Das Wichtigste in Kürze
- Aviaco ist eine historische spanische Inlandsairline: gegründet 1948 in Bilbao, ab 1959 Tochter von Iberia, am 1. September 1999 in Iberia aufgegangen.
- Codes: IATA AO, ICAO AYC, Rufzeichen „AVIACO“.
- Die zweite Reihe neben Iberia: Aviaco flog Nebenstrecken im Inland, Inselverbindungen und viele Charterflüge, während Iberia die großen Routen bediente.
- McDonnell-Douglas-Airline: In den letzten Jahren bestand die Jetflotte aus DC-9 der Serie 30 und MD-88 – im März 1994 waren es 20 DC-9 und 13 MD-88.
- Bunte Frühgeschichte: Bristol 170, Languedoc, Heron, Convair, Carvair, Caravelle und DC-8 machten Aviaco zu einem Querschnitt der europäischen Nachkriegsluftfahrt.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Aviaco im Überblick
- 2.Codes und Rufzeichen
- 3.Die Geschichte in Etappen
- 4.Die Flotte: von der Bristol 170 bis zur MD-88
- 5.DC-9 oder MD-88? So unterscheidest du sie auf alten Fotos
- 6.Woran du Aviaco erkennst
- 7.Unfälle und Zwischenfälle
- 8.Das Ende: Eingliederung in Iberia
- 9.Aviaco-Spuren heute finden
- 10.Häufige Verwechslungen
- 11.Fazit
Steckbrief
| IATA-Code | AO |
|---|---|
| ICAO-Code | AYC |
| Rufzeichen | AVIACO |
| Drehkreuze | MAD |
| Status | Historisch – Betrieb am 1. September 1999 vollständig in Iberia integriert, rechtliche Verschmelzung im Jahr 2000 |
| Voller Name | Aviación y Comercio, S.A. |
| Geschäftsmodell | Inlands- und Regionalverkehr auf den Strecken neben Iberia, dazu umfangreiche Charterflüge für Reiseveranstalter |
| Gegründet | 18. Februar 1948 in Bilbao, Flugbetrieb ab 1. Mai 1948 |
| Sitz | Zunächst Bilbao, ab 1955 Madrid |
| Eigentümer | Ab 1954/55 mehrheitlich staatliche Holding INI, ab 1959 Iberia mit zwei Dritteln der Anteile; 1998 übernahm Iberia alle Aktien |
| Basis | Madrid-Barajas (MAD), Charterbetrieb unter anderem ab Palma, Teneriffa und Girona |
| Prägende Typen | Bristol 170, SNCASE Languedoc, Convair 440, Fokker F27, Caravelle, DC-8, DC-9 Serie 30, MD-88 |
| Flotte im März 1994 | 8 Fokker F27, 20 DC-9 und 13 MD-88 |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich Aviaco?
- Schriftzug „AVIACO“ am Rumpf, bei DC-9 und MD-88 in einer blau-weißen Bemalung
- Spanisches Kennzeichen mit EC-, etwa EC-BIO bei einer DC-9-32 oder EC-FJE bei einer MD-88
- Typische Silhouette der späten Jahre: T-Leitwerk und zwei Hecktriebwerke – DC-9 oder MD-88
- Kurze, gedrungene DC-9-30 neben deutlich längeren MD-88 auf demselben Vorfeld
- Fokker F27 mit Propellern auf kleinen Inlands- und Inselplätzen
- Heute nur noch auf historischen Fotos zu sehen; die Flugzeuge flogen nach 1999 in Iberia-Farben weiter
Wer alte Fotos von spanischen Flughäfen aus den 1970er- bis 1990er-Jahren durchsieht, landet früher oder später bei Aviaco. Die Inlandsairline stand im Schatten von Iberia, war aber an fast jedem Platz des Landes präsent: auf Nebenstrecken zwischen Provinzstädten, auf den Balearen und Kanaren und im Charterverkehr mit Urlaubern aus ganz Europa. Hier erfährst du, wie Aviaco entstand, welche Flugzeuge sie flog, woran du ihre DC-9 und MD-88 erkennst und warum die Marke 1999 verschwand.
Historische Airline
Aviaco wurde am 1. September 1999 in Iberia eingegliedert. Alle Angaben auf dieser Seite beziehen sich auf die historische Gesellschaft. Die Codes AO und AYC stehen hier für Aviaco.
