Das Wichtigste in Kürze
- Die An-2 ist ein einmotoriger Mehrzweck-Doppeldecker aus sowjetischer Entwicklung, mit über 18 m Spannweite der größte noch fliegende Vertreter seiner Art.
- Über 18.000 Exemplare entstanden in Kiew, im polnischen Mielec und in China – die meisten davon in Polen.
- Schnellster Erkennungsweg: zwei ungleich lange Flügel, ein Sternmotor vorn, Spornrad hinten und eine Kabine mit Fensterreihe.
- In Deutschland flog die An-2 bis 2021 im regulären Verkehr, heute erlebst du sie vor allem bei Rundflügen und Oldtimer-Treffen.
- In Tracking-Diensten läuft sie unter dem Typcode AN2; viele Maschinen fliegen aber ohne nennenswerte Höhe und sind im Radar nur lückenhaft zu sehen.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die Antonov An-2?
- 2.Von Kiew über Mielec bis nach China
- 3.Gebaut für Graspisten und Gegenwind
- 4.Die Merkmale, die zur Bestimmung reichen
- 5.An-2 oder ein anderer Oldtimer?
- 6.Varianten und Modernisierungen
- 7.Die An-2 in Deutschland: von der NVA bis zum Rundflug
- 8.Rundflüge und Treffen in Europa
- 9.An-2 im Museum
- 10.Fototipps speziell für die An-2
- 11.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 12.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Antonov (Entwurf, Serie in Kiew), PZL Mielec (Polen), Lizenzbau in China als Y-5 |
|---|---|
| Konstrukteur | Oleg Antonov |
| ICAO-Typcode | AN2 |
| Wirbelschleppenkategorie | L (Light) |
| NATO-Codename | Colt |
| Erstflug | 31. August 1947 |
| Gebaute Flugzeuge | über 18.000 (alle Werke zusammen) |
| Triebwerk | 1 × Schwezow ASch-62IR, Neunzylinder-Sternmotor, rund 1.000 PS |
| Spannweite | oben rund 18,2 m, unten rund 14,2 m |
| Länge | rund 12,4 m |
| Höhe | rund 4,1 m |
| Flügelfläche | rund 71,5 m² |
| Max. Startgewicht | rund 5.500 kg (An-2P aus Polen) |
| Passagiere | bis zu 12 |
| Reisegeschwindigkeit | rund 190 km/h |
| Höchstgeschwindigkeit | rund 258 km/h |
| Mindestgeschwindigkeit | rund 50 km/h |
| Startrollstrecke | rund 150 m (An-2P) |
| Fahrwerk | starres Spornradfahrwerk; Varianten mit Schwimmern oder Kufen |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Doppeldecker mit zwei ungleich langen Flügeln: Die obere Tragfläche ist deutlich länger als die untere, beide sind mit einer markanten Strebe pro Seite verbunden
- Ein großer Sternmotor in der Nase mit vierblättrigem Propeller, dahinter ein kantiger, hoher Rumpf
- Starres Fahrwerk mit zwei Haupträdern weit vorn und einem kleinen Spornrad unter dem Heck – am Boden steht die An-2 deutlich „nach hinten gekippt“
- Großes, rundliches Seitenleitwerk mit abgestrebtem Höhenleitwerk
- Reihe kleiner rechteckiger Kabinenfenster und eine große Tür auf der linken Rumpfseite
- Im Flug auffällig langsam, mit dem tiefen, sonoren Brummen eines Sternmotors
Aktualisiert: Oktober 2026 – Erst hörst du sie, dann siehst du sie: Ein tiefes, gleichmäßiges Brummen kündigt sie an, und dann schiebt sich ein Doppeldecker über die Baumwipfel, der viel zu groß wirkt für nur einen Motor. Das ist die Antonov An-2, in Deutschland liebevoll „Anna“ genannt. Seit 1947 ist sie in der Luft, über 18.000 Exemplare wurden gebaut, und noch immer bringt sie Fallschirmspringer in die Höhe, sprüht über Feldern oder dreht mit Passagieren ihre Runden über Berlin und der Ostsee. Auf dieser Seite erfährst du, woran du sie erkennst, wie sie sich von anderen Oldtimern unterscheidet und wo du sie heute noch erleben kannst.
Anna im Hangar
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Was ist die Antonov An-2?
