Flughafen Bukarest Henri Coandă

Rumäniens größter Flughafen, im Alltag schlicht Otopeni: zwei parallele 3.500-Meter-Pisten, Heimat von TAROM und HiSky, starke Basen von Wizz Air und Ryanair – und nebenan eine Transportfliegerbasis der rumänischen Luftstreitkräfte.

Auch bekannt als: Bucharest Henri Coandă International Airport · Aeroportul Internațional Henri Coandă București · Flughafen Bukarest-Otopeni · Otopeni · Compania Națională Aeroporturi București (Betreiber)

RumänienRumänienFlughäfenOTP / LROPseit 197011 Min. Lesezeit

OTP

IATA-Code

LROP

ICAO-Code

2 × 3.500 m

parallele Pisten

≈ 17 Mio.

Passagiere 2025

Das Wichtigste in Kürze

  • IATA OTP, ICAO LROP: Rumäniens größter Flughafen, 2025 mit rund 17 Millionen Passagieren auf Rekordniveau.
  • Zwei Pisten, je 3.500 Meter: 08R/26L und 08L/26R liegen parallel in Ost-West-Richtung, rund 1,1 Kilometer auseinander.
  • Drehkreuz der TAROM, dazu Heimat von HiSky und Basen von Wizz Air und Ryanair.
  • Militär nebenan: Die Transportfliegerbasis 90 teilt sich das Gelände – Kamera nur von öffentlichem Grund und mit Fingerspitzengefühl.
  • Der Zug ist der einfachste Weg: Seit Ende 2020 fährt ein Direktzug ab Gara de Nord in rund 20 Minuten zum Flughafen.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Steckbrief
  2. 2.Tätigkeitsfelder
  3. 3.Geschichte im Zeitraffer
  4. 4.Was du als Spotter wissen solltest
  5. 5.Stärken und Schwächen
  6. 6.Vom Militärflugplatz zum Hauptstadtflughafen
  7. 7.Zwei Pisten in Ost-West-Richtung
  8. 8.Betriebsrichtung: 26 oder 08?
  9. 9.TAROM: die Schwalbe am Heimatflughafen
  10. 10.Low-Cost, Regionalverkehr und Gäste aus der Region
  11. 11.Fracht: von Integratoren bis Turkish Cargo
  12. 12.Militär auf dem Gelände: Transportfliegerbasis 90
  13. 13.Spotten in Otopeni: was du wissen solltest
  14. 14.YR-Kennzeichen lesen
  15. 15.Anreise: Zug, Bus und Straße
  16. 16.Wachstum, Băneasa und das zweite Terminal
  17. 17.Otopeni im regionalen Vergleich
  18. 18.Fazit
  19. 19.Häufige Fragen

Steckbrief

IATA-CodeOTP
ICAO-CodeLROP
BetreiberCompania Națională Aeroporturi București (CNAB) – staatliche Gesellschaft, die auch den Stadtflughafen Băneasa betreibt; Mehrheitseigner ist das rumänische Verkehrsministerium
LageIn der Stadt Otopeni im Kreis Ilfov, rund 16 km nördlich der Bukarester Innenstadt an der Nationalstraße DN1
HöheRund 96 m über dem Meeresspiegel
Start- und LandebahnenZwei parallele Pisten in Ost-West-Richtung: 08R/26L und 08L/26R, je 3.500 m lang und 45 m breit, rund 1.100 m voneinander entfernt
TerminalEin Terminalkomplex aus Abflughalle, Ankunftshalle (dem umgebauten alten Terminal) und dem Fingerdock mit Fluggastbrücken
Wichtigste NutzerTAROM (Heimatflughafen und Firmensitz), HiSky, dazu Basen von Wizz Air und Ryanair
Verkehr 2025Rund 17 Mio. Passagiere – so viele wie nie zuvor
MilitärTransportfliegerbasis 90 der rumänischen Luftstreitkräfte auf dem Gelände
AnreiseDirektzug ab Bukarest Gara de Nord (seit Dezember 2020), Expressbus 100 ab der Innenstadt, Straße DN1
NameSeit Mai 2004 nach dem rumänischen Luftfahrtpionier Henri Coandă benannt, zuvor Flughafen Otopeni
Offizielle Websitewww.bucharestairports.ro

