Das Wichtigste in Kürze
- Die Il-62 war der erste sowjetische Langstreckenjet: Erstflug 1963, Liniendienst bei Aeroflot ab 1967.
- Schnellster Erkennungsweg: vier Triebwerke paarweise am Heck plus T-Leitwerk – das gibt es außer bei der Vickers VC10 bei keinem anderen Verkehrsflugzeug.
- Für die DDR war sie das Flaggschiff: Interflug flog ab 1970 Il-62 auf Fern- und Ferienstrecken, die Staatsführung nutzte die Il-62M als Regierungsflugzeug.
- Heute ist die Il-62 eine Rarität: Nur noch eine Handvoll Maschinen fliegt, vor allem für Nordkorea, Russland und eine belarussische Frachtgesellschaft.
- Sicher sehen kannst du sie im Museum: Die „Lady Agnes“ in Stölln und weitere Ex-Interflug-Maschinen stehen in Ostdeutschland.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die Iljuschin Il-62?
- 2.Technik mit eigenwilligen Lösungen
- 3.Die Merkmale, die zur Bestimmung reichen
- 4.Il-62, VC10, Tu-154 oder Boeing 727?
- 5.Die Il-62 bei Interflug und als Regierungsflieger
- 6.Wer fliegt die Il-62 heute noch?
- 7.Wo du die Il-62 in Deutschland und Österreich siehst
- 8.Spotting-Tipps: fliegende Il-62 erwischen
- 9.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 10.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Iljuschin (Konstruktionsbüro); Serienbau im Flugzeugwerk Kasan |
|---|---|
| Rolle | Langstrecken-Passagierflugzeug (Schmalrumpf), daneben Regierungs- und Frachtversionen |
| NATO-Codename | Classic |
| ICAO-Typcode | IL62 |
| Wirbelschleppenkategorie | H (Heavy) |
| Erstflug | 3. Januar 1963 (Prototyp) |
| Indienststellung | 1967 bei Aeroflot; erster internationaler Liniendienst Moskau–Montreal im September 1967 |
| Triebwerke | 4 × Kusnezow NK-8-4 (Il-62) bzw. 4 × Solowjow D-30KU (Il-62M, Il-62MK), paarweise am Heck |
| Länge | rund 53,1 m |
| Spannweite | 43,2 m |
| Höhe | rund 12,3 bis 12,4 m |
| Sitzplätze | bis 186 (Il-62M) bzw. rund 195 (Il-62MK), maximal knapp 200 in einer Klasse |
| Max. Startgewicht | rund 165 t (Il-62M) |
| Reisegeschwindigkeit | rund 850 bis 860 km/h |
| Reichweite | rund 10.000 km (Il-62M, je nach Zuladung) |
| Cockpit | vier bis fünf Personen inklusive Flugingenieur und Navigator |
| Produktion | 292 Maschinen laut Werksangabe (5 Prototypen, 94 Il-62, 193 Il-62M/MK); unabhängige Zählungen kommen auf 289 |
| Status | Weitgehend ausgemustert; nur noch sehr wenige Maschinen bei Staats-, Militär- und Frachtbetreibern |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Vier Triebwerke am Heck, je zwei nebeneinander in einer gemeinsamen Verkleidung links und rechts vom Rumpf
- T-Leitwerk: Das Höhenleitwerk sitzt ganz oben auf der hohen, gepfeilten Seitenflosse
- „Sägezahn“ in der Flügelvorderkante im äußeren Flügelbereich – ein markanter Knick, der als aerodynamischer Zaun wirkt
- Saubere Flügel: keine Triebwerke, keine Winglets, keine beweglichen Vorflügel an der Vorderkante
- Am Boden eine ausfahrbare Heckstütze unter dem Rumpfende, die das Flugzeug vor dem Kippen auf das Heck schützt
- Langer, schlanker Schmalrumpf mit einem Gang – deutlich gestreckter als Tu-154 oder Boeing 727
Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein langer, schlanker Rumpf, ein blanker Flügel ohne ein einziges Triebwerk und am Heck gleich vier Düsen, paarweise übereinander gestaffelt unter einem hohen T-Leitwerk: Das ist die Iljuschin Il-62. Der erste Langstreckenjet der Sowjetunion war über Jahrzehnte das Flaggschiff von Aeroflot, Interflug, ČSA und vielen anderen Airlines im Osten und brachte Staatschefs rund um die Welt. Heute fliegen nur noch wenige Exemplare. Hier erfährst du, wie du die Il-62 sicher bestimmst, was sie von VC10, Tu-154 und Boeing 727 unterscheidet und wo du ihr in Deutschland noch begegnest.
