Das Wichtigste in Kürze
- Zwei Parallelpisten mit neuen Namen: Seit dem 3. Oktober 2024 heißen sie 06L/24R (Nordbahn) und 06R/24L (Südbahn). Ältere Spotterguides schreiben noch 07/25.
- Die Betriebsrichtung entscheidet über den Spot: Bei Westwind landen die Maschinen aus Osten Richtung 24 – dann sind die Spots im Osten bei Selchow und Kiekebusch gefragt. Bei Ostwind verlagert sich die Action nach Westen, Richtung Waßmannsdorf.
- Die Terrasse ist der einfache Einstieg: Auf Terminal 1 siehst du vor allem Vorfeld und Rollverkehr, die Pisten liegen weit links und rechts.
- Am Zaun brauchst du Auto oder Fahrrad: Die meisten Spots an den Pistenenden sind mit Bus und Bahn nur umständlich zu erreichen.
- Erwartungen an den Verkehr kalibrieren: Der BER ist ein Europaflughafen mit viel A320-Familie und Boeing 737, Langstrecke und Regierungsflieger sind die Highlights.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Planespotting am BER: die kurze Antwort
- 2.Das Layout: Nordbahn, Südbahn und was dazwischen liegt
- 3.Betriebsrichtung: der Schlüssel zum richtigen Spot
- 4.Spot 1: die Besucherterrasse auf Terminal 1
- 5.Die Spots an der Nordbahn (06L/24R)
- 6.Die Spots an der Südbahn (06R/24L)
- 7.Licht am BER: die Faustregeln
- 8.Anreise: Bahn zum Terminal, Fahrzeug zum Zaun
- 9.Was am BER fliegt
- 10.Dein Spotting-Tag am BER in sechs Schritten
- 11.Berlin für Spotter über den BER hinaus
- 12.Fazit
Stand: Oktober 2026 – Der BER hat einen schlechten Ruf, was seine Entstehung angeht, aber unter Spottern hat er sich ganz gut eingelebt. Zwei weit auseinanderliegende Pisten, ein Terminal dazwischen, Felder und Dörfer rundherum: Wer weiß, wo er bei welchem Wind stehen muss, kommt hier ziemlich nah an Starts und Landungen heran. Dieser Guide erklärt dir, wie Planespotting am BER funktioniert – von der Besucherterrasse über die Spots an Nord- und Südbahn bis zu Anreise, Licht und dem Verkehr, den du realistisch erwarten kannst.
Alle BER-Spots auf einer Karte
Die Spot-Karte in Planetrack zeigt dir Standorte mit Anreise, bestem Licht, Bewertungen und Community-Fotos – dazu Wind, Wetter und aktive Pisten am Flughafen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Planespotting am BER: die kurze Antwort
Für einen entspannten Einstieg fährst du mit der Bahn zum Terminal 1 und gehst auf die Besucherterrasse – dort siehst du Vorfeld, Gates und Rollverkehr. Für Starts und Landungen aus der Nähe musst du an den Zaun an den Pistenenden: bei Westwind (Betriebsrichtung 24) vor allem in den Osten Richtung Selchow und Kiekebusch, bei Ostwind (Betriebsrichtung 06) in den Westen Richtung Waßmannsdorf. Für die meisten dieser Spots brauchst du Auto oder Fahrrad.
Das Layout: Nordbahn, Südbahn und was dazwischen liegt
Der Flughafen Berlin Brandenburg liegt an der südlichen Berliner Stadtgrenze auf dem Gebiet der Gemeinde Schönefeld. Zwei parallele Bahnen laufen in Ost-West-Richtung, rund 1.900 Meter voneinander entfernt:
- Die Nordbahn 06L/24R ist 3.600 Meter lang. Sie ist die verlängerte frühere Bahn des alten Flughafens Schönefeld. Nördlich davon liegen der alte Schönefelder Terminalbereich und weiter westlich der Ort Waßmannsdorf.
- Die Südbahn 06R/24L ist mit 4.000 Metern die längere und wurde für den BER neu gebaut. Südlich davon liegen vor allem Felder und Feldwege.
- Zwischen den Bahnen stehen Terminal 1 mit Haupt-, Nord- und Südpier, Terminal 2, die Vorfelder und die Wartungshallen. Am Ostrand des Geländes liegt der Ort Selchow, an dem die Landesstraße L75 vorbeiführt.
