Das Wichtigste in Kürze
- Die KC-135 Stratotanker ist der Tanker-Klassiker der US Air Force: seit 1957 im Dienst, 732 KC-135A gebaut, Mitte 2026 noch rund 375 Maschinen im Bestand.
- Schnellster Erkennungsweg: vier Triebwerke, schmaler 707-artiger Rumpf, Boom unter dem Heck.
- Die heutige Hauptversion ist die KC-135R/T mit CFM-Triebwerken; die alte KC-135A mit Wasser-Einspritzung und die KC-135E mit TF33 sind ausgemustert.
- Frankreich flog zwölf C-135F/FR ab Istres; die letzten französischen Stratotanker wurden bis 2025 außer Dienst gestellt und an den Anbieter Metrea verkauft.
- In Europa siehst du sie vor allem rund um RAF Mildenhall, wo das einzige feste USAF-Tankergeschwader Europas sitzt, und bei Verlegungen über Ramstein.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die KC-135 Stratotanker?
- 2.Geschichte: vom Dash 80 zum Rückgrat der Tankerflotte
- 3.Die Varianten: von der KC-135A bis zur KC-135T
- 4.Technik: Boom, Schlauch und ein liegender Boom Operator
- 5.So erkennst du die KC-135
- 6.KC-135 und ihre Verwechslungskandidaten
- 7.C-135FR: die französischen Stratotanker
- 8.Weitere Nutzer weltweit
- 9.Sichtungen in Europa: Mildenhall, Ramstein und Airshows
- 10.Museen: die Stratotanker zum Anfassen
- 11.Zukunft: Nachfolger KC-46, aber kein schneller Abschied
- 12.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Boeing (Werk Renton, Washington) |
|---|---|
| Basis | Prototyp Boeing 367-80 („Dash 80“), eng verwandt mit der Boeing 707 |
| Werksbezeichnung | Boeing Model 717 (nicht zu verwechseln mit der späteren zivilen 717) |
| Erstflug | 31. August 1956 |
| Indienststellung | Juni 1957, erste Maschine an die Castle AFB (Kalifornien) |
| Bauzeit | 1955–1965 |
| Gebaute KC-135A | 732 (dazu weitere C-135-Varianten) |
| ICAO-Typcode | K35R (KC-135R/T, C-135FR), K35E (KC-135E) |
| Triebwerke (KC-135R) | 4 × CFM International F108-CF-100 (militärische CFM56), je rund 96 kN Schub |
| Länge | 41,53 m |
| Spannweite | 39,88 m |
| Höhe | 12,70 m |
| Max. Startgewicht | rund 146 t |
| Treibstoff | rund 90,7 t (200.000 lb) |
| Betankungssysteme | Tankausleger (Boom), optional Boom-Drogue-Adapter oder MPRS-Schlauch-Pods unter den Flügeln |
| Nutzlast | bis rund 38 t Fracht, bis zu 6 Paletten oder bis zu 80 Personen |
| Besatzung | 3 (zwei Piloten, Boom Operator), bei manchen Einsätzen zusätzlich Navigator |
| Status | Bei der US Air Force weiter im Dienst (Stand Oktober 2026); Frankreich und Singapur haben ausgemustert |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Vier Triebwerke an Pylonen unter stark gepfeilten Flügeln – bei der KC-135R/T dicke, runde CFM-Gondeln
- Schmaler, kurzer Rumpf im Stil der frühen 707, mit nur wenigen Fenstern
- Tankausleger (Boom) unter dem Heck, darüber ein kleines Fenster für den liegenden Boom Operator
- Großes Frachttor auf der linken Rumpfseite vorn
- Bei manchen Maschinen Schlauch-Pods unter den Außenflügeln oder ein kurzer Schlauch mit Fangkorb am Boom
- US-Maschinen grau mit Seriennummer und Geschwaderkennung am Seitenleitwerk, etwa dem „D“ der 100th ARW aus Mildenhall
Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein schlanker grauer Vierstrahler mit kurzem Rumpf dreht über Suffolk seine Runden, unter dem Heck baumelt ein langer Ausleger: Das ist eine KC-135 Stratotanker. Seit 1957 hält sie Bomber, Jäger und Transporter der US Air Force in der Luft, und auch nach fast 70 Jahren ist sie der zahlenmäßig wichtigste Tanker der USA. Hier erfährst du, woher sie kommt, wie du die Varianten von KC-135R über KC-135T bis zur französischen C-135FR auseinanderhältst und wo du sie in Europa am ehesten vor die Linse bekommst.