Die Il-62 in deinen Hangar
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Was ist die Iljuschin Il-62?
Die Il-62 ist ein vierstrahliges Langstreckenflugzeug mit schmalem Rumpf, entwickelt vom Konstruktionsbüro Iljuschin. Anfang der 1960er-Jahre brauchte Aeroflot einen Jet, der Moskau ohne Zwischenlandung mit weit entfernten Zielen verbinden konnte – genannt wurden Havanna auf Kuba und Chabarowsk im Fernen Osten. Bis dahin prägten Propellerflugzeuge wie die Iljuschin Il-18 den sowjetischen Fernverkehr – deutlich langsamer als die neuen westlichen Jets.
Der Prototyp hob am 3. Januar 1963 ab, zunächst noch mit schwächeren Übergangstriebwerken, weil die vorgesehenen Kusnezow NK-8 noch nicht bereitstanden. Nach einer langen Erprobung ging der Typ 1967 bei Aeroflot in Dienst. Am 15. September 1967 eröffnete die Il-62 die Linie Moskau–Montreal – ein Signal, dass die Sowjetunion im Langstreckengeschäft mit westlichen Jets wie der Boeing 707 mithalten wollte.
Anfang der 1970er-Jahre folgte die Il-62M mit sparsameren Solowjow-D-30KU-Triebwerken, einem zusätzlichen Treibstofftank in der Seitenflosse, überarbeitetem Cockpit und Containerbeladung für das Gepäck. Sie wurde die wichtigste Version. Gebaut wurde der Typ im Flugzeugwerk Kasan; nach der gängigen Zählung entstanden 292 Maschinen, davon fünf Prototypen, 94 Il-62 und 193 Il-62M bzw. Il-62MK. Andere Quellen nennen leicht abweichende Zahlen, je nachdem, wie Prototypen und späte Einzelstücke gezählt werden.
Technik mit eigenwilligen Lösungen
Die Il-62 ist konservativ gebaut, aber voller Details, die du als Spotter kennen solltest. Das Wichtigste ist die Triebwerksanordnung: Alle vier Strahltriebwerke sitzen am Heck, je zwei nebeneinander in einer gemeinsamen Verkleidung. Damit bleibt der Flügel aerodynamisch sauber, und die Kabine ist leiser. Der Preis: Ein leeres Flugzeug ist hecklastig.
Iljuschin löste das auf zwei Wegen. Am Boden fährt unter dem Rumpfende eine Heckstütze aus, eine Art zusätzliches Stützbein, das ein Abkippen beim Be- und Entladen verhindert. Und im vorderen Rumpf gibt es einen Ballasttank, der bei geringer Beladung gefüllt wird und den Schwerpunkt nach vorn holt.
