Das Wichtigste in Kürze
- IATA GOT, ICAO ESGG: zweitgrößter Flughafen Schwedens, 2025 mit rund 5,4 Millionen Passagieren.
- Eine Bahn, 03/21: rund 3.300 Meter lang, ausgerichtet von Südsüdwest nach Nordnordost – die Windrichtung entscheidet, von wo die Landungen kommen.
- Betreiber ist Swedavia, die staatliche Flughafengesellschaft, die auch Stockholm-Arlanda betreibt.
- Basen von Ryanair, Sunclass und TUI fly Nordic, dazu SAS und Zubringer zu den großen europäischen Drehkreuzen.
- Gespottet wird im Wald: Es gibt keinen offiziellen Besucherpunkt, aber mehrere bekannte Anhöhen und Lichtungen an der Bahn.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Steckbrief
- 2.Tätigkeitsfelder
- 3.Geschichte im Zeitraffer
- 4.Was du als Spotter wissen solltest
- 5.Stärken und Schwächen
- 6.Vom Stadtflughafen in den Wald
- 7.Eine Bahn, zwei Richtungen
- 8.Betriebsrichtung: 03 oder 21?
- 9.Wer in Landvetter fliegt
- 10.Langstrecke: selten, aber vorhanden
- 11.Fracht in Landvetter
- 12.Spotten in Landvetter: im Wald statt auf dem Hügel
- 13.Licht und Jahreszeiten
- 14.Anreise
- 15.Landvetter im skandinavischen Vergleich
- 16.Fazit
- 17.Häufige Fragen
Steckbrief
| IATA-Code | GOT |
|---|---|
| ICAO-Code | ESGG |
| Betreiber | Swedavia AB – staatliche schwedische Flughafengesellschaft, die auch Stockholm-Arlanda und weitere Flughäfen des Landes betreibt |
| Lage | Gemeinde Härryda in der Provinz Västra Götaland, rund 20 km Luftlinie ostsüdöstlich von Göteborg, auf etwa 154 m Höhe |
| Start- und Landebahn | Eine Bahn 03/21, rund 3.300 m lang und 45 m breit, Asphalt |
| Passagierterminal | Ein gemeinsames Terminal für In- und Auslandsflüge (seit 2014 zusammengelegt); eine Erweiterung um rund 200 m wurde 2023 offiziell eingeweiht |
| Basen | Ryanair, Sunclass Airlines und TUI fly Nordic; SAS nutzt Landvetter als Schwerpunktflughafen |
| Verkehr 2025 | Rund 5,4 Mio. Passagiere, davon der weit überwiegende Teil im Auslandsverkehr; 2019 waren es rund 6,7 Mio. |
| Fracht | Eigener Frachtbereich mit DHL-Terminal; reine Frachtflüge unter anderem von DHL und FedEx |
| Eröffnung | 3. Oktober 1977 durch König Carl XVI. Gustaf – als Nachfolger des Flughafens Torslanda |
| Anbindung | Flughafenbusse nach Göteborg (Nils Ericson Terminal in rund 30 Minuten), Autobahn Riksväg 40; bisher kein Bahnanschluss |
| Für Spotter relevant | Kein offizieller Spotterplatz, aber mehrere bekannte Punkte im Wald und auf Anhöhen rund um die Bahn |
| Offizielle Website | www.swedavia.com/landvetter |
Tätigkeitsfelder
Geschichte im Zeitraffer
Flughafen Göteborg-Landvetter aus Spotter-Sicht
Deine Checkliste für Flughafen Göteborg-Landvetter
- Die Betriebsrichtung vor dem Besuch geprüft – bei Südwestwind laufen Starts und Landungen Richtung 21, bei Nordostwind Richtung 03
- Eine Landung auf der 21 vom Hügel im Nordosten fotografiert
- Einen SAS-Jet am Schwerpunktflughafen Westschwedens erwischt
- Eine Ryanair-Boeing 737 an ihrer schwedischen Basis gesehen
- Einen Ferienflieger von Sunclass Airlines oder TUI fly Nordic fotografiert
- Einen der Zubringer zu den großen Drehkreuzen notiert – KLM, Lufthansa, Finnair oder Air France
- Einen Frachtflug oder einen Expressfrachter auf dem Vorfeld gesehen
- Das Kennzeichen jeder Sichtung notiert, nicht nur Airline und Typ
