Das Wichtigste in Kürze
- Die Jak-42 ist ein sowjetischer Dreistrahler für bis zu 120 Passagiere: Erstflug 1975, Liniendienst bei Aeroflot ab Ende 1980.
- Schnellster Erkennungsweg: drei Hecktriebwerke, T-Leitwerk und ein Flügel, der für einen Jet auffällig wenig gepfeilt ist.
- Die Jak-42 hat keine Schubumkehr – eine Besonderheit, die sie von fast allen westlichen Jets ihrer Größe trennt.
- Gebaut wurden nur rund 180 Serienmaschinen, fast alle im Werk Saratow; Exportkunden waren vor allem China und Kuba.
- Heute ist sie eine Rarität: Nur noch wenige Exemplare fliegen bei russischen Regionalairlines, im EU-Luftraum ist sie derzeit praktisch nicht zu sehen.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die Jakowlew Jak-42?
- 2.Technik: robust, einfach und ohne Schubumkehr
- 3.Die Merkmale, die zur Bestimmung reichen
- 4.Jak-42, Tu-154, Boeing 727 oder Jak-40?
- 5.Rückschläge: Grounding und schwere Unglücke
- 6.Betreiber: von Aeroflot bis Kuba und China
- 7.Wer fliegt die Jak-42 heute noch?
- 8.Wo du die Jak-42 sehen kannst
- 9.Spotting-Tipps für einen seltenen Dreistrahler
- 10.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 11.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Konstruktionsbüro Jakowlew; Serienbau in Smolensk und Saratow |
|---|---|
| Rolle | Kurz- und Mittelstrecken-Passagierflugzeug (Schmalrumpf) |
| NATO-Codename | Clobber |
| ICAO-Typcode | YK42 |
| Erstflug | 7. März 1975 (Prototyp) |
| Indienststellung | Ende 1980 bei Aeroflot |
| Triebwerke | 3 × Lotarew (Progress) D-36, je rund 63,7 kN; keine Schubumkehr |
| Länge | 36,38 m |
| Spannweite | 34,88 m |
| Höhe | 9,83 m |
| Flügelfläche | 150 m² |
| Flügelpfeilung | 23 Grad |
| Sitzplätze | bis zu 120 in einer Klasse |
| Max. Startgewicht | rund 57 t (Jak-42D, je nach Quelle 57,0 bis 57,5 t) |
| Reisegeschwindigkeit | rund 740 bis 750 km/h |
| Cockpit | zwei Piloten, je nach Ausführung zusätzlich ein Flugingenieur |
| Produktion | rund 183 Serienmaschinen von 1977 bis 2003 (Angaben schwanken bis 188) |
| Status | Weitgehend ausgemustert; einzelne Maschinen bei russischen Regionalairlines aktiv |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Drei Triebwerke am Heck: zwei in Gondeln seitlich am Rumpfende, das dritte im Rumpfheck mit Lufteinlauf vor der Seitenflosse
- T-Leitwerk: Das Höhenleitwerk sitzt ganz oben auf der Flosse
- Flügel mit geringer Pfeilung von nur 23 Grad – deutlich gerader als bei Tu-154 oder Boeing 727
- Keine Fahrwerksgondeln an der Flügelhinterkante – im Gegensatz zur Tu-154 und Tu-134
- Hauptfahrwerk mit vier Rädern pro Bein (Serienmaschinen)
- Am Boden oft eine ausgeklappte Treppe unter dem Heck, dazu eine vordere Tür mit eigener Treppe auf der linken Seite
Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein mittelgroßer Jet mit drei Düsen am Heck, einem hohen T-Leitwerk und einem Flügel, der für ein Strahlflugzeug erstaunlich gerade wirkt: Das ist die Jakowlew Jak-42. Der sowjetische Dreistrahler für rund 120 Passagiere war als Nachfolger für ältere Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge von Aeroflot gedacht und blieb mit nur rund 180 gebauten Serienmaschinen ein vergleichsweise seltener Typ. Hier erfährst du, wie du die Jak-42 sicher bestimmst, was sie von Tu-154, Boeing 727 und ihrer kleinen Schwester Jak-40 unterscheidet und wo du ihr heute noch begegnest.
Die Jak-42 in deinen Hangar
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Was ist die Jakowlew Jak-42?
