Hapag-Lloyd Flug

Historischer Ferienflieger aus Hannover (1972–2007): gegründet von der Reederei Hapag-Lloyd, bekannt für Orange und Blau, Airbus A300/A310 und als weltweiter Erstkunde der Boeing 737-800 – 2007 in TUIfly aufgegangen.

Auch bekannt als: Hapag-Lloyd Flug GmbH · Hapag-Lloyd Fluggesellschaft mbH · Hapagfly · Hapag-Lloyd · HF

DeutschlandDeutschlandFerienfliegerIATA: HFICAO: HLF12 Min. Lesezeit

HF / HLF

IATA- und ICAO-Code

1973–2007

Flugbetrieb unter eigener Marke

1998

Erstkunde der Boeing 737-800

HAJ

Heimatflughafen Hannover

Das Wichtigste in Kürze

  • Hapag-Lloyd Flug ist historisch: Der Ferienflieger aus Hannover ging im Januar 2007 in der Marke TUIfly auf.
  • Die Wurzeln liegen in der Seefahrt: Gegründet wurde die Airline 1972 von der Reederei Hapag-Lloyd, der erste Flug ging im März 1973 nach Ibiza.
  • Codes: IATA HF, ICAO HLF, Rufzeichen „HAPAG LLOYD“.
  • Weltpremiere 1998: Hapag-Lloyd war Erstkunde der Boeing 737-800 – des Typs, der bis heute bei TUIfly fliegt.
  • Orange und Blau prägten die Optik fast drei Jahrzehnte lang, ab 2002 folgte das TUI-Design.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Hapag-Lloyd Flug im Überblick
  2. 2.Die Geschichte in Etappen
  3. 3.Codes und Rufzeichen
  4. 4.Die Flotte von Hapag-Lloyd Flug
  5. 5.Woran du Hapag-Lloyd Flug erkennst
  6. 6.Hapag-Lloyd Flug und Hapag-Lloyd Express
  7. 7.Flug 3378: die Notlandung in Wien
  8. 8.Von Hapagfly zu TUIfly
  9. 9.Hapag-Lloyd im Spotter-Alltag heute
  10. 10.Häufige Verwechslungen
  11. 11.Fazit

Steckbrief

IATA-CodeHF
ICAO-CodeHLF
RufzeichenHAPAG LLOYD
DrehkreuzeHAJ
StatusHistorisch – seit Januar 2007 unter der Marke TUIfly, 2010 rechtlich in TUIfly GmbH umbenannt
GeschäftsmodellFerien- und Charterairline, vor allem im Auftrag von Reiseveranstaltern zu Zielen am Mittelmeer und auf den Kanaren
Gegründet1972 von der Reederei Hapag-Lloyd; erster Flug am 30. März 1973 von Hamburg nach Ibiza
SitzLangenhagen am Flughafen Hannover
BasenHeimatflughafen Hannover (HAJ), dazu unter anderem Düsseldorf und Frankfurt
EigentümerReederei Hapag-Lloyd, ab Ende der 1990er-Jahre Teil des Preussag-Konzerns, der heutigen TUI
ÜbernahmenBavaria Germanair: 1977 gekauft, im Januar 1979 eingegliedert
MarkennamenHapag-Lloyd, ab Mitte der 2000er-Jahre Hapagfly, ab Januar 2007 TUIfly
Wichtige TypenBoeing 727, BAC One-Eleven, Airbus A300B4 und A310, Boeing 737-200, -400, -500 und -800
Allianzkeine

Woran du die Airline erkennst

Ist das wirklich Hapag-Lloyd Flug?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Bis 2002 die klassische Optik in Orange und Blau mit Schriftzug „Hapag-Lloyd“ – heute nur noch auf Archivfotos
  • Ab 2002 hellere Bemalung in Blau, Weiß und Rot mit dem TUI-Logo am Leitwerk
  • Deutsches Kennzeichen mit D-; bekanntestes Beispiel ist die A310 D-AHLB von Flug 3378
  • Flugnummer mit HF, in Archiven und alten Flugplänen der ICAO-Code HLF, im Funk „HAPAG LLOYD“
  • Typische Typen je nach Jahrzehnt: 727 in den 1970ern, A300/A310 und 737-400/-500 ab den späten 1980ern, 737-800 ab 1998

