airline-Rufzeichen und ihre Geschichte.
Schottische Sichtungen im eigenen Hangar
Mit Planetrack hältst du jede Sichtung mit Foto, Flugzeugtyp, Kennzeichen, Airline und Flughafen fest – von der 737 in Glasgow bis zur 767 auf dem Weg über den Atlantik. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Die Geschichte in Etappen
2002: Vom Veranstalter zur Airline
Der Reiseveranstalter Globespan testet eine Strecke Edinburgh–Nizza und gründet im November 2002 die Airline-Marke Flyglobespan.
2003–2005: Schnelles Wachstum
Start im April 2003 mit zwei geleasten Boeing 737-300. 2004 kauft die Gruppe Cougar Leasing samt Betreiberzeugnis. Im März 2005 fliegt Flyglobespan mit neun Flugzeugen zu 15 Zielen in Europa.
2006–2007: Über den Atlantik
Erste Langstrecken nach Orlando-Sanford, Hamilton in Kanada und Kapstadt. 2007 kommen New York, Boston und Flüge ab Irland dazu – das Jahr mit den meisten Passagieren.
2008–2009: Finanzielle Not
Die Airline verliert 2008 die Absicherung für Kartenzahlungen, der Streit mit dem Zahlungsabwickler E-Clear eskaliert. Eine Rettungsfinanzierung scheitert.
16. Dezember 2009: Das Aus
Flyglobespan stellt den Flugbetrieb ein, einen Tag später folgt die Insolvenzverwaltung durch PwC.
Der Start mit zwei 737-300
Die ersten Flugzeuge waren zwei Boeing 737-300, geleast von Channel Express. Damit ging es im April 2003 zu fünf Zielen in Spanien, Frankreich und Italien. Zunächst flog die Airline in Glasgow vom kleineren Flughafen Prestwick, wechselte aber schon nach wenigen Monaten an den Flughafen Glasgow – für die Passagiere aus dem Großraum ein deutlich kürzerer Weg.
Wachstum in Europa
Schon kurz darauf kamen weitere Ziele dazu, darunter Prag und die Kanaren. Auf der Strecke nach Prag trat Flyglobespan direkt gegen die tschechische Staatsairline an, die ihre Verbindung Glasgow–Prag im August 2005 aufgab. Bis März 2005 war das Netz auf 15 europäische Ziele mit neun Flugzeugen gewachsen. Im Geschäftsjahr bis Oktober 2004 meldete die Gruppe einen Gewinn von 3,7 Millionen Pfund bei rund 98 Millionen Pfund Umsatz.
Nicht alles funktionierte: Inlandsflüge von Glasgow und Edinburgh nach London-Stansted starteten im Mai 2005 und wurden schon im Februar 2006 wieder eingestellt. Erfolgreicher war die Expansion nach Aberdeen, wo Flyglobespan im Winter 2006 mit Flügen nach Teneriffa begann.
Langstrecke: Billig über den Atlantik
Das spannendste Kapitel der Airline-Geschichte sind die Flüge über den Atlantik. Für eine kleine Airline aus Schottland war das ein großer Schritt – und nicht jede Strecke hielt.
| Strecke | Start | Typ | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| Glasgow – Orlando-Sanford | Juni 2006 | Boeing 767 | Ferienstrecke nach Florida |
| Manchester – Hamilton (Ontario) | November 2006 | Langstreckenjet | Kanada als Kernmarkt |
| Manchester – Kapstadt | November 2006 | Langstreckenjet | Nach dem Sommer 2007 eingestellt |
| Liverpool – New York JFK | Mai 2007 | Boeing 757-200 | Im Oktober 2007 aufgegeben |
| Knock (Irland) – New York JFK und Boston | Mai 2007 | Langstreckenjet | Teil der Irland-Expansion |
| Hamilton – Großbritannien und Irland | Mai 2007 | Langstreckenjet | Unter anderem nach Doncaster-Sheffield |
Kanada passte gut zur Herkunft der Gruppe: Globespan hatte als Veranstalter jahrelang Flüge dorthin verkauft. Mit Hamilton in Ontario setzte Flyglobespan auf einen kleineren Flughafen im Großraum Toronto statt auf das teure Pearson. Ähnlich wie die kanadische Zoom Airlines versuchte Flyglobespan, günstige Transatlantikflüge mit 757 und 767 anzubieten.