Aviaco im Überblick
Aviaco war Spaniens zweite große Airline neben Iberia – allerdings nie als echte Konkurrentin, sondern die meiste Zeit als Tochter. Der Name steht für Aviación y Comercio, S.A. Gegründet wurde die Gesellschaft am 18. Februar 1948 von Geschäftsleuten aus Bilbao, möglich gemacht durch ein Gesetz, das das bisherige Monopol von Iberia im spanischen Luftverkehr aufbrach. Am 1. Mai 1948 begann der Flugbetrieb.
Ursprünglich war Aviaco als Frachtairline gedacht. Banken aus der Region finanzierten die ersten Flugzeuge vom Typ Bristol 170 Freighter. Weil Iberia die lukrativsten Routen bereits besetzt hatte, konzentrierte sich Aviaco auf die zweite Reihe: Linienflüge zwischen Bilbao, Barcelona und Madrid, früh auch Verbindungen auf die Balearen und die Kanaren. Die erste internationale Route verband Algier über Palma mit Marseille.
Mitte der 1950er-Jahre änderte sich alles. Die staatliche Industrieholding INI (Instituto Nacional de Industria) übernahm die Mehrheit, und 1955 zog der Firmensitz von Bilbao nach Madrid. 1959 wurde das Kapital neu geordnet: Iberia stieg ein und hielt fortan rund zwei Drittel der Anteile. Damit war Aviaco endgültig Teil der staatlichen spanischen Luftfahrt.
Codes und Rufzeichen
- IATA-Code AO: stand vor den Flugnummern, auf Tickets, Bordkarten und Gepäckanhängern.
- ICAO-Code AYC: diente der Flugsicherung zur Kennung der Flüge.
- Rufzeichen AVIACO: so meldeten sich die Besatzungen im Funk.
In den letzten Jahren wird es etwas unübersichtlich: Ab 1997 liefen Aviaco-Flüge zusätzlich unter Iberia-Flugnummern. Wenn du alte Flugpläne oder Tickets aus dieser Zeit auswertest, kann derselbe Flug also mit AO und mit IB auftauchen. Wie die beiden Code-Systeme zusammenhängen, erklärt der Artikel zu IATA- und ICAO-Codes.
Spanische Klassiker im eigenen Hangar
Mit Planetrack hältst du DC-9, MD-88 oder Fokker F27 mit Foto, Typ, Kennzeichen, Airline und Flughafen fest – ob am Zaun oder im Museum – und baust dir Schritt für Schritt eine Sammlung spanischer Luftfahrtgeschichte auf. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Die Geschichte in Etappen
1948–1955: Start in Bilbao
Gründung im Februar 1948, Flugbetrieb ab Mai mit Bristol 170. Linienflüge zwischen Bilbao, Barcelona und Madrid, dazu erste Inselverbindungen. 1954 erhält Aviaco den Postflugauftrag Madrid–Barcelona, kurz darauf übernimmt der Staat die Mehrheit, und der Sitz wandert nach Madrid.
1959–1960er: Iberia-Tochter
Iberia übernimmt 1959 zwei Drittel der Anteile. Mit gebrauchten Convair 440 von Sabena kommen die ersten Flugzeuge mit Druckkabine. Ab 1965 stimmen beide Airlines ihre Netze in einem gemeinsamen Gremium ab.
1970er: Jets und Charterboom
Caravelle und DC-8 bringen Strahlflugzeuge in die Flotte, die Fokker F27 übernimmt die kleinen Plätze. 1973 bestellt Aviaco die ersten DC-9 der Serie 30, die rasch zum Rückgrat werden.
1980er: DC-9 als Rückgrat
Iberia gibt DC-8-63 an Aviaco ab, die DC-9-Flotte wächst weiter. Aviaco übernimmt die weniger wichtigen Inlandsstrecken, Technik, Vertrieb und Finanzen wandern zunehmend zu Iberia.
1990–1999: MD-88 und Ende
Die MD-88 ergänzt die DC-9. 1998 übernimmt Iberia die restlichen Anteile von der staatlichen Holding SEPI, am 1. September 1999 wird Aviaco eingegliedert. Die rechtliche Verschmelzung folgt im Jahr 2000.
