Das Wichtigste in Kürze
- Der LTDB ist keine Airline, sondern eine Formation der Schweizer Luftwaffe, die Bundesrat, Parlament und Bundesverwaltung fliegt.
- Codes: Kein IATA-Code, ICAO SUI, Rufzeichen „SWISS AIR FORCE“.
- Neues Flaggschiff ist die Bombardier Global 7500 T-787, im Dezember 2024 übernommen; sie ersetzt die Citation Excel T-784.
- Der Falcon 900EX T-785 bleibt vorerst: Sein Ersatz wurde aus Budgetgründen verschoben.
- Basis ist Bern-Belp; die Global 7500 ist für die ersten rund zwei Jahre in Payerne stationiert.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| ICAO-Code | SUI |
|---|---|
| Rufzeichen | SWISS AIR FORCE |
| Drehkreuze | BRN |
| Art | Formation der Schweizer Luftwaffe für Staatsflüge, keine Airline im zivilen Sinn |
| Aufgaben | Flüge für Bundesrat, Parlament und Departemente, außerdem Rückführungsflüge, Unterstützung der Friedensförderung, Katastrophen- und Nothilfe sowie Bildflüge für swisstopo |
| Heimatbasis | Flughafen Bern-Belp (BRN) |
| Zur Luftwaffe | Seit 1. Januar 2005; vorher war ein Teil der Staatsflotte beim Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) angesiedelt |
| Jets | Bombardier Global 7500 (T-787), Dassault Falcon 900EX (T-785); Cessna Citation Excel (T-784) als Auslaufmodell |
| Turboprops | Zwei Maschinen; in Quellen genannt werden Beechcraft Super King Air (T-721) und DHC-6 Twin Otter (T-741), früher auch eine Beechcraft 1900D (T-729) |
| Hubschrauber | Zwei Eurocopter EC135 (T-351 und T-352) |
| Kennzeichnung | Militärische Kennungen mit T für Transport; 7 an erster Ziffernstelle steht für Flächenflugzeuge, 3 für Hubschrauber |
| Flugstunden 2022 | 743 Stunden, davon 635 mit Flugzeugen und 108 mit Hubschraubern |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich Lufttransportdienst des Bundes?
- Kennung mit T- und drei Ziffern statt eines HB-Kennzeichens, z. B. T-785 am Falcon
- Schweizer Hoheitszeichen statt eines Airline-Logos – kein Airline-Branding am Leitwerk
- Typische Businessjet-Silhouetten: Global 7500 mit sehr langem Rumpf, Falcon 900EX mit drei Hecktriebwerken
- Auf dem Tracker unter dem Luftwaffen-Code SUI, im Funk „SWISS AIR FORCE“ – keine Flugnummer, kein IATA-Code
- Abstellung auf General-Aviation- oder Sonderpositionen, nicht an den Passagiergates
- Heimatplatz ist Bern-Belp, nicht Zürich oder Genf
Ein weißer Businessjet mit Schweizer Hoheitszeichen und einer Kennung wie T-785 am Rumpf – wer so etwas in Bern, Zürich oder Genf vor die Linse bekommt, hat den Lufttransportdienst des Bundes erwischt. Der LTDB ist die Schweizer Antwort auf die deutsche Flugbereitschaft: deutlich kleiner, dafür mit einer vielseitigen Flotte vom EC135-Hubschrauber bis zur Global 7500. Hier erfährst du, wer dahintersteckt, welche Maschinen dazugehören, wie du die Kennungen liest und wo deine Chancen am besten stehen.
Bundesratsjets nicht mehr verpassen
Mit Planetrack legst du Sichtungs-Alarme für einzelne Kennungen oder Typen an und wirst bei Anflug und Landung benachrichtigt – genau richtig für Flugzeuge ohne Flugplan. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Der LTDB im Überblick
Der Lufttransportdienst des Bundes ist keine Airline. Er ist eine militärische Formation der Schweizer Luftwaffe und betreibt die Flugzeuge und Hubschrauber, mit denen die Bundesbehörden reisen. Auf Französisch heißt er Service de transport aérien de la Confédération (STAC), auf Englisch Federal Air Transport Service. Seine Jets nennt man in der Schweiz meist einfach „Bundesratsjets“.