Die Langstrecke brachte aber auch Ärger. Für Flüge mit zweistrahligen Jets über den Ozean braucht eine Airline eine ETOPS-Zulassung. Die britische Luftfahrtbehörde CAA setzte diese bei Flyglobespan am 18. Oktober 2007 aus und stellte sie nach einer Anhörung am 26. Oktober 2007 wieder her. Was hinter den ETOPS-Regeln steckt, erklärt der Artikel ETOPS. Im selben Jahr zog das Bewertungsportal Skytrax seine Einstufung der Airline wegen uneinheitlicher Servicequalität zurück.
Die Flotte: reine Boeing-Familie
Flyglobespan setzte ausschließlich Boeing-Flugzeuge ein. Viele Maschinen waren geleast, einige kamen nur im sogenannten Wet-Lease samt Crew von anderen Airlines. Die wichtigsten Muster im Überblick:
| Typ | Sitze (ca.) | Einsatz | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|---|
| Boeing 737-300 | 142–148 | Kurz- und Mittelstrecke | Erstflotte 2003, teils von Air Atlanta Icelandic geleast |
| Boeing 737-700 | 148 | Kurz- und Mittelstrecke | Kürzere 737 der Next Generation |
| Boeing 737-800 | 189 | Mittelstrecke, Ferienziele | Größte 737 der Flotte |
| Boeing 757-200 | 189 | Längere Strecken, Atlantik | 2007 zusätzlich von Icelandair im Wet-Lease |
| Boeing 767-300ER | 276 | Langstrecke | 2007 zusätzlich von Neos im Wet-Lease |
| Boeing 787-8 | – | nie geliefert | 2006 über einen Leasinggeber bestellt, nach der Insolvenz storniert |
Wie viele Flugzeuge zum Schluss genau flogen, lässt sich nicht sauber sagen: Die englischsprachige Übersicht nennt sechs 737-300, je zwei bis fünf 737-700 und -800 sowie mehrere 757 und 767, die deutschsprachige Übersicht dagegen nur acht Flugzeuge im Dezember 2009 – zwei 737-700, drei 737-800 und drei 767-300. Klar ist: Die Flotte war klein und änderte sich häufig.
Boeing 737: das Rückgrat
Auf den Ferienstrecken flog fast immer eine Boeing 737. Die 737-300 gehört zur Classic-Generation und ist an den abgeflachten Triebwerksgondeln zu erkennen. Die 737-700 und die längere 737-800 stammen aus der Next Generation mit neuem Flügel und modernerem Cockpit. Wie du die Generationen auf Fotos auseinanderhältst, zeigt der Artikel Boeing 737 Original, Classic, NG und MAX unterscheiden.
757 und 767: die Atlantikflotte
Für die längeren Strecken setzte die Airline die Boeing 757-200 und die Boeing 767-300ER ein. Die schlanke 757 eröffnete 2007 die Strecke Liverpool–New York, die breitere 767 flog unter anderem nach Florida. In Spitzenzeiten halfen Flugzeuge von Icelandair und der italienischen Neos aus. Wie Wet-Lease funktioniert, erklärt der Artikel Wet-Lease; zum Unterschied zwischen den beiden Boeing-Mustern lies Boeing 757 und 767 unterscheiden.
Der Traum vom Dreamliner
2006 bestellte die Globespan Group über einen Leasinggeber zwei Boeing 787-8. Für eine schottische Billigairline war das ein ehrgeiziges Signal. Die Flugzeuge wurden nie ausgeliefert – die Bestellung wurde nach der Insolvenz storniert. Hersteller aller Flyglobespan-Typen ist Boeing.
757 und 767 auf der Wunschliste
Setz seltene Typen wie die Boeing 757 oder die 767-300ER auf deine Wunschliste und richte Sichtungs-Alarme für sie ein – Planetrack benachrichtigt dich, wenn einer an deinem Flughafen anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
Basen und Ziele
Flyglobespan war eine durch und durch schottische Airline. Die wichtigsten Basen:
- Glasgow: Heimatbasis mit dem größten Angebot, auch Startpunkt der Florida-Flüge.
- Edinburgh: Sitz der Gruppe und zweite große Basis.
- Aberdeen: ab Winter 2006, zunächst mit Flügen nach Teneriffa.
- Liverpool: zeitweise Basis, unter anderem für die New-York-Strecke.