Die Arbeitsteilung mit Iberia
Das Verhältnis zu Iberia bestimmte die ganze Geschichte von Aviaco. Spätestens ab den 1960er-Jahren galt eine klare Rollenverteilung: Iberia flog die internationalen Strecken und die großen Inlandsrouten wie Madrid–Barcelona, Aviaco übernahm die Verbindungen zwischen kleineren Städten, Zubringer und Inselverkehre. Zu den angeflogenen Zielen gehörten neben Madrid-Barajas, Barcelona und Bilbao auch Santiago de Compostela, Asturien, Santander, A Coruña, Vigo, Zaragoza, Sevilla, Alicante, Granada und viele weitere Plätze.
Auf den Inseln war Aviaco ebenfalls früh dabei. Den Eröffnungsflug auf Menorca flog die Airline im August 1949 mit einer Bristol 170 von Barcelona aus, und auf Ibiza eröffnete Aviaco am 1. April 1958 den Linienverkehr mit Flügen nach Palma und Barcelona. Den Verkehr zwischen den Kanarischen Inseln teilten sich lange Iberia und Aviaco – bis Iberia ihn ab 1989 an die neue Tochter Binter Canarias übergab.
Charter für halb Europa
Ein großer Teil des Geschäfts bestand aus Charterflügen. Aviaco flog für britische und andere europäische Reiseveranstalter, mit Schwerpunkten unter anderem in Palma de Mallorca, auf Teneriffa und in Girona. Damit traf sie auf private Konkurrenz wie Spantax und später Air Europa und Spanair.
In den 1990er-Jahren kamen auch internationale Linienstrecken aus der Provinz dazu, etwa von Asturien und Zaragoza nach London-Stansted oder von Valladolid nach Paris.
Die Flotte: von der Bristol 170 bis zur MD-88
Kaum eine europäische Airline hatte eine so abwechslungsreiche Frühflotte. Die wichtigsten Typen im Überblick:
| Typ | Zeitraum (ca.) | Rolle bei Aviaco | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|---|
| Bristol 170 Freighter | 1948–1965 | Erstausstattung, Fracht und Passagiere | Bulliger Schulterdecker mit Bugtor |
| SNCASE Languedoc | 1952–1961 | Viermotoriger Propellerliner der 1950er | Französischer Typ, heute große Rarität |
| Douglas DC-3 | 1953–1969 | Inlandsverkehr | Spornrad, der Klassiker schlechthin |
| de Havilland Heron | 1957–1964 | Kurze Inlands- und Inselstrecken | Kleiner Viermotoriger |
| Convair 440 | ab 1959 | Erste Druckkabinenflugzeuge | Ex-Sabena-Maschinen |
| Douglas DC-4 / Carvair | 1960er–1970er | Fracht und Autotransport | Carvair mit hochgelegtem Cockpit und Bugtor |
| Fokker F27 Friendship | 1969–1994 | Turboprop für kleine Plätze | Schulterdecker mit zwei Turboprops |
| Sud Aviation Caravelle | 1970er | Jet für Inland und Charter | Dreieckige Fenster, Hecktriebwerke |
| Douglas DC-8 | 1972–1987 | Charter und Fracht, teils ex Iberia | Vierstrahliger Langrumpf |
| McDonnell Douglas DC-9 Serie 30 | 1974–1999 | Rückgrat der Jetflotte | Kurzer Rumpf, T-Leitwerk |
| McDonnell Douglas MD-88 | ca. 1990–1999 | Modernisierung der Flotte | Langer Rumpf, größere Triebwerke |
Frühe Jahre: Freighter, Languedoc und Convair
Die Douglas DC-3 kennt jeder – spannender für Luftfahrthistoriker sind die anderen Typen der Anfangszeit. Die Bristol 170 war ein robuster Fracht- und Passagierflieger, die französische SNCASE Languedoc ein viermotoriger Propellerliner, der außerhalb Frankreichs selten anzutreffen war. Im April 1960 bestand die Flotte laut zeitgenössischen Angaben aus drei Bristol 170, drei Convair 440, fünf de Havilland Heron und fünf Languedoc. In den 1960er-Jahren kamen DC-4 und DC-6 hinzu, 1964 außerdem eine Carvair – eine zum Autotransporter umgebaute DC-4 mit markantem Buckel über dem Cockpit.
