Geschichte des Planespotting: vom Beobachtungsposten im Krieg zum Digital-Hobby

Planespotting begann als Pflicht: Freiwillige meldeten im Krieg jedes Flugzeug am Himmel. Wie daraus über Notizbücher, Fotoportale und ADS-B ein weltweites Hobby wurde – die wichtigsten Etappen im Überblick.

Planetrack RedaktionVeröffentlicht: 15. Oktober 202611 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Wurzeln sind militärisch: Schon im Ersten Weltkrieg meldeten Beobachtungsposten in Südostengland anfliegende Luftschiffe und Bomber. Daraus entstand 1925 das britische Observer Corps.
  • Flugzeugerkennung wurde im Zweiten Weltkrieg zur Massenkompetenz: Zehntausende Freiwillige in Großbritannien und rund 1,5 Millionen in den USA lernten, Flugzeuge an Silhouette und Klang zu bestimmen.
  • Als Hobby entstand Planespotting erst nach dem Krieg: Mit dem zivilen Luftverkehr der 1950er- und 1960er-Jahre wurden Kennzeichen, Typen und Airlines zum Sammelobjekt.
  • Der Kalamata-Fall von 2001 war eine Zäsur: Vierzehn Spotter wurden in Griechenland wegen Spionage angeklagt und erst im Berufungsverfahren freigesprochen.
  • Das Internet hat das Hobby neu erfunden: Airliners.net ab Mitte der 1990er, Flightradar24 ab 2006 und das Smartphone haben aus dem Einzelgänger am Zaun eine vernetzte Community gemacht.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Die kurze Antwort: Wie ist Planespotting entstanden?
  2. 2.Erster Weltkrieg: Beobachtungsposten gegen Luftschiffe
  3. 3.Zwischenkriegszeit: die Gründung des Observer Corps
  4. 4.Zweiter Weltkrieg: Flugzeugerkennung wird Allgemeinwissen
  5. 5.Nach 1945: vom Kriegsdienst zum Hobby
  6. 6.Die analoge Ära: Notizbuch, Besucherterrasse, Diafilm
  7. 7.Die Epochen im Vergleich
  8. 8.Das Internet verändert alles
  9. 9.Der Bruch: 11. September und der Kalamata-Fall
  10. 10.ADS-B und Live-Tracking: Spotten wird planbar
  11. 11.Smartphone und soziale Netzwerke: das Hobby wird sozial
  12. 12.Was vom Anfang geblieben ist
  13. 13.Fazit

Heute stehst du mit Teleobjektiv und Live-Karte auf dem Handy am Zaun und weißt oft schon zehn Minuten vorher, welches Kennzeichen gleich auf der Piste aufsetzt. Vor gut 80 Jahren war das Erkennen von Flugzeugen dagegen eine ernste Pflicht: Freiwillige saßen auf Hügeln und Dächern, lauschten auf Motorengeräusche und meldeten jede Maschine an die Luftverteidigung. Die Geschichte des Planespotting führt vom Beobachtungsposten im Krieg über das Notizbuch auf der Besucherterrasse bis zur weltweit vernetzten Community. Dieser Überblick zeigt dir die wichtigsten Etappen und erklärt, warum vieles, was du heute am Spot tust, erstaunlich alte Wurzeln hat.

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Die kurze Antwort: Wie ist Planespotting entstanden?

Planespotting hat seinen Ursprung in der militärischen Flugzeugerkennung. Im Ersten und vor allem im Zweiten Weltkrieg lernten Freiwillige, Flugzeuge an Umriss und Motorengeräusch zu bestimmen und Sichtungen weiterzumelden. Nach dem Krieg blieben Wissen und Begeisterung, nur das Motiv wechselte: Statt feindlicher Bomber standen nun Verkehrsflugzeuge, Airlines und Kennzeichen im Mittelpunkt. Ab den 1950er-Jahren wurde daraus ein Sammelhobby, das mit Fotoportalen, Live-Tracking und Smartphones seit den 1990er-Jahren immer digitaler geworden ist.