Tätigkeitsfelder

Passagierverkehr – Drehkreuz der TAROM, Basisflughafen für Low-Cost-Airlines und Ziel vieler europäischer Netzwerkcarrier
Luftfracht – Beiladefracht sowie reine Frachtflüge von Integratoren und Frachtairlines
Flughafenbetrieb – Pisten, Vorfelder und Terminal durch die staatliche CNAB
Militärische Nutzung – Transportfliegerbasis 90 der rumänischen Luftstreitkräfte im militärischen Teil des Geländes
Ausbau – Planung eines zweiten Terminals im Osten des Geländes und Anschluss an die Metrolinie M6

Geschichte im Zeitraffer

1940Bei Otopeni wird ein Militärflugplatz angelegt, den im Zweiten Weltkrieg auch die deutsche Luftwaffe nutzt. 1944 wird der Platz mehrfach bombardiert.
1965Der Umbau zum zivilen Verkehrsflughafen beginnt. Die Piste 08/26 wird auf 3.500 Meter verlängert. Bis dahin lief der Bukarester Linienverkehr über Băneasa.
1970Am 13. April öffnet das erste Passagierterminal. Otopeni wird zum internationalen Flughafen der Hauptstadt.
1986/87Eine zweite, parallele 3.500-Meter-Piste geht in Betrieb, rund 1.100 Meter neben der ersten.
1995Am 31. März stürzt kurz nach dem Start ein TAROM-Airbus A310 bei Balotești ab; alle 60 Menschen an Bord sterben. Es ist das schwerste Flugunglück der rumänischen Zivilluftfahrt.
2000Das alte Terminal wird zur Ankunftshalle umgebaut; der Abflug läuft über neue Gebäude.
2004Im Mai erhält der Flughafen den Namen Henri Coandă.
2011/12Ein erweitertes Fingerdock geht in Betrieb. Im März 2012 wandert fast der gesamte Linienverkehr vom Stadtflughafen Băneasa nach Otopeni – auch die Low-Cost-Airlines.
2020Am 13. Dezember startet die direkte Bahnverbindung zwischen Bukarest Gara de Nord und dem Flughafen.
2025Mit rund 17 Millionen Passagieren stellt der Flughafen einen neuen Rekord auf. Parallel nimmt Băneasa wieder regulären Low-Cost-Linienverkehr auf.

Flughafen Bukarest Henri Coandă aus Spotter-Sicht

Deine Checkliste für Flughafen Bukarest Henri Coandă

Hak ab, was du schon gesehen oder erledigt hast.

  • Einen TAROM-Jet mit der Schwalbe am Leitwerk gesehen – am Heimatflughafen ist die Dichte am höchsten
  • Eine TAROM-ATR 72 und eine TAROM-Boeing 737 am selben Tag notiert
  • Eine Boeing 737 MAX 8 der TAROM erwischt – das jüngste Muster der Flotte
  • Einen Airbus der HiSky fotografiert, im Idealfall den A330-200
  • Wizz Air und Ryanair nebeneinander gesehen – zwei Low-Cost-Philosophien an einem Flughafen
  • Einen Militärtransporter der Basis 90 aus legaler Position gesehen, etwa eine C-130 Hercules oder eine C-27J Spartan
  • Ein YR-Kennzeichen notiert – die Nationalitätenkennung Rumäniens

Stärken und Schwächen

Das spricht dafür

  • Heimat der TAROM – rumänische Flag-Carrier-Flotte in hoher Dichte
  • Abwechslungsreicher Mix aus Netzwerk-Airlines, Low-Cost, Regionalturboprops und Militär
  • Bequeme Anreise per Direktzug ab Gara de Nord oder Expressbus
  • Lange Parallelpisten in Ost-West-Richtung, Licht gut planbar
  • Verhältnismäßig wenig Langstrecke, dafür viele seltenere Osteuropa-Kennzeichen

Wo es hakt

  • Militärischer Teil auf dem Gelände – hier ist beim Fotografieren besondere Vorsicht angesagt
  • Keine offiziell ausgewiesene Besucherterrasse wie an vielen westeuropäischen Flughäfen bekannt
  • Kaum Großraumflugzeuge im Linienverkehr
  • Im Winter Nebel möglich, der die Sicht auf die Pisten stark einschränkt
  • Teil des Low-Cost-Verkehrs ist seit 2025 wieder nach Băneasa abgewandert

