Das Wichtigste in Kürze
- Die B-47 war Boeings erster großer Düsenbomber und flog im Dezember 1947 zum ersten Mal.
- Zwei Ideen machten sie berühmt: der rund 35 Grad gepfeilte Flügel und die Triebwerke in Gondeln an Pylonen unter dem Flügel.
- Genau dieses Layout übernahm Boeing über die B-52 und den Prototyp Dash 80 für die 707 – und damit für die meisten späteren Jetliner.
- Erkennungsweg: sechs Triebwerke in ungleichen Gondeln, schlanker Pfeilflügel, Tandemfahrwerk und Jägerkanzel.
- Fliegen siehst du sie nicht mehr: Der letzte Flug fand 1986 statt, die erhaltenen Exemplare stehen alle in US-Museen und an US-Stützpunkten.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was war die B-47 Stratojet?
- 2.Entstehung: „Stoppt den Bomberentwurf“
- 3.Technik, die du am Museumsflugzeug siehst
- 4.Die Versionen im Überblick
- 5.Im Kalten Krieg: Rückgrat des Strategic Air Command
- 6.Von der B-47 zur Boeing 707
- 7.Woran du die B-47 erkennst
- 8.Wo du die B-47 heute siehst
- 9.Fototipps für die B-47 im Museum
- 10.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 11.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Boeing (Entwicklung in Seattle, Serienbau in Wichita), Lizenzbau bei Lockheed und Douglas |
|---|---|
| Rolle | Strategischer Mittelstreckenbomber, dazu Aufklärungs-, Wetter- und Elektronikversionen |
| Status | Historisch – ausgemustert, kein flugfähiges Exemplar mehr |
| Erstflug | 17. Dezember 1947 (XB-47, Boeing Field Seattle nach Moses Lake) |
| Gebaut | gut 2.000 Flugzeuge aller Versionen, davon mehr als 1.300 B-47E |
| Besatzung | 3 (Pilot, Copilot, Navigator/Bombenschütze) |
| Triebwerke | B-47E: 6 × General Electric J47, dazu Starthilferaketen (JATO) |
| Länge | rund 32,6 m (B-47E) |
| Spannweite | rund 35,4 m |
| Höhe | rund 8,5 m |
| Flügelpfeilung | rund 35 Grad |
| Max. Startgewicht | rund 100 t (B-47E) |
| Höchstgeschwindigkeit | rund 975 km/h |
| Dienstgipfelhöhe | rund 12.300 m |
| Betreiber | US Air Force (Strategic Air Command), einzelne Maschinen später bei der US Navy |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Sechs Triebwerke unter den Flügeln: innen je eine Doppelgondel, außen je eine Einzelgondel nahe der Flügelspitze
- Dünner, stark gepfeilter Schulterflügel mit großer Streckung, der weit nach hinten zeigt
- Tandemfahrwerk unter dem Rumpf, dazu schlanke Stützräder, die aus den inneren Triebwerksgondeln kommen
- Langer, sehr schlanker Rumpf mit einer Vollsichtkanzel wie bei einem Jagdflugzeug, Piloten hintereinander
- Am Boden steht sie leicht mit der Nase nach oben – der Flügel ist schon im Startwinkel angestellt
- Meist in blankem Metall mit „U.S. Air Force“-Schriftzug am Rumpf
Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein silberner Rumpf, schlank wie ein Bleistift, darüber ein weit nach hinten gepfeilter Flügel mit sechs Triebwerken in Gondeln: Wer zum ersten Mal vor einer Boeing B-47 Stratojet steht, erkennt darin sofort die Urform eines modernen Jets. Der Bomber flog 1947 zum ersten Mal und war damit seiner Zeit weit voraus. Hier erfährst du, wie die B-47 entstand, welche ihrer Ideen später in der Boeing 707 landeten, woran du sie im Museum erkennst und wo die letzten Exemplare heute stehen.
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Was war die B-47 Stratojet?
