Das Wichtigste in Kürze
- Die CV-880 ist ein historischer Vierstrahler aus San Diego, gebaut, um schneller zu sein als Boeing 707 und Douglas DC-8.
- Kommerziell ein Misserfolg: Nur 65 Maschinen entstanden, General Dynamics verlor mit 880 und 990 Hunderte Millionen Dollar.
- Schnellster Erkennungsweg: schmaler Rumpf, vier schlanke Turbojets, keine Verkleidungen auf der Flügelhinterkante – die hat nur die CV-990.
- Bekannte Betreiber waren Delta, TWA, Northeast, Cathay Pacific, Japan Air Lines und VIASA.
- Heute nur noch im Museum: Die bekannteste erhaltene 880 ist Elvis Presleys „Lisa Marie“ in Graceland, Memphis.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die Convair CV-880?
- 2.Warum die 880 zum Flop wurde
- 3.Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
- 4.Die Versionen im Überblick
- 5.CV-880, CV-990 oder Boeing 720?
- 6.Die Betreiber der CV-880
- 7.Wo du die CV-880 heute noch siehst
- 8.Fototipps für den Museumsklassiker
- 9.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 10.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Convair, Sparte von General Dynamics (Endmontage in San Diego, Kalifornien) |
|---|---|
| Familie | CV-880 (Model 22), CV-880-M (Model 22M); Weiterentwicklung CV-990 Coronado |
| Entwicklungsbeginn | April 1956 |
| Erstflug | 27. Januar 1959 (ohne Prototyp, direkt mit einer Serienmaschine) |
| Indienststellung | Mai 1960 bei Delta Air Lines |
| Triebwerke | 4 × General Electric CJ805-3 (Turbojet, zivile Ableitung des J79), je rund 52 kN Schub |
| Länge | 39,42 m |
| Spannweite | 36,58 m |
| Höhe | rund 11 m |
| Sitzplätze | je nach Bestuhlung rund 88 bis 110, fünf Sitze pro Reihe |
| Reisegeschwindigkeit | rund 990 km/h |
| Reichweite | rund 4.400 bis 4.600 km (je nach Quelle und Version) |
| Max. Startgewicht | rund 84 t (Model 22) bzw. rund 88 t (880-M) |
| Cockpit | drei Personen inklusive Flugingenieur |
| Produktion | 65 Maschinen, Bau von 1959 bis Anfang der 1960er-Jahre |
| Status | Historisch – keine Maschine mehr lufttüchtig; erhalten sind Museumsstücke und Rumpfteile |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Vier schlanke, lange Triebwerksgondeln einzeln an Pylonen unter dem Flügel – reine Turbojets ohne dicken Fan-Einlauf
- Schmaler Rumpf mit nur fünf Sitzen pro Reihe – im Vergleich zu Boeing 707 und DC-8 wirkt die 880 zierlich
- Stark gepfeilte Flügel ohne die „Karotten“ auf der Hinterkante – diese großen Verkleidungen hat nur die CV-990
- Mit rund 39 m Länge deutlich kürzer als die Vierstrahler von Boeing und Douglas
- Kleiner Buckel oben auf dem Rumpf – ein Leitungskanal für die von der Behörde geforderte Zusatz-Instrumentierung
- Zu sehen nur noch als Museumsstück, Rumpfteil oder abgestelltes Wrack – nicht mehr im Flugbetrieb
Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein schlanker Vierstrahler mit schmalem Rumpf, vier dünnen Triebwerksröhren unter stark gepfeilten Flügeln und einem Ruf als schnellstes Verkehrsflugzeug seiner Zeit: Das ist die Convair CV-880. Anfang der 1960er-Jahre sollte sie Boeing und Douglas das Fürchten lehren, am Ende wurde sie zu einem der teuersten Flops der Luftfahrtgeschichte. Hier erfährst du, woran du die 880 erkennst, wie du sie von CV-990, Boeing 720 und 707 unterscheidest und wo du heute noch eine zu sehen bekommst.
Ein Jet-Klassiker für deinen Hangar
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Was ist die Convair CV-880?