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- Nur eine Bahn – du musst dich nicht zwischen mehreren Pisten entscheiden
- Mehrere erhöhte Standpunkte an beiden Bahnenden, ohne Leiter nutzbar
- Abwechslungsreicher Europa-Mix aus Netzwerk-, Low-Cost- und Ferienairlines
- Ruhige, entspannte Atmosphäre im Vergleich zu großen Drehkreuzen
- Lange Sommerabende mit Licht bis spät in den Abend
Wo es hakt
- Kein offizieller Spotterplatz und kein Besucherhügel
- Die meisten Waldspots sind ohne Auto nur mit langen Fußwegen erreichbar
- Häufig Nebel, tiefe Wolken und Seitenwind auf der Anhöhe
- Im Winter steht die Sonne so tief, dass die Westseite über Monate im Gegenlicht liegt
- Deutlich weniger Verkehr und Großraumflugzeuge als in Kopenhagen oder Arlanda
Göteborg ist Schwedens zweitgrößte Stadt, und ihr Flughafen liegt nicht am Meer, sondern gut 20 Kilometer landeinwärts auf einer bewaldeten Anhöhe. Landvetter ist ein überschaubarer Platz mit nur einer Bahn und einem Terminal – und gerade deshalb angenehm für Spotter. Hier mischen sich SAS, Low-Cost-Airlines, skandinavische Ferienflieger und die Zubringer der großen europäischen Drehkreuze. Wer Wind, Wetter und Licht im Blick behält, findet rund um die Piste ruhige Spots im Wald, an denen man meist ganz für sich ist.
Dein GOT-Logbuch beginnt hier
Sichtungen mit Kennzeichen, Airline und Flugzeugtyp festhalten und später wiederfinden – genau dafür gibt es Planetrack. Die App startet bald, die Anmeldung zur Warteliste findest du unten auf dieser Seite.
Vom Stadtflughafen in den Wald
Bis in die 1970er-Jahre landete Göteborgs Luftverkehr in Torslanda im Westen der Stadt. Der Platz war zu klein für den wachsenden Verkehr, und so begann im Dezember 1973 der Bau eines neuen Flughafens in der Gemeinde Härryda östlich der Stadt. Das Gelände war alles andere als eben: Für die Anlage wurde ein See trockengelegt und eine gewaltige Menge Fels gesprengt. Am 3. Oktober 1977 eröffnete König Carl XVI. Gustaf den neuen Flughafen, der nach dem nahen Ort Landvetter benannt ist.
Ursprünglich war mehr als eine Bahn vorgesehen; eine zweite Piste wurde aber nie gebaut und steht nur langfristig in den Ausbauplänen. Dafür wuchs das Terminal mehrfach: In den 2010er-Jahren wurde der internationale Bereich umgebaut, 2014 verschmolzen In- und Auslandsterminal zu einem gemeinsamen Gebäude, und 2023 wurde eine rund 200 Meter lange Erweiterung mit zusätzlichen Gates offiziell eingeweiht, an der seit 2017 gebaut worden war.
Eine Besonderheit der Göteborger Luftfahrtgeschichte ist der zweite Flughafen: Ab 2001 nutzten vor allem Low-Cost-Airlines den früheren Militärflugplatz Säve im Norden der Stadt als Göteborg City Airport. Weil die Bahn dort saniert werden müsste, endete der Linienverkehr im Winter 2014/15 – und der komplette Verkehr konzentriert sich seitdem auf Landvetter.
Eine Bahn, zwei Richtungen
Das Layout ist so einfach, wie es an einem Verkehrsflughafen nur sein kann. Es gibt eine einzige Start- und Landebahn, 03/21, rund 3.300 Meter lang und 45 Meter breit. Sie verläuft von Südsüdwest nach Nordnordost. Das Terminal und die Vorfelder liegen östlich der Bahn, im Nordosten schließen sich Logistikflächen und die sogenannte Airport City an. Westlich der Piste beginnt fast unmittelbar der Wald.
