Das Wichtigste in Kürze
- flyLAL war die Nationalairline Litauens mit Drehkreuz in Vilnius und stellte den Linienbetrieb am 17. Januar 2009 ein.
- Codes: IATA TE, ICAO LIL.
- Zwei Anläufe: Eine erste staatliche Airline, Lietuvos oro linijos, flog 1938 bis 1940 ab Kaunas; die moderne Lithuanian Airlines entstand 1991 nach der Unabhängigkeit.
- Von Jak-42 zur Boeing 737: Die Flotte begann mit sowjetischen Typen und wurde in den 1990er-Jahren auf westliche Flugzeuge umgestellt.
- Privatisierung 2005: Danach hieß die Airline flyLAL – Lithuanian Airlines; Preiskampf und Wirtschaftskrise brachten 2008/09 das Aus.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| IATA-Code | TE |
|---|---|
| ICAO-Code | LIL |
| Drehkreuze | VNO |
| Status | Historisch – Linienbetrieb am 17. Januar 2009 eingestellt, danach Insolvenzverfahren |
| Geschäftsmodell | Staatliche bzw. nationale Netzwerk-Airline mit Linienflügen ab Vilnius nach West- und Osteuropa, dazu Charterverkehr |
| Gegründet | 1991 als staatliches Unternehmen Lietuvos avialinijos (Lithuanian Airlines) aus der Vilniuser Aeroflot-Abteilung |
| Vorgängerin | Lietuvos oro linijos, staatliche Airline mit Sitz in Kaunas, 1938 bis 1940 |
| Sitz und Drehkreuz | Vilnius, Flughafen Vilnius (VNO); Palanga als zweiter Schwerpunkt |
| Eigentümer | Bis 2005 litauischer Staat, danach die private flyLAL Group |
| Vielfliegerprogramm | Gintarinės mylios (Amber Miles) |
| Flotte zuletzt (November 2008) | 3 Boeing 737-300, 6 Boeing 737-500, 2 Boeing 757-200, 3 Saab 2000 |
| Frühere Typen | Jakowlew Jak-42, Tupolew Tu-134, Antonow An-24 und An-26 (aus Aeroflot-Beständen), Boeing 737-200, Saab 340 |
| Schwesterfirma | flyLAL Charters (ab 2010 Small Planet Airlines) |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich flyLAL – Lithuanian Airlines?
- Litauisches Kennzeichen mit LY-; Fotos aus der Anfangszeit zeigen noch Flugzeuge aus sowjetischen Beständen
- Bis 2005 der Name „Lithuanian Airlines“ am Rumpf, danach die Marke „flyLAL“
- In den 2000er-Jahren fast nur Boeing 737-300 und -500 sowie Saab-2000-Turboprops, zuletzt auch zwei Boeing 757-200
- Flugnummern mit TE, im Flugplan der Flugsicherung der ICAO-Code LIL
- Heute nur noch auf Archivfotos – seit Januar 2009 fliegt keine flyLAL mehr
Wer in den 1990er- und 2000er-Jahren in Frankfurt, Amsterdam oder London-Gatwick gespottet hat, ist ihr vermutlich begegnet: einer kleinen Boeing 737 mit litauischem LY-Kennzeichen, erst mit dem Schriftzug „Lithuanian Airlines“, später als „flyLAL“. Die Nationalairline Litauens war nie groß, aber sie erzählt auf engem Raum die ganze Geschichte der Luftfahrt im Baltikum nach 1991 – vom Erbe der Aeroflot über die Umstellung auf westliche Flugzeuge bis zum harten Wettbewerb mit Low-Cost- und Nachbar-Airlines. Im Januar 2009 war Schluss. Hier erfährst du, woher die Airline kam, welche Flugzeuge sie flog und woran du sie auf alten Fotos erkennst.