Die B-47 war ein sechsstrahliger Mittelstreckenbomber der US Air Force und der erste große Düsenbomber von Boeing. In den 1950er-Jahren bildete sie das Rückgrat des Strategic Air Command (SAC), der Bomberstreitmacht der USA im Kalten Krieg. Ihre Aufgabe war es, im Ernstfall Atomwaffen über große Entfernungen zu tragen – mit Luftbetankung und von vorgeschobenen Stützpunkten aus auch bis in die Sowjetunion.
Die Besatzung bestand aus nur drei Personen: Pilot und Copilot saßen hintereinander unter einer langen Vollsichtkanzel, der Navigator, der zugleich Bombenschütze war, arbeitete in der Rumpfnase. Zur Verteidigung gab es einen ferngesteuerten Heckstand mit zwei 20-mm-Kanonen. Der Rest des Konzepts setzte voll auf Geschwindigkeit: Mit knapp 1.000 km/h war die B-47 zu ihrer Zeit kaum langsamer als viele Jagdflugzeuge.
Aus heutiger Sicht ist die B-47 vor allem als Technikpionier interessant. Der gepfeilte Flügel mit Triebwerken in Gondeln an Pylonen wurde mit ihr serienreif – und prägt bis heute nahezu jedes Verkehrsflugzeug, das du am Flughafen siehst.
Entstehung: „Stoppt den Bomberentwurf“
Die Geschichte beginnt 1943 mit einer zunächst informellen Anforderung der US-Armeeluftwaffe nach einem düsengetriebenen Aufklärungsbomber. Boeings erste Skizzen sahen noch aus wie eine verkleinerte B-29 mit geradem Flügel und vier Strahltriebwerken. Das Problem: Mit geraden Flügeln stößt ein Jet bei hohen Geschwindigkeiten schnell an aerodynamische Grenzen.
Die Wende kam im Mai 1945. Boeings Aerodynamiker George Schairer besuchte mit einer amerikanischen Expertengruppe ein deutsches Luftfahrtforschungslabor bei Braunschweig und sah dort Ergebnisse zur Pfeilung von Flügeln. Daraufhin telegrafierte er nach Seattle, man solle den bisherigen Bomberentwurf stoppen. Boeing prüfte die Idee umgehend; Berechnungen des Boeing-Ingenieurs Vic Ganzer ergaben eine günstige Pfeilung von rund 35 Grad.
Danach ging es Schritt für Schritt. Die Triebwerke wanderten aus dem Rumpf in Gondeln an Pylonen unter dem Flügel. Das hatte gleich mehrere Vorteile:
Leichtere Flügel
Das Gewicht der Triebwerke wirkt dem Auftrieb entgegen und entlastet die Flügelwurzel. Der Flügel kann dadurch leichter gebaut werden.
Weniger Flattern
Die vor der Flügelvorderkante hängenden Gondeln dämpfen gefährliche Schwingungen der langen, dünnen Tragfläche.
Mehr Sicherheit
Ein Triebwerk mit Brand liegt weit weg von Rumpf und Treibstoffleitungen. Im Rumpf eingebaute Triebwerke galten als Brandrisiko, außerdem hatten die Lufteinläufe dort nicht gut funktioniert.
Über mehrere Zwischenstufen wurde daraus das Boeing Model 450. Im April 1946 bestellte die Armeeluftwaffe zwei Prototypen unter der Bezeichnung XB-47. Am 17. Dezember 1947 – auf den Tag genau 44 Jahre nach dem ersten Motorflug der Brüder Wright – startete die erste XB-47 mit den Testpiloten Robert Robbins und Scott Osler am Boeing Field in Seattle und landete nach 27 Minuten in Moses Lake im Osten des Bundesstaats Washington.