Wer nach Rumänien fliegt, landet fast immer hier. Der Flughafen Bukarest Henri Coandă – für die meisten schlicht Otopeni – ist der größte Flughafen des Landes, Heimat der staatlichen Airline TAROM und einer der Orte, an denen sich die osteuropäische Low-Cost-Szene besonders gut beobachten lässt. Für Spotter ist er kein Selbstläufer wie München oder Wien, aber genau das macht seinen Reiz aus: YR-Kennzeichen, Turboprops, Militärtransporter und eine Airline-Mischung, die du in Mitteleuropa so nicht findest.

Dein OTP-Logbuch beginnt hier

Sichtungen mit Foto, Kennzeichen, Airline und Flughafen festhalten und später wiederfinden – genau dafür gibt es Planetrack. Die App startet bald, die Anmeldung zur Warteliste findest du unten auf dieser Seite.

Vom Militärflugplatz zum Hauptstadtflughafen

Die Geschichte von Otopeni beginnt militärisch. 1940 entstand nördlich von Bukarest ein Militärflugplatz, den im Zweiten Weltkrieg auch die deutsche Luftwaffe nutzte, unter anderem mit Nachtjägern. 1944 wurde der Platz bombardiert. Nach dem Krieg blieb er lange in der Hand der rumänischen Luftstreitkräfte, während der zivile Verkehr der Hauptstadt über den stadtnahen Flughafen Băneasa lief.

Ab 1965 baute Rumänien Otopeni zum zivilen Verkehrsflughafen aus und verlängerte die Piste auf 3.500 Meter. Am 13. April 1970 öffnete das erste Passagierterminal, ausgelegt auf gut eine Million Reisende im Jahr. Mitte der 1980er-Jahre kam eine zweite, parallele Bahn hinzu. Seit Mai 2004 trägt der Flughafen den Namen des Ingenieurs Henri Coandă, eines Pioniers der rumänischen Luftfahrt. Der Ortsname Otopeni lebt im IATA-Code OTP weiter.

≈ 17 Mio.Passagiere im Jahr 2025
2 × 3.500 mparallele Pisten
1970Eröffnung des ersten Terminals
≈ 16 kmbis zur Bukarester Innenstadt

Zwei Pisten in Ost-West-Richtung

Das Layout ist schnell erklärt. Beide Start- und Landebahnen verlaufen parallel in Ost-West-Richtung, sind jeweils 3.500 Meter lang und 45 Meter breit. Sie liegen rund 1,1 Kilometer auseinander – deutlich näher als in München, aber weit genug für einen getrennten Betrieb. Terminal, Vorfelder und der militärische Teil verteilen sich um die beiden Bahnen herum.

Piste Länge × Breite Belag Besonderheit
08R/26L 3.500 m × 45 m Asphalt Ursprung ist die Piste des früheren Militärflugplatzes
08L/26R 3.500 m × 45 m Asphalt Mitte der 1980er-Jahre als Parallelbahn ergänzt

Welche Bahn gerade für Starts und welche für Landungen genutzt wird, hängt von Verkehr, Tageszeit und den Vorgaben der Flugsicherung ab. Prüf es am besten live in einer Flugverfolgung, bevor du dich auf ein Bahnende festlegst. Wie das geht, erklärt der Beitrag Flugverfolgung mit ADS-B.

Betriebsrichtung: 26 oder 08?

Wie überall starten und landen Flugzeuge gegen den Wind. Weht er aus Westen, gilt Betriebsrichtung 26: Die Maschinen kommen von Osten herein und starten nach Westen. Bei Ostwind dreht sich das Bild und es gilt 08. Für Anflugfotos am Bahnende heißt das: Du musst am Ende stehen, auf das die Flugzeuge gerade zufliegen – und das kann sich mit einem Wetterwechsel innerhalb eines Tages ändern.

Wie du Wind und Betriebsrichtung vorher einschätzt, steht im Beitrag Betriebsrichtung am Flughafen verstehen. In Planetrack siehst du Wetter, Wind und die aktiven Pisten am Flughafen direkt in der App – praktisch, wenn du spontan entscheiden willst, welches Ende sich heute lohnt.

