Das Wichtigste in Kürze
- IATA OTP, ICAO LROP: Rumäniens größter Flughafen, 2025 mit rund 17 Millionen Passagieren auf Rekordniveau.
- Zwei Pisten, je 3.500 Meter: 08R/26L und 08L/26R liegen parallel in Ost-West-Richtung, rund 1,1 Kilometer auseinander.
- Drehkreuz der TAROM, dazu Heimat von HiSky und Basen von Wizz Air und Ryanair.
- Militär nebenan: Die Transportfliegerbasis 90 teilt sich das Gelände – Kamera nur von öffentlichem Grund und mit Fingerspitzengefühl.
- Der Zug ist der einfachste Weg: Seit Ende 2020 fährt ein Direktzug ab Gara de Nord in rund 20 Minuten zum Flughafen.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Steckbrief
- 2.Tätigkeitsfelder
- 3.Geschichte im Zeitraffer
- 4.Was du als Spotter wissen solltest
- 5.Stärken und Schwächen
- 6.Vom Militärflugplatz zum Hauptstadtflughafen
- 7.Zwei Pisten in Ost-West-Richtung
- 8.Betriebsrichtung: 26 oder 08?
- 9.TAROM: die Schwalbe am Heimatflughafen
- 10.Low-Cost, Regionalverkehr und Gäste aus der Region
- 11.Fracht: von Integratoren bis Turkish Cargo
- 12.Militär auf dem Gelände: Transportfliegerbasis 90
- 13.Spotten in Otopeni: was du wissen solltest
- 14.YR-Kennzeichen lesen
- 15.Anreise: Zug, Bus und Straße
- 16.Wachstum, Băneasa und das zweite Terminal
- 17.Otopeni im regionalen Vergleich
- 18.Fazit
- 19.Häufige Fragen
Steckbrief
| IATA-Code | OTP |
|---|---|
| ICAO-Code | LROP |
| Betreiber | Compania Națională Aeroporturi București (CNAB) – staatliche Gesellschaft, die auch den Stadtflughafen Băneasa betreibt; Mehrheitseigner ist das rumänische Verkehrsministerium |
| Lage | In der Stadt Otopeni im Kreis Ilfov, rund 16 km nördlich der Bukarester Innenstadt an der Nationalstraße DN1 |
| Höhe | Rund 96 m über dem Meeresspiegel |
| Start- und Landebahnen | Zwei parallele Pisten in Ost-West-Richtung: 08R/26L und 08L/26R, je 3.500 m lang und 45 m breit, rund 1.100 m voneinander entfernt |
| Terminal | Ein Terminalkomplex aus Abflughalle, Ankunftshalle (dem umgebauten alten Terminal) und dem Fingerdock mit Fluggastbrücken |
| Wichtigste Nutzer | TAROM (Heimatflughafen und Firmensitz), HiSky, dazu Basen von Wizz Air und Ryanair |
| Verkehr 2025 | Rund 17 Mio. Passagiere – so viele wie nie zuvor |
| Militär | Transportfliegerbasis 90 der rumänischen Luftstreitkräfte auf dem Gelände |
| Anreise | Direktzug ab Bukarest Gara de Nord (seit Dezember 2020), Expressbus 100 ab der Innenstadt, Straße DN1 |
| Name | Seit Mai 2004 nach dem rumänischen Luftfahrtpionier Henri Coandă benannt, zuvor Flughafen Otopeni |
| Offizielle Website | www.bucharestairports.ro |
Tätigkeitsfelder
Geschichte im Zeitraffer
Flughafen Bukarest Henri Coandă aus Spotter-Sicht
Deine Checkliste für Flughafen Bukarest Henri Coandă
- Einen TAROM-Jet mit der Schwalbe am Leitwerk gesehen – am Heimatflughafen ist die Dichte am höchsten
- Eine TAROM-ATR 72 und eine TAROM-Boeing 737 am selben Tag notiert
- Eine Boeing 737 MAX 8 der TAROM erwischt – das jüngste Muster der Flotte
- Einen Airbus der HiSky fotografiert, im Idealfall den A330-200
- Wizz Air und Ryanair nebeneinander gesehen – zwei Low-Cost-Philosophien an einem Flughafen
- Einen Militärtransporter der Basis 90 aus legaler Position gesehen, etwa eine C-130 Hercules oder eine C-27J Spartan
- Ein YR-Kennzeichen notiert – die Nationalitätenkennung Rumäniens