1925Gründung des britischen Observer Corps
1,5 Mio.zivile Flugzeugbeobachter in den USA im Zweiten Weltkrieg
2006Start des Dienstes, aus dem Flightradar24 wurde

Erster Weltkrieg: Beobachtungsposten gegen Luftschiffe

Die ersten organisierten „Spotter“ waren keine Hobbyisten. Als deutsche Zeppeline im Ersten Weltkrieg Südostengland angriffen, richteten die Briten rund 200 Beobachtungsposten ein. Zunächst saßen dort Soldaten, später Hilfspolizisten. Ihre Aufgabe: Luftfahrzeuge entdecken, ihre Richtung abschätzen und die Meldung so schnell wie möglich weitergeben.

Als Deutschland ab 1917 verstärkt mit Bombenflugzeugen statt Luftschiffen angriff, ließ die britische Führung das Melde- und Kontrollsystem rund um London neu aufbauen. Fertig wurde es erst gegen Kriegsende. Trotzdem war damit das Prinzip geboren, auf dem später alles aufbaut: sehen, bestimmen, notieren, melden.

Zwischenkriegszeit: die Gründung des Observer Corps

Nach dem Krieg wurden die Erfahrungen nicht vergessen. Ab 1924 testete man in Südengland, wie gut ein Netz aus Beobachtern mit Telefonleitungen Flugzeuge verfolgen kann. Am 29. Oktober 1925 wurde daraus offiziell das Observer Corps. Die Posten besetzten überwiegend ehrenamtliche Kräfte, häufig als Hilfspolizisten verpflichtet. Uniformen gab es in dieser Zeit praktisch nicht; Abzeichen kauften sich manche Mitglieder selbst.

Interessant für heutige Spotter: Systematisches Erkennungstraining war Ende der 1930er-Jahre noch die Ausnahme. Silhouetten-Material und Übungen kamen anfangs fast ausschließlich über einen inoffiziellen Club der Beobachter in Umlauf. Andere Teile des Militärs hielten eine verlässliche Bestimmung von Flugzeugtypen zu dieser Zeit sogar für kaum möglich. Dass sich die Fähigkeit trotzdem durchsetzte, ist im Kern eine Geschichte von Enthusiasten.

Zweiter Weltkrieg: Flugzeugerkennung wird Allgemeinwissen

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Erkennen von Flugzeugen zur Überlebensfrage. In der Luftschlacht um England zwischen Juli und Oktober 1940 verfolgten die Beobachter rund um die Uhr feindliche Verbände, sobald diese die Küste überflogen hatten. Das Radar jener Zeit blickte vor allem aufs Meer hinaus; über Land waren die Augen und Ohren der Posten die wichtigste Quelle. Als Anerkennung erhielt die Organisation im April 1941 den Zusatz „Royal“ und hieß fortan Royal Observer Corps.

Die Zahlen zeigen, wie groß das Ganze war: Im Juni 1941 umfasste das Royal Observer Corps rund 27.900 Personen, bei Kriegsende kontrollierten 39 Zentralen mehr als 1.500 Beobachtungsposten. Beim D-Day 1944 fuhren sogar ausgewählte Beobachter auf alliierten Schiffen mit, um Fehlabschüsse eigener Flugzeuge zu verhindern.

Auch jenseits des Militärs wurde Erkennung populär. In Großbritannien bildeten sich Spotter-Clubs, und es erschien eine eigene Zeitschrift namens The Aeroplane Spotter. Jugendliche und Erwachsene büffelten Silhouetten von Typen wie der Supermarine Spitfire, um Freund und Feind auseinanderzuhalten. In den USA baute die Armee ab 1941 einen zivilen Flugmeldedienst auf: Rund 1,5 Millionen Freiwillige besetzten etwa 14.000 Posten entlang der Küsten, bevor das Programm 1944 endete.

Warum „Spotter“?

Das englische „to spot“ heißt so viel wie entdecken oder ausmachen. In Großbritannien wurde die Bezeichnung Spotter im Krieg für Menschen gebräuchlich, die Flugzeuge erkannten und meldeten. Nach 1945 wanderte das Wort ins Hobby – und von dort später auch zur Eisenbahn.

Wer diese Epoche heute erleben will, findet sie in Museen. Das Imperial War Museum Duxford zeigt Flugzeuge dieser Zeit und ist auch für seine Flugtage bekannt. Wie du historische Maschinen am Himmel bestimmst, erklärt der Guide Oldtimer am Himmel erkennen.