| Bereich | Lage | Was du dort typischerweise siehst |
|---|---|---|
| Bahn 03/21 | Südsüdwest–Nordnordost | alle Starts und Landungen |
| Nordostende (21) | Richtung Logistikflächen und Airport City | Landungen auf der 21, Aufrollen zum Start auf der 21 |
| Südwestende (03) | im Wald, nahe Eskilsbyvägen | Landungen auf der 03 im Endanflug |
| Westseite | Waldgebiet entlang der Bahn | Starts und Landungen von der Seite |
| Vorfeld und Terminal | östlich der Bahn | abgestellte und rollende Maschinen, Frachtpositionen |
Weil es nur eine Bahn gibt, ist die Verkehrsdichte begrenzt. Laut den Daten für 2024 kamen auf das ganze Jahr rund 26.000 Landungen – im Schnitt also gut 70 pro Tag. Das klingt wenig, verteilt sich aber auf Wellen am Morgen, am Mittag und am Abend. Dazwischen kann es auch mal eine halbe Stunde ruhig sein. Die Spitzen findest du in den Abflug- und Ankunftstafeln oder live in einer Flugverfolgung; wie das funktioniert, erklärt der Beitrag zur Flugverfolgung mit ADS-B.
Betriebsrichtung: 03 oder 21?
Wie überall starten und landen die Flugzeuge gegen den Wind. Kommt der Wind aus Südwesten – an der schwedischen Westküste eine häufige Lage –, laufen Starts und Landungen in Richtung 21: Die Maschinen kommen von Nordosten herein und starten nach Südwesten. Bei Wind aus nördlichen bis nordöstlichen Richtungen dreht sich das Bild, dann gilt Richtung 03.
Für dich ist diese Frage entscheidend, weil sich die bekannten Spots stark auf ein Bahnende konzentrieren. Am falschen Ende siehst du die Starts nur noch hoch über dir, die Landungen gar nicht. Prüf deshalb am Vorabend und am Morgen die Windvorhersage und in einer Flugverfolgung, wie gerade geflogen wird. Grundlagen dazu findest du im Beitrag Betriebsrichtung am Flughafen verstehen, und mit Windy und anderen Wetterkarten schätzt du Wind und Wolken vorher ab.
Wetter im Blick behalten
Landvetter liegt höher als die Stadt und ist anfällig für Nebel, tiefe Wolken und kräftigen Seitenwind. Für Fotos ist das zweischneidig: Nebel kann einen Tag komplett ruinieren, Seitenwind liefert dagegen spannende Landungen. Was dabei im Cockpit passiert, erklärt der Beitrag über Seitenwindlandungen. In Planetrack siehst du Wetter, Wind und Pisten am Flughafen auf einen Blick.
Seit 2015 verfügt die Bahn über ein Instrumentenlandesystem der Kategorie CAT IIIb. Entsprechend ausgerüstete Flugzeuge können damit auch bei sehr geringer Sicht landen. Für dich heißt das: Der Verkehr läuft im Nebel oft weiter – nur sehen wirst du davon wenig.
Wer in Landvetter fliegt
Landvetter ist in erster Linie ein Flughafen für den Europaverkehr. Drei Airlines haben hier eine Basis: Ryanair sowie die skandinavischen Ferienflieger Sunclass Airlines und TUI fly Nordic. SAS nutzt Göteborg als Schwerpunktflughafen und verbindet die Stadt mit ihren Drehkreuzen in Kopenhagen, Oslo und Stockholm. Dazu kommt Norwegian mit Inlands- und Europaverbindungen.
Ein großer Teil des Verkehrs sind Zubringer zu den großen europäischen Umsteigeflughäfen. KLM fliegt nach Amsterdam, Lufthansa nach Frankfurt und München, Finnair nach Helsinki. Außerdem kommen Air France, British Airways, Turkish Airlines, Swiss, LOT, Eurowings, Pegasus und Wizz Air. Zu den meistgeflogenen Zielen zählten 2024 Stockholm, London, Frankfurt, Amsterdam und München.
