Das Wichtigste in Kürze
- Das Museum in McMinnville ist die Heimat der Hughes H-4 Hercules, des größten je gebauten Flugboots und größten Holzflugzeugs der Welt.
- Seit August 2026 heißt es North American Aerospace Museum – viele Spotter kennen es weiter als Evergreen Aviation & Space Museum.
- Die Spruce Goose flog nur einmal: Am 2. November 1947 hob Howard Hughes sie in Long Beach für rund eine halbe Minute vom Wasser ab.
- Der Umzug nach Oregon war ein Abenteuer: Zerlegt reiste das Flugboot 1992/93 per Schiff über Pazifik, Columbia und Willamette bis McMinnville.
- Plane rund drei Stunden ein – neben der Spruce Goose warten SR-71, F-117, Titan II und die Jets von Fighter Town USA.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Steckbrief
- 2.Tätigkeitsfelder
- 3.Geschichte im Zeitraffer
- 4.Was du als Spotter wissen solltest
- 5.Stärken und Schwächen
- 6.Ein Familienmuseum mit großer Geschichte
- 7.Die Spruce Goose: ein Flugboot aus Birke
- 8.Im Hercules Pavilion
- 9.Titan Pavilion: Raumfahrt und Kalter Krieg
- 10.Fighter Town USA: Jäger aus Ost und West
- 11.Die Boeing 747 auf dem Gelände
- 12.Fotografieren im Museum
- 13.Besuch planen: Öffnung, Tickets, Anreise
- 14.Kombinieren: Seattle, Everett und weitere Museen
- 15.Ehrenamt als Rückgrat
- 16.Fazit
- 17.Häufige Fragen
Steckbrief
| Aktueller Name | North American Aerospace Museum (NORAM) – seit August 2026, vorher Evergreen Aviation & Space Museum |
|---|---|
| Träger | gemeinnützige Bildungsorganisation nach US-Steuerrecht (501(c)(3)), Smithsonian Affiliate seit 2009 |
| Standort | 500 NE Captain Michael King Smith Way, McMinnville, Oregon 97128 – am Highway 18, gegenüber dem McMinnville Municipal Airport |
| Gründung | 1991 als Evergreen Museum in einem Hangar am Firmensitz von Evergreen International Aviation |
| Gründer | Delford M. Smith, Gründer von Evergreen International Aviation, und sein Sohn Captain Michael King Smith |
| Gebäude | Hercules Pavilion (Luftfahrt, eröffnet 6. Juni 2001) und Titan Pavilion (Raumfahrt, eröffnet 6. Juni 2008), dazu das Aerodrome Giant Screen Theater |
| Star-Exponat | Hughes H-4 Hercules „Spruce Goose“ – das einzige gebaute Exemplar, Kennzeichen NX37602 |
| Weitere Highlights | Lockheed SR-71 Blackbird, Lockheed F-117 Nighthawk, Titan II SLV, Boeing 747-200, Jets der Ausstellung Fighter Town USA |
| Öffnung | laut Museum täglich 9 bis 17 Uhr, von November bis März 10 bis 16 Uhr; geschlossen an Ostern, Thanksgiving, Heiligabend und am 25. Dezember |
| Eintritt | Erwachsene 26 US-Dollar, Senioren ab 65 und Veteranen 22 US-Dollar, Jugendliche von 9 bis 13 Jahren 14 US-Dollar (Stand Oktober 2026) |
| Offizielle Website | noramaerospace.org |
Tätigkeitsfelder
Geschichte im Zeitraffer
Evergreen Aviation & Space Museum aus Spotter-Sicht
Deine Checkliste für Evergreen Aviation & Space Museum
- Zwei große Hallen nebeneinander – der Luftfahrt- und der Raumfahrtbau sind als Zwillinge angelegt
- Eine Boeing 747 auf dem Gelände – die ehemalige 9V-SIB von Singapore Airlines steht gut sichtbar gegenüber dem Museumsgebäude
- Ein F-15 auf dem Sockel – vor dem ehemaligen Firmensitz von Evergreen auf der anderen Seite des Highways
- Weinberge ringsum – das Museum liegt mitten im Weinbaugebiet des Willamette Valley
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- Die Spruce Goose ist ein Unikat – nirgendwo sonst siehst du dieses Flugzeug, und es steht komplett in einer Halle
- Großer Kontrast unter einem Dach: Holzflugboot von 1947, SR-71, F-117 und eine Titan II in ihrem Schacht
- Dichte Sammlung an Jets aus dem Kalten Krieg, amerikanische und sowjetische Muster direkt nebeneinander
- Alles barrierefrei, Aufzüge in beiden Gebäuden, Rollstühle zum Ausleihen
- Gut mit einer Weinregion-Tour durchs Willamette Valley kombinierbar
Wo es hakt
- Ohne Auto schwer erreichbar – das Museum liegt außerhalb von McMinnville am Highway
- Stative und Selfie-Sticks sind im Museum nicht erlaubt
- Die Spruce Goose ist so groß, dass sie sich kaum in einem einzigen Bild einfangen lässt
- Wasserpark und Kino sind separate Angebote, ein Kombiticket für alles gibt es laut Museum nicht
- Der Flugplatz gegenüber ist ein reiner Platz der allgemeinen Luftfahrt – Linienverkehr siehst du hier nicht
Es gibt Flugzeuge, die du aus Büchern kennst, und es gibt Flugzeuge, die du erst begreifst, wenn du unter ihnen stehst. Die Hughes H-4 Hercules gehört eindeutig zur zweiten Sorte. Knapp 98 Meter Spannweite, acht Sternmotoren, ein Rumpf so hoch wie ein Wohnhaus – und das alles aus Holz. Die „Spruce Goose“ steht seit 2001 in einer eigens gebauten Halle in McMinnville, Oregon, eine gute Autostunde südwestlich von Portland. Das Museum drumherum kennst du wahrscheinlich als Evergreen Aviation & Space Museum. Seit August 2026 heißt es North American Aerospace Museum.