Historische Airline
flyLAL hat den Linienbetrieb am 17. Januar 2009 eingestellt. Alle Angaben auf dieser Seite beziehen sich auf die historische Airline. Die Codes TE und LIL stehen hier für Lithuanian Airlines bzw. flyLAL.
flyLAL im Überblick
flyLAL – Lithuanian Airlines war die nationale Airline Litauens mit Sitz in Vilnius und Drehkreuz am Flughafen Vilnius. Ein zweiter Schwerpunkt lag am Ostseebadeort Palanga. Auf Litauisch hieß das Unternehmen Lietuvos avialinijos, abgekürzt LAL – daraus wurde nach der Privatisierung die Marke flyLAL.
Die Airline entstand 1991, kurz nachdem Litauen seine Unabhängigkeit wiedererlangt hatte. Grundlage war die bisherige Vilniuser Abteilung der sowjetischen Aeroflot: Flugzeuge, Personal und Infrastruktur gingen an das neue staatliche Unternehmen. Gleichzeitig hatte Litauen bereits eine Luftfahrttradition aus der Zwischenkriegszeit, an die die neue Nationalairline anknüpfen konnte.
Wirtschaftlich blieb LAL immer eine kleine Airline. Im Jahr 2007 beförderte sie rund 526.000 Fluggäste, im März 2007 arbeiteten 542 Menschen für das Unternehmen. Zum Vergleich: Große Netzwerk-Airlines wie Lufthansa oder SAS, die von Anfang an ebenfalls nach Vilnius flogen, spielten in einer ganz anderen Liga.
Codes und Kennzeichen
- IATA-Code TE: stand vor den Flugnummern, auf Tickets und Anzeigetafeln.
- ICAO-Code LIL: Kennung im Flugplan der Flugsicherung.
- Kennzeichen LY-: das Nationalitätszeichen Litauens, das alle Flugzeuge der Airline trugen.
Gerade bei historischen Airlines lohnt es sich, IATA- und ICAO-Code sauber zu trennen. Die Flugnummer erzählt, unter welchem Namen ein Flug verkauft wurde, der ICAO-Code, wer ihn tatsächlich durchführte. Wie beides zusammenhängt, erklärt der Artikel zu IATA- und ICAO-Codes. Und weil ehemalige LAL-Flugzeuge nach 2009 an andere Betreiber gingen, lohnt sich bei Archivfotos ein Blick auf die spätere Geschichte der Maschine – Hintergründe dazu findest du im Artikel über Umregistrierungen.
Baltische Luftfahrtgeschichte im Hangar
Mit Planetrack hältst du Sichtungen mit Foto, Typ, Kennzeichen, Airline und Flughafen fest – auch deine Archivfotos von flyLAL, Estonian Air oder der frühen airBaltic bekommen so ihren Platz in der Sammlung. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Geschichte: von Kaunas 1938 bis Vilnius 2009
Die Vorgängerin: Lietuvos oro linijos (1938–1940)
Litauens erste staatliche Airline hieß Lietuvos oro linijos und saß in Kaunas, damals Hauptstadt des Landes, am Flugplatz Aleksotas. Offiziell gegründet wurde sie im September 1938, den ersten Flug machte sie laut litauischer Wikipedia sogar schon einige Tage vorher. Die Flotte war winzig: zwei zweimotorige Percival Q.6 aus Großbritannien mit je sechs Sitzen, registriert als LY-SOA und LY-SOB.
Geflogen wurde vor allem saisonal zwischen Kaunas und dem Badeort Palanga an der Ostsee. 1939 kam mit Kaunas–Riga die erste internationale Strecke dazu. Die Zahlen zeigen, wie klein der Betrieb war: 1938 waren es 34 Flüge mit 31 Passagieren, 1939 immerhin 216 Flüge mit 764 Fluggästen. Mit der sowjetischen Besetzung endete alles im Juni 1940; Flugzeuge und Personal gingen an Aeroflot.
Neustart mit Aeroflot-Erbe (1991–1995)
Nach der Unabhängigkeit gründete Litauen 1991 die staatliche Lithuanian Airlines. Zum Start übernahm sie die Flugzeuge, die bis dahin für Aeroflot in Vilnius stationiert waren: zwölf Jak-42, sieben Tu-134, vier An-24 und drei An-26. Das Streckennetz richtete sich aber schnell neu aus – weg von den früheren Sowjetrepubliken, hin nach Westeuropa.
