Spantax

Historische spanische Charterairline: 1959 als Lufttaxi auf Gran Canaria gegründet, mit einer der größten Convair-990-Flotten der Welt groß geworden und nach dem DC-10-Unglück von Málaga 1982 im März 1988 am Ende.

Auch bekannt als: Spantax S.A. · Spanish Air Taxi · Spanish Air Taxi Líneas Aéreas · BX

SpanienSpanienCharter & Wet-LeaseIATA: BXICAO: BXS11 Min. Lesezeit

BX

IATA-Code

BXS

ICAO-Code

1959–1988

Jahre im Flugbetrieb

CV-990

Markenzeichen-Typ der Flotte

Das Wichtigste in Kürze

  • Spantax war eine spanische Charterairline von 1959 bis 1988 mit Basen auf Gran Canaria und Mallorca.
  • Codes: IATA BX, ICAO BXS, Rufzeichen „SPANTAX“.
  • Spantax betrieb eine der größten Convair-990-Flotten überhaupt und flog die Coronado bis Mitte der 1980er-Jahre.
  • Schwere Unglücke prägen die Geschichte: Teneriffa 1972 (155 Tote) und der DC-10-Startabbruch in Málaga 1982 (50 Tote).
  • Am 29. März 1988 stellte Spantax den Flugbetrieb ein – nach Ölkrise, Konkurrenz, Streiks und gescheiterter Sanierung.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Spantax im Überblick
  2. 2.Die Geschichte in Etappen
  3. 3.Codes und Rufzeichen
  4. 4.Die Flotte von Spantax
  5. 5.Unfälle und Zwischenfälle
  6. 6.Woran du Spantax auf alten Fotos erkennst
  7. 7.Spantax und die spanische Charterbranche
  8. 8.Das Ende 1988
  9. 9.Häufige Verwechslungen
  10. 10.Fazit

Steckbrief

IATA-CodeBX
ICAO-CodeBXS
RufzeichenSPANTAX
DrehkreuzeLPA, PMI
StatusHistorisch – Flugbetrieb am 29. März 1988 eingestellt
Gegründet6. Oktober 1959 als Spanish Air Taxi Líneas Aéreas
GründerRodolfo Bay Wright (Ex-Iberia-Pilot) und Marta Estades Sáez (Ex-Iberia-Flugbegleiterin)
SitzMadrid
BasenGran Canaria (LPA) und Palma de Mallorca (PMI)
GeschäftsmodellCharterflüge für den Pauschaltourismus nach Spanien, später auch Transatlantik-Charter
Prägende TypenDouglas DC-7C, Convair 990 Coronado, DC-8-61, DC-9, DC-10-30, Boeing 737-200
Größe 1980rund 1.170 Beschäftigte und gut 2 Millionen Fluggäste im Jahr
EndeNach Verkauf an die Aviation Finance Group (Luxemburg) 1987 und gescheiterter Sanierung; rund 7.000 Fluggäste saßen fest

Woran du die Airline erkennst

Ist das wirklich Spantax?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Schriftzug „Spantax“ am Rumpf – nicht mit Spanair verwechseln
  • Spanische Kennzeichen mit EC- am Heck, z. B. EC-BZO (Convair 990) oder EC-DEG (DC-10)
  • Typisch für die 1970er: die schlanke Convair 990 mit vier Triebwerken und den markanten Stoßkörpern auf der Flügelhinterkante
  • Auf der Langstrecke gestreckte DC-8-61 und ab 1978 die dreistrahlige DC-10
  • Mehrere Lackierungsgenerationen: 1983 führte Spantax ein neues Farbschema ein, Mischformen tauchen auf Fotos aus der Übergangszeit auf
  • Leasing-Flugzeuge flogen teils in fremden oder halb umlackierten Farben – Kennzeichen und Titel genau prüfen

Wer alte Dia-Kästen von Spottern aus den 1970er-Jahren durchsieht, stößt früher oder später auf einen Namen: Spantax. Die spanische Charterairline flog Urlauber aus ganz Europa nach Mallorca und auf die Kanaren – und das lange mit einem Flugzeug, das sonst kaum noch jemand einsetzte: der Convair 990 Coronado. Spantax war bunt, laut und schnell gewachsen, aber auch von schweren Unglücken geprägt. Diese Seite zeigt dir, wie die Airline entstand, welche Flugzeuge sie flog und wie du Spantax-Maschinen auf historischen Fotos sicher einordnest.

