Flughafen Tallinn

Estlands Hauptstadtflughafen liegt nur wenige Kilometer vom Stadtzentrum am Ufer des Ülemiste-Sees: eine einzige lange Bahn, ein kompaktes Terminal, rund 3,5 Millionen Passagiere im Jahr – und Spotterpunkte, die du mit Straßenbahn und Bus erreichst.

Auch bekannt als: Lennart Meri Tallinn Airport · Lennart Meri Tallinna lennujaam · Tallinn Ülemiste Airport (bis 2009) · Flughafen Ülemiste · AS Tallinna Lennujaam (Betreiber)

FlughäfenTLL / EETNseit 193611 Min. Lesezeit

TLL

IATA-Code

EETN

ICAO-Code

3.480 m

Länge der einzigen Bahn 08/26

1936

offizielle Eröffnung

Das Wichtigste in Kürze

  • IATA TLL, ICAO EETN: Estlands Hauptstadtflughafen, 2025 mit rund 3,49 Millionen Passagieren.
  • Eine Bahn, 3.480 Meter: die 08/26 in Ost-West-Richtung, seit 2016 auf heutige Länge verlängert.
  • airBaltic ist die Nummer eins mit rund 30 Prozent der Passagiere, gefolgt von Ryanair.
  • Benannt nach Lennart Meri: Seit März 2009 trägt der Flughafen den Namen des früheren Staatspräsidenten.
  • Stadtnah und spotterfreundlich: Seit August 2026 fährt die Straßenbahn wieder bis vors Terminal, viele Spots liegen direkt am Zaun.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Steckbrief
  2. 2.Tätigkeitsfelder
  3. 3.Geschichte im Zeitraffer
  4. 4.Was du als Spotter wissen solltest
  5. 5.Stärken und Schwächen
  6. 6.Ein Flughafen am See
  7. 7.Eine Bahn für alles
  8. 8.Wer in Tallinn fliegt
  9. 9.Die Exoten: Fracht, Charter, Business Aviation
  10. 10.Spotten in Tallinn: kein Hügel, aber viele Zäune
  11. 11.Anreise: Straßenbahn bis vors Terminal
  12. 12.Jahreszeiten im Norden
  13. 13.Zu klein für den Verkehr: der Terminalausbau
  14. 14.Tallinn im Vergleich
  15. 15.Fazit
  16. 16.Häufige Fragen

Steckbrief

IATA-CodeTLL
ICAO-CodeEETN
Offizieller NameLennart Meri Tallinn Airport – benannt nach Lennart Meri, dem ersten Präsidenten Estlands nach der wiedergewonnenen Unabhängigkeit
BetreiberAS Tallinna Lennujaam (Tallinn Airport Ltd), im Eigentum des estnischen Staates
LageRund 4 bis 5 km südöstlich der Tallinner Altstadt, am Ostufer des Ülemiste-Sees; Flugplatzhöhe rund 40 m
Start- und LandebahnEine Bahn 08/26 in Ost-West-Richtung, 3.480 m lang und 45 m breit; heutige Länge seit der Verlängerung im November 2016
PassagierterminalEin Terminal, eröffnet 1980 und 2006–2008 stark erweitert; seit Ende 2025 läuft ein mehrstufiger Um- und Ausbau bis 2030
Größte Airlines 2025airBaltic mit rund 30 % der Passagiere, dahinter Ryanair mit rund 13 %
Verkehr 20253.488.104 Passagiere, 51 Ziele im regelmäßigen Direktflug, 16 Airlines im Linienverkehr; Luftfracht laut Flughafen knapp 24 % über Vorjahr
Verkehr 2024Rund 3,49 Mio. Passagiere (bisheriger Rekord), gut 42.000 Flugbewegungen, rund 9.900 t Fracht
NahverkehrStraßenbahnlinien T2 und T4 bis vor das Terminal, seit 1. August 2026 wieder in Betrieb; dazu Stadtbusse
EröffnungOffiziell am 20. September 1936 mit den ersten Betonpisten; Landungen in Ülemiste gab es schon ab 1932
Für Spotter relevantKein offizieller Besucherbereich, aber eine Reihe bekannter Punkte rund um den Zaun sowie Blicke aufs Vorfeld vom Terminalumfeld aus
Offizielle Websiteairport.ee/en