Licht und Pistenrichtung zusammen denken

Bei Pisten in Ost-West-Richtung steht die Sonne mittags im Süden. Fotografierst du von der Nordseite Richtung Süden, kämpfst du um die Mittagszeit gegen das Licht; von der Südseite hast du die Sonne im Rücken. Morgens und abends kommt das Licht seitlich. Mit dem Beitrag zum Sonnenstand am Fotospot und dem Sonnenstand-Planer in Planetrack klärst du das vor der Anreise.

TAROM: die Schwalbe am Heimatflughafen

Otopeni ist das Drehkreuz und der Firmensitz der TAROM. Die staatliche Airline, seit 2010 Mitglied der SkyTeam-Allianz, ist zwar deutlich kleiner als früher, prägt das Bild am Flughafen aber weiterhin. Ihre Flotte besteht heute aus Boeing-737-Varianten und ATR-Turboprops: Neben der Boeing 737-700 und der 737-800 fliegt die 737 MAX 8, weitere Exemplare kommen schrittweise hinzu. Auf kürzeren Strecken fliegen die ATR 72-500 und die ATR 72-600.

Historisch war Otopeni ein Ort voller Typen, die heute längst aus Europa verschwunden sind. TAROM flog hier unter anderem die Iljuschin Il-62, die in Lizenz als Rombac gebaute BAC One-Eleven, die Airbus A310 und zuletzt den kleinen A318. Wer alte Spotterbücher durchblättert, findet entsprechend viele YR-Kennzeichen mit Bukarest als Fotoort.

Muster Rolle bei TAROM (Stand Herbst 2026) Typisches Einsatzgebiet
Boeing 737-700 / -800 Rückgrat der Jet-Flotte Europa, Mittelmeer, Naher Osten
Boeing 737 MAX 8 jüngstes Muster, seit September 2026 im Einsatz Europa und längere Mittelstrecken
ATR 72-500 / -600 Turboprops Inlandsverbindungen und kürzere Auslandsstrecken

Die TAROM-MAX nicht verpassen

Mit Planetrack setzt du Typen, Airlines und Kennzeichen auf die Wunschliste deines Hangars und wirst bei Anflug und Landung benachrichtigt. Die App startet bald – trag dich unten in die Warteliste ein.

Low-Cost, Regionalverkehr und Gäste aus der Region

Neben TAROM ist Otopeni vor allem ein Flughafen der Low-Cost-Airlines. Wizz Air und Ryanair unterhalten hier Basen und bringen eine große Zahl an Airbus-A320-Familie- und Boeing-737-Jets in die Statistik. Für Spotter heißt das: viele Kennzeichen aus unterschiedlichen Registern, darunter ungarische, maltesische und weitere Zulassungen der Konzerngesellschaften.

Eine zweite rumänische Heimatairline ist HiSky, die mit einer kleinen Airbus-Flotte aus A320, A321neo und einem A330-200 fliegt. Der Großraumjet ist eines der seltenen Widebody-Motive mit rumänischem Kennzeichen. AnimaWings hatte ihre Heimat ebenfalls in Otopeni und setzte zuletzt vor allem den Airbus A220-300 ein; im September 2026 hat die Airline Insolvenz beantragt, ihre Zukunft ist offen. Wer die rumänische Luftfahrt der letzten zwanzig Jahre verfolgt hat, erinnert sich außerdem an Blue Air, die 2022 den Betrieb einstellte.

Dazu kommen Netzwerk-Airlines aus ganz Europa und den Nachbarregionen – von Turkish Airlines über Austrian Airlines bis zu LOT Polish Airlines. Interkontinentaler Linienverkehr spielt dagegen nur eine kleine Rolle. Großraumflugzeuge siehst du deshalb selten; umso mehr lohnt sich ein Blick in die Ankunftstafel, wenn doch einmal einer angekündigt ist.