Die An-2 ist ein einmotoriger Mehrzweck-Doppeldecker, entworfen vom Konstruktionsbüro des Flugzeugbauers Oleg Antonov. Den Auftrag gab das sowjetische Ministerium für Land- und Forstwirtschaft: Gesucht war ein robustes Arbeitsflugzeug, das auf unbefestigten Plätzen startet, Dünger und Pflanzenschutzmittel ausbringt, Fracht und Passagiere transportiert und mit einfacher Wartung auskommt. Am 31. August 1947 hob der Prototyp zum Erstflug ab.
Was als Agrarflugzeug begann, wurde zu einem der vielseitigsten Flugzeuge überhaupt. Es gab Versionen für Passagiere, für Fracht, für Fallschirmspringer, für die Brandbekämpfung, mit Schwimmern für Wasserlandungen und mit Kufen für Schnee. Die NATO gab ihr den Codenamen „Colt“.
Mit gut 18 Metern Spannweite an der oberen Tragfläche und einem maximalen Startgewicht von 5,5 Tonnen gilt die An-2 als größter einmotoriger Doppeldecker, der noch im Einsatz ist. Zum Vergleich: Eine Cessna 172 wiegt beim Start nur etwa ein Fünftel davon.
Von Kiew über Mielec bis nach China
Die Serienfertigung begann 1948 in Kiew. Bis etwa Ende der 1950er-Jahre entstanden dort mehrere Tausend Maschinen. Dann gab die Sowjetunion die Produktion an Polen ab: Ab 1960 baute das Werk PZL Mielec die An-2 – und zwar so lange und in so großer Zahl, dass der weitaus größte Teil aller Exemplare aus Polen stammt. Parallel entstand in China eine Lizenzversion unter der Bezeichnung Y-5.
Zusammengerechnet kamen über 18.000 An-2 aus den Werken. Für eine Weile führte Guinness ihre Bauzeit als längste Serienproduktion eines Flugzeugtyps überhaupt; diesen Rekord haben andere Muster inzwischen übertroffen. Beeindruckend bleibt die Zahl trotzdem – kaum ein anderes Flugzeug nach dem Zweiten Weltkrieg wurde häufiger gebaut.
Für Spotter hat diese Geschichte eine praktische Seite: Viele der An-2, die heute in Europa fliegen oder in Museen stehen, sind polnischer Herkunft. In Datenbanken taucht deshalb oft PZL-Mielec als Hersteller auf, nicht Antonov. Wie du Baujahr und Seriennummer einer Maschine nachschlägst, erklärt der Beitrag MSN, c/n und Line Number.
Gebaut für Graspisten und Gegenwind
Das Konzept der An-2 wirkt altmodisch, ist aber genau auf ihren Einsatz zugeschnitten. Zwei Tragflächen bringen viel Auftrieb bei niedriger Geschwindigkeit, und das macht sie zur Kurzstartspezialistin.
- Sternmotor: Vorn sitzt ein Neunzylinder-Sternmotor vom Typ Schwezow ASch-62IR mit rund 1.000 PS. Er treibt einen großen Vierblattpropeller an und ist für sein unverwechselbares Brummen bekannt.
- Automatische Vorflügel: An der Vorderkante der Flügel fahren bei niedriger Geschwindigkeit selbsttätig Vorflügel aus. Sie halten die Strömung am Flügel und machen den Langsamflug gutmütig.
- Landeklappen: Elektrisch betätigte Klappen verkürzen Start und Landung zusätzlich.
- Robustes Fahrwerk: Ein starres Breitspurfahrwerk mit Spornrad steckt Gras, Schotter und Schnee weg. Für Wasser oder Eis gab es Varianten mit Schwimmern oder Kufen.
- Kurze Strecken: In der Passagierversion An-2P reichen rund 150 Meter Rollstrecke für den Start und rund 180 Meter für die Landung.
Die Mindestgeschwindigkeit liegt bei rund 50 km/h. Bei starkem Gegenwind kann die An-2 deshalb über Grund nahezu auf der Stelle stehen oder sogar langsam rückwärts treiben, ohne die Kontrolle zu verlieren. Im Reiseflug ist sie mit etwa 190 km/h unterwegs, als Höchstgeschwindigkeit werden rund 258 km/h angegeben.