Ein Punkt, über den viele stolpern: Seit dem 3. Oktober 2024 tragen die Pisten neue Nummern. Aus 07L/25R wurde 06L/24R, aus 07R/25L wurde 06R/24L. Grund ist die langsame Verschiebung des Erdmagnetfelds – an den Flugwegen hat sich nichts geändert. Viele Spotterguides, Karten und Fotobeschreibungen im Netz verwenden aber noch die alten Bezeichnungen. Wie Pistennummern überhaupt entstehen, erklärt der Beitrag Pistenbezeichnungen am Flughafen.
Betriebsrichtung: der Schlüssel zum richtigen Spot
Flugzeuge starten und landen gegen den Wind. Am BER heißt das:
- Betriebsrichtung 24 (Westwind): Die Maschinen kommen im Anflug von Osten und starten nach Westen. Das ist der häufigere Fall, weil in Deutschland Westwetterlagen überwiegen.
- Betriebsrichtung 06 (Ostwind): Anflüge kommen von Westen, Starts gehen nach Osten. Typisch für stabile Hochdrucklagen mit Ostwind, oft bei klarem Wetter.
Für dich als Spotter ist das die wichtigste Information des Tages. An einem Anflugspot im Osten stehst du bei Richtung 24 mitten im Geschehen, bei Richtung 06 siehst du dort nur Starts, die oft schon in größerer Höhe sind. Die Grundlagen dazu stehen im Guide Betriebsrichtung am Flughafen verstehen; wie du den Wind am Vortag in einer Wetterkarte abschätzt, zeigt der Beitrag Windy und andere Wetterkarten für Spotter.
Dazu kommt eine zweite, BER-spezifische Faustregel. Spotterguides geben unter Berufung auf die Flugsicherung weiter, dass landende Maschinen meist die Bahn nutzen, die ihrer späteren Parkposition näher liegt: Flüge für den Nordteil des Terminals landen in der Regel auf der Nordbahn, Flüge für den Südteil auf der Südbahn. Das ist keine feste Regel – aus betrieblichen Gründen kann jederzeit eine andere Bahn zugeteilt werden. Wenn du aber einen bestimmten Flieger erwischen willst, lohnt der Blick auf die Live-Flugverfolgung im Endanflug. Wie das geht, beschreibt der Guide Flugverfolgung mit ADS-B für Spotter.
| Betriebsrichtung | Landungen kommen von | Gute Spots für Landungen | Gute Spots für Starts |
|---|---|---|---|
| 24 (Westwind, häufiger) | Osten | Selchow (Nordbahn), Kiekebusch und Felder im Osten (Südbahn) | Westen, etwa an den Feldwegen im Südwesten |
| 06 (Ostwind) | Westen | Waßmannsdorf (Nordbahn), Golfplatz-Bereich im Westen (Südbahn) | Osten, etwa bei Selchow |
Spot 1: die Besucherterrasse auf Terminal 1
Der einzige offizielle Aussichtspunkt ist die Besucherterrasse auf dem Dach von Terminal 1. Du erreichst sie über die Check-in-Halle auf Ebene 2. Laut Flughafen hat sie täglich von 8 bis 22 Uhr geöffnet, liegt außerhalb des Sicherheitsbereichs und kostet 3 Euro pro Person für ein festes Zeitfenster von 90 Minuten. Bei schlechtem Wetter oder technischen Problemen kann sie geschlossen werden – prüf das am Besuchstag kurz auf der Website des Flughafens.
Was du von oben siehst, ist vor allem Vorfeldbetrieb: Andocken, Abfertigung, Push-back und Rollen. Die beiden Pisten liegen links und rechts in deutlichem Abstand, Starts und Landungen werden von hier nur mit viel Brennweite formatfüllend. Spotter berichten außerdem von Glasscheiben an zumindest einem Teil der Terrasse. Als Einstieg ist sie trotzdem ideal: Du lernst den Flughafen kennen, siehst, welche Airlines heute da sind, und kannst in Ruhe Typen und Kennzeichen üben.
Ältere Guides mit Vorsicht lesen
Ein Teil der Spotter-Beschreibungen im Netz stammt aus der Anfangszeit der Terrasse und nennt andere Öffnungszeiten, etwa nur am Wochenende. Maßgeblich ist die aktuelle Angabe des Flughafens. Dasselbe gilt für Spots am alten Schönefelder Terminal, das inzwischen dauerhaft stillgelegt ist.
