Das Wichtigste in Kürze
- Spantax war eine spanische Charterairline von 1959 bis 1988 mit Basen auf Gran Canaria und Mallorca.
- Codes: IATA BX, ICAO BXS, Rufzeichen „SPANTAX“.
- Spantax betrieb eine der größten Convair-990-Flotten überhaupt und flog die Coronado bis Mitte der 1980er-Jahre.
- Schwere Unglücke prägen die Geschichte: Teneriffa 1972 (155 Tote) und der DC-10-Startabbruch in Málaga 1982 (50 Tote).
- Am 29. März 1988 stellte Spantax den Flugbetrieb ein – nach Ölkrise, Konkurrenz, Streiks und gescheiterter Sanierung.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| IATA-Code | BX |
|---|---|
| ICAO-Code | BXS |
| Rufzeichen | SPANTAX |
| Drehkreuze | LPA, PMI |
| Status | Historisch – Flugbetrieb am 29. März 1988 eingestellt |
| Gegründet | 6. Oktober 1959 als Spanish Air Taxi Líneas Aéreas |
| Gründer | Rodolfo Bay Wright (Ex-Iberia-Pilot) und Marta Estades Sáez (Ex-Iberia-Flugbegleiterin) |
| Sitz | Madrid |
| Basen | Gran Canaria (LPA) und Palma de Mallorca (PMI) |
| Geschäftsmodell | Charterflüge für den Pauschaltourismus nach Spanien, später auch Transatlantik-Charter |
| Prägende Typen | Douglas DC-7C, Convair 990 Coronado, DC-8-61, DC-9, DC-10-30, Boeing 737-200 |
| Größe 1980 | rund 1.170 Beschäftigte und gut 2 Millionen Fluggäste im Jahr |
| Ende | Nach Verkauf an die Aviation Finance Group (Luxemburg) 1987 und gescheiterter Sanierung; rund 7.000 Fluggäste saßen fest |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich Spantax?
- Schriftzug „Spantax“ am Rumpf – nicht mit Spanair verwechseln
- Spanische Kennzeichen mit EC- am Heck, z. B. EC-BZO (Convair 990) oder EC-DEG (DC-10)
- Typisch für die 1970er: die schlanke Convair 990 mit vier Triebwerken und den markanten Stoßkörpern auf der Flügelhinterkante
- Auf der Langstrecke gestreckte DC-8-61 und ab 1978 die dreistrahlige DC-10
- Mehrere Lackierungsgenerationen: 1983 führte Spantax ein neues Farbschema ein, Mischformen tauchen auf Fotos aus der Übergangszeit auf
- Leasing-Flugzeuge flogen teils in fremden oder halb umlackierten Farben – Kennzeichen und Titel genau prüfen
Wer alte Dia-Kästen von Spottern aus den 1970er-Jahren durchsieht, stößt früher oder später auf einen Namen: Spantax. Die spanische Charterairline flog Urlauber aus ganz Europa nach Mallorca und auf die Kanaren – und das lange mit einem Flugzeug, das sonst kaum noch jemand einsetzte: der Convair 990 Coronado. Spantax war bunt, laut und schnell gewachsen, aber auch von schweren Unglücken geprägt. Diese Seite zeigt dir, wie die Airline entstand, welche Flugzeuge sie flog und wie du Spantax-Maschinen auf historischen Fotos sicher einordnest.
Dein Archiv mit Geschichte
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Spantax im Überblick
Spantax war eine historische spanische Charterairline, die vom 6. Oktober 1959 bis zum 29. März 1988 existierte. Der Name ist eine Abkürzung von „Spanish Air Taxi“. Gegründet haben sie zwei ehemalige Iberia-Leute: der Pilot Rodolfo Bay Wright und die Flugbegleiterin Marta Estades Sáez. Formal saß das Unternehmen in Madrid, operativ spielte sich das Geschäft aber vor allem auf den Inseln ab – zuerst auf Gran Canaria, später auch in Palma de Mallorca.