Im Dezember 1991 kam das erste westliche Flugzeug: eine Boeing 737-200, die LAL zunächst von der ungarischen Malév untermietete. Rund ein halbes Jahr später folgte eine direkt vom Leasinggeber Guinness Peat Aviation angemietete 737 mit dem passenden Kennzeichen LY-GPA. Die litauische Wikipedia bezeichnet LAL als einen der ersten Betreiber eines westlichen Verkehrsflugzeugs in Osteuropa. Anfang der 1990er-Jahre wurde die Airline zudem Mitglied der IATA.
Leicht hatte es die neue Nationalairline nicht. Von Anfang an flogen große Gesellschaften wie Lufthansa und SAS ebenfalls nach Vilnius und konkurrierten um dieselben Geschäftsreisenden.
Westliche Flotte und staatliche Verluste (1996–2004)
In der zweiten Hälfte der 1990er-Jahre ersetzte LAL die sowjetischen Typen schrittweise. 1996 kamen Saab 340, 1998 die schnellere Saab 2000 – beide Turboprops vom schwedischen Hersteller Saab. Auf den längeren Strecken flog die Airline Boeing 737-300 und 737-500.
Finanziell lief es weniger gut. Nach rund einem Jahrzehnt mit Verlusten, gescheiterten Plänen für Transatlantikflüge und einem umstrittenen Verkauf von Landerechten in London-Heathrow, mit dem rund 20 Millionen US-Dollar Schulden beglichen wurden, entschied sich der Staat für die Privatisierung.
flyLAL: privat, pünktlich, unter Druck (2005–2008)
2005 kaufte LAL Investicijų Valdymas, eine Tochter der privaten flyLAL Group, die Airline für 27 Millionen Litas. Aus Lithuanian Airlines wurde flyLAL – Lithuanian Airlines. 2006 teilte die Gruppe ihre Aktivitäten auf mehrere Gesellschaften auf. Im selben Jahr vereinbarte die schwedische Airline FlyMe einen schrittweisen Einstieg, beginnend mit einem Drittel der Anteile – der Plan kam jedoch nicht zum Abschluss, und FlyMe ging 2007 selbst in Konkurs.
Operativ gab es durchaus Erfolge: Im Februar 2007 wurde flyLAL als pünktlichste Airline am Flughafen London-Gatwick ausgezeichnet. Mit airBaltic, Finnair und LOT unterhielt flyLAL Codeshare-Abkommen – wie solche Partnerschaften funktionieren, liest du unter Codeshare-Flüge erklärt. Den Charterverkehr übertrug die Gruppe 2008 auf die Schwesterfirma flyLAL Charters, die im Oktober 2008 ihre Betriebsgenehmigung für Passagierflüge erhielt.
Das Ende (2008–2009)
2008 geriet flyLAL in einen harten Preiskampf mit airBaltic, die seit 2004 auch ab Vilnius flog. Dazu kam die weltweite Finanzkrise. Obwohl die Passagierzahlen 2008 noch einmal deutlich stiegen, wuchs der Schuldenberg. Im Dezember 2008 nannte das Unternehmen Schulden von rund 86 Millionen Litas (etwa 26 Millionen Euro) und bot dem Staat die Mehrheit für einen symbolischen Litas an – im Gegenzug für eine Staatsgarantie. Die Regierung lehnte ab, auch ein vereinbarter Verkauf an eine Schweizer Holding scheiterte, weil die zugesagte Anzahlung nie eintraf.
Am 17. Januar 2009 stellte flyLAL den Linienbetrieb ein, die litauische Luftfahrtbehörde entzog die Lizenz. Ein weiterer Rettungsvorschlag wurde Ende Januar abgelehnt, es folgte das Insolvenzverfahren. Für Vilnius war das ein Einschnitt: Nach Angaben der englischsprachigen Wikipedia halbierte sich die Zahl der Direktziele von 28 auf 14. Mehr über ähnliche Fälle liest du im Überblick über große Airline-Pleiten in Europa.