Airline Rolle in Otopeni Typisches Flugzeugbild
TAROM Heimatairline und Drehkreuz Boeing 737, ATR 72
HiSky rumänische Heimatairline A320, A321neo, A330-200
Wizz Air Basis A320-Familie, viele neo-Varianten
Ryanair Basis Boeing 737-800 und 737 MAX
Netzwerkcarrier aus Europa und der Türkei Zubringer zu den Drehkreuzen A320-Familie, 737, Regionaljets

Fracht: von Integratoren bis Turkish Cargo

Otopeni ist auch Rumäniens wichtigster Frachtflughafen. 2025 lag das Frachtaufkommen bei gut 42.000 Tonnen. Ein großer Teil fliegt im Bauch der Passagierflugzeuge mit, hinzu kommen reine Frachtflüge. Zu den Frachtairlines am Flughafen zählen unter anderem DHL, UPS, Turkish Cargo, Saudia Cargo und MSC Air Cargo. Turkish Cargo hat unter anderem den Airbus A330-200F in der Flotte – mit etwas Glück eines der seltenen Großraummotive in Bukarest.

Welche Frachter wann landen, ist schwerer vorherzusagen als der Passagierverkehr, weil viele Flüge nachts oder unregelmäßig stattfinden. Hintergründe zu den Express-Netzwerken findest du im Beitrag Express-Integratoren DHL, FedEx und UPS.

Militär auf dem Gelände: Transportfliegerbasis 90

Was Otopeni von vielen anderen Hauptstadtflughäfen unterscheidet, ist der militärische Teil. Auf dem Gelände liegt die Transportfliegerbasis 90 der rumänischen Luftstreitkräfte. Von hier aus fliegen Transportflugzeuge wie die Lockheed C-130 Hercules und die C-27J Spartan, laut verfügbaren Quellen außerdem Hubschrauber vom Typ Puma in rumänischer Lizenzfertigung.

Für dich ist das eine Chance und eine Verpflichtung zugleich. Militärtransporter tauchen im zivilen Verkehr immer wieder auf und sind schöne Motive. Gleichzeitig gelten für militärische Anlagen strengere Regeln als für den zivilen Flughafen. Wie du Militärtransporter auseinanderhältst, erklärt der Beitrag Militärtransporter erkennen.

Militär ist kein Fotomotiv wie jedes andere

Richte die Kamera nicht gezielt auf militärische Einrichtungen, Wachen oder abgestellte Militärflugzeuge auf dem Kasernengelände. Bleib auf öffentlichem Grund, halte Abstand zu Zäunen und Toren und erkläre bei einer Kontrolle ruhig, was du machst. Die Regeln für das Spotten im Ausland fasst der Beitrag Spotten im Ausland zusammen, speziell zu Militärgelände hilft Militärflugplätze fotografieren.

Spotten in Otopeni: was du wissen solltest

Eine öffentliche Besucherterrasse, wie du sie aus Wien oder München kennst, ist uns für Otopeni nicht bekannt. Spotter weichen deshalb auf öffentlich zugängliche Wege und Flächen außerhalb des Zauns aus, typischerweise an den Pistenenden oder entlang der Straßen rund um das Gelände. Feste, offiziell ausgewiesene Spotterplätze sind uns für Otopeni nicht bekannt – verlass dich also nicht auf alte Forenbeiträge, sondern prüf vor Ort, ob ein Standort frei zugänglich und unbedenklich ist.

Die Spot-Karte in Planetrack hilft dir dabei: Dort siehst du Spots mit Anreise, bestem Licht, Bewertungen und Fotos aus der Community. So erkennst du schnell, wo andere Spotter zuletzt standen und wie das Licht dort zu welcher Tageszeit fällt.

Wind und Betriebsrichtung prüfen

Westwind heißt Richtung 26, Ostwind Richtung 08. Daraus ergibt sich, an welchem Ende die Landungen hereinkommen.

TAROM-Wellen und Highlights heraussuchen

Ankunfts- und Abflugtafel zeigen dir, wann TAROM, HiSky oder ein seltener Gast kommen. Das spart Wartezeit am Zaun.

Anreise planen

Zug ab Gara de Nord oder Expressbus 100 bringen dich zum Terminal. Für Standorte am Pistenende brauchst du meist ein Auto oder ein Taxi.

Militärteil im Kopf behalten

Prüf, wohin deine Kamera zeigt. Ein Standort, der zivile Landungen zeigt, kann gleichzeitig auf militärische Anlagen blicken.

Kennzeichen notieren

Bei vielen A320 und 737 ist das Kennzeichen der einzige Weg, deine Sichtungen später sauber zuzuordnen.