Tätigkeitsfelder

Passagierverkehr – Europaverbindungen von Netzwerk- und Low-Cost-Airlines, dazu Charter- und Ferienflüge
Luftfracht – mehrere Frachtterminals, Expressdienste und Beiladefracht
Infrastruktur und Bodenabfertigung – Betrieb von Bahn, Vorfeldern und Terminal, Bodenabfertigung über eine eigene Gesellschaft
Wartung und Business Aviation – Hangars von Wartungsbetrieben und ein Komplex für Geschäftsreiseflugzeuge auf dem Gelände
Regionalflughäfen – die Verkehrsbilanz der Gesellschaft umfasst auch die estnischen Regionalflughäfen wie Tartu und Kuressaare

Geschichte im Zeitraffer

1931–1936Im November 1931 beginnen die Bauarbeiten am Ülemiste-See. Erste Landungen gibt es ab 1932, am 20. September 1936 wird der Flughafen mit seinen Betonpisten offiziell eröffnet.
1938Ein Architekturwettbewerb für ein neues Abfertigungsgebäude endet mit dem Entwurf von Artur Jürvetson. Der Bau beginnt 1939, der Krieg unterbricht ihn.
1940–1989Krieg und sowjetische Besetzung unterbrechen den zivilen Ausbau. Von 1945 bis 1989 ist Aeroflot die einzige Airline in Tallinn, geflogen wird nur innerhalb der Sowjetunion.
1954Das Jürvetson-Gebäude wird in abgewandelter Form fertig; 1962 startet mit einer Tu-124 erstmals ein Passagierjet in Tallinn.
1980Zu den olympischen Segelwettbewerben, die im Rahmen der Spiele von Moskau in Tallinn stattfinden, öffnet das heutige Terminal.
1989SAS fliegt als erste ausländische Airline seit dem Zweiten Weltkrieg wieder planmäßig nach Tallinn.
2006–2008Eine große Erweiterung bringt rund 35.000 m² zusätzliche Fläche und zahlreiche neue Gates.
2009Am 29. März erhält der Flughafen den Namen Lennart Meri Tallinn Airport.
2015Die nationale Airline Estonian Air wird abgewickelt – sie hatte 2014 noch rund ein Drittel der Kapazität gestellt.
2016–2017Im November 2016 ist die Bahnverlängerung auf 3.480 m fertig. Am 1. September 2017 erreicht die Straßenbahn das Terminal.
2023Wegen Bauarbeiten am Hafen und am neuen Bahnknoten Ülemiste wird die Straßenbahn zum Flughafen unterbrochen.
2024–20252024 bringt mit knapp 3,49 Mio. Passagieren einen Rekord, 2025 liegt nur hauchdünn darunter. Im Dezember 2025 startet der Flughafen den rund 75 Mio. Euro schweren Terminalausbau.
2026Am 1. August fahren die Straßenbahnlinien T2 und T4 wieder bis zum Terminal. Im September unterzeichnet der Flughafen den Bauvertrag für den Terminalausbau; mit fast 356.000 Passagieren wird es der stärkste September seiner Geschichte.

Flughafen Tallinn aus Spotter-Sicht

Deine Checkliste für Flughafen Tallinn

Hak ab, was du schon gesehen oder erledigt hast.

  • Einen Airbus A220-300 von airBaltic in Tallinn notiert – die eigene Flotte der größten Airline am Platz besteht nur aus diesem Typ
  • Eine Landung auf der 26 und eine auf der 08 fotografiert – laut Spotterführern gibt es keine fest bevorzugte Richtung
  • Eine Ryanair-737 und einen Wizz-Air-Airbus am selben Tag erwischt
  • Einen Gast einer großen Netzwerkairline gesehen, etwa Lufthansa, Finnair, SAS, LOT oder Turkish Airlines
  • Einen Frachter oder einen Charter-Exoten notiert – laut Spotter-Community die eigentlichen Highlights in Tallinn
  • Das Kennzeichen jeder Sichtung festgehalten – bei der einheitlichen A220-Flotte von airBaltic ist es das einzige Unterscheidungsmerkmal
  • Mit der Straßenbahn bis vors Terminal gefahren und von dort zu Fuß zum ersten Spot

Stärken und Schwächen

Das spricht dafür

  • Sehr stadtnah: Straßenbahn und Busse bringen dich in wenigen Minuten aus der Innenstadt an den Zaun
  • Eine einzige Bahn – du verpasst keine Bewegung, weil sie auf einer anderen Piste stattfindet
  • Viele Standpunkte mit kurzer Distanz zu Bahn und Rollweg, teils gut für Weitwinkel
  • Überschaubares Verkehrsaufkommen, gut geeignet für entspanntes Spotten und zum Lernen
  • Charter, Fracht und Business Aviation bringen immer wieder Überraschungen