Nach 1945: vom Kriegsdienst zum Hobby

Mit dem Kriegsende verlor die Flugzeugerkennung schnell an militärischer Bedeutung. Schnellere Jets und besseres Radar machten die Beobachter im Lauf der 1950er-Jahre weitgehend überflüssig. Das Royal Observer Corps übernahm ab 1955 eine neue Aufgabe in der Meldung von Atomwaffen-Effekten; die klassische Flugzeugerkennung war dort bis 1957 praktisch verschwunden. Auch in den USA wurde ein ziviler Beobachtungsdienst im Kalten Krieg noch einmal aufgelegt, endete aber 1958, als automatisierte Radarsysteme übernahmen. Das britische Corps selbst wurde in zwei Schritten 1991 und Ende 1995 aufgelöst.

Die Begeisterung aber blieb. Wer im Krieg gelernt hatte, Flugzeuge zu bestimmen, wandte sich jetzt dem zivilen Luftverkehr zu. Die Zahl der Flüge wuchs, neue Airlines entstanden, und mit der De Havilland Comet ging Anfang der 1950er-Jahre das erste Strahlverkehrsflugzeug in den Liniendienst. Mehr dazu liest du im Artikel über die De Havilland Comet als ersten Düsenjet. Für Spotter bedeutete jede neue Generation neue Typen, neue Lackierungen und neue Kennzeichen.

In Deutschland gibt es einen besonderen Vorläufer: Während der Berliner Luftbrücke 1948/49 beobachteten unzählige Berlinerinnen und Berliner die anfliegenden Transportmaschinen. Das war zwar noch kein Hobby im heutigen Sinn, zeigt aber, wie sehr Flugzeuge damals Menschen in ihren Bann zogen.

Die analoge Ära: Notizbuch, Besucherterrasse, Diafilm

In den 1950er- und 1960er-Jahren nahm Planespotting die Form an, die viele Ältere noch kennen. Es entwickelten sich zwei Grundtypen, die bis heute nebeneinander existieren:

  • Logger notierten Kennzeichen in Notizbücher und strichen sie in gedruckten Flottenlisten ab. Ziel war, möglichst jedes einzelne Flugzeug einer Airline oder eines Typs einmal gesehen zu haben.
  • Fotografen hielten Flugzeuge auf Dia- und Negativfilm fest. Jede Aufnahme kostete Geld, Ergebnisse sah man erst Tage später, und gute Bilder wurden in Diaabenden oder per Post getauscht.

Treffpunkte waren die Besucherterrassen der Flughäfen, die vielerorts zum Sonntagsausflug gehörten. Wie sich die beiden Spotter-Typen bis heute unterscheiden, erklärt der Artikel Logger, Fotografen, Videografen. Wer selbst Kennzeichen sammelt, findet im Ratgeber Registrierungen sammeln die moderne Variante des alten Notizbuchs.

Einige Terrassen sind bis heute Klassiker, etwa die Besucherterrasse am Flughafen Hamburg. Ganz in der Nähe liegt mit dem Affenfelsen ein Spot, der zeigt, wie sehr die Szene sich auch eigene Plätze am Zaun erobert hat.

Vom Notizbuch in den Hangar

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Die Epochen im Vergleich

Epoche Zeitraum grob Werkzeuge Ziel der Beobachtung Austausch
Militärische Erkennung Erster Weltkrieg bis 1950er Auge, Ohr, Fernglas, Silhouettenkarten, Telefon feindliche und eigene Flugzeuge melden Meldeketten an Zentralen
Analoges Hobby 1950er bis 1990er Notizbuch, Flottenlisten, Film- und Diakamera, Funkscanner Kennzeichen, Typen, Airlines sammeln Clubs, Zeitschriften, Diaabende
Frühes Internet Mitte der 1990er bis 2000er Digitalkamera, Foren, Fotodatenbanken Fotos veröffentlichen, Flotten recherchieren Foren, Mailinglisten, Fotoportale
Vernetztes Hobby ab den 2010er-Jahren Smartphone, ADS-B-Tracking, spiegellose Kameras gezielt seltene Maschinen erwischen soziale Netzwerke, Messenger, Apps

Die Grenzen sind fließend: Viele Logger arbeiteten noch lange mit Papier, während andere schon früh digital fotografierten.