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Was ist die KC-135 Stratotanker?
Die KC-135 ist ein vierstrahliges Tank- und Transportflugzeug, das Boeing Mitte der 1950er-Jahre für die US Air Force entwickelt hat. Ihre Aufgabe war ursprünglich klar umrissen: Sie sollte die strategischen Bomber des Strategic Air Command, allen voran die B-52, auf ihren langen Missionen betanken. Daraus wurde über die Jahrzehnte ein Allrounder, der praktisch jedes Flugzeug mit Tankstutzen oder Tankanschluss versorgt – und nebenbei Fracht, Paletten und Personal mitnimmt.
Das Flugzeug ist eng mit der zivilen Boeing 707 verwandt, aber nicht identisch. Beide gehen auf denselben Prototyp zurück, die Boeing 367-80, Spitzname „Dash 80“. Die KC-135 hat jedoch einen schmaleren und kürzeren Rumpf, eine andere Struktur und lief bei Boeing intern als Model 717 – eine Nummer, die Jahrzehnte später für ein ganz anderes Zivilflugzeug wiederverwendet wurde. Mehr zur Geschichte der 707-Familie findest du im Beitrag zur Boeing 707.
Geschichte: vom Dash 80 zum Rückgrat der Tankerflotte
Anfang der 1950er-Jahre flog die US Air Force noch mit kolbengetriebenen Tankern wie der KC-97. Für die neuen Düsenbomber waren sie zu langsam und flogen zu niedrig. Boeing ging ins Risiko und baute auf eigene Kosten den Prototyp 367-80, der 1954 abhob. Zwar gewann Lockheed 1955 den offiziellen Tanker-Wettbewerb, doch die Air Force bestellte parallel bei Boeing, weil deren Entwurf schneller verfügbar war – die Lockheed-Aufträge wurden später gestrichen.
Die erste KC-135A flog am 31. August 1956. Im Juni 1957 erhielt die Castle AFB in Kalifornien die erste Maschine. Gebaut wurde in Renton bis 1965; am Ende standen 732 KC-135A und zahlreiche weitere Varianten der C-135-Familie – Transporter, Kommandoposten, Mess- und Aufklärungsflugzeuge.
Die KC-135 war in fast jedem großen Einsatz der USA dabei: im Vietnamkrieg, bei der Operation Desert Storm 1991, über dem Balkan, in Afghanistan und im Irak. Tanker stehen selten im Rampenlicht, doch ohne sie wären die meisten dieser Luftoperationen nicht möglich gewesen. Zur Wahrheit gehört auch die Unfallbilanz: Über die lange Dienstzeit gingen Dutzende Stratotanker verloren, darunter 1966 bei Palomares in Spanien, als eine KC-135 und eine B-52 beim Betanken kollidierten.
Die Varianten: von der KC-135A bis zur KC-135T
Für Spotter ist die Variantenfrage spannend, weil sich die Generationen vor allem an den Triebwerken unterscheiden.
- KC-135A: Die Ursprungsversion mit vier schlanken Pratt & Whitney J57-Turbojets. Beim Start spritzten sie Wasser ein, was laute, rauchige Starts ergab. Längst ausgemustert.
- KC-135E: Zwischenlösung für Air National Guard und Reserve. Die Maschinen bekamen TF33-Mantelstromtriebwerke aus ausgemusterten zivilen 707 samt Schubumkehrern. Die letzte KC-135E ging 2009 in den Abstellpark.
