Das Wichtigste in Kürze
- Pilatus ist der Schweizer Flugzeughersteller schlechthin. Gegründet 1939 in Stans, bis heute mit Hauptwerk am Flugplatz Buochs in Nidwalden.
- Das Programm hat drei Säulen: die einmotorige PC-12, den Businessjet PC-24 und die militärischen Trainer PC-7 MKX und PC-21.
- Die PC-12 ist das Erfolgsmodell: Im Mai 2023 ging das 2.000. Exemplar an einen Kunden.
- Erkennen läuft über die Technik: T-Leitwerk und Frachttür bei PC-12 und PC-24, gestufte Cockpithaube und Fünfblattpropeller beim PC-21, Spornrad und Hochdecker bei der PC-6.
- Mehr zum Einmotorer findest du auf der Typseite zur Pilatus PC-12.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Steckbrief
- 2.Tätigkeitsfelder
- 3.Struktur & Marken
- 4.Geschichte im Zeitraffer
- 5.Was du als Spotter wissen solltest
- 6.Stärken und Schwächen
- 7.Vom Wartungsbetrieb zum Flugzeughersteller
- 8.Die Pilatus-Familien im Überblick
- 9.PC-12 – das Arbeitstier der Allgemeinen Luftfahrt
- 10.PC-24 – der Jet für kurze Pisten
- 11.Die Trainer: PC-7, PC-9 und PC-21
- 12.PC-6 Porter – die Legende im Ruhestand
- 13.In vier Schritten zur richtigen Pilatus
- 14.Hersteller bestimmt, Betreiber nicht
- 15.Wo du Pilatus-Flugzeuge siehst
- 16.Fazit
- 17.Häufige Fragen
Steckbrief
| Rolle in der Branche | Hersteller von Turboprops, Trainern und Businessjets – mit Entwicklung und Endmontage in der Schweiz |
|---|---|
| Gründung | 16. Dezember 1939 in Stans durch Emil Georg Bührle, zunächst als Wartungsbetrieb für die Schweizer Luftwaffe |
| Sitz und Werk | Stans im Kanton Nidwalden, direkt am Flugplatz Buochs (ICAO LSZC) |
| Eigentümer | Bis 2000 Teil des Oerlikon-Bührle-Konzerns (später Unaxis), seither im Besitz Schweizer Investoren |
| Aktuelles Programm | PC-12 (aktuell als PC-12 PRO), PC-24, PC-21 und PC-7 MKX |
| Eingestellte Muster | PC-6 Porter, PC-9 sowie die frühen Trainer P-2 und P-3 |
| Tochtergesellschaften | Pilatus Aircraft USA (Colorado, Maryland, South Carolina, Standort in Florida im Bau), Pilatus Aircraft Australia, Pilatus Aircraft Ibérica in Sevilla, Pilatus Aircraft Central Europe in Burbach (NRW) |
| Umsatz 2025 | Rund 1,67 Mrd. CHF laut Geschäftsbericht des Herstellers |
| Mitarbeitende | Über 3.500 Vollzeitstellen laut Herstellerangabe |
| Erkennungsweg im Feld | Propellerblätter, Cockpithaube, Leitwerk und Frachttür – nicht die Lackierung |
| Offizielle Website | www.pilatus-aircraft.com/de |
Tätigkeitsfelder
Struktur & Marken
Geschichte im Zeitraffer
Pilatus Aircraft aus Spotter-Sicht
Deine Checkliste für Pilatus Aircraft
- Eine PC-12 an Einzelpropeller, T-Leitwerk und der großen Frachttür hinten links erkannt
- Eine PC-24 an den hinten am Rumpf sitzenden Triebwerken und der Frachttür von einem anderen Light Jet unterschieden
- Einen PC-21 an der gestuften Tandem-Cockpithaube und dem Fünfblattpropeller bestimmt
- Eine PC-6 Porter mit Spornrad, abgestrebtem Hochdecker-Flügel und langer Nase fotografiert
- Einen PC-7 und einen PC-9 auseinandergehalten – flache gegen gestufte Kabinenhaube