In der Kabine finden in der Passagierversion bis zu zwölf Personen Platz, meist auf einfachen Sitzen entlang der Rumpfwände. Bei Rundflügen gehört genau das zum Erlebnis: Du sitzt nah am Fenster, hörst den Motor und siehst die Landschaft in gemütlichem Tempo vorbeiziehen.
Sternmotor als Fotomotiv
Beim Anlassen stößt der Sternmotor oft eine kräftige Rauchwolke aus, bevor er rund läuft. Wenn du an einem Rundflugplatz stehst, lohnt es sich, schon beim Motorstart die Kamera bereit zu haben. Wie du den drehenden Propeller richtig einfängst, erklärt der Beitrag Propeller fotografieren: die richtige Verschlusszeit.
Die Merkmale, die zur Bestimmung reichen
Doppeldecker gibt es an Flugtagen einige – die An-2 ist aber in einer anderen Gewichtsklasse unterwegs als die klassischen Schul- und Kunstflug-Doppeldecker. Diese drei Beobachtungen machen die Bestimmung sicher.
Größe und Rumpf einschätzen
Die An-2 hat einen hohen, kastenförmigen Kabinenrumpf mit einer Reihe kleiner Fenster. Kleine Doppeldecker wie Tiger Moth, Stearman oder Jungmann haben dagegen offene Cockpits hintereinander und einen schlanken Rumpf.
Flügel vergleichen
Die obere Tragfläche ist deutlich länger als die untere. Pro Seite verbindet eine I-förmige Strebe die beiden Flügel. Der untere Flügel setzt unten am Rumpf an, der obere sitzt über der Kabine.
Motor und Fahrwerk prüfen
Ein runder Sternmotor mit Vierblattpropeller vorn, zwei große Haupträder und ein kleines Spornrad hinten. Am Boden steht die An-2 deutlich angewinkelt, die Nase zeigt schräg nach oben.
Das Kennzeichen bestätigt am Ende den Typ und verrät oft schon die Herkunft. Deutsche An-2 tragen ein Kennzeichen mit D-, polnische mit SP-, russische mit RA-. Was hinter den Präfixen steckt, steht im Beitrag zu den Länderkennungen von Flugzeugen, die deutsche Systematik der Buchstaben nach Gewichtsklassen erklärt der Artikel Deutsche Luftfahrzeugkennzeichen.
An-2 oder ein anderer Oldtimer?
Auf Flugtagen stehen oft mehrere historische Muster nebeneinander. Der Finder hilft dir beim Eingrenzen.
Schnellbestimmung: Propeller-Oldtimer
Antonov An-2
Großer Doppeldecker mit Kabine und einem Sternmotor – das passt nur zur An-2 oder ihrer chinesischen Schwester Y-5. Prüf das Kennzeichen, um die Herkunft zu klären.
Kleiner Schul- oder Kunstflug-Doppeldecker
Offene Cockpits und ein schlanker Rumpf sprechen für Muster wie Tiger Moth, Stearman oder Bücker Jungmann. Diese sind viel kleiner und haben meist nur zwei Sitze.
Junkers Ju 52
Drei Motoren, ein Tiefdecker-Flügel und die markante Wellblechhaut gehören zur „Tante Ju“. Mit der An-2 teilt sie nur den Oldtimer-Status und die Rundflug-Rolle.
Moderner Hochdecker-Turboprop
Ein einzelner Flügel oben und Turboprops deuten auf Typen wie die Twin Otter oder die Let L-410. Sie haben die Rolle der An-2 im Zubringerverkehr vielerorts übernommen.
Mehr zu den genannten Typen findest du auf den Seiten zur Junkers Ju 52, zur de Havilland Tiger Moth, zur Boeing-Stearman Kaydet und zur Bücker Bü 131 Jungmann. Die modernen Nachfolger im Zubringerdienst sind etwa die DHC-6 Twin Otter, die Let L-410 Turbolet und die einmotorige Cessna 208 Caravan.
| Merkmal | An-2 | Ju 52 | Tiger Moth | DHC-6 Twin Otter |
|---|---|---|---|---|
| Bauart | Doppeldecker | Tiefdecker | Doppeldecker | Hochdecker |
| Motoren | 1 Sternmotor | 3 Sternmotoren | 1 Reihenmotor | 2 Turboprops |
| Kabine | ja, bis 12 Plätze | ja | nein, offene Sitze | ja |
| Fahrwerk | Spornrad | Spornrad | Spornrad | Bugrad |
Varianten und Modernisierungen
Über die Jahrzehnte entstanden zahlreiche Versionen. Für Spotter sind vor allem diese Bezeichnungen interessant:
- An-2P: Passagierversion mit Sitzen für bis zu zwölf Personen.