Die Jak-42 ist ein dreistrahliges Schmalrumpfflugzeug für Kurz- und Mittelstrecken, entwickelt vom Konstruktionsbüro Jakowlew. Das Büro war bis dahin vor allem für Sport-, Schul- und Militärflugzeuge bekannt; im Verkehrsflugzeugbau hatte es mit der kleinen Jak-40 Erfahrung gesammelt. Die Jak-42 sollte eine Nummer größer werden: Sie richtete sich an Strecken, auf denen Aeroflot ältere Typen ersetzen wollte, und war für bis zu 120 Passagiere ausgelegt.
Der erste Prototyp mit dem Kennzeichen CCCP-1974 hob am 7. März 1975 ab. Spannend für Technikfans: Iljuschin, Tupolew und Jakowlew probierten in dieser Zeit viel aus, und auch bei der Jak-42 stand die Flügelform noch nicht fest. Der erste Prototyp flog mit einem Flügel von nur 11 Grad Pfeilung, der zweite mit 23 Grad. Für die Serie entschied man sich für die 23-Grad-Variante – immer noch deutlich weniger als bei westlichen Dreistrahlern derselben Ära. Auch das Fahrwerk änderte sich: Die Prototypen hatten zwei Haupträder pro Seite, ab der ersten Serienmaschine waren es vier.
Ende 1980 begann Aeroflot mit dem Passagierdienst; das Lufttüchtigkeitszeugnis stammt vom Dezember 1980. Gebaut wurde zunächst in Smolensk, wo bis 1981 nur eine kleine Zahl entstand, danach im Flugzeugwerk Saratow, das den Großteil der Serie bis 2003 fertigte. Nach der gängigen russischen Zählung entstanden rund 183 Serienmaschinen, davon zwei für Festigkeitsversuche; andere Quellen nennen bis zu 188 Exemplare.
Technik: robust, einfach und ohne Schubumkehr
Die Jak-42 war für das sowjetische Streckennetz gebaut: viele Flugplätze mit einfacher Infrastruktur, wenig Bodengerät, raue Bedingungen. Das merkst du an mehreren Details.
Angetrieben wird sie von drei Lotarew-D-36-Triebwerken (später unter dem Namen Progress geführt) mit je rund 63,7 Kilonewton Startschub. Die D-36 war eines der ersten sowjetischen Zweistromtriebwerke mit hohem Nebenstromverhältnis und damit sparsamer und leiser als die Triebwerke älterer sowjetischer Jets. Zwei Triebwerke hängen in Gondeln seitlich am Rumpfende, das dritte sitzt im Heck und atmet über einen Lufteinlauf vor der Seitenflosse – das gleiche Grundprinzip wie bei der Boeing 727 oder der Hawker Siddeley Trident.
Eine Schubumkehr gibt es nicht. Die Jak-42 bremst nach der Landung mit den Radbremsen und den Spoilern auf den Flügeln. Für Spotter heißt das: Das typische Aufheulen der Triebwerke kurz nach dem Aufsetzen bleibt aus.
Für den Betrieb ohne Fluggastbrücken hat die Jak-42 zwei eigene Treppen: eine im Rumpfboden unter dem Heck, eine weitere an der vorderen Tür auf der linken Seite. Passagiere konnten so auch auf kleinen Flugplätzen ohne Gangway ein- und aussteigen. Im Cockpit sitzen zwei Piloten, je nach Ausführung und Betreiber ergänzt um einen Flugingenieur – bei der größeren Tu-154 war der Flugingenieur dagegen fester Teil der Besatzung.
| Version | Merkmale | Hinweis für Spotter |
|---|---|---|
| Jak-42 | Erste Serienversion, D-36-Triebwerke | Seit Langem außer Dienst, vereinzelt in Museen |
| Jak-42D | Mehr Treibstoff, höheres Startgewicht, größere Reichweite; Serie ab Ende der 1980er-Jahre | Die Version, die heute noch fliegt – äußerlich kaum von der Basisversion zu unterscheiden |
| Jak-42A / Jak-142 | Modernisierte Variante mit westlicher Avionik und größerer Tür für Fluggastbrücken | Nur ein Exemplar gebaut, Kennzeichen prüfen |
| Jak-42LL | Versuchsträger für die Triebwerkserprobung | Einzelstück, keine Linienmaschine |
| Jak-242 | Projekt eines Zweistrahlers mit PS-90-Triebwerken | Nie gebaut, gilt als Vorstufe der späteren MS-21 |
Die Linie vom Projekt Jak-242 führt übrigens zur heutigen Irkut MC-21, die anfangs unter dem Namen Jakowlew MS-21 lief. Wenn du die Typengeschichte im Zusammenhang lesen willst, hilft dir der Überblick über sowjetische Verkehrsflugzeuge.