- Einen Werkstattflug am Flugplatz Buochs von einem öffentlichen Weg aus mitgenommen
- Ein Schweizer Kennzeichen mit HB- auf einer fabrikneuen Pilatus notiert
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- Klare Formmerkmale: Jedes Pilatus-Muster hat mindestens ein Detail, das es eindeutig macht
- PC-12 und PC-24 tauchen regelmäßig in den Business-Aviation-Bereichen großer Flughäfen auf
- Militärische Trainer wie PC-7 und PC-21 sind bei Airshows und Luftwaffen-Vorführungen gern gesehene Gäste
- Viele Maschinen tragen Schweizer HB-Kennzeichen, was die Herkunft schnell sichtbar macht
- Seltene Muster wie die PC-6 Porter sind begehrte Funde im Logbuch
Wo es hakt
- Keine Linienflüge: Pilatus-Flugzeuge siehst du ohne Flugplan, nur über Tracking oder Glück
- Die PC-12-Versionen NG, NGX und PRO unterscheiden sich von außen kaum
- Militärische Trainer fliegen meist an Militärflugplätzen, wo strenge Regeln gelten
- Am Werkflugplatz Buochs gibt es keinen offiziellen Spotterplatz
- Auslieferungs- und Bestellzahlen ändern sich laufend; feste Zahlen veralten schnell
Stand: Oktober 2026 – Auf dem Vorfeld für die Allgemeine Luftfahrt steht zwischen Gulfstreams und Falcons ein kleiner Jet mit hohem Leitwerk, und hinten links öffnet sich eine Tür, durch die eine Europalette passt. Ein paar Positionen weiter wartet ein einmotoriger Turboprop mit genau derselben Tür. Beide kommen aus demselben Haus: Pilatus Aircraft aus Stans in der Zentralschweiz. Der Hersteller ist klein im Vergleich zu Airbus oder Boeing, aber erstaunlich präsent – von der Luftrettung in Australien bis zur Pilotenausbildung in halb Europa. Wer seine Familien kennt, macht aus einem Zufallsfund eine sichere Bestimmung.
Jede Pilatus-Sichtung sauber festhalten
Mit Planetrack postest du deine Fotos mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot und sammelst PC-12, PC-24 und Co. in deinem Hangar. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Vom Wartungsbetrieb zum Flugzeughersteller
Die Geschichte beginnt am 16. Dezember 1939. Der Industrielle Emil Georg Bührle gründet in Stans die Pilatus Flugzeugwerke AG, benannt nach dem Hausberg über dem Vierwaldstättersee. Der Standort ist kein Zufall: Mitten im Krieg sucht man einen Platz möglichst weit weg von den Grenzen, angelehnt an die Berge. Die ersten Jahre ist Pilatus vor allem Wartungsbetrieb für die Schweizer Luftwaffe. Eigene Entwürfe wie das Bergflugzeug SB-2 Pelikan bleiben Einzelstücke.
Den ersten echten Erfolg bringen die Trainer P-2 (Erstflug 1945) und P-3. Parallel baut Pilatus in Lizenz Rumpfteile für die de Havilland Vampire und Venom der Luftwaffe. Der Durchbruch auf dem Weltmarkt kommt 1959 mit der PC-6 Porter, einem robusten Kurzstarter, der auf Gletschern, Wiesen und Schotterpisten landet. Schon 1960 nimmt eine Porter an einer Himalaya-Expedition teil, wenig später fliegt die erste Maschine in Alaska. Ab hier gilt die Formel, die das Haus bis heute prägt: robuste Flugzeuge für schwierige Bedingungen, gebaut in der Schweiz.