Wo es hakt

  • Kein offizieller Besucherhügel oder Aussichtsbereich
  • Neuer, engmaschiger Zaun an mindestens einem beliebten Spot – ohne erhöhten Standpunkt wird es schwierig
  • Im Winter (November bis Januar) kurze, oft graue Tage
  • Deutlich weniger Verkehr als an großen Drehkreuzen – zwischen den Wellen gibt es Pausen
  • Bis 2030 Bauarbeiten am Terminal, Wege und Zugänge können sich ändern

Tallinn ist einer der wenigen Hauptstadtflughäfen Europas, an den du mit der Straßenbahn fast bis an den Zaun fährst. Eine einzige lange Bahn, ein kompaktes Terminal und ein Verkehrsmix aus airBaltic, Low-Cost-Airlines, Netzwerkgästen und gelegentlichen Exoten machen den Lennart Meri Tallinn Airport zu einem entspannten Ziel für einen Spotting-Tag – gerne kombiniert mit einem Städtetrip in die Altstadt oder einem Abstecher über die Ostsee nach Helsinki.

Dein TLL-Logbuch beginnt hier

Sichtungen mit Foto, Typ, Kennzeichen, Airline und Spot festhalten und später wiederfinden – genau dafür gibt es Planetrack. Die App startet bald, die Anmeldung zur Warteliste findest du unten auf dieser Seite.

Ein Flughafen am See

Der Flughafen liegt am Ostufer des Ülemiste-Sees, des großen Trinkwassersees der Stadt, nur wenige Kilometer südöstlich der Altstadt. Gebaut wurde hier schon Anfang der 1930er-Jahre: Im November 1931 begannen die Arbeiten, ab 1932 landeten erste Maschinen, und am 20. September 1936 wurde der Platz mit seinen Betonpisten offiziell eröffnet.

Das erste richtige Abfertigungsgebäude hat eine bewegte Geschichte. 1938 gewann der Architekt Artur Jürvetson den Wettbewerb dafür, 1939 begann der Bau – dann kamen der Krieg und die sowjetische Besetzung. Fertig wurde das Gebäude erst 1954, in veränderter Form und im Stil der Zeit. Von 1945 bis 1989 war Aeroflot die einzige Airline in Tallinn; 1962 startete hier mit einer Tupolew Tu-124 der erste Passagierjet.

Das heutige Terminal stammt aus dem Jahr 1980. Anlass waren die olympischen Segelwettbewerbe, die im Rahmen der Sommerspiele von Moskau vor Tallinn ausgetragen wurden. Nach der Unabhängigkeit öffnete sich der Flughafen schnell nach Westen: 1989 nahm SAS als erste ausländische Airline seit dem Zweiten Weltkrieg wieder planmäßige Flüge auf. Zwischen 2006 und 2008 wurde das Terminal um rund 35.000 Quadratmeter erweitert, und seit dem 29. März 2009 trägt der Flughafen den Namen von Lennart Meri, dem ersten Präsidenten Estlands nach der wiedergewonnenen Unabhängigkeit.

3,49 Mio.Passagiere im Jahr 2025
51Ziele im regelmäßigen Direktflug 2025
3.480 mLänge der einzigen Bahn
30 %Passagieranteil von airBaltic 2025

Eine Bahn für alles

Das Layout ist denkbar einfach: Eine einzige Start- und Landebahn, die 08/26, verläuft in Ost-West-Richtung. Sie ist 3.480 Meter lang und 45 Meter breit. Ihre heutige Länge erreichte sie mit der Verlängerung im November 2016, sie gilt seitdem als längste Bahn im Baltikum. Parallel dazu läuft der Hauptrollweg, von dem mehrere Abrollwege zu den Vorfeldern führen.

Für Spotter hat eine Einbahn-Anlage einen großen Vorteil: Jede Bewegung findet auf derselben Piste statt. Du musst nicht rätseln, ob die interessante Maschine gerade auf der anderen Bahn landet. Dafür entscheidet die Betriebsrichtung umso stärker darüber, an welchem Ende du stehen solltest.