Für einzelne Langstrecken flog die Airline zudem ab dem Flughafen Manchester und ab Knock im Westen Irlands. In Europa standen vor allem Spanien und die Balearen, Portugal, Frankreich, Italien, Griechenland, Zypern und die Kanaren im Plan – die Klassiker des britischen Ferienverkehrs. Dazu kamen Städteziele wie Prag.
Eine Besonderheit waren Regierungscharter: Im Auftrag der britischen Regierung flog Flyglobespan ab dem Militärflugplatz RAF Brize Norton zu den Falklandinseln und nach Ascension sowie für das Verteidigungsministerium zu Stützpunkten im Nahen Osten. Nach dem Aus übernahm vorübergehend Air Italy diese Flüge. Wie sich solche Aufträge vom normalen Linienverkehr unterscheiden, erklärt der Artikel Charterflug und Linienflug.
Woran du Flyglobespan erkennst
Live begegnet dir Flyglobespan nicht mehr. Auf alten Fotos helfen dir diese Merkmale:
- Schriftzug: „flyglobespan“ auf dem Rumpf – die Marke war gleichzeitig die Webadresse.
- Typ: Eine 737 deutet auf Europaverkehr, eine 757 oder 767 auf Atlantik oder längere Charter.
- Kennzeichen: G- bei der eigenen Flotte. Mehr zum Aufbau britischer Registrierungen im Artikel zu britischen G-Kennzeichen.
- Ort und Zeit: Glasgow, Edinburgh oder Aberdeen zwischen April 2003 und Dezember 2009.
Spricht für Flyglobespan
- Titel „flyglobespan“ am Rumpf
- Boeing 737, 757 oder 767 mit G-Kennzeichen
- Aufnahme aus Schottland, Liverpool oder Manchester
- Foto aus den Jahren 2003 bis 2009
Spricht dagegen
- Isländisches TF-Kennzeichen ohne Globespan-Titel – dann eher Icelandair oder Air Atlanta Icelandic im Einsatz für andere
- Italienisches I-Kennzeichen an einer 767 – dann vermutlich ein Neos-Flugzeug
- Foto nach Dezember 2009 – dann nicht mehr Flyglobespan
Weil Flyglobespan oft Flugzeuge mietete, tauchen auf alten Bildern Maschinen mit Mischbemalung oder fremden Kennzeichen auf. Solche Zwischenstände erkennst du mit dem Artikel über Hybrid- und Mischlackierungen.
Alte Fotos richtig einordnen
Eine 767 mit Flyglobespan-Titeln stammt aus der Zeit ab 2006, als die Langstrecke begann. Eine 737-300 passt in jede Phase. Weitere Tipps für historische Aufnahmen findest du unter Oldtimer am Himmel erkennen.
Zahlen: Aufstieg und Rückgang
Die britische Luftfahrtbehörde CAA veröffentlichte jährlich Verkehrszahlen. Sie zeigen den steilen Aufstieg und den Einbruch vor dem Ende:
| Jahr | Passagiere | Flüge | Auslastung |
|---|---|---|---|
| 2005 | ca. 930.000 | ca. 7.950 | 79,2 % |
| 2006 | ca. 1,49 Mio. | ca. 11.600 | 82,5 % |
| 2007 | ca. 2,06 Mio. | ca. 16.000 | 82,2 % |
| 2008 | ca. 1,63 Mio. | ca. 12.200 | 79,6 % |
2007 war das Rekordjahr – auch dank der neuen Atlantikstrecken. Schon 2008 sank die Zahl der Flüge deutlich, die Airline schrumpfte.
Der Zusammenbruch im Dezember 2009
Die Probleme begannen 2008. Im Juli verlor Flyglobespan die Versicherung, mit der Kartenzahlungen für noch nicht geflogene Tickets abgesichert waren. Damit verschärfte sich der Konflikt mit dem Zahlungsabwickler E-Clear, der Einnahmen aus Kreditkartenzahlungen einbehielt. Globespan bezifferte die zurückgehaltene Summe später auf rund 35 Millionen Pfund; je nach Quelle werden auch etwas höhere Beträge genannt.
Ende 2009 bot der Investor Halcyon Investments ein Finanzierungspaket an. Die nötige behördliche Zustimmung lag bis zum 13. Dezember 2009 aber nicht vor. Am 16. Dezember 2009 stellte Flyglobespan den Flugbetrieb ein, am 17. Dezember kam die Gesellschaft unter Insolvenzverwaltung, durchgeführt von PwC. Der letzte Flug mit der Nummer GSM706 kam an diesem Abend aus Hurghada in Ägypten in Glasgow an.