Ab den 1970er-Jahren verschiebt sich der Schwerpunkt Richtung Militär. Der PC-7 Turbo Trainer wird zum Exportschlager, der PC-9 folgt Mitte der 1980er-Jahre. Ende der 1980er beginnt die Entwicklung der PC-12, die Pilatus endgültig in die zivile Geschäftsluftfahrt bringt. Im Dezember 2000 verkauft der Mutterkonzern Unaxis, früher Oerlikon-Bührle, das Unternehmen an eine Gruppe Schweizer Investoren. Seitdem ist Pilatus eigenständig und hat sein Programm um den Trainer PC-21 und den Businessjet PC-24 erweitert. Für 2025 meldet der Hersteller einen Umsatz von rund 1,67 Milliarden Franken.
Eine Randnotiz für Filmfans: Das Werk in Stans diente als Drehort für den James-Bond-Film Goldfinger.
Die Pilatus-Familien im Überblick
Für dich am Zaun zählt vor allem, welches Muster gerade vor dir steht. Die Tabelle ordnet die Pilatus-Typen, die dir in Europa begegnen können, mit ihren wichtigsten Merkmalen.
| Muster | Erstflug | Status | Auffälligstes Merkmal | Wo du ihn triffst |
|---|---|---|---|---|
| PC-6 Porter | 1959 | Produktion beendet | Spornrad, abgestrebter Hochdecker, lange Nase | Fallschirmsprung, Bergflug, Behörden |
| PC-7 / PC-7 MKX | Serie ab 1978 | MKX im Angebot | Tandem-Cockpit unter flacher Haube | Luftwaffen, Airshows |
| PC-9 | 1984 | Produktion beendet | gestufte Haube, Vierblattpropeller | Luftwaffen, Zieldarstellung |
| PC-12 | 1991 | in Produktion als PC-12 PRO | ein Propeller, T-Leitwerk, Frachttür hinten links | Business Aviation, Luftrettung |
| PC-21 | 2002 | in Produktion | gestufte Haube, Fünfblattpropeller, jetartige Form | Militärflugplätze, Airshows |
| PC-24 | 2015 | in Produktion | Triebwerke am Heck, T-Leitwerk, Frachttür | Business Aviation, Luftrettung |
In Flugplänen und Tracking-Diensten erscheinen die Muster unter eigenen ICAO-Typcodes, etwa PC12 für die PC-12 und PC24 für den Jet. Die Codes unterscheiden nicht zwischen Unterversionen: Eine PC-12 NG und eine PC-12 PRO tragen denselben Code. Wie du solche Daten richtig liest, erklärt der Beitrag Flugverfolgung mit ADS-B.
Frachttür als Familienmerkmal
Die große Tür hinten links am Rumpf ist so etwas wie die Handschrift von Pilatus in der Geschäftsluftfahrt. Siehst du sie an einem einmotorigen Turboprop, ist es eine PC-12, an einem kleinen Jet eine PC-24. Selbst geschlossen zeichnen sich ihre Umrisse auf Fotos deutlich ab.
PC-12 – das Arbeitstier der Allgemeinen Luftfahrt
Keine Pilatus siehst du häufiger als die PC-12. Der einmotorige Turboprop mit Druckkabine fliegt seit 1991 und hat sich zum Erfolgsmodell des Hauses entwickelt. Ein einziges PT6-Triebwerk von Pratt & Whitney Canada treibt einen Rumpf an, der Platz für bis zu neun Passagiere bietet. Das macht die PC-12 zum Allrounder: Firmenflugzeug, Ambulanz, kleiner Frachter oder Plattform für Spezialmissionen. Ein besonders bekannter Betreiber ist der Royal Flying Doctor Service in Australien, die US-Luftwaffe nutzt eine militärische Ableitung als U-28A.
Von außen haben sich die Versionen über drei Jahrzehnte kaum verändert. Die PC-12 NG brachte ab 2008 ein Glascockpit, die NGX ab 2019 eine digitale Triebwerksregelung mit Autothrottle und einen Fünfblattpropeller, die 2025 vorgestellte PC-12 PRO ein neues Cockpit von Garmin, zu dessen Funktionen Autoland gehört. Für Spotter heißt das: Die Familie erkennst du sofort, die Version oft erst über Kennzeichen und Datenbank.