Heimat ist der Flughafen Bern-Belp. Seit dem 1. Januar 2005 liegen alle Staatsflüge bei der Luftwaffe; vorher war ein Teil der Flotte beim Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) angesiedelt. Bei der Zusammenlegung erhielten die bisherigen Zivilmaschinen militärische Kennungen.
Die Aufgaben gehen über Ministerreisen hinaus:
- Staatsflüge für Mitglieder des Bundesrats, des Parlaments und der Departemente
- Rückführungsflüge im Auftrag der Behörden
- Unterstützung der Friedensförderung, etwa für Schweizer Kontingente im Ausland
- Katastrophen- und Nothilfe bei humanitären Notlagen
- Bildflüge für swisstopo, das Bundesamt für Landestopografie
Wie intensiv die Flotte genutzt wird, zeigen Zahlen für 2022: Insgesamt kamen die Bundesflugzeuge und -hubschrauber auf 743 Flugstunden, davon 635 mit Flugzeugen und 108 mit Hubschraubern. Der größte Teil entfiel auf den Bundesrat. Die CO₂-Emissionen der Flüge kompensiert der Bund nach eigenen Angaben vollständig über Zertifikate.
Codes, Rufzeichen und Kennungen
Bei einer Airline wie Swiss schaust du auf IATA-Code, Flugnummer und HB-Kennzeichen. Beim LTDB funktioniert das anders:
- Kein IATA-Code: Der LTDB verkauft keine Tickets und hat deshalb weder Flugnummern noch einen zweistelligen Airline-Code.
- ICAO-Code SUI: Die Flüge laufen unter dem Code der Schweizer Luftwaffe. Auf Trackern steht SUI plus Nummer.
- Rufzeichen „SWISS AIR FORCE“: So meldet sich die Besatzung im Funk.
- T-Kennung statt HB-Kennzeichen: Am Rumpf steht eine militärische Kennung aus Buchstabe und drei Ziffern.
Das T steht für Transport. Die erste Ziffer zeigt die Flugzeugklasse: Eine 7 steht für Flächenflugzeuge, eine 3 für Hubschrauber. Wie zivile Schweizer Kennzeichen aufgebaut sind, erklärt der Artikel Schweizer HB-Kennzeichen.
| Kennung | Typ | Rolle |
|---|---|---|
| T-787 | Bombardier Global 7500 | Neuer Langstrecken-Jet für den Bundesrat |
| T-785 | Dassault Falcon 900EX | Bundesratsjet, Baujahr 2008 |
| T-784 | Cessna Citation Excel | Kleiner Jet, Baujahr 2002, wird durch die Global 7500 ersetzt |
| T-729 | Beechcraft 1900D | Turboprop für Personentransporte; aktueller Status unklar |
| T-721 | Beechcraft Super King Air | Personentransport und Bildflüge für swisstopo |
| T-741 | DHC-6 Twin Otter | Bildflüge für swisstopo und Transport |
| T-351, T-352 | Eurocopter EC135 | Hubschrauber für Personentransporte |
Tracker richtig lesen
Militärflüge erscheinen auf öffentlichen Trackern nicht immer vollständig, und SUI steht für die ganze Luftwaffe – also auch für Transporthubschrauber oder Trainer. Gleich deshalb immer Typ und Kennung ab. Wie das geht, zeigen die Guides zur Flugverfolgung für Spotter und zu Militärflugzeugen online.
Die Flotte: vom EC135 bis zur Global 7500
Die Flotte ist klein, aber bunt gemischt. Für Sammler ist das ein Vorteil: Mit weniger als zehn Luftfahrzeugen kannst du den LTDB theoretisch komplett abhaken – in der Praxis brauchst du dafür Geduld und gutes Timing.