Das Internet verändert alles

Mitte der 1990er-Jahre begann die digitale Wende. Ein schwedischer Informatikstudent startete 1996 eine Bildersammlung moderner Verkehrsflugzeuge, die ab 1997 unter dem Namen Airliners.net lief. Die Seite wurde zum Sammelpunkt für Spotterfotos aus aller Welt, mit strengen Qualitätsregeln und Screenern, die jedes Bild prüfen. 2007 wurde sie verkauft, 2016 umfasste die Datenbank bereits mehr als 2,7 Millionen Fotos. Wie du dort heute Bilder einreichst, steht in den Upload-Tipps für Airliners.net; für die zweite große Plattform gibt es den JetPhotos-Upload-Ratgeber.

Parallel lösten Digitalkameras den Film ab. Plötzlich kostete ein Bild nichts mehr, und du konntest noch am Zaun prüfen, ob die Schärfe sitzt. Gleichzeitig wurden Flottendaten online zugänglich, sodass Spotter Kennzeichen, Auslieferungsdaten und Vorbesitzer in Minuten recherchieren konnten statt in gedruckten Jahrbüchern.

Der Bruch: 11. September und der Kalamata-Fall

Mit den Anschlägen vom 11. September 2001 änderte sich der Blick auf Menschen mit Kamera am Flughafenzaun. Sicherheitsvorschriften wurden verschärft, an einigen Flughäfen wurde das Fotografieren eingeschränkt oder nur mit Genehmigung erlaubt. Den größeren Zusammenhang beschreibt der Artikel Wie der 11. September die Luftsicherheit veränderte.

Nur wenige Wochen später folgte der Fall, der die Szene bis heute prägt. Im November 2001 nahm die griechische Polizei nach einem Tag der offenen Tür auf dem Militärflugplatz Kalamata vierzehn Spotter fest, zwölf Briten und zwei Niederländer. Der Vorwurf lautete Spionage. Nach sechs Wochen Haft kamen sie gegen Kaution frei, der Vorwurf wurde abgeschwächt. Im April 2002 verurteilte ein Gericht sie trotzdem zu Haftstrafen von einem bis drei Jahren. Erst im Berufungsverfahren folgten die Freisprüche für alle vierzehn. Die ganze Geschichte erzählt der Artikel über den Kalamata-Fall 2001.

Was du daraus mitnimmst

Fotografierregeln an Militäranlagen und in manchen Ländern sind streng, und Unwissen schützt nicht. Bevor du im Ausland spottest, prüfe die lokalen Regeln. Für Deutschland findest du den Überblick im Artikel Ist Planespotting erlaubt?.

Aus der Krise entstand aber auch etwas Positives. In Großbritannien erarbeiteten Spotter-Verbände und Polizei gemeinsame Verhaltensregeln, und an mehreren Flughäfen entstanden Programme, in denen registrierte Spotter verdächtige Beobachtungen melden. Aus dem Generalverdacht wurde vielerorts eine Partnerschaft. Wie solche Modelle funktionieren, erklärt der Artikel Spotter als Sicherheitspartner. Im Grunde schließt sich damit ein Kreis zu den Beobachtern des Weltkriegs: Wieder sind es aufmerksame Freiwillige, die melden, was ihnen auffällt.

ADS-B und Live-Tracking: Spotten wird planbar

Die zweite große digitale Revolution kam mit ADS-B. Moderne Verkehrsflugzeuge senden regelmäßig ihre Position, Höhe und Kennung. Mit einfachen Empfängern lassen sich diese Signale am Boden auswerten. 2006 starteten zwei schwedische Luftfahrtfans einen Dienst, der später zu Flightradar24 wurde. Ab 2009 konnte jeder mit passendem Empfänger Daten beisteuern, 2010 folgten die ersten Smartphone-Apps.

