Das Wichtigste in Kürze
- Der Learjet 35 ist ein Klassiker: Erstflug 1973, gebaut bis 1994, mit mehreren hundert Exemplaren einer der meistgebauten Businessjets seiner Generation.
- Die Tiptanks sind das Markenzeichen. Spätere Learjets verzichten darauf – damit trennst du die 35/36 schnell vom Learjet 45, 60 oder 75.
- Die Learjet 36 ist die Langstrecken-Schwester: gleiche Zelle, größerer Rumpftank, dafür weniger Platz in der Kabine.
- In Deutschland fliegt die GFD eine Flotte aus Learjet 35A und 36A für die Flugzieldarstellung der Bundeswehr, stationiert am Fliegerhorst Hohn.
- Im Tracking läuft der Typ als LJ35; GFD-Flüge erkennst du am Rufzeichen KITE – sofern sie überhaupt angezeigt werden.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist der Learjet 35/36?
- 2.Learjet 35 oder 36: der Unterschied
- 3.So erkennst du den Learjet 35/36
- 4.Learjet 35 bei der GFD: Gegner auf Bestellung
- 5.Militärische Learjet 35 weltweit
- 6.Verwechslungsgefahr: Familie und Konkurrenz
- 7.Wo du den Learjet 35/36 antriffst
- 8.Fototipps für den Learjet 35/36
- 9.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 10.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Gates Learjet (Wichita, USA); Learjet gehört seit 1990 zu Bombardier |
|---|---|
| Klasse | Leichter bis mittlerer Businessjet |
| ICAO-Typcode | LJ35 (die Learjet 36 wird in der Regel ebenfalls unter LJ35 geführt) |
| Erstflug Learjet 35 | 22. August 1973 |
| Zulassung | Learjet 35 und 36 gemeinsam im Juli 1974 (FAA) |
| Varianten 35A/36A | ab 1976, mit verbesserten Triebwerken und höherem Abfluggewicht |
| Bauzeit | 1973/74 bis 1994 |
| Stückzahl | je nach Quelle rund 675 bis rund 740 Exemplare (35 und 36 zusammen) |
| Triebwerke | 2 × Garrett (heute Honeywell) TFE731-2, je rund 15,6 kN |
| Länge | rund 14,8 m |
| Spannweite | rund 12,0 m (über die Flügelspitzentanks) |
| Höhe | rund 3,7 m |
| Max. Startgewicht | rund 8,2–8,3 t |
| Passagiere | Learjet 35: bis zu 8; Learjet 36: bis zu 6 |
| Dienstgipfelhöhe | 45.000 ft |
| Besatzung | 2 Piloten |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Große, zigarrenförmige Tanks an den Flügelspitzen – das klassische Learjet-Merkmal, das spätere Modelle wie Learjet 31, 45, 60 und 75 nicht mehr haben
- Schlanker, niedriger Rumpf mit T-Leitwerk und zwei Triebwerken seitlich am Heck
- Vergleichsweise dicke, kurze Triebwerksgondeln der TFE731-Turbofans – der Vorgänger Learjet 25 hat dagegen schlanke, lange Gondeln der CJ610-Strahltriebwerke
- Flacher, ungepfeilter wirkender Tiefdecker-Flügel ohne Winglets, dazu ein spitz zulaufender Bug
- Learjet 35 und 36 sehen von außen nahezu gleich aus; die 36 hat einen größeren Rumpftank und dafür eine kürzere Kabine
- GFD-Maschinen tragen deutsche Kennzeichen der Klasse D-C… und haben oft Aufhängepunkte und Behälter unter den Flügeln
Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein kleiner, schlanker Jet zieht mit hellem Fauchen über die Felder Schleswig-Holsteins, an den Flügelspitzen hängen dicke Tanks, unter den Tragflächen Behälter, die du an keinem Geschäftsreisejet erwarten würdest. Das ist ziemlich sicher ein Learjet 35 oder 36 der GFD – unterwegs, um für Luftwaffe, Heer oder Marine einen Gegner darzustellen. Hier erfährst du, wie du den Klassiker unter den Businessjets erkennst, was 35 und 36 unterscheidet und warum der Typ in Deutschland vor allem als Zieldarstellungsflugzeug bekannt ist.