Was aus flyLAL Charters wurde
Die Charter-Schwester flog nach 2009 weiter und heißt seit 2010 Small Planet Airlines. Mit Airbus A320 war sie danach vor allem im Ferienflug unterwegs, bis die litauische Behörde Ende November 2018 auch ihre Lizenz widerrief. Litauens Luftfahrt prägen heute vor allem ACMI-Anbieter wie Avion Express.
Die Flotte im Überblick
Die Flotte von LAL und flyLAL lässt sich grob in drei Phasen teilen: das sowjetische Erbe, die westliche Umstellung und die letzten Jahre mit 737 und Saab 2000.
| Typ | Zeitraum (ungefähr) | Rolle | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|---|
| Jakowlew Jak-42 | ab 1991 | Dreistrahler aus Aeroflot-Beständen | Größter Teil der Startflotte (zwölf Maschinen) |
| Tupolew Tu-134 | ab 1991 | Zweistrahler mit Hecktriebwerken | Sieben Maschinen zum Start |
| Antonow An-24 / An-26 | ab 1991 | Turboprops für Kurzstrecken | Vier An-24 und drei An-26 |
| Boeing 737-200 | ab Dezember 1991 | Erstes westliches Flugzeug | Geleast, u. a. LY-GPA |
| Saab 340 | ab 1996 | Regional-Turboprop | Vorläufer der Saab 2000 |
| Saab 2000 | ab 1998 bis 2009 | Schneller Regional-Turboprop | Im November 2008 noch drei Exemplare |
| Boeing 737-300 | bis 2009 | Mittelstrecke | Drei Exemplare im Jahr 2008 |
| Boeing 737-500 | bis 2009 | Rückgrat der späten Flotte | Sechs Exemplare im November 2008 |
| Boeing 757-200 | 2008 bis 2009 | Geleast für Charter | Zwei Exemplare im November 2008 |
Die Angaben für die letzten Jahre schwanken je nach Quelle und Stichtag leicht: Im Dezember 2007 werden drei 737-300, fünf 737-500 und vier Saab 2000 genannt, im November 2008 drei 737-300, sechs 737-500, zwei 757-200 und drei Saab 2000. Hersteller der Jets war durchgehend Boeing.
Die Saab 2000 fehlt dir noch?
Setz seltene Typen auf deine Wunschliste und lass dich benachrichtigen, wenn sie in deiner Nähe anfliegen oder landen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
737-300 oder 737-500? So unterscheidest du sie auf alten Fotos
Beide Typen gehören zur sogenannten Classic-Generation der 737 und sehen sich auf den ersten Blick zum Verwechseln ähnlich: gleiche Triebwerke mit der typisch abgeflachten Unterseite, gleiche Cockpitfenster, gleiche Bemalung. Der wichtigste Unterschied ist die Länge.
Das spricht für die 737-500
- Kürzester Rumpf der Classic-Familie, wirkt fast gedrungen
- Wenige Fensterreihen zwischen vorderer Tür und Flügel
- Triebwerke wirken im Verhältnis zum Rumpf groß
Das spricht für die 737-300
- Sichtbar längerer Rumpf mit mehr Fenstern vor und hinter dem Flügel
- Wirkt gestreckter und ausgewogener
- Auf Trackern und in Datenbanken als B733 statt B735 geführt
Am sichersten ist der Abgleich über das Kennzeichen: Mit der Registrierung findest du in Datenbanken den genauen Typ und oft auch das Baujahr. Wie das geht, zeigt der Artikel Wie alt ist dieses Flugzeug?.
Woran du flyLAL erkennst
Weil flyLAL seit 2009 nicht mehr fliegt, wirst du sie nur noch auf Archivfotos finden – auf deinen eigenen oder in Fotodatenbanken. Diese Merkmale helfen beim Zuordnen:
- Kennzeichen LY-: Alle Flugzeuge trugen das litauische Nationalitätszeichen. Ein LY- auf einer 737 der 1990er- oder 2000er-Jahre ist ein starker Hinweis auf LAL.