Wer in den 1970er- bis 2000er-Jahren in den Urlaub geflogen ist, saß gut möglich in einem Flugzeug von Hapag-Lloyd. Der Ferienflieger aus Hannover brachte Millionen Deutsche ans Mittelmeer und auf die Kanaren, flog Großraumjets wie die Airbus A310 auf Urlaubsstrecken und durfte sich 1998 als erste Airline der Welt über eine Boeing 737-800 freuen. Seit 2007 gibt es die Marke nicht mehr – sie lebt in TUIfly weiter. Diese Seite zeigt dir, wie Hapag-Lloyd Flug entstand, welche Flugzeuge sie flog, woran du ihre Jets auf alten Fotos erkennst und wie aus Hapag-Lloyd TUIfly wurde.

Alte Hapag-Lloyd-Fotos im Hangar

Mit Planetrack hältst du Sichtungen mit Foto, Kennzeichen, Typ, Airline und Flughafen fest – auch Archivbilder von Airlines, die es heute nicht mehr gibt. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Planetrack im App Store laden Planetrack bei Google Play laden

Hapag-Lloyd Flug im Überblick

Hapag-Lloyd Flug war eine deutsche Ferien- und Charterairline mit Sitz in Langenhagen am Flughafen Hannover. Gegründet hat sie 1972 nicht etwa ein Reiseveranstalter, sondern eine Reederei: Hapag-Lloyd, wenige Jahre zuvor aus der Fusion von HAPAG und Norddeutschem Lloyd entstanden, wollte zunächst die eigenen Kreuzfahrtgäste zu den Häfen fliegen und stieg rasch ins wachsende Chartergeschäft ein. Am 30. März 1973 hob der erste Flug ab – mit einer Boeing 727 von Hamburg nach Ibiza.

Das Geschäftsmodell war klassisch für einen Ferienflieger: Reiseveranstalter kauften Kapazität, Hapag-Lloyd flog die Urlauber an die Ziele am Mittelmeer, auf die Kanaren und in andere Sonnenregionen. Heimatflughafen war Hannover, Flugzeuge waren aber auch an anderen deutschen Flughäfen stationiert, darunter Düsseldorf und Frankfurt. Damit stand Hapag-Lloyd im direkten Wettbewerb mit Condor, LTU und später Aero Lloyd.

Anders als viele historische Airlines endete Hapag-Lloyd Flug nicht mit einer Pleite. Die Gesellschaft kam Ende der 1990er-Jahre mit ihrer Mutter in den Preussag-Konzern, aus dem die TUI hervorging, und wurde schließlich zur Keimzelle von TUIfly. Wer heute in Hannover eine TUIfly-737 starten sieht, schaut im Grunde auf die Fortsetzung von Hapag-Lloyd Flug.

HFIATA-Code in der Flugnummer
HLFICAO-Code in alten Flugplänen
D-Kennzeichen-Präfix der Flotte

Die Geschichte in Etappen

Die gut 34 Jahre von Hapag-Lloyd Flug lassen sich grob in vier Phasen teilen: der Start mit der 727, das Wachstum durch die Übernahme der Bavaria Germanair, die große Modernisierung ab Ende der 1980er-Jahre und schließlich die Integration in die TUI-Welt.

1972/1973

Gründung durch die Reederei Hapag-Lloyd. Am 30. März 1973 startet der erste Flug von Hamburg nach Ibiza, zunächst mit drei Boeing 727-100.

1977–1979

Hapag-Lloyd kauft 1977 die gerade erst fusionierte Bavaria Germanair. Nach der Freigabe durch das Kartellamt wird sie im Januar 1979 eingegliedert und bringt Airbus A300B4 und BAC One-Eleven mit.

1981

Die Boeing 727 und die BAC One-Eleven werden nach und nach durch die Boeing 737-200 ersetzt.

1988–1990

Große Modernisierung: Airbus A310 sowie Boeing 737-400 und 737-500 lösen die älteren Jets ab.

1998

Hapag-Lloyd übernimmt als weltweit erste Airline die Boeing 737-800.