Typisch sind drei Merkmale: ein Propeller in der Nase, ein hohes T-Leitwerk und die große Frachttür. Dazu kommen kleine, nach oben gebogene Winglets. Den direkten Vergleich mit anderen Propellerflugzeugen findest du auf den Seiten zur DHC-6 Twin Otter und zur deutlich kleineren Cessna 172.
PC-24 – der Jet für kurze Pisten
Mit der PC-24 stieg Pilatus in den Markt der Businessjets ein. Vorgestellt 2013 auf der Messe EBACE in Genf, flog sie am 11. Mai 2015 zum ersten Mal und erhielt 2017 die Zulassung in Europa und den USA. Die erste Maschine ging im Februar 2018 an den amerikanischen Erstkunden PlaneSense. Pilatus vermarktet sie als „Super Versatile Jet“: Laut Hersteller kann sie auch von kurzen und unbefestigten Pisten aus Gras, Schotter oder Schnee starten.
Äußerlich ist die PC-24 ein Tiefdecker mit zwei Williams-Triebwerken seitlich am Heck und einem T-Leitwerk. Das wäre für sich noch kein eindeutiges Merkmal, denn diese Anordnung teilen viele kleine Jets. Entscheidend ist wieder die Frachttür hinten links, die du bei anderen Jets dieser Klasse ab Werk kaum findest. Bis zu zehn Passagiere passen in die Kabine, je nach Ausstattung oft weniger.
In den Business-Aviation-Bereichen großer Flughäfen steht die PC-24 neben deutlich größeren Jets wie der Dassault Falcon 8X, der Gulfstream G650 oder der Bombardier Global 7500. Wie du solche Vorfelder am besten erwischst, steht im Beitrag Businessjets spotten.
PC-24 und Porter auf die Wunschliste
Setz Typen wie PC24 oder einzelne Kennzeichen auf die Wunschliste deines Hangars – Planetrack benachrichtigt dich per Sichtungs-Alarm, wenn sie anfliegen oder landen. Planetrack startet bald – sichere dir jetzt einen Platz auf der Warteliste.
Die Trainer: PC-7, PC-9 und PC-21
Ein großer Teil des Geschäfts liegt bei Luftwaffen. Pilatus verkauft nicht nur Flugzeuge, sondern ganze Ausbildungssysteme mit Simulatoren und Unterricht. Die drei Generationen der Turboprop-Trainer sehen sich auf den ersten Blick ähnlich, lassen sich aber gut trennen.
Der PC-7 ist der Klassiker. Schüler und Lehrer sitzen hintereinander unter einer recht flachen, durchgehenden Haube. Die Schweizer Luftwaffe zeigt ihn mit ihrer Kunstflugstaffel, dem PC-7 Team, bei Flugshows. Seit 2021 bietet Pilatus eine modernisierte Version als PC-7 MKX an; die Niederlande und Frankreich haben sich bereits dafür entschieden.
Der PC-9 ist die stärkere Weiterentwicklung. Sein auffälligstes Merkmal ist das gestufte Cockpit: Der hintere Sitz liegt höher, damit der Lehrer über den Schüler hinwegsehen kann. Dazu kommt ein Vierblattpropeller. Eine Ableitung des PC-9 gewann 1995 den großen US-Trainerwettbewerb JPATS und fliegt dort als T-6 Texan II.
Der PC-21 ist der aktuelle Spitzentrainer. Ein kräftiges PT6-Triebwerk treibt einen Fünfblattpropeller an, das Cockpit ist gestuft, die Form wirkt kantiger und jetartiger als bei den Vorgängern. Er bildet Piloten bis an die Schwelle zum Kampfjet aus. Betreiber sind unter anderem die Schweiz, Australien, Frankreich, Spanien, Singapur, Katar, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate.
Militärflugplätze haben eigene Regeln
Die Trainer begegnen dir vor allem an Militärflugplätzen und auf Airshows. Dort gelten strengere Vorgaben als an Zivilflughäfen, teils mit Fotografierverboten. Lies vorher den Beitrag Militärflugplätze fotografieren: Regeln. Wann und wo die Trainer öffentlich zu sehen sind, zeigt die Übersicht der Airshows in Europa.