Bombardier Global 7500 – das neue Flaggschiff
Im August 2023 beschloss der Bundesrat, ein neues Staatsluftfahrzeug zu beschaffen. Die Wahl fiel auf eine Bombardier Global 7500, das Langstreckenmodell aus der Global-Familie von Bombardier. Die Kosten lagen bei rund 103 Millionen Franken. Am 17. Dezember 2024 übergab Bombardier die Maschine in Montréal, zwei Tage später landete sie am Abend auf dem Militärflugplatz Payerne.
Die T-787 ersetzt die Citation Excel. Vor dem vollen Einsatz standen 2025 noch Anpassungen an, darunter ein Selbstschutzsystem. Für die ersten rund zwei Jahre ist der Jet in Payerne stationiert, danach ist Bern-Belp als Standort vorgesehen. Stand Oktober 2026 kann es also sein, dass der Umzug gerade ansteht – prüf vor einer Tour die aktuelle Lage.
Erkennen kannst du die Global 7500 an ihrem sehr langen, schlanken Rumpf mit vielen Kabinenfenstern und den zwei Triebwerken am Heck. Die kleineren Schwestern Global 5000 und Global 6000 wirken dagegen deutlich gedrungener.
Dassault Falcon 900EX – der Bundesratsjet
Der Falcon 900EX mit der Kennung T-785 ist seit Jahren das bekannteste Gesicht des LTDB. Das Flugzeug stammt aus dem Baujahr 2008. Typisch für den Dassault Falcon 900 sind die drei Triebwerke am Heck – eines davon mittig mit Lufteinlass am Leitwerksansatz. Hersteller ist die französische Dassault Aviation.
Ursprünglich stand auch der Ersatz des Falcon zur Debatte. Wegen der angespannten Bundesfinanzen hat der Bund den Ersatz aber vertagt und will ihn später erneut prüfen. Der Falcon bleibt dir damit vorerst erhalten.
Cessna Citation Excel – das Auslaufmodell
Die Citation Excel T-784 stammt aus dem Jahr 2002 und war lange der kleinere der beiden Bundesratsjets. Mit dem Kauf der Global 7500 ist ihr Ende besiegelt. Bis die Global voll einsatzbereit war, blieb die Citation als Übergangslösung im Dienst. Ob sie zum Zeitpunkt deiner Tour noch fliegt, prüfst du am besten vorher. Die Familie kennst du als Cessna Citation Excel/XLS aus der privaten Geschäftsfliegerei.
Turboprops und Hubschrauber
Für kürzere Strecken und Spezialaufgaben setzt der LTDB zwei Turboprops ein. Genannt werden in Quellen eine Beechcraft Super King Air (T-721) und eine DHC-6 Twin Otter (T-741); früher gehörte auch eine Beechcraft 1900D (T-729) zum Bestand. Die Turboprops fliegen auch Bildflüge für swisstopo – ein Teil der Luftbilder für Schweizer Landeskarten stammt also aus Maschinen der Luftwaffe.
Dazu kommen zwei Eurocopter EC135 (T-351 und T-352) für Personentransporte. Heute läuft der Typ als Airbus H135. Mehr zum Thema findest du im Beitrag Hubschrauber spotten.
Die ganze Flotte im Hangar
Setz alle Kennungen von T-351 bis T-787 auf deine Wunschliste und hak sie in deinem Hangar ab, sobald du sie erwischt hast. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
Geschichte: von der Bf 108 bis zum PC-24
Staatsflüge haben in der Schweiz eine lange Vorgeschichte, auch wenn der LTDB in seiner heutigen Form erst seit 2005 bei der Luftwaffe liegt:
- Messerschmitt Bf 108 (ab 1938): Die Fliegertruppe bestellte 15 viersitzige Bf 108, eigentlich für die Ausbildung. Weil sie Passagiere mitnehmen konnten, flogen sie auch Kommandanten zwischen Flugplätzen und nach dem Krieg diplomatische Gäste.
- Junkers Ju 52 (ab 1939): Drei „Tante Ju“ kamen zur Fliegertruppe und übernahmen später auch Transportaufgaben für den Bund. Ihre Geschichte erzählt der Beitrag Ju 52 – Tante Ju.