- An-2T und An-2TP: Transport- und kombinierte Fracht-Passagier-Versionen.
- An-2TD: Version zum Absetzen von Fallschirmspringern.
- An-2R: Agrarversion mit Tank und Sprühanlage.
- Löschversion: Ausführung mit abwerfbarem Wasser- oder Löschmitteltank für die Brandbekämpfung.
- An-2V (in Polen An-2W): Wasserflugzeug mit zwei großen Schwimmern.
Daneben gab es mehrere Versuche, den Sternmotor durch eine Propellerturbine zu ersetzen. Die An-3 erhielt einen Turboprop und einen überarbeiteten Rumpf. In der Ukraine flog 2013 die An-2-100 mit einem Turboprop von Motor Sitsch erstmals. In Russland wurde die TWS-2MS mit einem Honeywell-Turboprop entwickelt, von der eine Reihe von Umbauten entstand. Als echtes Nachfolgemuster für die russischen An-2 wird die Baikal (LMS-901) entwickelt.
Die An-2 in Deutschland: von der NVA bis zum Rundflug
In der DDR war die An-2 ein vertrauter Anblick. Insgesamt 74 Maschinen flogen bei der Nationalen Volksarmee, der Gesellschaft für Sport und Technik (GST) und der Interflug. In der NVA diente die „Anna“ von 1956 bis 1990 und war als Transport- und Verbindungsflugzeug geschätzt; dort hatte sie mit nur zwei Verlusten ohne Todesopfer eine bemerkenswert niedrige Verlustrate. Mehr über die Typen hinter dem Eisernen Vorhang erfährst du im Beitrag zu sowjetischen Verkehrsflugzeugen.
Nach der Wiedervereinigung blieb die An-2 in Deutschland erstaunlich lange im regulären Verkehr. Bis 2013 pendelte eine Maschine zwischen Sylt und Wyk auf Föhr, und bis einschließlich 2021 verband eine An-2 Strausberg bei Berlin mit Barth an der Ostsee. Wer damals am Flughafen Sylt stand, konnte den Doppeldecker zwischen Regionalfliegern und Businessjets erleben.
Seit 2022 fliegt die An-2 in Deutschland vor allem für Rundflüge, zuletzt etwa ab Strausberg über Berlin sowie ab Barth und Heringsdorf über die Ostseeinseln. Dazu kommen Vereine und private Halter, die ihre Maschinen für Fallschirmsprünge oder zu Flugtagen einsetzen.
Angebote ändern sich
Rundflüge mit historischen Flugzeugen hängen von Saison, Wetter, Wartung und Zulassung ab. Welche Rundflüge aktuell angeboten werden, erfährst du am sichersten direkt beim Anbieter oder beim jeweiligen Flugplatz.
Rundflüge und Treffen in Europa
Außerhalb Deutschlands bleibt die An-2 vor allem in Mittel- und Osteuropa präsent. In Polen, wo der Großteil der Flotte gebaut wurde, ist sie bei Flugtagen und in Fallschirmsprungzentren ein vertrauter Anblick. Auch in weiteren Ländern Europas setzen Vereine und Oldtimer-Halter sie für Rundflüge und Absetzflüge ein. Weiter östlich, in Russland und Zentralasien, arbeitet die An-2 vielerorts noch ganz klassisch als Agrar- und Transportflugzeug.
Für Spotter in Westeuropa sind Oldtimer-Treffen und Flugplatzfeste die beste Gelegenheit. Ob eine An-2 im Programm steht, kündigen Veranstalter meist vorab an. Hilfreich sind dabei die Übersichten zu Flugplatzfesten in Deutschland, zum Oldtimer-Fliegertreffen Hahnweide und zu den wichtigsten Airshows in Europa. Wie du kleine Plätze überhaupt findest, erklärt der Guide Kleine Flugplätze auf Karten finden.
Wer die An-2 nicht nur sehen, sondern auch erleben möchte, kann einen Rundflug buchen oder verschenken. Worauf du dabei achten kannst, steht im Beitrag Rundflug, Simulatorstunde oder Flughafentour verschenken.