- KC-135R: Die heutige Hauptversion. Die Umrüstung auf CFM F108, die militärische Ausführung der CFM56, brachte deutlich mehr Leistung: laut Angaben rund 25 Prozent weniger Verbrauch, auf langen Missionen bis zu 50 Prozent mehr abgebbaren Treibstoff und einen erheblich leiseren Start.
- KC-135T: Ehemalige KC-135Q, die früher den Spezialtreibstoff JP-7 für die SR-71 Blackbird transportierten. Sie wurden ebenfalls mit CFM-Triebwerken ausgerüstet und können Rumpf- und Flügeltreibstoff getrennt halten.
- KC-135R(RT): Eine kleine Gruppe von Maschinen, die selbst in der Luft betankt werden kann.
Die Triebwerke liefert CFM International, das Gemeinschaftsunternehmen von GE und Safran. Wer die Verwandtschaft vertiefen will: Aus der C-135-Familie stammen auch Spezialflugzeuge wie die RC-135, die regelmäßig von Mildenhall aus fliegt.
Auch im Cockpit hat sich viel getan. Das Programm Pacer CRAG strich um die Jahrtausendwende den Navigator aus der Standardbesatzung, das Block-45-Paket brachte später ein Glascockpit, einen digitalen Autopiloten und neue Instrumente. So bleibt der Oldtimer im modernen Luftraum einsatzfähig.
Praxis-Tipp für Fotos
Den Boom siehst du am besten von der Seite oder schräg von hinten. Achte auch aufs Boom-Ende: Hängt dort ein kurzer Schlauch mit Fangkorb, ist der Boom-Drogue-Adapter montiert – dann ist die Maschine für Navy- oder NATO-Jets mit Tankstutzen ausgerüstet.
Technik: Boom, Schlauch und ein liegender Boom Operator
Herzstück jeder KC-135 ist der Tankausleger unter dem Heck. Der Boom Operator liegt dafür bäuchlings in einer kleinen Station im Heck und schaut durch ein Fenster nach hinten unten. Er „fliegt“ den Ausleger mit kleinen Steuerflächen in den Tankanschluss des Empfängerflugzeugs. Dieses Prinzip nutzen die US Air Force und viele Partner für ihre Jets.
Flugzeuge der US Navy, des Marine Corps und vieler NATO-Staaten tanken dagegen per Schlauch und Fangkorb. Dafür gibt es zwei Lösungen:
- Boom-Drogue-Adapter: Ein kurzer Schlauch mit Korb wird am Boden an den Ausleger montiert. Der Nachteil: Solange er dranhängt, kann der Tanker nicht per Boom betanken.
- MPRS-Pods: Bei einem Teil der Flotte hängen unter den Außenflügeln Schlauch-Pods. Damit lassen sich zwei Jets gleichzeitig betanken.
Mit maximal rund 146 Tonnen Startgewicht trägt die KC-135R rund 90 Tonnen Treibstoff. Im Frachtraum über dem Treibstoff finden bis zu sechs Paletten oder bis zu 80 Personen Platz. Für Verlegungen von Kampfjet-Staffeln ist das ideal: Der Tanker begleitet die Jets über den Atlantik und bringt gleich Wartungspersonal und Material mit.
So erkennst du die KC-135
Drei Schritte reichen meist, um eine KC-135 sicher zu bestimmen.
Triebwerke zählen
Vier Triebwerke an Pylonen unter gepfeilten Flügeln, kein Triebwerk am Heck. Damit bist du bei 707, KC-135 und deren Ablegern.
Rumpf vergleichen
Der KC-135-Rumpf wirkt kürzer und gedrungener als der einer 707-320. Fast keine Fenster und eine graue Lackierung sprechen klar für den Tanker.
Unter das Heck schauen
Ein Boom unter dem Heck entscheidet die Sache. Fehlt er, aber der Rumpf trägt Antennen oder eine lange Nase, hast du eher eine RC-135 oder eine andere Sonderversion vor dir.
