Das Wichtigste in Kürze
- Die L-1649 ist die letzte Constellation: Lockheed setzte den Rumpf der L-1049G auf einen komplett neuen, langen Flügel und baute bis 1958 nur 44 Exemplare.
- Erkennungsmerkmal: Dreifachleitwerk plus extrem lange, schlanke Tragfläche – die Spannweite übertrifft die der Super Constellation um rund sieben bis acht Meter.
- Lufthansa flog vier Maschinen ab 1958 als „Super Star“ nonstop über den Atlantik und führte damit die Senator-Klasse ein.
- Restaurierungsprojekt: Die Lufthansa Berlin-Stiftung kaufte 2007 drei Starliner in Maine; der Plan einer flugfähigen Maschine wurde 2018 aufgegeben.
- Heute steht der Super Star als „D-ALAN“ im Besucherzentrum Hangar One am Flughafen Frankfurt, das im Sommer 2026 geöffnet hat.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die Lockheed L-1649 Starliner?
- 2.Entwicklung: Duell mit der DC-7C
- 3.Woran du die Starliner erkennst
- 4.Starliner, Super Constellation oder DC-7C?
- 5.Die Betreiber: TWA, Air France und Lufthansa
- 6.Der „Super Star“ bei Lufthansa
- 7.Das Restaurierungsprojekt: von Maine nach Frankfurt
- 8.Hangar One: Der Super Star in Frankfurt
- 9.Die vier erhaltenen Starliner
- 10.Fototipps für die Starliner
- 11.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 12.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Lockheed (heute Lockheed Martin), Werk Burbank (Kalifornien) |
|---|---|
| Kategorie | Viermotoriges Langstrecken-Verkehrsflugzeug mit Kolbenmotoren |
| Familie | Letzte zivile Version der Lockheed Constellation |
| Erstflug | Oktober 1956 (Quellen nennen den 10. oder 11. Oktober) |
| Linienbetrieb ab | 1. Juni 1957 bei TWA |
| Gebaut | 44 Maschinen inklusive Prototyp, Bauzeit bis 1958 |
| Triebwerke | 4 × Wright R-3350 Turbo-Compound-Sternmotor, je rund 3.400 PS |
| Propeller | Dreiblättrig, Hamilton Standard, rund 5,1 m Durchmesser |
| Länge | rund 35,4 m |
| Spannweite | rund 45,7 m |
| Höhe | rund 7,5 m |
| Max. Startmasse | rund 70,8 t |
| Reichweite | je nach Nutzlast rund 8.000 bis 10.500 km (Herstellerangabe) |
| Besatzung / Passagiere | Cockpitbesatzung von fünf Personen, bis zu 99 Passagiere |
| Status | Historisch; keine flugfähige Maschine, vier erhaltene Zellen |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Dreifaches Seitenleitwerk mit drei Endscheiben am Höhenleitwerk – das Markenzeichen aller Constellations
- Geschwungener, delfinförmiger Rumpf: Die Nase hängt leicht nach unten, das Heck steigt zum Leitwerk hin an
- Auffallend lange, schlanke Tragfläche von rund 45,7 m – deutlich mehr als die rund 38 m der L-1049G
- Vier große Sternmotoren mit dreiblättrigen Propellern
- Rumpf und Länge entsprechen der Super Constellation L-1049G, die Unterscheidung gelingt fast nur über den Flügel
- Hohes, langbeiniges Bugfahrwerk – die Maschine steht deutlich „auf Zehenspitzen“
Aktualisiert: Oktober 2026 – Drei Seitenleitwerke, ein Rumpf wie ein Delfin und Flügel, die fast endlos wirken: Die Lockheed L-1649 Starliner ist die letzte und eleganteste Ausbaustufe der legendären Constellation. Bei Lufthansa hieß sie „Super Star“ und flog Ende der 1950er-Jahre nonstop über den Atlantik. Danach folgte ein zweites Leben, das kaum ein anderes Flugzeug hatte: ein jahrelanges, millionenschweres Restaurierungsprojekt in den USA, ein Transport in Einzelteilen nach Deutschland und schließlich der Einzug in den Hangar One am Frankfurter Flughafen. Hier erfährst du, wie du die Starliner von ihren Schwestern unterscheidest, wer sie flog und wo du die vier erhaltenen Exemplare heute siehst.