Die Spruce Goose gehört in deinen Hangar
Mit Planetrack postest du Sichtungen mit Foto, Flugzeugtyp, Kennzeichen und Ort – auch Museumsstücke wie die H-4 mit dem Kennzeichen NX37602. Planetrack startet bald – die Warteliste findest du unten auf dieser Seite.
Ein Familienmuseum mit großer Geschichte
Hinter dem Museum steht die Geschichte einer Luftfahrtfirma aus dem Willamette Valley. Delford M. Smith gründete Evergreen International Aviation, zu der unter anderem die Frachtairline Evergreen International Airlines gehörte. Sein Sohn Michael King Smith, ein ehemaliger Captain der US Air Force, hatte die Idee zu einem Museum. 1991 öffnete es als Evergreen Museum – zunächst mit einer kleinen Sammlung historischer Flugzeuge in einem Hangar am Firmensitz.
Den großen Coup landeten Vater und Sohn 1992: Sie gewannen den Zuschlag für die Spruce Goose, die bis dahin in Long Beach in Kalifornien ausgestellt war. Michael King Smith erlebte die Fertigstellung des neuen Museums nicht mehr. Er starb im März 1995 bei einem Autounfall. Ihm zu Ehren trug das Haus einige Jahre den langen Namen Captain Michael King Smith Evergreen Aviation Educational Center, eine Bronzestatue von ihm steht heute auf dem Weg zwischen den beiden Gebäuden.
Am 6. Juni 2001 öffnete der Luftfahrtbau, heute Hercules Pavilion genannt. Genau sieben Jahre später, am 6. Juni 2008, folgte der Raumfahrtbau als Zwillingsbau, heute der Titan Pavilion. Seit 2009 ist das Museum Smithsonian Affiliate und damit Partner des großen Museumsverbunds, zu dem auch das National Air and Space Museum in Washington gehört.
Schwierige Jahre und ein Neustart
Ganz glatt lief es danach nicht. Als Evergreen International Aviation 2014 in die Insolvenz ging, wurden mehrere Flugzeuge versteigert, die das Museum ausgestellt hatte. 2015 kaufte das Museum mit Unterstützung der Collings Foundation einen Teil der Maschinen zurück. 2016 wechselten die Museumsgebäude und der benachbarte Wasserpark den Besitzer; mit dem Verkauf von Raumfahrtbau und Wasserpark waren die restlichen Schulden des Museums getilgt. Im Jahr 2020 kaufte ein Weinbauunternehmen aus der Region große Flächen in der Umgebung, darunter einen Teil des Museumsgeländes.
Im August 2026 kam dann der neue Name: North American Aerospace Museum, kurz NORAM. Laut Wikipedia steht er für den breiteren Schwerpunkt des Hauses. Die alte Website leitet auf die neue Adresse weiter, auf Karten und Schildern findest du den Namen Evergreen aber teilweise noch.
Die Spruce Goose: ein Flugboot aus Birke
Die Idee entstand im Zweiten Weltkrieg. Deutsche U-Boote versenkten im Atlantik reihenweise Frachtschiffe, und der Industrielle Henry J. Kaiser wollte Truppen und Material stattdessen durch die Luft schicken. 1942 unterschrieb er zusammen mit Howard Hughes einen Entwicklungsvertrag für ein riesiges Transportflugboot. Weil Aluminium für den Krieg knapp war, setzten die beiden auf Holz als Baustoff. Ihr Name lautete zunächst HK-1, nach den Anfangsbuchstaben der beiden Partner.