Das Geschäftsmodell folgte dem Boom des Pauschaltourismus. Reiseveranstalter in Nordeuropa brauchten Kapazität, um ihre Gäste an Spaniens Strände zu bringen, und Spantax lieferte die Flugzeuge dazu. Was der Unterschied zwischen solchen Charterflügen und dem klassischen Linienverkehr ist, erklärt der Artikel Charterflug und Linienflug. Später kamen Transatlantik-Charter in die USA, nach Kanada und Venezuela hinzu, 1983 sogar Flüge nach Japan über die Polroute mit Zwischenstopp in Anchorage.
Im Jahr 1980 beschäftigte Spantax knapp 1.170 Menschen und beförderte gut zwei Millionen Fluggäste. Damit gehörte die Airline zeitweise zu den großen Charterairlines Europas.
Die Geschichte in Etappen
1959
Gründung als Lufttaxi auf Gran Canaria. Mit kleinen Zweimots wie Airspeed Consul und Oxford fliegt Spantax Geologen und Techniker zu Ölsuch-Projekten in die Sahara.
1961–1963
Zwei DC-3 von Swissair eröffnen Touristenflüge zwischen den Kanarischen Inseln. 1963 kommt die viermotorige DC-7C für Flüge nach Großbritannien und ins übrige Europa.
1966
Spantax setzt als erste spanische Airline die Fokker F27 ein. In den 1960er-Jahren verlagert sich der Schwerpunkt nach Palma de Mallorca.
1967–1975
Die Convair 990 kommt: zuerst gebraucht von American Airlines, 1975 weitere Exemplare von Swissair. 1973 und 1974 ergänzen gestreckte DC-8-61 und kurze DC-9 die Flotte.
1978
Mit der DC-10-30 übernimmt Spantax im Oktober ihr erstes Großraumflugzeug, zunächst für Charterflüge in die USA.
1982
Am 13. September verunglückt die DC-10 EC-DEG beim Startabbruch in Málaga. 50 Menschen sterben.
1983–1984
Neue Lackierung, Boeing 737-200 ersetzen die DC-9. Spantax fliegt ab Palma auch direkt in finnische Städte.
1986–1988
Streiks und Schulden belasten die Airline, 1987 folgt der Verkauf nach Luxemburg. Am 29. März 1988 stellt Spantax den Flugbetrieb ein.
Codes und Rufzeichen
- IATA-Code BX: stand in der Flugnummer, also auf Tickets, Flugplänen und Anzeigetafeln.
- ICAO-Code BXS: wurde im Flugplan der Flugsicherung verwendet.
- Rufzeichen SPANTAX: so meldeten sich die Besatzungen im Funk.
Alte Codes richtig lesen
IATA-Codes werden nach dem Ende einer Airline neu vergeben. Wenn du heute auf einem Tracker „BX“ siehst, hat das nichts mit Spantax zu tun. Notiere bei historischen Belegen deshalb immer das Jahr – dann bleibt die Zuordnung eindeutig.
Die Flotte von Spantax
Spantax hat in ihrer Geschichte auffallend viele unterschiedliche Typen geflogen. Vom kleinen Lufttaxi bis zum Großraumjet war fast alles dabei, was in drei Jahrzehnten Charterluftfahrt eine Rolle spielte. Die wichtigsten Typen im Überblick:
| Typ | Zeitraum (ungefähr) | Einsatz | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|---|
| Douglas DC-3 / C-47 | ab 1960 | Inselverkehr auf den Kanaren | Zweimotoriger Spornradler der Anfangsjahre |
| Douglas DC-7C | ab 1963 | Charter nach Großbritannien und Europa | Letzte große Kolbenmotor-Generation, vier Sternmotoren |
| Fokker F27 Friendship | ab 1966 | Kurzstrecke | Schulterdecker mit zwei Turboprops |
| Convair 990 Coronado | 1967 bis Mitte der 1980er | Rückgrat im Europa-Charter | Vier Triebwerke, Stoßkörper auf den Flügeln |
| DC-8-61 | ab 1973 | Transatlantik-Charter | Stark gestreckter Rumpf, vier Triebwerke unter den Flügeln |
| DC-9 (u. a. DC-9-14) | 1974 bis 1984 | Kurz- und Mittelstrecke | Hecktriebwerke, T-Leitwerk |
| DC-10-30 / DC-10-10 | ab 1978 | Langstrecke, große Charterketten | Drittes Triebwerk im Seitenleitwerk |
| Boeing 737-200 | ab 1983 | Ersatz für die DC-9 | Kurzer Rumpf, schlanke Triebwerke unter dem Flügel |
| McDonnell Douglas MD-83 | 1987/1988 | Zwei geleaste Maschinen ab Herbst 1987 | Kamen erst kurz vor dem Ende |
Dazu kamen Typen wie DC-4, DC-6, de Havilland Canada Twin Otter und eine einzelne Dash 7, die Spantax im Auftrag von Iberia auf der Strecke Málaga–Melilla einsetzte. In der Spätphase flogen außerdem gemietete Maschinen mit: Boeing 737 von Sabena sowie Großraumjets von Malaysia Airline System, darunter zwei Boeing 747.