- Name am Rumpf: Bis 2005 stand dort „Lithuanian Airlines“, danach „flyLAL“. Damit lässt sich ein Foto grob zeitlich einordnen.
- Typenmix: Eine litauische 737 neben einem Saab-2000-Turboprop am selben Platz war typisch für die späten Jahre.
- Sowjetische Typen: Jak-42 oder Tu-134 mit LY-Kennzeichen stammen aus den frühen 1990er-Jahren, als die Airline noch mit dem Aeroflot-Erbe flog.
Achtung Verwechslung
Nach 2009 flogen in Litauen und im Baltikum weitere Airlines mit LY-Kennzeichen, etwa flyLAL Charters bzw. Small Planet oder heutige ACMI-Anbieter wie GetJet Airlines und Heston Airlines. Das Kennzeichen allein reicht also nicht – achte zusätzlich auf Schriftzug, Typ und Aufnahmejahr.
Strecken und Spuren in Deutschland
flyLAL war vor allem eine Zubringer-Airline: Von Vilnius aus ging es in die großen Städte Europas. Zu den früheren Zielen gehörten Frankfurt, London-Gatwick, Amsterdam, Budapest, Kiew, Moskau und Tiflis, saisonal außerdem Innsbruck, Madrid und Málaga. Laut deutschsprachiger Wikipedia standen zeitweise auch Paris und Stockholm im Netz.
Für Spotter in Deutschland war Frankfurt damit der wahrscheinlichste Ort für eine flyLAL-Sichtung. Hast du alte Fotos aus dieser Zeit, lohnt sich ein zweiter Blick auf Maschinen mit LY-Kennzeichen. Wie du dein Archiv so ordnest, dass du solche Funde wiederfindest, zeigt der Artikel Flugzeugfotos archivieren.
Im Baltikum selbst war flyLAL Teil eines Dreiecks nationaler Airlines: airBaltic am Flughafen Riga und Estonian Air in Tallinn. Von den drei hat nur airBaltic bis heute überlebt – und ist inzwischen auch in Vilnius eine feste Größe.
Gute Chancen auf flyLAL im Archiv, wenn …
- du zwischen 1992 und 2008 in Frankfurt, Amsterdam oder London-Gatwick fotografiert hast
- du Fotos mit LY-Kennzeichen und Boeing 737 Classic findest
Prüf es genau, wenn …
- das LY-Foto nach 2009 entstanden ist – dann ist es wahrscheinlich eine andere litauische Airline
- nur das Leitwerk zu sehen ist und kein Schriftzug
Keine flyLAL, wenn …
- das Foto aus der Zeit nach Januar 2009 stammt und ein Linienflug unter TE gemeint ist
Häufige Verwechslungen
- flyLAL und Lithuanian Airlines für zwei Airlines halten – es ist dasselbe Unternehmen, nur vor und nach der Privatisierung 2005.
- Lietuvos oro linijos (1938) mit LAL (1991) gleichsetzen – die Vorkriegs-Airline war ein eigenes Unternehmen, das 1940 endete.
- flyLAL Charters für flyLAL halten – die Charter-Schwester flog nach 2009 weiter und wurde zu Small Planet Airlines.
- Jedes LY-Kennzeichen flyLAL zuordnen – auch andere litauische Airlines fliegen mit LY-.
- 737-300 und 737-500 verwechseln – die Länge des Rumpfs entscheidet.
Archivschätze teilen
Poste deine alten flyLAL-Fotos mit Typ, Kennzeichen und Flughafen in der Planetrack-Community und tausch dich mit anderen Spottern über Luftfahrtgeschichte aus. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
flyLAL war die Airline, mit der Litauen nach 1991 den Anschluss an Westeuropa suchte. Aus dem Aeroflot-Erbe mit Jak-42 und Tu-134 wurde innerhalb weniger Jahre eine kleine westliche Flotte aus Boeing 737 und Saab-Turboprops. Gegen große Netzwerk-Airlines, den Preiskampf mit airBaltic und die Finanzkrise kam die Nationalairline am Ende nicht an. Für Spotter bleibt sie ein schönes Kapitel baltischer Luftfahrtgeschichte – und ein seltener Fund im eigenen Fotoarchiv.