Die 1970er: Caravelle, DC-8 und F27
Mit der Caravelle und der DC-8 wurde Aviaco zur Jet-Airline. Im März 1975 standen vier Caravelle 10R, fünf DC-8-50, sechs DC-9-30 und sechs F27 in der Flotte. Die DC-8 waren vor allem im Charter- und Frachtgeschäft unterwegs; Anfang der 1980er-Jahre übernahm Aviaco außerdem fünf DC-8-63, die Iberia ausmusterte. Die Fokker F27 flog von 1969 bis 1994 und war ideal für kurze Bahnen und kleinere Provinzflughäfen.
DC-9 und MD-88: das Gesicht der späten Aviaco
1973 bestellte Aviaco sechs DC-9 der Serie 30, 1974 zwei weitere. 1975 bestellte die Airline vier Frachtversionen DC-9-33CF, die ab 1976 ausgeliefert wurden; 1978 kamen noch einmal vier Passagiermaschinen hinzu. Im März 1985 umfasste die Flotte 16 DC-9-30 und vier DC-9-30F. Die DC-9 blieb bis zum Ende das Arbeitspferd – im März 1994 waren es 20 Exemplare.
Um 1990 kam die MD-88 dazu, eine Version der MD-80-Familie mit modernisiertem Cockpit. Im März 1994 flog Aviaco 13 Maschinen dieses Typs. Eine davon, die EC-FJE, wurde 1991 ausgeliefert, flog nach 1999 für Iberia unter dem Namen „Gibralfaro“ weiter und wurde 2008 abgestellt. Hersteller beider Jet-Typen war McDonnell Douglas.
Deine Wunschliste für Oldtimer
Setz seltene Typen wie die DC-9 oder die MD-88 auf deine Wunschliste in Planetrack und lass dich benachrichtigen, wenn einer der letzten fliegenden Vertreter in deiner Nähe landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
DC-9 oder MD-88? So unterscheidest du sie auf alten Fotos
Beide Typen tragen die gleiche Grundform: schlanker Rumpf, T-Leitwerk, zwei Triebwerke am Heck. Auf Dias aus den 1990er-Jahren stehen sie bei Aviaco oft nebeneinander. Ein paar Merkmale helfen beim Sortieren.
Das spricht für die DC-9-30
- Deutlich kürzerer, gedrungener Rumpf
- Schlanke Triebwerksgondeln am Heck
- Kennzeichen meist aus den älteren EC-B- und EC-C-Serien
- Auf Aviaco-Fotos schon ab Mitte der 1970er-Jahre
Das spricht für die MD-88
- Spürbar längerer Rumpf mit mehr Fenstern vor und hinter dem Flügel
- Größere, längere Triebwerksgondeln
- Kennzeichen aus den jüngeren EC-E- und EC-F-Serien
- Nur auf Fotos ab etwa 1990
Nach 1999 wird es kniffliger: Die MD-88 flogen dann in Iberia-Farben weiter, zusammen mit den MD-87 von Iberia. Die MD-87 erkennst du am kürzeren Rumpf und am höheren Seitenleitwerk, das über das Höhenleitwerk hinausragt. Steht also eine lange MD-80 mit EC-E- oder EC-F-Kennzeichen in Iberia-Bemalung auf deinem Foto, ist eine ehemalige Aviaco-MD-88 gut möglich – sicher wird es erst mit dem Kennzeichen.
Woran du Aviaco erkennst
Die DC-9-Flotte trug eine blau-weiße Bemalung mit dem Schriftzug „AVIACO“. Über die Jahrzehnte änderte sich das Design, und auf Fotos aus den 1950er- und 1960er-Jahren sieht Aviaco ganz anders aus als in den 1990ern. Das verlässlichste Merkmal ist deshalb nicht die Farbe, sondern die Kombination aus Schriftzug, spanischem EC-Kennzeichen und Flugzeugtyp.
Ein Sonderfall sind Flugzeuge, die Iberia in den 1980er-Jahren an Aviaco weitervercharterte – darunter Boeing 727, A300 und sogar 747-200. Solche Maschinen flogen für Aviaco, trugen aber oft Iberia-Farben. Wenn du auf einem alten Foto eine Iberia-727 mit Charterhintergrund siehst, steckt womöglich ein Aviaco-Flug dahinter. Wie solche Misch- und Übergangslackierungen entstehen, erklärt der Artikel über Hybrid-Liveries.
Alte Dias sauber zuordnen
Notiere bei jedem Aviaco-Fund Kennzeichen, Typ, Flughafen und – falls bekannt – das Aufnahmejahr. Mit dem Kennzeichen kannst du die Geschichte einer Maschine oft lückenlos verfolgen, auch über den Wechsel zu Iberia hinaus. Tipps dazu gibt der Guide Wie alt ist dieses Flugzeug?.