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- Heimat der TAROM – rumänische Flag-Carrier-Flotte in hoher Dichte
- Abwechslungsreicher Mix aus Netzwerk-Airlines, Low-Cost, Regionalturboprops und Militär
- Bequeme Anreise per Direktzug ab Gara de Nord oder Expressbus
- Lange Parallelpisten in Ost-West-Richtung, Licht gut planbar
- Verhältnismäßig wenig Langstrecke, dafür viele seltenere Osteuropa-Kennzeichen
Wo es hakt
- Militärischer Teil auf dem Gelände – hier ist beim Fotografieren besondere Vorsicht angesagt
- Keine offiziell ausgewiesene Besucherterrasse wie an vielen westeuropäischen Flughäfen bekannt
- Kaum Großraumflugzeuge im Linienverkehr
- Im Winter Nebel möglich, der die Sicht auf die Pisten stark einschränkt
- Teil des Low-Cost-Verkehrs ist seit 2025 wieder nach Băneasa abgewandert
Wer nach Rumänien fliegt, landet fast immer hier. Der Flughafen Bukarest Henri Coandă – für die meisten schlicht Otopeni – ist der größte Flughafen des Landes, Heimat der staatlichen Airline TAROM und einer der Orte, an denen sich die osteuropäische Low-Cost-Szene besonders gut beobachten lässt. Für Spotter ist er kein Selbstläufer wie München oder Wien, aber genau das macht seinen Reiz aus: YR-Kennzeichen, Turboprops, Militärtransporter und eine Airline-Mischung, die du in Mitteleuropa so nicht findest.
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Sichtungen mit Foto, Kennzeichen, Airline und Flughafen festhalten und später wiederfinden – genau dafür gibt es Planetrack. Die App startet bald, die Anmeldung zur Warteliste findest du unten auf dieser Seite.
Vom Militärflugplatz zum Hauptstadtflughafen
Die Geschichte von Otopeni beginnt militärisch. 1940 entstand nördlich von Bukarest ein Militärflugplatz, den im Zweiten Weltkrieg auch die deutsche Luftwaffe nutzte, unter anderem mit Nachtjägern. 1944 wurde der Platz bombardiert. Nach dem Krieg blieb er lange in der Hand der rumänischen Luftstreitkräfte, während der zivile Verkehr der Hauptstadt über den stadtnahen Flughafen Băneasa lief.
Ab 1965 baute Rumänien Otopeni zum zivilen Verkehrsflughafen aus und verlängerte die Piste auf 3.500 Meter. Am 13. April 1970 öffnete das erste Passagierterminal, ausgelegt auf gut eine Million Reisende im Jahr. Mitte der 1980er-Jahre kam eine zweite, parallele Bahn hinzu. Seit Mai 2004 trägt der Flughafen den Namen des Ingenieurs Henri Coandă, eines Pioniers der rumänischen Luftfahrt. Der Ortsname Otopeni lebt im IATA-Code OTP weiter.
Zwei Pisten in Ost-West-Richtung
Das Layout ist schnell erklärt. Beide Start- und Landebahnen verlaufen parallel in Ost-West-Richtung, sind jeweils 3.500 Meter lang und 45 Meter breit. Sie liegen rund 1,1 Kilometer auseinander – deutlich näher als in München, aber weit genug für einen getrennten Betrieb. Terminal, Vorfelder und der militärische Teil verteilen sich um die beiden Bahnen herum.
| Piste | Länge × Breite | Belag | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| 08R/26L | 3.500 m × 45 m | Asphalt | Ursprung ist die Piste des früheren Militärflugplatzes |
| 08L/26R | 3.500 m × 45 m | Asphalt | Mitte der 1980er-Jahre als Parallelbahn ergänzt |
Welche Bahn gerade für Starts und welche für Landungen genutzt wird, hängt von Verkehr, Tageszeit und den Vorgaben der Flugsicherung ab. Prüf es am besten live in einer Flugverfolgung, bevor du dich auf ein Bahnende festlegst. Wie das geht, erklärt der Beitrag Flugverfolgung mit ADS-B.