2000

Am 12. Juli muss die A310 D-AHLB in Wien notlanden – der einzige Unfall mit Totalschaden in der Geschichte der Airline.

2002

Neue Bemalung mit TUI-Logo. Im selben Jahr startet TUI die Low-Cost-Marke Hapag-Lloyd Express, die auch mit Flugzeugen von Hapag-Lloyd Flug fliegt.

2004–2006

Die Airline tritt als Hapagfly auf, die letzten A310 verlassen die Flotte – die 737-800 übernimmt das Bild.

2007

Im Januar gehen Hapagfly und Hapag-Lloyd Express in der neuen Dachmarke TUIfly auf. 2010 folgt die rechtliche Umbenennung in TUIfly GmbH.

Spannend ist vor allem die Übernahme der Bavaria Germanair. Die Münchner Bavaria und die Frankfurter Germanair hatten sich erst am 1. März 1977 zusammengeschlossen, wenige Wochen später ging das neue Unternehmen an Hapag-Lloyd. Weil das Kartellamt erst Ende 1978 zustimmte, kam die eigentliche Eingliederung im Januar 1979. Damit wuchs Hapag-Lloyd auf einen Schlag deutlich und gelangte an seine ersten Großraumjets.

Codes und Rufzeichen

  • IATA-Code HF: stand in der Flugnummer, also auf Bordkarten, Anzeigetafeln und Veranstalterunterlagen.
  • ICAO-Code HLF: stand im Flugplan der Flugsicherung und taucht heute in Archiven und alten Flugdaten auf.
  • Rufzeichen HAPAG LLOYD: so meldete sich die Besatzung im Funk.

Für die Auswertung alter Unterlagen ist eine Unterscheidung wichtig: Die Low-Cost-Schwester Hapag-Lloyd Express nutzte einen eigenen ICAO-Code (HLX) und das auffällige Rufzeichen „YELLOW CAB“. Flog ein Hapag-Lloyd-Flug-Jet im Auftrag von HLX, konnte er also unter fremder Kennung unterwegs sein. Mehr über solche Funknamen erzählt der Artikel zu Airline-Rufzeichen und ihrer Geschichte.

Alte Sichtungen sauber nachtragen

Hast du Hapag-Lloyd-Dias oder -Abzüge ohne Notizen? Das Kennzeichen ist der Schlüssel: Mit ihm findest du in Archiven Typ, Seriennummer und oft den Einsatzzeitraum. Wie du deine Bilder dafür ordnest, zeigt der Guide Flugzeugfotos archivieren.

Die Flotte von Hapag-Lloyd Flug

Hapag-Lloyd hat in drei Jahrzehnten mehrere Flugzeuggenerationen durchlaufen. Die Flotte wurde zu einem großen Teil über Leasinggesellschaften beschafft. Die genauen Stückzahlen je Typ unterscheiden sich je nach Quelle, weil einige Maschinen nur kurz oder geleast flogen – die Tabelle nennt deshalb die Zeiträume und die Rolle der Typen.

Typ Zeitraum (ca.) Spotter-Hinweis
Boeing 727-100 1973 bis Mitte der 1980er Der Typ des Erstflugs, Dreistrahler mit T-Leitwerk
Boeing 727-200 um 1979 bis Anfang der 1980er Gestreckte Version, nur wenige Exemplare
BAC One-Eleven 500 1979–1981 Von Bavaria Germanair übernommen, schnell wieder ausgemustert
Airbus A300B4 1979 bis Ende der 1980er Erste Großraumjets, teils von Bavaria Germanair
Boeing 737-200 1981–1993 Ersatz für 727 und One-Eleven, schlanke Triebwerke unter dem Flügel
Airbus A310 1988–2006 -200 und -300, Großraum auf Urlaubsstrecken
Boeing 737-400 1989 bis Anfang der 2000er Classic-Generation, längster Classic-Typ
Boeing 737-500 1990–2004 Kürzester Classic-Typ
Boeing 737-800 1998–2007 Erstkunde weltweit, zuletzt das Rückgrat der Flotte

Die Boeing 727 war das Flugzeug der Gründerjahre. Mit drei Triebwerken am Heck und T-Leitwerk unterscheidet sie sich auf alten Fotos klar von allem, was später kam. Zusammen mit der von Bavaria Germanair übernommenen BAC One-Eleven wurde sie ab 1981 durch die Boeing 737-200 ersetzt.