Kurzfazit
flyLAL (IATA TE, ICAO LIL) war die historische Nationalairline Litauens von 1991 bis 2009, mit Vorgängerin aus den Jahren 1938 bis 1940. Auf Archivfotos erkennst du sie am LY-Kennzeichen, am Schriftzug „Lithuanian Airlines“ oder „flyLAL“ und an der kleinen Flotte aus Boeing 737 und Saab 2000.
Zusammenfassung
- Lithuanian Airlines übernahm 1991 die Flugzeuge der Aeroflot in Vilnius und richtete ihr Netz rasch nach Westeuropa aus.
- Ab den 1990er-Jahren prägten Boeing 737 und Saab-Turboprops das Bild; 2005 wurde die Airline privatisiert und in flyLAL umbenannt.
- Ein Preiskampf mit airBaltic und die Finanzkrise führten zu hohen Schulden; im Januar 2009 endete der Linienbetrieb.
- Spotter erkennen flyLAL auf Archivfotos am LY-Kennzeichen, am Schriftzug „flyLAL“ oder „Lithuanian Airlines“ und an der kleinen Boeing-737-Flotte.
Häufige Fragen
Gibt es flyLAL heute noch?
Nein. flyLAL stellte den Linienbetrieb am 17. Januar 2009 wegen finanzieller Probleme ein, kurz darauf begann das Insolvenzverfahren. Die Charter-Schwester flyLAL Charters flog unter eigenem Namen weiter und wurde 2010 in Small Planet Airlines umbenannt, die 2018 ebenfalls ihren Betrieb aufgab.
Welchen IATA- und ICAO-Code hatte flyLAL?
flyLAL bzw. Lithuanian Airlines flog unter dem IATA-Code TE und dem ICAO-Code LIL. Die Flugnummern begannen also mit TE.
Was ist der Unterschied zwischen Lithuanian Airlines und flyLAL?
Es ist dasselbe Unternehmen. Von 1991 bis 2005 hieß die staatliche Airline Lithuanian Airlines (litauisch Lietuvos avialinijos, kurz LAL). Nach der Privatisierung 2005 trat sie als flyLAL – Lithuanian Airlines auf.
Was hat flyLAL mit 1938 zu tun?
Litauen hatte schon zwischen den Weltkriegen eine staatliche Airline: Lietuvos oro linijos flog ab 1938 von Kaunas aus, vor allem nach Palanga und ab 1939 nach Riga. Nach der sowjetischen Besetzung endete der Betrieb im Juni 1940. Die Lithuanian Airlines von 1991 knüpfte als neue Nationalairline an diese Tradition an, war rechtlich aber ein neues Unternehmen.
Welche Flugzeuge flog flyLAL?
Zum Start 1991 übernahm die Airline Aeroflot-Maschinen: Jak-42, Tu-134, An-24 und An-26. Ende 1991 kam eine geleaste Boeing 737-200 dazu, später folgten 737-300 und 737-500, Saab 340 und Saab 2000. Im November 2008 bestand die Flotte aus drei 737-300, sechs 737-500, zwei 757-200 und drei Saab 2000.
Warum ging flyLAL pleite?
Schon die staatliche Lithuanian Airlines schrieb lange Verluste und verkaufte unter anderem Landerechte in London-Heathrow, um Schulden zu begleichen. Nach der Privatisierung kam 2008 ein Preiskampf mit airBaltic in Vilnius hinzu, dann die Finanzkrise. Im Dezember 2008 lagen die Schulden bei rund 86 Millionen Litas; die Regierung lehnte eine Rettung ab, ein Verkauf an einen Investor scheiterte.
Was bedeutete das Ende für den Flughafen Vilnius?
