Das Wichtigste in Kürze
- SmartLynx Airlines war eine lettische ACMI-Airline: Sie stellte anderen Airlines Flugzeug, Crew, Wartung und Versicherung zur Verfügung.
- Codes: IATA 6Y, ICAO LYX; die estnische Tochter flog unter dem ICAO-Code MYX.
- Die Flotte bestand überwiegend aus A320 und A321, ergänzt um A321P2F-Frachter, Boeing 737 MAX 8 bei der maltesischen Tochter und einen A330-300.
- Historisch: Am 24. November 2025 stellte SmartLynx den Flugbetrieb ein, kurz darauf folgte der Insolvenzantrag.
- Für Spotter zählen bei solchen Airlines Kennzeichen und ICAO-Code – die Bemalung allein führt oft in die Irre.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| IATA-Code | 6Y |
|---|---|
| ICAO-Code | LYX |
| Drehkreuze | RIX |
| Status | Historisch – Flugbetrieb am 24. November 2025 eingestellt, anschließend Insolvenz |
| Geschäftsmodell | ACMI/Wet-Lease, Charter und Fracht für andere Airlines |
| Sitz | Mārupe bei Riga, Lettland |
| Gegründet | 1992 als LatCharter, Flugbetrieb ab 1993, seit 2008 SmartLynx Airlines |
| Töchter | SmartLynx Airlines Estonia (Tallinn, ab 2012) und SmartLynx Airlines Malta (ab 2019) |
| Konzern | Ab 2019 Teil der Avia Solutions Group, im Oktober 2025 an einen niederländischen Fonds verkauft |
| Basen | Riga, Tallinn und Malta |
| Flotte (Gruppe, Stand Anfang 2025) | Rund 57 Flugzeuge: A320, A321, A321P2F-Frachter, Boeing 737 MAX 8 und ein A330-300 |
| Allianz | keine |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich SmartLynx Airlines?
- Oft keine eigene Bemalung: Im Wet-Lease flogen SmartLynx-Jets häufig in den Farben oder mit dem Schriftzug des Kunden
- Kennzeichen-Präfix verrät die Gesellschaft: YL- (Lettland), ES- (Estland) oder 9H- (Malta)
- Auf dem Tracker als LYX (Lettland) oder MYX (Estland), obwohl die Flugnummer der Kunden-Airline gehörte
- Fast reine Airbus-A320-Familie, dazu fensterlose A321P2F mit großer Frachttür vorn links
- Typische Einsatzzeit: Sommersaison, wenn europäische Airlines Kapazität zukaufen
Wenn im Sommer eine Airline-Verbindung plötzlich mit einem fremden Flugzeug geflogen wurde, steckte dahinter oft eine Wet-Lease-Airline – und eine der bekanntesten kam aus Lettland: SmartLynx Airlines. Über drei Jahrzehnte flog die Gesellschaft aus Riga für andere Airlines, mit A320, A321 und später auch mit umgebauten A321P2F-Frachtern. Im November 2025 war Schluss. Diese Seite zeigt dir, was SmartLynx ausmachte, wie du die Flugzeuge auf deinen Fotos zuordnest und warum die Airline heute ein Fall fürs Archiv ist.
Seltene Sichtungen sauber archivieren
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SmartLynx im Überblick
SmartLynx Airlines war eine lettische ACMI-Airline mit Sitz in Mārupe, direkt am Flughafen Riga. Gegründet wurde sie 1992 als LatCharter, den Flugbetrieb nahm sie 1993 mit einer geleasten Tupolew Tu-134 auf – typisch für eine junge Airline im Baltikum kurz nach dem Ende der Sowjetunion. 2008 folgte der Name SmartLynx.
Das Geschäftsmodell war von Anfang an anders als bei Linienairlines wie airBaltic. SmartLynx verkaufte kaum eigene Tickets, sondern stellte Flugzeuge mit Besatzung, Wartung und Versicherung für andere Airlines und Reiseveranstalter bereit. Dieses Prinzip heißt ACMI (Aircraft, Crew, Maintenance, Insurance) oder kurz Wet-Lease. Wie das genau funktioniert, erklärt der Artikel Wet-Lease erklärt.