Für Spotter war das ein Paradigmenwechsel. Früher stand man stundenlang am Zaun und hoffte auf einen seltenen Gast. Heute siehst du auf der Karte, welche Maschine im Anflug ist, kannst ein bestimmtes Kennzeichen verfolgen und deinen Tag danach planen. Wie das konkret funktioniert, zeigen die Guides Flugverfolgung mit ADS-B für Spotter und Flightradar24 Schritt für Schritt.

Viele der Empfänger, die diese Netze speisen, betreiben Enthusiasten zu Hause auf dem Dach. Auch das ist eine Fortsetzung der alten Tradition: Freiwillige erfassen den Luftraum und teilen ihre Beobachtungen – nur eben automatisch und rund um die Uhr.

Smartphone und soziale Netzwerke: das Hobby wird sozial

Mit dem Smartphone wurde Planespotting zur Gemeinschaftsaktivität in Echtzeit. Fotos landen Minuten nach der Landung in sozialen Netzwerken, Hinweise auf Sonderlackierungen oder Umleitungen verbreiten sich in Gruppenchats, und YouTube-Kanäle übertragen den Verkehr großer Flughäfen live. Tipps für den eigenen Auftritt findest du im Artikel Instagram für Planespotter.

Auch das Logbuch ist digital geworden. Ob du lieber mit Papier, Tabelle oder App arbeitest, vergleicht der Ratgeber Notizbuch, Tabelle oder App. Fachbegriffe, die sich über die Jahrzehnte angesammelt haben, erklärt das Planespotting-Glossar.

Was vom Anfang geblieben ist

So stark sich die Werkzeuge verändert haben, einige Grundzüge ziehen sich durch die ganze Geschichte:

  • Erkennen ist eine Fähigkeit. Wie die Beobachter von 1940 lernst du Typen an Nase, Triebwerken, Fahrwerk und Leitwerk zu unterscheiden. Tracking-Daten helfen, ersetzen den geschulten Blick aber nicht.
  • Systematisch notieren. Das Prinzip „sehen, bestimmen, notieren“ stammt direkt aus den Meldeposten. Ob Kladde oder App: Wer sauber dokumentiert, hat später mehr von seinen Sichtungen.
  • Gemeinschaft trägt das Hobby. Vom inoffiziellen Club der Beobachter über die Spotter-Clubs der Nachkriegszeit bis zu heutigen Chats lebt Planespotting vom Austausch.
  • Regeln ernst nehmen. Spätestens seit Kalamata weiß die Szene, dass ein harmloses Hobby von außen anders wirken kann. Respekt vor Sperrzonen und Hausrecht schützt dich und den Ruf aller Spotter.

Wie viel Geschichte steckt in deinem Spotting?

Hak ab, was du schon machst – am Ende siehst du, wie viel Tradition in deinem Hobby steckt.

  • Ich erkenne gängige Typen an ihrer Silhouette, ohne aufs Handy zu schauen.
  • Ich notiere Kennzeichen und Datum jeder Sichtung.
  • Ich habe schon einmal eine Besucherterrasse besucht.
  • Ich tausche mich mit anderen Spottern aus, vor Ort oder online.
  • Ich prüfe vor Reisen die Fotografierregeln im Zielland.
  • Ich nutze Live-Tracking, um seltene Maschinen gezielt abzupassen.

Wenn du gerade erst einsteigst, hilft dir der Leitfaden Planespotting für Einsteiger bei den ersten Schritten. Du wirst schnell merken, dass du am Zaun Teil einer Tradition bist, die älter ist als die meisten Verkehrsflugzeuge.

Das nächste Kapitel schreibst du

Planetrack verbindet Spot-Karte, Sichtungs-Alarme für Kennzeichen, Typen und Special Liveries sowie eine Community mit Likes, Kommentaren und Foto der Woche in einer App. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Fazit

Planespotting begann nicht als Freizeitspaß, sondern als Dienst an der Luftverteidigung. Aus den Beobachtungsposten des Ersten Weltkriegs entstand 1925 das britische Observer Corps, im Zweiten Weltkrieg lernten Millionen Menschen, Flugzeuge zu erkennen. Nach 1945 wurde daraus ein Sammelhobby mit Notizbuch und Diafilm, das Internet machte es global, und ADS-B sowie Smartphones haben es planbar und sozial gemacht. Rückschläge wie der Kalamata-Fall haben die Szene vorsichtiger, aber auch besser organisiert gemacht.