LJ35 im Hangar sammeln
Mit Planetrack hältst du jede Learjet-Sichtung mit Foto, Kennzeichen, Betreiber, Flughafen und Spot fest und baust dir deine Businessjet-Sammlung auf. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Was ist der Learjet 35/36?
Der Learjet 35 ist ein zweistrahliger Businessjet für bis zu acht Passagiere und zwei Piloten. Entwickelt und gebaut wurde er von Gates Learjet in Wichita, Kansas. Der Name geht auf Bill Lear zurück, der den ersten Learjet in den 1960er-Jahren auf den Markt brachte und damit das Segment der schnellen, kleinen Geschäftsreisejets praktisch erfand. 1990 übernahm Bombardier die Marke Learjet, weshalb der Typ heute meist unter Bombardier einsortiert wird – obwohl die 35 und 36 lange vor dieser Übernahme entstanden.
Technisch ist der Learjet 35 eine Weiterentwicklung des Learjet 25. Dessen Strahltriebwerke waren durstig und laut. Learjet testete deshalb ab 1971 einen umgebauten 25 mit einem neuen Garrett-Turbofan auf einer Seite und dem alten Triebwerk auf der anderen. Daraus wurde ein eigener Typ mit etwas längerem Rumpf und größerer Spannweite, zunächst noch als Learjet 26 bezeichnet. Der Prototyp des Learjet 35 flog am 22. August 1973, im Juli 1974 ließ die US-Luftfahrtbehörde FAA den Learjet 35 und die Learjet 36 gemeinsam zu.
1976 kamen die verbesserten Versionen 35A und 36A mit leistungsfähigeren Triebwerken und höherem Abfluggewicht. Sie bilden den Großteil der gebauten Flotte. Die Produktion lief bis 1994. Wie viele Exemplare insgesamt entstanden, hängt davon ab, wie man zählt: Nachschlagewerke nennen für die gesamte Familie Werte zwischen rund 675 und rund 740 Maschinen. So oder so gehört der Typ zu den meistgebauten Businessjets seiner Zeit.
Learjet 35 oder 36: der Unterschied
Die beiden Versionen sind Zwillinge mit unterschiedlicher Aufgabenverteilung. Die Zelle, die Triebwerke und das Cockpit sind gleich. Der Unterschied steckt im Rumpf: Die Learjet 36 hat einen deutlich größeren Treibstofftank, der die Reichweite um mehrere hundert Kilometer erhöht. Dafür ist die Passagierkabine rund 45 Zentimeter kürzer. Statt bis zu acht passen nur bis zu sechs Fluggäste hinein.
| Merkmal | Learjet 35/35A | Learjet 36/36A |
|---|---|---|
| ICAO-Typcode | LJ35 | in der Regel ebenfalls LJ35 |
| Zulassung | 1974 (35A ab 1976) | 1974 (36A ab 1976) |
| Passagiere | bis zu 8 | bis zu 6 |
| Rumpftank | Standard | vergrößert |
| Reichweite | geringer | deutlich größer |
| Außenansicht | praktisch identisch | praktisch identisch |
Für Spotter heißt das: Von außen trennst du 35 und 36 kaum. Das Kennzeichen und eine Datenbank geben den Ausschlag. Die GFD nennt für ihre eigenen Maschinen übrigens eine maximale Reichweite von rund 1.700 nautischen Meilen für die 35A (rund 1.900 mit vergrößerten Tiptanks) und rund 2.100 nautischen Meilen für die 36A.
So erkennst du den Learjet 35/36
Der Learjet 35 gehört zu den Businessjets, die du mit etwas Übung schon aus großer Entfernung erkennst. Drei Prüfschritte reichen meist.
Flügelspitzen prüfen
Die großen, zigarrenförmigen Tiptanks sind das stärkste Merkmal. Sie hängen fest an den Flügelenden und werden am Boden direkt betankt. Moderne Learjets wie 45, 60 und 75 haben stattdessen Winglets.
Rumpf und Leitwerk
Ein schlanker, niedriger Rumpf mit spitzem Bug, ein T-Leitwerk und zwei Triebwerke seitlich am Heck. Der Jet wirkt im Vergleich zu einer Citation oder Challenger sehr flach und sportlich.