Die Spots an der Nordbahn (06L/24R)
Selchow im Osten
Am Ostende der Nordbahn liegt der Ort Selchow. Spotterguides beschreiben dort einen Erdhügel am Ortsrand mit Blick auf Anflüge zur Nordbahn. Weil der Hügel am Ostende liegt, passt er vor allem zu Landungen aus Osten bei Betriebsrichtung 24; die Pistenangaben in den Guides sind an dieser Stelle nicht ganz eindeutig, also schau dir die Lage vor Ort an. Brennweiten zwischen etwa 100 und 300 Millimetern reichen hier aus. Auf der anderen Seite der L75 gibt es Stellen am Zaun mit Blick auf Rollwege und Haltepunkte. Laut einem Update im Spotterguide verdeckt dort seit 2025 ein Neubau einen Teil der Rollwegsicht – prüf vor Ort, was noch frei ist.
Selchow ist einer der wenigen Zaunspots mit etwas Infrastruktur: In der Nähe gibt es Gastronomie, und laut Spotterguide hält im Ort ein Bus. Parken solltest du im Ort, ohne Einfahrten oder Feldwege zu blockieren.
Waßmannsdorf im Nordwesten
Am Westende der Nordbahn liegt Waßmannsdorf. Spotterguides nennen einen Erdhügel an der Bundesstraße 96a am östlichen Ortsrand. Von dort siehst du Landungen und Starts auf der 06L sowie Flugzeuge, die zum Start auf die 06L rollen. Bei Westbetrieb bleiben hier vor allem späte Rotationen von der 24R. Weil du nördlich der Bahn stehst und nach Süden blickst, ist das Licht laut Spotterguide vor allem früh am Sommermorgen und abends ab etwa 18 Uhr brauchbar – mittags fotografierst du ins Gegenlicht.
Ein Feldweg am Zaun zwischen dem Ort und dem früheren Schönefelder Terminalbereich bietet zusätzlich Blick auf den Nordpier und auf rollenden Verkehr. Praktisch: Waßmannsdorf hat einen eigenen S-Bahnhof an der Strecke zum Flughafen. Ob dir der Fußweg zum Spot passt, schaust du vorab auf der Karte nach.
Rund um das Terminal
Spotterguides nennen außerdem die oberste Ebene der Verbindung zwischen den Parkhäusern P7 und P8 am Terminal. Von dort siehst du Bewegungen auf der Nordbahn und den nahen Rollwegen, Landungen auf der Südbahn sind dagegen weit entfernt. Parken kostet dort Geld, Lichtmasten können stören. Bei Landungen auf der 24R werden zudem Stellen entlang der Jürgen-Schumann-Allee und des Schwarzen Wegs genannt. Achte an Straßenrändern besonders auf den Verkehr und halte dich hinter Leitplanken.
Wind, Pisten und Licht vor der Abfahrt prüfen
Planetrack zeigt dir Wetter, Wind und aktive Pisten am Flughafen, der Sonnenstand-Planer verrät, wann an deinem Spot die Sonne im Rücken steht. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Die Spots an der Südbahn (06R/24L)
Südlich der Südbahn liegt überwiegend offenes Land. Für Spotter hat das einen großen Vorteil: Du stehst südlich der Piste, blickst nach Norden und hast die Sonne tagsüber im Rücken. Spotterguides geben für mehrere Spots an der Südbahn ein Lichtfenster von etwa 8 bis 16 Uhr im Sommer an. Der Nachteil: Infrastruktur gibt es dort praktisch keine, und ohne Fahrzeug kommst du kaum hin.
Im Osten: Kiekebusch und die Felder an der L402
Bei Westbetrieb kommen die Landungen auf die 24L über die Felder östlich des Flughafens. Spotterguides beschreiben einen Standort bei Kiekebusch, erreichbar über die L402, sowie eine Stelle an einem kleinen Graben, an der du Landungen, Starts und das Aufrollen auf die Bahn siehst. Lichtmasten und Zaun können an einzelnen Stellen ins Bild ragen; am Graben hilft ein kleiner Erdhügel. Brennweiten von 70 bis 200 Millimetern reichen oft schon.