Kurzfazit

Vom Meldeposten im Krieg zur Live-Karte auf dem Handy: Die Werkzeuge haben sich komplett verändert, das Prinzip nicht. Wer Flugzeuge erkennt, sauber notiert und sich an die Regeln hält, steht in einer Tradition, die über hundert Jahre zurückreicht.

Zusammenfassung

  • Planespotting hat drei große Epochen: die militärische Flugzeugerkennung vom Ersten Weltkrieg bis in die 1950er-Jahre, das analoge Sammelhobby mit Notizbuch und Diafilm und das digitale Zeitalter mit Fotoportalen, Live-Tracking und Smartphone.
  • Das britische Royal Observer Corps bestand von 1925 bis 1995 und hat Methoden geprägt, die Spotter bis heute nutzen: Silhouetten lernen, systematisch notieren, Sichtungen melden.
  • Nach dem 11. September 2001 und dem Kalamata-Fall gerieten Spotter unter Generalverdacht. Viele Flughäfen reagierten später mit Kooperationsmodellen, in denen Spotter als zusätzliche Augen am Zaun gelten.
  • Heute verbinden ADS-B-Daten, Fotodatenbanken und Community-Apps das Sammeln, Fotografieren und Teilen in Echtzeit – das Grundprinzip ist aber dasselbe geblieben wie vor 80 Jahren.

Häufige Fragen

Seit wann gibt es Planespotting?

Flugzeuge beobachtet haben Menschen seit den ersten Motorflügen. Als organisierte Tätigkeit entstand das Spotten im Ersten Weltkrieg mit militärischen Beobachtungsposten. Als Freizeithobby im heutigen Sinn verbreitete sich Planespotting ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, vor allem in den 1950er- und 1960er-Jahren mit dem wachsenden zivilen Luftverkehr.

Was war das Royal Observer Corps?

Eine britische Organisation überwiegend ehrenamtlicher Beobachter, gegründet am 29. Oktober 1925 als Observer Corps. Ihre Mitglieder erfassten Flugzeuge mit Auge und Ohr und meldeten sie an die Luftverteidigung. Für ihre Arbeit in der Luftschlacht um England erhielt die Organisation 1941 den Zusatz „Royal“. Die letzten Freiwilligen wurden Ende 1995 verabschiedet.

Woher kommt das Wort Spotter?

Vom englischen „to spot“, also entdecken oder ausmachen. Im Zweiten Weltkrieg wurden in Großbritannien Menschen, die Flugzeuge erkannten und meldeten, als Spotter bezeichnet. Der Begriff blieb nach dem Krieg am Hobby hängen und wurde später auf andere Bereiche wie das Trainspotting übertragen.

Was ist beim Kalamata-Fall passiert?

Im November 2001 nahm die griechische Polizei nach einem Tag der offenen Tür auf dem Militärflugplatz Kalamata vierzehn Spotter fest, zwölf Briten und zwei Niederländer. Ihnen wurde Spionage vorgeworfen. Im April 2002 wurden sie zunächst verurteilt, im Berufungsverfahren später aber freigesprochen. Der Fall gilt bis heute als Warnung, Fotografierregeln im Ausland ernst zu nehmen.

Wie hat das Internet das Planespotting verändert?

Fotos landen nicht mehr in Diakästen, sondern in Datenbanken wie Airliners.net oder JetPhotos. Live-Tracking auf Basis von ADS-B zeigt, welches Flugzeug gerade anfliegt, und Foren, soziale Netzwerke und Apps verbinden Spotter weltweit. Das Hobby ist dadurch planbarer, schneller und deutlich sozialer geworden.

Gibt es heute noch Spotter, die nur Kennzeichen notieren?

Ja. Neben den Fotografen gibt es weiterhin sogenannte Logger, die Kennzeichen sammeln und möglichst viele einzelne Flugzeuge einer Flotte sehen wollen. Viele führen ihre Listen inzwischen digital, das Prinzip ist aber dasselbe wie beim Notizbuch der 1960er-Jahre.

PT

Planetrack Redaktion

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