Beechcraft King Air 350

Die größte King Air ist Geschäftsreiseflugzeug, Vermessungsplattform und militärisches Aufklärungsflugzeug in einem. So erkennst du die King Air 350 und ihre Varianten – und unterscheidest sie von der kleineren King Air 200.

Auch bekannt als: Super King Air 350 · Beechcraft B300 · King Air 350i · King Air 350ER · King Air 360 · Raytheon King Air 350 · Hawker Beechcraft King Air 350

USABeechcraftTurbopropsICAO-Typcode: B35011 Min. Lesezeit

B350

ICAO-Typcode

1990

Markteinführung

14,2 m

Länge

11

Insassen max. (360)

Das Wichtigste in Kürze

  • Die King Air 350 ist die größte King Air: ein zweimotoriger Turboprop mit Druckkabine, entstanden als gestreckte und verbesserte Version der King Air 300.
  • Schnellster Erkennungsweg: T-Leitwerk plus Winglets plus langer Rumpf mit vielen Fenstern. Die King Air 200 ist kürzer und hat meist keine Winglets – Ausnahmen sind nachgerüstete Maschinen und manche King Air 250.
  • Der Typcode B350 umfasst 350, 350i, 350ER und 360 – die genaue Version klärst du über Kennzeichen und Register.
  • Ihre zweite Karriere sind Sondermissionen: Aufklärung, Vermessung, Flugvermessung, Ambulanz und Ausbildung, unter anderem bei der US Army, der Royal Air Force und der NOAA.
  • Im DACH-Raum ist sie ein typischer Gast an Regionalflughäfen und auf Geschäftsreiseflugplätzen – nicht alltäglich, aber auch kein Exot.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist die King Air 350?
  2. 2.Die Varianten im Überblick
  3. 3.So erkennst du die King Air 350
  4. 4.King Air 350, 200, 1900D oder PC-12?
  5. 5.Sondermissionen: die zweite Karriere der King Air 350
  6. 6.Spotting-Strategie im DACH-Raum
  7. 7.Fototipps speziell für die King Air 350
  8. 8.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
  9. 9.Fazit

Steckbrief

HerstellerBeech Aircraft, später Raytheon und Hawker Beechcraft, heute Textron Aviation (Wichita, USA)
WerksbezeichnungModel B300 (Fracht-Variante B300C)
ICAO-TypcodeB350
VorgängerKing Air 300 (Erstflug 3. September 1983)
Markteinführung 3501990
Spätere Versionen350ER (Zulassung 2007), 350i (ab 2009), 360 und 360ER (Zulassung 2020)
Triebwerke2 × Pratt & Whitney Canada PT6A-60A, je 1.050 WPS
Länge14,2 m
Spannweite17,65 m (mit Winglets)
Höhe4,4 m
Kabinerund 5,9 m lang, 1,37 m breit, 1,45 m hoch (King Air 360)
Insassenbis zu 11 Personen an Bord (King Air 360, Herstellerangabe)
Max. Startgewicht6.804 kg (350i/360), 350ER bis rund 7,5 t
Reisegeschwindigkeitbis 312 kt (rund 578 km/h) beim King Air 360
Reichweitebis 1.806 NM (360), 2.539 NM (360ER)
Max. Flughöhe35.000 ft (rund 10.700 m, King Air 360)

Erkennungsmerkmale

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  • Längster Rumpf der King-Air-Familie mit deutlich mehr Kabinenfenstern als die King Air 200 – zwei zusätzliche Fenster pro Seite
  • Winglets ab Werk an den Flügelspitzen; bei der klassischen King Air 200/B200 fehlen sie in der Regel
  • T-Leitwerk mit hoch angesetztem Höhenleitwerk, wie bei allen Super King Air
  • Zwei PT6A-Turboprops in Gondeln mit großem, rundem Lufteinlass unter dem Spinner („Pitot-Einlass“)
  • Flacher, runder Rumpfquerschnitt ohne Buckel – im Gegensatz zur verwandten Beechcraft 1900D
  • Sonderversionen tragen oft Bauchbehälter, Antennenfelder oder Sensorkuppeln unter dem Rumpf

Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein zweimotoriger Turboprop mit T-Leitwerk rollt an der Allgemeinen Luftfahrt vorbei, der Rumpf ist erstaunlich lang, an den Flügelspitzen stehen kleine Winglets – und unter dem Bauch hängt vielleicht ein seltsamer Behälter. Gute Chancen, dass du gerade eine Beechcraft King Air 350 siehst. Sie ist die größte Vertreterin der King-Air-Familie und hat sich vom Geschäftsreiseflugzeug zur vielseitigen Plattform für Sondermissionen entwickelt. Hier erfährst du, wie du sie erkennst, wie sie sich von der King Air 200 unterscheidet und welche Varianten es gibt.