Bereich Lage Was du dort typischerweise siehst
Bahn 08/26 Ost-West-Achse am Ostufer des Ülemiste-Sees alle Starts und Landungen
Westende (Schwelle 08) Richtung Ülemiste-See und Stadt Landungen auf der 08, Starts auf der 26 im Steigflug
Ostende (Schwelle 26) offenes Gelände im Osten Anflüge auf die 26, Starts auf der 08
Vorfeld am Terminal zwischen Terminal und Bahn abgestellte und rollende Maschinen, Pushbacks
Fracht- und Hangarbereiche entlang des Platzes Frachter, Wartungsflugzeuge, Business Jets

Betriebsrichtung 08 oder 26?

Flugzeuge starten und landen gegen den Wind. Weht er aus Westen, gilt Betriebsrichtung 26: Die Anflüge kommen von Osten, gestartet wird Richtung See. Bei Ostwind dreht sich das Bild, dann wird über den See hinweg auf der 08 gelandet. Beide Richtungen sind laut Spotterführern mit Instrumentenlandesystem ausgestattet, eine fest bevorzugte Richtung gibt es nicht. Prüf vor dem Losfahren Wind und Wetter und schau in einer Flugverfolgung nach, aus welcher Richtung die Maschinen anfliegen – wie das geht, erklären die Beiträge zur Betriebsrichtung am Flughafen und zur Flugverfolgung mit ADS-B.

Licht und Seite zusammen denken

Die Bahn liegt in Ost-West-Richtung, die Sonne steht mittags im Süden. Von der Südseite des Platzes hast du sie tagsüber im Rücken, von der Nordseite rund ums Terminal wird es vor allem nachmittags und abends interessant, wenn die Sonne nach Westen wandert. Im estnischen Sommer steht sie früh morgens und spät abends weit im Norden – dann drehen sich die Verhältnisse. Mit dem Beitrag zum Sonnenstand am Fotospot planst du das vorher.

Wer in Tallinn fliegt

Seit dem Ende der nationalen Airline Estonian Air im Jahr 2015 hat Tallinn keine große heimische Fluggesellschaft mehr, die den Verkehr dominiert. Estonian Air hatte 2014 noch rund ein Drittel der Kapazität gestellt; ihre Abwicklung war ein harter Einschnitt. Den Platz haben seitdem ausländische Airlines übernommen – allen voran die lettische airBaltic, die in Tallinn eine Basis betreibt und 2025 laut Flughafen rund 30 Prozent aller Passagiere beförderte.

Für Spotter bedeutet das ein sehr einheitliches Bild an der Spitze: Die eigene Flotte von airBaltic besteht ausschließlich aus dem Airbus A220-300. Wer die Flotte sauber sammeln will, kommt um die Kennzeichen nicht herum. Auf Platz zwei folgt Ryanair mit rund 13 Prozent, typischerweise mit Maschinen der Boeing 737-800 und der 737 MAX 8. Wizz Air ergänzt das Low-Cost-Angebot mit Airbus-Jets wie dem A321neo; für 2026 hat die Airline Verbindungen nach Danzig, Warschau, Tirana und Rom ins Programm genommen.

Daneben fliegen Netzwerkairlines Tallinn als Zubringer in ihre Drehkreuze an. Zu den bekannten Gästen zählen Lufthansa, Finnair, SAS, LOT Polish Airlines und Turkish Airlines, dazu Norwegian. Seit Mai 2026 verbindet Eurowings Tallinn erstmals direkt mit Düsseldorf, und Jet2.com bringt im Winter britische Städtereisende aus Leeds und London-Gatwick in die estnische Hauptstadt.

Gruppe Beispiele Typisches Flugzeugbild
Größte Airline airBaltic Airbus A220-300
Low-Cost Ryanair, Wizz Air, Norwegian Boeing 737, Airbus A320/A321neo
Netzwerkairlines Lufthansa, Finnair, SAS, LOT, Turkish Airlines Schmalrumpfjets und Regionalflugzeuge
Ferien und Charter Jet2.com und Charterflüge Schmalrumpfjets, saisonal
Fracht Express- und Frachtairlines Frachter verschiedener Größen

Laut Flughafen bedienten 2025 insgesamt 16 Airlines Tallinn im Linienverkehr, mit 51 Zielen im regelmäßigen Direktflug. Die beliebtesten Verbindungen führten nach Stockholm, Riga, Helsinki und Frankfurt – passend dazu lohnt der Blick auf die Seiten zum Flughafen Stockholm-Arlanda, zum Flughafen Helsinki-Vantaa und zum Flughafen Frankfurt.