Betriebsrichtung: 26 oder 08?
Wie überall starten und landen Flugzeuge gegen den Wind. Weht er aus Westen, gilt Betriebsrichtung 26: Die Maschinen kommen von Osten herein und starten nach Westen. Bei Ostwind dreht sich das Bild und es gilt 08. Für Anflugfotos am Bahnende heißt das: Du musst am Ende stehen, auf das die Flugzeuge gerade zufliegen – und das kann sich mit einem Wetterwechsel innerhalb eines Tages ändern.
Wie du Wind und Betriebsrichtung vorher einschätzt, steht im Beitrag Betriebsrichtung am Flughafen verstehen. In Planetrack siehst du Wetter, Wind und die aktiven Pisten am Flughafen direkt in der App – praktisch, wenn du spontan entscheiden willst, welches Ende sich heute lohnt.
Licht und Pistenrichtung zusammen denken
Bei Pisten in Ost-West-Richtung steht die Sonne mittags im Süden. Fotografierst du von der Nordseite Richtung Süden, kämpfst du um die Mittagszeit gegen das Licht; von der Südseite hast du die Sonne im Rücken. Morgens und abends kommt das Licht seitlich. Mit dem Beitrag zum Sonnenstand am Fotospot und dem Sonnenstand-Planer in Planetrack klärst du das vor der Anreise.
TAROM: die Schwalbe am Heimatflughafen
Otopeni ist das Drehkreuz und der Firmensitz der TAROM. Die staatliche Airline, seit 2010 Mitglied der SkyTeam-Allianz, ist zwar deutlich kleiner als früher, prägt das Bild am Flughafen aber weiterhin. Ihre Flotte besteht heute aus Boeing-737-Varianten und ATR-Turboprops: Neben der Boeing 737-700 und der 737-800 fliegt die 737 MAX 8, weitere Exemplare kommen schrittweise hinzu. Auf kürzeren Strecken fliegen die ATR 72-500 und die ATR 72-600.
Historisch war Otopeni ein Ort voller Typen, die heute längst aus Europa verschwunden sind. TAROM flog hier unter anderem die Iljuschin Il-62, die in Lizenz als Rombac gebaute BAC One-Eleven, die Airbus A310 und zuletzt den kleinen A318. Wer alte Spotterbücher durchblättert, findet entsprechend viele YR-Kennzeichen mit Bukarest als Fotoort.
| Muster | Rolle bei TAROM (Stand Herbst 2026) | Typisches Einsatzgebiet |
|---|---|---|
| Boeing 737-700 / -800 | Rückgrat der Jet-Flotte | Europa, Mittelmeer, Naher Osten |
| Boeing 737 MAX 8 | jüngstes Muster, seit September 2026 im Einsatz | Europa und längere Mittelstrecken |
| ATR 72-500 / -600 | Turboprops | Inlandsverbindungen und kürzere Auslandsstrecken |
Die TAROM-MAX nicht verpassen
Mit Planetrack setzt du Typen, Airlines und Kennzeichen auf die Wunschliste deines Hangars und wirst bei Anflug und Landung benachrichtigt. Die App startet bald – trag dich unten in die Warteliste ein.
Low-Cost, Regionalverkehr und Gäste aus der Region
Neben TAROM ist Otopeni vor allem ein Flughafen der Low-Cost-Airlines. Wizz Air und Ryanair unterhalten hier Basen und bringen eine große Zahl an Airbus-A320-Familie- und Boeing-737-Jets in die Statistik. Für Spotter heißt das: viele Kennzeichen aus unterschiedlichen Registern, darunter ungarische, maltesische und weitere Zulassungen der Konzerngesellschaften.
Eine zweite rumänische Heimatairline ist HiSky, die mit einer kleinen Airbus-Flotte aus A320, A321neo und einem A330-200 fliegt. Der Großraumjet ist eines der seltenen Widebody-Motive mit rumänischem Kennzeichen. AnimaWings hatte ihre Heimat ebenfalls in Otopeni und setzte zuletzt vor allem den Airbus A220-300 ein; im September 2026 hat die Airline Insolvenz beantragt, ihre Zukunft ist offen. Wer die rumänische Luftfahrt der letzten zwanzig Jahre verfolgt hat, erinnert sich außerdem an Blue Air, die 2022 den Betrieb einstellte.