| Airline-Gruppe | Beispiele | Typisches Flugzeugbild |
|---|---|---|
| SAS und skandinavische Airlines | SAS, Norwegian | Schmalrumpfjets der A320-Familie und Boeing 737, dazu Regionalflugzeuge |
| Basis-Airlines | Ryanair, Sunclass Airlines, TUI fly Nordic | Boeing 737 und Ferienjets |
| Drehkreuz-Zubringer | KLM, Lufthansa, Finnair, Air France, Swiss | Schmalrumpf- und Regionaljets |
| Low-Cost aus Ost- und Südeuropa | Wizz Air, Pegasus | Airbus A320-Familie |
| Langstrecke | SAS (New York-Newark, seit 2023), Etihad (ab Dezember 2026 angekündigt) | SAS setzte auf Newark den Schmalrumpfjet A321LR ein; Großraumflugzeuge sind hier selten |
| Fracht | DHL, FedEx | reine Frachtflugzeuge |
Welche Typen du konkret siehst, hängt vom Flugplan und von der Flottenplanung der Airlines ab. Typisch sind Boeing 737 wie die 737-800 und die 737 MAX 8 sowie Muster der A320-Familie, vom A319 bis zum A321neo. Wenn du die Airbus-Varianten noch verwechselst, hilft der Beitrag A318, A319, A320 und A321 sicher auseinanderhalten.
Seltene Gäste nicht verpassen
Mit Planetrack setzt du Typen, Airlines und Kennzeichen auf die Wunschliste deines Hangars und wirst bei Anflug oder Landung benachrichtigt – praktisch, wenn in Landvetter einmal ein Großraumjet oder eine Special Livery auftaucht. Die App startet bald – trag dich unten in die Warteliste ein.
Langstrecke: selten, aber vorhanden
Über Jahrzehnte gab es ab Göteborg keine Nonstop-Verbindung nach New York – die letzte endete 1984. Am 28. April 2023 nahm SAS dann eine Strecke nach New York-Newark auf, geflogen mit dem Langstrecken-Schmalrumpfjet A321LR. Im August 2026 hat außerdem Etihad Airways angekündigt, ab Dezember viermal pro Woche nach Abu Dhabi zu fliegen.
Für Spotter macht das einen Unterschied: An einem Flughafen, an dem fast nur Schmalrumpfjets landen, ist jedes Großraumflugzeug ein echter Höhepunkt. Welche Muster die Airlines tatsächlich einsetzen und wie oft sie fliegen, kann sich mit jedem Flugplan ändern – schau deshalb vor dem Besuch in die Ankunftstafel.
Fracht in Landvetter
Für Westschweden ist Landvetter auch ein wichtiger Frachtflughafen. Ein großer Teil der Fracht reist im Bauch der Passagierflugzeuge mit. Daneben gibt es reine Frachtflüge der Express-Integratoren: Swedavia hat 2015 mit DHL Express einen Vertrag über ein neues, deutlich größeres Frachtterminal geschlossen, und auch FedEx fliegt Göteborg an. Wie du Frachter und ihre Umbauversionen erkennst, steht im Beitrag Frachtflugzeuge erkennen; mehr zu den Konzernen dahinter liest du im Überblick über die Express-Integratoren DHL, FedEx und UPS.
Spotten in Landvetter: im Wald statt auf dem Hügel
Einen offiziellen Besucherhügel wie in München oder einen Spotterpavillon wie am Flughafen Stockholm-Arlanda gibt es in Landvetter nicht. Die Spotterszene hat sich stattdessen eine Handvoll Punkte rund um die Bahn erschlossen, die in Spotter-Guides beschrieben werden. Die meisten liegen im Wald oder auf Felskuppen, viele sind erhöht, sodass du über den Zaun hinweg fotografieren kannst – eine Leiter brauchst du in der Regel nicht.
Nordostende (Richtung 21): Auf einer Anhöhe bei den Logistikflächen nordöstlich der Bahn steht man gut für Landungen auf der 21 und für Flugzeuge, die zum Start auf der 21 aufrollen. Starts in Richtung 03 sind hier dagegen schon zu hoch. Licht gibt es vor allem morgens, im Winter ist das oft der beste Platz.
Westseite im Wald: Weiter westlich, auf der anderen Seite der Bahn, liegen Anhöhen und Felsen im Wald, von denen du Aufrollen und Landungen auf der 21 oder – etwa auf halber Bahnlänge – sogar alle Bewegungen sehen kannst. Diese Punkte sind abgelegen und nur über Waldwege erreichbar. Sie leben vom Nachmittags- und Abendlicht; im Winter erreicht die tiefe Sonne diese Seite kaum.
Südwestende (Richtung 03): Für Landungen auf der 03 nutzen Spotter eine Lichtung abseits des Eskilsbyvägen unter dem Anflug. Die Flugzeuge sind dort noch recht hoch, die Perspektive ist deshalb nicht ideal. Licht hast du hier vom Morgen bis Mittag.