Der Bau zog sich hin. Kaiser stieg aus, Hughes machte allein weiter, und das Flugzeug hieß fortan H-4 Hercules. Als der Krieg endete, war es noch nicht fertig. Für die Presse wurde es zur „Spruce Goose“, zur Fichtengans – ein Spitzname, der gleich doppelt danebenliegt: Das Flugboot besteht größtenteils aus Birke, und Hughes konnte den Namen nicht ausstehen. Mehr über Bau und Hintergründe steht im Beitrag zur Hughes H-4 Hercules.
| Kennzahl | Hughes H-4 Hercules laut Museum |
|---|---|
| Spannweite | 319 ft 11 in (rund 97,5 m) |
| Länge | 218 ft 8 in (rund 66,6 m) |
| Höhe | 79 ft 4 in (rund 24,2 m) |
| Antrieb | 8 × Pratt & Whitney R-4360 Wasp Major, je 28 Zylinder |
| Leistung | je rund 3.000 PS laut Wikipedia |
| Bauweise | Duramold – verpresste Birkenholz-Lagen, Hochdecker mit Stützschwimmern |
| Ausgelegt für | bis zu 400 Soldaten |
| Entwicklungskosten | rund 23 Millionen US-Dollar |
| Gebaut | 1 Exemplar, Kennzeichen NX37602 |
2. November 1947: der eine Flug
Am 2. November 1947 lud Hughes Journalisten in den Hafen von Long Beach ein, um Rollversuche vorzuführen. Bei einer dieser Fahrten über das Wasser zog er die H-4 überraschend hoch. Laut Museum flog sie rund eine halbe Meile weit, etwa 30 Sekunden lang und nur wenige Meter über dem Wasser. Kopilot war David Grant. Es blieb der einzige Flug.
Was danach kam, ist fast noch erstaunlicher. Hughes ließ das Flugboot bis zu seinem Tod 1976 in einem klimatisierten Hangar von einer eigenen Mannschaft pflegen. Später stand es in einer Kuppelhalle neben dem Ozeandampfer Queen Mary in Long Beach. Disney hatte 1988 die Attraktionen in Long Beach übernommen und wollte die Ausstellung Anfang der 1990er-Jahre nicht weiterführen. Also suchte man einen neuen Platz – und Evergreen bekam 1992 den Zuschlag.
Rekorde mit Sternchen
Lange galt die H-4 als Flugzeug mit der größten Spannweite überhaupt. Diesen Titel hat seit dem Erstflug 2019 die Stratolaunch mit 385 Fuß übernommen. Laut Museum bleibt die Spruce Goose aber das größte Wasserflugzeug, das größte Holzflugzeug und das größte Propellerflugzeug. Wie sie sich gegen Antonov An-225 und Co. schlägt, zeigt der Vergleich der größten Flugzeuge der Welt.
Die Reise nach Oregon
Ein Flugboot dieser Größe passt auf keinen Lkw. Im August 1992 begann deshalb die Zerlegung. Rumpf, Tragflächen und Leitwerk gingen per Schiff die Westküste hinauf und weiter über den Columbia River und den Willamette River nach Portland. Dort mussten die Teile laut Museum mehrere Monate warten, bis der Wasserstand niedrig genug war, um unter den Brücken des Willamette hindurchzupassen. Das letzte Stück legten sie per Lkw zurück. Im Februar 1993 kamen sie in McMinnville an.
Dann begann die Geduldsarbeit. Freiwillige restaurierten die Spruce Goose rund acht Jahre lang in provisorischen Hallen. Erst als der neue Museumsbau stand, setzte das Team das Flugboot darin wieder zusammen. Das letzte Steuerflächenteil wurde laut Wikipedia im Dezember 2001 montiert – ein halbes Jahr nach der Eröffnung. 2024 wurde die H-4 erneut ins National Register of Historic Places aufgenommen.
Im Hercules Pavilion
Wenn du die Halle betrittst, dominiert die Spruce Goose alles. Sie füllt den Raum fast vollständig aus, unter und neben ihren Flügeln stehen und hängen die übrigen Exponate wie Modelle. Laut Museum zeigt der Bau außerdem Doppeldecker, Maschinen aus dem Zweiten Weltkrieg, Kunstflugzeuge und Flugzeuge aus der Vietnam-Ära.