Die Seriennummer am Seitenleitwerk verrät dir das Baujahr: Bei 58-0100 etwa steht die „58“ für das Haushaltsjahr 1958. Wie US-Militärseriennummern aufgebaut sind, erklärt der Beitrag zu den US-Militärkennzeichen. Einen Überblick über alle großen Tanker bietet Tankflugzeuge erkennen.
KC-135 und ihre Verwechslungskandidaten
Schnellbestimmung: welcher Tanker ist das?
KC-135 Stratotanker
Vier Triebwerke, schmaler Rumpf und Boom sind typisch für die KC-135R/T. Dicke runde Triebwerksgondeln bestätigen die CFM-Version.
KC-46 Pegasus, KC-767 oder A330 MRTT
Zweistrahlige Tanker sind die moderne Generation. Die Rumpfbreite und die Flügelspitzen helfen beim Unterscheiden.
KC-10 Extender oder KDC-10
Ein Trijet mit Boom ist eine KC-10 oder ein verwandter DC-10-Tanker – bei der US Air Force seit 2024 ausgemustert.
| Merkmal | KC-135R/T | Boeing 707-320 | KC-46 Pegasus | A330 MRTT |
|---|---|---|---|---|
| Triebwerke | 4 | 4 | 2 | 2 |
| Rumpf | schmal, kurz | länger, mit Fensterreihe | Großraum (767) | Großraum (A330) |
| Tankausleger | ja | nein (Ausnahmen bei Militärumbauten) | ja | bei vielen Nutzern ja |
| Lackierung | grau, militärisch | Airline, Fracht oder Militär | grau | grau, je nach Land |
Am ehesten verwechselst du die KC-135 mit einer militärisch genutzten 707-320 oder einer E-3 Sentry. Die E-3 trägt allerdings ihren riesigen Radardiskus auf dem Rücken und ist damit unverwechselbar; mehr dazu im Beitrag zu AWACS und Aufklärern. Die zweistrahligen Nachfolger KC-46 Pegasus und KC-767 erkennst du schon an der Triebwerkszahl, den Trijet KC-10 Extender am Triebwerk im Seitenleitwerk.
C-135FR: die französischen Stratotanker
Außerhalb der USA war Frankreich lange der bekannteste Nutzer. Für die nukleare Abschreckung mit den Mirage-IV-Bombern kaufte das Land zwölf C-135F, die 1964 auf der Luftwaffenbasis Istres bei Marseille eintrafen. Eine Maschine ging 1972 beim Start auf dem Atoll Hao im Pazifik verloren.
Die elf verbliebenen Maschinen wurden in den 1980er-Jahren mit denselben CFM-Triebwerken wie die KC-135R ausgerüstet und hießen fortan C-135FR. 1997 kamen drei gebrauchte KC-135R aus US-Beständen hinzu, die nach einer Modernisierung als KC-135RG liefen. Ihren Unterschied zu US-Maschinen erkennst du an der französischen Kokarde und den Kennungen der Armée de l’Air.
Abgelöst wurden die französischen Tanker vom Airbus A330 MRTT, in Frankreich „Phénix“ genannt. Die C-135FR schieden zwischen 2020 und Ende 2023 aus, die drei KC-135RG verabschiedete die französische Luftwaffe am 30. Juni 2025 in Istres. Die Flotte ging an den privaten Tankdienstleister Metrea, der Luftbetankung als Dienstleistung anbietet.
Historisch, aber nicht verschwunden
Ehemals französische und singapurische KC-135 fliegen bei Metrea mit zivilen Kennzeichen weiter. Welche Maschinen gerade aktiv sind und wo sie stationiert sind, ändert sich – prüf den aktuellen Stand vor einer Reise in einer Flottendatenbank.
Weitere Nutzer weltweit
Neben den USA und Frankreich setzten nur wenige Länder die Stratotanker ein:
- Türkei: Die türkische Luftwaffe betreibt eine kleine Flotte von KC-135R.
- Singapur: Vier KC-135R flogen von 1999 bis 2019 und wurden durch A330 MRTT ersetzt; die Maschinen gingen später an Metrea.