Nach verbreiteten Angaben saßen rund 4.500 Passagiere im Ausland fest, dazu verloren nach Angaben der deutschsprachigen Übersicht rund 800 Beschäftigte ihre Arbeit. Im Januar 2010 ordnete ein britisches Gericht auch für E-Clear UK die Insolvenzverwaltung an. Einen Überblick über weitere Fälle gibt der Artikel Große Airline-Pleiten in Europa.
Eine Pleite unter vielen
Flyglobespan war nicht allein: 2008 und 2009 verschwanden mehrere britische Ferien- und Billigairlines. Ein Jahr zuvor war bereits XL Airways zusammengebrochen, kurz davor auch die transatlantische Zoom Airlines.
Was danach kam
- Die Flugzeuge gingen an Leasinggeber zurück oder wechselten zu anderen Betreibern; die 787-Bestellung wurde storniert.
- Die Regierungscharter übernahm vorübergehend Air Italy.
- Der Markt in Schottland wurde von anderen Airlines übernommen, darunter Jet2, das heute auch in Schottland stark im Ferienverkehr vertreten ist.
- Zeitgenossen wie Astraeus, First Choice Airways und Thomas Cook Airlines sind ebenfalls Geschichte.
Spuren von Flyglobespan heute
Die Airline selbst kannst du nicht mehr spotten. Ihre Typen und Heimatflughäfen aber schon:
Glasgow und Edinburgh
- Die beiden wichtigsten Flyglobespan-Basen sind bis heute stark im Ferienverkehr
- Ganz in der Nähe von Edinburgh liegt das National Museum of Flight
Manchester
- Startpunkt der Flüge nach Kanada und Kapstadt
- Der Runway Visitor Park ist der bekannteste Spot
- Mehr Standorte im Manchester-Spotting-Guide
Die Typen im Alltag
- 737-700 und 737-800 fliegen weiterhin bei vielen Airlines
- Die 737-300 ist im Passagierdienst selten geworden, häufiger als Frachter
- 757 und 767 siehst du heute öfter im Frachtverkehr als mit Passagieren
Häufige Verwechslungen
- Flyglobespan und Globespan gleichsetzen – Globespan war die Muttergesellschaft und ursprünglich ein Reiseveranstalter, Flyglobespan die Airline-Marke.
- Das Rufzeichen für FLYGLOBESPAN halten – im Funk hieß die Airline schlicht „GLOBESPAN“.
- Wet-Lease-Flugzeuge zur eigenen Flotte zählen – die 757 von Icelandair und die 767 von Neos flogen nur zeitweise für Flyglobespan.
- Die bestellten 787 als Flottenteil notieren – kein Dreamliner flog je für Flyglobespan.
- Flyglobespan für eine englische Airline halten – Sitz und Heimat lagen in Schottland, auch wenn einzelne Strecken ab Manchester und Liverpool starteten.
Deine Sichtungen sauber sortiert
Poste Fotos von 737, 757 oder 767 mit Typ, Kennzeichen, Airline und Spot, tausch dich in der Community mit anderen Fans britischer Airline-Geschichte aus und behalte deine Sammlung im Hangar im Blick. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Flyglobespan war Schottlands eigener Versuch, Billigflug und Langstrecke zu verbinden. Aus einem Reiseveranstalter in Edinburgh wurde in wenigen Jahren eine Airline mit 737, 757 und 767, die Glasgow und Edinburgh mit dem Mittelmeer, Kanada und Florida verband. Der Streit um zurückgehaltene Kartenzahlungen und eine gescheiterte Rettung beendeten das Kapitel im Dezember 2009. Heute bleibt die Airline vor allem auf alten Fotos aus Glasgow, Edinburgh und Aberdeen lebendig.
Kurzfazit
Flyglobespan (IATA Y2, ICAO GSM) war eine historische schottische Low-Cost-Airline von 2002 bis 2009 mit Sitz in Edinburgh und Basen in Glasgow, Edinburgh und Aberdeen. Sie flog eine reine Boeing-Flotte und sogar über den Atlantik. Am 16. Dezember 2009 stellte sie den Betrieb ein.
Zusammenfassung
- Flyglobespan war die Airline-Marke der Globespan Group aus Edinburgh und flog von 2003 bis 2009 vor allem ab Schottland.
- Mit Boeing 737 ging es zu günstigen Preisen ans Mittelmeer und auf die Kanaren, mit 757 und 767 über den Atlantik nach Kanada und in die USA.