Unfälle und Zwischenfälle
Wie viele Airlines ihrer Zeit erlebte Aviaco mehrere schwere Unglücke. In der Frühphase verlor die Gesellschaft Flugzeuge vom Typ Bristol 170, Languedoc und Heron, unter anderem bei Abstürzen in der Sierra de Guadarrama 1953 und 1958 und bei Madrid 1957. 1956 verunglückte eine Languedoc im Anflug auf Teneriffa Nord (Los Rodeos).
Im August 1973 stürzte eine Caravelle beim Anflug auf A Coruña ab; 85 Menschen an Bord und eine Person am Boden kamen ums Leben. Das schwerste Ereignis mit Aviaco-Beteiligung war die Kollision in Madrid-Barajas am 7. Dezember 1983: Bei dichtem Nebel geriet eine Aviaco-DC-9 auf eine Startbahn und stieß mit einer startenden Iberia-727 zusammen. 93 Menschen starben. In den 1990er-Jahren gab es zudem zwei DC-9-Landeunfälle in Granada (1992) und Vigo – in beiden Fällen ohne Todesopfer.
Das Ende: Eingliederung in Iberia
In den 1980er-Jahren rückte Aviaco immer näher an Iberia heran. Technik, Vertrieb und Finanzen liefen zunehmend über die Mutter, ab 1997 trugen Aviaco-Flüge zusätzlich Iberia-Codes. 1998 kaufte Iberia der staatlichen Holding SEPI deren 67 Prozent ab und hielt damit alle Anteile.
Anfang 1999 gab es Streiks und Verhandlungen um die Übernahme des Personals. Ende August 1999 stimmten die Gremien zu, und am 1. September 1999 wechselten rund 1.500 Beschäftigte, darunter 330 Piloten, zu Iberia. Die Marke Aviaco verschwand, die DC-9 und MD-88 bekamen Iberia-Farben. Rechtlich wurde die Verschmelzung im Oktober 2000 ins Handelsregister eingetragen. Iberia selbst gehört heute zur International Airlines Group.
Aviaco-Spuren heute finden
Live spotten kannst du Aviaco nicht mehr. Trotzdem gibt es Wege, dich mit der Airline zu beschäftigen:
- Archivfotos: Bildbände und private Sammlungen aus den 1970er- bis 1990er-Jahren zeigen Aviaco an fast allen spanischen Flughäfen. Ein Blick in die eigenen Dias lohnt sich, wenn du damals Urlaub in Spanien gemacht hast.
- Museum: Das Museo del Aire in Madrid-Cuatro Vientos zeigt spanische Luftfahrtgeschichte. Wie du den Besuch fotografisch planst, beschreibt der Spot-Guide Museo del Aire am Flugplatz Cuatro Vientos.
- Am alten Heimatflughafen: In Madrid-Barajas siehst du heute die Nachfolger in Iberia-Farben – gute Plätze findest du im Madrid-Guide und am Spot La Muñoza.
Bevor du in Spanien mit der Kamera losziehst, lies dir die Hinweise unter Spotten in Spanien durch. Und wer generell Spaß an alten Lackierungen hat, findet in Legendäre Airline-Lackierungen und Oldtimer am Himmel erkennen weiteren Stoff.
Häufige Verwechslungen
- Aviaco-Flug für Iberia-Flug halten – ab 1997 trugen Aviaco-Flüge auch IB-Nummern, und in den 1980ern flogen Iberia-Maschinen für Aviaco.
- DC-9 und MD-88 gleichsetzen – die MD-88 ist deutlich länger und hat größere Triebwerke.
- Ex-Aviaco-MD-88 für eine Iberia-MD-87 halten – die MD-87 ist kürzer und hat ein höheres Leitwerk.
- AO für einen heutigen Code halten – die Kennung bezieht sich hier auf die historische Aviaco.
- Aviaco für eine Privatairline halten – ab Mitte der 1950er-Jahre war sie staatlich kontrolliert und ab 1959 Iberia-Tochter.