Die Convair 990 – das Markenzeichen
Die Convair CV-990 Coronado war ursprünglich für US-Linienairlines gebaut worden, verkaufte sich aber schlecht. Für Spantax war genau das eine Chance: Ab 1967 übernahm die Airline gebrauchte Exemplare von American Airlines, bis 1972 folgten weitere, 1975 noch einmal vier ehemalige Maschinen der Swissair. Damit flog Spantax eine der größten 990-Flotten überhaupt – je nach Quelle gilt sie als größter oder zweitgrößter Betreiber des Typs.
Die Coronado war für ihre Zeit sehr schnell und erkennbar an den Stoßkörpern („Antishock bodies“) auf der Flügelhinterkante. Spantax ließ die Triebwerke in den 1970ern mit raucharmen Brennkammern nachrüsten. 1979 waren noch zwölf Exemplare im Dienst, 1983 noch fünf, und noch 1986 ist mit EC-BZO eine Spantax-990 auf Fotos dokumentiert.
DC-8 und DC-10 für die Langstrecke
Für Charterflüge über den Atlantik setzte Spantax ab 1973 die gestreckte Douglas DC-8 in der Version -61 ein. Im Oktober 1978 kam mit der McDonnell Douglas DC-10 das erste Großraumflugzeug. Die erste DC-10, EC-DEG, war eine DC-10-30CF und wurde 1982 in Málaga zerstört. Danach flogen bei Spantax nacheinander mehrere geleaste und gekaufte DC-10, unter anderem ab 1984 eine ehemalige Swissair-Maschine. Hersteller dieser Typen ist McDonnell Douglas.
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Unfälle und Zwischenfälle
Die Geschichte von Spantax ist eng mit mehreren schweren Unglücken verbunden. Sie gehören zur Airline dazu und erklären auch, warum ihr Ruf in den 1980er-Jahren litt.
- 7. Dezember 1965, Teneriffa: Eine DC-3 stürzt nach dem Start in Los Rodeos auf dem Weg nach Las Palmas ab. Alle 32 Insassen, überwiegend skandinavische Touristen, sterben.
- 5. Januar 1970: Eine Convair 990 verunglückt bei einem Überführungsflug von Stockholm-Arlanda nach Zürich, der mit nur drei laufenden Triebwerken stattfindet. Fünf der zehn Besatzungsmitglieder kommen ums Leben.
- 3. Dezember 1972, Teneriffa: Flug 275, eine Convair 990 nach München, stürzt bei fast null Sicht kurz nach dem Start in Los Rodeos ab. Alle 155 Menschen an Bord sterben – damals der schwerste Unfall einer spanischen Airline. Mehr zur schwierigen Lage dieses Flughafens findest du auf der Seite zum Flughafen Teneriffa Nord und im Artikel zur Katastrophe von Teneriffa 1977.
- 5. März 1973, über Nantes: Während eines Fluglotsenstreiks in Frankreich kollidiert eine Spantax-Coronado in der Luft mit einer Iberia-DC-9. Die Convair verliert einen Teil des Flügels, landet aber sicher; alle 68 Menschen in der Iberia-Maschine sterben.