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Spantax im Überblick

Spantax war eine historische spanische Charterairline, die vom 6. Oktober 1959 bis zum 29. März 1988 existierte. Der Name ist eine Abkürzung von „Spanish Air Taxi“. Gegründet haben sie zwei ehemalige Iberia-Leute: der Pilot Rodolfo Bay Wright und die Flugbegleiterin Marta Estades Sáez. Formal saß das Unternehmen in Madrid, operativ spielte sich das Geschäft aber vor allem auf den Inseln ab – zuerst auf Gran Canaria, später auch in Palma de Mallorca.

Das Geschäftsmodell folgte dem Boom des Pauschaltourismus. Reiseveranstalter in Nordeuropa brauchten Kapazität, um ihre Gäste an Spaniens Strände zu bringen, und Spantax lieferte die Flugzeuge dazu. Was der Unterschied zwischen solchen Charterflügen und dem klassischen Linienverkehr ist, erklärt der Artikel Charterflug und Linienflug. Später kamen Transatlantik-Charter in die USA, nach Kanada und Venezuela hinzu, 1983 sogar Flüge nach Japan über die Polroute mit Zwischenstopp in Anchorage.

Im Jahr 1980 beschäftigte Spantax knapp 1.170 Menschen und beförderte gut zwei Millionen Fluggäste. Damit gehörte die Airline zeitweise zu den großen Charterairlines Europas.

BXIATA-Code in der Flugnummer
BXSICAO-Code der Airline
EC-Kennzeichen-Präfix der Flotte

Die Geschichte in Etappen

1959

Gründung als Lufttaxi auf Gran Canaria. Mit kleinen Zweimots wie Airspeed Consul und Oxford fliegt Spantax Geologen und Techniker zu Ölsuch-Projekten in die Sahara.

1961–1963

Zwei DC-3 von Swissair eröffnen Touristenflüge zwischen den Kanarischen Inseln. 1963 kommt die viermotorige DC-7C für Flüge nach Großbritannien und ins übrige Europa.

1966

Spantax setzt als erste spanische Airline die Fokker F27 ein. In den 1960er-Jahren verlagert sich der Schwerpunkt nach Palma de Mallorca.

1967–1975

Die Convair 990 kommt: zuerst gebraucht von American Airlines, 1975 weitere Exemplare von Swissair. 1973 und 1974 ergänzen gestreckte DC-8-61 und kurze DC-9 die Flotte.

1978

Mit der DC-10-30 übernimmt Spantax im Oktober ihr erstes Großraumflugzeug, zunächst für Charterflüge in die USA.

1982

Am 13. September verunglückt die DC-10 EC-DEG beim Startabbruch in Málaga. 50 Menschen sterben.

1983–1984

Neue Lackierung, Boeing 737-200 ersetzen die DC-9. Spantax fliegt ab Palma auch direkt in finnische Städte.

1986–1988

Streiks und Schulden belasten die Airline, 1987 folgt der Verkauf nach Luxemburg. Am 29. März 1988 stellt Spantax den Flugbetrieb ein.

Codes und Rufzeichen

  • IATA-Code BX: stand in der Flugnummer, also auf Tickets, Flugplänen und Anzeigetafeln.
  • ICAO-Code BXS: wurde im Flugplan der Flugsicherung verwendet.
  • Rufzeichen SPANTAX: so meldeten sich die Besatzungen im Funk.

Alte Codes richtig lesen

IATA-Codes werden nach dem Ende einer Airline neu vergeben. Wenn du heute auf einem Tracker „BX“ siehst, hat das nichts mit Spantax zu tun. Notiere bei historischen Belegen deshalb immer das Jahr – dann bleibt die Zuordnung eindeutig.

Die Flotte von Spantax

Spantax hat in ihrer Geschichte auffallend viele unterschiedliche Typen geflogen. Vom kleinen Lufttaxi bis zum Großraumjet war fast alles dabei, was in drei Jahrzehnten Charterluftfahrt eine Rolle spielte. Die wichtigsten Typen im Überblick:

Typ Zeitraum (ungefähr) Einsatz Spotter-Hinweis
Douglas DC-3 / C-47 ab 1960 Inselverkehr auf den Kanaren Zweimotoriger Spornradler der Anfangsjahre
Douglas DC-7C ab 1963 Charter nach Großbritannien und Europa Letzte große Kolbenmotor-Generation, vier Sternmotoren
Fokker F27 Friendship ab 1966 Kurzstrecke Schulterdecker mit zwei Turboprops
Convair 990 Coronado 1967 bis Mitte der 1980er Rückgrat im Europa-Charter Vier Triebwerke, Stoßkörper auf den Flügeln
DC-8-61 ab 1973 Transatlantik-Charter Stark gestreckter Rumpf, vier Triebwerke unter den Flügeln
DC-9 (u. a. DC-9-14) 1974 bis 1984 Kurz- und Mittelstrecke Hecktriebwerke, T-Leitwerk
DC-10-30 / DC-10-10 ab 1978 Langstrecke, große Charterketten Drittes Triebwerk im Seitenleitwerk
Boeing 737-200 ab 1983 Ersatz für die DC-9 Kurzer Rumpf, schlanke Triebwerke unter dem Flügel
McDonnell Douglas MD-83 1987/1988 Zwei geleaste Maschinen ab Herbst 1987 Kamen erst kurz vor dem Ende

Dazu kamen Typen wie DC-4, DC-6, de Havilland Canada Twin Otter und eine einzelne Dash 7, die Spantax im Auftrag von Iberia auf der Strecke Málaga–Melilla einsetzte. In der Spätphase flogen außerdem gemietete Maschinen mit: Boeing 737 von Sabena sowie Großraumjets von Malaysia Airline System, darunter zwei Boeing 747.

Die Convair 990 – das Markenzeichen

Die Convair CV-990 Coronado war ursprünglich für US-Linienairlines gebaut worden, verkaufte sich aber schlecht. Für Spantax war genau das eine Chance: Ab 1967 übernahm die Airline gebrauchte Exemplare von American Airlines, bis 1972 folgten weitere, 1975 noch einmal vier ehemalige Maschinen der Swissair. Damit flog Spantax eine der größten 990-Flotten überhaupt – je nach Quelle gilt sie als größter oder zweitgrößter Betreiber des Typs.

Die Coronado war für ihre Zeit sehr schnell und erkennbar an den Stoßkörpern („Antishock bodies“) auf der Flügelhinterkante. Spantax ließ die Triebwerke in den 1970ern mit raucharmen Brennkammern nachrüsten. 1979 waren noch zwölf Exemplare im Dienst, 1983 noch fünf, und noch 1986 ist mit EC-BZO eine Spantax-990 auf Fotos dokumentiert.

DC-8 und DC-10 für die Langstrecke

Für Charterflüge über den Atlantik setzte Spantax ab 1973 die gestreckte Douglas DC-8 in der Version -61 ein. Im Oktober 1978 kam mit der McDonnell Douglas DC-10 das erste Großraumflugzeug. Die erste DC-10, EC-DEG, war eine DC-10-30CF und wurde 1982 in Málaga zerstört. Danach flogen bei Spantax nacheinander mehrere geleaste und gekaufte DC-10, unter anderem ab 1984 eine ehemalige Swissair-Maschine. Hersteller dieser Typen ist McDonnell Douglas.

Klassiker auf der Wunschliste

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Unfälle und Zwischenfälle

Die Geschichte von Spantax ist eng mit mehreren schweren Unglücken verbunden. Sie gehören zur Airline dazu und erklären auch, warum ihr Ruf in den 1980er-Jahren litt.

  • 7. Dezember 1965, Teneriffa: Eine DC-3 stürzt nach dem Start in Los Rodeos auf dem Weg nach Las Palmas ab. Alle 32 Insassen, überwiegend skandinavische Touristen, sterben.
  • 5. Januar 1970: Eine Convair 990 verunglückt bei einem Überführungsflug von Stockholm-Arlanda nach Zürich, der mit nur drei laufenden Triebwerken stattfindet. Fünf der zehn Besatzungsmitglieder kommen ums Leben.
  • 3. Dezember 1972, Teneriffa: Flug 275, eine Convair 990 nach München, stürzt bei fast null Sicht kurz nach dem Start in Los Rodeos ab. Alle 155 Menschen an Bord sterben – damals der schwerste Unfall einer spanischen Airline. Mehr zur schwierigen Lage dieses Flughafens findest du auf der Seite zum Flughafen Teneriffa Nord und im Artikel zur Katastrophe von Teneriffa 1977.
  • 5. März 1973, über Nantes: Während eines Fluglotsenstreiks in Frankreich kollidiert eine Spantax-Coronado in der Luft mit einer Iberia-DC-9. Die Convair verliert einen Teil des Flügels, landet aber sicher; alle 68 Menschen in der Iberia-Maschine sterben.
  • 4. April 1978, Köln/Bonn: Eine Convair 990 landet mit eingefahrenem Fahrwerk. Der Flügel fängt Feuer, doch alle 146 Insassen überleben.