Kinderkrankheiten eines Pioniers
Die Erprobung zeigte, wie neu das Konzept war. Die B-47 neigte zum Dutch Roll, einem Taumeln um Hoch- und Längsachse, das Boeing mit einem automatischen Gierdämpfer in den Griff bekam. Der dünne, lange Flügel bog sich im Flug deutlich sichtbar durch, und bei hoher Geschwindigkeit konnte das Querruder den Flügel so verdrehen, dass das Flugzeug in die falsche Richtung rollte. Die Air Force begrenzte deshalb die zulässige angezeigte Fluggeschwindigkeit. Wirbelerzeuger auf dem Flügel halfen gegen Strömungsabrisse. Scott Osler kam bei einem frühen Testflug ums Leben, als sich die Kanzel im Flug löste.
Im Februar 1949 bewies der Prototyp, was in ihm steckte: Die Piloten Russ Schleeh und Joe Howell flogen von Moses Lake quer über die USA zur Andrews Air Force Base bei Washington und erreichten dabei einen Schnitt von rund 978 km/h.
Technik, die du am Museumsflugzeug siehst
Viele Lösungen der B-47 waren Notlösungen für einen Flügel, der so dünn war, dass darin kaum etwas Platz hatte. Genau das macht sie im Museum spannend.
Tandemfahrwerk: Ein normales Hauptfahrwerk passte nicht in den Flügel. Boeing setzte deshalb zwei Fahrwerksgruppen hintereinander unter den Rumpf und ergänzte schlanke Stützräder, die aus den inneren Triebwerksgondeln ausfahren. Weil das Flugzeug beim Start nicht wie üblich die Nase anheben konnte, steht es schon am Boden im passenden Anstellwinkel – achte auf die leicht erhobene Nase.
Bremsschirme: Der saubere Flügel bremste schlecht. Die B-47 nutzte im Anflug einen kleinen Schirm von rund 5 m Durchmesser, um langsam genug zu werden, ohne die Triebwerke ganz zurückzunehmen, und nach dem Aufsetzen einen großen Bremsschirm.
Starthilferaketen: Die frühen J47-Triebwerke von General Electric – heute GE Aerospace – lieferten vergleichsweise wenig Schub. Für schwere Starts bekam die B-47 deshalb JATO-Raketen: zunächst 18 fest im Rumpf, später ein abwerfbares Gestell mit 33 Raketen. Spätere J47 erhielten zusätzlich eine Wasser-Methanol-Einspritzung für mehr Startschub.
Jägerkanzel: Die lange Plexiglashaube, unter der die Piloten hintereinander sitzen, ist für einen Bomber ungewöhnlich und das auffälligste Detail an der Nase.
| Merkmal | B-47E (gerundet) |
|---|---|
| Länge | 32,6 m |
| Spannweite | 35,4 m |
| Flügelfläche | 132,7 m² |
| Max. Startgewicht | rund 100 t |
| Höchstgeschwindigkeit | rund 975 km/h |
| Reisegeschwindigkeit | rund 895 km/h |
| Dienstgipfelhöhe | rund 12.300 m |
| Triebwerke | 6 × GE J47-GE-25 |
Praxis-Tipp für den Museumsbesuch
Fotografiere die B-47 einmal frontal auf Höhe der Triebwerke. So siehst du den Unterschied zwischen den inneren Doppelgondeln und den äußeren Einzelgondeln – und wie weit der Flügel nach hinten gepfeilt ist.
Die Versionen im Überblick
Die B-47 wurde in vielen Ausführungen gebaut und später oft umgerüstet. Für Museumsbesucher reichen die wichtigsten Linien:
| Version | Rolle | Hinweis |
|---|---|---|
| XB-47 | Prototyp | Zwei Exemplare, erste noch mit J35-Triebwerken |
| B-47A | Vorserie | Zehn Maschinen für Erprobung und Ausbildung |
| B-47B | Erste Serienversion | Rund 400 gebaut, mit Luftbetankung |
| B-47E | Hauptversion | Über 1.300 gebaut, stärkere Triebwerke, Heckstand mit Kanonen |
| RB-47E / RB-47H / RB-47K | Aufklärung | Foto-, Elektronik- und Wetteraufklärung |
| EB-47E | Elektronische Kampfführung | Störsender, einzelne später bei der US Navy |
| WB-47E | Wetteraufklärung | Letzte B-47 im aktiven Air-Force-Dienst |
Die B-47E entstand in drei Werken: Boeing baute sie in Wichita (Kansas), Lockheed in Marietta (Georgia) und Douglas in Tulsa (Oklahoma). Dass gleich drei Hersteller am selben Bomber arbeiteten, zeigt, wie dringend die Air Force das Flugzeug wollte.