B350 im Hangar abhaken

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Was ist die King Air 350?

Die King Air 350 ist ein zweimotoriger Turboprop mit Druckkabine, gebaut für Geschäftsreisen, Charter und Spezialaufgaben. Sie gehört zur Super-King-Air-Linie, die Beechcraft mit der King Air 200 begründet hatte, und steht an deren oberem Ende. Hersteller ist heute Textron Aviation in Wichita, Kansas, wo die Marke Beechcraft seit der Übernahme von Beechcraft durch Textron weitergeführt wird. Zwischendurch gehörte Beech zu Raytheon und später zu Hawker Beechcraft – deshalb findest du in Registern je nach Baujahr unterschiedliche Herstellernamen.

Der direkte Vorgänger war die King Air 300. Ihr Prototyp flog am 3. September 1983, ab 1984 wurde sie ausgeliefert. Die 300 bekam stärkere PT6A-60A-Triebwerke in neu geformten Gondeln mit rundem Lufteinlass. Darauf baute Beechcraft die 350 auf: Der Rumpf wurde um knapp 0,9 Meter gestreckt, sodass die Hauptkabine länger als fünf Meter ist. Die Spannweite wuchs um rund einen Meter, und Winglets an den Flügelspitzen kamen ab Werk hinzu. 1990 ging die Super King Air 350 in den Verkauf, offiziell geführt unter der Musterbezeichnung B300. Im selben Jahr wurde die erste Frachtversion B300C mit großer Ladetür ausgeliefert.

Bis Ende 2009 entstanden nach gängigen Angaben 687 Flugzeuge des Typs B300, dazu einige Dutzend B300C. Von der ab 2009 gebauten 350i wurden innerhalb von weniger als zehn Jahren mehr als 440 Exemplare ausgeliefert. Die Baureihe gehört damit zu den erfolgreichsten Turboprops ihrer Klasse.

B350ICAO-Typcode für 350, 350i, 350ER und 360
1990Markteinführung der Super King Air 350
17,65 mSpannweite inklusive Winglets

Die Varianten im Überblick

Die King Air 350 wurde über drei Jahrzehnte kontinuierlich weiterentwickelt. Von außen sehen sich die Versionen sehr ähnlich, die Unterschiede liegen vor allem in Kabine, Cockpit, Tanks und Gewicht.

Version Eckdaten Besonderheit
350 (B300) ab 1990 Basisversion, gestreckte King Air 300 mit Winglets
350C (B300C) ab 1990 große Frachttür hinten links
350ER Zulassung 2007 Zusatztanks in den Triebwerksgondeln, höheres Startgewicht, verstärktes Fahrwerk
350i / 350iER ab Ende 2009 leisere, neu gestaltete Kabine, modernisierte Systeme
360 / 360ER Zulassung 2020 Autothrottle und digitale Druckkabinenregelung serienmäßig, Touchscreen-Cockpit

Die 350ER ist für Spotter besonders interessant. Beechcraft stellte sie im Juni 2005 auf der Paris Air Show vor; im November 2007 meldete der Hersteller die US-Zulassung. Den zusätzlichen Treibstoff trägt sie in Tanks in den Triebwerksgondeln. Das höhere Startgewicht von bis zu rund 7,5 Tonnen erforderte ein robusteres Fahrwerk. Ausgelegt ist die ER für lange Überwachungsflüge: Laut Hersteller-Missionsprofil schafft sie nach 100 Seemeilen Anflug mehr als sieben Stunden Beobachtung in niedriger Höhe und kehrt mit 45 Minuten Reserve zurück.