Entlang der Bahn: Feldwege und Hochsitz
Entlang der Südbahn nennen Spotterguides mehrere Feldwege am Zaun, von denen aus du das gesamte Geschehen auf der 06R/24L verfolgen kannst – teils nur mit Leiter, weil der Zaun hoch ist. Genannt wird außerdem ein hölzerner Hochsitz an einem Weg parallel zum Zaun, auf dem einige wenige Leute Platz finden. An einer Stelle hat laut einem Update aus dem September 2025 ein Solarpark die Lage verändert: Dort kann man nicht mehr wie früher parken, und die Fläche wird per Kamera überwacht. Solche Änderungen zeigen, warum du dich am BER nicht blind auf alte Wegbeschreibungen verlassen solltest.
Im Westen: Golfplatz-Bereich und Südwestecke
Bei Ostbetrieb landen die Maschinen auf der 06R über das Gelände westlich des Flughafens. Spotterguides nennen dafür einen Standort am Rand eines Golfplatzes sowie einen Feldweg an der Südwestecke des Geländes, an dem du bei Westbetrieb Landungen auf der 24L am Abend und das Aufrollen am frühen Morgen fotografierst. Die Wege dorthin sind schwer zu beschreiben – nimm dir eine Karte und plane etwas Suchzeit ein.
Nur öffentliche Wege, keine Abkürzungen
Viele Spots am BER liegen an Feldwegen und Landstraßen. Park nicht auf der Fahrbahn, blockier keine Zufahrten zu Feldern, Baustellen oder Betriebsgelände, und steig nicht auf Zäune oder Anlagen. Betriebsstraßen und eingezäunte Flächen sind tabu. Was am Flughafenzaun erlaubt ist, fasst der Beitrag Ist Planespotting erlaubt? zusammen, Details zur Leiter stehen unter Leiter, Tritt und Stativ am Flughafenzaun.
Licht am BER: die Faustregeln
Weil beide Pisten in Ost-West-Richtung liegen, gilt die klassische Regel für Mitteleuropa: Südlich einer Bahn stehst du besser. Dort blickst du nach Norden, die Sonne steht tagsüber hinter dir. Nördlich einer Bahn – etwa in Waßmannsdorf oder an Stellen am Nordrand – fotografierst du um die Mittagszeit ins Gegenlicht und hast nur früh am Morgen und am Abend Seitenlicht. Im Sommer, wenn die Sonne im Nordosten auf- und im Nordwesten untergeht, funktionieren diese Nordspots in den Randzeiten am besten.
Für die Terrasse berichten Spotter, dass das Licht auf den Gates vom Morgen bis in den Nachmittag gut steht. Da sie erst um 8 Uhr öffnet, ist ein Vormittagsslot meist die sicherste Wahl. Den Sonnenstand für deinen Besuchstag rechnest du mit dem Guide Sonnenstand am Fotospot planen vorher aus. An warmen Tagen bremst zusätzlich Hitzeflimmern über den langen Asphalt- und Betonflächen – auf große Entfernung verlieren Bilder dann deutlich an Schärfe.
Anreise: Bahn zum Terminal, Fahrzeug zum Zaun
Zum Terminal ist die Anreise einfach. Der Bahnhof Flughafen BER liegt direkt unter Terminal 1. Der Flughafen-Express FEX fährt tagsüber im Viertelstundentakt über Südkreuz und Potsdamer Platz zum Berliner Hauptbahnhof, dazu halten mehrere Regionalbahnlinien und die S-Bahn, unter anderem die S9. Der Flughafen liegt im Tarifbereich C des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg; mit einem Ticket nur für die Bereiche A und B brauchst du einen Anschlussfahrschein. Das Deutschlandticket gilt in den Nahverkehrszügen.
Für die Spots am Zaun sieht es anders aus. Spotterguides bezeichnen ein Auto oder Fahrrad als nahezu unverzichtbar. Einzelne Punkte wie Selchow oder die Wartungshallen sind per Bus erreichbar, Waßmannsdorf über den eigenen S-Bahnhof. Die Feldwege an der Südbahn erreichst du realistisch nur mit Fahrzeug. Ein Fahrrad ist am BER eine gute Wahl: Die Distanzen zwischen den Spots sind für Fußgänger zu groß, mit dem Rad aber machbar – und du kannst die Seite wechseln, wenn der Wind dreht. Allgemeine Tipps zur Planung stehen im Beitrag Anreise zum Spot mit ÖPNV oder Auto.