Im Kalten Krieg: Rückgrat des Strategic Air Command
Die ersten Serienflugzeuge erreichten ab 1951 die Truppe, einsatzbereit war die B-47 ab etwa 1953. Bis 1956 stellte die Air Force 28 Bombergeschwader und fünf Aufklärungsgeschwader mit dem Typ auf. Weil die Reichweite für Ziele in der Sowjetunion ohne Weiteres nicht reichte, setzte das SAC auf Luftbetankung durch Tanker wie die propellergetriebene KC-97 Stratofreighter und auf vorgeschobene Basen.
Im Rahmen von Operation Reflex rotierten B-47 ab 1957 an vorgeschobene Stützpunkte in Großbritannien, Spanien und Marokko, später kam Guam im Pazifik dazu. Dort standen sie mit Besatzungen im Wechsel in ständiger Alarmbereitschaft. Wer sich mit der Geschichte britischer Flugplätze beschäftigt, stößt deshalb immer wieder auf Spuren der B-47-Zeit.
Besonders brisant waren die Aufklärungsversionen. RB-47 flogen an den Grenzen der Sowjetunion entlang und teils darüber hinweg. Am 1. Juli 1960 schossen sowjetische Jäger eine RB-47H über der Barentssee ab; vier Besatzungsmitglieder starben, zwei gerieten in Gefangenschaft und kamen später frei. Diese elektronischen Aufklärer waren die Vorläufer der heutigen RC-135.
Das Ende einer Ära
Mit der größeren B-52 Stratofortress und den Interkontinentalraketen verlor die B-47 ihre Rolle. Als Bomber verließ sie das SAC Mitte der 1960er-Jahre. Die letzte RB-47H ging Ende 1967 außer Dienst, die WB-47E-Wetterflugzeuge folgten 1969. Einzelne EB-47E flogen für die US Navy noch bis 1977 als Störflugzeuge bei Übungen. Am 17. Juni 1986 hob eine B-47E ein letztes Mal ab: Sie wurde von China Lake zum Castle Air Museum in Kalifornien überführt, wo sie bis heute steht.
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Von der B-47 zur Boeing 707
Für Planespotter ist die B-47 vor allem deshalb wichtig, weil ihr Bauplan in der Zivilluftfahrt weiterlebt. Boeing hatte mit ihr und der B-52 Erfahrung mit großen, gepfeilten Düsenflugzeugen gesammelt, im Airline-Geschäft aber kaum Erfolg. Anfang der 1950er-Jahre baute das Unternehmen deshalb auf eigene Rechnung einen Jet-Prototyp: das Model 367-80, kurz Dash 80. Es flog am 15. Juli 1954 zum ersten Mal.
Die Dash 80 übernahm die Grundzüge, die mit der B-47 serienreif geworden waren:
- gepfeilter Flügel für hohe Reisegeschwindigkeiten
- Triebwerke in Einzelgondeln an Pylonen unter dem Flügel
- Gierdämpfer gegen das Taumeln, wie ihn Boeing für die B-47 entwickelt hatte
Anders als die B-47 bekam die Dash 80 einen tief angesetzten Flügel und ein normales Bugradfahrwerk – Voraussetzungen für ein Passagierflugzeug. Aus ihr entstanden der Tanker KC-135 Stratotanker und die Boeing 707-120. Die ganze Geschichte erzählt der Beitrag Boeing 707: Geschichte.