Die Merkmale, die zur Bestimmung reichen
Die Jak-42 kannst du mit drei gezielten Blicken festnageln. Der Trick ist, sie nicht vorschnell als Tu-154 oder 727 abzuhaken.
Triebwerke zählen
Drei Triebwerke, alle am Heck: zwei seitlich in Gondeln, eines im Rumpfheck mit dem Einlauf vor der Flosse. Unter den Flügeln hängt nichts.
Flügelkante prüfen
Der Flügel ist nur leicht gepfeilt. Von unten wirkt er fast wie bei einem Turboprop – ein auffälliger Kontrast zum stark nach hinten gezogenen Flügel der Tu-154.
Nach Gondeln suchen
An der Flügelhinterkante sitzen keine Fahrwerksgondeln. Fehlen sie, scheidet die Tu-154 und auch die Tu-134 aus.
Am Boden bestätigt die ausgeklappte Hecktreppe unter dem Rumpfende den Verdacht. Achte außerdem auf die Rumpflänge: Mit gut 36 Metern ist die Jak-42 sichtbar kürzer als eine Tu-154 und wirkt gedrungener. Die Nase ist rund und schlicht, ohne verglaste Navigatorkanzel – anders als bei der Tu-134. Mehr zum Lesen von Nasen und Cockpitfenstern findest du im Beitrag Flugzeugtypen an Nase und Cockpitfenstern erkennen.
Praxis-Tipp für den ersten Blick
Im Überflug von unten ist der wenig gepfeilte, saubere Flügel das stärkste Indiz. Im Profil schaust du auf den Bereich zwischen Flügel und Heck: Bei der Jak-42 ist er glatt, bei der Tu-154 ragen dort die Fahrwerksgondeln nach hinten.
Jak-42, Tu-154, Boeing 727 oder Jak-40?
Drei Hecktriebwerke und T-Leitwerk teilen sich gleich mehrere Klassiker. Der Finder hilft dir beim Eingrenzen.
Schnellbestimmung: Dreistrahler mit Hecktriebwerken
Jakowlew Jak-42
Drei Hecktriebwerke, wenig gepfeilter Flügel und keine Schubumkehr sind das typische Jak-42-Bild. Prüf das Kennzeichen, um Version und Betreiber festzustellen.
Tupolew Tu-154
Fahrwerksgondeln an der Flügelhinterkante und der lange Rumpf sprechen für die Tu-154, den größeren sowjetischen Dreistrahler.
Boeing 727
Stark gepfeilter Flügel ohne Gondeln und westliche Herkunft ergeben die Boeing 727. Ältere, kürzere Maschinen findest du unter der 727-100.
Jakowlew Jak-40
Klein, gerader Flügel, drei Triebwerke am Heck: Das ist die Jak-40, der Regionaljet und Vorgänger der Jak-42.
Der Vergleich mit der 727 ist besonders interessant: Beide Flugzeuge haben eine ähnliche Triebwerksanordnung und einen vergleichbaren Rumpfdurchmesser und wurden für ähnliche Strecken gebaut. Die Jak-42 kam aber gut ein Jahrzehnt später, mit moderneren Zweistromtriebwerken und einem deutlich weniger gepfeilten Flügel, der langsamere Anflüge auf kürzere Pisten erleichtert.
Rückschläge: Grounding und schwere Unglücke
Die Karriere der Jak-42 begann holprig. Am 28. Juni 1982 stürzte eine Aeroflot-Maschine ab, alle 132 Menschen an Bord kamen ums Leben. Ursache war ein Versagen im Verstellmechanismus des Höhenleitwerks. Die gesamte Flotte blieb danach am Boden, bis die Konstruktion geändert war; erst Mitte der 1980er-Jahre kehrte der Typ in den Liniendienst zurück. Dieser Rückschlag kostete wertvolle Jahre, in denen die Jak-42 eigentlich ältere Flugzeuge hätte ablösen sollen.