- 4. April 1978, Köln/Bonn: Eine Convair 990 landet mit eingefahrenem Fahrwerk. Der Flügel fängt Feuer, doch alle 146 Insassen überleben.
Das Unglück von Málaga 1982
Das folgenreichste Ereignis war der Unfall von Flug 995 am 13. September 1982 am Flughafen Málaga. Die DC-10-30CF EC-DEG rollte mit 394 Menschen an Bord zum Start in Richtung New York. Kurz vor der Entscheidungsgeschwindigkeit V1 setzten starke Vibrationen ein. Die Besatzung startete zunächst weiter, brach dann aber bei rund 175 Knoten ab – deutlich oberhalb von V1 und bereits über der Rotationsgeschwindigkeit.
Auf der verbleibenden Bahn konnte das Flugzeug nicht mehr anhalten. Es rammte Anflugbefeuerung und ILS-Anlagen, durchbrach den Zaun, überquerte die Straße nach Torremolinos, traf Fahrzeuge und kam an einem landwirtschaftlichen Gebäude zum Stehen. Treibstoff fing Feuer. 50 Menschen starben, die meisten an Rauchgasen im hinteren Rumpf, wo nur eine Tür nutzbar war.
Die spanische Unfalluntersuchung fand die Ursache am Bugfahrwerk: Ein runderneuerter Reifen hatte sich aufgelöst und war geplatzt. Die Entscheidung zum Startabbruch bewertete sie angesichts der Informationen und des damals auf Triebwerksausfälle ausgerichteten Trainings als nachvollziehbar. Die Empfehlungen betrafen unter anderem das Training für andere Probleme beim Start und den Umgang mit Handgepäck bei Evakuierungen.
Respekt vor den Opfern
Bei historischen Unfällen geht es um Menschen. Wenn du Archivfotos von verunglückten Flugzeugen teilst, ordne sie sachlich ein und verzichte auf reißerische Kommentare.
Woran du Spantax auf alten Fotos erkennst
Weil Spantax längst nicht mehr fliegt, begegnet sie dir heute fast nur noch auf Archivbildern. Einige Merkmale helfen beim Einordnen:
Titel lesen
Der Schriftzug „Spantax“ am Rumpf ist das sicherste Merkmal. Achte darauf, ihn nicht mit „Spanair“ zu verwechseln.
Kennzeichen prüfen
Die eigene Flotte trug spanische EC-Kennzeichen. Bekannte Beispiele sind EC-BZO (Convair 990), EC-CZE (DC-8-61) und EC-DEG (DC-10-30CF).
Typ bestimmen
Convair 990 und DC-8 erkennst du an vier Triebwerken, DC-9 an den Hecktriebwerken, DC-10 am Triebwerk im Seitenleitwerk.
Jahr eingrenzen
Spantax wechselte mehrfach das Farbschema; 1983 kam eine neue Lackierung. Das Farbkleid hilft dir, das Foto zeitlich einzuordnen.
Ein Sonderfall sind die gemieteten Flugzeuge der Spätphase. Manche flogen in Mischlackierungen, etwa eine DC-10-10 von World Airways in einem hybriden Schema. Wie du solche Übergangsfarben liest, erklärt der Artikel über Hybrid- und Mischlackierungen.
Achtung Verwechslung
Spantax, Spanair und Aviaco tauchen in Sammlungen gern durcheinander auf. Spanair wurde erst 1986 gegründet und flog bis 2012, Aviaco war die staatliche Schwester von Iberia. Spantax war dagegen privat und endete schon 1988.
Spantax und die spanische Charterbranche
Spantax war Teil einer ganzen Generation spanischer Ferienflieger. Neben der staatlichen Aviaco teilten sich private Gesellschaften den Markt, später kamen Anbieter wie Air Europa, Futura International Airways und Spanair dazu. Mit Iberia arbeitete Spantax gelegentlich zusammen, etwa auf der Strecke nach Melilla oder bei Charterflügen nach Venezuela.