Keine Anna mehr verpassen
Setz die An-2 auf deine Wunschliste und lass dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, wenn ein Flugzeug des Typs an deinem Flughafen anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
An-2 im Museum
Wo die An-2 nicht mehr fliegt, steht sie oft im Museum. Gerade in Sammlungen mit Bezug zur DDR, zu Osteuropa oder zur polnischen Luftfahrt lohnt sich der Blick ins Bestandsverzeichnis. Gute Anlaufpunkte für osteuropäische Typen sind etwa das Polnische Luftfahrtmuseum in Krakau, das Militärhistorische Museum Flugplatz Berlin-Gatow, das Flugplatzmuseum Cottbus und das Luftfahrtmuseum Prag-Kbely. Welche Flugzeuge dort gerade ausgestellt sind, ändert sich gelegentlich – prüf den aktuellen Bestand vor deinem Besuch.
Bereit für deine An-2-Session?
- Ich weiß, an welchem Platz und zu welcher Zeit Rundflüge stattfinden.
- Ich habe die Wettervorhersage geprüft – bei Regen und starkem Wind bleibt die An-2 oft am Boden.
- Ich kenne die Startrichtung auf dem Platz.
- Ich weiß, wo die Sonne zu meiner Wunsch-Uhrzeit steht.
- Ich habe eine Verschlusszeit für sichtbare Propellerbewegung eingeplant.
Fototipps speziell für die An-2
Die An-2 ist ein dankbares Motiv: langsam, nah am Boden und mit vielen Details, die moderne Flugzeuge nicht haben.
Verschlusszeit runter
Ein eingefrorener Propeller wirkt bei einem Oldtimer wie ein Modell. Mit einer längeren Verschlusszeit und Mitziehen bekommst du eine sichtbare Propellerscheibe – bei der langsamen An-2 gelingt das leichter als bei schnellen Typen.
Seitlich die Flügel zeigen
Die beiden ungleich langen Tragflächen und die I-Streben kommen in der Seitenansicht am besten zur Geltung. Ein Standpunkt quer zur Startbahn ist ideal.
Kurzer Start, kurze Wege
Die An-2 hebt nach kurzer Strecke ab. Steh daher nicht zu weit hinten an der Piste, sonst ist sie schon in der Luft, bevor sie an dir vorbeirollt.
Bodendetails mitnehmen
Sternmotor, Spornrad, die große Kabinentür und die schräge Standposition erzählen viel über das Flugzeug. Auf dem Vorfeld eines Flugtags lohnen sich Detailaufnahmen.
Wann das Licht an deinem Spot passt, planst du am besten vorab; wie das geht, steht im Guide Sonnenstand planen für deinen Fotospot. Wer allgemein in die Welt der Kleinflugzeuge einsteigen will, findet im Beitrag General Aviation spotten viele Tipps, und der Artikel Oldtimer am Himmel erkennen hilft bei weiteren Klassikern.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für die An-2, wenn …
- zwei ungleich lange Tragflächen übereinander liegen
- vorn ein einzelner großer Sternmotor sitzt
- der Rumpf eine geschlossene Kabine mit Fensterreihe hat
- im Tracking-Dienst AN2 als Typ steht
Sieh genauer hin, wenn …
- ein chinesisches oder nordkoreanisches Kennzeichen auftaucht – dann kann es eine Y-5 sein
- vorn eine schlanke Turbinennase statt des runden Sternmotors sitzt – dann handelt es sich um einen Turboprop-Umbau wie An-3 oder TWS-2MS
- die Maschine auf Schwimmern steht – dann ist es die Wasserflugzeug-Version
Es ist keine An-2, wenn …
- du nur eine Tragfläche siehst
- das Flugzeug zwei oder drei Motoren hat
- die Piloten in offenen Cockpits sitzen
- das Fahrwerk ein Bugrad hat
Wer die Familie hinter dem Namen kennenlernen will: Antonov ist heute vor allem für Frachtriesen wie die An-124 und die zerstörte An-225 bekannt, dazu für Turboprops wie die An-24. Einen Überblick über den Hersteller findest du auf der Seite zu Antonov.
Fazit
Die An-2 ist ein Flugzeug, das man nicht vergisst: riesig für einen Doppeldecker, langsam, laut und unglaublich robust. Über 18.000 Exemplare haben Felder besprüht, Fallschirmspringer abgesetzt und Passagiere zu entlegenen Orten gebracht. In Deutschland ist sie von der NVA über den Inselverkehr zum Rundflug-Oldtimer geworden – und wer ihr Brummen einmal gehört hat, erkennt sie danach schon, bevor er sie sieht.