Das Unglück von Málaga 1982

Das folgenreichste Ereignis war der Unfall von Flug 995 am 13. September 1982 am Flughafen Málaga. Die DC-10-30CF EC-DEG rollte mit 394 Menschen an Bord zum Start in Richtung New York. Kurz vor der Entscheidungsgeschwindigkeit V1 setzten starke Vibrationen ein. Die Besatzung startete zunächst weiter, brach dann aber bei rund 175 Knoten ab – deutlich oberhalb von V1 und bereits über der Rotationsgeschwindigkeit.

Auf der verbleibenden Bahn konnte das Flugzeug nicht mehr anhalten. Es rammte Anflugbefeuerung und ILS-Anlagen, durchbrach den Zaun, überquerte die Straße nach Torremolinos, traf Fahrzeuge und kam an einem landwirtschaftlichen Gebäude zum Stehen. Treibstoff fing Feuer. 50 Menschen starben, die meisten an Rauchgasen im hinteren Rumpf, wo nur eine Tür nutzbar war.

Die spanische Unfalluntersuchung fand die Ursache am Bugfahrwerk: Ein runderneuerter Reifen hatte sich aufgelöst und war geplatzt. Die Entscheidung zum Startabbruch bewertete sie angesichts der Informationen und des damals auf Triebwerksausfälle ausgerichteten Trainings als nachvollziehbar. Die Empfehlungen betrafen unter anderem das Training für andere Probleme beim Start und den Umgang mit Handgepäck bei Evakuierungen.

Respekt vor den Opfern

Bei historischen Unfällen geht es um Menschen. Wenn du Archivfotos von verunglückten Flugzeugen teilst, ordne sie sachlich ein und verzichte auf reißerische Kommentare.

Woran du Spantax auf alten Fotos erkennst

Weil Spantax längst nicht mehr fliegt, begegnet sie dir heute fast nur noch auf Archivbildern. Einige Merkmale helfen beim Einordnen:

Titel lesen

Der Schriftzug „Spantax“ am Rumpf ist das sicherste Merkmal. Achte darauf, ihn nicht mit „Spanair“ zu verwechseln.

Kennzeichen prüfen

Die eigene Flotte trug spanische EC-Kennzeichen. Bekannte Beispiele sind EC-BZO (Convair 990), EC-CZE (DC-8-61) und EC-DEG (DC-10-30CF).

Typ bestimmen

Convair 990 und DC-8 erkennst du an vier Triebwerken, DC-9 an den Hecktriebwerken, DC-10 am Triebwerk im Seitenleitwerk.

Jahr eingrenzen

Spantax wechselte mehrfach das Farbschema; 1983 kam eine neue Lackierung. Das Farbkleid hilft dir, das Foto zeitlich einzuordnen.

Ein Sonderfall sind die gemieteten Flugzeuge der Spätphase. Manche flogen in Mischlackierungen, etwa eine DC-10-10 von World Airways in einem hybriden Schema. Wie du solche Übergangsfarben liest, erklärt der Artikel über Hybrid- und Mischlackierungen.

Achtung Verwechslung

Spantax, Spanair und Aviaco tauchen in Sammlungen gern durcheinander auf. Spanair wurde erst 1986 gegründet und flog bis 2012, Aviaco war die staatliche Schwester von Iberia. Spantax war dagegen privat und endete schon 1988.

Spantax und die spanische Charterbranche

Spantax war Teil einer ganzen Generation spanischer Ferienflieger. Neben der staatlichen Aviaco teilten sich private Gesellschaften den Markt, später kamen Anbieter wie Air Europa, Futura International Airways und Spanair dazu. Mit Iberia arbeitete Spantax gelegentlich zusammen, etwa auf der Strecke nach Melilla oder bei Charterflügen nach Venezuela.

Die wichtigsten Bühnen waren die Ferienflughäfen: Palma de Mallorca, Gran Canaria, Teneriffa und Málaga an der Costa del Sol. Wer die Flughäfen heute besucht, findet in den Spotter-Guides für Mallorca und die Kanaren die besten Standorte – Spantax ist dort zwar Geschichte, der Charterverkehr aus Nordeuropa aber geblieben.