Dazu kommen Netzwerk-Airlines aus ganz Europa und den Nachbarregionen – von Turkish Airlines über Austrian Airlines bis zu LOT Polish Airlines. Interkontinentaler Linienverkehr spielt dagegen nur eine kleine Rolle. Großraumflugzeuge siehst du deshalb selten; umso mehr lohnt sich ein Blick in die Ankunftstafel, wenn doch einmal einer angekündigt ist.
| Airline | Rolle in Otopeni | Typisches Flugzeugbild |
|---|---|---|
| TAROM | Heimatairline und Drehkreuz | Boeing 737, ATR 72 |
| HiSky | rumänische Heimatairline | A320, A321neo, A330-200 |
| Wizz Air | Basis | A320-Familie, viele neo-Varianten |
| Ryanair | Basis | Boeing 737-800 und 737 MAX |
| Netzwerkcarrier aus Europa und der Türkei | Zubringer zu den Drehkreuzen | A320-Familie, 737, Regionaljets |
Fracht: von Integratoren bis Turkish Cargo
Otopeni ist auch Rumäniens wichtigster Frachtflughafen. 2025 lag das Frachtaufkommen bei gut 42.000 Tonnen. Ein großer Teil fliegt im Bauch der Passagierflugzeuge mit, hinzu kommen reine Frachtflüge. Zu den Frachtairlines am Flughafen zählen unter anderem DHL, UPS, Turkish Cargo, Saudia Cargo und MSC Air Cargo. Turkish Cargo hat unter anderem den Airbus A330-200F in der Flotte – mit etwas Glück eines der seltenen Großraummotive in Bukarest.
Welche Frachter wann landen, ist schwerer vorherzusagen als der Passagierverkehr, weil viele Flüge nachts oder unregelmäßig stattfinden. Hintergründe zu den Express-Netzwerken findest du im Beitrag Express-Integratoren DHL, FedEx und UPS.
Militär auf dem Gelände: Transportfliegerbasis 90
Was Otopeni von vielen anderen Hauptstadtflughäfen unterscheidet, ist der militärische Teil. Auf dem Gelände liegt die Transportfliegerbasis 90 der rumänischen Luftstreitkräfte. Von hier aus fliegen Transportflugzeuge wie die Lockheed C-130 Hercules und die C-27J Spartan, laut verfügbaren Quellen außerdem Hubschrauber vom Typ Puma in rumänischer Lizenzfertigung.
Für dich ist das eine Chance und eine Verpflichtung zugleich. Militärtransporter tauchen im zivilen Verkehr immer wieder auf und sind schöne Motive. Gleichzeitig gelten für militärische Anlagen strengere Regeln als für den zivilen Flughafen. Wie du Militärtransporter auseinanderhältst, erklärt der Beitrag Militärtransporter erkennen.
Militär ist kein Fotomotiv wie jedes andere
Richte die Kamera nicht gezielt auf militärische Einrichtungen, Wachen oder abgestellte Militärflugzeuge auf dem Kasernengelände. Bleib auf öffentlichem Grund, halte Abstand zu Zäunen und Toren und erkläre bei einer Kontrolle ruhig, was du machst. Die Regeln für das Spotten im Ausland fasst der Beitrag Spotten im Ausland zusammen, speziell zu Militärgelände hilft Militärflugplätze fotografieren.
Spotten in Otopeni: was du wissen solltest
Eine öffentliche Besucherterrasse, wie du sie aus Wien oder München kennst, ist uns für Otopeni nicht bekannt. Spotter weichen deshalb auf öffentlich zugängliche Wege und Flächen außerhalb des Zauns aus, typischerweise an den Pistenenden oder entlang der Straßen rund um das Gelände. Feste, offiziell ausgewiesene Spotterplätze sind uns für Otopeni nicht bekannt – verlass dich also nicht auf alte Forenbeiträge, sondern prüf vor Ort, ob ein Standort frei zugänglich und unbedenklich ist.