Die CV-880 ist ein vierstrahliges Schmalrumpf-Verkehrsflugzeug aus der ersten Generation der Düsenverkehrsjets. Gebaut hat sie Convair in San Diego, damals eine Sparte des Rüstungs- und Technologiekonzerns General Dynamics. Convair war bis dahin vor allem für seine zweimotorigen Propellerflugzeuge bekannt, die als Convair CV-240/340/440 und später umgerüstet als CV-580 Hunderte Airlines versorgten. Mit der 880 wollte der Hersteller den Sprung ins Jet-Zeitalter schaffen.
Die Idee: kleiner als die Boeing 707 und die Douglas DC-8, dafür schneller. Mit rund 990 km/h Reisegeschwindigkeit lag die 880 tatsächlich im Spitzenfeld; oft liest man, sie sei das schnellste Verkehrsflugzeug ihrer Zeit gewesen. Ganz sauber belegt ist dieser Titel allerdings nicht, und die Angaben zur Höchstgeschwindigkeit unterscheiden sich je nach Quelle.
Die Entwicklung begann im April 1956. Das Projekt trug nacheinander mehrere Namen: Zuerst hieß es Skylark, dann Golden Arrow, später Convair 600 und schließlich 880. Die Zahl wird meist als Anspielung auf die Geschwindigkeit gedeutet – 880 Fuß pro Sekunde entsprechen rund 600 Meilen pro Stunde. Angetrieben wird die 880 von vier General Electric CJ805-3, einer zivilen Version des militärischen J79, das unter anderem in der F-4 Phantom steckte. Hinter dem Triebwerk steht der Konzern, der heute als GE Aerospace firmiert.
Ungewöhnlich: Einen Prototyp gab es nicht. Der Erstflug am 27. Januar 1959 fand direkt mit einer Serienmaschine statt. Die US-Luftfahrtbehörde verlangte im Zulassungsprozess zusätzliche Instrumentierung, deren Leitungen Convair in einem flachen Buckel oben auf dem Rumpf unterbrachte. In den Liniendienst ging die 880 im Mai 1960 bei Delta Air Lines.
Warum die 880 zum Flop wurde
Technisch war die 880 kein schlechtes Flugzeug, wirtschaftlich aber eine Fehlkalkulation. Mehrere Faktoren kamen zusammen:
- Zu schmaler Rumpf: Die Kabine bot nur fünf Sitze pro Reihe. Pro Flug ließen sich damit weniger Tickets verkaufen als in einer 707 oder DC-8 mit sechs Sitzen nebeneinander. Je nach Bestuhlung passten rund 88 bis 110 Passagiere hinein.
- Durstige Triebwerke: Die CJ805-3 verbrauchte spezifisch mehr Treibstoff als die Pratt-&-Whitney-JT3C der frühen Boeing-Jets.
- Starke Konkurrenz: Boeing antwortete mit der Boeing 720, einer kaum veränderten, verkürzten 707. Weil die Entwicklung so wenig kostete, konnte Boeing sie deutlich günstiger anbieten.
- Geschwindigkeit allein überzeugte nicht: Ein paar Minuten Zeitersparnis auf Inlandsstrecken wogen höhere Betriebskosten und weniger Sitze nicht auf.
Am Ende entstanden nur 65 Maschinen, die Linie lief nach etwa drei Jahren aus. Die Verluste von General Dynamics für 880 und die Weiterentwicklung 990 gingen in die Hunderte Millionen Dollar; die genannten Summen schwanken je nach Quelle stark. Convair zog sich danach aus dem Bau großer Verkehrsflugzeuge zurück. Wie der Markt der frühen Jets insgesamt verlief, liest du im Beitrag zur Geschichte der Boeing 707.
Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
Eine 880 in freier Wildbahn gibt es nicht mehr. Trotzdem lohnt sich der geschulte Blick – im Museum, auf alten Fotos oder bei Flugzeugteilen auf Abstellflächen.