Langzeitparkplatz: Vom Zaun am Langzeitparkplatz aus blickst du auf einen Teil der Abstellpositionen. Das ist der einzige Punkt, der vom Terminal aus gut zu Fuß erreichbar ist. Weil die Positionen beleuchtet sind, eignet er sich auch für Aufnahmen nach Sonnenuntergang – Tipps dazu stehen im Beitrag Flugzeuge nachts fotografieren.
Wind und Betriebsrichtung prüfen
Südwestwind heißt meist Richtung 21, Nordostwind Richtung 03. Danach entscheidest du, an welches Bahnende du fährst.
Nebel und Wolken checken
Landvetter ist recht nebelanfällig. Ein Blick auf Wetterkarte und Webcams spart dir den vergeblichen Weg.
Licht nach Seite planen
Die Ostseite funktioniert morgens, die Westseite nachmittags und abends. Im Winter liegt die Westseite über Monate im Gegenlicht.
Anreise klären
Für die Waldspots ist ein Auto fast unverzichtbar. Mit Regionalbussen geht es auch, aber nur mit längeren Fußwegen.
Proviant und Ausweis einpacken
An den Waldspots gibt es keine Versorgung. Einen Ausweis solltest du dabeihaben, falls die Flughafensicherheit nachfragt.
Wann die Sonne an welchem Bahnende steht, planst du am besten vorher – wie das geht, zeigt der Beitrag zum Sonnenstand am Fotospot. In Planetrack findest du außerdem auf der Spot-Karte Anreise, bestes Licht, Bewertungen und Community-Fotos zu den Standorten, und mit dem Sonnenstand-Planer siehst du, wann das Licht an deinem Spot stimmt.
Zaun, Notwege und Drohnen
Rund um den Flughafen führen Wald- und Rettungswege bis an den Zaun. Rettungszufahrten sind tabu, Absperrungen gelten ausnahmslos, und von den Anflugbefeuerungen hältst du Abstand. Spotter-Guides empfehlen, sich vor Ort telefonisch bei der Flughafensicherheit zu melden und Anweisungen der Wachleute zu folgen. Drohnen haben am Flughafen nichts verloren – im November 2025 musste der Luftraum wegen Drohnensichtungen zeitweise gesperrt werden. Was beim Spotten erlaubt ist, fasst der Beitrag Ist Planespotting erlaubt? zusammen.
Licht und Jahreszeiten
Die Lage im Süden Schwedens bedeutet starke Unterschiede zwischen Sommer und Winter. Im Sommer sind die Tage sehr lang, die Sonne wandert weit nach Norden, und du kannst bis spät in den Abend fotografieren. Die Westseite der Bahn liefert dann lange gutes Licht. Im Winter dagegen steht die Sonne so tief, dass die Westseite etwa von Anfang November bis Mitte Februar im Gegenlicht liegt. Dann ist die Ostseite am Morgen die bessere Wahl.
Hinzu kommt das Wetter. Der Flughafen gilt als recht nebelanfällig, und tiefe Wolken sind auf der Anhöhe keine Seltenheit. Wer nur einen Tag Zeit hat, sollte flexibel bleiben. Die beste Saison ist meist der Sommer mit stabilen Wetterlagen und langem Licht.
Anreise
Landvetter liegt direkt an der Autobahn Riksväg 40 zwischen Göteborg und Borås. Mit dem Auto erreichst du ihn aus der Innenstadt über die Autobahn, zu den Waldspots geht es über Nebenstraßen. Ohne Auto nimmst du einen der Flughafenbusse; bis zum Nils Ericson Terminal am Göteborger Hauptbahnhof brauchen sie rund 30 Minuten, nach Korsvägen etwa 20 Minuten. Daneben halten einige Fernbusse sowie regionale Buslinien in die umliegenden Orte.
Einen Bahnanschluss hat der Flughafen bisher nicht. Eine bestehende Bahnstrecke führt wenige Kilometer nördlich vorbei, ohne Halt am Flughafen. Das wird sich nach heutigem Stand erst mit der neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke von Göteborg nach Borås ändern, für die eine Station unter dem Flughafen vorgesehen ist. Nach heutiger Planung fahren dort die ersten Züge um das Jahr 2035.