Spanische Luftfahrtgeschichte festhalten
Poste deine Fotos aus dem Museum oder vom Flughafen mit Typ, Kennzeichen, Airline und Spot in Planetrack und tausch dich in der Community mit anderen Fans klassischer Flugzeuge aus. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Aviaco war über ein halbes Jahrhundert die zweite Reihe der spanischen Luftfahrt – und gerade deshalb überall präsent. Von der Bristol 170 bis zur MD-88 spiegelt ihre Flotte die Entwicklung der europäischen Verkehrsluftfahrt wider. Wer heute alte Spanien-Fotos sortiert, ordnet die blau-weißen DC-9 und MD-88 mit Kennzeichen und Typ sicher zu und hält damit ein Stück Luftfahrtgeschichte fest, das es seit 1999 nicht mehr gibt.
Kurzfazit
Aviaco (IATA AO, ICAO AYC) war Spaniens historische Inlands- und Charterairline von 1948 bis 1999 und ab 1959 eine Iberia-Tochter. In den späten Jahren flog sie DC-9 und MD-88, die nach der Eingliederung in Iberia-Farben weiterflogen.
Zusammenfassung
- Aviaco entstand 1948 als private Gesellschaft aus Bilbao, geriet ab Mitte der 1950er-Jahre unter staatliche Kontrolle und wurde 1959 Tochter von Iberia.
- Die Airline war über Jahrzehnte für Spaniens Nebenstrecken, die Inselverkehre und den Charterverkehr zuständig – und deshalb an fast jedem spanischen Flughafen präsent.
- Ab Mitte der 1970er-Jahre wurde die DC-9 das Arbeitspferd, ab etwa 1990 ergänzt durch die MD-88. Beide Typen wechselten 1999 zu Iberia.
- Live spotten kannst du Aviaco nicht mehr. Wer alte Dias und Negative aus Spanien sortiert, stößt aber häufig auf die blau-weißen DC-9 – und die lassen sich mit Kennzeichen sauber zuordnen.
Häufige Fragen
Gibt es Aviaco heute noch?
Nein. Aviaco wurde am 1. September 1999 in Iberia eingegliedert: Personal und Flugbetrieb wechselten zur Muttergesellschaft, die Marke verschwand, und die Flugzeuge wurden in Iberia-Farben umlackiert. Die formale Verschmelzung der beiden Unternehmen wurde im Oktober 2000 ins Handelsregister eingetragen.
Welchen IATA- und ICAO-Code hatte Aviaco?
Aviaco nutzte den IATA-Code AO und den ICAO-Code AYC, das Rufzeichen im Funk lautete „AVIACO“. In den letzten Jahren liefen viele Flüge zusätzlich unter einer Iberia-Flugnummer mit IB-Code.
Wofür steht der Name Aviaco?
Aviaco ist eine Abkürzung für Aviación y Comercio, S.A., also etwa „Luftfahrt und Handel“. Der Name verweist auf die Anfänge: Die Gesellschaft startete 1948 vor allem als Frachtfluglinie.
Welche Flugzeuge flog Aviaco?
Anfangs Bristol 170 Freighter, dann SNCASE Languedoc, Douglas DC-3, de Havilland Heron und ab 1959 die ersten Druckkabinenflugzeuge vom Typ Convair 440. Später kamen Douglas DC-4 und DC-6, eine Carvair, Fokker F27, Caravelle und DC-8 hinzu. Ab Mitte der 1970er-Jahre prägte die DC-9 die Flotte, ab etwa 1990 auch die MD-88.
Wie hingen Aviaco und Iberia zusammen?
Ab 1959 hielt Iberia rund zwei Drittel der Aviaco-Anteile. Ab 1965 stimmten beide Airlines ihre Netze über ein gemeinsames Gremium ab, damit sie sich keine Konkurrenz machten: Iberia flog die internationalen und großen Inlandsstrecken, Aviaco die kleineren. Später lag die Mehrheit zeitweise wieder bei der staatlichen Holding, ehe Iberia 1998 sämtliche Anteile übernahm.
Was hat Aviaco mit Binter Canarias zu tun?
Binter Canarias wurde 1988 als Iberia-Tochter gegründet, um den Verkehr zwischen den Kanarischen Inseln zu übernehmen. Diesen Inselverkehr hatten bis dahin Iberia und Aviaco geflogen.
Welche schweren Unfälle gab es bei Aviaco?