Auch später wurde der Typ von schweren Unfällen begleitet. 1992 kam es in China zu einem Startabbruch mit Überrollen der Piste, bei dem 108 Menschen starben. 1993 prallte eine von der Airline Avioimpex eingesetzte Jak-42 beim Anflug auf Ohrid in Nordmazedonien gegen das Gelände, alle 116 Insassen starben. Im Mai 2003 zerschellte eine Maschine einer ukrainischen Airline bei schlechter Sicht in der Türkei an einem Berg; unter den 75 Toten waren 62 spanische Soldaten auf dem Heimweg aus Afghanistan.
International besonders bekannt wurde der Absturz vom 7. September 2011 in Jaroslawl: An Bord der Jak-42D war das Eishockeyteam Lokomotive Jaroslawl, 44 von 45 Menschen starben. Die Ermittler kamen zu dem Schluss, dass ein Pilot beim Start versehentlich auf die Bremsen getreten hatte, sodass die Maschine erst weit hinter dem Pistenende abhob. Nach dem Unglück gerieten die verbliebenen Jak-42 in Russland erneut unter Druck.
Keine Jak-42 mehr verpassen
Setz die Jak-42 auf deine Wunschliste und lass dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, wenn eine Maschine an deinem Flughafen anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Betreiber: von Aeroflot bis Kuba und China
Hauptkunde war Aeroflot, die die Jak-42 auf Inlands- und Regionalstrecken einsetzte. Nach dem Ende der Sowjetunion verteilten sich die Maschinen auf zahlreiche Nachfolgeairlines in Russland, der Ukraine und anderen Staaten. Lange wichtig war etwa Saratov Airlines aus der Heimatstadt des Herstellerwerks; deren letzte fliegende Jak-42D ging 2019 an KrasAvia. Den heutigen Konzern hinter Aeroflot findest du unter Aeroflot-Gruppe.
Exporte blieben überschaubar. China übernahm einige Jak-42D, unter anderem für China General Aviation, und auch Cubana de Aviación setzte den Typ ein. Daneben gab es vereinzelte Leasing- und Charterbetreiber außerhalb Russlands. Eine Sonderrolle spielte die modernisierte Jak-142: Vom Prototyp mit westlicher Avionik entstand nur ein Exemplar, das als Firmenflugzeug genutzt wurde.
Wer fliegt die Jak-42 heute noch?
Die aktive Flotte ist klein geworden. Nach Flottenübersichten aus dem Jahr 2025 setzen vor allem zwei russische Regionalairlines die Jak-42D noch im Linienverkehr ein:
- Izhavia aus Ischewsk mit einer Handvoll Maschinen
- KrasAvia aus der Region Krasnojarsk, ebenfalls mit einer einstelligen Zahl an Flugzeugen
Wie viele davon im Oktober 2026 tatsächlich flugfähig sind, lässt sich aus offenen Quellen nicht verlässlich sagen. Viele der Maschinen sind inzwischen über 30 Jahre alt. Prüf im Zweifel das Kennzeichen in einer Flottendatenbank. Russische Maschinen erkennst du am Präfix RA- – mehr dazu unter Länderkennungen an Flugzeugen.
Im EU-Luftraum derzeit praktisch nicht anzutreffen
Seit Februar 2022 ist der EU-Luftraum für russische Flugzeuge gesperrt. Da die verbliebenen Jak-42 fast ausschließlich in Russland fliegen, ist eine Sichtung in Deutschland, Österreich oder der Schweiz derzeit sehr unwahrscheinlich.
Wo du die Jak-42 sehen kannst
Für Spotter aus dem deutschsprachigen Raum ist die Jak-42 ein echter Exot. Anders als die Il-62 oder die Tu-134 flog sie nie bei der DDR-Airline Interflug und hat daher keine Tradition auf deutschen Vorfeldern. Ausgestellte Exemplare gibt es vor allem in Osteuropa: Auf dem Messegelände WDNCh in Moskau steht eine frühe Maschine, eine weitere zeigt ein Luftfahrtmuseum im ukrainischen Krywyj Rih. Beide sind für die meisten Spotter derzeit schwer zu erreichen.
| Ort | Chance | Warum |
|---|---|---|
| Russische Regionalflughäfen (z. B. Ischewsk, Krasnojarsk) | mittel | Basen der letzten Betreiber |
| Moskau, WDNCh | hoch (am Boden) | Ausgestellte frühe Jak-42 |
| Krywyj Rih (Ukraine) | hoch (am Boden) | Museumsexemplar, Zugang abhängig von der Lage |
| Deutschland, Österreich, Schweiz | sehr niedrig | Kein Linienverkehr, Luftraumsperre für russische Maschinen |
Wer trotzdem in ein Land reist, in dem die Jak-42 noch unterwegs ist, sollte die Regeln vor Ort genau kennen: In Russland und Belarus kann Fotografieren an Flughäfen schnell Ärger bringen. Was du wissen musst, steht im Beitrag Fotografierverbote in Russland und Belarus.