Die wichtigsten Bühnen waren die Ferienflughäfen: Palma de Mallorca, Gran Canaria, Teneriffa und Málaga an der Costa del Sol. Wer die Flughäfen heute besucht, findet in den Spotter-Guides für Mallorca und die Kanaren die besten Standorte – Spantax ist dort zwar Geschichte, der Charterverkehr aus Nordeuropa aber geblieben.
Das Ende 1988
Nach der Ölkrise 1979 stiegen die Kosten, gleichzeitig wurde der europäische Chartermarkt immer härter umkämpft. Die Flotte war alt, und das Unglück von Málaga beschädigte den Ruf. 1986 lähmten Streiks von Piloten und Technikern den Betrieb, und der spanische Staat übernahm angesichts hoher Schulden die Kontrolle.
Im April 1987 kaufte die Aviation Finance Group aus Luxemburg die Airline. Zwar kamen im Herbst 1987 noch zwei geleaste MD-83, doch die Refinanzierung und die weitere Flottenerneuerung scheiterten. Als ein möglicher Investor absprang, stellte Spantax am 29. März 1988 den Flugbetrieb ein. Rund 7.000 Fluggäste saßen in ganz Europa fest. Spantax reiht sich damit in eine lange Liste großer Airline-Pleiten in Europa ein.
Gute Chancen auf Spantax-Material, wenn …
- du Archive von Spottern aus den 1970er- und 1980er-Jahren durchsiehst
- die Fotos an Ferienflughäfen in Spanien oder an Flughäfen in Skandinavien, Deutschland und Großbritannien entstanden sind
- Convair 990, DC-8 oder DC-10 mit EC-Kennzeichen zu sehen sind
Genauer prüfen, wenn …
- das Flugzeug fremde oder gemischte Farben trägt – das können Leasing-Maschinen sein
- der Titel nur teilweise lesbar ist und Spanair infrage kommt
Sicher keine Spantax, wenn …
- das Foto nach März 1988 im regulären Flugbetrieb entstanden ist
Häufige Verwechslungen
- Spantax und Spanair gleichsetzen – zwei verschiedene Airlines, Spanair startete erst 1986 neu.
- BX heute für Spantax halten – der IATA-Code ist inzwischen anders vergeben.
- Jede Convair 990 Spantax zuordnen – auch American Airlines, Swissair und andere flogen den Typ.
- DC-8-61 und DC-8 der frühen Serien verwechseln – die -61 hat einen deutlich längeren Rumpf.
- Leasing-Maschinen als eigene Flotte notieren – in der Spätphase flogen viele gemietete Flugzeuge mit.
Historische Sichtungen teilen
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Fazit
Spantax steht für die wilden Anfangsjahre des Massentourismus: ein Lufttaxi aus Gran Canaria, das zur großen Charterairline wurde, Urlauber mit der Convair 990 nach Spanien brachte und später mit DC-8 und DC-10 über den Atlantik flog. Schwere Unglücke, eine alternde Flotte und finanzielle Probleme führten 1988 zum Ende. Für Sammler ist Spantax heute ein Juwel in jedem Archiv – vor allem, wenn eine Coronado mit EC-Kennzeichen auf dem Bild ist.
Kurzfazit
Spantax (IATA BX, ICAO BXS) war eine historische spanische Charterairline (1959–1988) mit Basen auf Gran Canaria und Mallorca. Bekannt wurde sie durch ihre große Convair-990-Flotte – und tragisch durch das DC-10-Unglück von Málaga 1982.
Zusammenfassung
- Spantax wuchs vom Lufttaxi für Ölsucher in der Sahara zu einer der großen Charterairlines Europas, die Urlauber aus dem Norden nach Mallorca und auf die Kanaren flog.
- Für Spotter und Sammler ist sie vor allem die Airline der Convair 990 – kaum ein anderer Betreiber flog den schnellen Vierstrahler so lange und in so großer Zahl.
- Auf alten Fotos ordnest du Spantax-Maschinen über das EC-Kennzeichen, den Typ und die Lackierungsgeneration ein.
- Das Ende kam 1988, nach Jahren mit veralteter Flotte, Schulden und dem Imageschaden durch das Unglück von Málaga.