Auch die Steuerung ist ungewöhnlich: Die Ruder werden über Seilzüge und Stangen rein mechanisch bewegt, ohne hydraulische Kraftverstärkung. Schubumkehr gibt es nur an den beiden äußeren Triebwerken. An der Flügelvorderkante fehlen bewegliche Vorflügel; stattdessen fällt der markante „Sägezahn“ im äußeren Flügel auf, der die Strömung bei hohen Anstellwinkeln stabilisiert.
| Version | Merkmale | Hinweis für Spotter |
|---|---|---|
| Il-62 | Erste Serienversion mit vier Kusnezow NK-8-4 | Seit Langem außer Dienst, nur noch in Museen |
| Il-62M | Solowjow D-30KU, Tank in der Seitenflosse, Containerbeladung | Von außen kaum von der Il-62 zu unterscheiden – das Kennzeichen hilft |
| Il-62MK | Verstärkte Flügel und Fahrwerk, höheres Startgewicht, bis knapp 200 Sitze | Kleine Stückzahl, äußerlich wie die M |
| Il-62MGr | Umbau zum Frachter | Einzelne Maschinen, etwa bei Rada Airlines |
| Salon-Versionen | VIP-Kabinen für Staatsführungen | Oft in Regierungs- oder Airlinefarben, Kennzeichen prüfen |
Die Merkmale, die zur Bestimmung reichen
Die Il-62 gehört zu den Typen, die du mit drei Blicken festnageln kannst.
Triebwerke zählen
Vier Triebwerke, alle am Heck, je zwei nebeneinander auf jeder Rumpfseite. Unter den Flügeln hängt nichts.
Leitwerk prüfen
Das Höhenleitwerk sitzt als T-Leitwerk oben auf der hohen Flosse. Ein Triebwerk in der Flosse gibt es nicht – das unterscheidet die Il-62 von Dreistrahlern.
Flügelkante anschauen
Im äußeren Bereich der Flügelvorderkante springt die Kante nach vorn: der Sägezahn. Von unten oder im Profil ist er gut zu sehen.
Steht die Maschine am Boden, ist die Heckstütze das sicherste Zusatzmerkmal. Achte außerdem auf das Cockpit: Die Il-62 hat eine klassische, eher kantige Fensteranordnung ohne verglaste Navigatorkanzel – anders als die Il-76 aus demselben Haus. Wie du Typen allgemein an Nase und Cockpitfenstern unterscheidest, zeigt der Beitrag Flugzeugtypen an Nase und Cockpitfenstern erkennen.
Praxis-Tipp für den ersten Blick
Im Überflug von unten erkennst du die Il-62 an den völlig freien Flügeln und den zwei dicken Triebwerkspaketen am Heck. Im Profil verrät der lange Rumpf, dass es kein Kurzstreckenjet ist. Und am Vorfeld schaust du zuerst unter das Heck: Ist dort eine Stütze ausgefahren, hast du sie.
Il-62, VC10, Tu-154 oder Boeing 727?
Hecktriebwerke und T-Leitwerk teilen sich mehrere Klassiker. Der Finder hilft dir beim Eingrenzen.
Schnellbestimmung: Jet mit Hecktriebwerken
Iljuschin Il-62
Vier Hecktriebwerke, langer Schmalrumpf und Heckstütze sind das klassische Il-62-Bild. Prüf das Kennzeichen, um die Version und den Betreiber festzustellen.
Vickers VC10
Die VC10 hat die gleiche Grundanordnung, wurde aber nur in kleiner Stückzahl gebaut und fliegt nicht mehr. Heute triffst du sie nur noch im Museum.
Tupolew Tu-154
Drei Triebwerke und die typischen Fahrwerksgondeln an der Flügelhinterkante sprechen für die Tu-154, den sowjetischen Mittelstreckenjet.
Boeing 727
Drei Triebwerke und ein Lufteinlauf vor der Flosse ergeben die Boeing 727. Sie ist kürzer als die Il-62 und hat keine Heckstütze.
Der Vergleich mit der VC10 ist der spannendste: Die Il-62 und der britische Jet sind die einzigen Verkehrsflugzeuge mit vier paarweise am Heck montierten Triebwerken. Trotz der Ähnlichkeit unterscheiden sich beide Flugzeuge in Technik und Auslegung deutlich: Die Il-62 setzt etwa auf eine rein mechanische Steuerung und wurde mit 292 gegenüber 54 Exemplaren weit häufiger gebaut. Warum vierstrahlige Jets insgesamt vom Himmel verschwinden, beschreibt der Beitrag Das Ende der Vierstrahler.