Zu den Stücken aus der Propeller-Ära gehören laut Wikipedia unter anderem eine Douglas DC-3 und eine C-47 – die Geschichte des Typs erzählt der Beitrag zur Douglas DC-3 –, ein Flugboot vom Typ Consolidated PBY Catalina, eine Douglas A-26C Invader, eine Focke-Wulf Fw 190 und eine Piper L-4 Grasshopper. Der Bestand ändert sich durch Leihgaben und Verkäufe immer wieder. Wenn du wegen eines bestimmten Flugzeugs anreist, frag vorher nach.
Worauf du an der H-4 achten solltest
Schau dir die Schwimmer an den äußeren Flügeldritteln an: Sie halten das Flugboot auf dem Wasser im Gleichgewicht. Achte außerdem auf die Holzoberflächen im Detail – Fugen, Beplankung und Nieten aus der Restaurierung verraten, wie aufwendig das Duramold-Verfahren war. Aus dem Obergeschoss bekommst du zudem eine ganz andere Perspektive auf die acht Motorgondeln.
Vom Holzflugboot zum Jumbo
In Planetrack sammelst du Typen, Kennzeichen und Airlines in deinem Hangar und setzt seltene Maschinen auf deine Wunschliste. Die App startet bald – trag dich unten in die Warteliste ein.
Titan Pavilion: Raumfahrt und Kalter Krieg
Der Zwillingsbau nebenan gehört der Raumfahrt und den Schnellsten und Unsichtbarsten des Kalten Kriegs. Blickfang ist die Titan II SLV. Die knapp 35 Meter hohe Rakete steht laut Wikipedia aufrecht in einer Präsentation, die zwei Stockwerke unter den Hallenboden reicht.
Für Flugzeugfans ist die Lockheed SR-71 Blackbird der Star. Laut Museum steht das Exemplar seit 2002 in McMinnville. Der schwarze Aufklärer gehört zu den Ikonen von Lockheed Martin, und es gibt nur wenige Orte, an denen du ihm so nahe kommst. Seit 2023 hat er Gesellschaft von einer Lockheed F-117 Nighthawk, dem kantigen Tarnkappenbomber.
Die Raumfahrtabteilung zeigt außerdem laut Wikipedia eine Mercury-Kapsel, eine Redstone-Rakete, die X-15, den Versuchsträger X-38 und eine sowjetische Foton-Kapsel. Gegen Aufpreis kannst du zudem in einen Flugsimulator steigen.
| Bereich | Highlights für Luftfahrtfans |
|---|---|
| Hercules Pavilion | Spruce Goose, DC-3, C-47, PBY Catalina, A-26C, Fw 190 |
| Titan Pavilion | SR-71, F-117, Titan II, X-15, Mercury |
| Fighter Town USA | Me 262 (Nachbau), MiG-15, MiG-17, MiG-21, F-86, F-104, F-4, F-14, F-15 |
| Freigelände | Boeing 747-200, F-15 vor dem ehemaligen Evergreen-Sitz |
| Aerodrome Theater | Großbildfilme |
Fighter Town USA: Jäger aus Ost und West
Eine Ausstellung zieht sich laut Museum über den ganzen Campus: Fighter Town USA. Sie zeigt Jagdflugzeuge aus mehr als fünf Jahrzehnten, und zwar bewusst als Paare – amerikanische Muster neben ihren sowjetischen Gegenspielern, sortiert nach Generationen.
- Erste Generation: ein Nachbau der Messerschmitt Me 262, die de Havilland Venom, FJ-3 Fury, F-84 und North American F-86 Sabre gegen MiG-15 und MiG-17,
- zweite Generation: die Century Series von F-100 bis F-106 mit der F-104 Starfighter, dazu die MiG-21,
- dritte Generation: die F-4 Phantom II und die MiG-23,
- vierte Generation: F-15 Eagle und F-14 Tomcat gegen die MiG-29, die laut Museum draußen steht und auf ihre Restaurierung wartet.
Für deutsche Besucher ist die Starfighter-Ecke ein netter Bezug: Wikipedia führt für die Sammlung eine F-104G, also die Version, die auch Luftwaffe und Marine flogen.
Die Boeing 747 auf dem Gelände
Auf dem Gelände fällt eine Boeing 747-200 auf. Die Maschine wurde im August 1973 als 9V-SIB an Singapore Airlines ausgeliefert, kam 1995 zu Evergreen und flog dort, bis sie ausgemustert und 2013 dem Museum geschenkt wurde. Sie steht gegenüber dem Museumsgebäude und ist ein klassisches Fotomotiv. Wie du die 747-200 von späteren Versionen unterscheidest, erklärt der Beitrag zu den 747-Varianten; die große Geschichte des Jumbos steht unter Geschichte der Boeing 747.