Triebwerke zählen und ansehen
Vier einzeln aufgehängte, schlanke Gondeln unter dem Flügel. Es sind reine Turbojets: lange, dünne Röhren ohne großen Fan-Einlauf, wie ihn spätere Jets haben. Mehr dazu im Guide Triebwerke erkennen.
Rumpfquerschnitt einschätzen
Der Rumpf ist für fünf Sitze pro Reihe ausgelegt und wirkt im Verhältnis zur Spannweite schmal und zierlich. Neben einer 707 oder DC-8 fällt das sofort auf.
Flügelhinterkante prüfen
Keine großen, spindelförmigen Verkleidungen auf der Oberseite der Flügelhinterkante. Siehst du solche „Karotten“, steht eine CV-990 Coronado vor dir.
Dazu kommt die Länge: Mit 39,42 Metern ist die 880 deutlich kürzer als eine 707 oder DC-8. Die Spannweite liegt bei 36,58 Metern.
Praxis-Tipp für Museumsbesuche
Viele erhaltene 880 sind nur noch als Rumpfsegment oder Cockpit ausgestellt. Dann helfen dir Triebwerke und Flügel nicht weiter. Achte auf die schmale Kabine und frag nach der Werknummer – mit ihr lässt sich die Geschichte des Exemplars oft lückenlos nachverfolgen.
Die Versionen im Überblick
Von der 880 gab es im Kern zwei zivile Versionen, dazu einen militärischen Einzelgänger.
| Version | Merkmale | Typische Kunden |
|---|---|---|
| CV-880 (Model 22) | Grundversion für US-Inlandsstrecken | Delta, TWA, Northeast |
| CV-880-M (Model 22M) | Vorflügel und Krüger-Klappen, mehr Schub und Treibstoff, verstärktes Fahrwerk, kraftverstärktes Seitenruder | Cathay Pacific, Japan Air Lines, VIASA, Civil Air Transport |
| UC-880 (inoffiziell) | Eine 880-M der US Navy, als Tanker und fliegender Versuchsträger umgebaut | US Navy, Patuxent River |
Die 880-M brachte vor allem bessere Start- und Landeleistungen. Mit den Hochauftriebshilfen kam sie mit kürzeren Pisten aus und eignete sich besser für internationale Strecken, etwa in Asien. Das maximale Startgewicht stieg von rund 84 auf rund 88 Tonnen, die Reichweite lag je nach Quelle bei rund 4.400 bis 4.600 Kilometern.
Die US Navy kaufte 1980 eine 880-M und baute sie zum Tankflugzeug um. Unter der inoffiziellen Bezeichnung UC-880 flog sie vom Marinestützpunkt Patuxent River aus, unter anderem bei Tests für den Marschflugkörper Tomahawk. 1995 wurde sie bei einem Dekompressionsversuch im Frachtraum beschädigt.
CV-880, CV-990 oder Boeing 720?
Die drei Typen stammen aus derselben Zeit und verfolgten ähnliche Ziele. Der Finder hilft dir, auf alten Fotos oder im Museum einzugrenzen.
Schnellbestimmung: früher US-Vierstrahler
Convair CV-880
Schmaler, kurzer Rumpf, schlanke Turbojets und glatte Flügelhinterkanten sprechen für die 880. Ob Grundversion oder 880-M, verraten Vorflügel an der Flügelvorderkante oder die Werknummer.
Convair CV-990 Coronado
Die Verkleidungen auf der Flügeloberseite sind das Markenzeichen der 990. Ihre Triebwerke tragen hinten eine Fan-Stufe, die Gondeln wirken dadurch am Ende dicker.
Boeing 720 oder 707
Ein breiterer Rumpf mit sechs Sitzen pro Reihe deutet auf Boeing. Die 720 ist die kürzere Variante, die längeren 707 erkennst du an der Fensterzahl.
Die CV-990 Coronado ist die direkte Weiterentwicklung. Sie flog erstmals im Januar 1961, ist rund drei Meter länger und trägt die auffälligen Anti-Schock-Körper auf den Flügeln. Ihre Triebwerke vom Typ CJ805-23 haben eine Fan-Stufe am hinteren Ende. Von der 990 entstanden nur 37 Maschinen; zu den Käufern gehörte Swissair, die ab 1962 acht 990A übernahm.