YR-Kennzeichen lesen

Rumänische Flugzeuge tragen die Nationalitätenkennung YR, gefolgt von einem Bindestrich und drei Buchstaben. Wer neu bei der Systematik ist, findet die Grundlagen im Beitrag Flugzeugkennzeichen verstehen. Für viele Spotter aus Mitteleuropa ist Otopeni ohnehin vor allem eine Gelegenheit, endlich eine Lücke an YR-Registrierungen zu schließen.

In Planetrack hältst du jede Sichtung mit Foto, Kennzeichen, Flugzeugtyp, Airline, Flughafen und Spot fest. Dein Hangar zeigt dir dann auf einen Blick, welche YR-Flugzeuge du schon gesehen hast und welche noch auf der Wunschliste stehen.

Anreise: Zug, Bus und Straße

Lange war Otopeni nur über die Straße zu erreichen. Das änderte sich am 13. Dezember 2020: Seitdem fährt eine direkte Zugverbindung zwischen dem Bukarester Hauptbahnhof Gara de Nord und dem Flughafen. Die Fahrt dauert rund 20 Minuten, der Zug fährt in einem festen Takt. Die Strecke ist eingleisig und nicht elektrifiziert, was die Kapazität begrenzt – für Spotter mit leichtem Gepäck ist sie trotzdem die bequemste Lösung.

Alternativ fährt der Expressbus 100 aus der Innenstadt zum Terminal. Mit dem Auto erreichst du den Flughafen über die Nationalstraße DN1 Richtung Ploiești. Zusätzlich ist die Metrolinie M6 im Bau, über die der Flughafen an das Bukarester U-Bahn-Netz angeschlossen wird. Wie du generell zwischen Bahn und Auto abwägst, steht im Beitrag Anreise zum Spot.

Wachstum, Băneasa und das zweite Terminal

Otopeni wächst seit Jahren. 2019 lag der Flughafen bei knapp 14,7 Millionen Passagieren, 2020 brach der Verkehr pandemiebedingt auf unter 4,5 Millionen ein. 2023 lag er mit gut 14,6 Millionen fast wieder auf Vorkrisenniveau, 2024 kamen knapp 16 Millionen, 2025 rund 17 Millionen Passagiere. Das bestehende Terminal ist damit an seiner Grenze.

Seit Jahren ist deshalb ein zweites Terminal im Osten des Geländes in Planung, modular aufgebaut aus mehreren Gebäuden. Das Grundstück hat der Flughafen 2021 erworben; wann der Bau tatsächlich beginnt, ist politisch umstritten und offen. Eine kurzfristige Entlastung kommt aus der Stadt: Der alte Flughafen Băneasa, der nach 2012 lange fast nur von Geschäftsflugzeugen genutzt wurde, nimmt seit 2025 wieder regulären Low-Cost-Verkehr auf. Für Spotter bedeutet das, dass ein Teil der Wizz-Air-Flüge nicht mehr über Otopeni, sondern über Băneasa läuft.

Otopeni passt zu dir, wenn …

  • du TAROM und rumänische YR-Kennzeichen sammeln willst
  • du Low-Cost-Basen von Wizz Air und Ryanair aus der Nähe erleben möchtest
  • du einen Mix aus Zivil-, Fracht- und Militärverkehr reizvoll findest

Bedingt geeignet, wenn …

  • du einen festen, offiziellen Spotterplatz mit Infrastruktur erwartest
  • du nur im Winter Zeit hast und Nebel nicht riskieren willst

Eher woanders, wenn …

  • du vor allem Großraumflugzeuge und Langstrecke suchst
  • du dich in der Nähe militärischer Anlagen nicht wohlfühlst

Otopeni im regionalen Vergleich

In Südosteuropa ist Otopeni einer der größeren Flughäfen. Der Flughafen Budapest ist als Heimat von Wizz Air das naheliegende Gegenstück und bietet Spottern deutlich mehr offizielle Möglichkeiten. Der Flughafen Sofia und der Flughafen Belgrad lassen sich gut mit einer Balkan-Tour verbinden. Wer Großraumflugzeuge sucht, fährt besser zum Flughafen Istanbul – oder steigt in Bukarest in einen Zubringerflug nach Wien.

Für die Reiseplanung lohnt sich außerdem ein Blick auf die Jahreszeit. Im Winter ist im Bukarester Raum mit Nebel und Kälte zu rechnen – Tipps dafür stehen im Beitrag Planespotting im Winter.