Auf der anderen Seite des Highways 18, vor dem früheren Firmensitz von Evergreen International Aviation, steht eine F-15 auf einem Sockel. Daneben beginnt der McMinnville Municipal Airport.
Neuer Name, alte Schilder
Weil die Umbenennung erst im August 2026 erfolgte, tragen Wegweiser, Navigationsdienste und Reiseführer zum Teil noch den Namen Evergreen Aviation & Space Museum. Die Adresse ist unverändert: 500 NE Captain Michael King Smith Way in McMinnville. Prüfe Öffnungszeiten und Preise vor der Fahrt auf der Website des Museums.
Fotografieren im Museum
Fotos für den privaten Gebrauch sind laut Museum erlaubt. Stative und Selfie-Sticks sind im Museum nicht gestattet; wer eines dabeihat, lässt es im Auto oder an der Kasse. Warum Stativ oder Einbein draußen trotzdem sinnvoll sein kann, erklärt der Beitrag Stativ oder Einbeinstativ beim Planespotting.
Ultraweitwinkel einpacken
Knapp 98 Meter Spannweite passen selbst aus der Hallenecke kaum aufs Bild. Mit sehr kurzer Brennweite und etwas Abstand bekommst du zumindest Rumpf und einen Flügel zusammen.
Von oben denken
Nutz das Obergeschoss, das per Aufzug erreichbar ist. Von dort wirkt die Spruce Goose plastischer, und die anderen Flugzeuge in der Halle geben einen Maßstab.
Details sammeln
Motorgondeln, Schwimmer, Holzstruktur, die Titanhaut der SR-71 oder die Facetten der F-117 sind oft stärkere Motive als die Totale.
Ruhig halten statt Stativ
In den Hallen ist das Licht gedämpft. Öffne die Blende, erhöhe die ISO und stütz dich an Geländern ab.
747 im Freien
Die Boeing 747 fotografierst du draußen mit natürlichem Licht. Plane den Sonnenstand vorher, damit die Seite, die dich interessiert, nicht im Schatten liegt.
Wie viel Zeit brauchst du in McMinnville?
Richtwert ohne Anfahrt, Kasse und Pausen.
Besuch planen: Öffnung, Tickets, Anreise
Das Museum liegt rund 3,5 Meilen südöstlich von McMinnville am Highway 18, direkt gegenüber dem McMinnville Municipal Airport. Von Portland aus fährst du laut Museum etwa eine Stunde. Öffentliche Verkehrsmittel spielen hier praktisch keine Rolle – rechne mit Mietwagen.
- Öffnung: laut Museum täglich von 9 bis 17 Uhr, von November bis März von 10 bis 16 Uhr; geschlossen an Ostern, Thanksgiving, Heiligabend und am 25. Dezember.
- Tickets: Erwachsene 26 US-Dollar, Senioren ab 65 und Veteranen 22 US-Dollar, Jugendliche von 9 bis 13 Jahren 14 US-Dollar, Kinder unter drei Jahren und aktive Soldaten frei (Stand Oktober 2026). Reservieren musst du nicht, online kaufen kannst du trotzdem.
- Im Eintritt enthalten: laut Museum beide Gebäude und Führungen durch Ehrenamtliche. Der Flugsimulator kostet extra.
- Essen: Das Aviator Café in der Lobby des Luftfahrtbaus hat laut Museum täglich von 11 bis 15 Uhr geöffnet. Eigenes Essen darfst du nicht mit hineinnehmen, auf dem Gelände gibt es aber Picknicktische.
- Barrierefreiheit: Alle Gebäude sind rollstuhlgerecht, Aufzüge führen in die Obergeschosse, Rollstühle kannst du gegen Ausweis kostenlos leihen.
- Wohnmobil: Mit bezahltem Eintritt darfst du laut Museum eine Nacht auf dem Parkplatz bleiben, ohne Strom- und Wasseranschluss. Melde dich dafür an der Kasse an.
Mit Kindern lohnt sich der Besuch besonders: der Flugsimulator, die riesige Halle und der Wasserpark Wings & Waves direkt nebenan machen daraus einen Familientag. Ein gemeinsames Ticket für Museum, Wasserpark und Kino gibt es laut Museum allerdings nicht. Weitere Ideen findest du im Beitrag Planespotting mit Kindern, und an einem verregneten Oregon-Tag ist das Museum ohnehin die beste Wahl – mehr dazu unter Planespotting bei schlechtem Wetter.