Die A220-Flotte im Hangar sammeln

Mit Planetrack setzt du Kennzeichen, Typen und Airlines auf die Wunschliste deines Hangars und bekommst einen Sichtungs-Alarm, wenn die gesuchte Maschine anfliegt. Die App startet bald – trag dich unten in die Warteliste ein.

Die Exoten: Fracht, Charter, Business Aviation

Der Linienverkehr in Tallinn ist überschaubar und wiederholt sich. Was Spotter laut Community-Spotterführern eigentlich anlockt, sind die Bewegungen dazwischen: Charterflüge, Frachter, Business Jets und gelegentlich Militär- oder Staatsflugzeuge. Der Flughafen verfügt über mehrere Frachtterminals; 2025 wuchs die Luftfracht laut Flughafen um knapp 24 Prozent.

Auf dem Gelände sitzen außerdem Wartungsbetriebe mit eigenen Hangars sowie ein 2014 eröffneter Komplex für die Business Aviation. Dadurch tauchen in Tallinn immer wieder Maschinen auf, die gar nicht im Flugplan stehen – Wartungsgäste, Überführungen und Privatjets. Aus der jüngeren Geschichte kennen viele Spotter noch die Jets der nach dem Aus von Estonian Air gegründeten Nordica, darunter Regionaljets vom Typ Bombardier CRJ900.

Spotten in Tallinn: kein Hügel, aber viele Zäune

Einen offiziellen Besucherhügel oder eine Aussichtsterrasse gibt es in Tallinn nicht. Trotzdem gilt der Flughafen in der Spotter-Community als freundlich, weil öffentliche Straßen und Wege an mehreren Stellen nah an Bahn und Rollwege heranführen. Community-Guides wie der Spotterguide beschreiben rund ein Dutzend Standpunkte. Grob lassen sie sich in drei Gruppen einteilen:

  • Rund ums Terminal: Von der Vorfahrt am Abflugbereich, entlang des Zauns beim alten Terminal und aus einer verglasten Galerie Richtung Straßenbahnhaltestelle blickst du aufs Vorfeld. Hier gibt es Pushbacks, rollende Maschinen und abgestellte Flugzeuge – und Toiletten sowie Essen in Laufweite.
  • Südseite der Bahn: Entlang von Nebenstraßen südlich des Platzes stehst du nur rund 100 bis 200 Meter von der Bahnachse entfernt und siehst alle Bewegungen auf der 08/26 und dem Hauptrollweg. Tagsüber hast du dort meist die Sonne im Rücken.
  • Ostende und Nordseite: Am Ostende der Bahn bieten Felder und Wege Anflugmotive auf die 26, an der Nordseite liefert ein kleiner Erdhügel am Abend einen Blick über den Zaun.

Wichtig: Laut aktuellen Hinweisen der Spotter-Community steht an einem der beliebtesten Punkte auf der Südseite seit Kurzem ein neuer, sehr engmaschiger Zaun. Ohne erhöhten Standpunkt wird es dort schwierig. Wo Erdwälle oder kleine Hügel vorhanden sind, bist du klar im Vorteil. An den Spots außerhalb des Terminals gibt es weder Toiletten noch Verpflegung – plan das ein.

Betriebsrichtung prüfen

Westwind heißt 26, Ostwind 08. Danach entscheidest du, ob du ans Ost- oder ans Westende fährst.

Seite nach dem Licht wählen

Tagsüber eher die Südseite, am späten Nachmittag und Abend die Terminalseite oder den Nordosten.

Anreise mit Tram und Bus

Die Straßenbahnlinien T2 und T4 fahren bis zum Terminal, für die entfernteren Spots nimmst du Stadtbusse.

Abflugtafel checken

Charter, Fracht und Gäste stehen oft nur kurz in den Tafeln. Ein Blick vorab spart Wartezeit.

Kennzeichen notieren

Bei einer reinen A220-Flotte wie der von airBaltic unterscheidest du die Maschinen nur über die Registrierung.

Zaun bleibt Zaun

Auch wenn die Spots nah an der Bahn liegen: Absperrungen, Crash Gates und Sicherheitsbereiche sind tabu. Crash Gates dürfen nicht zugeparkt werden, und Leitern gehören nicht direkt an den Zaun. Was grundsätzlich erlaubt ist, fasst der Beitrag Ist Planespotting erlaubt? zusammen.