Kurzfazit
Zwei ungleich lange Flügel, ein Sternmotor, eine Kabine und ein Spornrad: Das ist die An-2. Wer sie gezielt erleben möchte, prüft das Rundflugangebot an Plätzen wie Strausberg, Barth oder Heringsdorf oder plant ein Oldtimer-Treffen ein.
Zusammenfassung
- Die An-2 flog im August 1947 erstmals und war als robustes Arbeitsflugzeug für Landwirtschaft, Transport und Verbindungsflüge gedacht.
- Mit einer Mindestgeschwindigkeit um 50 km/h und kurzen Start- und Landestrecken kommt sie mit Graspisten und kleinen Plätzen zurecht.
- In der DDR flog sie bei NVA, GST und Interflug; im wiedervereinigten Deutschland blieb sie als Linien- und Rundflugzeug an Nord- und Ostsee bekannt.
- Heute ist die An-2 in Westeuropa vor allem ein Oldtimer für Rundflüge und Flugtage, in Osteuropa und Asien arbeiten weiterhin viele Exemplare.
Häufige Fragen
Ist die An-2 wirklich der größte einmotorige Doppeldecker?
Unter den Flugzeugen, die heute noch im Einsatz sind, ja: Mit einer oberen Spannweite von gut 18 Metern und einem Startgewicht von 5,5 Tonnen gilt die An-2 als größter einmotoriger Doppeldecker der Welt. Klassische Doppeldecker wie die Tiger Moth oder die Stearman wirken daneben winzig.
Welchen ICAO-Typcode hat die An-2?
Die An-2 läuft unter AN2, und zwar unabhängig davon, ob sie aus Kiew, Mielec oder China stammt. Auch die chinesische Y-5 wird unter diesem Code geführt. Die ICAO-Typbeschreibung lautet L1P: Landflugzeug, ein Motor, Kolbentriebwerk.
Wer hat die meisten An-2 gebaut?
Nicht Antonov selbst. In der Sowjetunion entstanden bis etwa 1959 mehrere Tausend Maschinen, danach übernahm das polnische Werk PZL Mielec die Serienfertigung und baute den Großteil der insgesamt über 18.000 Exemplare. In China entstand eine Lizenzversion als Y-5.
Warum heißt die An-2 in Deutschland „Anna“?
Der Spitzname stammt aus der Nationalen Volksarmee der DDR. Dort hieß die An-2 „Anna“ oder „Tante Anna“, dazu kamen Spitznamen wie „Traktor der Lüfte“. Sie war von 1956 bis 1990 im Dienst und hatte eine bemerkenswert niedrige Verlustrate.
Kann ich in Deutschland mit einer An-2 mitfliegen?
In den vergangenen Jahren gab es An-2-Rundflüge etwa ab Strausberg bei Berlin sowie an der Ostseeküste ab Barth und Heringsdorf, dazu Mitflüge bei Flugplatzfesten. Ob und wann geflogen wird, hängt von Saison, Wetter und Betreiber ab. Prüf das aktuelle Angebot direkt beim Anbieter, bevor du planst.
Wie langsam kann eine An-2 fliegen?
Sehr langsam: Die Mindestgeschwindigkeit liegt um 50 km/h. Bei kräftigem Gegenwind kann die An-2 deshalb über Grund nahezu stillstehen oder sogar leicht rückwärts wandern. Die automatischen Vorflügel an der Flügelvorderkante helfen ihr dabei, im Langsamflug kontrollierbar zu bleiben.
Wird die An-2 noch gebaut?
Nein, die klassische Serienfertigung ist beendet. Es gab aber mehrere Modernisierungen mit Turbopropantrieb, zum Beispiel die An-3, die ukrainische An-2-100 und die russische TWS-2MS. In Russland wird mit der Baikal ein eigenes Nachfolgemuster entwickelt.
Was unterscheidet die An-2 von der Ju 52?
Beide sind Oldtimer für Rundflüge, aber völlig verschieden gebaut: Die Junkers Ju 52 ist ein dreimotoriger Tiefdecker mit Wellblechhaut, die An-2 ein einmotoriger Doppeldecker. Schon die Zahl der Propeller entscheidet die Frage.
Antonov An-2 sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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