Die King Air 360 wurde im August 2020 vorgestellt und im Oktober 2020 von der FAA zugelassen, die EASA folgte im September 2021. Textron nennt für sie eine Reisegeschwindigkeit von bis zu 312 Knoten und eine Reichweite von bis zu 1.806 Seemeilen; die 360ER kommt auf 2.539 Seemeilen. Im Cockpit arbeiten drei große Touchscreen-Displays von Collins Aerospace, dazu kommen eine automatische Schubregelung und eine digitale Regelung der Druckkabine.

B300 oder B350 – was stimmt denn nun?

Beides, je nach Kontext. B300 ist die Musterbezeichnung des Herstellers, die in Registern und Zulassungsdokumenten steht. B350 ist der ICAO-Typcode, den du in Flugplänen und Tracking-Diensten siehst. Wie die Codes aufgebaut sind, erklärt IATA- und ICAO-Codes erklärt.

So erkennst du die King Air 350

Alle Super King Air haben das markante T-Leitwerk, zwei PT6A-Turboprops und die typische King-Air-Nase. Die 350 von den kleineren Geschwistern zu trennen, gelingt mit drei Blicken.

Winglets suchen

Die 350 hat ab Werk nach oben gebogene Winglets an den Flügelspitzen. Bei der King Air 200 und B200 sind die Spitzen in der Regel gerade. Einzelne 200er wurden zwar nachträglich umgerüstet, und auch manche King Air 250 trägt Winglets – trotzdem sind sie ein guter erster Hinweis, zusammen mit der Rumpflänge.

Fenster zählen

Durch den gestreckten Rumpf hat die 350 zwei Kabinenfenster mehr pro Seite als die 200. Der Rumpf wirkt dadurch spürbar länger und gestreckter, besonders im Seitenprofil.

Triebwerksgondeln prüfen

Unter den Spinnern sitzen große, runde Lufteinlässe. Bei der 350ER stecken in den Gondeln Zusatztanks, sie wirken dadurch länger.

Die letzte Bestätigung liefert wie immer das Kennzeichen. In Deutschland fällt die King Air 350 aufgrund ihres Gewichts in die Klasse D-C, während die leichteren King Air 90 meist mit D-I unterwegs sind. Wie die Gewichtsklassen funktionieren, steht im Guide Deutsche Luftfahrzeugkennzeichen; allgemein hilft dir Flugzeug-Kennzeichen verstehen weiter.

King Air 350, 200, 1900D oder PC-12?

Im Bereich der Geschäftsreise-Turboprops gibt es einige Typen, die sich auf den ersten Blick ähneln. Der Finder hilft dir beim Eingrenzen.

Schnellbestimmung: zweimotoriger Business-Turboprop

Drei Fragen, eine Einschätzung. Das Kennzeichen bleibt die letzte Instanz.

Wahrscheinlich

Beechcraft King Air 350

Zwei PT6A, T-Leitwerk, langer flacher Rumpf und Winglets – das ist das typische 350er-Bild. Ob 350, 350i, 350ER oder 360, klärt das Kennzeichen.

Wahrscheinlich

Beechcraft King Air 200/B200/250

Kürzerer Rumpf mit weniger Fenstern und meist gerade Flügelspitzen (Winglets nur bei Nachrüstungen und manchen 250ern) sprechen für die King Air 200 oder eine ihrer Weiterentwicklungen.

Wahrscheinlich

Beechcraft 1900D

Der erhöhte Rumpfrücken und die Flossen-Sammlung am Heck verraten den 19-sitzigen Zubringer, der aus der Super King Air entwickelt wurde.

Wahrscheinlich

Pilatus PC-12

Ein Triebwerk in der Nase und T-Leitwerk: Das ist der Schweizer Einmot-Turboprop, der in Europa oft dieselben Aufgaben übernimmt wie die King Air.

Wahrscheinlich

Piaggio P.180 Avanti

Druckpropeller hinter dem Flügel und ein kleiner Vorflügel an der Nase – die Avanti ist mit nichts anderem zu verwechseln.