Die Eigentümer wechselten mehrfach: Mitte der 2000er-Jahre stieg die Leasingsparte der Icelandair Group ein und übernahm später das ganze Unternehmen. 2012 kauften Manager die Airline zurück, 2016 ging sie an einen niederländischen Investmentfonds, und 2019 wurde SmartLynx Teil der litauischen Avia Solutions Group. Zur Gruppe gehörten zwei Töchter: SmartLynx Airlines Estonia in Tallinn (seit 2012) und SmartLynx Airlines Malta (seit 2019).
Codes, Töchter und Kennzeichen
Bei einer ACMI-Airline ist die Zuordnung kniffliger als bei Ryanair oder Lufthansa. Der Grund: Die Flugnummer gehört fast immer dem Kunden. Wenn SmartLynx für easyJet flog, stand auf der Anzeigetafel eine easyJet-Flugnummer. Auf Flugtrackern und im Funk tauchte dagegen häufig der ICAO-Code der durchführenden Gesellschaft auf.
| Gesellschaft | Land | ICAO-Code | Kennzeichen-Präfix | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|
| SmartLynx Airlines | Lettland | LYX | YL- | Muttergesellschaft, IATA-Code 6Y |
| SmartLynx Airlines Estonia | Estland | MYX | ES- | Basis Tallinn, Rufzeichen „TALLINN CAT“, zuletzt A320 |
| SmartLynx Airlines Malta | Malta | – | 9H- | Größter Teil der Frachter und die Boeing 737 MAX 8 |
Für dich als Spotter heißt das: Das Kennzeichen ist bei SmartLynx das wichtigste Merkmal. Ein YL- am Heck deutet auf die lettische Gesellschaft, ein ES- auf die estnische Tochter, ein 9H- auf die maltesische. Warum gerade Malta als Registrierungsland so beliebt ist, erklärt der Artikel Offshore-Registrierungen und Leasing. Grundsätzliches zu den Präfixen findest du unter Flugzeug-Kennzeichen verstehen.
Tracker richtig lesen
Steht im Tracker eine Kunden-Flugnummer, aber als Betreiber LYX oder MYX, fliegt ein SmartLynx-Jet im Auftrag – so war es zumindest bis November 2025. Für alte Fotos hilft der Abgleich über das Kennzeichen: Ein Flugzeug per Kennzeichen finden zeigt, wie das geht.
Die Flotte: A320-Familie, Frachter und ein paar Exoten
Die Flotte war auf schnellen Einsatz bei wechselnden Kunden ausgelegt – und deshalb fast komplett Airbus. Anfang 2025 umfasste die Gruppe nach veröffentlichten Flottenübersichten rund 57 Flugzeuge:
| Typ | Anzahl (ca., Anfang 2025) | Einsatz | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|---|
| Airbus A320-200 | 26 | Passagiere, verteilt auf Lettland, Estland und Malta | Das Arbeitspferd, meist mit 180 Sitzen |
| Airbus A321-200 | 8 | Passagiere | Längerer Rumpf, zusätzliche Türen direkt vor und hinter dem Flügel statt Notausstiegen auf dem Flügel |
| Airbus A321-200P2F | 10 | Fracht, überwiegend Malta | Fensterlos, große Frachttür vorn links |
| Boeing 737 MAX 8 | 12 | Passagiere, Malta | Einzige Boeing-Typen der Gruppe |
| Airbus A330-300 | 1 | Malta | Einziger Großraumjet der Gruppe |
Die Airbus A320 war das Rückgrat: Mit ihr deckte SmartLynx Sommerspitzen bei europäischen Airlines ab oder sprang ein, wenn ein Kunde eigene Flugzeuge in die Wartung schicken musste. Die A321 ergänzte das Angebot um mehr Sitze. Beide stammen von Airbus. Unsicher bei der Unterscheidung? Der Artikel A318, A319, A320 und A321 unterscheiden hilft dir.
Die Boeing 737 MAX 8 kam nach einem Leasingvertrag von 2022 mit SMBC Aviation Capital zur maltesischen Tochter. Für eine Airline, die sonst fast nur Airbus flog, war das ein deutlicher Schritt: Kunden mit Boeing-Flotten konnten so Ersatz in ihrem eigenen Typ bekommen.