Anreise: Straßenbahn bis vors Terminal

Tallinn gehört zu den wenigen Hauptstädten, deren Flughafen per Straßenbahn angebunden ist. Seit dem 1. September 2017 fuhr die Tram bis vor das Terminal; 2023 wurde der Abschnitt wegen Bauarbeiten am Hafen und am neuen Bahnknoten Ülemiste unterbrochen. Seit dem 1. August 2026 ist die Verbindung zurück – und zwar gleich mit zwei Linien: T2 aus Richtung Kopli sowie T4 aus Richtung Tondi, laut Betreiberangaben jeweils im 10-Minuten-Takt.

Dazu kommen mehrere Stadtbuslinien, mit denen du auch die Spots abseits des Terminals erreichst. Der Bahnhof Ülemiste liegt in Laufweite des Flughafens. Dort wird zudem der Terminal für Rail Baltica gebaut, also für die neue Normalspur-Bahn durch das Baltikum. Das Gebiet rund um Ülemiste wird damit zu einem zweiten Verkehrszentrum der Stadt. Wie du generell die Anreise zum Spot planst, zeigt der Beitrag Anreise zum Spot.

Jahreszeiten im Norden

Tallinn liegt auf fast 60 Grad Nord. Das prägt den Spotting-Kalender stärker als an mitteleuropäischen Flughäfen. Im Sommer sind die Tage extrem lang, der Verkehr ist am dichtesten und das Wetter am stabilsten – die Hauptsaison für Spotter. Von November bis Januar wird es dagegen nur wenige Stunden hell, und der Himmel ist häufig grau.

Interessant sind Februar und März: Dann kommen Schnee und klare Tage mit tief stehender Sonne zusammen, und du bekommst Motive mit Enteisung und verschneiten Rändern, die es weiter südlich selten gibt. Tipps für Kälte, Akku und Kamera liefert der Beitrag Planespotting im Winter, Hintergrund zur Abfertigung bei Frost der Beitrag zur Enteisung von Flugzeugen.

Wind, Piste und Licht auf einen Blick

Planetrack zeigt dir Wetter, Wind und aktive Pisten am Flughafen und plant mit dem Sonnenstand-Planer, wann dein Spot das beste Licht hat. Planetrack startet bald. Die Warteliste findest du unten auf dieser Seite.

Zu klein für den Verkehr: der Terminalausbau

Das Terminal war ursprünglich für rund 2,8 Millionen Passagiere im Jahr ausgelegt. Mit knapp 3,5 Millionen ist es längst darüber hinausgewachsen. 2024 stellte der Flughafen mit rund 3,49 Millionen Reisenden einen Rekord auf, 2025 lag er nur um etwa 4.000 Passagiere darunter. 2026 meldete der Flughafen mehrere Monatsrekorde, zuletzt einen September mit fast 356.000 Passagieren.

Im Dezember 2025 hat der Flughafen deshalb das größte Bauprojekt seiner Geschichte gestartet. Rund 16.500 Quadratmeter Fläche kommen neu hinzu, mehr als 18.000 Quadratmeter werden umgebaut. Die Kosten schätzt der Flughafen auf etwa 75 Millionen Euro, der Umbau läuft in fünf Abschnitten bis 2030. Engpässe sind laut Flughafen vor allem die veraltete Gepäckanlage und eine zu kleine Grenzkontrolle, wenn mehrere Flugzeuge gleichzeitig ankommen. Im September 2026 wurde der Bauvertrag unterzeichnet. Für dich als Besucher heißt das: Rund ums Terminal können sich Wege, Zugänge und Ausblicke in den nächsten Jahren verändern.

Tallinn passt zu dir, wenn …

  • du einen entspannten Spotting-Tag mit Städtetrip verbinden willst
  • du ohne Auto anreist und nah an die Bahn möchtest
  • du airBaltic und die A220 sammelst

Bedingt geeignet, wenn …

  • du nur im Winter Zeit hast
  • du ohne Leiter oder erhöhten Standpunkt auskommen willst

Eher woanders, wenn …

  • du Großraumflugzeuge in Serie sehen willst
  • du einen offiziellen Besucherbereich mit Infrastruktur suchst

Tallinn im Vergleich

Im Ostseeraum lässt sich Tallinn gut mit anderen Flughäfen kombinieren. Der Flughafen Helsinki-Vantaa liegt auf der anderen Seite des Finnischen Meerbusens und ist als Finnair-Drehkreuz deutlich größer, mit Langstreckenverkehr nach Asien. In Riga sitzt mit airBaltic die größte Airline Tallinns, der Flughafen Riga ist damit die naheliegende zweite Station einer Baltikum-Tour; der Flughafen Vilnius ergänzt die Runde.