Aus derselben Epoche stammen auch die britische De Havilland Comet und die französische Caravelle. Die Comet erkennst du an den in die Flügelwurzel eingebauten Triebwerken, die Caravelle an zwei Triebwerken am Heck – beide sind also leicht von der 880 zu trennen.
Die Betreiber der CV-880
Erstkunden der 880 waren vor allem US-Airlines, dazu einige Gesellschaften in Asien und Lateinamerika:
- Delta Air Lines eröffnete im Mai 1960 den Liniendienst der 880. Im Delta Flight Museum in Atlanta ist heute ein 880-Cockpit ausgestellt.
- TWA gehörte zu den ursprünglichen Kunden; mehrere ihrer Maschinen landeten später auf Abstellflächen in Mojave und Atlantic City.
- Northeast Airlines flog Maschinen, die sie von der Hughes Tool Company geleast hatte.
- Cathay Pacific setzte die 880-M ab Hongkong in Asien ein.
- Japan Air Lines nutzte die 880-M, teils auch über die Inlandsgesellschaft Japan Domestic Airlines.
- VIASA aus Venezuela und Civil Air Transport aus Taiwan ergänzen die Liste der Erstkunden. Auch Swissair wird in den Betreiberlisten geführt, bekannter wurde sie aber mit der 990.
Danach wanderten viele 880 zu weiteren Betreibern wie Alaska Airlines sowie zu Gebrauchtbetreibern und Charterfirmen. Als letzter kommerzieller Nutzer gilt die nicaraguanische Staatsairline LANICA, die den Typ Mitte der 1970er-Jahre ausmusterte. Einzelne Maschinen flogen danach noch als Frachter, Geschäftsreiseflugzeug oder für die Behörden weiter.
Die Sicherheitsbilanz ist durchwachsen: Nach gängigen Nachschlagewerken gingen 17 Maschinen durch Unfälle, Anschläge und Zwischenfälle verloren, bei acht davon kamen Menschen ums Leben – insgesamt werden rund 170 Todesopfer genannt. Bei einer so kleinen Flotte ist das eine hohe Quote, die allerdings auch die harten Einsatzbedingungen späterer Gebrauchtbetreiber widerspiegelt.
Keine 880 mehr in der Luft
Stand Oktober 2026 ist keine Convair 880 lufttüchtig. Die letzte Maschine flog 1991 nach Atlantic City, diente der FAA dort als Übungsobjekt für die Brandbekämpfung und wurde 2007 zerlegt. Eine 880 bekommst du nur noch am Boden zu sehen.
Wo du die CV-880 heute noch siehst
Die berühmteste erhaltene 880 ist die „Lisa Marie“. Elvis Presley kaufte die frühere Delta-Maschine 1975, ließ sie aufwendig umbauen und benannte sie nach seiner Tochter. An Bord gibt es ein Wohnzimmer, einen Konferenzraum und ein Schlafzimmer, dazu vergoldete Details. Die Maschine steht in Graceland in Memphis, Tennessee, und ist Teil des Besucherprogramms – du kannst sie also nicht nur von außen fotografieren, sondern auch betreten. 2015 stand kurzzeitig im Raum, dass die Elvis-Jets Graceland verlassen könnten – sie blieben aber und gehören heute fest zur Ausstellung.
Weitere Reste der Flotte:
- Delta Flight Museum, Atlanta: Cockpit einer Delta-880
- Prairie Aviation Museum, Bloomington (Illinois): ein Trainings-Cockpit
- Aviation Hall of Fame and Museum of New Jersey und Tillamook Air Museum (Oregon): vordere Rumpfsektionen
- Mojave, Kalifornien: Nach Angaben gängiger Nachschlagewerke ist dort eine nahezu komplette Maschine abgestellt; der Zustand von Abstellflugzeugen ändert sich aber, und ein Zugang für Besucher ist nicht vorgesehen
- Bei East London, Südafrika: Eine frühere 880, die zwischenzeitlich als Geschäftsreiseflugzeug flog, wurde zu einer Unterkunft umgebaut
Wüstenabstellplätze wie Mojave sind für Spotter ein eigenes Thema – was dort erlaubt ist und wo sich ein Blick lohnt, steht im Beitrag Flugzeugfriedhöfe und Boneyards. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist uns keine ausgestellte 880 bekannt.