Landvetter passt zu dir, wenn …
- du ruhige Spots ohne Gedränge suchst
- du skandinavische Airlines und Ferienflieger sammeln willst
- du mit dem Auto unterwegs bist und gern auch mal durch den Wald läufst
Bedingt geeignet, wenn …
- du ohne Auto anreist – dann bleiben meist nur der Parkplatz-Spot oder lange Fußwege
- du im Winter unterwegs bist und Nebel und Gegenlicht nicht riskieren willst
Eher woanders, wenn …
- du viele Großraumflugzeuge und Langstrecke suchst
- du einen offiziellen, ausgebauten Besucherbereich bevorzugst
Landvetter im skandinavischen Vergleich
Im Norden Europas ist Landvetter ein mittelgroßer Flughafen. Der Platzhirsch in Schweden ist der Flughafen Stockholm-Arlanda mit drei Bahnen, Langstrecke und offiziellem Spotterpavillon; beide Flughäfen gehören zu Swedavia. Auf der dänischen Seite des Öresunds liegt der Flughafen Kopenhagen, das größte SAS-Drehkreuz und für Spotter mit dem Flyvergrillen ein Klassiker – Tipps dazu gibt der Spotting-Guide für Kopenhagen. Der Flughafen Oslo ist das dritte Drehkreuz der SAS, die seit 2024 zu SkyTeam gehört.
Wer in Schweden zusätzlich Militärgeschichte sehen will, plant einen Abstecher zum Flygvapenmuseum bei Linköping ein. Für die erste Tour helfen dir außerdem die Ausrüstungs-Checkliste und der Beitrag Planespotting für Einsteiger.
Jeder Waldspot zählt
Beiträge mit Foto, Flugzeugtyp, Kennzeichen, Airline und Spot, dazu Spot-Karte, Sonnenstand-Planer und Community in einer App – das ist Planetrack. Planetrack startet bald. Die Warteliste findest du unten auf dieser Seite.
Fazit
Göteborg-Landvetter ist kein Flughafen der großen Superlative, sondern ein ehrlicher Regionalknoten mit einer Bahn, einem Terminal und einem bunten Europa-Mix. Für Spotter liegt der Reiz in der Ruhe: Du stehst im Wald oder auf einer Felskuppe, hörst die Triebwerke schon von Weitem und hast den Platz oft für dich allein.
Den Ausschlag geben Wind, Wetter und Licht. Wer vorher klärt, ob gerade auf der 03 oder der 21 geflogen wird, ob Nebel droht und an welcher Seite die Sonne steht, nimmt aus Landvetter mehr mit, als die überschaubaren Verkehrszahlen vermuten lassen.
Kurzfazit
GOT ist Schwedens zweitgrößter Flughafen mit einer Bahn, viel Europaverkehr und Basen von Ryanair, Sunclass und TUI fly Nordic. Offizielle Spotterplätze gibt es nicht, dafür ruhige Waldspots – plane nach Betriebsrichtung, Nebel und Licht, und nimm am besten das Auto.
Zusammenfassung
- Landvetter ist der Flughafen für Göteborg und Westschweden – deutlich kleiner als Arlanda, aber mit einem bunten Mix aus Europaverkehr, Low-Cost und Ferienfliegern.
- Mit nur einer Bahn ist das Layout simpel: Wer die Windrichtung kennt, weiß, an welchem Ende er stehen muss.
- Die Spots liegen im Wald und auf Anhöhen rund um die Piste, meist erreichst du sie am besten mit dem Auto.
- Wetter und Licht sind die eigentliche Herausforderung: Nebel, tiefe Wolken und die tiefe Wintersonne prägen die Bedingungen.
Häufige Fragen
Was sind die Codes des Flughafens Göteborg-Landvetter?
Der IATA-Code ist GOT, der ICAO-Code ESGG. GOT steht auf Tickets und Gepäckanhängern, ESGG nutzen Flugsicherung und Flugverfolgungsdienste.
Wie viele Start- und Landebahnen hat Landvetter?
Eine einzige: die Bahn 03/21 mit rund 3.300 Metern Länge und 45 Metern Breite. Je nach Wind wird in Richtung 03 (Nordnordost) oder 21 (Südsüdwest) gestartet und gelandet.
Wer betreibt den Flughafen?
Die staatliche schwedische Flughafengesellschaft Swedavia. Sie betreibt auch Stockholm-Arlanda, Bromma und weitere Flughäfen des schwedischen Grundnetzes.