Der Super Star in deinem Hangar
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Was ist die Lockheed L-1649 Starliner?
Die L-1649A ist ein viermotoriges Langstrecken-Verkehrsflugzeug mit Kolbenmotoren und das Schlusskapitel der Constellation-Familie, die Lockheed ab 1943 in Burbank baute. Insgesamt entstanden dort bis 1958 gut 850 Constellations in vielen Versionen. Die Starliner war die letzte davon – und mit nur 44 gebauten Maschinen auch eine der seltensten. Wie die Familie begann, erzählt der Blogbeitrag Lockheed Constellation.
Das Grundrezept war einfach: Lockheed nahm den Rumpf der L-1049G Super Constellation und kombinierte ihn mit einem komplett neuen, langen Flügel. Ziel war echte Transatlantik-Reichweite ohne Tankstopp in Gander oder Shannon. Mitte der 1950er-Jahre war das der entscheidende Vorteil im Wettbewerb – und genau dort hatte die Konkurrenz von Douglas mit der DC-7C vorgelegt.
Der Prototyp flog im Oktober 1956 erstmals; die Quellen nennen den 10. oder den 11. Oktober. Am 1. Juni 1957 startete TWA den Linienbetrieb zwischen New York, London und Frankfurt. Knapp anderthalb Jahre später endete die Produktion bereits wieder.
Entwicklung: Duell mit der DC-7C
Die Starliner ist das Ergebnis eines Umwegs. Ursprünglich plante Lockheed mit der L-1449 eine Version mit Propellerturbinen von Pratt & Whitney. Als der Triebwerkshersteller dieses Programm im März 1955 einstellte, war das Konzept hinfällig. Gemeinsam mit TWA, damals unter dem Einfluss von Howard Hughes, entschied Lockheed sich für eine Lösung mit bewährten Kolbenmotoren: die L-1649.
Angetrieben wird sie von vier Wright R-3350 Turbo-Compound-Sternmotoren mit jeweils rund 3.400 PS. Bei diesem Motortyp nutzen Abgasturbinen einen Teil der Energie aus dem Abgas und geben sie zusätzlich an die Kurbelwelle ab. Das brachte Leistung und Sparsamkeit, machte die Motoren aber auch wartungsintensiv. Der Gegenspieler Douglas DC-7 setzte auf denselben Motortyp.
Der eigentliche Trumpf war der neue Flügel: rund 45,7 Meter Spannweite, schlank und mit großem Tankvolumen. Damit erreichte die Starliner je nach Nutzlast Reichweiten zwischen rund 8.000 und – laut Lockheed – bis zu 10.500 Kilometern. Im Herbst 1957 flog TWA mit dem Typ nonstop zwischen Kalifornien und London – Flüge, die je nach Richtung weit über 18 Stunden dauerten und zu den längsten Nonstop-Passagierflügen der Kolbenmotor-Ära zählen.
Der Zeitpunkt war allerdings denkbar ungünstig. Ab 1958 eroberte die Boeing 707 den Atlantik, und gegen die Geschwindigkeit eines Düsenjets hatte auch die beste Kolbenmotor-Maschine keine Chance. Wie schnell dieser Umbruch ablief, beschreibt der Beitrag Boeing 707. Lockheed selbst wechselte mit der L-188 Electra zum Turboprop.
Woran du die Starliner erkennst
Auf den ersten Blick sieht jede Constellation gleich aus: drei Seitenleitwerke, geschwungener Rumpf, vier Sternmotoren. Die Starliner von einer Super Constellation zu unterscheiden, ist die eigentliche Kunst. Diese drei Schritte helfen dir.
Familie bestätigen
Drei Seitenleitwerke am Heck und ein Rumpf, dessen Linie von der abgesenkten Nase bis zum Leitwerk durchgehend geschwungen ist: Du hast eine Constellation vor dir.
Flügel vergleichen
Wirkt die Tragfläche im Verhältnis zum Rumpf auffallend lang und schlank, spricht das für die L-1649. Bei der L-1049G ist der Flügel kürzer und gedrungener, oft mit Zusatztanks an den Flügelspitzen.
Kennzeichen prüfen
Die letzte Sicherheit bringt das Kennzeichen oder die Werknummer. Bei nur vier erhaltenen Starlinern lässt sich jede Zelle eindeutig zuordnen.