- Chile: Die chilenische Luftwaffe erhielt ab 2010 KC-135E aus US-Beständen.
Der Löwenanteil bleibt bei der US Air Force: Mitte 2026 standen dort rund 375 Maschinen im Bestand, verteilt auf aktive Truppe, Air Force Reserve und Air National Guard. Gerade die Air National Guard betreibt viele Stratotanker auf zivil mitgenutzten Flughäfen in den USA.
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Sichtungen in Europa: Mildenhall, Ramstein und Airshows
Die erste Adresse für KC-135-Fans in Europa ist RAF Mildenhall in der englischen Grafschaft Suffolk. Dort ist seit 1992 die 100th Air Refueling Wing zu Hause, das einzige dauerhaft in Europa stationierte Tankergeschwader der US Air Force. Ihre KC-135R/T tragen das „D“ im Quadrat am Seitenleitwerk, eine Reminiszenz an das Bombergeschwader des Zweiten Weltkriegs. Mit etwas Glück siehst du in Mildenhall auch die RC-135 und andere Sonderflugzeuge.
In Deutschland ist die Ramstein Air Base ein guter Ort, um KC-135 zu erwischen – etwa bei Verlegungen, Übungen und Transitflügen über den Atlantik. Tipps zum Standort und zu den Regeln findest du im Beitrag Planespotting an der Ramstein Air Base. Auch bei NATO-Übungen und Jet-Verlegungen tauchen Stratotanker an europäischen Militärflugplätzen und gelegentlich an zivilen Flughäfen auf.
Ein sicherer Termin im Jahr sind die großen Airshows. Beim Royal International Air Tattoo in Fairford steht oft ein Tanker am Boden oder fliegt vorbei. Unterwegs findest du Tanker-Bahnen am einfachsten über Flugverfolgungsdienste; wie das geht, zeigt Militärflugzeuge online verfolgen. Bevor du dich an einen Militärflugplatz stellst, lies unbedingt die Regeln fürs Fotografieren an Militärflugplätzen.
Bereit für die Tanker-Jagd?
- Ich erkenne die KC-135 an Triebwerken, Rumpf und Boom.
- Ich weiß, wie US-Militärseriennummern aufgebaut sind.
- Ich kenne die Foto- und Zugangsregeln am Militärflugplatz.
- Ich habe Wind und Pistenrichtung vor Ort geprüft.
Museen: die Stratotanker zum Anfassen
Wer die Geschichte der Familie hautnah erleben will, findet in den USA die besten Anlaufstellen. Der Prototyp Dash 80, Urahn von KC-135 und 707, steht im Steven F. Udvar-Hazy Center am Flughafen Washington Dulles. Große Militärsammlungen wie das National Museum of the U.S. Air Force in Dayton und das Pima Air & Space Museum in Tucson zeigen jeweils eine Stratotanker: in Dayton eine KC-135R im Außenbereich, in Tucson eine KC-135A, die zuletzt für die NASA flog. Ob die Maschinen gerade zugänglich sind, prüfst du am besten vorab auf den Museumsseiten.
In Tucson liegt zudem der Abstellpark der Davis-Monthan AFB, wo viele ausgemusterte KC-135A und KC-135E eingelagert wurden. Wie solche Abstellflächen funktionieren, erklärt der Beitrag über Flugzeugfriedhöfe und Boneyards.
Zukunft: Nachfolger KC-46, aber kein schneller Abschied
Die US Air Force sucht seit den 2000er-Jahren einen Nachfolger. Nach mehreren gescheiterten Anläufen, darunter ein Leasingplan für die KC-767, fiel 2011 die Wahl auf die KC-46 Pegasus, deren erste Maschine 2019 ausgeliefert wurde. Sie ersetzt die KC-135 aber nur zum Teil. Die Stratotanker bleibt deshalb noch viele Jahre ein fester Bestandteil der Flotte, und ihre Zahl sinkt eher schrittweise als auf einen Schlag. Wie lange die letzten Maschinen fliegen, hängt von Haushalt und Nachfolgeprogrammen ab – Stand Oktober 2026 ist kein festes Enddatum beschlossen.