Triebwerksgondeln
Die TFE731-Gondeln sind relativ kurz und dick. Beim älteren Learjet 25 sind sie schmaler und länger – das trennt die beiden Generationen, die sonst sehr ähnlich aussehen.
Zusammen mit dem Typcode LJ35 im Tracking-Dienst ist die Bestimmung dann eindeutig. Ob es eine 35A oder 36A ist, zeigt erst die Abfrage des Kennzeichens. Wie das geht, erklärt Flugzeug nach Kennzeichen verfolgen.
Praxis-Tipp: Unterflügel im Blick
Bei GFD-Learjets lohnt ein Foto von schräg unten: Unter den Flügeln sitzen je nach Auftrag Schleppwinden, Störsender oder Simulationsbehälter. Mit Planetrack postest du die Sichtung mit Foto, Kennzeichen und Spot und siehst später in deinem Hangar, welche Konfiguration du erwischt hast.
Learjet 35 bei der GFD: Gegner auf Bestellung
In Deutschland ist der Learjet 35 vor allem durch die GFD GmbH bekannt, früher Gesellschaft für Flugzieldarstellung. Das Unternehmen gehört zu Airbus Defence and Space und hat seinen Sitz und seine fliegerische Basis am Fliegerhorst Hohn in Schleswig-Holstein. Seine Aufgabe: Es stellt Luftziele dar, damit Soldatinnen und Soldaten den Umgang mit anfliegenden Flugzeugen und Flugkörpern üben können.
Die Geschichte reicht weiter zurück als die Firma selbst. Schon 1966 übernahm Condor, damals eine Lufthansa-Tochter, die Flugzieldarstellung mit Jets – zunächst mit Canadair Sabre von Sylt aus, ab 1974 mit Fiat G.91. 1976 zog der Betrieb nach Hohn. 1989 gründeten Condor und Aero-Dienst Nürnberg die GFD, die auf Learjet 35 und 36 umstieg. Ein Learjet konnte zwei Schleppziele mitnehmen statt nur eines. Ein langfristiger Vertrag mit dem damaligen Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung ließ die Flotte ab 1997 wachsen, 2002 übernahm EADS die Firma.
Was die Learjets heute leisten, beschreibt die GFD selbst so:
- Schleppziele: Winden unter den Flügeln ziehen harte und weiche Ziele an bis zu 6,5 Kilometer langen Seilen hinter sich her. Darauf schießen Flugabwehr an Land und auf See mit Rohrwaffen und Lenkflugkörpern.
- Elektronische Kampfführung: Mit Störsendern und Täuschkörpern unter den Flügeln fliegen die Jets Einsätze, bei denen Radar- und Funksysteme gestört werden – ein Training unter realistischen Bedingungen.
- Bedrohungsdarstellung: Ein selbst entwickelter Behälter sendet die Signaturen echter oder generischer Radare aus und simuliert so anfliegende Flugzeuge oder Flugkörper, auch als Profile für Angriffe auf Schiffe.
- Red Air: Die Learjets spielen in Übungen den Gegner für Jagdflugzeuge wie den Eurofighter Typhoon.
- Flugvermessung: Dazu kommen Vermessungsflüge an Flugplätzen der Bundeswehr sowie Aufträge für Behörden, Industrie, NATO-Partner und Forschungseinrichtungen.
Die Flottengröße hat sich über die Jahre verändert. Die GFD nennt auf ihrer Website 16 Learjets der Typen 35A und 36A, ein Nachschlagewerk listete mit Stand Mai 2023 insgesamt 14 Maschinen. Die Maschinen tragen deutsche Kennzeichen der Gewichtsklasse D-C…, im Funk und im Tracking erkennst du sie am Rufzeichen KITE. Wie die deutschen Kennzeichenklassen aufgebaut sind, erklärt Deutsche Luftfahrzeugkennzeichen.
Zwei schwere Unfälle
Der Einsatz ist nicht ohne Risiko. Im Juni 2014 kollidierte ein GFD-Learjet bei einer Übung über dem Sauerland mit einem Eurofighter, beide Learjet-Piloten kamen ums Leben. Im Mai 2023 stürzte eine weitere Maschine kurz nach dem Start in Hohn ab; auch hier starben beide Besatzungsmitglieder. Ein Zwischenbericht zum Unfall von 2023 beschrieb den Ablauf, eine Ursache stand darin noch nicht fest.