PC-6 Porter – die Legende im Ruhestand
Die PC-6 Porter ist das Flugzeug, mit dem viele Menschen Pilatus verbinden. Seit dem Erstflug am 4. Mai 1959 landete sie auf Gletschern, im Dschungel und auf Pisten, die kaum länger sind als ein Fußballfeld. Das Auftragsbuch hat Pilatus 2018 geschlossen, gängige Nachschlagewerke nennen rund 600 gebaute Exemplare. Viele Porter sind aber weiter unterwegs, etwa als Absetzflugzeug für Fallschirmspringer, in der Bergfliegerei oder bei Behörden.
Erkennen ist einfach: ein abgestrebter Hochdecker-Flügel, ein starres Fahrwerk mit Spornrad hinten und eine auffallend lange, schlanke Nase, in der bei den meisten Maschinen ein PT6-Turboprop sitzt. An großen Verkehrsflughäfen ist die Porter ein seltener Gast, an kleineren Plätzen mit Fallschirmsprungbetrieb dagegen gut zu finden. Mehr Ideen für solche Raritäten findest du im Beitrag Seltene Flugzeuge spotten.
In vier Schritten zur richtigen Pilatus
Gerade an kleinen Flugzeugen bleibt oft wenig Zeit. Diese Reihenfolge führt dich schnell von der groben Einordnung zum konkreten Muster.
Antrieb klären
Zwei Triebwerke am Heck bedeuten bei Pilatus die PC-24. Ein Propeller in der Nase führt zu PC-6, PC-7, PC-9, PC-12 oder PC-21.
Flügel und Fahrwerk prüfen
Hochdecker mit Strebe und Spornrad bedeutet PC-6 Porter. Tiefdecker mit einziehbarem Fahrwerk grenzt auf die übrigen Muster ein.
Kabine ansehen
Fensterreihe und Frachttür hinten links sprechen für die PC-12. Ein Tandem-Cockpit unter einer Glashaube für einen Trainer.
Haube und Propellerblätter lesen
Flache Haube: PC-7. Gestufte Haube mit vier Blättern: PC-9. Gestufte Haube mit fünf Blättern und kantiger Form: PC-21.
Kennzeichen notieren
Erst das Kennzeichen macht aus der Typbestimmung eine vollständige Sichtung. Wie du es liest, erklärt der Guide zu Flugzeug-Kennzeichen.
PC-12, PC-24 oder PC-21 – wie sicher bist du?
Die Technik führt dich zum Muster, das Kennzeichen zum einzelnen Flugzeug.
Zum Fotografieren noch ein Hinweis: Propeller wirken auf Fotos nur dann lebendig, wenn sie leicht verwischt sind. Mit zu kurzer Belichtungszeit frierst du die Blätter ein, und das Flugzeug sieht aus, als würde es segeln. Die passenden Werte findest du im Beitrag Propeller fotografieren: die richtige Verschlusszeit.
Hersteller bestimmt, Betreiber nicht
Das Muster ist gesichert, wenn …
- Antrieb, Flügellage und Kabine zusammenpassen
- der Typcode in der Flugverfolgung zur Beobachtung passt
- das Kennzeichen in einer Flotte mit genau diesem Muster auftaucht
Noch offen ist, …
- welche Version vorliegt, etwa PC-12 NG, NGX oder PRO
- ob ein Trainer ein PC-7 oder ein modernisierter PC-7 MKX ist
- ob die Maschine als Ambulanz, Frachter oder Firmenflugzeug ausgestattet ist
Nicht aus der Form ablesbar ist …
- wer das Flugzeug an diesem Tag fliegt, etwa bei Charter oder Bruchteilseigentum
- ob es gekauft, geleast oder gechartert ist
- wie die Kabine eingerichtet ist
Pilatus ist eine technische Angabe, der Betreiber eine betriebliche. Viele PC-12 und PC-24 laufen über Charterfirmen oder Programme, bei denen sich mehrere Eigentümer ein Flugzeug teilen. Das Kennzeichen bleibt dabei die einzige Konstante. Viele Maschinen in Europa tragen ein Schweizer **HB-**Kennzeichen, ein großer Teil der Flotte fliegt aber in Nordamerika mit N-Kennzeichen. Welche Präfixe zu welchem Land gehören, steht im Beitrag zu den Länderkennungen.