Mehr zu den Nachbarn findest du auf den Seiten zur King Air 200, zur Beechcraft 1900D, zur Pilatus PC-12 und zur Piaggio P.180 Avanti. Wer an Plätzen mit viel Utility-Verkehr unterwegs ist, trifft außerdem oft auf die einmotorige Cessna 208 Caravan und die hochdeckende Dornier Do 228, die für ähnliche Vermessungs- und Überwachungsaufgaben eingesetzt wird. Einen breiten Überblick gibt der Beitrag Turboprops unterscheiden.

Sondermissionen: die zweite Karriere der King Air 350

Was die 350 von vielen anderen Geschäftsreiseflugzeugen abhebt, ist ihre Rolle als Plattform für Sondermissionen. Druckkabine, Reichweite, robuste Triebwerke und die Möglichkeit, Sensoren unter dem Rumpf zu montieren, machen sie für Militär, Behörden und Forschung attraktiv.

MC-12W Liberty: Die US Air Force brauchte Ende der 2000er-Jahre schnell zusätzliche Aufklärungskapazität. Die Lösung war die MC-12W auf Basis der King Air 350 und vor allem der 350ER. Die erste Kampfmission flog sie am 10. Juni 2009 im Irak, auch in Afghanistan war sie im Einsatz. Am Ende umfasste die Flotte 42 Maschinen, die meisten davon 350ER. Im Oktober 2015 endete der letzte Kampfeinsatz unter der Air Force, die Flugzeuge gingen an die US Army und an das Spezialkräftekommando SOCOM.

C-12 Huron: Unter dieser Sammelbezeichnung fliegen bei den US-Streitkräften verschiedene King-Air-Modelle für Verbindungs-, Transport- und Spezialaufgaben, darunter auch Varianten auf 350-Basis wie die UC-12W.

Shadow R1: Die Royal Air Force betreibt mit der No. 14 Squadron in RAF Waddington modifizierte King Air 350CER als Aufklärungsflugzeuge unter dem Namen Shadow R1. Zunächst waren es vier Maschinen, 2013 wurde die Flotte auf sechs erweitert. Zusätzlich nutzte Großbritannien ab 2011 vier King Air 350 als Ausbildungsflugzeug Avenger T1.

Weitere Nutzer: Japans Heeresflieger setzen B300 unter der Bezeichnung LR-2 ein, die australische Luftwaffe nutzt King Air 350 unter anderem zur Navigatorausbildung, und die US-Wetter- und Meeresbehörde NOAA fliegt eine 350CER mit zwei großen, nach unten gerichteten Sensoröffnungen für Vermessungsflüge. Auch die Schweizer Luftwaffe erhielt eine speziell modifizierte B300C mit geändertem Rumpfboden für Luftbildaufnahmen.

Flugvermessung: Schon die Vorgängerin King Air 300 gab es als Sonderausführung zur Überprüfung von Navigationsanlagen – 1987 und 1988 erhielt die US-Luftfahrtbehörde FAA 19 solcher Maschinen. Auch die 350 wird von verschiedenen Betreibern für das Vermessen von Funkfeuern und Instrumentenlandesystemen eingesetzt.

Militärische King Air fotografieren

Viele Sondermissions-Maschinen operieren von Militärflugplätzen. Dort gelten eigene Regeln für Fotos – informier dich vorher im Beitrag Fotografieren am Militärflugplatz. Wie du militärische King Air online findest, erklärt Militärflugzeuge online verfolgen.

Keine King Air 350 mehr verpassen

Richte einen Sichtungs-Alarm für den Typ B350 oder ein bestimmtes Kennzeichen ein – Planetrack meldet sich, wenn die Maschine anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.

Spotting-Strategie im DACH-Raum

Die King Air 350 ist kein Linienflugzeug, sondern taucht dort auf, wo Geschäftsreise-, Charter- und Sonderverkehr unterwegs ist. Gute Chancen hast du an Regionalflughäfen und an größeren Flughäfen mit eigenem Bereich für die Allgemeine Luftfahrt. Wie du solche Plätze angehst, steht in Spotting an Regionalflughäfen und General Aviation spotten. Da King Air häufig neben Businessjets parken, lohnt auch ein Blick in Businessjets spotten.