Jeder YR-Treffer zählt

Beiträge mit Flugzeugdaten, Spot-Karte, Sonnenstand-Planer, Sichtungs-Alarme und Community in einer App – das ist Planetrack. Planetrack startet bald. Die Warteliste findest du unten auf dieser Seite.

Fazit

Der Flughafen Bukarest Henri Coandă ist kein Spotter-Freizeitpark, sondern ein ehrlicher, arbeitender Hauptstadtflughafen mit viel Charakter. TAROM mit 737 und ATR, die Basen von Wizz Air und Ryanair, HiSky mit ihrem Airbus-Großraumjet, Frachter und die Transporter der Luftstreitkräfte ergeben eine Mischung, die du in Mitteleuropa kaum findest.

Den Unterschied machen Vorbereitung und Fingerspitzengefühl: Betriebsrichtung und Licht klären, die Ankunftstafel lesen und rund um den militärischen Teil besonders umsichtig sein. Dann kehrst du mit einer Speicherkarte voller YR-Kennzeichen zurück.

Kurzfazit

OTP ist Rumäniens größter Flughafen und Heimat der TAROM. Zwei 3.500-Meter-Parallelpisten, starke Low-Cost-Basen und eine Militärbasis auf dem Gelände machen ihn spannend – plane nach Betriebsrichtung und Licht und respektiere die Regeln rund um militärische Anlagen.

Zusammenfassung

  • Otopeni ist das Tor nach Rumänien und für Spotter vor allem wegen TAROM, der rumänischen Low-Cost-Szene und der Mischung aus Zivil- und Militärverkehr interessant.
  • Zwei lange Parallelpisten in Ost-West-Richtung bedeuten: Die Betriebsrichtung entscheidet, von welcher Seite die Landungen kommen.
  • Großraumflugzeuge sind selten, dafür siehst du viele YR-Kennzeichen, Turboprops und Airlines aus Südosteuropa und der Türkei.
  • Wer militärische Motive erwischt, sollte die rumänischen Regeln rund um militärische Anlagen besonders ernst nehmen.

Häufige Fragen

Was sind die Codes des Flughafens Bukarest Henri Coandă?

Der IATA-Code ist OTP – abgeleitet vom Ortsnamen Otopeni –, der ICAO-Code LROP. OTP siehst du auf Bordkarten und Gepäckanhängern, LROP nutzen Flugsicherung und Flugverfolgungsdienste.

Warum heißt der Flughafen Otopeni und Henri Coandă?

Der Flughafen liegt auf dem Gebiet der Stadt Otopeni nördlich von Bukarest und hieß bis 2004 auch so. Im Mai 2004 wurde er nach Henri Coandă benannt, einem rumänischen Ingenieur und Luftfahrtpionier, nach dem auch der Coandă-Effekt in der Strömungslehre heißt. Im Alltag sagen viele Rumänen weiterhin einfach „Otopeni“.

Wie viele Start- und Landebahnen hat der Flughafen Bukarest?

Zwei: 08R/26L und 08L/26R. Beide sind 3.500 Meter lang und 45 Meter breit und verlaufen parallel in Ost-West-Richtung. Die erste Bahn entstand aus der Piste des früheren Militärflugplatzes, die zweite kam Mitte der 1980er-Jahre hinzu.

Welche Airlines haben in Otopeni ihre Basis?

Heimatairline ist TAROM, die hier auch ihren Sitz hat. Dazu kommen HiSky sowie Basen von Wizz Air und Ryanair. Auch AnimaWings war hier zu Hause, hat im September 2026 aber Insolvenz beantragt. Welche Airlines aktuell wie stark vertreten sind, ändert sich mit jedem Flugplan.

Wie komme ich vom Bukarester Zentrum zum Flughafen?

Am einfachsten mit dem Zug: Seit Dezember 2020 fährt eine direkte Verbindung ab dem Hauptbahnhof Gara de Nord, die Fahrt dauert rund 20 Minuten. Alternativ fährt der Expressbus 100 aus der Innenstadt. Fahrpläne und Takt können sich ändern – prüf sie vor der Abfahrt. Eine Metroanbindung über die Linie M6 ist im Bau.