Bereit für deine Jak-42-Suche?
- Ich habe den aktuellen Bestand der Betreiber in einer Flottendatenbank geprüft.
- Ich kenne die rechtliche Lage zum Fotografieren im Zielland.
- Bei Museumsbesuchen habe ich Öffnungszeiten und Zugang vorab geklärt.
- Ich weiß, wo die Sonne zur geplanten Uhrzeit steht.
- Ich fotografiere das Kennzeichen, um die Maschine später sicher zuzuordnen.
Spotting-Tipps für einen seltenen Dreistrahler
Eine fliegende Jak-42 ist heute eine Trophäe. Wie du einschätzt, wie besonders deine Sichtung ist, zeigt der Beitrag Wie selten ist meine Sichtung?; allgemeine Strategien für Exoten findest du unter Seltene Flugzeuge spotten. Und wer einmal selbst in einem Klassiker sitzen möchte, bekommt Anregungen unter Seltene Flugzeugtypen als Passagier fliegen.
Alarm setzen
Setz den Typcode YK42 auf deine Liste. Viele Flüge der letzten Betreiber sind Inlandsverbindungen in Russland – jeder Treffer im Tracking ist ein Hinweis.
Die Heckpartie inszenieren
Drei Triebwerke und T-Leitwerk sind das Markenzeichen. Eine Dreiviertelansicht von hinten zeigt Einlauf, Gondeln und Leitwerk in einem Bild.
Den Flügel zeigen
Die geringe Pfeilung ist das Detail, das die Jak-42 von der Tu-154 trennt. Eine Aufnahme schräg von unten im Anflug macht sie sichtbar.
Kennzeichen sichern
Mach immer ein enges Detailfoto vom Kennzeichen. Bei so wenigen Exemplaren lässt sich die Geschichte jeder Maschine gut nachverfolgen.
Wann das Licht an deinem Standort passt, rechnest du vorab aus – wie das geht, erklärt Sonnenstand planen für deinen Fotospot. Wie du Oldtimer am Himmel generell erkennst, steht im Beitrag Oldtimer am Himmel erkennen.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für die Jak-42, wenn …
- drei Triebwerke am Heck sitzen, eines davon mit Einlauf vor der Flosse
- der Flügel nur leicht gepfeilt ist
- an der Flügelhinterkante keine Fahrwerksgondeln zu sehen sind
- nach der Landung keine Schubumkehr zu hören ist
Sieh genauer hin, wenn …
- die Maschine sehr klein wirkt – dann kann es eine Jak-40 sein
- die Bemalung westlich ist und der Flügel stark gepfeilt – dann denk an Boeing 727 oder Trident
Fazit
Die Jak-42 ist einer der unauffälligeren Klassiker der sowjetischen Luftfahrt: modern für ihre Zeit, robust für einfache Flugplätze, aber gebremst durch ein langes Grounding und die Umbrüche nach 1991. Mit drei Hecktriebwerken, T-Leitwerk und ihrem wenig gepfeilten Flügel ist sie dennoch gut zu erkennen – wenn du einmal eine vor dir hast.
Kurzfazit
Drei Triebwerke am Heck, T-Leitwerk, wenig Pfeilung, keine Fahrwerksgondeln und keine Schubumkehr: Das ist die Jak-42. Fliegend triffst du sie heute fast nur noch in Russland – im deutschsprachigen Raum bleibt sie ein Typ für Reisen und Museumsbesuche.
Zusammenfassung
- Die Jak-42 flog am 7. März 1975 zum ersten Mal und nahm Ende 1980 bei Aeroflot den Passagierdienst auf; die Serie lief bis 2003.
- Typisch sind drei Hecktriebwerke, T-Leitwerk, ein nur 23 Grad gepfeilter Flügel, die fehlende Schubumkehr und eine Hecktreppe.
- Nach dem Absturz von 1982 stand die Flotte bis Mitte der 1980er-Jahre am Boden; ab Ende der 1980er-Jahre folgte die Jak-42D mit mehr Reichweite.
- Fliegend begegnest du dem Typ fast nur noch in Russland – realistisch sind Museumsbesuche und gezielte Reisen.