Ehemalige SmartLynx-Jets wiederfinden
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Die A321P2F-Frachter
Spannend wurde SmartLynx für viele Spotter durch die Frachter. Schon 2021 vereinbarte die Airline eine Zusammenarbeit mit DHL: Zwei A321 der maltesischen Tochter flogen Fracht für eine Tochter der Deutschen Post. Ab 2022 kamen umgebaute A321P2F hinzu, die SmartLynx über ein Umbauprogramm mit dem Leasinggeber Aero Capital Solutions erhielt. Anfang 2025 standen rund zehn solcher Frachter in der Gruppenflotte, die meisten mit maltesischem Kennzeichen.
Der A321P2F ist kein neu gebautes Frachtflugzeug, sondern ein umgebauter Passagierjet. Typisch für ihn sind:
- verschlossene Fenster auf ganzer Länge, oft nur noch als Kontur in der Lackierung zu erahnen,
- eine große Frachttür vorn links vor dem Flügel,
- die Kabinentüren bleiben äußerlich sichtbar, werden aber kaum noch genutzt,
- die Silhouette des A321 mit dem langen Rumpf und den Türen direkt vor und hinter dem Flügel bleibt erhalten.
Verwechslungsgefahr gibt es mit dem kürzeren A320P2F, der auf demselben Prinzip beruht. Achte auf die Rumpflänge und auf die Türen im Bereich des Flügels. Mehr Tipps zu Frachtern findest du im Artikel Frachtflugzeuge erkennen.
Fenster prüfen
Keine Fenster, aber Passagierjet-Silhouette? Dann hast du sehr wahrscheinlich einen umgebauten Frachter vor dir.
Frachttür suchen
Eine große Tür vorn links bestätigt den P2F-Umbau.
Rumpflänge abschätzen
Langer Rumpf mit Türen direkt vor und hinter dem Flügel spricht für den A321P2F, ein kürzerer Rumpf für den A320P2F.
Kennzeichen notieren
9H-, YL- oder ein anderes Präfix: Das Kennzeichen verrät, wer den Frachter zum Zeitpunkt deines Fotos betrieb.
Woran du SmartLynx-Jets erkennst
Eine einheitliche Bemalung wie bei Ryanair darfst du bei SmartLynx nicht erwarten. Je nach Vertrag flog ein Flugzeug in einer schlichten, weitgehend neutralen Bemalung oder trug für die Dauer des Einsatzes den Namen oder Teile der Bemalung des Kunden. Dazu kamen Mischformen, bei denen alte Farben eines Vorbesitzers noch zu sehen waren. Solche Fälle erklärt der Artikel Hybrid-Liveries erkennen.
Weil die Optik so wechselhaft war, sind diese Merkmale verlässlicher:
- Kennzeichen: YL-, ES- oder 9H- auf einem Airbus der A320-Familie war ein starker Hinweis.
- Tracker-Daten: LYX oder MYX im Rufzeichen, obwohl die Flugnummer zu einer anderen Airline gehörte.
- Saison: SmartLynx war vor allem im Sommer unterwegs, wenn Airlines zusätzliche Kapazität brauchten.
- Kontext: Ein fremder Airbus auf einer Strecke, die sonst eine Airline mit einheitlicher Flotte fliegt.
Achtung Verwechslung
Im Baltikum gab es mehrere ACMI-Anbieter mit ähnlichen Airbus-Flotten, zum Beispiel Avion Express, GetJet Airlines und Heston Airlines aus Litauen. Eine A320 mit Kunden-Flugnummer ist deshalb nicht automatisch SmartLynx – erst Kennzeichen und ICAO-Code machen die Zuordnung sicher.
Kunden und Einsatzgebiete
SmartLynx flog in Europa, Afrika, dem Nahen Osten und Asien. Zu den genannten Kunden gehörten easyJet, Air Transat, AnadoluJet, IndiGo und die nigerianische Air Peace im Passagierverkehr sowie DHL bei der Fracht. Die Verträge liefen oft nur über eine Saison, und Flugzeuge wechselten regelmäßig zwischen Kunden und Kontinenten.
Für die Größenordnung gibt es Zahlen aus dem Jahr 2024: Laut Fachpresse führte SmartLynx rund 68.000 Flüge durch und beförderte etwa 10,6 Millionen Passagiere. Weil fast alle davon unter fremden Flugnummern unterwegs waren, kannten die meisten Reisenden den Namen SmartLynx gar nicht.