Wer eine längere Reise plant, findet Anregungen in den Beiträgen zu den besten Spotting-Spots in Europa und zum Spotting-Roadtrip durch Europa. Vor der ersten Tour helfen außerdem die Ausrüstungs-Checkliste und der Beitrag Planespotting für Einsteiger.

Jede Sichtung am Ülemiste-See zählt

Beiträge mit Flugzeugdaten, Spot-Karte mit Anreise und Community-Fotos, Sonnenstand-Planer und Chats mit anderen Spottern – das ist Planetrack. Planetrack startet bald. Die Warteliste findest du unten auf dieser Seite.

Fazit

Der Flughafen Tallinn ist klein, aber charmant: eine einzige lange Bahn, ein Terminal in Sichtweite der Stadt und eine Straßenbahn, die dich wieder bis vors Gebäude bringt. Den Linienverkehr bestimmen airBaltic mit ihrer A220-Flotte und die großen Low-Cost-Airlines, die Spannung kommt von Netzwerkgästen, Charter, Fracht und Business Jets.

Einen Besucherhügel gibt es nicht, dafür mehrere bekannte Standpunkte am Zaun – mit dem neuen, engmaschigen Zaun an einem der beliebtesten Spots aber nicht mehr ganz so bequem wie früher. Wer Betriebsrichtung, Licht und Jahreszeit im Blick hat, holt aus einem Tag in Tallinn trotzdem viel heraus.

Kurzfazit

TLL ist Estlands Tor zur Welt mit einer 3.480-Meter-Bahn und airBaltic als größter Airline. Ideal für einen Spotting-Tag mit Städtetrip – komm im Sommer, prüf die Betriebsrichtung und rechne mit Zaun statt Besucherhügel.

Zusammenfassung

  • Tallinn ist ein kompakter Hauptstadtflughafen mit einer einzigen langen Bahn, nur wenige Kilometer vom Stadtzentrum entfernt.
  • Den Verkehr prägen airBaltic mit ihrer A220-Flotte und Low-Cost-Airlines, ergänzt um Netzwerkairlines aus Skandinavien, Deutschland, Polen und der Türkei.
  • Ein offizieller Besucherbereich fehlt, dafür liegen mehrere bekannte Spotterpunkte rund um den Zaun – erreichbar mit Bus und Straßenbahn.
  • Bis 2030 wird das Terminal umgebaut und erweitert, weil der Flughafen seine ursprüngliche Auslegung längst überschritten hat.

Häufige Fragen

Was sind die Codes des Flughafens Tallinn?

Der IATA-Code ist TLL, der ICAO-Code EETN. TLL siehst du auf Bordkarten und Gepäckanhängern, EETN verwenden Flugsicherung, Wetterdienste und Flugverfolgungsportale.

Warum heißt der Flughafen Lennart Meri?

Lennart Meri war der erste Präsident Estlands nach der wiedergewonnenen Unabhängigkeit. Am 29. März 2009 wurde der bis dahin als Tallinn Ülemiste Airport bekannte Flughafen nach ihm benannt. Im Alltag sagen die meisten trotzdem einfach Flughafen Tallinn oder TLL.

Wie viele Start- und Landebahnen hat der Flughafen Tallinn?

Nur eine: die Bahn 08/26. Sie ist 3.480 Meter lang und 45 Meter breit und verläuft in Ost-West-Richtung. Auf ihr findet der gesamte Flugbetrieb statt, Starts und Landungen wechseln sich ab.

Wie komme ich vom Zentrum zum Flughafen Tallinn?

Am einfachsten mit der Straßenbahn: Seit dem 1. August 2026 fahren die Linien T2 und T4 wieder bis zum Terminal, laut Betreiberangaben im 10-Minuten-Takt. Zusätzlich halten mehrere Stadtbuslinien am Flughafen. Der Bahnhof Ülemiste liegt in Laufweite.

Welche Airline ist in Tallinn am stärksten vertreten?

airBaltic. Laut Flughafen entfielen 2025 rund 30 Prozent der Passagiere auf die lettische Airline, die in Tallinn eine Basis betreibt. Auf Platz zwei lag Ryanair mit rund 13 Prozent.

Gibt es am Flughafen Tallinn einen offiziellen Spotterbereich?