Die Spot-Karte in Planetrack hilft dir dabei: Dort siehst du Spots mit Anreise, bestem Licht, Bewertungen und Fotos aus der Community. So erkennst du schnell, wo andere Spotter zuletzt standen und wie das Licht dort zu welcher Tageszeit fällt.
Wind und Betriebsrichtung prüfen
Westwind heißt Richtung 26, Ostwind Richtung 08. Daraus ergibt sich, an welchem Ende die Landungen hereinkommen.
TAROM-Wellen und Highlights heraussuchen
Ankunfts- und Abflugtafel zeigen dir, wann TAROM, HiSky oder ein seltener Gast kommen. Das spart Wartezeit am Zaun.
Anreise planen
Zug ab Gara de Nord oder Expressbus 100 bringen dich zum Terminal. Für Standorte am Pistenende brauchst du meist ein Auto oder ein Taxi.
Militärteil im Kopf behalten
Prüf, wohin deine Kamera zeigt. Ein Standort, der zivile Landungen zeigt, kann gleichzeitig auf militärische Anlagen blicken.
Kennzeichen notieren
Bei vielen A320 und 737 ist das Kennzeichen der einzige Weg, deine Sichtungen später sauber zuzuordnen.
YR-Kennzeichen lesen
Rumänische Flugzeuge tragen die Nationalitätenkennung YR, gefolgt von einem Bindestrich und drei Buchstaben. Wer neu bei der Systematik ist, findet die Grundlagen im Beitrag Flugzeugkennzeichen verstehen. Für viele Spotter aus Mitteleuropa ist Otopeni ohnehin vor allem eine Gelegenheit, endlich eine Lücke an YR-Registrierungen zu schließen.
In Planetrack hältst du jede Sichtung mit Foto, Kennzeichen, Flugzeugtyp, Airline, Flughafen und Spot fest. Dein Hangar zeigt dir dann auf einen Blick, welche YR-Flugzeuge du schon gesehen hast und welche noch auf der Wunschliste stehen.
Anreise: Zug, Bus und Straße
Lange war Otopeni nur über die Straße zu erreichen. Das änderte sich am 13. Dezember 2020: Seitdem fährt eine direkte Zugverbindung zwischen dem Bukarester Hauptbahnhof Gara de Nord und dem Flughafen. Die Fahrt dauert rund 20 Minuten, der Zug fährt in einem festen Takt. Die Strecke ist eingleisig und nicht elektrifiziert, was die Kapazität begrenzt – für Spotter mit leichtem Gepäck ist sie trotzdem die bequemste Lösung.
Alternativ fährt der Expressbus 100 aus der Innenstadt zum Terminal. Mit dem Auto erreichst du den Flughafen über die Nationalstraße DN1 Richtung Ploiești. Zusätzlich ist die Metrolinie M6 im Bau, über die der Flughafen an das Bukarester U-Bahn-Netz angeschlossen wird. Wie du generell zwischen Bahn und Auto abwägst, steht im Beitrag Anreise zum Spot.
Wachstum, Băneasa und das zweite Terminal
Otopeni wächst seit Jahren. 2019 lag der Flughafen bei knapp 14,7 Millionen Passagieren, 2020 brach der Verkehr pandemiebedingt auf unter 4,5 Millionen ein. 2023 lag er mit gut 14,6 Millionen fast wieder auf Vorkrisenniveau, 2024 kamen knapp 16 Millionen, 2025 rund 17 Millionen Passagiere. Das bestehende Terminal ist damit an seiner Grenze.
Seit Jahren ist deshalb ein zweites Terminal im Osten des Geländes in Planung, modular aufgebaut aus mehreren Gebäuden. Das Grundstück hat der Flughafen 2021 erworben; wann der Bau tatsächlich beginnt, ist politisch umstritten und offen. Eine kurzfristige Entlastung kommt aus der Stadt: Der alte Flughafen Băneasa, der nach 2012 lange fast nur von Geschäftsflugzeugen genutzt wurde, nimmt seit 2025 wieder regulären Low-Cost-Verkehr auf. Für Spotter bedeutet das, dass ein Teil der Wizz-Air-Flüge nicht mehr über Otopeni, sondern über Băneasa läuft.