Nur Terrasse, wenn …
- du zum ersten Mal am BER bist und ohne Auto anreist
- es regnet oder stark windet
- du mit Kindern unterwegs bist
Terrasse plus Zaun, wenn …
- du einen ganzen Tag einplanst
- du Auto oder Fahrrad dabeihast
- du Vorfeld und Pistenbilder an einem Tag willst
Direkt an den Zaun, wenn …
- die Betriebsrichtung klar und stabil ist
- du gezielt Landungen in Formatgröße willst
- du ohne Zeitfenster arbeiten möchtest
Was am BER fliegt
Der BER ist kein Drehkreuz, sondern ein Flughafen des Europaverkehrs. 2025 zählte er gut 26 Millionen Passagiere und rund 193.000 Starts und Landungen. Den größten Anteil haben die Low-Cost-Airlines, dazu kommen Netzwerkairlines, die Berlin mit ihren Drehkreuzen verbinden, sowie Ferienflieger.
- Low-Cost: easyJet, Wizz Air und bisher in großer Zahl Ryanair.
- Netzwerk: Lufthansa, Eurowings, Swiss, Austrian, Turkish Airlines, British Airways, KLM und viele weitere aus Europa.
- Ferienverkehr: Condor, Sundair, SunExpress und andere – im Sommerflugplan deutlich stärker.
- Langstrecke: Laut Flugplanübersichten unter anderem Qatar Airways nach Doha, United Airlines nach Newark und Hainan Airlines nach Peking, saisonal Delta. An einem normalen Tag bleibt ein Großraumflugzeug die Ausnahme.
Für deine Typenliste heißt das: Die Airbus A320neo und ihre Familie sowie die Boeing 737-800 dominieren. Dazwischen findest du Regionalflugzeuge und den Airbus A220-300. Ein gutes Trainingsgelände, um Varianten wie A320neo und ceo zu unterscheiden.
Ryanair baut die Berliner Basis ab
Ryanair hat im April 2026 angekündigt, die Basis am BER zum 24. Oktober 2026 zu schließen und das Berliner Angebot deutlich zu reduzieren. Die Airline will Berlin weiter anfliegen, dann mit Flugzeugen von anderen Standorten. Im Winterflugplan 2026/27 siehst du entsprechend weniger Ryanair-Maschinen als in den Vorjahren.
Das Highlight: Regierungsflieger
Eine Besonderheit des Hauptstadtflughafens: Die Flugbereitschaft des Verteidigungsministeriums nutzt am BER ein eigenes Gelände mit Regierungsterminal. Dazu kommen Staatsgäste bei Besuchen in der Hauptstadt. Feste Flugpläne gibt es dafür nicht, aber mit etwas Recherche und Live-Flugverfolgung erwischst du immer wieder eine Maschine. Wie du dabei vorgehst, beschreibt der Beitrag Regierungsflugzeuge spotten.
Dein Spotting-Tag am BER in sechs Schritten
1. Wind am Vorabend prüfen
Westwind heißt Betriebsrichtung 24 und Landungen von Osten, Ostwind heißt Richtung 06 und Landungen von Westen. Daraus ergibt sich die Seite des Flughafens, auf der du startest.
2. Flugplan durchsehen
Schau in die Ankunfts- und Abflugtafeln, wann Langstrecken oder seltene Gäste kommen. So legst du deine Zeitfenster auf die interessanten Bewegungen.
3. Licht und Seite kombinieren
Spots südlich der Bahnen funktionieren tagsüber, Spots nördlich davon eher in den Randzeiten. Plane danach, welchen Spot du wann besuchst.
4. Mit der Terrasse starten
Ein Vormittagsslot auf Terminal 1 gibt dir den Überblick, welche Airlines heute da sind und welche Bahn für Landungen genutzt wird.
5. An den Zaun wechseln
Mit Auto oder Fahrrad geht es zum passenden Pistenende. Halte die Live-Flugverfolgung offen, um zu sehen, auf welcher Bahn die nächste Maschine aufsetzt.
6. Sichtungen sofort festhalten
Notier Kennzeichen, Typ und Airline direkt vor Ort. Bei vielen ähnlichen Schmalrumpfjets wird das Rekonstruieren am Abend sonst mühsam.
Für den Flugplan-Check hilft der Beitrag Ankunfts- und Abflugtafeln fürs Spotting nutzen. Wer auf ein bestimmtes Kennzeichen wartet, ist mit einem Alarm besser bedient als mit ständigem Nachschauen.