Militärische Learjet 35 weltweit
Nicht nur die GFD setzt auf den Learjet. Seine Kombination aus Tempo, Gipfelhöhe und überschaubaren Betriebskosten macht ihn für Streitkräfte interessant.
- USA: Die US Air Force erhielt ab 1984 Learjet 35A unter der Bezeichnung C-21A. Die Jets dienen als Verbindungs- und Transportflugzeuge und können für Verwundetentransporte ausgerüstet werden. Die einst große Flotte schrumpfte deutlich; 2019 waren noch 19 Maschinen im Bestand. Auch die US Navy nutzte einzelne Learjet 35/36.
- Japan: Die japanischen Marineflieger flogen sechs U-36A als Trainings- und Mehrzweckflugzeuge. Die letzte wurde im März 2025 außer Dienst gestellt.
- Europa: Die finnischen Luftstreitkräfte betreiben einige Learjet 35. In Schweden flogen ab den 1980er-Jahren zivile Firmen wie Swedair Learjets als Zielschlepper.
- Lateinamerika: Die brasilianische Luftwaffe fliegt mehrere Learjet 35, einzelne Maschinen stehen oder standen außerdem bei den Luftstreitkräften von Argentinien, Chile, Peru und Uruguay im Dienst.
Militärische Learjets sind in Tracking-Diensten oft nur teilweise sichtbar. Wie du sie trotzdem findest, steht in Militärflugzeuge online verfolgen; warum manche Positionen nur per Multilateration auftauchen, erklärt MLAT einfach erklärt.
Keinen KITE-Learjet mehr verpassen
Richte Sichtungs-Alarme für einzelne Kennzeichen oder den Typ LJ35 ein – Planetrack benachrichtigt dich, wenn sie anfliegen oder landen. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Verwechslungsgefahr: Familie und Konkurrenz
Der Learjet 35 hat viele Verwandte und einige Konkurrenten in derselben Größenklasse. Der Finder hilft beim Eingrenzen.
Schnellbestimmung: Learjet 35 oder nicht?
Learjet 35/36
Tiptanks, T-Leitwerk und schlanker Rumpf passen. Ob 35A oder 36A, verrät das Kennzeichen.
Jüngerer Learjet (45, 60, 75)
Winglets statt Tiptanks – das ist eine spätere Generation der Learjet-Familie.
Hawker / HS 125
Größerer, höherer Rumpf und ein Höhenleitwerk, das nicht ganz oben sitzt.
Cessna Citation
Höhenleitwerk tief am Heck, gerader Flügel ohne Tanks – typisch für die Citation-Familie.
Der Learjet 45 und der Learjet 75 haben einen höheren, runderen Rumpf und Winglets, der Learjet 60 ist deutlich länger. Die HS 125 bzw. Hawker 800 wirkt bulliger und hat das Höhenleitwerk nicht ganz oben. Die Citation Excel/XLS trägt ihr Höhenleitwerk tief am Heck. Und die Dassault Falcon 20 – ebenfalls ein Klassiker im Zieldarstellungs- und Sondereinsatz – ist größer und hat einen gepfeilten Flügel ohne Tiptanks. Eine Merkmalsübersicht aller großen Familien gibt der Guide Businessjet-Typen unterscheiden.
Wo du den Learjet 35/36 antriffst
GFD-Learjets starten in Hohn, sind aber dort im Einsatz, wo geübt wird – über Nord- und Ostsee, über Truppenübungsplätzen und im Umfeld der Eurofighter-Verbände. Ein Fliegerhorst ist kein Besucherflughafen: Fotografiere nur von öffentlich zugänglichen Flächen und beachte die Regeln aus Militärflugplätze fotografieren. Gute Gelegenheiten bieten offene Tage, wie im Beitrag Tag der Bundeswehr und offene Tage der Luftwaffe beschrieben. Wo die Eurofighter fliegen, mit denen die Learjets üben, steht in Eurofighter in Deutschland spotten; einer der Standorte ist der zivil mitgenutzte Flughafen Rostock-Laage.