Seltene Typen sammeln
Setz die CV-880 auf die Wunschliste in deinem Hangar und dokumentiere jede Begegnung mit Foto und Ort – vom Museumscockpit bis zum Rumpfteil. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Fototipps für den Museumsklassiker
Eine 880 fotografierst du in der Regel am Boden, oft zwischen anderen Exponaten oder in einer Halle. Ein paar Tricks helfen:
Tief ansetzen
Aus niedriger Perspektive wirken die schlanken Triebwerke und die gepfeilten Flügel dynamischer. Das passt zu einem Flugzeug, das für Geschwindigkeit gebaut wurde.
Details sammeln
Triebwerkseinläufe, Fahrwerk, Cockpitfenster und der Rumpfbuckel erzählen die Technikgeschichte. Bei Teilstücken sind Detailbilder oft spannender als die Gesamtansicht.
Kennzeichen und Werknummer festhalten
Fotografier Schilder und Infotafeln mit. So kannst du später nachvollziehen, für welche Airlines genau dieses Exemplar geflogen ist.
Licht planen
Steht die Maschine im Freien, entscheidet der Sonnenstand über das Bild. Prüf vorab, wann die Seite, die du fotografieren willst, im Licht liegt.
Wie du den Sonnenstand vorab berechnest, erklärt der Guide Sonnenstand planen für deinen Fotospot. Welche anderen Raritäten sich zu jagen lohnen, zeigt Seltene Flugzeuge spotten. Und warum Vierstrahler heute insgesamt seltener werden, liest du in Das Ende der Vierstrahler.
Bereit für die 880-Suche?
- Ich habe geprüft, ob das Exponat aktuell zugänglich ist.
- Ich kenne Öffnungszeiten und Fotoregeln des Museums.
- Ich weiß, ob die Maschine drinnen oder im Freien steht.
- Ich habe ein Weitwinkel für Innenaufnahmen dabei.
- Akku voll, Speicherkarte frei.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für die CV-880, wenn …
- vier schlanke Turbojets einzeln unter den Flügeln hängen
- der Rumpf schmal ist und nur fünf Sitze pro Reihe aufnimmt
- die Flügeloberseite keine großen Verkleidungen trägt
- die Maschine rund 39 m lang ist
Sieh genauer hin, wenn …
- nur ein Rumpfsegment oder Cockpit erhalten ist
- du die Flügeloberseite nicht siehst – dann bleibt die CV-990 im Spiel
- ein historisches Foto keine klare Seitenansicht zeigt
Es ist keine CV-880, wenn …
- spindelförmige Verkleidungen über die Flügelhinterkante ragen – dann ist es eine CV-990
- der Rumpf sechs Sitze pro Reihe bietet – dann bist du bei Boeing 720, 707 oder DC-8
- die Triebwerke in der Flügelwurzel stecken – dann ist es eine Comet
- Propeller statt Jets am Flügel sitzen – dann ist es ein Convair-Liner wie die CV-580
Fazit
Die Convair CV-880 ist ein Lehrstück darüber, dass Geschwindigkeit allein kein Flugzeug verkauft. Schmaler Rumpf, durstige Triebwerke und eine günstige Boeing-Konkurrenz machten aus dem schnellen Vierstrahler einen der teuersten Fehlschläge der frühen Jet-Ära. Für Spotter ist sie gerade deshalb reizvoll: 65 gebaute Maschinen, keine mehr in der Luft, und die bekannteste steht in Elvis Presleys Graceland. Wer eine 880 in seinem Logbuch hat, hat ein echtes Stück Luftfahrtgeschichte gesehen.