Nach Angaben der englischsprachigen Wikipedia sank die Zahl der Direktziele ab Vilnius danach von 28 auf 14, und der Flughafen verlor im Folgejahr einen großen Teil seiner Fluggäste. Andere Airlines, darunter airBaltic, füllten die Lücke später teilweise.
Flog flyLAL nach Deutschland?
Ja. Frankfurt gehörte zu den Linienzielen ab Vilnius. Daneben flog die Airline unter anderem nach London-Gatwick, Amsterdam, Budapest, Kiew, Moskau und Tiflis sowie saisonal nach Innsbruck, Madrid und Málaga.
flyLAL – Lithuanian Airlines im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
Boeing 737-300
Dicke Triebwerke mit platter Unterseite, ein gestreckter Rumpf und ein neues Cockpit: Mit der 737-300 machte Boeing die 737 Mitte der 1980er fit für eine zweite Karriere. Hier erfährst du, woher sie kommt, wer sie in Deutschland flog und wo du sie heute noch triffst.
FlugzeugtypBoeing 737-500
Klein, kompakt und mit den typischen platten Triebwerkseinlässen: Die 737-500 war die kürzeste 737 Classic und der moderne Ersatz für die 737-200. Hier liest du, wer sie flog, wo sie heute noch unterwegs ist und wie du sie von -300 und -600 trennst.
FlugzeugtypBoeing 737-200
Schlanke Zigarren-Triebwerke unter dem Flügel, eine Kufe am Bugrad und Luftdüsen vor dem Einlauf: Die 737-200 ist der Jet, der auf Schotter landet. Hier erfährst du, wie die -200 und die -200 Advanced entstanden, woran du sie erkennst und wo sie heute noch fliegt.
FlugzeugtypBoeing 757-200
Lang, schlank, hochbeinig und mit Triebwerken, die fast zu groß wirken: Die 757-200 ist ein Schmalrumpf mit Langstrecken-Genen. Produziert wird sie seit 2004 nicht mehr, Spotter freuen sich deshalb über jede Begegnung.
FlugzeugtypSaab 2000
Tief angesetzte Flügel, sechsblättrige Propeller und ein Rumpf, der für einen Turboprop ungewöhnlich lang wirkt: Der Saab 2000 war Schwedens schneller Regionalflieger. So erkennst du ihn und findest die letzten Exemplare.
FlugzeugtypSaab 340
Tiefdecker, zwei Vierblatt-Propeller, ein ganz normales Leitwerk und ein kurzer, rundlicher Rumpf: Der Saab 340 ist der schwedische Klassiker unter den Regional-Turboprops. So erkennst du ihn und weißt, wo er heute noch fliegt.
FlugzeugtypJakowlew Jak-42
Drei Triebwerke am Heck, ein hohes T-Leitwerk und ein Flügel mit auffällig geringer Pfeilung: Die Jak-42 war der sowjetische Kurz- und Mittelstreckenjet für rund 120 Passagiere. So erkennst du den seltenen Dreistrahler.
FlugzeugtypTupolew Tu-134
Verglaste Nase, zwei Triebwerke am Heck, hohes T-Leitwerk und Fahrwerksgondeln hinter dem Flügel: Die Tu-134 war der Kurzstreckenjet des Ostblocks und bei der Interflug der erste Jet. Heute begegnest du ihr fast nur noch im Museum.
FlugzeugtypAntonov An-24
Zwei Propellerturbinen, ein hoch angesetzter Flügel und robuste Technik für Schotterpisten: Die An-24 war das Arbeitspferd der sowjetischen Regionalluftfahrt. So erkennst du sie und so grenzt du sie von ihren Verwandten ab.
FlugzeugtypAntonov An-26
Zwei Turboprops, ein hochgezogenes Heck mit einer Rampe, die unter den Rumpf gleitet, und ein kleines Strahltriebwerk in der rechten Gondel: Die An-26 ist der kleine Arbeitstransporter des Ostblocks. So erkennst du sie und so findest du sie heute noch.