Das Dreifachleitwerk hatte übrigens einen oft genannten praktischen Grund: Ein einzelnes, entsprechend großes Seitenleitwerk hätte die Maschine zu hoch für die damaligen Hangartore gemacht. Mehr zu solchen Merkmalen alter Muster findest du im Guide Oldtimer am Himmel erkennen.
Praxis-Tipp für Fotos und Modelle
Auf Fotos lässt sich die Flügellänge am besten im Verhältnis zur Rumpflänge abschätzen: Bei der Starliner ist die Spannweite deutlich größer als die Rumpflänge von rund 35 Metern. Bei der L-1049G liegen beide Werte viel näher beieinander.
Starliner, Super Constellation oder DC-7C?
Alle drei waren Ende der 1950er-Jahre die Flaggschiffe auf dem Atlantik. Die Tabelle zeigt, worauf du achten solltest.
| Merkmal | L-1649A Starliner | L-1049G Super Constellation | Douglas DC-7C |
|---|---|---|---|
| Leitwerk | dreifach | dreifach | ein Seitenleitwerk |
| Rumpf | geschwungen, Delfinform | geschwungen, Delfinform | gerade Röhre |
| Spannweite | rund 45,7 m | rund 38,5 m | länger als bei DC-6 und DC-7 |
| Motoren | 4 × Wright Turbo Compound | 4 × Wright Turbo Compound | 4 × Wright Turbo Compound |
| Gebaut | 44 | deutlich mehr als die L-1649 | 121 (DC-7C) |
Wenn du nur ein Seitenleitwerk siehst, bist du also bei Douglas – entweder bei der DC-7 oder ihrer Vorgängerin DC-6. Einen britischen Zeitgenossen mit Propellerturbinen zeigt die Seite zur Bristol Britannia.
Die Betreiber: TWA, Air France und Lufthansa
Neu ab Werk kauften nur drei Airlines die L-1649A. Jede vermarktete sie unter einem eigenen Namen.
TWA war mit 29 Maschinen die größte Betreiberin und nannte sie „Jetstream“. Ab Juni 1957 flog TWA damit über den Atlantik und setzte sie zudem auf langen Inlandsstrecken ein. Ab Ende der 1950er-Jahre übernahmen Jets die Langstrecke, im Oktober 1961 endete der Transatlantik-Passagierdienst mit dem Typ. Zwölf TWA-Maschinen wurden zu Frachtern umgebaut. Am 26. Juni 1959 stürzte TWA-Flug 891 kurz nach dem Start in Mailand nach einem Blitzschlag ab; alle 68 Menschen an Bord starben.
Air France übernahm zehn Starliner und nannte sie „Super Starliner“. Die Air France flog damit ab April 1958 von Paris über Anchorage nach Tokio, im Sommer 1959 standen außerdem zahlreiche Nonstop-Flüge pro Woche zwischen dem Flughafen Paris-Orly und New York im Plan. Im Mai 1961 verunglückte eine Air-France-Maschine über der Sahara, alle 78 Insassen kamen ums Leben.
Lufthansa war die dritte und letzte Neukundin – mehr dazu im nächsten Abschnitt. Gebrauchte Starliner flogen später unter anderem bei Luxair, bei Trek Airways in Südafrika und für Frachtbetreiber in Alaska. Spätestens Anfang der 1980er-Jahre war der Typ aus dem kommerziellen Verkehr verschwunden.
Der „Super Star“ bei Lufthansa
Für die junge Nachkriegs-Lufthansa war die L-1649A ein Prestigeprojekt. Vier Maschinen stießen ab 1958 zur Flotte. Schon die Überführung war eine Ansage: Die Flugzeuge flogen nonstop vom Werk in Burbank zum Flughafen Hamburg.
Lufthansa setzte den Super Star als Langstrecken-Flaggschiff nonstop zwischen Europa und Nordamerika ein. Nach Angaben der Lufthansa dauerten einzelne Flüge, etwa zwischen Hamburg und New York, bis zu 17 Stunden. Im Sommer 1959 gab es Nonstop-Verbindungen nach New York unter anderem ab Frankfurt und Düsseldorf. An Bord führte Lufthansa mit dem Super Star erstmals die Senator-Klasse ein – ein Name, der im Vielfliegerprogramm bis heute weiterlebt.