Kombinieren: Seattle, Everett und weitere Museen
Das Museum in McMinnville passt gut in eine Pazifik-Nordwest-Reise. Weiter nördlich wartet das Museum of Flight in Seattle mit einer großen Sammlung von Verkehrs- und Militärflugzeugen – und mit Blick auf den Verkehr am Boeing Field, beschrieben auf der Spot-Seite Museum of Flight am Boeing Field. In Everett zeigt Boeing im Future of Flight an der Paine Field die Produktion von Großraumjets.
Hinfahren, wenn du …
- einmal vor der Spruce Goose stehen willst – einem echten Unikat
- Jets aus dem Kalten Krieg aus Ost und West direkt vergleichen möchtest
- ohnehin durch Oregon oder das Willamette Valley reist
Vorher klären, wenn du …
- wegen eines bestimmten Flugzeugs kommst – die Sammlung ändert sich
- mit Stativ arbeiten willst – das ist im Haus nicht erlaubt
- Wasserpark und Museum an einem Tag kombinieren möchtest
Woanders besser, wenn du …
- Linienverkehr fotografieren willst – der Flugplatz gegenüber ist ein reiner GA-Platz
- vor allem Verkehrsflugzeuge der Jet-Ära suchst – dann eher nach Seattle
- ohne Auto unterwegs bist
Wer quer durch die USA plant, findet weitere große Häuser: das Pima Air & Space Museum in Tucson mit seinem riesigen Freigelände, das National Museum of the US Air Force in Dayton und bei Washington das Udvar-Hazy Center am Flughafen Dulles, wo eine weitere SR-71 steht. Und wer Howard Hughes auch als Airline-Chef kennenlernen will, liest bei TWA weiter, die er jahrelang kontrollierte.
Vom Museum an den Zaun
Spot-Karte mit Anreise und bestem Licht, Sonnenstand-Planer sowie Wetter, Wind und Pisten am Flughafen: Planetrack bringt alles für den Spotting-Tag nach dem Museumsbesuch zusammen. Planetrack startet bald – sichere dir über die Warteliste frühen Zugang.
Ehrenamt als Rückgrat
Ohne Freiwillige stünde die Spruce Goose heute nicht in McMinnville. Sie haben das Flugboot nach dem Transport rund acht Jahre lang restauriert und wieder zusammengesetzt, und bis heute führen Ehrenamtliche durch die Hallen. Das Museum sucht laut eigener Website weiter Helfer. Wie solche Arbeit in Luftfahrtmuseen aussieht, beschreibt der Beitrag Ehrenamt in Luftfahrtmuseen.
Fazit
Das Museum in McMinnville lebt von einem einzigen, unvergleichlichen Flugzeug. Die Spruce Goose ist größer, merkwürdiger und eindrucksvoller, als Fotos es vermitteln: ein Holzflugboot mit fast 98 Metern Spannweite, das ein einziges Mal für eine halbe Minute flog und danach Jahrzehnte gepflegt, transportiert und restauriert wurde. Drumherum bietet das Haus mit SR-71, F-117, Titan II, Fighter Town USA und der 747 genug für einen langen Besuch.
Dass es jetzt North American Aerospace Museum heißt, ändert an der Sammlung nichts. Fahr mit dem Auto hin, plane mindestens drei Stunden ein, lass das Stativ im Wagen und kombiniere den Abstecher mit Seattle.
Kurzfazit
Spruce Goose, SR-71, F-117 und eine Titan II in ihrem Schacht: Das frühere Evergreen Aviation & Space Museum ist das Pflichtziel für Luftfahrtfans in Oregon – am besten als Teil einer Reise mit dem Museum of Flight in Seattle.
Zusammenfassung
- Das Museum in McMinnville ist ein Pflichtziel für alle, die einmal vor der legendären Spruce Goose stehen wollen.
- Zweiter Schwerpunkt sind Raumfahrt und Kalter Krieg mit SR-71, F-117, Titan II und vielen Jägern aus Ost und West.
- Seit 2026 trägt das Haus den Namen North American Aerospace Museum, Wegweiser und Karten zeigen teils noch den alten Namen.
- Komm mit dem Auto, lass das Stativ zu Hause und nimm dir mindestens einen halben Tag Zeit.
Häufige Fragen
Was ist das Evergreen Aviation & Space Museum?
Ein gemeinnütziges Luft- und Raumfahrtmuseum in McMinnville im US-Bundesstaat Oregon. Es wurde 1991 von Delford M. Smith und seinem Sohn Michael King Smith gegründet und ist vor allem als Heimat der Hughes H-4 Hercules „Spruce Goose“ bekannt. Seit August 2026 heißt es North American Aerospace Museum.
Warum heißt das Museum jetzt North American Aerospace Museum?