Die Il-62 bei Interflug und als Regierungsflieger
Für Spotter im deutschsprachigen Raum ist die Il-62 vor allem eines: das Flaggschiff der Interflug. Die DDR-Staatsairline übernahm 1970 ihre erste Il-62 mit dem Kennzeichen DM-SEA und konnte damit erstmals Fernstrecken wirtschaftlich mit Jets bedienen, etwa nach Kuba und Vietnam. Für Flüge nach Kuba reichte die Reichweite allerdings nicht ganz, sodass ein Zwischenstopp auf Neufundland eingeplant wurde. Später kam die Il-62M hinzu; zeitweise hatte Interflug mehr als ein Dutzend Maschinen. Mehr über die Airline liest du im Beitrag Interflug: die Airline der DDR.
Zur Geschichte gehören auch zwei schwere Unglücke. Am 14. August 1972 stürzte die DM-SEA auf einem Urlaubsflug von Berlin-Schönefeld nach Burgas bei Königs Wusterhausen ab. Ein Brand im Heckbereich hatte die Struktur geschwächt, das Leitwerk brach ab; alle 156 Menschen an Bord kamen ums Leben. Es ist bis heute das schwerste Flugzeugunglück auf deutschem Boden. Im Juni 1989 schoss zudem die DDR-SEW bei einem abgebrochenen Start in Schönefeld über das Bahnende hinaus, dabei starben 21 Menschen.
Als Regierungsflugzeug flog die Il-62M für die DDR-Staatsführung beim Transportfliegergeschwader 44 (TG-44) der NVA. Erich Honecker reiste 1987 mit einer Il-62M zu seinem Besuch in die Bundesrepublik. Nach der Wiedervereinigung gingen die drei Regierungs-Il-62 an die Luftwaffe, die sie nur kurz behielt. Wie du Staatsflieger heute aufspürst, erklärt der Guide Regierungsflugzeuge spotten; die heutige Regierungsflotte findest du bei der Flugbereitschaft des BMVg.
Auch in vielen anderen Ländern war die Il-62 Staatsflieger: VIP-Versionen nutzten Staatsführungen in mehr als zehn Ländern, von Kuba über Mosambik und den Sudan bis Nordkorea. Neben Aeroflot und Interflug flogen unter anderem ČSA, LOT, TAROM, Cubana und Uzbekistan Airways den Typ; Malév hatte für wenige Wochen eine von ČSA geleaste Maschine.
Keine Il-62 mehr verpassen
Setz die Il-62 auf deine Wunschliste und lass dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, wenn eine Maschine an deinem Flughafen anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Wer fliegt die Il-62 heute noch?
Die aktive Flotte ist auf eine Handvoll Maschinen geschrumpft. Übersichten aus den Jahren 2023 und 2024 nennen vor allem drei Gruppen von Betreibern:
- Nordkorea: Air Koryo setzt die Il-62 zeitweise auf internationalen Strecken ein, etwa nach Wladiwostok; dazu kommen Il-62M für die Staatsführung.
- Russland: Die Luftstreitkräfte und staatliche Stellen nutzen noch einzelne Il-62M, unter anderem als Regierungs- und Kommandoflugzeug.
- Belarus: Die Frachtgesellschaft Rada Airlines betreibt umgebaute Il-62M als Frachter – eine davon ist die ehemalige Interflug-Maschine DDR-SET.
Wie viele davon im Oktober 2026 tatsächlich flugfähig sind, lässt sich aus offenen Quellen nicht sicher sagen. Prüf im Zweifel das Kennzeichen in einer Flottendatenbank. Das Präfix verrät die Herkunft: P- steht für Nordkorea, RA- für Russland, EW- für Belarus – mehr dazu unter Länderkennungen an Flugzeugen.