Die folgenschwersten Unglücke waren der Absturz einer Caravelle beim Anflug auf A Coruña im August 1973 mit 86 Toten und die Kollision einer Aviaco-DC-9 mit einer Iberia-727 im dichten Nebel in Madrid-Barajas am 7. Dezember 1983 mit insgesamt 93 Toten. Dazu kamen mehrere Unfälle in der Frühzeit mit Bristol 170, Languedoc und Heron.
Wo kann ich heute noch etwas von Aviaco sehen?
Im Liniendienst nirgends mehr – die MD-88 flogen nach 1999 noch einige Jahre für Iberia weiter, eine davon bis 2008. Spanische Luftfahrtgeschichte zeigt das Museo del Aire in Madrid-Cuatro Vientos. Am ergiebigsten sind historische Fotos: Archive, Bildbände und Spotter-Sammlungen aus den 1970er- bis 1990er-Jahren.
Aviaco im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
McDonnell Douglas DC-9
Zwei Triebwerke am Heck, das Höhenleitwerk oben auf der Flosse: Die DC-9 prägte ab 1965 die Kurzstrecke in Europa und den USA. So erkennst du die Serien 10 bis 50 und trennst sie von MD-80, 717 und One-Eleven.
FlugzeugtypMcDonnell Douglas MD-88
Außen eine klassische lange MD-80, innen Bildschirme statt Rundinstrumente: Die MD-88 war die letzte Version der Familie und über drei Jahrzehnte das Arbeitstier von Delta Air Lines. Hier erfährst du, was sie ausmacht und wo du sie heute noch findest.
FlugzeugtypMcDonnell Douglas MD-80
Lang wie eine Zigarre, zwei kräftige Triebwerke am Heck: Die MD-80-Familie war von 1980 bis in die 2010er-Jahre ein Standardjet in Europa und den USA. So unterscheidest du MD-81, -82, -83, -87 und -88 und findest heute noch einen „Mad Dog“.
FlugzeugtypMcDonnell Douglas MD-87
Kürzer, moderner im Cockpit und mit einer markanten Flossenspitze: Die MD-87 war die kompakte Version der MD-80-Familie. Hier erfährst du, wie du sie erkennst, warum Iberia und SAS sie prägten und weshalb sie heute vor allem als Löschflugzeug unterwegs ist.
FlugzeugtypFokker F27 Friendship
Hoher Flügel, zwei Rolls-Royce-Dart-Turboprops und große ovale Fenster: Die Fokker F27 Friendship war Europas erfolgreichster Turboprop-Airliner ihrer Zeit. Heute ist sie ein echter Sammlerfang.
FlugzeugtypSud Aviation Caravelle
Zwei Triebwerke am Heck, dreieckige Kabinenfenster und eine Nase von der Comet: Die Caravelle war Frankreichs erster Jetliner und machte die Hecktriebwerks-Bauweise salonfähig. So erkennst du sie – und hier siehst du sie heute noch.
FlugzeugtypDouglas DC-8
Mit der DC-8 stieg Douglas ins Jetzeitalter ein: vier Triebwerke, gepfeilter Flügel und später ein Rumpf von über 57 Metern. Hier liest du, wie sich die Serien unterscheiden, warum die Super Sixty so berühmt wurde und wo du eine der letzten DC-8 noch erwischst.
FlugzeugtypConvair CV-240/340/440 Metropolitan
Zwei dicke Sternmotoren, Bugrad statt Spornrad und eine Druckkabine: Die Convair-Liner CV-240, CV-340 und CV-440 waren die modernen Zubringer der 1950er – auch bei Lufthansa und Swissair.
FlugzeugtypDouglas DC-3 / C-47
Zwei Sternmotoren, Spornrad, schräg stehender Rumpf am Boden: Die DC-3 und ihre Militärschwester C-47 sind Legenden. So erkennst du sie und so findest du die letzten Flieger in Europa.
FlugzeugtypDouglas DC-4 / C-54 Skymaster
Vier Sternmotoren, ein einzelnes Seitenleitwerk, Bugradfahrwerk und runde Fenster: Die DC-4 und ihre Militärversion C-54 trugen die Berliner Luftbrücke. So erkennst du den Klassiker und findest die letzten Exemplare.
FlugzeugtypDouglas DC-6
Vier Sternmotoren, Druckkabine, Bugradfahrwerk: Die Douglas DC-6 war nach dem Zweiten Weltkrieg eines der wichtigsten Langstreckenflugzeuge der Welt. Heute fliegt sie noch als Frachter in Alaska – und als blank polierte DC-6B der Flying Bulls aus Salzburg. So erkennst du sie und so bekommst du sie vor die Linse.