Gibt es in Landvetter einen offiziellen Spotterplatz?
Einen ausgewiesenen Besucherhügel wie in München oder einen Spotterpavillon wie in Arlanda gibt es nicht. Spotter nutzen Anhöhen und Lichtungen rund um die Bahn sowie den Bereich am Langzeitparkplatz. Halte dich dort an Absperrungen und an die Anweisungen der Flughafensicherheit.
Welche Airlines fliegen nach Göteborg-Landvetter?
Neben SAS und den Basis-Airlines Ryanair, Sunclass Airlines und TUI fly Nordic fliegen unter anderem Norwegian, KLM, Lufthansa, Finnair, Air France, British Airways, Turkish Airlines, Swiss, Wizz Air, Pegasus, Eurowings und LOT. Das Angebot ändert sich mit jedem Flugplan.
Gibt es Langstreckenflüge ab Göteborg?
Nur wenige. SAS hat 2023 eine Nonstop-Verbindung nach New York-Newark aufgenommen, und Etihad Airways hat für Dezember 2026 Flüge nach Abu Dhabi angekündigt. Ob und wie oft eine Strecke gerade bedient wird, prüfst du am besten im aktuellen Flugplan.
Wie komme ich ohne Auto zum Flughafen?
Flughafenbusse verbinden Landvetter mit Göteborg und brauchen bis zum Nils Ericson Terminal am Hauptbahnhof rund 30 Minuten. Einen Bahnanschluss gibt es bisher nicht. Zu den Waldspots an der Bahn kommst du mit Regionalbussen nur mit längeren Fußwegen.
Sichtungen rund um Flughafen Göteborg-Landvetter sammeln
Foto mit Kennzeichen, Typ, Airline und Spot posten, Funde im Hangar sammeln und Likes und Kommentare aus der Community bekommen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Passende Airlines
Die Fluggesellschaften dazu – mit IATA- und ICAO-Code, Rufzeichen und Lackierung.
SAS Scandinavian Airlines
Die skandinavische Netzwerk-Airline mit dem blauen Leitwerk: 1946 von Dänemark, Norwegen und Schweden gegründet, drei Drehkreuze, seit 2024 bei SkyTeam statt in der Star Alliance – und eine Flotte mit Kennzeichen aus vier Ländern.
FR / RYRRyanair
Europas größte Low-Cost-Airline aus Irland: fast reine Boeing-737-Flotte, Punkt-zu-Punkt-Verkehr statt Drehkreuz und mehrere Schwestergesellschaften, die unter Ryanair-Flugnummern fliegen.
DY / NOZNorwegian Air Shuttle
Die skandinavische Low-Cost-Airline aus Fornebu bei Oslo: reine Boeing-737-Flotte, rote Nase, Porträts berühmter Persönlichkeiten am Leitwerk – und seit 2024 mit Widerøe unter einem Dach.
DK / VKGSunclass Airlines
Skandinaviens Ferienflieger aus Kopenhagen: Airbus A321 und A330-900neo, Flüge für Ving, Spies und Tjäreborg und eine Geschichte von Premiair über MyTravel bis Thomas Cook Scandinavia.
6B / BLXTUI fly Nordic
Der schwedische Ferienflieger der TUI Group: Wurzeln bei Transwede und Blue Scandinavia, Basen in Stockholm-Arlanda und Göteborg, eine winzige Flotte aus Boeing 737 MAX 8 und einer 787-9 – und ein Rufzeichen mit Geschichte.
KL / KLMKLM Royal Dutch Airlines
Die niederländische Netzwerk-Airline mit dem hellblauen Rumpf: 1919 gegründet, Drehkreuz Amsterdam-Schiphol, Teil von Air France-KLM und Mitglied von SkyTeam – mitten im Umbau von Boeing zu Airbus.
LH / DLHLufthansa
Deutschlands größte Airline und Kern der Lufthansa Group: Netzwerk-Airline mit den Drehkreuzen Frankfurt und München, Gründungsmitglied der Star Alliance.
AY / FINFinnair
Die finnische Netzwerk-Airline mit dem schlichten Weiß-Blau: 1923 als Aero gegründet, Drehkreuz Helsinki, oneworld-Mitglied und 2015 erste A350-Betreiberin Europas – mit einer Flotte, die du an der Kennzeichen-Reihe fast schon auswendig lernen kannst.