Das Ende 1988

Nach der Ölkrise 1979 stiegen die Kosten, gleichzeitig wurde der europäische Chartermarkt immer härter umkämpft. Die Flotte war alt, und das Unglück von Málaga beschädigte den Ruf. 1986 lähmten Streiks von Piloten und Technikern den Betrieb, und der spanische Staat übernahm angesichts hoher Schulden die Kontrolle.

Im April 1987 kaufte die Aviation Finance Group aus Luxemburg die Airline. Zwar kamen im Herbst 1987 noch zwei geleaste MD-83, doch die Refinanzierung und die weitere Flottenerneuerung scheiterten. Als ein möglicher Investor absprang, stellte Spantax am 29. März 1988 den Flugbetrieb ein. Rund 7.000 Fluggäste saßen in ganz Europa fest. Spantax reiht sich damit in eine lange Liste großer Airline-Pleiten in Europa ein.

Gute Chancen auf Spantax-Material, wenn …

  • du Archive von Spottern aus den 1970er- und 1980er-Jahren durchsiehst
  • die Fotos an Ferienflughäfen in Spanien oder an Flughäfen in Skandinavien, Deutschland und Großbritannien entstanden sind
  • Convair 990, DC-8 oder DC-10 mit EC-Kennzeichen zu sehen sind

Genauer prüfen, wenn …

  • das Flugzeug fremde oder gemischte Farben trägt – das können Leasing-Maschinen sein
  • der Titel nur teilweise lesbar ist und Spanair infrage kommt

Sicher keine Spantax, wenn …

  • das Foto nach März 1988 im regulären Flugbetrieb entstanden ist

Häufige Verwechslungen

  • Spantax und Spanair gleichsetzen – zwei verschiedene Airlines, Spanair startete erst 1986 neu.
  • BX heute für Spantax halten – der IATA-Code ist inzwischen anders vergeben.
  • Jede Convair 990 Spantax zuordnen – auch American Airlines, Swissair und andere flogen den Typ.
  • DC-8-61 und DC-8 der frühen Serien verwechseln – die -61 hat einen deutlich längeren Rumpf.
  • Leasing-Maschinen als eigene Flotte notieren – in der Spätphase flogen viele gemietete Flugzeuge mit.

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Fazit

Spantax steht für die wilden Anfangsjahre des Massentourismus: ein Lufttaxi aus Gran Canaria, das zur großen Charterairline wurde, Urlauber mit der Convair 990 nach Spanien brachte und später mit DC-8 und DC-10 über den Atlantik flog. Schwere Unglücke, eine alternde Flotte und finanzielle Probleme führten 1988 zum Ende. Für Sammler ist Spantax heute ein Juwel in jedem Archiv – vor allem, wenn eine Coronado mit EC-Kennzeichen auf dem Bild ist.

Kurzfazit

Spantax (IATA BX, ICAO BXS) war eine historische spanische Charterairline (1959–1988) mit Basen auf Gran Canaria und Mallorca. Bekannt wurde sie durch ihre große Convair-990-Flotte – und tragisch durch das DC-10-Unglück von Málaga 1982.

Zusammenfassung

  • Spantax wuchs vom Lufttaxi für Ölsucher in der Sahara zu einer der großen Charterairlines Europas, die Urlauber aus dem Norden nach Mallorca und auf die Kanaren flog.
  • Für Spotter und Sammler ist sie vor allem die Airline der Convair 990 – kaum ein anderer Betreiber flog den schnellen Vierstrahler so lange und in so großer Zahl.
  • Auf alten Fotos ordnest du Spantax-Maschinen über das EC-Kennzeichen, den Typ und die Lackierungsgeneration ein.
  • Das Ende kam 1988, nach Jahren mit veralteter Flotte, Schulden und dem Imageschaden durch das Unglück von Málaga.

Häufige Fragen

Welchen IATA- und ICAO-Code hatte Spantax?

Spantax flog mit dem IATA-Code BX und dem ICAO-Code BXS, im Funk lautete das Rufzeichen „SPANTAX“. Der IATA-Code BX ist heute an eine andere Airline vergeben – bei alten Flugplänen und Tickets hilft deshalb immer die Jahreszahl.

Wann gab es Spantax?

Gegründet wurde Spantax am 6. Oktober 1959, den Flugbetrieb stellte die Airline am 29. März 1988 ein. Spantax ist also eine historische Gesellschaft – heute fliegt kein Flugzeug mehr unter diesem Namen.