- Beechcraft Twin Bonanza (ab Mitte der 1950er): Weil die Bf 108 Ermüdungsschäden zeigten, kaufte der Bund drei Twin Bonanza. Sie flogen Bundesvertreter rund 30 Jahre lang.
- Learjet 35A (ab 1987): Zwei Learjet kamen von der Rega. Einer blieb bis 2006 im Dienst.
- Pilatus PC-24 (T-786): Der Schweizer Businessjet von Pilatus wurde Anfang 2019 übergeben. Weil die Reichweite für längere Reisen zu knapp war, verkaufte der Bund ihn im Oktober 2022 an ein privates Unternehmen.
Die historischen Flugzeuge der Schweizer Luftwaffe kannst du dir im Flieger-Flab-Museum Dübendorf ansehen. Dübendorf ist bis heute ein wichtiger Standort der Luftwaffe, und vom Museum am Flugplatz Dübendorf aus verbindest du Geschichte und aktuellen Flugbetrieb.
Woran du die Bundesratsjets erkennst
Die Bundesratsjets wirken auf den ersten Blick wie gewöhnliche Businessjets. Die entscheidenden Unterschiede liegen im Detail: Statt eines Airline-Logos tragen sie Schweizer Hoheitszeichen, und statt eines HB-Kennzeichens steht eine T-Kennung am Rumpf. Genau diese Kennung ist dein wichtigstes Beweisstück auf dem Foto.
Typ einordnen
Drei Hecktriebwerke sprechen für den Falcon, ein sehr langer Rumpf mit zwei Hecktriebwerken für die Global 7500.
Kennung lesen
Ein T mit 7 vorn heißt Flächenflugzeug, mit 3 vorn Hubschrauber. Die Kennung bestimmt das Einzelflugzeug eindeutig.
Tracker abgleichen
SUI plus Nummer bestätigt einen Flug der Luftwaffe – den Typ musst du trotzdem selbst prüfen.
Sauber notieren
Halte Kennung, Typ, Ort und Datum fest. So bleibt die Sichtung auch bei Flottenwechseln eindeutig.
Bei Businessjets ist die Typbestimmung oft die eigentliche Herausforderung. Gulfstream, Global, Falcon und Challenger sehen sich aus der Ferne ähnlich. Eine ausführliche Hilfe bietet der Beitrag Businessjet-Typen unterscheiden, allgemeine Tipps gibt es unter Businessjets spotten.
Achtung Verwechslung
An Schweizer Flughäfen stehen viele private Global, Falcon und Challenger mit HB-Kennzeichen. Ohne T-Kennung ist es kein Bundesratsjet. Und ausländische Regierungsflieger tragen oft ebenfalls Weiß mit Nationalfarben – wie du sie einordnest, steht im Beitrag Regierungsflugzeuge spotten.
Den LTDB spotten
Einen öffentlichen Flugplan gibt es nicht. Deine Chancen hängen davon ab, wo du stehst und welche Reisen gerade anstehen.
Bern-Belp ist die Heimatbasis und damit der Ort mit der größten Regelmäßigkeit. Der Flughafen ist klein, der Linienverkehr überschaubar – ein Staatsflug fällt hier eher auf als an einem großen Drehkreuz. Infos zum Platz findest du auf der Seite zum Flughafen Bern.
Payerne ist ein Militärflugplatz der Luftwaffe in der Waadt und vorerst Standort der Global 7500. Für Militärflugplätze gelten eigene Regeln – lies vorher den Beitrag Militärflugplätze fotografieren.
Zürich und Genf bringen die Bundesratsjets vor allem dann, wenn internationale Gäste ankommen oder Bundesräte zu Konferenzen reisen. Dort siehst du außerdem Staatsflieger aus aller Welt. Infos zu den Plätzen findest du bei Flughafen Zürich und Flughafen Genf. Für die Spots helfen dir die Guides Planespotting in Zürich und Planespotting in Genf sowie die Zuschauerterrasse B am Flughafen Zürich und die Aussichtsterrasse am Flughafen Genf.