Gibt es am Flughafen Bukarest eine Besucherterrasse?

Eine öffentliche Besucherterrasse, wie du sie etwa aus Wien oder München kennst, ist uns für Otopeni nicht bekannt. Spotter weichen deshalb auf öffentlich zugängliche Flächen außerhalb des Zauns aus. Achte dabei auf Absperrungen, Privatgrund und vor allem auf den militärischen Teil des Geländes.

Darf ich die Militärflugzeuge in Otopeni fotografieren?

Vorsicht: Auf dem Gelände liegt die Transportfliegerbasis 90 der rumänischen Luftstreitkräfte. Militärische Anlagen dürfen in vielen Ländern nicht oder nur eingeschränkt fotografiert werden, und Sicherheitskräfte reagieren entsprechend. Bleib auf öffentlichem Grund, richte die Kamera nicht gezielt auf militärische Einrichtungen und kooperiere bei Kontrollen. Grundlagen dazu stehen in den Beiträgen Spotten im Ausland und Militärflugplätze fotografieren.

Was ist der Unterschied zwischen Otopeni und Băneasa?

Băneasa (Aurel Vlaicu) ist der alte Stadtflughafen Bukarests, deutlich näher am Zentrum. Bis 2012 flogen dort die Low-Cost-Airlines, danach diente er lange vor allem der Geschäftsluftfahrt. Seit 2025 gibt es dort wieder regulären Low-Cost-Linienverkehr, vor allem von Wizz Air, die dort eine Basis eröffnet hat. Der Großteil des Bukarester Verkehrs läuft aber weiterhin über Otopeni.

Sichtungen rund um Flughafen Bukarest Henri Coandă sammeln

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Passende Airlines

Die Fluggesellschaften dazu – mit IATA- und ICAO-Code, Rufzeichen und Lackierung.

RO / ROT

TAROM

Rumäniens staatliche Airline mit der Schwalbe am Leitwerk: einst Il-62, Boeing 707 und in Lizenz gebaute One-Eleven, heute eine kleine Flotte aus Boeing 737 und ATR 72 mit Drehkreuz Bukarest.

H4 / HYS

HiSky

Junge Airline-Gruppe mit Wurzeln in Chișinău und Sitz der EU-Gesellschaft in Bukarest: kleine Airbus-Flotte, Langstrecke nach New York mit einem A330-200 und zwei Gesellschaften mit eigenen Codes.

W6 / WZZ

Wizz Air

Ungarns Low-Cost-Airline aus Budapest: reine Airbus-Flotte mit Schwerpunkt A321neo, drei Gesellschaften mit HA-, 9H- und G-Kennzeichen und ein Netz, das von Mittel- und Osteuropa bis in den Nahen Osten reicht.

FR / RYR

Ryanair

Europas größte Low-Cost-Airline aus Irland: fast reine Boeing-737-Flotte, Punkt-zu-Punkt-Verkehr statt Drehkreuz und mehrere Schwestergesellschaften, die unter Ryanair-Flugnummern fliegen.

A2 / AWG

AnimaWings

Junge rumänische Airline aus Otopeni, die mit Airbus A320 im Charter begann, ab Ende 2024 fabrikneue A220-300 übernahm und im September 2026 Insolvenz beantragte.

0B / BLA

Blue Air

Historische Low-Cost-Airline aus Rumänien: 2004 in Bukarest gestartet, mit gebrauchten Boeing 737 groß geworden, zeitweise mit Basen in Italien, Zypern und England – bis zum plötzlichen Stopp im September 2022 und der Insolvenz 2023.

TK / THY

Turkish Airlines

Die türkische Netzwerk-Airline mit dem roten Leitwerk: 1933 gegründet, seit 2008 in der Star Alliance und mit dem Drehkreuz Istanbul eine der Airlines, die die meisten Länder der Welt anfliegt.

Typische Flugzeuge

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Planetrack Redaktion

Diese Datenbank beschreibt Flughäfen, Flugzeughersteller, Airline-Gruppen, Allianzen und Luftfahrtmuseen. Eigentümer, Beteiligungen und Mitgliedschaften ändern sich laufend – gesicherte Angaben stehen im Steckbrief, alles Veränderliche ist als solches gekennzeichnet. Die einzelnen Fluggesellschaften findest du in der Airline-Datenbank.

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