Die Glanzzeit war kurz. Ab 1960 übernahmen Düsenjets die Langstrecke, und Lufthansa nutzte die Passagierversion nur bis 1960. Danach wurden zwei Super Stars zu Frachtern umgebaut, im November 1965 endete ihr Einsatz bei Lufthansa. Wie sich der Konzern seither entwickelt hat, zeigt die Seite zur Lufthansa Group.
Das Restaurierungsprojekt: von Maine nach Frankfurt
Ein halbes Jahrhundert später wollte Lufthansa ihren Super Star zurück in die Luft bringen. Die Geschichte dieses Projekts ist für Luftfahrtfans fast so spannend wie die Einsatzzeit selbst.
2007: Kauf in Maine
Im Dezember 2007 erwarb die Deutsche Lufthansa Berlin-Stiftung bei einer Auktion in den USA drei Starliner samt Ersatzteilen und Dokumentation. Darunter war auch die ehemalige Lufthansa-Maschine D-ALAN.
2008 bis 2018: Arbeiten in Auburn
In einem gemieteten Hangar am Flughafen Auburn-Lewiston begann im November 2008 die Restaurierung. Die alte D-ALAN erwies sich als ungeeignet, deshalb fiel die Wahl auf die frühere TWA-Maschine N7316C. Der Erstflug wurde mehrfach verschoben.
2018: Kurswechsel
Im März 2018 beendete Lufthansa die Arbeiten in den USA. Eine flugfähige Maschine für kommerzielle Rundflüge war vom Tisch, das Flugzeug sollte zerlegt nach Deutschland kommen.
2019 bis 2025: Lager und Lackierung
Ab Ende 2019 lagerten die Teile im Bremer Hafen, im Februar 2021 ging es zum Flughafen Paderborn/Lippstadt. Nach einer neuen Lackierung in Münster/Osnabrück kam der Super Star 2025 nach Frankfurt.
Die Kosten wurden deutlich höher als geplant. In Nachschlagewerken werden Investitionen von rund 100 Millionen Euro genannt; inklusive Transport ist von etwa 150 Millionen Euro die Rede. Eine offizielle Endabrechnung hat Lufthansa nicht veröffentlicht.
Die Stationen in Deutschland sind gut dokumentiert. Im Bremer Hafen kam der zerlegte Starliner per Schiff an und wurde dort eingelagert. Danach lagerte er am Flughafen Paderborn/Lippstadt, bevor er am Flughafen Münster/Osnabrück in historischen Lufthansa-Farben lackiert wurde. Im August 2025 traf er auf Tiefladern in Frankfurt ein, die Endmontage übernahmen Fachleute von Lufthansa Technik direkt im neuen Gebäude.
D-ALAN – welche Maschine ist das?
In Frankfurt trägt der Super Star das historische Lufthansa-Kennzeichen D-ALAN. Nach den verfügbaren Quellen handelt es sich bei der restaurierten Zelle aber um die frühere TWA-Maschine N7316C. Die originale D-ALAN steht als N974R in Florida. Für dein Logbuch lohnt sich der Blick auf die Werknummer.
Wer sich selbst für solche Projekte begeistert, findet im Beitrag Ehrenamt in Luftfahrtmuseen und Restaurierungsprojekten Ideen zum Mitmachen.
Hangar One: Der Super Star in Frankfurt
Im Hangar One am Flughafen Frankfurt hat der Super Star sein neues Zuhause gefunden. Das Konferenz- und Besucherzentrum der Lufthansa Group wurde ab April 2024 gebaut und hat im Sommer 2026 für Besucher geöffnet. Seit Herbst 2025 steht der Starliner dort gemeinsam mit der Junkers Ju 52 D-AQUI unter einem Dach – zwei Flugzeuge, die zusammen fast ein Jahrhundert Lufthansa-Geschichte abdecken. Mehr zur „Tante Ju“ liest du im Beitrag Junkers Ju 52.