EY / ETDEtihad Airways
Die Airline aus Abu Dhabi: Etihad fliegt mit 787, A350-1000 und einer kleinen A380-Flotte über das Drehkreuz Zayed International und ist in Frankfurt, München und Düsseldorf regelmäßig zu sehen.
Typische Flugzeuge
Boeing 737-800
Das Arbeitspferd der Kurz- und Mittelstrecke: Die 737-800 ist die meistgebaute Version der 737 Next Generation und an vielen Flughäfen Europas ein Dauergast.
FlugzeugtypBoeing 737 MAX 8
Große LEAP-Triebwerke mit gezackten Gondelkanten, gegabelte Flügelspitzen und ein neu geformtes Heck: Die 737 MAX 8 ist die vierte Generation von Boeings Bestseller. So trennst du sie sicher von der 737-800.
FlugzeugtypAirbus A320neo
Die Neuauflage des Bestsellers: Die A320neo kombiniert die bewährte A320-Zelle mit einer neuen Triebwerksgeneration und ist heute an fast jedem großen Flughafen zu sehen.
FlugzeugtypAirbus A321neo
Der lange Bruder der A320neo: Die A321neo ist der größte Jet der Familie und fliegt als LR und XLR sogar über den Atlantik. So erkennst du sie und ihre Varianten.
FlugzeugtypAirbus A319
Kurz, kompakt und seit 1996 im Liniendienst: Die A319 ist das gestutzte Mitglied der A320-Familie. So trennst du sie sicher von A318, A320 und A319neo.
FlugzeugtypAirbus A220-300
Schlanker Rumpf, riesige Getriebefan-Triebwerke, große Fenster: Die A220-300 begann als Bombardier CS300 und ist heute bei Swiss, airBaltic und Air France Alltag. So erkennst du sie.
Spotting-Spots rund um Flughafen Göteborg-Landvetter
Spots, an denen du die passenden Flugzeuge regelmäßig vor die Linse bekommst – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
Spotterhügel am Flughafen Stockholm-Arlanda
Der offizielle Spotterplatz von Stockholm-Arlanda: ein Hügel mit kleinem Spotterhäuschen an der Navigatörsvägen, kostenlosem Parkplatz und Blick auf Landungen auf der 19L – erreichbar mit dem Auto oder dem Bus 806.
MuseumFlygvapenmuseum am Flugplatz Malmen bei Linköping
Am Flugplatz Malmen bei Linköping, wo Carl Cederström 1912 eine Flugschule gründete, zeigt das Flygvapenmuseum die Geschichte der schwedischen Luftwaffe: Saab-Jets von Tunnan über Lansen und Draken bis Viggen und Gripen, dazu Spitfire, MiG-15 und das Wrack der 1952 abgeschossenen DC-3.
Weitere Einträge
Flughafen Stockholm-Arlanda
Schwedens größter Flughafen liegt rund 40 Kilometer nördlich von Stockholm im Wald bei Märsta: drei Pisten in zwei Richtungen, ein Terminalsystem im Umbau, SAS als Hausherr – und ein offizieller Spotterpavillon, um den herum sich ein ganzes Netz an Fotopunkten gebildet hat.
FlughafenFlughafen Kopenhagen-Kastrup
Der größte Flughafen der nordischen Länder liegt auf Amager, acht Kilometer vom Rathausplatz entfernt: drei Pisten, ein Terminalkomplex mit Metro- und Zuganschluss, SAS als Hausherr – und mit dem Flyvergrillen ein Spotterplatz, der in Dänemark Kultstatus hat.
FlughafenFlughafen Oslo-Gardermoen
Norwegens Tor zur Welt liegt rund 35 Kilometer nördlich von Oslo auf einem alten Militärgelände: zwei parallele Nord-Süd-Bahnen, ein einziges Terminal mit Flytoget-Bahnhof, SAS, Norwegian und Widerøe als Hausherren – und ein Betreiber, der Spottern eigene Plätze ausweist.
FlughafenFlughafen Helsinki-Vantaa
Finnlands Tor zur Welt liegt 17 Kilometer nördlich der Hauptstadt in Vantaa: drei Pisten, ein zusammengewachsenes Terminal, Finnair mit A350-Flotte als Hausherr – und rund um den Zaun eine Reihe von Spotterpunkten, die du je nach Betriebsrichtung wechselst.
Passende Guides aus dem Blog
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