Im EU-Luftraum praktisch nicht anzutreffen
Seit Februar 2022 ist der EU-Luftraum für russische Flugzeuge gesperrt, belarussische Fluggesellschaften sind bereits seit Juni 2021 ausgeschlossen. Nordkoreanische Maschinen fliegen ohnehin nicht nach Mitteleuropa. Eine fliegende Il-62 in Deutschland, Österreich oder der Schweiz ist damit derzeit sehr unwahrscheinlich.
Wo du die Il-62 in Deutschland und Österreich siehst
Die gute Nachricht: Kaum ein Oldtimer-Jet ist in Ostdeutschland so präsent wie die Il-62. Mehrere ehemalige Interflug-Maschinen stehen dauerhaft am Boden.
| Ort | Maschine | Was dich erwartet |
|---|---|---|
| Stölln/Rhinow (Havelland) | „Lady Agnes“, ex DDR-SEG | Ausstellung zur Interflug, Trauzimmer, direkt am Flugplatz mit Lilienthal-Bezug |
| Leipzig (nahe Völkerschlachtdenkmal) | Ex DDR-SEF | Bis 2022 als Restaurant genutzt, inzwischen anders genutzt – Zugang vorab klären |
| Merseburg | Ex DM-SEC | Im Luftfahrt- und Technikmuseum, innen als Café genutzt |
| Graz (Österreich) | Ex tschechoslowakische Regierungs-Il-62M | Auf dem Dach des Hotels Novapark, als Bar und Restaurant genutzt |
Die Geschichte der „Lady Agnes“ ist legendär: Am 23. Oktober 1989 landete eine Interflug-Crew die DDR-SEG auf der nur rund 900 Meter langen Graspiste von Stölln/Rhinow – normalerweise braucht eine Il-62 eine deutlich längere befestigte Bahn. Die Landung schaffte es ins Guinness-Buch der Rekorde. Die Maschine wurde nach Agnes Lilienthal benannt, der Frau des Flugpioniers Otto Lilienthal, der in der Nähe 1896 tödlich verunglückte. Wer tiefer in Lilienthals Leben einsteigen will, findet im Otto-Lilienthal-Museum Anklam die passende Ergänzung. Einen Überblick über weitere Ausstellungen bekommst du im Beitrag Luftfahrtmuseen in Deutschland.
Bereit für deinen Il-62-Besuch?
- Ich habe Öffnungszeiten und Zugang vorab beim Betreiber geprüft.
- Ich weiß, wo die Sonne zur vorgesehenen Uhrzeit steht.
- Ich habe ein Weitwinkel für Innenaufnahmen und eine Normalbrennweite für Details dabei.
- Ich fotografiere das Kennzeichen, um die Maschine später sicher zuzuordnen.
- Ich respektiere Absperrungen und Hausordnung.
Spotting-Tipps: fliegende Il-62 erwischen
Willst du eine Il-62 im Flug sehen, musst du realistisch planen. In Mitteleuropa sind Sichtungen derzeit so gut wie ausgeschlossen. Chancen bieten Reisen in Regionen, in die die letzten Betreiber noch fliegen. Wie du ungewöhnliche Typen gezielt suchst, zeigt der Beitrag Seltene Flugzeuge spotten, und wer selbst noch einmal in einem Klassiker sitzen möchte, findet Anregungen unter Seltene Flugzeugtypen als Passagier fliegen.
Alarm setzen
Setz den Typcode IL62 auf deine Liste. Viele Flüge der letzten Betreiber sind Staats- oder Militärflüge und nicht immer sichtbar – aber jeder Treffer zählt.
Die Heckpartie inszenieren
Das Triebwerkspaket am Heck mit dem T-Leitwerk darüber ist das Markenzeichen. Eine Dreiviertelansicht von hinten zeigt beides.
Im Steigflug fotografieren
Ältere Strahltriebwerke wie die D-30KU ziehen oft eine sichtbare Abgasfahne. Im Steigflug erzählt sie viel über das Alter der Technik.
Kennzeichen sichern
Mach immer ein enges Detailfoto vom Kennzeichen. Bei den wenigen Exemplaren ist die Geschichte jeder einzelnen Maschine gut dokumentiert.