Auf längeren und stark gefragten Strecken setzte Hapag-Lloyd früh auf Großraumjets. Erst kam der Airbus A300B4, ab 1988 die etwas kürzere A310. Ein zweigängiger Airbus auf dem Weg nach Mallorca oder Teneriffa war damals ein typisches Bild – heute ist das auf Ferienstrecken eine Seltenheit. Zeitweise flog Hapag-Lloyd mit dem A310 auch Fernziele an, etwa in Nordamerika und in der Dominikanischen Republik; viele dieser Langstrecken wurden aber wieder eingestellt. Mitte der 2000er-Jahre verkaufte die Airline die letzten A310 und setzte ganz auf die 737. Hersteller beider Großraumtypen ist Airbus.

Ab 1989 kam die Boeing 737 Classic in Form der -400 und -500 in die Flotte, ab 1998 dann die 737-800. Für Spotter ist dieser Moment ein Stück Luftfahrtgeschichte: Hapag-Lloyd war Launch Customer der 737-800 und übernahm im Frühjahr 1998 als erste Airline der Welt Exemplare dieses Typs. Was als Ferienflieger-Bestellung begann, wurde später zum meistgebauten Mitglied der Next-Generation-Familie von Boeing. Wie du die Generationen der 737 auseinanderhältst, erklärt der Guide Boeing 737 Original, Classic, NG und MAX unterscheiden.

Die 737-800 auf der Wunschliste

Setz die 737-800 auf deine Wunschliste und richte einen Sichtungs-Alarm für Typ oder Kennzeichen ein – Planetrack benachrichtigt dich, wenn die Maschine anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.

Planetrack im App Store laden Planetrack bei Google Play laden

Woran du Hapag-Lloyd Flug erkennst

Weil es die Marke nicht mehr gibt, begegnet dir Hapag-Lloyd Flug nur noch auf Fotos, Dias und in Archiven. Zwei Bemalungen musst du dabei kennen.

Die klassische Optik (bis 2002): Fast drei Jahrzehnte lang flogen die Jets in Orange und Blau mit dem Schriftzug „Hapag-Lloyd“. Die Farbkombination ist auf alten Urlaubsfotos aus den 1970er-, 1980er- und 1990er-Jahren unverwechselbar und gehört zu den Bemalungen, die Spotter heute gern als Retro-Motiv sehen würden. Welche Airlines alte Designs wieder aufleben lassen, zeigt der Artikel über Retro-Lackierungen.

Das TUI-Design (ab 2002): Nachdem TUI ein neues Logo eingeführt hatte, wechselte auch Hapag-Lloyd zu einer helleren Bemalung in Blau, Weiß und Rot mit dem TUI-Logo am Leitwerk. Diese Optik ist der direkte Vorläufer der späteren TUIfly-Bemalung – auf Fotos aus den Jahren 2002 bis 2007 ist deshalb der Schriftzug am Rumpf entscheidend.

Zeigt dein altes Foto wirklich Hapag-Lloyd Flug?

Hak ab, was auf dem Foto zu sehen ist – ab vier Treffern ist die Zuordnung ziemlich sicher.

  • Schriftzug „Hapag-Lloyd“ oder „Hapagfly“ am Rumpf
  • Orange-blaue Bemalung oder TUI-Logo am Leitwerk
  • Deutsches Kennzeichen mit D- am Heck
  • Typ 727, A300, A310 oder Boeing 737
  • Aufnahme aus der Zeit vor 2007
  • Ort wie Hannover, Düsseldorf, Frankfurt oder ein Urlaubsflughafen am Mittelmeer

Die deutschen Kennzeichen folgen dabei der Systematik nach Gewichtsklassen: Alle Jets der Flotte tragen ein D-A, gefolgt von drei weiteren Buchstaben. Wie das System funktioniert, erklärt der Artikel zu den deutschen Luftfahrzeugkennzeichen.