Otopeni passt zu dir, wenn …
- du TAROM und rumänische YR-Kennzeichen sammeln willst
- du Low-Cost-Basen von Wizz Air und Ryanair aus der Nähe erleben möchtest
- du einen Mix aus Zivil-, Fracht- und Militärverkehr reizvoll findest
Bedingt geeignet, wenn …
- du einen festen, offiziellen Spotterplatz mit Infrastruktur erwartest
- du nur im Winter Zeit hast und Nebel nicht riskieren willst
Eher woanders, wenn …
- du vor allem Großraumflugzeuge und Langstrecke suchst
- du dich in der Nähe militärischer Anlagen nicht wohlfühlst
Otopeni im regionalen Vergleich
In Südosteuropa ist Otopeni einer der größeren Flughäfen. Der Flughafen Budapest ist als Heimat von Wizz Air das naheliegende Gegenstück und bietet Spottern deutlich mehr offizielle Möglichkeiten. Der Flughafen Sofia und der Flughafen Belgrad lassen sich gut mit einer Balkan-Tour verbinden. Wer Großraumflugzeuge sucht, fährt besser zum Flughafen Istanbul – oder steigt in Bukarest in einen Zubringerflug nach Wien.
Für die Reiseplanung lohnt sich außerdem ein Blick auf die Jahreszeit. Im Winter ist im Bukarester Raum mit Nebel und Kälte zu rechnen – Tipps dafür stehen im Beitrag Planespotting im Winter.
Jeder YR-Treffer zählt
Beiträge mit Flugzeugdaten, Spot-Karte, Sonnenstand-Planer, Sichtungs-Alarme und Community in einer App – das ist Planetrack. Planetrack startet bald. Die Warteliste findest du unten auf dieser Seite.
Fazit
Der Flughafen Bukarest Henri Coandă ist kein Spotter-Freizeitpark, sondern ein ehrlicher, arbeitender Hauptstadtflughafen mit viel Charakter. TAROM mit 737 und ATR, die Basen von Wizz Air und Ryanair, HiSky mit ihrem Airbus-Großraumjet, Frachter und die Transporter der Luftstreitkräfte ergeben eine Mischung, die du in Mitteleuropa kaum findest.
Den Unterschied machen Vorbereitung und Fingerspitzengefühl: Betriebsrichtung und Licht klären, die Ankunftstafel lesen und rund um den militärischen Teil besonders umsichtig sein. Dann kehrst du mit einer Speicherkarte voller YR-Kennzeichen zurück.
Kurzfazit
OTP ist Rumäniens größter Flughafen und Heimat der TAROM. Zwei 3.500-Meter-Parallelpisten, starke Low-Cost-Basen und eine Militärbasis auf dem Gelände machen ihn spannend – plane nach Betriebsrichtung und Licht und respektiere die Regeln rund um militärische Anlagen.
Zusammenfassung
- Otopeni ist das Tor nach Rumänien und für Spotter vor allem wegen TAROM, der rumänischen Low-Cost-Szene und der Mischung aus Zivil- und Militärverkehr interessant.
- Zwei lange Parallelpisten in Ost-West-Richtung bedeuten: Die Betriebsrichtung entscheidet, von welcher Seite die Landungen kommen.
- Großraumflugzeuge sind selten, dafür siehst du viele YR-Kennzeichen, Turboprops und Airlines aus Südosteuropa und der Türkei.
- Wer militärische Motive erwischt, sollte die rumänischen Regeln rund um militärische Anlagen besonders ernst nehmen.
Häufige Fragen
Was sind die Codes des Flughafens Bukarest Henri Coandă?
Der IATA-Code ist OTP – abgeleitet vom Ortsnamen Otopeni –, der ICAO-Code LROP. OTP siehst du auf Bordkarten und Gepäckanhängern, LROP nutzen Flugsicherung und Flugverfolgungsdienste.
Warum heißt der Flughafen Otopeni und Henri Coandă?
Der Flughafen liegt auf dem Gebiet der Stadt Otopeni nördlich von Bukarest und hieß bis 2004 auch so. Im Mai 2004 wurde er nach Henri Coandă benannt, einem rumänischen Ingenieur und Luftfahrtpionier, nach dem auch der Coandă-Effekt in der Strömungslehre heißt. Im Alltag sagen viele Rumänen weiterhin einfach „Otopeni“.
Wie viele Start- und Landebahnen hat der Flughafen Bukarest?