Ein Vergleich lohnt mit der britischen De Havilland Comet: Sie war das erste Düsenverkehrsflugzeug, hatte ihre Triebwerke aber in der Flügelwurzel versteckt. Durchgesetzt hat sich das Gondel-Layout aus Seattle. Wenn du heute eine A320 oder eine 787 mit Triebwerken unter dem Flügel siehst, schaust du also indirekt auf ein Erbe der B-47.
Die Dash 80 selbst steht heute im Steven F. Udvar-Hazy Center bei Washington. Wie du dort am besten fotografierst, steht auf der Spot-Seite Udvar-Hazy Center.
Woran du die B-47 erkennst
Im Museum steht die B-47 oft zwischen anderen Bombern der Nachkriegszeit. Drei Blicke reichen zur sicheren Bestimmung.
Triebwerke zählen
Sechs Triebwerke: innen auf jeder Seite eine Doppelgondel, außen je eine Einzelgondel kurz vor der Flügelspitze. Diese ungleiche Anordnung hat kein anderer Bomber.
Kanzel ansehen
Eine lange Plexiglashaube wie bei einem Jäger, die Piloten sitzen hintereinander. Bei B-52 und den meisten anderen Bombern sitzen sie nebeneinander.
Fahrwerk prüfen
Zwei Fahrwerksgruppen hintereinander unter dem Rumpf, dazu Stützräder unter den inneren Gondeln. Die Nase steht leicht erhoben.
Schnellbestimmung: Welcher Jet-Bomber steht da?
Boeing B-47 Stratojet
Sechs Triebwerke in ungleichen Gondeln, Jägerkanzel und schlanker Pfeilflügel: Das ist die B-47. Prüf am Leitwerk, ob es eine B-47E oder eine Aufklärungsversion ist.
Boeing B-52 Stratofortress
Acht Triebwerke und der riesige Flügel sprechen für die größere Nachfolgerin, die B-52.
Avro Vulcan
Ein Deltaflügel mit eingebauten Triebwerken verrät den britischen Zeitgenossen Avro Vulcan.
Die Seriennummer am Leitwerk verrät dir das Haushaltsjahr der Bestellung und hilft, die Geschichte des einzelnen Flugzeugs nachzuschlagen. Wie das System der US-Seriennummern funktioniert, erklärt der Beitrag US-Militärkennzeichen; Lebensläufe einzelner Maschinen findest du oft in Datenbanken wie Scramble.
Wo du die B-47 heute siehst
Gut 20 B-47 sind erhalten, alle in den USA. Keines der Flugzeuge ist flugfähig. Einige stehen in großen Museen, andere als Ausstellungsstücke an aktiven Air-Force-Stützpunkten, wo du nur mit besonderen Besuchsregeln hinkommst.
| Ort | Exemplar | Hinweis |
|---|---|---|
| National Museum of the US Air Force, Dayton (Ohio) | RB-47H 53-4299 | Elektronischer Aufklärer, restauriert im Zustand von 1960 |
| Museum of Flight, Seattle (Washington) | B-47E 51-7066 | Ehemaliges Wetterflugzeug, zurückgerüstet in SAC-Bomberoptik |
| Pima Air & Space Museum, Tucson (Arizona) | EB-47E 53-2135 | Teil einer großen Sammlung von Bombern der Nachkriegszeit |
| Castle Air Museum, Atwater (Kalifornien) | B-47E 52-0166 | Das Flugzeug des letzten B-47-Flugs von 1986 |
| Strategic Air Command & Aerospace Museum, Ashland (Nebraska) | EB-47E 52-1412 | In der großen SAC-Ausstellung |
| Kansas Aviation Museum, Wichita (Kansas) | WB-47E 51-2387 | In der Stadt, in der Boeing die meisten B-47 baute |
| Air Force Flight Test Museum, Edwards (Kalifornien) | XB-47 46-066 | Einziger erhaltener Prototyp, Restaurierung offen |
Für Europäer sind Dayton, Seattle und Tucson die naheliegendsten Ziele, weil du dort gleich mehrere Generationen von Boeing-Bombern sehen kannst. Im National Museum of the US Air Force steht die RB-47H in der Nähe weiterer Kalter-Kriegs-Typen; Anreise und Fotopositionen findest du auf der Spot-Seite Dayton. Das Museum of Flight liegt direkt am Boeing Field, von dem die XB-47 1947 zum Erstflug startete – mehr dazu auf der Spot-Seite Museum of Flight. Im Pima Air & Space Museum stehen viele Flugzeuge im Freien; Tipps gibt die Spot-Seite Tucson.