Achtung Verwechslung

Hapag-Lloyd Flug und Hapag-Lloyd Express teilten sich Namen, Mutterkonzern und oft sogar Flugzeuge. HLX trat aber mit knalliger gelber Optik und dem Slogan „Fliegen zum Taxipreis“ auf, Hapag-Lloyd Flug als klassischer Ferienflieger. Auf alten Fotos trennst du beide über Farbe und Schriftzug.

Hapag-Lloyd Flug und Hapag-Lloyd Express

2002 startete TUI mit Hapag-Lloyd Express eine eigene Low-Cost-Marke, kurz nach dem Start von Germanwings. HLX verkaufte Einzelplätze direkt an Fluggäste und flog von Basen wie Köln/Bonn, Hannover und Stuttgart zu Zielen in ganz Europa. Die Flugzeuge kamen dabei per Wet-Lease, also samt Crew, von der Ferienschwester Hapag-Lloyd Flug und von Germania.

Merkmal Hapag-Lloyd Flug Hapag-Lloyd Express
Zeitraum 1972–2007 2002–2007
Geschäftsmodell Ferienflieger für Reiseveranstalter Low-Cost-Airline mit Einzelplatzverkauf
ICAO-Code HLF HLX
Rufzeichen HAPAG LLOYD YELLOW CAB
Optik Orange-Blau, ab 2002 TUI-Design Gelb im Taxi-Stil
Nachfolge TUIfly TUIfly

Für die Einordnung alter Daten heißt das: Ein Hapag-Lloyd-Flug-Jet kann auf einem Foto in eigener Bemalung stehen und trotzdem gerade für HLX unterwegs gewesen sein. Was den Unterschied zwischen Charter und Einzelplatzverkauf ausmacht, erklärt der Artikel Charterflug und Linienflug.

Flug 3378: die Notlandung in Wien

Der einzige Unfall mit Totalschaden in der Geschichte der Airline ereignete sich am 12. Juli 2000. Die A310 D-AHLB war auf dem Weg von Chania auf Kreta nach Hannover, als sich nach dem Start ein Hauptfahrwerk nicht vollständig einfahren ließ. Die Besatzung flog weiter, unterschätzte aber den deutlich höheren Treibstoffverbrauch durch das ausgefahrene Fahrwerk. Kurz vor Wien-Schwechat gingen die Triebwerke aus, das Flugzeug setzte einige hundert Meter vor der Piste auf.

Alle 151 Menschen an Bord überlebten, 26 Passagiere wurden leicht verletzt. Die A310 war danach nicht mehr zu reparieren. Der Kapitän wurde später vom Amtsgericht Hannover wegen gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr zu einer Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt.

Wenn du selbst einen Zwischenfall beobachtest

Ruhe bewahren, Abstand halten und Einsatzkräfte nicht behindern. Was beim Spotten in so einer Situation wichtig ist, erklärt der Guide Notlandung oder Zwischenfall beobachtet.

Von Hapagfly zu TUIfly

Mit dem Wechsel zur TUI-Bemalung 2002 war der Weg vorgezeichnet. Mitte der 2000er-Jahre trat die Airline als Hapagfly auf, führte das Vielfliegerprogramm „bluemiles“ ein und verkaufte die letzten Großraumjets. Im Dezember 2006 kündigte TUI dann die neue Dachmarke TUIfly an, die ab Januar 2007 Hapagfly und Hapag-Lloyd Express ersetzte.

2002

TUI-Logo am Leitwerk, Start von Hapag-Lloyd Express als Low-Cost-Schwester.

2004/2005

Auftritt als Hapagfly, Einführung von bluemiles, Abschied von den A310.

Januar 2007

Hapagfly und HLX gehen in der Marke TUIfly auf. Der Flugbetrieb bleibt bei der bisherigen Gesellschaft in Langenhagen.

2010

Die Gesellschaft heißt auch rechtlich TUIfly GmbH – der Name Hapag-Lloyd verschwindet aus dem Handelsregister der Airline.