Gute Chancen, wenn …
- du in Bern-Belp spottest und Zeit mitbringst
- eine Auslandsreise eines Bundesrats angekündigt ist
- in der Schweiz eine große Konferenz oder ein Gipfel stattfindet
Prüf es vorher, wenn …
- du gezielt die Global 7500 suchst – ihr Standort wechselt von Payerne nach Bern
- du dich nur auf Tracker verlässt – Militärflüge fehlen dort manchmal
Eher kein Erfolg, wenn …
- du einen festen Flugplan erwartest – den gibt es beim LTDB nicht
Sicherheit und Regeln
Rund um Staatsflüge gelten oft verschärfte Sicherheitsmaßnahmen. Fotografiere nur von öffentlichen Bereichen aus, folge Anweisungen von Polizei und Militär und betritt keine Sperrzonen. Was in der Schweiz rechtlich gilt, erklärt der Beitrag Planespotting in der Schweiz.
Häufige Verwechslungen
- Den LTDB für eine Airline halten – er ist eine Formation der Luftwaffe ohne Ticketverkauf und ohne IATA-Code.
- Jeden Schweizer Businessjet für einen Bundesratsjet halten – nur Maschinen mit T-Kennung gehören dazu.
- SUI automatisch mit einem Bundesratsjet gleichsetzen – unter dem Code fliegt die ganze Luftwaffe.
- Global 7500 und Global 6000 verwechseln – die 7500 hat einen deutlich längeren Rumpf.
- Den PC-24 noch zur Flotte zählen – er wurde im Oktober 2022 verkauft.
- Den LTDB mit der Rega verwechseln – die Rega ist eine eigenständige Stiftung mit HB-Kennzeichen, auch wenn der LTDB früher Learjets von dort übernommen hat.
Deine Bundesratsjet-Sichtung teilen
Poste deine Sichtung mit Foto, Typ, Kennung und Spot, sammle Likes und Kommentare in der Community und plane mit dem Sonnenstand-Planer das beste Licht für den nächsten Versuch. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Der Lufttransportdienst des Bundes ist eine kleine Staatsflotte und gerade deshalb ein reizvolles Ziel. Mit der Global 7500 hat er ein neues Flaggschiff, der Falcon 900EX bleibt vorerst, und dazu kommen Turboprops und Hubschrauber. Wer die T-Kennungen lesen kann, Bern-Belp und Payerne im Blick behält und die Nachrichtenlage verfolgt, macht aus Zufallssichtungen eine gezielte Jagd.
Kurzfazit
Der LTDB (ICAO SUI, Rufzeichen „SWISS AIR FORCE“) ist eine Formation der Schweizer Luftwaffe mit Basis in Bern-Belp. Die T-Kennung wie T-785 oder T-787 zeigt dir eindeutig, welchen Bundesratsjet du vor dir hast.
Zusammenfassung
- Schweizer Staatsflieger erkennst du an der T-Kennung, den Schweizer Hoheitszeichen und dem Tracker-Code SUI.
- Die Flotte ist klein und bunt gemischt: Global 7500, Falcon 900EX, die auslaufende Citation Excel, zwei Turboprops und zwei EC135.
- Bern-Belp ist der Platz mit der größten Regelmäßigkeit; Zürich und Genf bringen Staatsflieger aus aller Welt dazu.
- Einen öffentlichen Flugplan gibt es nicht. Nachrichtenlage, Tracker und Geduld sind deine wichtigsten Werkzeuge – immer von öffentlichem Gelände aus.
Häufige Fragen
Was ist der Lufttransportdienst des Bundes?
Der Lufttransportdienst des Bundes (LTDB) betreibt die Flugzeuge und Hubschrauber der Schweizer Bundesbehörden. Er ist eine militärische Formation der Luftwaffe mit Sitz am Flughafen Bern-Belp und fliegt vor allem Mitglieder des Bundesrats, des Parlaments und der Departemente. Umgangssprachlich heißen seine Jets „Bundesratsjets“.
Welchen IATA- und ICAO-Code hat der LTDB?