Zwei: 08R/26L und 08L/26R. Beide sind 3.500 Meter lang und 45 Meter breit und verlaufen parallel in Ost-West-Richtung. Die erste Bahn entstand aus der Piste des früheren Militärflugplatzes, die zweite kam Mitte der 1980er-Jahre hinzu.
Welche Airlines haben in Otopeni ihre Basis?
Heimatairline ist TAROM, die hier auch ihren Sitz hat. Dazu kommen HiSky sowie Basen von Wizz Air und Ryanair. Auch AnimaWings war hier zu Hause, hat im September 2026 aber Insolvenz beantragt. Welche Airlines aktuell wie stark vertreten sind, ändert sich mit jedem Flugplan.
Wie komme ich vom Bukarester Zentrum zum Flughafen?
Am einfachsten mit dem Zug: Seit Dezember 2020 fährt eine direkte Verbindung ab dem Hauptbahnhof Gara de Nord, die Fahrt dauert rund 20 Minuten. Alternativ fährt der Expressbus 100 aus der Innenstadt. Fahrpläne und Takt können sich ändern – prüf sie vor der Abfahrt. Eine Metroanbindung über die Linie M6 ist im Bau.
Gibt es am Flughafen Bukarest eine Besucherterrasse?
Eine öffentliche Besucherterrasse, wie du sie etwa aus Wien oder München kennst, ist uns für Otopeni nicht bekannt. Spotter weichen deshalb auf öffentlich zugängliche Flächen außerhalb des Zauns aus. Achte dabei auf Absperrungen, Privatgrund und vor allem auf den militärischen Teil des Geländes.
Darf ich die Militärflugzeuge in Otopeni fotografieren?
Vorsicht: Auf dem Gelände liegt die Transportfliegerbasis 90 der rumänischen Luftstreitkräfte. Militärische Anlagen dürfen in vielen Ländern nicht oder nur eingeschränkt fotografiert werden, und Sicherheitskräfte reagieren entsprechend. Bleib auf öffentlichem Grund, richte die Kamera nicht gezielt auf militärische Einrichtungen und kooperiere bei Kontrollen. Grundlagen dazu stehen in den Beiträgen Spotten im Ausland und Militärflugplätze fotografieren.
Was ist der Unterschied zwischen Otopeni und Băneasa?
Băneasa (Aurel Vlaicu) ist der alte Stadtflughafen Bukarests, deutlich näher am Zentrum. Bis 2012 flogen dort die Low-Cost-Airlines, danach diente er lange vor allem der Geschäftsluftfahrt. Seit 2025 gibt es dort wieder regulären Low-Cost-Linienverkehr, vor allem von Wizz Air, die dort eine Basis eröffnet hat. Der Großteil des Bukarester Verkehrs läuft aber weiterhin über Otopeni.
Sichtungen rund um Flughafen Bukarest Henri Coandă sammeln
Foto mit Kennzeichen, Typ, Airline und Spot posten, Funde im Hangar sammeln und Likes und Kommentare aus der Community bekommen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Passende Airlines
Die Fluggesellschaften dazu – mit IATA- und ICAO-Code, Rufzeichen und Lackierung.
TAROM
Rumäniens staatliche Airline mit der Schwalbe am Leitwerk: einst Il-62, Boeing 707 und in Lizenz gebaute One-Eleven, heute eine kleine Flotte aus Boeing 737 und ATR 72 mit Drehkreuz Bukarest.
H4 / HYSHiSky
Junge Airline-Gruppe mit Wurzeln in Chișinău und Sitz der EU-Gesellschaft in Bukarest: kleine Airbus-Flotte, Langstrecke nach New York mit einem A330-200 und zwei Gesellschaften mit eigenen Codes.
W6 / WZZWizz Air
Ungarns Low-Cost-Airline aus Budapest: reine Airbus-Flotte mit Schwerpunkt A321neo, drei Gesellschaften mit HA-, 9H- und G-Kennzeichen und ein Netz, das von Mittel- und Osteuropa bis in den Nahen Osten reicht.
FR / RYRRyanair
Europas größte Low-Cost-Airline aus Irland: fast reine Boeing-737-Flotte, Punkt-zu-Punkt-Verkehr statt Drehkreuz und mehrere Schwestergesellschaften, die unter Ryanair-Flugnummern fliegen.