Das Besondere an diesem Ende: Gesellschaft, Sitz, Heimatflughafen und Flugzeugtyp blieben. Die 737-800, die Hapag-Lloyd 1998 als erste Airline übernommen hatte, wurde zum Arbeitspferd von TUIfly. Heute gehört TUIfly zu den Airlines der TUI-Gruppe, neben Schwestern wie TUI fly Belgium, TUI fly Netherlands und TUI Airways.

Hapag-Lloyd im Spotter-Alltag heute

Live sehen kannst du Hapag-Lloyd Flug nicht mehr. Die Airline lebt in drei Formen weiter: in alten Fotos und Dias, in Flugzeugen, die nach ihrer Hapag-Lloyd-Zeit mit neuen Kennzeichen weiterflogen, und in TUIfly als direkter Nachfolgerin.

Wer einem früheren Hapag-Lloyd-Jet nachspüren will, braucht die Seriennummer: Sie bleibt bei allen Umregistrierungen gleich, während Kennzeichen und Bemalung wechseln. So verbindest du ein altes Urlaubsfoto mit einer späteren Sichtung. Bei Jets aus den 1970er- und 1980er-Jahren ist die Chance allerdings gering – die meisten 727, A300 und frühen 737 sind längst ausgemustert.

Lohnt sich, wenn …

  • du alte Urlaubs- und Spotterfotos aus den 1970ern bis 2000ern sortierst
  • du die Geschichte der 737-800 von ihrem ersten Kunden an sammelst
  • du in Hannover TUIfly als Nachfolgerin spottest

Prüf es vorher, wenn …

  • das Foto keine lesbare Registrierung zeigt
  • die Maschine im TUI-Design fliegt – dann kann es auch schon TUIfly sein

Kein Hapag-Lloyd Flug, wenn …

  • das Foto nach 2007 entstanden ist oder die Maschine gelb im Taxi-Stil lackiert ist

Für einen Besuch am früheren Heimatflughafen bietet sich die Besucherterrasse am Flughafen Hannover an; Tipps zu weiteren Standorten findest du im Guide Planespotting in Hannover. Wer sich für die Luftfahrtgeschichte der Region interessiert, findet im Luftfahrtmuseum Hannover-Laatzen ein lohnendes Ziel ganz in der Nähe. Und weil Mallorca zu den klassischen Zielen der Ferienflieger gehörte, lohnt auch ein Blick auf Palma de Mallorca, wo TUI-Jets bis heute zum Alltag gehören.

Häufige Verwechslungen

  • Hapag-Lloyd Flug mit der Reederei gleichsetzen – die Containerreederei Hapag-Lloyd hat mit der heutigen Luftfahrt nichts mehr zu tun.
  • Hapag-Lloyd Flug mit Hapag-Lloyd Express verwechseln – zwei Marken mit unterschiedlichem Geschäftsmodell, Code und Optik.
  • Jedes Foto im TUI-Design für Hapag-Lloyd halten – nach 2007 flogen ähnliche Jets bereits als TUIfly.
  • A310 und A300 vertauschen – die A310 ist kürzer und hat weniger Fenster, die A300B4 war der ältere und größere Typ.
  • 737-200 und 737-400 gleichsetzen – die -200 hat schlanke, lange Triebwerke, die Classic-Typen die typisch abgeflachten Triebwerkseinläufe.
  • Hapag-Lloyd mit Aero Lloyd verwechseln – Aero Lloyd war eine eigenständige Ferienairline aus Oberursel.

Dein Archiv, deine Sammlung

Poste deine Hapag-Lloyd-Bilder mit Typ, Kennzeichen, Airline und Flughafen und teile sie mit der Community – andere Spotter liken und kommentieren deine Funde aus der Vergangenheit. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Planetrack im App Store laden Planetrack bei Google Play laden

Fazit

Hapag-Lloyd Flug war über drei Jahrzehnte ein fester Teil des deutschen Ferienflugs – von der Reederei-Tochter mit der 727 über die Großraumjahre mit A300 und A310 bis zur Weltpremiere der 737-800. Statt mit einer Pleite endete die Geschichte mit einem Markenwechsel: Aus Hapagfly wurde TUIfly, und in Hannover fliegt der Nachfolger bis heute. Wer alte Fotos sortiert, hält mit dem Kennzeichen die Geschichte dieser Airline sauber fest.