Zivile Learjet 35 fliegen heute vor allem als Ambulanz- und Charterjets. Du triffst sie dort, wo Geschäftsreise- und Ambulanzverkehr zusammenkommen:
- In Norddeutschland am Flughafen Hamburg mit der Besucherterrasse und am Flughafen Bremen mit seiner Besucherterrasse.
- Im Rheinland am Flughafen Köln/Bonn, wo die Besucherterrasse einen guten Blick auf den Geschäftsverkehr bietet.
- An den großen Businessjet-Drehscheiben Genf mit der Aussichtsterrasse und Paris-Le Bourget.
| Ort | Trefferchance | Warum |
|---|---|---|
| Umfeld Hohn / Übungsräume Norddeutschland | mittel | GFD-Heimatbasis, Einsätze nach Übungsplan |
| Genf, Paris-Le Bourget | mittel | viel Businessjet-Verkehr, ältere Jets werden seltener |
| Hamburg, Bremen, Köln/Bonn | gering bis mittel | gelegentliche Ambulanz- und Charterflüge |
Nicht immer sichtbar
Militärische Aufträge und manche zivile Betreiber lassen ihre Daten in Tracking-Diensten filtern. Verlass dich nicht allein auf die App deiner Wahl, sondern achte auch auf typische Übungszeiten und das Wetter.
Fototipps für den Learjet 35/36
Klein und schnell
Der Learjet ist kurz und wirkt im Sucher schnell winzig. Plane eine längere Brennweite ein und nutze eine kurze Verschlusszeit – der Jet ist in der Luft flott unterwegs.
Kennzeichen sichern
Weil 35 und 36 von außen gleich aussehen, ist ein lesbares Kennzeichen Pflicht.
Licht von der richtigen Seite
Viele Learjets sind weiß mit dünnen Zierstreifen. Mit der Sonne im Rücken bleiben Details und Unterflügelbehälter sichtbar. Den passenden Zeitpunkt planst du mit dem Sonnenstand-Planer.
Bereit für die Learjet-Jagd?
- Ich habe einen Tracking-Filter auf LJ35 gesetzt.
- Ich kenne das Rufzeichen KITE der GFD.
- Mein Standpunkt ist öffentlich zugänglich und erlaubt.
- Ich habe eine Brennweite dabei, die auch kleine Jets füllt.
- Ich kann ein Kennzeichen in einer Datenbank nachschlagen.
Allgemeine Tipps rund um Geschäftsreisejets findest du im Guide Businessjets spotten.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für den Learjet 35/36, wenn …
- dicke Tanks an den Flügelspitzen hängen
- T-Leitwerk und zwei Hecktriebwerke zu sehen sind
- der Rumpf schlank und niedrig wirkt
- im Tracking-Dienst LJ35 oder das Rufzeichen KITE steht
Sieh genauer hin, wenn …
- du 35 und 36 unterscheiden willst – das geht nur übers Kennzeichen
- die Triebwerksgondeln auffallend lang und schmal wirken – dann kann es ein älterer Learjet 25 sein
- der Jet Tiptanks hat, aber deutlich kleiner wirkt – dann eventuell ein Learjet 24
Es ist kein Learjet 35/36, wenn …
- Winglets statt Tiptanks zu sehen sind – dann eher ein Learjet 45, 60 oder 75
- das Höhenleitwerk tief am Rumpf sitzt – dann eher eine Citation
- der Rumpf breit und bauchig ist – dann eher eine Challenger 604
Fazit
Der Learjet 35/36 ist ein Businessjet aus den 1970er-Jahren, der sich erstaunlich lange gehalten hat. Tiptanks, T-Leitwerk und ein schlanker Rumpf machen ihn leicht erkennbar, der Typcode LJ35 bestätigt die Familie, und das Kennzeichen klärt, ob es eine 35A oder 36A ist. In Deutschland hat der Typ eine besondere Rolle: Als Zieldarstellungsflugzeug der GFD aus Hohn spielt er seit Jahrzehnten den Gegner für Flugabwehr und Jagdflieger. Wer einen KITE-Learjet mit Behältern unter den Flügeln erwischt, hat eine Sichtung, die so nicht jeder im Hangar hat.
Kurzfazit
Klein, schnell, mit dicken Tanks an den Flügelspitzen: Das ist der Learjet 35/36. Der Typcode LJ35 bestätigt die Familie, das Kennzeichen die Variante – und das Rufzeichen KITE verrät die Zieldarstellungs-Learjets der GFD.