Zu den Bewegungen, die du am ehesten erwischst, gehören:

  • Geschäftsreise- und Charterflüge zwischen Regional- und Großflughäfen
  • Vermessungs- und Kalibrierflüge, oft mit auffälligen Platzrunden und tiefen Anflügen
  • Ambulanz- und Patiententransportflüge
  • Überführungen zu Wartungsbetrieben und Werften

Weil die King Air oft kurzfristig plant, lohnt sich ein Blick in Tracking-Dienste. Filtere nach dem Typcode B350 und schau, welche Maschinen sich deinem Flughafen nähern. Wie das funktioniert, erklärt der Guide Flugverfolgung mit ADS-B. Ob deine Sichtung eher Alltag oder Glücksfall ist, kannst du mit Seltenheit einer Sichtung einschätzen einordnen.

Bereit für deine King-Air-350-Jagd?

Hak ab, was du schon erledigt hast.

  • Ich habe eine B350-Bewegung im Tracking-Dienst gefunden.
  • Ich weiß, wo die Allgemeine Luftfahrt am Flughafen abgefertigt wird.
  • Ich kenne die voraussichtliche Betriebsrichtung.
  • Ich weiß, wo die Sonne zur geplanten Uhrzeit steht.
  • Meine Kamera steht auf einer Verschlusszeit, die die Propeller nicht einfriert.

Fototipps speziell für die King Air 350

Die King Air 350 ist mit gut 14 Metern Länge deutlich kleiner als ein Verkehrsflugzeug, und ihre wichtigsten Merkmale sitzen in Details.

Propeller in Bewegung zeigen

Zu kurze Belichtungszeiten frieren die Propeller ein. Mit etwas längeren Zeiten und sauberem Mitziehen bekommst du eine schöne Propellerscheibe. Wie das klappt, steht in Propeller fotografieren.

Profil für die Länge

Die gestreckte Kabine mit den vielen Fenstern kommt nur im Seitenprofil zur Geltung – das ist auch das Bild, mit dem du sie später sicher von der 200 unterscheidest.

Bauch nicht abschneiden

Bei Sondermissions-Maschinen sitzt das Spannende unter dem Rumpf: Sensorkuppeln, Antennen, Behälter. Wähle den Ausschnitt so, dass du den Bauch vollständig drauf hast.

Mehr Brennweite einplanen

Am selben Spot brauchst du für ein formatfüllendes Bild deutlich mehr Brennweite als für einen Airbus oder eine Boeing.

Wann das Licht an deinem Spot passt, kannst du vorab berechnen – wie das geht, steht im Guide Sonnenstand planen für deinen Fotospot. Wenn du in die Welt der kleineren Flugzeuge einsteigst, hilft dir außerdem Kleinflugzeuge erkennen.

Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt

Es spricht für die King Air 350, wenn …

  • zwei Turboprops, T-Leitwerk und Winglets zusammenkommen
  • der Rumpf auffällig lang wirkt und viele Kabinenfenster hat
  • im Tracking-Dienst B350 steht
  • das Register B300 oder B300C als Muster nennt

Sieh genauer hin, wenn …

  • du die Maschine nur frontal siehst – dann fehlen Fensterzahl und Rumpflänge
  • eine kurze King Air Winglets trägt – das kann eine nachgerüstete 200 oder eine King Air 250 sein
  • die Gondeln ungewöhnlich lang wirken – dann ist es wahrscheinlich eine 350ER

Es ist keine King Air 350, wenn …

  • der Rumpfrücken hinter dem Cockpit deutlich ansteigt – dann eher eine 1900D
  • das Höhenleitwerk tief am Rumpf sitzt – das passt zu den kleineren King Air 90
  • nur ein Triebwerk in der Nase arbeitet

Fazit

Die King Air 350 ist die größte und vielseitigste Vertreterin einer der erfolgreichsten Turboprop-Familien der Luftfahrtgeschichte. Als Geschäftsreiseflugzeug ist sie seit 1990 im Einsatz, als Sondermissionsplattform hat sie Aufklärung, Vermessung und Ausbildung bei Streitkräften und Behörden weltweit geprägt. Mit der King Air 360 lebt die Linie weiter.