Häufige Fragen
Welchen IATA- und ICAO-Code hatte Spantax?
Spantax flog mit dem IATA-Code BX und dem ICAO-Code BXS, im Funk lautete das Rufzeichen „SPANTAX“. Der IATA-Code BX ist heute an eine andere Airline vergeben – bei alten Flugplänen und Tickets hilft deshalb immer die Jahreszahl.
Wann gab es Spantax?
Gegründet wurde Spantax am 6. Oktober 1959, den Flugbetrieb stellte die Airline am 29. März 1988 ein. Spantax ist also eine historische Gesellschaft – heute fliegt kein Flugzeug mehr unter diesem Namen.
Was bedeutet der Name Spantax?
Spantax ist die Kurzform von Spanish Air Taxi. Der Name erinnert an die Anfänge: Die ersten Flüge brachten Geologen und Techniker von Gran Canaria zu Ölsuch-Projekten in der Sahara und in Spanisch-Westafrika.
Warum ist Spantax mit der Convair 990 verbunden?
Spantax übernahm ab 1967 gebrauchte Convair 990 von American Airlines und später von Swissair und baute damit eine der größten Flotten dieses Typs auf. Die Coronado war schnell, aber durstig – für Charterflüge mit vollen Maschinen nach Spanien passte sie dennoch lange gut. Die letzten Exemplare waren noch Mitte der 1980er-Jahre im Einsatz.
Was geschah beim Spantax-Unglück in Málaga 1982?
Am 13. September 1982 brach die Besatzung der DC-10-30CF EC-DEG (Flug 995 nach New York) den Start in Málaga nach starken Vibrationen ab – erst jenseits der Entscheidungsgeschwindigkeit und mit hoher Geschwindigkeit. Das Flugzeug schoss über das Bahnende hinaus, querte eine Straße und geriet in Brand. 50 der 394 Menschen an Bord starben. Ursache der Vibrationen war ein geplatzter, runderneuerter Reifen am Bugfahrwerk.
Warum ging Spantax 1988 pleite?
Mehrere Gründe kamen zusammen: hohe Treibstoffpreise nach der Ölkrise, harte Konkurrenz im europäischen Chartermarkt, eine alte Flotte, Schulden beim spanischen Staat und Streiks. 1987 übernahm die Aviation Finance Group aus Luxemburg die Airline, doch Flottenerneuerung und Refinanzierung scheiterten. Am 29. März 1988 war Schluss.
Kann man heute noch Spantax-Flugzeuge sehen?
Im Flugbetrieb nicht mehr. Spantax-Maschinen begegnen dir heute vor allem auf historischen Fotos, in Archiven und in Sammlungen von Spottern, die in den 1970er- und 1980er-Jahren an Ferienflughäfen und in Mitteleuropa fotografiert haben.
Spantax im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
Convair CV-990 Coronado
Vier Triebwerke, markante „Karotten“ auf den Flügeln und ein Geschwindigkeitsrekord: Die Convair CV-990 Coronado war der schnellste Linienjet ihrer Zeit – und ein teurer Flop. So erkennst du den Swissair-Klassiker.
FlugzeugtypMcDonnell Douglas DC-10
Zwei Triebwerke unter den Flügeln, das dritte mitten im Seitenleitwerk: Die DC-10 war einer der ersten Großraumjets und flog auch für Lufthansa und Condor. Heute ist sie eine Rarität – so erkennst du sie.
FlugzeugtypDouglas DC-8
Mit der DC-8 stieg Douglas ins Jetzeitalter ein: vier Triebwerke, gepfeilter Flügel und später ein Rumpf von über 57 Metern. Hier liest du, wie sich die Serien unterscheiden, warum die Super Sixty so berühmt wurde und wo du eine der letzten DC-8 noch erwischst.
FlugzeugtypDouglas DC-7
Nonstop quer durch die USA, ohne Zwischenstopp über den Atlantik und über den Nordpol nach Tokio: Die Douglas DC-7 war der schnellste und letzte Kolbenmotor-Airliner von Douglas – und zugleich der kurzlebigste. Hier erfährst du, wie du DC-7, DC-7B und DC-7C unterscheidest und wo du die seltenen Überlebenden heute noch findest.