Zusammenfassung
- Der Learjet 35 entstand Anfang der 1970er-Jahre als Weiterentwicklung des Learjet 25 mit sparsameren Turbofan-Triebwerken von Garrett.
- Learjet 35 und 36 wurden 1974 zugelassen, ab 1976 folgten die verbesserten Versionen 35A und 36A; die Produktion endete 1994.
- Militärisch flog und fliegt der Typ unter anderem als C-21A bei der US Air Force und als U-36A in Japan, dazu bei mehreren Luftstreitkräften in Südamerika sowie in Finnland.
- Die GFD GmbH, eine Tochter von Airbus Defence and Space, nutzt Learjet 35A und 36A für Schleppziele, elektronische Kampfführung und Bedrohungsdarstellung im Training der Streitkräfte.
Häufige Fragen
Welchen ICAO-Typcode hat der Learjet 35?
Der Learjet 35 läuft unter LJ35. Die Learjet 36 wird in gängigen Typdatenbanken als Langstreckenvariante desselben Musters geführt und taucht im Tracking deshalb in der Regel ebenfalls als LJ35 auf. Welche Version kommt, klärst du über das Kennzeichen. Mehr zu den Codes steht in ICAO-Typcodes erklärt.
Was ist der Unterschied zwischen Learjet 35 und 36?
Die Zelle ist dieselbe. Die Learjet 36 hat einen größeren Tank im Rumpf und kommt damit deutlich weiter, dafür ist die Passagierkabine kürzer: Statt bis zu acht passen nur bis zu sechs Fluggäste hinein. Von außen sind beide kaum zu unterscheiden.
Was macht die GFD mit ihren Learjets?
Die GFD GmbH stellt für die Bundeswehr und weitere Kunden Luftziele dar. Ihre Learjets schleppen Ziele für Flugabwehr-Übungen, tragen Störsender für das Training der elektronischen Kampfführung und simulieren mit Spezialbehältern die Radarsignatur anfliegender Flugzeuge oder Flugkörper. Heimatbasis ist der Fliegerhorst Hohn in Schleswig-Holstein.
Wie viele Learjets fliegt die GFD?
Die Angaben schwanken je nach Stand. Die GFD selbst nennt auf ihrer Website 16 Learjets der Typen 35A und 36A; ein Nachschlagewerk führte mit Stand Mai 2023 insgesamt 14 Maschinen. Durch Unfälle und Wartungsplanung ändert sich die Zahl der aktiven Maschinen, prüfe deshalb im Zweifel den aktuellen Stand.
Wie unterscheide ich den Learjet 35 vom Learjet 45 oder 60?
Am schnellsten an den Flügelspitzen: Der 35/36 hat dicke Tiptanks, der Learjet 45 und der Learjet 60 haben dagegen nach oben gebogene Winglets. Der Learjet 60 ist außerdem deutlich länger, der 45 hat einen höheren, runderen Rumpf.
Ist der Learjet 35 eine seltene Sichtung?
Zivil wird er langsam seltener, weil viele Exemplare inzwischen über 40 Jahre alt sind und durch modernere Jets ersetzt werden. Ambulanz- und Charterbetreiber nutzen ihn aber weiterhin. In Norddeutschland sind die GFD-Learjets dagegen eine realistische Sichtung – wenn du weißt, wann und wo sie fliegen. Einordnen hilft Wie selten ist meine Sichtung?.
Was ist die C-21A?
Die C-21A ist die militärische Version des Learjet 35A für die US Air Force. Sie wurde ab 1984 ausgeliefert und dient als Verbindungs- und Transportflugzeug, auch für Verwundetentransporte. Die Flotte wurde über die Jahre stark verkleinert; 2019 waren noch 19 Maschinen im Bestand.
Welche Triebwerke hat der Learjet 35?
Zwei Turbofans vom Typ TFE731-2, ursprünglich von Garrett, heute unter dem Dach von Honeywell Aerospace. Jedes liefert rund 15,6 kN Schub. Gegenüber den Strahltriebwerken des Learjet 25 waren sie deutlich sparsamer und leiser.
Learjet 35/36 sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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