Die Heimat blieb das Baltikum: In Riga saß die Muttergesellschaft, am Flughafen Tallinn die estnische Tochter, und auf Malta die maltesische Gesellschaft, die vom Flughafen Malta aus geführt wurde.
Ein Vorfall in Tallinn
Im Februar 2018 musste ein SmartLynx-A320 bei einem Trainingsflug in Tallinn notlanden: Nach einer harten Bodenberührung bei einer Touch-and-go-Übung fielen beim Rückflug zur Piste beide Triebwerke aus. Zwei Personen an Bord wurden leicht verletzt. Der Vorfall gehört zur Geschichte der Airline, prägte ihr Bild unter Spottern aber weniger als das ACMI-Geschäft.
Das Ende im November 2025
Im Oktober 2025 verkaufte die Avia Solutions Group SmartLynx. Rund 90 Prozent der Anteile gingen an eine niederländische Stiftung für notleidende Vermögenswerte, je fünf Prozent übernahmen der Vorstandschef und der Finanzchef. Wenige Tage später begann in Riga ein gerichtlich überwachtes Sanierungsverfahren.
Am 24. November 2025 gab SmartLynx bekannt, den Flugbetrieb mit sofortiger Wirkung einzustellen. Die Flugzeuge blieben am Boden, die Betriebsgenehmigungen in Lettland, Estland und Malta wurden laut Berichten ausgesetzt, für die estnische Tochter später widerrufen. Kurz darauf folgte der Insolvenzantrag. Berichte nennen Verbindlichkeiten von rund 238 Millionen Euro. Kunden wie Air Peace beklagten den plötzlichen Abzug geleaster Flugzeuge, Beschäftigte offene Löhne. Behörden prüfen die Vorgänge; Ergebnisse dieser Untersuchungen lagen bei Redaktionsschluss nicht vor.
Damit reiht sich SmartLynx in eine Serie von Airline-Pleiten in Europa ein. Einen Überblick über frühere Fälle findest du unter Große Airline-Pleiten in Europa.
Lohnt sich heute noch, wenn …
- du alte Fotos mit YL-, ES- oder 9H-Kennzeichen sauber zuordnen willst
- du ehemaligen SmartLynx-Jets bei neuen Betreibern hinterherspüren möchtest
- du A321P2F-Frachter sammelst und deren Vorgeschichte nachverfolgst
Prüf es genau, wenn …
- ein Foto aus dem Herbst 2025 stammt – manche Flugzeuge standen da schon am Boden
- ein Jet inzwischen umregistriert wurde und ein neues Kennzeichen trägt
Keine Chance mehr, wenn …
- du auf einen aktuellen SmartLynx-Flug hoffst – den Flugbetrieb gibt es seit November 2025 nicht mehr
Was aus den Flugzeugen wird
Bei einer Insolvenz gehen geleaste Flugzeuge in der Regel an die Leasinggeber zurück. Viele der A320, A321 und Frachter dürften deshalb bei anderen Betreibern wieder auftauchen – mit neuem Kennzeichen und neuer Bemalung. Wie solche Wechsel ablaufen, beschreibt der Artikel Umregistrierungen, und warum so viele Airline-Flugzeuge gar nicht der Airline gehören, erklärt Flugzeugleasing.
Für deine Sammlung bedeutet das: Notiere bei jeder Sichtung neben Kennzeichen und Typ immer auch die Seriennummer, wenn du sie herausfinden kannst. Sie bleibt über alle Umregistrierungen gleich. So erkennst du später, dass die A320 bei einer neuen Airline dieselbe Maschine ist, die du vor Jahren als YL-Jet im Wet-Lease fotografiert hast.
Häufige Verwechslungen
- Kunden-Flugnummer mit Betreiber gleichsetzen – im Wet-Lease flog SmartLynx unter fremden Flugnummern, der ICAO-Code zeigte den echten Betreiber.
- Jede A320 aus dem Baltikum für SmartLynx halten – Avion Express, GetJet und Heston flogen ähnliche Flotten.
- 9H-Kennzeichen automatisch Ryanair-Töchtern zuordnen – auch SmartLynx Malta flog mit maltesischer Registrierung.
- A321P2F mit A320P2F verwechseln – Rumpflänge und die Türen im Flügelbereich entscheiden.
- SmartLynx mit airBaltic verwechseln – airBaltic ist Lettlands Linienairline mit A220, SmartLynx war ein Wet-Lease-Anbieter mit A320-Familie.