Einen IATA-Code gibt es nicht, weil der LTDB keine Tickets verkauft. Die Flüge laufen unter dem ICAO-Code der Schweizer Luftwaffe, SUI, und dem Rufzeichen „SWISS AIR FORCE“. Auf Flugtrackern erscheint ein Staatsflug deshalb mit SUI und einer Nummer.
Welche Flugzeuge fliegt der LTDB?
Zu den Jets zählen eine Bombardier Global 7500 (T-787) und ein Dassault Falcon 900EX (T-785). Dazu kommen zwei Turboprops – in Quellen genannt werden eine Beechcraft Super King Air (T-721) und eine DHC-6 Twin Otter (T-741) – sowie zwei EC135-Hubschrauber (T-351, T-352). Die Cessna Citation Excel (T-784) wird durch die Global 7500 ersetzt.
Wann kam die Global 7500 in die Schweiz?
Bombardier übergab die Global 7500 am 17. Dezember 2024 in Montréal, am Abend des 19. Dezember 2024 landete sie in Payerne. Der Bundesrat hatte die Beschaffung im August 2023 beschlossen; die Kosten lagen bei rund 103 Millionen Franken. In den ersten rund zwei Jahren ist der Jet in Payerne stationiert, danach in Bern-Belp.
Wird der Falcon 900EX ebenfalls ersetzt?
Nicht sofort. Der Bund hat entschieden, den Ersatz des Falcon 900EX T-785 wegen der Lage der Bundesfinanzen zu einem späteren Zeitpunkt erneut zu prüfen. Der Falcon mit Baujahr 2008 bleibt damit vorerst im Einsatz.
Was bedeutet die Kennung T-785?
Schweizer Militärluftfahrzeuge tragen statt eines HB-Kennzeichens eine Kennung aus Buchstabe und Zahl. Das T steht für Transport. Die erste Ziffer verrät die Klasse: 7 für Flächenflugzeuge wie den Falcon (T-785), 3 für Hubschrauber wie die EC135 (T-351).
Hat der LTDB noch einen Pilatus PC-24?
Nein. Der Bund hatte Anfang 2019 einen PC-24 (T-786) übernommen. Weil seine Reichweite für längere Reisen nur bedingt reichte, wurde er im Oktober 2022 an ein privates Unternehmen verkauft. Den Schweizer Businessjet siehst du heute also nicht mehr mit T-Kennung.
Wo kann ich den LTDB spotten?
Am regelmäßigsten in Bern-Belp, der Heimatbasis. Die Global 7500 ist zunächst in Payerne stationiert. Daneben tauchen die Jets an Flughäfen auf, an denen Bundesräte zu Treffen reisen. Fotografiere nur von öffentlich zugänglichen Bereichen aus und halte Abstand zu militärischen Sperrzonen.
Lufttransportdienst des Bundes im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
Bombardier Global 7500
Zwei Triebwerke am Heck, ein T-Leitwerk und ein Rumpf, so lang wie bei einem kleinen Regionaljet: Die Global 7500 ist einer der größten Businessjets der Welt. So erkennst du sie.
FlugzeugtypDassault Falcon 900
Drei Triebwerke am Heck, ein breiter Rumpf und über vier Jahrzehnte Bauzeit: Die Falcon 900 machte den Dreistrahler-Businessjet groß und fliegt bis heute Regierungen und Unternehmen. So erkennst du sie und ihre Varianten von 900B bis 900LX.
FlugzeugtypCessna Citation Excel/XLS
Gerader Flügel, Kreuzleitwerk, Stehhöhe in der Kabine: Die Citation Excel und ihre XLS-Nachfolger gehören zu den meistgebauten Midsize-Jets überhaupt. In Europa begegnen sie dir oft mit portugiesischem Kennzeichen bei NetJets Europe.
FlugzeugtypPilatus PC-24
Ein Businessjet, der auf Gras, Kies und Schnee landen darf und eine Frachttür wie ein Lieferwagen hat: Der Pilatus PC-24 aus der Schweiz ist ein Sonderling unter den Jets. So erkennst du ihn.