Wann das Licht passt, rechnest du vorab aus – wie das geht, erklärt Sonnenstand planen für deinen Fotospot. Wie du Oldtimer am Himmel generell erkennst, steht im Beitrag Oldtimer am Himmel erkennen.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für die Il-62, wenn …
- vier Triebwerke paarweise am Heck sitzen
- das Höhenleitwerk oben auf der Flosse thront
- im äußeren Flügel ein Sägezahn zu sehen ist
- am Boden eine Heckstütze ausgefahren ist
Sieh genauer hin, wenn …
- die Bemalung britisch oder militärisch wirkt – dann kann es eine VC10 sein, meist im Museum
- die Maschine keine Fenster hat oder verklebte Fenster zeigt – dann ist es wohl ein Frachtumbau
Es ist keine Il-62, wenn …
- nur drei Triebwerke am Heck sitzen – dann ist es eine Tu-154 oder 727
- nur zwei Triebwerke am Heck sitzen – dann denk an Typen wie die BAC One-Eleven
- die Triebwerke unter den Flügeln hängen – dann ist es zum Beispiel eine Il-86 oder Il-96
Fazit
Die Il-62 ist ein Stück Luftfahrt- und Zeitgeschichte: der erste sowjetische Langstreckenjet, das Arbeitspferd von Aeroflot und Interflug und jahrzehntelang Transportmittel für Staatschefs. Mit ihren vier Hecktriebwerken, dem T-Leitwerk und der kuriosen Heckstütze ist sie unverwechselbar. Im Flug ist sie fast verschwunden – am Boden in Ostdeutschland aber erstaunlich gut zu erleben.
Kurzfazit
Vier Triebwerke paarweise am Heck, T-Leitwerk, Sägezahn im Flügel, Heckstütze am Boden: Das ist die Il-62. Fliegend triffst du sie heute fast nur noch außerhalb der EU – sicher sehen kannst du sie in Stölln, Leipzig, Merseburg und Graz.
Zusammenfassung
- Die Il-62 flog am 3. Januar 1963 zum ersten Mal und ging 1967 bei Aeroflot in Dienst; gebaut wurden nach gängiger Zählung 292 Exemplare, die meisten als Il-62M.
- Typisch sind die vier paarweise am Heck montierten Triebwerke, das T-Leitwerk, der Sägezahn im Flügel und die ausfahrbare Heckstütze am Boden.
- Interflug setzte die Il-62 ab 1970 ein; die Regierung der DDR flog mit der Il-62M, unter anderem zum Besuch Erich Honeckers in der Bundesrepublik 1987.
- Im Alltag begegnest du dem Typ kaum noch – realistisch sind Museumsbesuche in Ostdeutschland und Reisen in Länder, in denen die letzten Exemplare fliegen.
Häufige Fragen
Welchen ICAO-Typcode hat die Il-62?
Die Il-62 und ihre Varianten laufen unter IL62. Unter diesem Code findest du die letzten aktiven Maschinen in Tracking-Diensten – sofern sie dort überhaupt sichtbar sind, was bei Staats- und Militärflügen nicht garantiert ist.
Was bedeutet der Name „Classic“?
„Classic“ ist der NATO-Codename der Il-62. Die NATO vergab für sowjetische Flugzeuge eigene Namen; Verkehrs- und Transportflugzeuge bekamen Namen mit C, etwa auch die Tu-154 („Careless“) oder die Il-76 („Candid“).
Wozu braucht die Il-62 eine Heckstütze?
Weil alle vier Triebwerke am Heck sitzen, liegt der Schwerpunkt eines leeren oder leicht beladenen Flugzeugs weit hinten. Beim Be- und Entladen könnte die Maschine auf das Heck kippen. Eine ausfahrbare Stütze unter dem Rumpfende verhindert das; zusätzlich gibt es einen Ballasttank, der bei geringer Beladung den Schwerpunkt nach vorn verschiebt.