Kurzfazit

Hapag-Lloyd Flug (IATA HF, ICAO HLF) war ein Ferienflieger aus Hannover, gegründet 1972 von der Reederei Hapag-Lloyd, berühmt für Orange und Blau und als Erstkunde der Boeing 737-800. Im Januar 2007 ging die Marke in TUIfly auf.

Zusammenfassung

  • Hapag-Lloyd Flug war über drei Jahrzehnte einer der großen deutschen Ferienflieger und der direkte Vorläufer von TUIfly.
  • Die Flottengeschichte reicht von der Boeing 727 über die Großraumjets A300 und A310 bis zur 737-800, für die Hapag-Lloyd weltweit Erstkunde war.
  • Anders als viele historische Airlines endete Hapag-Lloyd Flug nicht mit einer Pleite, sondern mit einem Markenwechsel: Gesellschaft, Sitz und Flugbetrieb lebten in TUIfly weiter.
  • Für Spotter sind heute alte Fotos, Kennzeichen und die Unterscheidung von Hapag-Lloyd Flug und Hapag-Lloyd Express die spannenden Punkte.

Häufige Fragen

Gibt es Hapag-Lloyd Flug noch?

Nicht unter diesem Namen. Im Januar 2007 legte TUI die Marken Hapagfly und Hapag-Lloyd Express unter der Dachmarke TUIfly zusammen. Die Gesellschaft selbst bestand weiter und wurde 2010 rechtlich in TUIfly GmbH umbenannt. Als eigenständige Marke ist Hapag-Lloyd Flug damit Geschichte.

Welche Codes hatte Hapag-Lloyd Flug?

Der IATA-Code war HF, der ICAO-Code HLF, das Rufzeichen im Funk „HAPAG LLOYD“. TUIfly fliegt heute mit eigenen Codes (IATA X3, ICAO TUI). Eine HF-Flugnummer in aktuellen Daten gehört deshalb nicht mehr zu Hapag-Lloyd.

Was hat die Airline mit der Reederei Hapag-Lloyd zu tun?

Die Reederei Hapag-Lloyd, entstanden aus der Fusion von HAPAG und Norddeutschem Lloyd, gründete die Fluggesellschaft 1972 als Tochter. Mit der heutigen Containerreederei hat die frühere Airline nur noch den Namen gemeinsam: Die Fluggesellschaft kam Ende der 1990er-Jahre mit der Hapag-Lloyd AG zum Preussag-Konzern, aus dem die TUI hervorging.

Welche Flugzeuge flog Hapag-Lloyd Flug?

In den Anfangsjahren die Boeing 727, nach der Übernahme der Bavaria Germanair kurzzeitig auch BAC One-Eleven. Lange prägten die Großraumjets Airbus A300B4 und A310 die Flotte, auf kürzeren Strecken die Boeing 737-200, später 737-400 und 737-500. Ab 1998 kam die 737-800, die am Ende der wichtigste Typ war.

War Hapag-Lloyd wirklich der erste Kunde der Boeing 737-800?

Ja. Hapag-Lloyd Flug war Launch Customer der 737-800 und übernahm die ersten Exemplare im Frühjahr 1998. Damit flog die heute weltweit verbreitete 737-800 ihre ersten Einsätze in Hapag-Lloyd-Farben.

Was war Hapag-Lloyd-Flug 3378?

Am 12. Juli 2000 musste die A310 D-AHLB auf dem Weg von Chania auf Kreta nach Hannover wegen Treibstoffmangels in Wien notlanden. Ein Hauptfahrwerk ließ sich nicht ganz einfahren, der höhere Verbrauch wurde unterschätzt. Das Flugzeug setzte vor der Piste auf und wurde zerstört, alle 151 Menschen an Bord überlebten, 26 wurden leicht verletzt.

Was ist der Unterschied zwischen Hapag-Lloyd Flug und Hapag-Lloyd Express?