Bist du bereit für den BER?
- Ich kenne die aktuelle Betriebsrichtung und weiß, ob ich nach Osten oder Westen fahre.
- Ich weiß, dass die Pisten heute 06/24 heißen und nicht mehr 07/25.
- Ich habe einen Slot für die Besucherterrasse gebucht oder bewusst darauf verzichtet.
- Ich habe Auto oder Fahrrad dabei, wenn ich an den Zaun will.
- Ich habe das Licht für meine Spots geprüft.
- Telezoom, geladene Akkus und leere Speicherkarte sind eingepackt.
- Ich habe einen Ausweichspot für den Fall, dass der Wind dreht.
Berlin für Spotter über den BER hinaus
Wer schon in Berlin ist, kann den Tag um Luftfahrtgeschichte erweitern. Das Deutsche Technikmuseum Berlin zeigt eine große Luftfahrtabteilung, und auf dem früheren Flugplatz Gatow im Westen der Stadt liegt das Militärhistorische Museum mit seiner Flugzeugsammlung. Für die Geschichte der Berliner Flughäfen lohnt der Blick auf Tegel und die Berliner Luftbrücke. Und alle zwei Jahre wird das Gelände am BER zur Bühne für die ILA Berlin.
Wenn du nach weiteren Zielen in Deutschland suchst, findest du einen Überblick in den besten Spotting-Spots in Deutschland. In Ostdeutschland bieten sich die Besucherterrasse am Flughafen Leipzig/Halle mit ihrem nächtlichen Frachtverkehr und die Terrasse in Dresden als Ergänzung an; ausführlicher geht es in den Guides zu Leipzig/Halle und Dresden weiter.
Deine BER-Sichtungen im Hangar
Poste Sichtungen mit Foto, Kennzeichen, Airline und Spot, sammle neue Typen im Hangar und lass dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, wenn ein Flieger von deiner Wunschliste im Anflug ist. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Der BER belohnt Planung. Die Besucherterrasse ist der bequeme, legale Einstieg mit Bahnanschluss direkt unter dem Terminal – aber sie ist ein Vorfeldspot, kein Pistenspot. Wer Starts und Landungen aus der Nähe will, muss an die Pistenenden: bei Westwind in den Osten nach Selchow und Kiekebusch, bei Ostwind in den Westen nach Waßmannsdorf. Südlich der Bahnen ist das Licht tagsüber besser, nördlich davon eher in den Randzeiten. Mit Auto oder Fahrrad, einem Blick auf Wind und Flugverfolgung und etwas Geduld für einzelne Langstrecken und Regierungsflieger wird ein Tag am BER deutlich ergiebiger, als sein Ruf vermuten lässt.
Kurzfazit
Morgens auf die Terrasse, dann an den Zaun – passend zur Betriebsrichtung: 24 heißt Osten, 06 heißt Westen. Merk dir die neuen Pistennummern 06/24, nimm ein Fahrzeug mit und plane das Licht nach der Pistenseite statt nach der Uhr.
Zusammenfassung
- Für einen ersten Besuch kombinierst du am besten einen Vormittags-Slot auf der Besucherterrasse mit einem Pistenspot am Nachmittag – vorausgesetzt, du hast ein Fahrzeug dabei.
- Welcher Zaunspot funktioniert, ergibt sich aus Wind und Parkposition: Landungen für den Nordteil des Terminals kommen meist auf der Nordbahn, für den Südteil meist auf der Südbahn.
- Spotter-Guides beschreiben ein gutes Dutzend Standorte rund um das Gelände; Neubauten und ein Solarpark haben einzelne davon zuletzt verändert. Prüf vor Ort, was aktuell noch geht.
- Bleib auf öffentlichen Wegen, park nichts zu und klettere nicht an Zäunen – am BER gelten dieselben Regeln wie überall.
Häufige Fragen
Wo kann man am BER am besten Flugzeuge beobachten?
Der einzige offizielle Aussichtspunkt ist die Besucherterrasse auf Terminal 1. Sie bietet einen guten Blick auf das Vorfeld, für Starts und Landungen ist sie aber weit von den Pisten entfernt. Näher dran bist du an öffentlichen Stellen am Zaun, etwa bei Selchow im Osten, bei Waßmannsdorf im Nordwesten oder an Feldwegen südlich der Südbahn. Welcher Spot passt, hängt von der Betriebsrichtung ab.