Weitere Airlines
Iberia
Die spanische Netzwerk-Airline aus Madrid: 1927 gegründet, Drehkreuz Barajas mit Terminal 4, Teil der International Airlines Group, Mitglied von oneworld und Erstkunde der Airbus A321XLR.
RegionalBinter Canarias
Die Airline der Kanarischen Inseln: ATR-Turboprops im Inselhüpfer-Takt, Embraer E195-E2 für Festland, Madeira und Westafrika – und Flugzeuge mit Namen aus dem kanarischen Alltag.
NetzwerkSpanair
Historische spanische Airline: 1986 von SAS und spanischen Investoren gegründet, lange eine der großen MD-80-Betreiberinnen Europas, ab 2003 in der Star Alliance – und im Januar 2012 über Nacht am Boden.
CharterSpantax
Historische spanische Charterairline: 1959 als Lufttaxi auf Gran Canaria gegründet, mit einer der größten Convair-990-Flotten der Welt groß geworden und nach dem DC-10-Unglück von Málaga 1982 im März 1988 am Ende.
NetzwerkAir Europa
Spaniens private Netzwerk-Airline von Mallorca: Drehkreuz Madrid-Barajas, SkyTeam-Mitglied, reine Boeing-Flotte aus 737 und 787 Dreamliner und ein starker Fokus auf Lateinamerika.
Low-CostIberia Express
Die Kurz- und Mittelstrecken-Tochter von Iberia: reine Airbus-Flotte aus A320 und A321neo, Basis Madrid-Barajas, Zubringer für das Langstreckennetz und oneworld-Affiliate.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
International Airlines Group (IAG)
Die International Airlines Group ist der Konzern hinter British Airways, Iberia, Vueling, Aer Lingus und LEVEL. Wer in Heathrow, Madrid, Barcelona oder Dublin spottet, steht mitten im IAG-Revier – sieht den Konzernnamen aber auf keinem einzigen Rumpf.
FlughafenFlughafen Madrid-Barajas
Spaniens größter Flughafen und das Tor nach Lateinamerika: vier Start- und Landebahnen, zwei Betriebsrichtungen mit klaren Regeln, Terminal 4 als Heimat von Iberia und oneworld – und eine Spotterszene, die zwischen Schotterweg, Autobahnbrücke und offizieller Aena-Zone pendelt.
FlughafenFlughafen Palma de Mallorca
Der Ferienflughafen schlechthin: Auf Mallorca landen im Sommer Hunderte Jets am Tag, ein großer Teil davon aus Deutschland, Großbritannien und der Schweiz. Zwei parallele Bahnen am Rand der Bucht von Palma, Anflüge übers Meer und eine bunte Mischung aus Low-Cost, Charter und Businessjets – nur eine offizielle Besucherterrasse gibt es nicht.
FlughafenFlughafen Barcelona-El Prat
Spaniens zweitgrößter Flughafen liegt direkt am Mittelmeer: zwei Parallelbahnen und eine Querbahn, Vueling als Platzhirsch, Low-Cost-Basen von Ryanair und easyJet, dazu Langstrecke vom Golf und aus Nordamerika – und Spotterplätze zwischen Strand, Friedhof und Terminalbalkon.
Wo du Aviaco vor die Linse bekommst
Spotting-Spots, an denen diese Airline regelmäßig zu sehen ist – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
Museo del Aire am Flugplatz Madrid-Cuatro Vientos
Spaniens größtes Luftfahrtmuseum liegt am ältesten Flugplatz Madrids: sieben Hallen, ein weitläufiges Freigelände mit Phantom, Viggen, MiG und KC-97, dazu Autogiros von Juan de la Cierva und Francos Dragon Rapide. Der Eintritt ist frei, das Zeitfenster aber knapp – so planst du deinen Vormittag in Cuatro Vientos.
AnflugschneiseLa Muñoza am Flughafen Madrid-Barajas
Südöstlich von Madrid-Barajas, am Rand des Iberia-Technikgeländes La Muñoza, führt ein Schotterweg am Jarama entlang unter den Anflug der Piste 32R. Ein Spot für Spotter mit Geduld: nur bei Nordbetrieb, ohne Infrastruktur, aber mit dem Langstreckenverkehr eines der größten Drehkreuze Europas.
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