- SmartLynx als aktive Airline notieren – seit November 2025 ist sie historisch.
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Fazit
SmartLynx Airlines war über 30 Jahre eine der stillen Größen der europäischen Luftfahrt: kaum bekannt bei Passagieren, aber bei Spottern beliebt, weil ihre Flugzeuge immer wieder an unerwarteten Orten auftauchten. Ob A320 im Auftrag von easyJet, 737 MAX aus Malta oder fensterloser A321P2F im Nachtverkehr – wer Kennzeichen und ICAO-Code mitnotierte, konnte die Jets sicher zuordnen. Seit dem Ende im November 2025 sind SmartLynx-Fotos Zeitdokumente, und die Flugzeuge selbst leben bei neuen Betreibern weiter.
Kurzfazit
SmartLynx Airlines (IATA 6Y, ICAO LYX) war eine lettische ACMI-Airline mit A320, A321 und A321P2F-Frachtern und Töchtern in Estland und Malta. Im November 2025 endete der Flugbetrieb – heute zählen für Spotter vor allem Kennzeichen und Archivfotos.
Zusammenfassung
- SmartLynx war über drei Jahrzehnte einer der bekanntesten Wet-Lease-Anbieter Europas und vermietete A320-Jets samt Crew vor allem in der Sommersaison.
- Die Gruppe flog mit Betriebsgenehmigungen in Lettland, Estland und Malta – erkennbar an den Kennzeichen YL-, ES- und 9H-.
- Mit den A321P2F-Frachtern war SmartLynx auch im Expressfrachtgeschäft aktiv, unter anderem für DHL.
- Nach dem Verkauf durch die Avia Solutions Group im Oktober 2025 endete der Flugbetrieb im November 2025; Fotos von SmartLynx-Maschinen sind heute Archivmaterial.
Häufige Fragen
Welchen IATA- und ICAO-Code hatte SmartLynx Airlines?
SmartLynx Airlines nutzte den IATA-Code 6Y und den ICAO-Code LYX. Die estnische Tochter SmartLynx Airlines Estonia flog unter dem ICAO-Code MYX mit dem Rufzeichen „TALLINN CAT“. Im Wet-Lease trugen die Flüge allerdings meist die Flugnummer der Kunden-Airline.
Fliegt SmartLynx heute noch?
Nein. SmartLynx Airlines gab am 24. November 2025 bekannt, den Flugbetrieb mit sofortiger Wirkung einzustellen, und stellte danach einen Insolvenzantrag. Laut Berichten wurden auch die Betriebsgenehmigungen der Töchter in Estland und Malta ausgesetzt. Die Airline ist damit historisch.
Was bedeutet ACMI?
ACMI steht für Aircraft, Crew, Maintenance und Insurance. Eine ACMI-Airline wie SmartLynx stellt einer anderen Airline das Flugzeug mit Besatzung, Wartung und Versicherung bereit. Die Kunden-Airline verkauft die Tickets und kümmert sich um Strecken und Gebühren. Mehr dazu im Artikel zum Wet-Lease.
Welche Flugzeuge flog SmartLynx?
Den Kern bildete die Airbus-A320-Familie: Anfang 2025 umfasste die Gruppenflotte laut veröffentlichten Übersichten rund 26 A320 und 8 A321 für Passagiere sowie etwa 10 A321P2F-Frachter. Die maltesische Tochter betrieb außerdem Boeing 737 MAX 8 und einen A330-300.
Was ist ein A321P2F?
Der A321P2F ist ein zum Frachter umgebauter A321-Passagierjet. Die Fenster werden verschlossen, vorn links kommt eine große Frachttür hinzu, und im Innenraum ersetzen Frachtböden die Sitze. SmartLynx setzte solche Umbauten ab 2022 ein, überwiegend über die maltesische Tochter.
Für wen flog SmartLynx?
SmartLynx flog für wechselnde Kunden in Europa, Afrika, dem Nahen Osten und Asien. Genannt werden unter anderem easyJet, Air Transat, AnadoluJet, IndiGo und Air Peace im Passagierverkehr sowie DHL im Frachtgeschäft. Welche Airline gerade Kunde war, änderte sich oft von Saison zu Saison.
Warum ist SmartLynx gescheitert?