Welche Pisten hat der BER und wie heißen sie?
Zwei parallele Bahnen in Ost-West-Richtung: die Nordbahn 06L/24R mit 3.600 Metern und die Südbahn 06R/24L mit 4.000 Metern. Bis zum 3. Oktober 2024 hießen sie 07L/25R und 07R/25L. Umbenannt wurden sie, weil sich das Erdmagnetfeld verschoben hat – Lage und Flugwege sind gleich geblieben.
Welche Betriebsrichtung ist am BER häufiger?
Meist die Richtung 24, weil in Deutschland Westwetterlagen überwiegen. Dann kommen die Maschinen im Anflug von Osten und starten nach Westen. Bei Ostwind dreht sich das Bild auf Richtung 06. Den Wind für deinen Spotting-Tag prüfst du am Vorabend in einer Wetterkarte.
Auf welcher Bahn landet ein bestimmter Flug?
Als Faustregel gilt laut Spotterguides, die sich auf die Flugsicherung berufen: Maschinen für Parkpositionen im Nordteil des Terminals landen in der Regel auf der Nordbahn, Maschinen für den Südteil auf der Südbahn. Aus betrieblichen Gründen kann es jederzeit anders laufen. Verlässlicher ist der Blick auf eine Live-Flugverfolgung, wenn die Maschine im Endanflug ist.
Komme ich ohne Auto zu den Spotting-Spots am BER?
Zur Besucherterrasse problemlos: Der Bahnhof Flughafen BER liegt direkt unter Terminal 1, mit FEX, Regionalzügen und S-Bahn. Für die Spots am Zaun wird es schwieriger. Einige Punkte erreichst du mit Bus oder zu Fuß von S-Bahnhöfen wie Waßmannsdorf, die meisten Feldwege an der Südbahn praktisch nur mit Auto oder Fahrrad.
Brauche ich am BER eine Leiter?
Für die Terrasse nicht – dort sind Leitern nach Spotter-Berichten auch nicht erlaubt. An mehreren Zaunspots empfehlen Spotterguides dagegen eine kleine Leiter, um über den Zaun zu fotografieren. Ob und wie du eine Leiter am Flughafenzaun nutzen darfst, hängt vom Standort ab.
Welche Airlines und Flugzeugtypen sieht man am BER?
Vor allem Europaverkehr: easyJet, Lufthansa, Eurowings, Condor, Wizz Air, Turkish Airlines und viele weitere Netzwerk- und Ferienairlines, dazu bisher viel Ryanair. Das Bild prägen A320-Familie und Boeing 737. Langstrecke gibt es nur vereinzelt, etwa mit Qatar Airways oder United, und am Regierungsterminal tauchen Maschinen der Flugbereitschaft auf.
Wann ist am BER Flugbetrieb?
Geflogen wird von 5:30 bis 23:30 Uhr. Zwischen Mitternacht und 5 Uhr gibt es keine regulären Starts und Landungen, Ausnahmen gelten etwa für Regierungs-, Rettungs- und Notfallflüge. Die Besucherterrasse hat laut Flughafen täglich von 8 bis 22 Uhr geöffnet.
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Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Flughafen Berlin Brandenburg
Der Hauptstadtflughafen mit der langen Vorgeschichte: zwei parallele Pisten am Südrand Berlins, viel Europaverkehr mit Low-Cost- und Netzwerkairlines, eine Handvoll Langstrecken, die Flugbereitschaft der Bundesregierung – und eine Besucherterrasse direkt über dem Vorfeld.
FlughafenFlughafen Berlin-Tegel
Historischer Flughafen im Norden Berlins: 1948 während der Luftbrücke gebaut, ab 1974 mit dem berühmten Sechseck-Terminal, jahrzehntelang Tor der Alliierten nach West-Berlin und Heimat von Air Berlin – bis zum letzten Linienflug am 8. November 2020.
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Über dem Landwehrkanal in Kreuzberg hängt eine Douglas C-47 am Dach – das Wahrzeichen des Deutschen Technikmuseums. Drinnen erzählt die Ausstellung „Vom Ballon zur Luftbrücke“ mit über 40 Flugzeugen und Großobjekten deutsche Luftfahrtgeschichte, von der Jeannin-Stahltaube über die Ju 52 bis zur Luftbrücke 1948/49.
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