Kurzfazit

T-Leitwerk, Winglets und ein langer, flacher Rumpf mit vielen Fenstern: Das ist die King Air 350. Weil B350 alle Versionen abdeckt, bestätigst du 350, 350i, 350ER oder 360 über das Kennzeichen – und mit Glück erwischst du eine Sondermissions-Maschine mit Sensoren am Bauch.

Zusammenfassung

  • Beechcraft brachte die Super King Air 350 im Jahr 1990 auf den Markt; Basis war die King Air 300, deren Prototyp im September 1983 erstmals flog.
  • Gegenüber der 300 bekam die 350 einen um knapp 0,9 m längeren Rumpf, eine größere Spannweite und Winglets.
  • Auf die 350 folgten 350ER mit mehr Reichweite, 350i mit überarbeiteter Kabine sowie 2020 die King Air 360 und 360ER mit Autothrottle und neuem Cockpit.
  • Viele Exemplare fliegen nicht als Geschäftsreiseflugzeug, sondern als Plattform für Aufklärung, Sensorik, Vermessung oder Ambulanz – erkennbar an Anbauten unter dem Rumpf.

Häufige Fragen

Welchen ICAO-Typcode hat die King Air 350?

Die King Air 350 und ihre Nachfolger 350i, 350ER und 360 laufen unter B350. Der Code unterscheidet die Versionen nicht. Welche Variante vor dir steht, klärst du über das Kennzeichen und das Luftfahrzeugregister.

Was ist der Unterschied zwischen King Air 350 und King Air 200?

Die 350 ist größer und schwerer. Ihr Rumpf ist knapp einen Meter länger, sie hat zwei zusätzliche Kabinenfenster pro Seite, ab Werk Winglets und stärkere PT6A-60A-Triebwerke. Die King Air 200 und B200 wirkt dagegen kompakter und hat in der Regel gerade Flügelspitzen ohne Winglets; nur nachgerüstete Exemplare und manche King Air 250 tragen welche.

Was bedeutet B300 bei der King Air 350?

B300 ist die offizielle Musterbezeichnung des Herstellers. Vermarktet wurde das Flugzeug als Super King Air 350. In Registern und Musterzulassungen taucht deshalb häufig B300 auf, während Tracking-Dienste den ICAO-Code B350 anzeigen. Die Frachtversion mit großer Ladetür heißt B300C.

Was ist der Unterschied zwischen 350, 350i, 350ER und 360?

Die 350ER hat zusätzliche Tanks in den Triebwerksgondeln, ein verstärktes Fahrwerk und ein höheres Startgewicht – gedacht für lange Überwachungsflüge. Die 350i brachte ab 2009 vor allem eine leisere, modernisierte Kabine. Die 360 von 2020 bringt eine serienmäßige Autothrottle und eine digitale Druckkabinenregelung mit, im Cockpit arbeitet Collins Pro Line Fusion mit drei großen Touchscreens. Von außen sind die Versionen kaum zu unterscheiden.

Wofür wird die King Air 350 militärisch genutzt?

Vor allem für Aufklärung und Überwachung. Die US Air Force setzte ab Juni 2009 die MC-12W Liberty auf Basis der 350 und 350ER im Irak und in Afghanistan ein. Die Royal Air Force fliegt den Shadow R1, Japans Heeresflieger nutzen sie als LR-2, und Australiens Luftwaffe bildet auf King Air 350 unter anderem Navigatoren aus.

Wird die King Air 350 noch gebaut?

Die aktuelle Ausführung der Baureihe heißt King Air 360 bzw. 360ER und wird von Textron Aviation in Wichita gebaut. Die 360 erhielt im Oktober 2020 die US-Zulassung und im September 2021 die EASA-Zulassung. Prüf den aktuellen Stand bei Textron, wenn du es genau wissen willst.

Wo sehe ich eine King Air 350 im DACH-Raum?

Am ehesten an Regionalflughäfen und Plätzen mit viel Geschäftsreiseverkehr. Dazu kommen Vermessungs- und Ambulanzflüge sowie Überführungen. In Deutschland fällt die 350 in die Gewichtsklasse mit dem Kennzeichenbuchstaben D-C. Filtere im Tracking-Dienst nach B350, um Bewegungen vorab zu finden.

Beechcraft King Air 350 sammeln statt nur sehen

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