Ausstellungen ändern sich
Museen stellen Flugzeuge um, verleihen sie oder schicken sie in die Restaurierung. Prüf vor deiner Reise direkt beim Museum, ob die B-47 gerade zugänglich ist, und informier dich bei Exemplaren auf Air-Force-Stützpunkten über die Zugangsregeln.
Fototipps für die B-47 im Museum
Pfeilung zeigen
Von schräg vorn oder schräg hinten wirkt die 35-Grad-Pfeilung am stärksten. Frontal verschwindet sie, im reinen Seitenprofil siehst du sie kaum.
Weitwinkel einpacken
Mit gut 35 m Spannweite und über 32 m Länge passt die B-47 in Hallen kaum ins Standardzoom. Ein Weitwinkel hilft – oder du gehst ein Stück zurück.
Details sammeln
Jägerkanzel, Tandemfahrwerk, Stützräder in den Gondeln und der Heckstand sind eigene Motive. Zusammen erzählen sie die Technikgeschichte des Flugzeugs.
Licht im Freien planen
Blankes Metall spiegelt stark. Bei Freiluftausstellungen wie in Tucson bringt flaches Licht am Morgen oder späten Nachmittag die Rumpfkonturen besser heraus als die Mittagssonne.
Wann das Licht an einem Freigelände passt, berechnest du vorab mit dem Guide Sonnenstand planen für deinen Fotospot. Und falls dich die Arbeit hinter solchen Ausstellungen interessiert: Der Beitrag Ehrenamt in Luftfahrtmuseen zeigt, wie du selbst bei Restaurierungen mithelfen kannst.
Bereit für deinen B-47-Besuch?
- Ich habe geprüft, dass die B-47 im Museum gerade ausgestellt ist.
- Ich kenne Öffnungszeiten und eventuelle Fotoregeln.
- Bei Freigeländen weiß ich, wann die Sonne günstig steht.
- Weitwinkel für das ganze Flugzeug und Normalzoom für Details sind dabei.
- Ich habe mir die Seriennummer notiert, um die Geschichte nachzuschlagen.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für die B-47, wenn …
- sechs Triebwerke in ungleichen Gondeln unter den Flügeln hängen
- die Piloten hintereinander unter einer langen Plexiglashaube sitzen
- zwei Fahrwerksgruppen hintereinander unter dem Rumpf stehen
- die Seriennummer mit 46 oder mit 49 bis 53 beginnt
Sieh genauer hin, wenn …
- die Nase ungewöhnlich lang oder ausgebeult wirkt – dann ist es eine Aufklärungsversion
- du nur einen Rumpf ohne Flügel siehst, etwa bei Restaurierungsprojekten
Fazit
Die B-47 Stratojet war nur gut ein Jahrzehnt lang Bomber an vorderster Front, doch ihr Einfluss reicht bis zu jedem Jet, der heute über deinem Spot einschwebt. Der gepfeilte Flügel und die Triebwerke an Pylonen wurden mit ihr serienreif, über die Dash 80 und die 707 landeten sie in der Zivilluftfahrt. Fliegen siehst du die B-47 nicht mehr, aber in Museen wie Dayton, Seattle und Tucson kannst du die Urform des modernen Jets aus nächster Nähe erleben.
Kurzfazit
Sechs Triebwerke in ungleichen Gondeln, Jägerkanzel und schlanker 35-Grad-Pfeilflügel: Das ist die B-47. Wer sie sehen will, plant eine Museumsreise in die USA – und sieht danach jede 707 und jeden modernen Twin mit anderen Augen.