- Ein Streit mit dem Zahlungsabwickler E-Clear um zurückgehaltene Kartenumsätze und eine gescheiterte Finanzierung führten im Dezember 2009 zum Aus.
- Spotten kannst du Flyglobespan heute nur noch auf alten Fotos – ihre Typen und Heimatflughäfen gibt es aber weiter.
Häufige Fragen
Gibt es Flyglobespan heute noch?
Nein. Flyglobespan stellte den Flugbetrieb am 16. Dezember 2009 ein, am Tag darauf wurde die Gesellschaft unter Insolvenzverwaltung gestellt. Verwalter war die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC. Eine Nachfolge-Airline mit diesem Namen gab es nicht.
Welche Codes hatte Flyglobespan?
Der IATA-Code war Y2, der ICAO-Code GSM. Im Funk meldeten sich die Crews mit dem Rufzeichen „GLOBESPAN“ – anders als bei vielen anderen Airlines entsprach das Rufzeichen also dem Namen der Muttergesellschaft.
Welche Flugzeuge flog Flyglobespan?
Ausschließlich Boeing. Den Anfang machten 2003 zwei Boeing 737-300, später kamen 737-700 und 737-800 dazu. Für die Langstrecke setzte die Airline Boeing 757-200 und 767-300ER ein. Zwei Boeing 787-8 waren bestellt, kamen aber nie zur Flotte.
Wohin flog Flyglobespan?
Vor allem zu Ferienzielen in Spanien, Portugal, Frankreich, Italien, Griechenland und Zypern sowie auf die Kanaren, außerdem nach Prag. Auf der Langstrecke ging es nach Kanada – besonders nach Hamilton in Ontario – und nach Orlando-Sanford in Florida. Zeitweise flog die Airline auch nach New York, Boston und Kapstadt.
Warum ging Flyglobespan pleite?
Hauptgrund war nach Berichten britischer Medien ein Streit mit dem Zahlungsabwickler E-Clear, der Einnahmen aus Kartenzahlungen zurückhielt. Globespan bezifferte die offene Summe später auf rund 35 Millionen Pfund. Eine angebotene Finanzierung durch einen Investor kam nicht rechtzeitig zustande.
Wie viele Passagiere waren von der Pleite betroffen?
Nach verbreiteten Angaben saßen beim Aus rund 4.500 Passagiere im Ausland fest. Der letzte Flug kam am Abend des 16. Dezember 2009 aus Hurghada in Glasgow an.
Wo hatte Flyglobespan ihre Basen?
Die Basen lagen in Glasgow, Edinburgh und Aberdeen, zeitweise auch in Liverpool. Für einzelne Langstrecken flog die Airline außerdem ab Manchester sowie ab Knock in Irland.
Flyglobespan im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
Boeing 737-300
Dicke Triebwerke mit platter Unterseite, ein gestreckter Rumpf und ein neues Cockpit: Mit der 737-300 machte Boeing die 737 Mitte der 1980er fit für eine zweite Karriere. Hier erfährst du, woher sie kommt, wer sie in Deutschland flog und wo du sie heute noch triffst.
FlugzeugtypBoeing 737-700
Kurz, stämmig und seit 1997 in der Luft: Die 737-700 ist die kompakte Next-Generation-737. Sie wird seltener – so erkennst du sie und weißt, wo du sie noch findest.
FlugzeugtypBoeing 737-800
Das Arbeitspferd der Kurz- und Mittelstrecke: Die 737-800 ist die meistgebaute Version der 737 Next Generation und an vielen Flughäfen Europas ein Dauergast.
FlugzeugtypBoeing 757-200
Lang, schlank, hochbeinig und mit Triebwerken, die fast zu groß wirken: Die 757-200 ist ein Schmalrumpf mit Langstrecken-Genen. Produziert wird sie seit 2004 nicht mehr, Spotter freuen sich deshalb über jede Begegnung.
FlugzeugtypBoeing 767-300ER
Schlanker Rumpf, zwei große Triebwerke, oft hochgezogene Winglets: Die 767-300ER war jahrzehntelang das Arbeitspferd über den Atlantik. Heute wird sie selten – so erkennst und findest du sie.
FlugzeugtypBoeing 787-8 Dreamliner
Glatte Nase mit nur vier Cockpitfenstern, gezackte Triebwerkshinterkanten und Flügel, die sich im Flug weit nach oben biegen: Die 787-8 ist der kürzeste Dreamliner. So erkennst du sie sicher.