Wo du Pilatus-Flugzeuge siehst
Linienflüge mit Pilatus-Maschinen gibt es im deutschsprachigen Raum praktisch nicht. Plane deshalb mit Tracking statt mit Flugplan und setz auf Flughäfen mit viel Geschäftsreiseverkehr. Am Flughafen Zürich lohnen die Zuschauerterrasse B und der Butzenbüel, wenn kleine Turboprops und Jets an- und abfliegen. Am Flughafen Genf ist die Business Aviation traditionell stark, die Aussichtsterrasse ist ein guter Ausgangspunkt.
Rund um das Werk in Stans ist die Chance auf fabrikneue Maschinen naturgemäß am größten. Der Flugplatz Buochs (ICAO LSZC) mit seiner rund 2.000 Meter langen Piste dient als Werkflugplatz für Test- und Auslieferungsflüge. Einen offiziellen Spotterplatz gibt es dort nicht, und das Werks- und Flugplatzgelände ist nicht öffentlich. Bleib auf öffentlichen Wegen und respektiere Absperrungen.
Werksführung statt Zaun
Wer das Werk von innen sehen will, kann als Gruppe eine kostenlose Führung in Stans anfragen. Pilatus nimmt Gruppen von 10 bis 40 Personen an, Führungen laufen auf Deutsch oder Englisch und dauern rund zweieinhalb Stunden. Einzelpersonen können nicht buchen. Ideen für ähnliche Ausflüge findest du im Beitrag Flughafenführung und Vorfeldrundfahrt.
Was Pilatus leicht macht
- Die Frachttür trennt PC-12 und PC-24 von fast allen Konkurrenten
- Die PC-6 ist mit Spornrad und Hochdecker unverwechselbar
- Unter den Trainern verrät der Fünfblattpropeller den PC-21
Wo es knifflig wird
- PC-12 NG, NGX und PRO sehen von außen fast gleich aus
- PC-7 und PC-7 MKX unterscheiden sich vor allem im Cockpit
- Ohne Flugplan bleibt jede Sichtung ein Stück Glück
Wer sich für die großen Hersteller interessiert, findet bei Airbus und Boeing die Verkehrsjets, bei Dassault Aviation die Falcon-Businessjets als Nachbarn der PC-24 auf dem Vorfeld. Wer nach dem Spotten historische Flugzeuge sehen möchte, findet in Süddeutschland mit der Flugwerft Schleißheim ein lohnendes Ziel.
Spots für Business Aviation finden
Mit der Spot-Karte von Planetrack findest du Standorte mit Anreise, bestem Licht, Bewertungen und Community-Fotos – und der Sonnenstand-Planer zeigt dir die richtige Uhrzeit. Planetrack startet bald – trag dich jetzt in die Warteliste ein und sei von Anfang an dabei.
Fazit
Pilatus ist ein Hersteller, den du selten in großen Mengen, aber an vielen Orten siehst. Die PC-12 und die PC-24 prägen die kleinen Vorfelder der Geschäftsluftfahrt, die Trainer PC-7, PC-9 und PC-21 die Ausbildung zahlreicher Luftwaffen, und die PC-6 Porter ist längst eine Legende. Gemeinsam ist allen Mustern, dass sie auf Robustheit und Vielseitigkeit ausgelegt sind – und dass jedes ein klares Erkennungsmerkmal mitbringt.
Für dich am Zaun reicht deshalb eine kurze Routine: Antrieb, Flügel und Fahrwerk, dann Kabine oder Cockpithaube und zuletzt das Kennzeichen. Wer das beherrscht, bestimmt jede Pilatus sicher – ob fabrikneu über Buochs oder als Gast im Business-Aviation-Bereich von Zürich.