Zusammenfassung
- Die B-47 entstand aus einer Anforderung der US-Armeeluftwaffe nach einem Düsenbomber; nach Einblicken in deutsche Pfeilflügel-Forschung 1945 stellte Boeing den Entwurf radikal um.
- Mehr als 2.000 Maschinen entstanden bei Boeing in Wichita sowie in Lizenz bei Lockheed und Douglas, Mitte der 1950er-Jahre bildete der Typ das Rückgrat des Strategic Air Command.
- Als Bomber verschwand die B-47 Mitte der 1960er-Jahre, Spezialversionen flogen noch länger; der letzte Flug überhaupt ging 1986 nach Castle in Kalifornien.
- Gut 20 Exemplare sind erhalten, alle in den USA – etwa in Dayton, Seattle, Tucson, Atwater und Ashland.
Häufige Fragen
Warum ist die B-47 für die Zivilluftfahrt so wichtig?
Sie zeigte als erstes großes Serienflugzeug, dass ein dünner, stark gepfeilter Flügel mit Triebwerken in Gondeln an Pylonen funktioniert. Boeing baute dieses Layout in der B-52 weiter aus und übertrug es auf den Prototyp Dash 80, aus dem die Boeing 707 wurde. Auch Lösungen gegen das Taumeln um die Hochachse, die Boeing für die B-47 entwickelt hatte, kamen der Dash 80 zugute.
Warum hängen die Triebwerke in Gondeln unter dem Flügel?
Die Gondeln entlasteten die Flügelwurzel, weil ihr Gewicht der Auftriebskraft entgegenwirkt; das sparte Strukturgewicht. Außerdem wirkten sie gegen Flatterschwingungen und hielten ein brennendes Triebwerk vom Rumpf fern. Im Rumpf eingebaute Triebwerke hatte Boeing in frühen Entwürfen untersucht und wegen Problemen mit den Lufteinläufen und der Brandgefahr verworfen.
Wie viele B-47 wurden gebaut?
Je nach Zählweise etwas mehr als 2.000 einschließlich Aufklärungs- und Sonderversionen. Die wichtigste Variante war die B-47E mit über 1.300 Exemplaren, die Boeing in Wichita, Lockheed in Marietta und Douglas in Tulsa bauten.
Fliegt heute noch eine B-47?
Nein. Der letzte Flug einer B-47 fand am 17. Juni 1986 statt: eine B-47E wurde von der Navy-Basis China Lake zum Castle Air Museum in Kalifornien überführt. Seitdem gibt es kein flugfähiges Exemplar mehr.
Gibt es eine B-47 in einem europäischen Museum?
Nach den verfügbaren Übersichten nicht – alle erhaltenen B-47 stehen in den USA. Wer den Typ sehen will, muss also über den Atlantik. Gute Ziele sind das National Museum of the US Air Force in Dayton, das Museum of Flight in Seattle und das Pima Air & Space Museum in Tucson.
Wie unterscheide ich B-47 und B-52?
Die B-52 hat acht Triebwerke in vier gleichen Doppelgondeln und ist mit rund 56 m Spannweite viel größer. Die B-47 hat sechs Triebwerke: innen je ein Paar, außen je ein einzelnes. Außerdem sitzen die Piloten der B-47 hintereinander unter einer Jägerkanzel, bei der B-52 nebeneinander in einem normalen Cockpit.
Wofür brauchte die B-47 Raketen beim Start?
Die frühen Strahltriebwerke hatten wenig Schub und reagierten träge. Für schwere Starts nutzte die B-47 deshalb Starthilferaketen (JATO): frühe B-47E hatten 18 fest eingebaute Raketen im Rumpf, später kam ein abwerfbares Gestell mit 33 Raketen dazu. Starts mit Raketenqualm gehören zu den bekanntesten Fotos des Typs.
Boeing B-47 Stratojet sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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