Nein. Einen Besucherhügel oder eine Aussichtsterrasse wie an manchen deutschen Flughäfen gibt es nicht. Die Spotter-Community nutzt stattdessen öffentliche Wege, Straßen und kleine Erhöhungen rund um den Zaun. Absperrungen und Hinweise des Flughafens gelten dabei ohne Ausnahme.

Brauche ich in Tallinn eine Leiter?

An einigen Stellen hilft sie, weil dort inzwischen ein engmaschiger Zaun steht. Spotterführer weisen aber darauf hin, dass Leitern direkt am Zaun nicht überall erlaubt sind. Halte Abstand zum Zaun, stell die Leiter nicht auf Wege und verzichte darauf, wenn Sicherheitspersonal etwas anderes sagt. Hintergrund dazu im Beitrag Leiter, Tritt und Stativ am Flughafenzaun.

Wann ist die beste Zeit zum Spotten in Tallinn?

Der Sommer bringt den meisten Verkehr, lange Tage und das stabilste Wetter. Von November bis Januar ist es in Estland nur wenige Stunden hell und oft bedeckt. Februar und März können mit Schnee und klarem Licht überraschend schöne Bedingungen liefern.

Sichtungen rund um Flughafen Tallinn sammeln

Foto mit Kennzeichen, Typ, Airline und Spot posten, Funde im Hangar sammeln und Likes und Kommentare aus der Community bekommen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Früher Zugang, Vorteile zum Start und Mitsprache bei neuen Features.

Passende Airlines

Die Fluggesellschaften dazu – mit IATA- und ICAO-Code, Rufzeichen und Lackierung.

BT / BTI

airBaltic

Die lettische Airline mit dem hellgrünen Leitwerk: Drehkreuz Riga, eine Flotte nur aus Airbus A220-300 und viele Einsätze im Wet-Lease für die Lufthansa Group – dazu ein Umbau, der 2026 die Flotte deutlich verkleinert.

FR / RYR

Ryanair

Europas größte Low-Cost-Airline aus Irland: fast reine Boeing-737-Flotte, Punkt-zu-Punkt-Verkehr statt Drehkreuz und mehrere Schwestergesellschaften, die unter Ryanair-Flugnummern fliegen.

W6 / WZZ

Wizz Air

Ungarns Low-Cost-Airline aus Budapest: reine Airbus-Flotte mit Schwerpunkt A321neo, drei Gesellschaften mit HA-, 9H- und G-Kennzeichen und ein Netz, das von Mittel- und Osteuropa bis in den Nahen Osten reicht.

AY / FIN

Finnair

Die finnische Netzwerk-Airline mit dem schlichten Weiß-Blau: 1923 als Aero gegründet, Drehkreuz Helsinki, oneworld-Mitglied und 2015 erste A350-Betreiberin Europas – mit einer Flotte, die du an der Kennzeichen-Reihe fast schon auswendig lernen kannst.

LH / DLH

Lufthansa

Deutschlands größte Airline und Kern der Lufthansa Group: Netzwerk-Airline mit den Drehkreuzen Frankfurt und München, Gründungsmitglied der Star Alliance.

SK / SAS

SAS Scandinavian Airlines

Die skandinavische Netzwerk-Airline mit dem blauen Leitwerk: 1946 von Dänemark, Norwegen und Schweden gegründet, drei Drehkreuze, seit 2024 bei SkyTeam statt in der Star Alliance – und eine Flotte mit Kennzeichen aus vier Ländern.

LO / LOT

LOT Polish Airlines

Polens Netzwerk-Airline mit Drehkreuz Warschau: gegründet 1928, seit 2003 in der Star Alliance, erster Dreamliner-Betreiber Europas – und vor dem Wechsel von Embraer auf Airbus A220.

EW / EWG

Eurowings

Die Direktflug-Airline der Lufthansa Group: Eurowings fliegt mit Jets der A320-Familie ab Düsseldorf und weiteren deutschen Basen quer durch Europa – und bekommt ab 2027 die Boeing 737 MAX 8.

Typische Flugzeuge

Weitere Einträge

Passende Guides aus dem Blog

PT

Planetrack Redaktion

Diese Datenbank beschreibt Flughäfen, Flugzeughersteller, Airline-Gruppen, Allianzen und Luftfahrtmuseen. Eigentümer, Beteiligungen und Mitgliedschaften ändern sich laufend – gesicherte Angaben stehen im Steckbrief, alles Veränderliche ist als solches gekennzeichnet. Die einzelnen Fluggesellschaften findest du in der Airline-Datenbank.

← Alle Flughäfen