Kurzfazit
Pilatus baut heute PC-12, PC-24, PC-21 und PC-7 MKX. Frachttür, T-Leitwerk und Propellerblätter führen dich zum Muster, das Kennzeichen zum einzelnen Flugzeug und zum Betreiber – erst beides zusammen ergibt eine vollständige Sichtung.
Zusammenfassung
- Pilatus hat sich vom Wartungsbetrieb für die Schweizer Luftwaffe zu einem weltweit tätigen Hersteller mit Töchtern in den USA, Australien und Europa entwickelt.
- Für Spotter sind vor allem PC-12 und PC-24 relevant, weil sie in der Allgemeinen Luftfahrt und Business Aviation unterwegs sind – auch an großen Flughäfen wie Zürich und Genf.
- Die Trainer PC-7, PC-9 und PC-21 begegnen dir vor allem an Militärflugplätzen und auf Airshows; die PC-6 Porter ist inzwischen ein seltener Fund.
- Der Hersteller sagt dir, welcher Typ vor dir steht; wer ihn betreibt, verrät erst das Kennzeichen.
Häufige Fragen
Wo werden Pilatus-Flugzeuge gebaut?
Das Stammwerk liegt in Stans im Kanton Nidwalden, direkt neben dem Flugplatz Buochs. Dort wurden alle Muster von der PC-6 bis zur PC-24 entwickelt, und über die Piste in Buochs laufen Testflüge und Auslieferungen. Daneben betreibt Pilatus Tochtergesellschaften in den USA, Australien, Spanien und Deutschland, die sich vor allem um Vertrieb, Ausstattung und Service kümmern.
Welche Flugzeuge baut Pilatus heute?
Aktuell bietet Pilatus die einmotorige PC-12 in der Version PRO, den zweistrahligen Businessjet PC-24 sowie die militärischen Trainer PC-21 und PC-7 MKX an. Die PC-6 Porter und die PC-9 werden nicht mehr gebaut.
Woran erkenne ich eine PC-24?
Die PC-24 ist ein kleiner Businessjet mit zwei Triebwerken hinten seitlich am Rumpf und einem T-Leitwerk. Das stärkste Merkmal ist wie bei der PC-12 eine große Frachttür hinten links – bei Businessjets dieser Klasse laut Pilatus ein Alleinstellungsmerkmal. In Tracking-Diensten läuft sie unter dem Typcode PC24.
Wie unterscheide ich PC-7, PC-9 und PC-21?
Alle drei sind Tandem-Trainer mit einem Turboprop. Beim PC-7 sitzen Schüler und Lehrer unter einer recht flachen Haube auf etwa gleicher Höhe. Beim PC-9 ist der hintere Sitz deutlich erhöht, die Haube wirkt gestuft, und der Propeller hat vier Blätter. Der PC-21 trägt ebenfalls ein gestuftes Cockpit, dazu einen Fünfblattpropeller und eine insgesamt jetartigere, kantigere Form.
Wird die PC-6 Porter noch gebaut?
Nein. Pilatus hat das Auftragsbuch 2018 geschlossen. Nachschlagewerke nennen rund 600 gebaute Exemplare und das Jahr 2022 für die letzte Auslieferung. Viele Porter fliegen aber weiter, etwa als Absetzflugzeuge für Fallschirmspringer, in der Bergfliegerei oder bei Behörden. Du erkennst sie am Spornrad, am abgestrebten Hochdecker-Flügel und an der langen Nase.
Kann ich das Pilatus-Werk besichtigen?
Ja, aber nur als Gruppe. Pilatus bietet kostenlose Werksführungen in Stans für Firmen, Schulen, Hochschulen und private Gruppen mit 10 bis 40 Personen an, auf Deutsch oder Englisch. Einzelpersonen können nicht buchen, und die Nachfrage ist hoch. Parkplätze gibt es nicht, die Anreise läuft über den Bus ab Bahnhof Stans. Details findest du auf der Website des Herstellers.