Laut Wikipedia hat das Haus im August 2026 den neuen Namen angenommen, um seinen breiteren inhaltlichen Schwerpunkt zu zeigen. Die alte Website leitet inzwischen auf noramaerospace.org weiter. Im Alltag und auf manchen Karten taucht der Name Evergreen aber weiterhin auf.
Ist die Spruce Goose wirklich aus Fichte?
Nein, der Spitzname täuscht. Die H-4 besteht größtenteils aus Birke, verarbeitet im Duramold-Verfahren, bei dem dünne Holzlagen mit Harz verpresst werden. Laut Museum sind nur Motoren, Elektrik, Schrauben und die bei der Restaurierung ergänzten Streben nicht aus Holz. Hughes selbst mochte den Spitznamen übrigens nicht.
Wie lange ist die Spruce Goose geflogen?
Ein einziges Mal, am 2. November 1947 im Hafen von Long Beach. Hughes saß selbst am Steuer und hob die Maschine während einer Rollprobe ab. Laut Museum flog sie rund eine halbe Meile weit und etwa 30 Sekunden lang, wenige Meter über dem Wasser. Danach flog sie nie wieder.
Wie viel Zeit brauche ich für das Museum?
Das Museum empfiehlt rund drei Stunden für den kompletten Besuch beider Gebäude. Wenn du jedes Cockpit der Jets studierst, das Kino besuchst oder in den Simulator steigst, wird es schnell ein ganzer Tag.
Was kostet der Eintritt?
Laut Museum zahlen Erwachsene 26 US-Dollar, Senioren ab 65 und Veteranen 22 US-Dollar, Jugendliche von 9 bis 13 Jahren 14 US-Dollar (Stand Oktober 2026). Kinder unter drei Jahren und aktive Soldaten haben freien Eintritt. Tickets kannst du online kaufen, eine Reservierung ist aber nicht nötig.
Darf ich im Museum fotografieren?
Ja, Fotos für den privaten Gebrauch sind laut Museum erlaubt. Stative und Selfie-Sticks sind im Haus dagegen nicht gestattet und müssen im Auto oder an der Kasse bleiben. Kommerzielle Aufnahmen werden im Einzelfall genehmigt.
Kann ich am Museum auch Flugzeuge spotten?
Direkt gegenüber liegt der McMinnville Municipal Airport (ICAO: KMMV), ein Flugplatz der allgemeinen Luftfahrt. Hier siehst du Kleinflugzeuge und Geschäftsreiseverkehr, aber keine Linienjets. Für großen Verkehr bist du in der Region Portland oder weiter nördlich in Seattle besser aufgehoben.
Sichtungen rund um Evergreen Aviation & Space Museum sammeln
Foto mit Kennzeichen, Typ, Airline und Spot posten, Funde im Hangar sammeln und Likes und Kommentare aus der Community bekommen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Passende Airlines
Die Fluggesellschaften dazu – mit IATA- und ICAO-Code, Rufzeichen und Lackierung.
Evergreen International Airlines
Historische US-Frachtairline aus McMinnville in Oregon (1975–2013): Evergreen flog Boeing 747 im Fracht- und Militärcharter, betrieb die ersten Dreamlifter für Boeing, baute mit dem Supertanker den größten Löschjumbo seiner Zeit – und stand hinter dem Museum mit der Spruce Goose.
SQ / SIASingapore Airlines
Die Netzwerk-Airline aus Singapur: reines Drehkreuz Changi, größter A350-Betreiber, Erstkunde von A380 und 787-10 – und in Frankfurt und München ein Pflichtmotiv für Langstrecken-Fans.
TW / TWATWA – Trans World Airlines
Historische US-Netzwerkairline: TWA flog von 1930 bis 2001, prägte unter Howard Hughes die Constellation, baute am JFK das berühmte Flight Center und ging 2001 in American Airlines auf.
Typische Flugzeuge
Boeing 747-200
Mehr Schub, mehr Startgewicht, mehr Reichweite: Die Boeing 747-200 machte den Jumbo ab 1971 zum Langstrecken-Arbeitstier – als Passagierjet, Combi und Frachter. So erkennst du sie und hier begegnet sie dir heute noch.
FlugzeugtypLockheed SR-71 Blackbird
Titanrumpf, schwarze Hitzelackierung, Mach 3: Die SR-71 Blackbird hält seit 1976 den Geschwindigkeitsrekord für Flugzeuge mit Strahlantrieb. Hier erfährst du, wie sie funktionierte, woran du sie erkennst und wo die Museumsexemplare stehen.