Laut der Lufthansa wurde der Super Star originalgetreu nach dem Zustand der 1950er-Jahre aufgebaut, inklusive Kabine, nachgebildetem Cockpit und historischer Lackierung. Die weitere Pflege übernimmt die Lufthansa Berlin-Stiftung.
| Info | Stand Oktober 2026 |
|---|---|
| Adresse | Airportring Gebäude 367, 60549 Frankfurt am Main |
| Super Star zugänglich | Do und Fr 11–17 Uhr, Sa 10–16 Uhr |
| Ausstellung, Bar und Shop | Do und Fr 8–18 Uhr, Sa 10–16 Uhr |
| Eintritt | Erwachsene 8 Euro, Ermäßigungen und Familienticket verfügbar |
| Anreise | Bus bis Haltestelle „Lufthansa Aviation Center (LAC)“, wenige Besucherparkplätze |
Prüf vor dem Besuch Termine und Ticketverfügbarkeit auf der offiziellen Website des Hangar One. Für den Spotting-Teil des Tages bietet sich danach die Aussichtsplattform Zeppelinheim an.
Museum und Vorfeld an einem Tag
Poste deine Super-Star-Sichtung mit Foto und Ort und plane danach mit dem Sonnenstand-Planer den besten Spot am Frankfurter Zaun. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Die vier erhaltenen Starliner
Von 44 gebauten Maschinen existieren noch vier. Keine davon fliegt, aber alle lassen sich – mit unterschiedlichem Aufwand – sehen.
| Kennzeichen | Werknummer | Standort | Zustand |
|---|---|---|---|
| „D-ALAN“ (ex N7316C) | 1018 | Hangar One, Flughafen Frankfurt | restauriert, in Lufthansa-Farben |
| N8083H | 1038 | TWA Hotel, Flughafen New York JFK | in TWA-Farben, als Cocktail-Lounge genutzt |
| N974R (ex D-ALAN) | 1040 | Fantasy of Flight, Polk City (Florida) | außen abgestellt, in Lufthansa-Farben |
| ZS-DVJ | 1042 | Rand Airport, Südafrika | in Trek-Airways-Farben, statisch ausgestellt |
Auch N8083H gehörte zu den drei 2007 gekauften Maschinen. Heute steht sie restauriert vor dem TWA Hotel am Flughafen New York JFK, das 2019 im historischen TWA Flight Center eröffnete. Drinnen wird darin eine Bar betrieben – eine der ungewöhnlichsten Arten, ein Flugzeug zu erleben.
Bei den Exemplaren in Florida und Südafrika solltest du vor einer Reise aktuell prüfen, ob und wann sie zugänglich sind. Wie selten so eine Begegnung einzuordnen ist, erklärt der Artikel Wie selten ist meine Sichtung?.
Fototipps für die Starliner
Ob im Hangar oder am Hotel: Die Starliner ist ein dankbares Motiv, verlangt aber etwas Planung.
Den Flügel zeigen
Der lange Flügel ist das, was die Starliner einzigartig macht. Eine Perspektive von schräg vorn oben – etwa von einer Galerie – zeigt Spannweite und Motoren zugleich.
Das Leitwerk betonen
Eine Dreiviertelansicht von hinten setzt die drei Seitenleitwerke und die Rumpfkurve in Szene. Ein Weitwinkel hilft in engen Hallen.
Licht in der Halle
In Ausstellungshallen ist das Licht oft gemischt und gedämpft. Fotografiere im RAW-Format, passe den Weißabgleich später an und achte auf die Hausregeln zu Stativ und Blitz.
Sternmotoren und große Propeller sind auch im Stand ein schönes Detailmotiv. Wie du laufende Propeller bei Flugtagen richtig einfängst, steht im Beitrag Propeller fotografieren.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für die Starliner, wenn …
- du drei Seitenleitwerke und einen geschwungenen Rumpf siehst
- der Flügel deutlich länger wirkt als der Rumpf
- keine Zusatztanks an den Flügelspitzen hängen
- das Kennzeichen zu einer der vier erhaltenen Zellen passt
Sieh genauer hin, wenn …
- du nur Rumpf und Leitwerk im Bild hast – die sind bei L-1049G und L-1649 praktisch gleich
- die Maschine Lufthansa-Farben trägt – auch Super Constellations flogen für Lufthansa
Es ist keine Starliner, wenn …
- der Rumpf eine gerade Röhre mit einem Seitenleitwerk ist – dann bist du bei der DC-7
- du Propellerturbinen statt Sternmotoren siehst, etwa bei der L-188 Electra
- du Strahltriebwerke zählst, wie beim Lockheed-Großraumjet L-1011 TriStar
Fazit
Die L-1649 Starliner war das letzte Wort der Kolbenmotor-Ära auf dem Atlantik: technisch ausgereizt, elegant und mit enormer Reichweite, aber nur wenige Jahre lang gefragt. Bei Lufthansa schrieb sie als Super Star Firmengeschichte, und mit dem langen Weg von Maine über Bremen, Paderborn und Münster nach Frankfurt hat sie eine zweite Geschichte dazubekommen. Für Spotter ist sie heute ein Museumstyp – aber einer, den du in Deutschland ganz bequem abhaken kannst. Ihren Hersteller findest du heute unter dem Namen Lockheed Martin. Und wer alle Typen sammelt, findet im Artikel Alle Flugzeugtypen sammeln Tipps für die eigene Liste.