Weitere Airlines
airBaltic
Die lettische Airline mit dem hellgrünen Leitwerk: Drehkreuz Riga, eine Flotte nur aus Airbus A220-300 und viele Einsätze im Wet-Lease für die Lufthansa Group – dazu ein Umbau, der 2026 die Flotte deutlich verkleinert.
NetzwerkEstonian Air
Historische Nationalairline Estlands aus Tallinn: 1991 nach der Unabhängigkeit gegründet, zeitweise mit Maersk Air und SAS als Miteigentümern, vom sowjetischen Erbe zu Boeing 737, CRJ900 und Embraer 170 – bis die EU-Kommission im November 2015 die Staatshilfen kippte.
CharterAvion Express
Die Airline für Airlines aus Vilnius: Avion Express vermietet Airbus A320 und A321 samt Crew an Fluggesellschaften und Reiseveranstalter in Europa und Lateinamerika. Am Heck steht oft ein fremder Name, im Tracker aber NVD.
CharterGetJet Airlines
Litauische Wet-Lease- und Charterairline aus Vilnius, die Airbus A320 und Boeing 737-800 samt Crew an Airlines in ganz Europa vermietet und für baltische Reiseveranstalter fliegt.
CharterHeston Airlines
Litauische ACMI- und Charter-Airline aus Vilnius, seit 2021 in der Luft: A320-Flotte mit LY- und 9H-Kennzeichen, Einsätze für Airlines wie Condor und ein kurzes Kapitel mit ehemaligen Aeroflot-A330.
CharterSmartLynx Airlines
Lettische ACMI-Airline aus Riga, die über 30 Jahre Flugzeuge samt Crew an andere Airlines vermietete – mit A320, A321 und A321P2F-Frachtern. Im November 2025 stellte sie den Flugbetrieb ein.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Flughafen Vilnius
Litauens größter Flughafen liegt nur rund sechs Kilometer südlich der Altstadt: eine einzige Bahn, ein Terminal mit Sowjet-Fassade und neuem Abflugbau, über fünf Millionen Passagiere im Jahr – und ein Wartungscluster, der immer wieder überraschende Gäste an den Zaun bringt.
FlughafenFlughafen Riga
Größter Flughafen des Baltikums und Heimat von airBaltic: eine einzige Bahn in Nord-Süd-Richtung, rund 7,1 Millionen Passagiere im Jahr, eine reine A220-Flotte als Hauptdarsteller – und Spotterpunkte, für die du in Riga ein wenig Planung brauchst.
FlughafenFlughafen Tallinn
Estlands Hauptstadtflughafen liegt nur wenige Kilometer vom Stadtzentrum am Ufer des Ülemiste-Sees: eine einzige lange Bahn, ein kompaktes Terminal, rund 3,5 Millionen Passagiere im Jahr – und Spotterpunkte, die du mit Straßenbahn und Bus erreichst.
FlughafenFlughafen London-Gatwick
Eine einzige Hauptbahn, über 40 Millionen Passagiere im Jahr und orange Airbusse im Minutentakt: Gatwick ist Londons zweitgrößter Flughafen und ein Lehrstück dafür, wie viel Verkehr eine Bahn tragen kann. Für Spotter heißt das: kaum Leerlauf, viel easyJet, dazu Langstrecke von TUI, Norse, British Airways und den Golf-Carriern.
Passende Guides aus dem Blog
- Große Airline-Pleiten in Europa: Von Swissair bis Alitalia
- IATA- und ICAO-Codes erklärt: Flughäfen, Airlines und Flugzeugtypen entschlüsseln
- Codeshare-Flüge erklärt: warum ein Flug mehrere Flugnummern hat
- Flugzeug-Kennzeichen verstehen: So liest du jede Registrierung
- Umregistrierung: Warum Flugzeuge neue Kennzeichen bekommen
- Oldtimer am Himmel erkennen: Ju 52, DC-3, Constellation und Warbirds
- Flugzeugfotos archivieren: Ordnerstruktur und Dateinamen nach Kennzeichen, Typ und Datum
- Registrierungen sammeln: Wie Logger arbeiten und Flotten komplett erfassen