A2 / AWGAnimaWings
Junge rumänische Airline aus Otopeni, die mit Airbus A320 im Charter begann, ab Ende 2024 fabrikneue A220-300 übernahm und im September 2026 Insolvenz beantragte.
0B / BLABlue Air
Historische Low-Cost-Airline aus Rumänien: 2004 in Bukarest gestartet, mit gebrauchten Boeing 737 groß geworden, zeitweise mit Basen in Italien, Zypern und England – bis zum plötzlichen Stopp im September 2022 und der Insolvenz 2023.
TK / THYTurkish Airlines
Die türkische Netzwerk-Airline mit dem roten Leitwerk: 1933 gegründet, seit 2008 in der Star Alliance und mit dem Drehkreuz Istanbul eine der Airlines, die die meisten Länder der Welt anfliegt.
Typische Flugzeuge
Boeing 737-800
Das Arbeitspferd der Kurz- und Mittelstrecke: Die 737-800 ist die meistgebaute Version der 737 Next Generation und an vielen Flughäfen Europas ein Dauergast.
FlugzeugtypBoeing 737 MAX 8
Große LEAP-Triebwerke mit gezackten Gondelkanten, gegabelte Flügelspitzen und ein neu geformtes Heck: Die 737 MAX 8 ist die vierte Generation von Boeings Bestseller. So trennst du sie sicher von der 737-800.
FlugzeugtypATR 72-600
Hochdecker, T-Leitwerk, zwei sechsblättrige Propeller und ein Rumpf, der fast auf dem Vorfeld aufsitzt: Die ATR 72-600 gehört zu den erfolgreichsten Regional-Turboprops unserer Zeit. So erkennst du sie und so findest du sie.
FlugzeugtypATR 72-500
Sechs Propellerblätter, Hochdecker, T-Leitwerk – und von außen fast nicht von der -600 zu unterscheiden: Die ATR 72-500 ist die meistgebaute ATR 72 vor der aktuellen Generation. So grenzt du sie sauber ab.
FlugzeugtypAirbus A320 (ceo)
Der Jet, mit dem Airbus den Kurzstreckenmarkt umgekrempelt hat: Die A320 der ersten Generation ist seit 1988 im Dienst und noch immer an fast jedem Flughafen zu sehen. So erkennst du sie und ihre Varianten.
FlugzeugtypLockheed C-130 Hercules
Hoher Flügel, vier Turboprops, ein bauchiger Rumpf mit Heckrampe: Die C-130 Hercules fliegt seit 1954 und wird bis heute gebaut. So erkennst du sie, trennst alte und neue Versionen und weißt, wo du sie siehst.
Weitere Einträge
SkyTeam
Die jüngste der drei großen Airline-Allianzen: im Jahr 2000 von Delta, Air France, Aeroméxico und Korean Air gegründet, heute mit Schwerpunkt in Amsterdam und Paris – und mit einer silbernen Sonderlackierung, die Spotter gezielt suchen.
FlughafenFlughafen Budapest Liszt Ferenc
Ungarns wichtigster Flughafen, früher Ferihegy: zwei parallele Pisten, ein Terminal 2 mit SkyCourt, Wizz Air als prägende Airline, viel Fracht – und mit dem Aeropark, einer Terrasse und zwei Hügeln mehr legale Spots, als viele erwarten.
FlughafenFlughafen Sofia Vasil Levski
Bulgariens wichtigster Flughafen am Ostrand der Hauptstadt: eine lange Piste in Ost-West-Richtung, zwei Terminals, Bulgaria Air mit neuen A220, die Low-Cost-Basen von Wizz Air und Ryanair, eine Luftwaffenstaffel auf dem Gelände – und Spots am Zaun, die du größtenteils ohne Leiter nutzt.
FlughafenFlughafen Belgrad Nikola Tesla
Serbiens Tor zur Welt bei Surčin: Drehkreuz von Air Serbia mit A330, ATR und Embraer, Basis von Wizz Air, mit frisch sanierter Hauptbahn – und direkt am Gelände steht das Luftfahrtmuseum Belgrad mit über 200 Flugzeugen.
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