Wie unterscheide ich Il-62 und Vickers VC10?
Beide haben vier Triebwerke paarweise am Heck und ein T-Leitwerk. Die VC10 wurde aber nur in kleiner Stückzahl gebaut und ist längst Geschichte. Bei der Il-62 verrät am Boden die ausfahrbare Heckstütze den Typ, außerdem tragen die letzten aktiven Exemplare östliche Kennzeichen. Im Zweifel klärt das Kennzeichen die Frage.
Welche Il-62 flogen für Interflug?
Interflug übernahm 1970 die erste Il-62 mit dem Kennzeichen DM-SEA, später kam die modernisierte Il-62M dazu. Zeitweise hatte die Airline mehr als ein Dutzend Maschinen; die Kennzeichen begannen mit DM-SE… und später DDR-SE…. Nach der Auflösung von Interflug 1991 wurden die Flugzeuge verkauft oder verschrottet.
Wo kann ich eine Il-62 in Deutschland besichtigen?
Die bekannteste ist die „Lady Agnes“ (ex DDR-SEG) am Flugplatz Stölln/Rhinow im Havelland. Sie landete 1989 auf der kurzen Graspiste und dient heute als Ausstellungsraum zur Interflug und als Trauzimmer. Weitere ehemalige Interflug-Maschinen stehen unter anderem in Leipzig und Merseburg. Prüf Öffnungszeiten und Zugang vor deinem Besuch.
Fliegt die Il-62 noch?
Ja, aber nur noch vereinzelt. Nach Übersichten aus den Jahren 2023 und 2024 sind einzelne Maschinen bei Air Koryo und der nordkoreanischen Regierung, bei den russischen Luftstreitkräften und bei der belarussischen Frachtgesellschaft Rada Airlines im Einsatz. Wie viele davon im Oktober 2026 tatsächlich fliegen, lässt sich nicht verlässlich sagen.
Iljuschin Il-62 sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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Verglaste Navigatorkanzel, hoch angesetzter Flügel, T-Leitwerk und vier Strahltriebwerke: Die Il-76 ist der klassische sowjetische Transporter. So erkennst du sie sicher – und so stehen deine Chancen, ihr heute noch zu begegnen.
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GroßraumIljuschin Il-96
Vier Triebwerke, Winglets und ein Fahrwerksbein mitten unter dem Rumpf: Die Il-96 ist Russlands einziger Langstrecken-Großraumjet aus eigener Produktion und fliegt heute vor allem den Präsidenten. So erkennst du sie und so ordnest du die seltenen Sichtungen ein.
HistorischTupolew Tu-154
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Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Flughafen Berlin Brandenburg
Der Hauptstadtflughafen mit der langen Vorgeschichte: zwei parallele Pisten am Südrand Berlins, viel Europaverkehr mit Low-Cost- und Netzwerkairlines, eine Handvoll Langstrecken, die Flugbereitschaft der Bundesregierung – und eine Besucherterrasse direkt über dem Vorfeld.
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Drei Airlines, ein Staatskonzern: Aeroflot, Rossiya und Pobeda bilden die größte Airline-Gruppe Russlands. Seit 2022 fliegt keine von ihnen mehr in die EU – wer sie sehen will, muss in die Türkei, an den Golf oder ins Fotoarchiv.
MuseumOtto-Lilienthal-Museum Anklam
In Anklam kam Otto Lilienthal 1848 zur Welt – und hier steht das Museum, das seine Flugapparate als Nachbauten zeigt, sein Werk dokumentiert und die Pionierzeit der Luftfahrt erklärt. Dazu kommen eine große Hängegleitersammlung, das Aeronauticon am Flugplatz und das IKAREUM, das in der Taufkirche Lilienthals heranwächst.
Wo du die Iljuschin Il-62 siehst
Konkrete Standpunkte mit Betriebsrichtung, Lichtzeiten, Koordinaten und einer ehrlichen Einschätzung, ob sich die Anreise lohnt.
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