Kurzfazit
Schmaler Rumpf, vier schlanke Turbojets, keine Verkleidungen auf den Flügeln: Das ist die CV-880. Fliegen sieht man sie nicht mehr – die besten Chancen bieten Graceland in Memphis und US-Luftfahrtmuseen.
Zusammenfassung
- Convair begann die Entwicklung 1956, der Erstflug folgte im Januar 1959 und der Liniendienst im Mai 1960 bei Delta Air Lines.
- Hohe Geschwindigkeit sollte den kleineren Rumpf ausgleichen – doch Airlines bevorzugten die sparsameren und geräumigeren Boeing-Modelle, vor allem die Boeing 720.
- Von der CV-990 trennst du die 880 über die fehlenden Verkleidungen auf der Flügeloberseite, von 707 und 720 über Rumpfbreite und Länge.
- Spotten kannst du die 880 heute nur noch als Ausstellungsstück, vor allem in den USA.
Häufige Fragen
Was ist die Convair CV-880?
Ein vierstrahliges Schmalrumpf-Verkehrsflugzeug von Convair, einer Sparte des US-Konzerns General Dynamics. Es flog erstmals am 27. Januar 1959 und ging im Mai 1960 bei Delta Air Lines in Dienst. Gedacht war es als kleinerer, aber schnellerer Konkurrent der Boeing 707 und Douglas DC-8.
Warum heißt das Flugzeug 880?
Die Zahl wird meist mit der Geschwindigkeit in Verbindung gebracht: 880 Fuß pro Sekunde entsprechen rund 600 Meilen pro Stunde. Vorher lief das Projekt unter den Namen Skylark, Golden Arrow und Convair 600 – auch die 600 spielte auf die Geschwindigkeit an.
Wie viele Convair 880 wurden gebaut?
Insgesamt 65 Maschinen. Zusammen mit der Weiterentwicklung CV-990 Coronado kam Convair auf 102 Verkehrsjets. Für ein Großraum- oder Langstreckenprogramm der Ära war das sehr wenig.
Warum war die CV-880 ein Misserfolg?
Mehrere Gründe kamen zusammen: Der Rumpf bot nur fünf Sitze pro Reihe statt sechs, die GE-Triebwerke verbrauchten mehr Treibstoff als die Pratt-&-Whitney-Triebwerke der Boeing, und Boeing konnte die 720 als einfache Ableitung der 707 günstiger anbieten. Die höhere Geschwindigkeit wog das für die meisten Airlines nicht auf.
Wie unterscheide ich CV-880 und CV-990?
Am leichtesten an der Flügeloberseite: Die CV-990 trägt große, spindelförmige Verkleidungen auf der Flügelhinterkante, die über den Flügel hinausragen. Die 880 hat sie nicht. Außerdem ist die 990 rund drei Meter länger.
Was ist die Convair 880-M?
Die verbesserte Version (Model 22M) mit Vorflügeln an der Flügelvorderkante, Krüger-Klappen, einem kraftverstärkten Seitenruder, mehr Schub, mehr Treibstoff und verstärktem Fahrwerk. Sie war für internationale Strecken gedacht und kam unter anderem bei Cathay Pacific und Japan Air Lines zum Einsatz.
Fliegt die Convair 880 noch?
Nein. Die letzte Maschine flog 1991 nach Atlantic City, wo sie der US-Luftfahrtbehörde FAA als Übungsobjekt für die Brandbekämpfung diente; 2007 wurde sie zerlegt. Lufttüchtig ist heute keine 880 mehr. Zu sehen sind Museumsstücke und erhaltene Rumpfteile, vor allem in den USA.
Wo kann ich eine Convair 880 sehen?
Die bekannteste ist Elvis Presleys „Lisa Marie“ in Graceland in Memphis, die Besucher betreten können. Im Delta Flight Museum in Atlanta steht ein Cockpit, weitere Rumpfteile sind in US-Museen erhalten. In Europa ist uns keine ausgestellte 880 bekannt.
Convair CV-880 sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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