Es spricht für die KC-135, wenn …
- vier Triebwerke unter gepfeilten Flügeln hängen
- der Rumpf schmal, kurz und fast fensterlos ist
- unter dem Heck ein Boom mit kleinem Beobachtungsfenster sitzt
- am Leitwerk eine US-Seriennummer mit Haushaltsjahr aus den späten 1950ern oder frühen 1960ern steht
Sieh genauer hin, wenn …
- die Maschine ein ziviles Kennzeichen trägt – dann ist es vermutlich ein Metrea-Tanker
- kein Boom zu sehen ist, aber viele Antennen – dann eher eine RC-135 oder Sonderversion
Es ist keine KC-135, wenn …
- nur zwei Triebwerke zu sehen sind – dann eher KC-46, KC-767 oder A330 MRTT
- ein Radardiskus auf dem Rücken sitzt – dann ist es eine E-3
- ein Triebwerk im Seitenleitwerk steckt – dann ist es eine KC-10
Fazit
Die KC-135 Stratotanker ist eines der langlebigsten Militärflugzeuge überhaupt. Aus dem Dash-80-Prototyp entstanden, mit neuen Triebwerken und Cockpits immer wieder verjüngt, hält sie seit 1957 die Luftstreitkräfte der USA und ihrer Partner in der Luft. Für Spotter in Europa ist sie dank Mildenhall und Ramstein kein exotisches Ziel, sondern ein realistischer Fang.
Kurzfazit
Vier Triebwerke, schmaler 707-artiger Rumpf, Boom unter dem Heck: Das ist die KC-135. In Europa ist RAF Mildenhall der beste Ort für sie, dazu kommen Ramstein und große Airshows – die französischen C-135FR sind dagegen inzwischen Geschichte.
Zusammenfassung
- Boeing entwickelte die KC-135 aus dem Prototyp 367-80, der Erstflug fand am 31. August 1956 statt, die erste Maschine kam im Juni 1957 zur Truppe.
- Mit der Umrüstung auf CFM-Triebwerke ab den 1980er-Jahren entstand die KC-135R, die deutlich leiser, sparsamer und leistungsfähiger ist.
- Nachfolger ist die KC-46 Pegasus, sie ersetzt die KC-135 aber nur teilweise – die Stratotanker bleibt auf absehbare Zeit im Dienst.
- Neben den USA nutzen die Türkei, Chile und private Anbieter wie Metrea die Stratotanker.
Häufige Fragen
Welchen ICAO-Typcode hat die KC-135?
Die heute fliegenden KC-135R und KC-135T laufen unter K35R, ebenso die französischen C-135FR. Für die ausgemusterte KC-135E gibt es K35E. In Tracking-Diensten erkennst du die Maschinen zusätzlich an der Seriennummer und an Rufzeichen der Tanker-Einheiten.
Wie alt sind die KC-135?
Alle wurden zwischen 1955 und 1965 gebaut. Die Flugzeuge sind also über 60 Jahre alt. Möglich machen das die Umrüstung auf neue Triebwerke, Cockpit-Modernisierungen wie das Block-45-Paket und vergleichsweise wenige Flugstunden pro Jahr.
Was ist der Unterschied zwischen KC-135R und KC-135T?
Die KC-135T stammt von der KC-135Q ab, die einst den Spezialtreibstoff JP-7 für die SR-71 trug. Sie kann Treibstoff im Rumpf und in den Flügeln getrennt halten. Äußerlich unterscheidet sie sich von der KC-135R nur in Details – sicher bestimmst du sie über die Seriennummer.
Kann die KC-135 auch Jets mit Tankstutzen betanken?
Ja, aber nur mit Zusatzausrüstung. Am Boden wird ein kurzer Schlauch mit Fangkorb, der Boom-Drogue-Adapter, an den Ausleger montiert. Einige Maschinen tragen außerdem MPRS-Pods unter den Flügeln, mit denen sie zwei Jets gleichzeitig nach dem Schlauch-Prinzip betanken.