Häufige Fragen
Welchen ICAO-Typcode hat die Jak-42?
Die Jak-42 und ihre Varianten laufen unter YK42. Mit diesem Code findest du die letzten aktiven Maschinen in Tracking-Diensten, soweit diese Flüge dort überhaupt auftauchen.
Was bedeutet der Name „Clobber“?
„Clobber“ ist der NATO-Codename der Jak-42. Die NATO gab sowjetischen Verkehrs- und Transportflugzeugen Namen mit C – die Il-62 hieß etwa „Classic“, die Tu-154 „Careless“.
Wie viele Passagiere passen in eine Jak-42?
Je nach Bestuhlung rund 100 bis 120. Eine typische Zwei-Klassen-Auslegung hatte acht Plätze in der ersten Klasse und 96 in der Economy; in einer Klasse waren bis zu 120 Sitze möglich.
Hat die Jak-42 eine Schubumkehr?
Nein. Die D-36-Triebwerke der Jak-42 haben keine Schubumkehr. Abgebremst wird über die Radbremsen und die Bremsklappen auf den Flügeln. Beim Landeanflug fehlt also das typische Aufbrausen der Triebwerke nach dem Aufsetzen.
Wie unterscheide ich Jak-42 und Tu-154?
Beide haben drei Hecktriebwerke und ein T-Leitwerk. Die Tu-154 trägt aber markante Fahrwerksgondeln an der Flügelhinterkante, die der Jak-42 fehlen. Außerdem ist die Tu-154 deutlich länger und hat einen stärker gepfeilten Flügel.
Was ist der Unterschied zwischen Jak-40 und Jak-42?
Die Jak-40 ist der kleine Vorgänger: ein Regionaljet für rund 30 Passagiere mit geradem Flügel. Die Jak-42 übernimmt das Grundprinzip mit drei Hecktriebwerken, ist aber viel größer und hat einen gepfeilten Flügel und Zweistrom-Triebwerke mit hohem Nebenstromverhältnis.
Fliegt die Jak-42 noch?
Ja, aber nur noch vereinzelt. Nach Flottenübersichten von 2025 setzen vor allem die russischen Regionalairlines Izhavia und KrasAvia noch Jak-42 ein, jeweils im einstelligen Bereich. Wie viele Maschinen im Oktober 2026 tatsächlich fliegen, lässt sich aus offenen Quellen nicht sicher sagen.
Jakowlew Jak-42 sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Verwandte Flugzeugtypen
Jakowlew Jak-40
Ein kleiner Jet mit geraden Flügeln, drei Triebwerken am Heck und einer Treppe, die unter dem Rumpfende herausklappt: Die Jak-40 sollte in der Sowjetunion Propellerflugzeuge auf kurzen Graspisten ablösen – und flog sogar ab Hamburg. So erkennst du den Klassiker.
HistorischTupolew Tu-154
Drei Triebwerke am Heck, ein hohes T-Leitwerk und lange Gondeln hinter dem Flügel: Die Tu-154 war das Arbeitspferd von Aeroflot und dem Ostblock. Heute ist sie fast nur noch im Museum zu sehen.
HistorischTupolew Tu-134
Verglaste Nase, zwei Triebwerke am Heck, hohes T-Leitwerk und Fahrwerksgondeln hinter dem Flügel: Die Tu-134 war der Kurzstreckenjet des Ostblocks und bei der Interflug der erste Jet. Heute begegnest du ihr fast nur noch im Museum.
HistorischBoeing 727-200
Drei Triebwerke am Heck, ein T-Leitwerk und eine Treppe im Rumpfende: Die 727-200 war einer der meistgebauten Jets ihrer Zeit. Heute ist sie eine echte Rarität – so erkennst du sie und so stehen deine Chancen.
HistorischHawker Siddeley Trident
Drei Spey-Triebwerke am Heck, T-Leitwerk und ein schief eingebautes Bugfahrwerk: Die Trident war der britische Gegenentwurf zur Boeing 727 – und das erste Verkehrsflugzeug, das im Liniendienst automatisch landete.
SchmalrumpfIrkut MC-21 (Jakowlew MS-21)
Schlanke Flügel ohne Winglets, große PD-14-Triebwerke, russisches RA-Kennzeichen: Die MC-21 ist Russlands Antwort auf A320neo und 737 MAX. Hier erfährst du, wie du sie erkennst und wie die Sanktionen das Programm umgebaut haben.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
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