FlugzeugtypMcDonnell Douglas DC-9
Zwei Triebwerke am Heck, das Höhenleitwerk oben auf der Flosse: Die DC-9 prägte ab 1965 die Kurzstrecke in Europa und den USA. So erkennst du die Serien 10 bis 50 und trennst sie von MD-80, 717 und One-Eleven.
FlugzeugtypBoeing 737-200
Schlanke Zigarren-Triebwerke unter dem Flügel, eine Kufe am Bugrad und Luftdüsen vor dem Einlauf: Die 737-200 ist der Jet, der auf Schotter landet. Hier erfährst du, wie die -200 und die -200 Advanced entstanden, woran du sie erkennst und wo sie heute noch fliegt.
Weitere Airlines
Aviaco
Historische spanische Inlands- und Charterairline (1948–1999) aus Bilbao und später Madrid. Aviaco flog die Nebenstrecken neben Iberia, prägte mit DC-9 und MD-88 die spanischen Flughäfen und ging am 1. September 1999 in Iberia auf.
NetzwerkIberia
Die spanische Netzwerk-Airline aus Madrid: 1927 gegründet, Drehkreuz Barajas mit Terminal 4, Teil der International Airlines Group, Mitglied von oneworld und Erstkunde der Airbus A321XLR.
CharterFutura International Airways
Historische Charterairline aus Palma de Mallorca: 1989 im Umfeld von Aer Lingus gegründet, groß geworden mit Urlaubsflügen von den Britischen Inseln nach Spanien, durchgehend mit Boeing 737 unterwegs – und im September 2008 am Boden.
NetzwerkSpanair
Historische spanische Airline: 1986 von SAS und spanischen Investoren gegründet, lange eine der großen MD-80-Betreiberinnen Europas, ab 2003 in der Star Alliance – und im Januar 2012 über Nacht am Boden.
NetzwerkAir Europa
Spaniens private Netzwerk-Airline von Mallorca: Drehkreuz Madrid-Barajas, SkyTeam-Mitglied, reine Boeing-Flotte aus 737 und 787 Dreamliner und ein starker Fokus auf Lateinamerika.
FerienfliegerWardair
Historische kanadische Airline (1953–1990): Max Ward machte aus einem einzelnen Otter-Buschflugzeug Kanadas größte internationale Charterairline – mit 747, Porzellangeschirr an Bord und Flugzeugen, die nach Buschpiloten benannt waren.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Flughafen Málaga-Costa del Sol
Das Tor zur Costa del Sol gilt als ältester durchgehend betriebener Flughafen Spaniens: zwei leicht gespreizte Bahnen, ein Terminal 3 mit eigenem Bahnhof, Ferienflieger aus ganz Europa im Minutentakt – und ein Luftfahrtmuseum direkt am Vorfeld.
FlughafenFlughafen Palma de Mallorca
Der Ferienflughafen schlechthin: Auf Mallorca landen im Sommer Hunderte Jets am Tag, ein großer Teil davon aus Deutschland, Großbritannien und der Schweiz. Zwei parallele Bahnen am Rand der Bucht von Palma, Anflüge übers Meer und eine bunte Mischung aus Low-Cost, Charter und Businessjets – nur eine offizielle Besucherterrasse gibt es nicht.
FlughafenFlughafen Gran Canaria
Ferienflughafen, Inseldrehkreuz und Luftwaffenbasis in einem: In Gando an der Ostküste von Gran Canaria landen Urlaubsjets aus ganz Europa, Binter-Turboprops im Minutentakt und die Kampfjets der Ala 46. Was du über Pisten, Passat und Spots wissen musst.
FlughafenFlughafen Teneriffa Nord
Der kleinere der beiden Flughäfen Teneriffas: eine Bahn auf 633 Metern Höhe, Nebel aus heiterem Himmel, die schwerste Katastrophe der Luftfahrtgeschichte von 1977 – und heute das Revier von Binter, Inselhüpfern und Festlandsflügen.
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