Weitere Airlines
XL Airways
Historischer britischer Ferienflieger (1994–2008) mit Sitz in Crawley bei Gatwick: Aus Sabre Airways wurde 2001 Excel Airways und 2006 XL Airways. Mit Boeing 737-800, 757, 767 und A330 flog sie Pauschalurlauber ans Mittelmeer und in die Karibik, bis die XL Leisure Group am 12. September 2008 zusammenbrach.
Low-CostZoom Airlines
Historische kanadische Low-Cost-Airline aus Ottawa, die von 2002 bis 2008 mit Boeing 757 und 767 günstige Flüge zwischen Kanada, Großbritannien und Frankreich anbot – bis Ende August 2008 Flugzeuge festgesetzt wurden und der Betrieb abrupt endete.
FerienfliegerAir Transat
Kanadas Ferienflieger aus Montréal: Air Transat fliegt mit Airbus A321LR und A330 im Sommer nach Europa und im Winter in die Sonne – und ist mit Berlin auch für deutsche Spotter erreichbar.
FrachtChannel Express
Historische britische Fracht- und Charterairline aus Bournemouth: Mit Blumen von Guernsey fing es an, später flogen Herald, Lockheed Electra, Fokker F27 und Airbus A300 Post, Zeitungen und Expresspakete. 2006 ging die Gesellschaft in Jet2.com auf – Code EXS und Rufzeichen CHANNEX leben bis heute weiter.
CharterAir Atlanta Icelandic
Die isländische Airline, die fast nie in Island fliegt: Air Atlanta vermietet seit 1986 Großraumflugzeuge samt Crew an andere Airlines, war jahrzehntelang mit Passagier-Jumbos im Hajj-Verkehr unterwegs und fliegt heute vor allem Boeing-747-400-Frachter.
NetzwerkIcelandair
Islands Netzwerk-Airline verbindet über Keflavík Europa und Nordamerika. Die Flotte steckt mitten im Umbruch: Die Boeing 757 verschwindet, 737 MAX und Airbus A321LR übernehmen.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Flughafen Glasgow
Schottlands zweitgrößter Flughafen liegt bei Paisley westlich von Glasgow: eine einzige Bahn, ein Marinefliegerhorst als Vorgeschichte und mit Loganair eine Hausairline, deren Turboprops und Twin Otter von hier aus zu den Inseln fliegen.
FlughafenFlughafen Edinburgh
Schottlands größter Flughafen: eine einzige Bahn, knapp 17 Millionen Passagiere im Jahr 2025, Low-Cost-Basen von easyJet und Ryanair, Loganair-Turboprops und im Sommer Transatlantikflüge – mit Spotterplätzen rund um den Zaun bei Ingliston und Kirkliston.
FlughafenFlughafen Manchester
Größter Flughafen außerhalb Londons und Heimat einer der bekanntesten Spotter-Szenen Europas: Zwei parallele Bahnen in Ringway, ein bunter Mix aus Ferienfliegern, Low-Cost-Airlines und Golf-Langstrecke – und mit dem Runway Visitor Park ein offizieller Aussichtspunkt samt Concorde.
HerstellerBoeing
Boeing ist der US-amerikanische Gegenpol zu Airbus und baut seit der 707 Verkehrsjets in Serie. Wer 737, 777 und 787 an Fahrwerk, Flügelspitzen und Heck auseinanderhalten kann, bestimmt einen großen Teil des Verkehrs an jedem europäischen Flughafen – auch ohne Lackierungshinweis.
Wo du Flyglobespan vor die Linse bekommst
Spotting-Spots, an denen diese Airline regelmäßig zu sehen ist – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
National Museum of Flight in East Fortune
Östlich von Edinburgh steht Schottlands einzige Concorde in einem Hangar aus dem Zweiten Weltkrieg, draußen warten Vulcan und Comet. So holst du als Spotter das Beste aus dem National Museum of Flight heraus – mit Typenliste, Lichttipps und ehrlicher Einschätzung.
BesucherparkRunway Visitor Park am Flughafen Manchester
Großbritanniens bekanntester Besucherpark für Flugzeugfans: Im Runway Visitor Park stehst du auf einem erhöhten Aussichtsbereich wenige Hundert Meter neben der Piste 05L/23R – und hast zwischen den Startwellen eine Concorde, einen Nimrod und eine Trident zum Anfassen.
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