FlugzeugtypBeechcraft 1900D
19 Sitze, zwei PT6A, ein Buckel über der Kabine und kleine Flossen überall am Heck: Die Beechcraft 1900D ist der Zubringer-Turboprop, der Kanada, die USA und viele Inselnetze geprägt hat. So erkennst du sie.
FlugzeugtypBeechcraft King Air 350
Die größte King Air ist Geschäftsreiseflugzeug, Vermessungsplattform und militärisches Aufklärungsflugzeug in einem. So erkennst du die King Air 350 und ihre Varianten – und unterscheidest sie von der kleineren King Air 200.
FlugzeugtypDe Havilland Canada DHC-6 Twin Otter
Hochdecker mit Flügelstreben, starres Fahrwerk, zwei schlanke PT6-Turboprops: Die Twin Otter landet auf Strand, Wasser, Schnee und Schotter. So erkennst du den kanadischen Klassiker.
FlugzeugtypAirbus Helicopters H135
Kompakt, zweimotorig, mit ummanteltem Heckrotor: Der H135 aus Donauwörth ist das Rückgrat der Luftrettung in Deutschland und Österreich. So erkennst du ihn und hältst ihn vom größeren H145 auseinander.
Weitere Airlines
Flugbereitschaft des BMVg
Der Lufttransportverband der Luftwaffe für Regierung, Parlament und Bundeswehr: drei Airbus A350-900, A319, A321 und A321LR, Bombardier Global 5000 und 6000 sowie Cougar-Hubschrauber – mit militärischen Kennungen statt Kennzeichen und Basen in Köln/Bonn und Berlin.
CharterRega – Schweizerische Rettungsflugwacht
Die Schweizer Luftrettung als Stiftung: drei Ambulanzjets Challenger 650 am Flughafen Zürich, eine Helikopterflotte im Umbruch zum H145 D3, 14 Einsatzbasen – und ein gescheitertes Allwetter-Projekt mit dem AW169-FIPS.
NetzwerkSwiss International Air Lines
Die Schweizer Netzwerk-Airline mit dem roten Leitwerk: 2002 aus Crossair und dem Erbe der Swissair entstanden, heute Teil der Lufthansa Group und Mitglied der Star Alliance.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Flughafen Bern-Belp
Der kleine Flughafen der Bundesstadt: eine 1730 Meter lange Asphaltpiste im Aaretal, eine wechselvolle Airline-Geschichte mit dem Höhepunkt und dem Absturz von SkyWork – und mit dem Lufttransportdienst des Bundes ein Platz, an dem du Bundesratsjets, Rega-Helikopter und Kleinflugzeuge aus nächster Nähe siehst.
HerstellerBombardier
Bombardier hat den Regionaljet in Europa populär gemacht, die heutige A220 entwickelt und Learjet, Canadair und de Havilland Canada unter einem Dach vereint. Heute baut der Konzern aus Montreal nur noch Businessjets – und die siehst du an Genf, Le Bourget oder Nizza öfter, als du denkst.
HerstellerDassault Aviation
Dassault Aviation baut in Frankreich Kampfjets und die Businessjets der Falcon-Familie. Für Spotter heißt das: Rafale auf Airshows und Militärflugplätzen, Falcons auf jedem größeren Flughafen mit Geschäftsreiseverkehr – und mit ein paar Merkmalen am Heck lassen sich die Modelle sicher auseinanderhalten.
HerstellerPilatus Aircraft
Pilatus aus Stans baut seit 1939 Flugzeuge in der Zentralschweiz – vom Buschflieger PC-6 Porter über die Trainer PC-7, PC-9 und PC-21 bis zum Einmotorer PC-12 und dem Businessjet PC-24. Wer die Familien an Propeller, Cockpit und Leitwerk unterscheiden kann, hat an jedem Business-Aviation-Vorfeld einen Vorsprung.
Wo du Lufttransportdienst des Bundes vor die Linse bekommst
Spotting-Spots, an denen diese Airline regelmäßig zu sehen ist – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
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