Was bedeutet der Name Spantax?

Spantax ist die Kurzform von Spanish Air Taxi. Der Name erinnert an die Anfänge: Die ersten Flüge brachten Geologen und Techniker von Gran Canaria zu Ölsuch-Projekten in der Sahara und in Spanisch-Westafrika.

Warum ist Spantax mit der Convair 990 verbunden?

Spantax übernahm ab 1967 gebrauchte Convair 990 von American Airlines und später von Swissair und baute damit eine der größten Flotten dieses Typs auf. Die Coronado war schnell, aber durstig – für Charterflüge mit vollen Maschinen nach Spanien passte sie dennoch lange gut. Die letzten Exemplare waren noch Mitte der 1980er-Jahre im Einsatz.

Was geschah beim Spantax-Unglück in Málaga 1982?

Am 13. September 1982 brach die Besatzung der DC-10-30CF EC-DEG (Flug 995 nach New York) den Start in Málaga nach starken Vibrationen ab – erst jenseits der Entscheidungsgeschwindigkeit und mit hoher Geschwindigkeit. Das Flugzeug schoss über das Bahnende hinaus, querte eine Straße und geriet in Brand. 50 der 394 Menschen an Bord starben. Ursache der Vibrationen war ein geplatzter, runderneuerter Reifen am Bugfahrwerk.

Warum ging Spantax 1988 pleite?

Mehrere Gründe kamen zusammen: hohe Treibstoffpreise nach der Ölkrise, harte Konkurrenz im europäischen Chartermarkt, eine alte Flotte, Schulden beim spanischen Staat und Streiks. 1987 übernahm die Aviation Finance Group aus Luxemburg die Airline, doch Flottenerneuerung und Refinanzierung scheiterten. Am 29. März 1988 war Schluss.

Kann man heute noch Spantax-Flugzeuge sehen?

Im Flugbetrieb nicht mehr. Spantax-Maschinen begegnen dir heute vor allem auf historischen Fotos, in Archiven und in Sammlungen von Spottern, die in den 1970er- und 1980er-Jahren an Ferienflughäfen und in Mitteleuropa fotografiert haben.

Spantax im Blick behalten

Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Flugzeugtypen in der Flotte

Flugzeugtyp

Convair CV-990 Coronado

Vier Triebwerke, markante „Karotten“ auf den Flügeln und ein Geschwindigkeitsrekord: Die Convair CV-990 Coronado war der schnellste Linienjet ihrer Zeit – und ein teurer Flop. So erkennst du den Swissair-Klassiker.

Flugzeugtyp

McDonnell Douglas DC-10

Zwei Triebwerke unter den Flügeln, das dritte mitten im Seitenleitwerk: Die DC-10 war einer der ersten Großraumjets und flog auch für Lufthansa und Condor. Heute ist sie eine Rarität – so erkennst du sie.

Flugzeugtyp

Douglas DC-8

Mit der DC-8 stieg Douglas ins Jetzeitalter ein: vier Triebwerke, gepfeilter Flügel und später ein Rumpf von über 57 Metern. Hier liest du, wie sich die Serien unterscheiden, warum die Super Sixty so berühmt wurde und wo du eine der letzten DC-8 noch erwischst.

Flugzeugtyp

Douglas DC-7

Nonstop quer durch die USA, ohne Zwischenstopp über den Atlantik und über den Nordpol nach Tokio: Die Douglas DC-7 war der schnellste und letzte Kolbenmotor-Airliner von Douglas – und zugleich der kurzlebigste. Hier erfährst du, wie du DC-7, DC-7B und DC-7C unterscheidest und wo du die seltenen Überlebenden heute noch findest.

Flugzeugtyp

McDonnell Douglas DC-9

Zwei Triebwerke am Heck, das Höhenleitwerk oben auf der Flosse: Die DC-9 prägte ab 1965 die Kurzstrecke in Europa und den USA. So erkennst du die Serien 10 bis 50 und trennst sie von MD-80, 717 und One-Eleven.

Flugzeugtyp

Boeing 737-200

Schlanke Zigarren-Triebwerke unter dem Flügel, eine Kufe am Bugrad und Luftdüsen vor dem Einlauf: Die 737-200 ist der Jet, der auf Schotter landet. Hier erfährst du, wie die -200 und die -200 Advanced entstanden, woran du sie erkennst und wo sie heute noch fliegt.

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