Kurzfazit
Dreifachleitwerk plus extrem langer, schlanker Flügel: Das ist die L-1649 Starliner. Fliegen sieht man sie nicht mehr, aber der Lufthansa-Super-Star „D-ALAN“ im Hangar One in Frankfurt ist die einfachste Chance für deutsche Spotter, die letzte Constellation live zu erleben.
Zusammenfassung
- Die L-1649A Starliner war Lockheeds Antwort auf die Douglas DC-7C und die letzte Ausbaustufe der Constellation-Familie.
- Mit dem neuen Flügel und mehr Treibstoff schaffte sie Nonstop-Flüge zwischen Europa und Nordamerika, wurde aber schon ab 1958 von Düsenjets wie der Boeing 707 überholt.
- Betreiber neu ab Werk waren nur TWA, Air France und Lufthansa; später flogen gebrauchte Maschinen vor allem Fracht und Charter.
- Von 44 Exemplaren sind vier Zellen erhalten, darunter der Lufthansa-Super-Star in Frankfurt und die Lounge-Constellation am TWA Hotel in New York.
Häufige Fragen
Was unterscheidet die L-1649 Starliner von der L-1049 Super Constellation?
Vor allem der Flügel. Die Starliner übernahm den Rumpf der L-1049G, bekam aber eine völlig neue, lange und schlanke Tragfläche mit rund 45,7 m Spannweite statt etwa 38 m. Darin steckt deutlich mehr Treibstoff, was die Nonstop-Reichweite über den Atlantik ermöglichte. Das Dreifachleitwerk und der geschwungene Rumpf sind bei beiden gleich.
Warum hieß die Starliner bei Lufthansa „Super Star“?
Die Airlines vermarkteten den Typ unter eigenen Namen. TWA nannte ihre Maschinen „Jetstream“, Air France sprach vom „Super Starliner“ und Lufthansa vom „Super Star“. Technisch ist es in allen Fällen die L-1649A.
Wie viele L-1649 wurden gebaut?
Insgesamt 44 Maschinen einschließlich des Prototyps. Die konkurrierende Douglas DC-7C kam auf deutlich mehr Exemplare. Der Starliner kam schlicht zu spät: Kurz nach ihrem Debüt begann mit der Boeing 707 das Düsenzeitalter auf dem Atlantik.
Fliegt heute noch eine L-1649?
Nein. Die Lufthansa Berlin-Stiftung wollte eine Maschine wieder flugfähig machen, hat dieses Ziel aber 2018 aufgegeben. Alle vier erhaltenen Zellen sind statische Ausstellungsstücke.
Wo kann ich den Lufthansa Super Star besichtigen?
Im Hangar One am Flughafen Frankfurt, dem Konferenz- und Besucherzentrum der Lufthansa Group. Er hat im Sommer 2026 eröffnet; laut offizieller Website ist der Super Star donnerstags und freitags von 11 bis 17 Uhr sowie samstags von 10 bis 16 Uhr zugänglich (Stand Oktober 2026). Tickets gibt es online, prüf vor dem Besuch die aktuellen Termine.
Welchen ICAO-Typcode hat die L-1649?
Für den Starliner konnten wir keinen eindeutig belegten ICAO-Typcode bestätigen. Da keine Maschine mehr fliegt, spielt der Code im heutigen Flugplan ohnehin keine Rolle. Für deine Sammlung reicht die Herstellerbezeichnung L-1649A.
Was hat das Projekt gekostet?
Offizielle Gesamtzahlen gibt es nicht. In Nachschlagewerken werden Investitionen von rund 100 Millionen Euro genannt, inklusive Transport ist von etwa 150 Millionen Euro die Rede. Sicher ist: Das Projekt wurde deutlich teurer und länger als ursprünglich geplant.
Lockheed L-1649 Starliner sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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