Hapag-Lloyd Flug war der Ferienflieger mit Flügen für Reiseveranstalter, Hapag-Lloyd Express (HLX) war ab 2002 die Low-Cost-Marke von TUI mit Einzelplatzverkauf und gelber „Taxi“-Optik. HLX nutzte einen eigenen ICAO-Code (HLX) und das Rufzeichen „YELLOW CAB“, die Flugzeuge kamen aber per Wet-Lease unter anderem von Hapag-Lloyd Flug. 2007 gingen beide in TUIfly auf.

Wo kann ich heute noch Spuren von Hapag-Lloyd Flug sehen?

Am deutlichsten in Hannover: Dort sitzt mit TUIfly die direkte Nachfolgerin, und am Flughafen Hannover ist die Boeing 737-800 – einst von Hapag-Lloyd in die Welt gebracht – bis heute ein vertrautes Bild. Die alten Bemalungen findest du nur noch auf Fotos und in Archiven.

Hapag-Lloyd Flug im Blick behalten

Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Früher Zugang, Vorteile zum Start und Mitsprache bei neuen Features.

Flugzeugtypen in der Flotte

Flugzeugtyp

Boeing 737-800

Das Arbeitspferd der Kurz- und Mittelstrecke: Die 737-800 ist die meistgebaute Version der 737 Next Generation und an vielen Flughäfen Europas ein Dauergast.

Flugzeugtyp

Airbus A310

Kurz, bullig, mit kleinen Zäunen an den Flügelspitzen: Die A310 war Airbus’ zweiter Großraumjet und lange in Deutschland zu Hause. Heute ist sie eine Rarität – so erkennst und findest du sie.

Flugzeugtyp

Airbus A300B4

Die A300B4 war die Version, mit der Airbus wirklich ins Geschäft kam: mehr Treibstoff, mehr Reichweite, und 1978 der Durchbruch in den USA. Heute ist sie eine Rarität, die fast nur noch als Frachter unterwegs ist.

Flugzeugtyp

Boeing 727-100

Die erste 727 war kurz, gedrungen und ein Kind der frühen Jet-Ära: drei Triebwerke am Heck, T-Leitwerk, eine Treppe im Rumpfende. So erkennst du die 727-100, so unterscheidest du sie von der -200 – und hier stehen die letzten Exemplare.

Flugzeugtyp

Boeing 727-200

Drei Triebwerke am Heck, ein T-Leitwerk und eine Treppe im Rumpfende: Die 727-200 war einer der meistgebauten Jets ihrer Zeit. Heute ist sie eine echte Rarität – so erkennst du sie und so stehen deine Chancen.

Flugzeugtyp

Boeing 737-200

Schlanke Zigarren-Triebwerke unter dem Flügel, eine Kufe am Bugrad und Luftdüsen vor dem Einlauf: Die 737-200 ist der Jet, der auf Schotter landet. Hier erfährst du, wie die -200 und die -200 Advanced entstanden, woran du sie erkennst und wo sie heute noch fliegt.

Flugzeugtyp

Boeing 737-400

Drei Meter länger als die -300, zwei Notausgänge über dem Flügel und ein Hecksporn unter dem Heck: Die 737-400 war Boeings Antwort auf volle Ferienflieger. Hier liest du, wie sie entstand, wer sie in Europa flog und wo du sie heute als Frachter triffst.

Flugzeugtyp

Boeing 737-500

Klein, kompakt und mit den typischen platten Triebwerkseinlässen: Die 737-500 war die kürzeste 737 Classic und der moderne Ersatz für die 737-200. Hier liest du, wer sie flog, wo sie heute noch unterwegs ist und wie du sie von -300 und -600 trennst.

Weitere Airlines

Flughäfen & Hersteller dazu

Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.

Alle Flughäfen & Hersteller →

Wo du Hapag-Lloyd Flug vor die Linse bekommst

Spotting-Spots, an denen diese Airline regelmäßig zu sehen ist – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.

Alle Spotting-Spots im Überblick →

Passende Guides aus dem Blog

PT

Planetrack Redaktion

Die Airline-Datenbank entsteht aus eigener Beobachtung, Community-Sichtungen und öffentlich zugänglichen Quellen. Flotten, Strecken und Eigentümer ändern sich laufend – gesicherte Angaben stehen im Steckbrief, alles Veränderliche ist als solches gekennzeichnet.

← Alle Airlines aus Deutschland