Im Oktober 2025 verkaufte die Avia Solutions Group SmartLynx an einen niederländischen Fonds, kurz darauf begann ein gerichtliches Sanierungsverfahren in Riga. Die neue Führung hielt die Lage für nicht tragfähig, im November endete der Flugbetrieb. Berichte nennen Verbindlichkeiten von rund 238 Millionen Euro; zu weiteren Vorwürfen laufen Untersuchungen, Ergebnisse waren bei Redaktionsschluss nicht bekannt.
SmartLynx Airlines im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
Airbus A320 (ceo)
Der Jet, mit dem Airbus den Kurzstreckenmarkt umgekrempelt hat: Die A320 der ersten Generation ist seit 1988 im Dienst und noch immer an fast jedem Flughafen zu sehen. So erkennst du sie und ihre Varianten.
FlugzeugtypAirbus A321 (ceo)
Der lange Airbus aus Hamburg: Die A321ceo ist der gestreckte Ableger der A320 und seit 1994 bei Lufthansa im Einsatz. Vier Türpaare und schlanke Proportionen verraten sie – so erkennst du sie sicher.
FlugzeugtypAirbus A321P2F
Bekannter A321-Rumpf, aber ohne Fensterreihe und mit großem Tor vorn links: Die A321P2F ist der Umbaufrachter, der die alternde Boeing 757F ablöst. So erkennst du sie und findest sie in Europa.
FlugzeugtypBoeing 737 MAX 8
Große LEAP-Triebwerke mit gezackten Gondelkanten, gegabelte Flügelspitzen und ein neu geformtes Heck: Die 737 MAX 8 ist die vierte Generation von Boeings Bestseller. So trennst du sie sicher von der 737-800.
Weitere Airlines
airBaltic
Die lettische Airline mit dem hellgrünen Leitwerk: Drehkreuz Riga, eine Flotte nur aus Airbus A220-300 und viele Einsätze im Wet-Lease für die Lufthansa Group – dazu ein Umbau, der 2026 die Flotte deutlich verkleinert.
CharterAvion Express
Die Airline für Airlines aus Vilnius: Avion Express vermietet Airbus A320 und A321 samt Crew an Fluggesellschaften und Reiseveranstalter in Europa und Lateinamerika. Am Heck steht oft ein fremder Name, im Tracker aber NVD.
CharterGetJet Airlines
Litauische Wet-Lease- und Charterairline aus Vilnius, die Airbus A320 und Boeing 737-800 samt Crew an Airlines in ganz Europa vermietet und für baltische Reiseveranstalter fliegt.
CharterHeston Airlines
Litauische ACMI- und Charter-Airline aus Vilnius, seit 2021 in der Luft: A320-Flotte mit LY- und 9H-Kennzeichen, Einsätze für Airlines wie Condor und ein kurzes Kapitel mit ehemaligen Aeroflot-A330.
Low-CosteasyJet
Die orange Low-Cost-Airline aus Luton: ausschließlich Airbus der A320-Familie, Basen in ganz Europa und drei Gesellschaften unter einer Marke – mit britischen, österreichischen und Schweizer Kennzeichen.
NetzwerkAir Peace
Nigerias größte Airline aus Lagos: Boeing 777 nach London-Gatwick, Embraer E195-E2 im Regionalnetz, dazu eine der letzten großen Flotten der Boeing 737 Classic – mit 5N-Kennzeichen am Heck.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Avia Solutions Group
Gegründet in Vilnius, heute mit Sitz in Dublin: Die Avia Solutions Group vermietet über ihre Airlines Flugzeuge samt Crew an andere Fluggesellschaften. Hier erfährst du, wie der Konzern aufgebaut ist, was aus SmartLynx wurde und wie du seine Jets am Vorfeld zuordnest.
FlughafenFlughafen Riga
Größter Flughafen des Baltikums und Heimat von airBaltic: eine einzige Bahn in Nord-Süd-Richtung, rund 7,1 Millionen Passagiere im Jahr, eine reine A220-Flotte als Hauptdarsteller – und Spotterpunkte, für die du in Riga ein wenig Planung brauchst.
HerstellerAirbus
Europäisches Luft- und Raumfahrtunternehmen und einer der beiden großen Hersteller von Verkehrsflugzeugen – mit Flugzeugfamilien vom A220 bis zum A350.
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