FlugzeugtypAntonov An-225 Mrija
Sechs Triebwerke, ein Doppelleitwerk, 32 Räder und 88 Meter Spannweite: Die An-225 Mrija war das schwerste Flugzeug, das je im kommerziellen Charterbetrieb flog. 2022 wurde das einzige Exemplar in Hostomel zerstört. Hier findest du Geschichte, Kennzahlen und die Frage, was Spotter heute noch davon haben.
FlugzeugtypDouglas DC-3 / C-47
Zwei Sternmotoren, Spornrad, schräg stehender Rumpf am Boden: Die DC-3 und ihre Militärschwester C-47 sind Legenden. So erkennst du sie und so findest du die letzten Flieger in Europa.
FlugzeugtypMesserschmitt Me 262
Dreieckiger Rumpf, zwei Strahltriebwerke unter den Flügeln, Bugradfahrwerk: Die Me 262 war der erste Strahljäger im Truppeneinsatz. Heute siehst du sie als Original im Museum oder als flugfähigen Nachbau mit modernen Triebwerken.
FlugzeugtypGrumman F-14 Tomcat
Schwenkflügel, zwei Seitenleitwerke, zwei Mann Besatzung: Die F-14 Tomcat war 32 Jahre lang der Trägerjäger der US Navy und wurde mit Top Gun zur Popkultur-Ikone. Fliegend siehst du sie heute kaum noch – dafür in vielen US-Museen.
FlugzeugtypMikojan MiG-29 Fulcrum
Zwei Seitenleitwerke, weit auseinanderliegende Triebwerke und Lufteinläufe, die am Boden zuklappen: Die MiG-29 flog als einziger Kampfjet der NVA weiter bei der Luftwaffe. So erkennst du sie, so verlief ihre deutsche Zeit und hier fliegt sie noch.
Spotting-Spots rund um Evergreen Aviation & Space Museum
Spots, an denen du die passenden Flugzeuge regelmäßig vor die Linse bekommst – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
Museum of Flight am Boeing Field in Seattle
Am Südende von Boeing Field steht der erste Boeing 747 neben einer Concorde und der ersten Jet-Air-Force-One – und nebenan landen fabrikneue 737 nach ihren Testflügen. So verbindest du Museumstag und Spotting in Seattle.
BesucherparkBoeing Future of Flight am Flughafen Everett (Paine Field)
Am Rand von Paine Field steht das größte Gebäude der Welt nach Volumen – und direkt daneben das Besucherzentrum Boeing Future of Flight. Von hier startest du zur Werkstour, und vom Sky Deck schaust du auf die Piste, auf der neue 777, 767-Frachter und Tanker zu ihren ersten Flügen abheben.
MuseumPima Air & Space Museum in Tucson
Am Rand der Davis-Monthan Air Force Base steht eines der größten Luftfahrtmuseen der Welt: mehr als 400 Flugzeuge, ein riesiges Freigelände in der Wüstensonne und Typen von der B-29 bis zur 787. Die berühmten Bustouren zum Boneyard gibt es allerdings nicht mehr.
Weitere Einträge
The Museum of Flight
Das Museum of Flight an der Südwestecke von Boeing Field in Seattle zeigt mehr als 150 Luft- und Raumfahrzeuge – darunter den allerersten Boeing 747 mit der Kennung RA001, eine British-Airways-Concorde, die erste Air Force One mit Strahltriebwerken und Boeings Geburtsstätte, die Red Barn. Nebenan landet und startet echter Verkehr.
MuseumPima Air & Space Museum
In der Wüste von Arizona steht eine der größten Flugzeugsammlungen der Welt: Bomber aus dem Kalten Krieg, Präsidentenmaschinen, Testflugzeuge von Boeing und das letzte große Flugboot. Der Guide für Spotter – mit allem, was du zu Hangars, Freigelände, Boneyard und Fotografieren in der Hitze wissen musst.
MuseumNational Air and Space Museum
Das National Air and Space Museum der Smithsonian Institution an der National Mall in Washington zeigt die Ikonen der Luftfahrtgeschichte im Original: den Wright Flyer von 1903, Lindberghs Spirit of St. Louis, die Bell X-1 und die Apollo-11-Kapsel Columbia. Nach einer mehrjährigen Komplettsanierung ist das Haus fast vollständig wieder geöffnet – der Eintritt ist frei, ein Zeitfenster-Ticket brauchst du trotzdem.
MuseumSteven F. Udvar-Hazy Center
Die zweite Halle des Smithsonian National Air and Space Museum steht direkt am Flughafen Washington Dulles: SR-71 Blackbird, die B-29 „Enola Gay“, eine Air-France-Concorde, die Dash 80 und das Space Shuttle Discovery unter einem Dach – Eintritt frei, Aussichtsturm zum Flughafen inklusive.
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