Wo sehe ich in Europa eine KC-135?
Die beste Adresse ist RAF Mildenhall in Suffolk, Heimat der 100th Air Refueling Wing. Dazu kommen Durchflüge und Verlegungen über die Ramstein Air Base sowie Auftritte bei Airshows wie dem Royal International Air Tattoo.
Was ist die C-135FR?
Die C-135F war die französische Version für die Atomstreitmacht. Zwölf Maschinen kamen 1964 nach Istres, um die Mirage-IV-Bomber zu betanken. Die elf verbliebenen wurden in den 1980er-Jahren auf CFM-Triebwerke umgerüstet und hießen dann C-135FR. Sie wurden bis Ende 2023 ausgemustert.
Wodurch wird die KC-135 ersetzt?
In den USA durch die Boeing KC-46 Pegasus, allerdings nur teilweise. In Frankreich und Singapur hat der Airbus A330 MRTT die Rolle übernommen.
Boeing KC-135 Stratotanker sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Boeing
Boeing ist der US-amerikanische Gegenpol zu Airbus und baut seit der 707 Verkehrsjets in Serie. Wer 737, 777 und 787 an Fahrwerk, Flügelspitzen und Heck auseinanderhalten kann, bestimmt einen großen Teil des Verkehrs an jedem europäischen Flughafen – auch ohne Lackierungshinweis.
HerstellerCFM International
Das Gemeinschaftsunternehmen von GE Aerospace und Safran baut die Triebwerke, die du beim Spotten am häufigsten siehst: das CFM56 für die klassische A320-Familie, die 737 Classic und NG sowie das LEAP für A320neo, 737 MAX und C919. Jede Boeing 737 seit der -300 fliegt mit CFM.
MuseumNational Museum of the US Air Force
Das nach eigenen Angaben größte Militärluftfahrtmuseum der Welt steht nicht in Washington, sondern auf einer aktiven Air Force Base in Ohio: vier riesige Hallen mit über 350 Flugzeugen und Raketen, darunter die Air Force One von Kennedy, die einzige erhaltene XB-70 und die B-17 „Memphis Belle“ – bei freiem Eintritt. Der Guide für Spotter und Museumsfans.
MuseumPima Air & Space Museum
In der Wüste von Arizona steht eine der größten Flugzeugsammlungen der Welt: Bomber aus dem Kalten Krieg, Präsidentenmaschinen, Testflugzeuge von Boeing und das letzte große Flugboot. Der Guide für Spotter – mit allem, was du zu Hangars, Freigelände, Boneyard und Fotografieren in der Hitze wissen musst.
Wo du die Boeing KC-135 Stratotanker siehst
Konkrete Standpunkte mit Betriebsrichtung, Lichtzeiten, Koordinaten und einer ehrlichen Einschätzung, ob sich die Anreise lohnt.
Steven F. Udvar-Hazy Center am Flughafen Washington Dulles
Space Shuttle Discovery, die Rekord-SR-71, eine Air-France-Concorde und der Urvater der 707 unter einem Dach – und vom Aussichtsturm schaust du auf die Landungen am Washingtoner Drehkreuz Dulles. So planst du deinen Spottertag in der riesigen Außenstelle des Smithsonian.
MuseumNational Museum of the U.S. Air Force an der Wright-Patterson AFB
Vier Hallen, mehr als 350 Flugzeuge, Raumfahrzeuge und Raketen, freier Eintritt: Das größte Militärluftfahrtmuseum der Welt liegt am Südwestende der Wright-Patterson Air Force Base. So holst du als Spotter das Maximum aus deinem Tag in Dayton.
MuseumPima Air & Space Museum in Tucson
Am Rand der Davis-Monthan Air Force Base steht eines der größten Luftfahrtmuseen der Welt: mehr als 400 Flugzeuge, ein riesiges Freigelände in der Wüstensonne und Typen von der B-29 bis zur 787. Die berühmten Bustouren zum Boneyard gibt es allerdings nicht mehr.
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