Kann ich am Flugplatz Buochs spotten?
Einen offiziellen Spotterplatz gibt es in Buochs nicht. Der Flugplatz ist privat, das Werksgelände ist tabu. Von öffentlichen Wegen in der Umgebung lassen sich Starts und Landungen beobachten, solange du keine Absperrungen überschreitest und niemanden behinderst. Was rechtlich gilt, erklärt der Beitrag Ist Planespotting erlaubt?.
Was hat Pilatus mit der T-6 Texan II zu tun?
Die T-6 Texan II, mit der die US-Luftwaffe und die US-Marine ihre Piloten ausbilden, geht auf die PC-9 zurück. 1995 fiel im US-Trainerprogramm JPATS die Wahl auf eine Ableitung des Schweizer Trainers, die dann in den USA gebaut wurde. Optisch erkennst du die Verwandtschaft an Rumpfform und gestufter Haube.
Sichtungen rund um Pilatus Aircraft sammeln
Foto mit Kennzeichen, Typ, Airline und Spot posten, Funde im Hangar sammeln und Likes und Kommentare aus der Community bekommen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Typische Flugzeuge
Pilatus PC-12
Ein einziger Turboprop vorn, ein hohes T-Leitwerk und eine riesige Frachttür hinten links: Die Pilatus PC-12 aus der Schweiz ist Geschäftsflugzeug, Ambulanz und Arbeitstier in einem. So erkennst du sie.
FlugzeugtypDe Havilland Canada DHC-6 Twin Otter
Hochdecker mit Flügelstreben, starres Fahrwerk, zwei schlanke PT6-Turboprops: Die Twin Otter landet auf Strand, Wasser, Schnee und Schotter. So erkennst du den kanadischen Klassiker.
FlugzeugtypCessna 172 Skyhawk
Hochdecker, eine Strebe pro Flügel, starres Fahrwerk und ein Zweiblattpropeller: Die Cessna 172 ist das meistgebaute Flugzeug der Welt. So erkennst du sie und ihre Varianten sicher.
FlugzeugtypDassault Falcon 8X
Drei Triebwerke am Heck, eines davon mitten im Rumpf: Die Falcon 8X ist der größte Dreistrahler im aktuellen Dassault-Programm. So erkennst du sie und trennst sie von der fast gleichen Falcon 7X.
FlugzeugtypGulfstream G650/G650ER
Riesige ovale Fenster, zwei Triebwerke am Heck und ein Rumpf voller Selbstbewusstsein: Die Gulfstream G650 ist der Businessjet, den Spotter am schnellsten erkennen. So gelingt dir die sichere Bestimmung.
FlugzeugtypBombardier Global 7500
Zwei Triebwerke am Heck, ein T-Leitwerk und ein Rumpf, so lang wie bei einem kleinen Regionaljet: Die Global 7500 ist einer der größten Businessjets der Welt. So erkennst du sie.
Spotting-Spots rund um Pilatus Aircraft
Spots, an denen du die passenden Flugzeuge regelmäßig vor die Linse bekommst – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
Zuschauerterrasse B Flughafen Zürich
Auf dem Dach von Dock B stehst du mitten im Geschehen des größten Schweizer Flughafens: SWISS-Langstrecke, Rollverkehr direkt unter dir und schwere Starts auf der längsten Piste. Der wohl bekannteste legale Spotterplatz der Schweiz – mit Sicherheitskontrolle, Eintritt und klaren Regeln.
SpotterhügelButzenbüel und Spotterhügel am Flughafen Zürich
Den klassischen Spotterhügel beim Heligrill im Westen des Zürcher Flughafens gibt es seit September 2023 nicht mehr, und der Butzenbüel ist ein Parkhügel hinter The Circle – kein Spotterpunkt. Hier erfährst du, was es mit beiden Orten auf sich hat und wo du heute im Westen und rund um den Zaun legal spottest.
BesucherterrasseAussichtsterrasse Flughafen Genf
Im vierten Stock von Terminal 1 schaust du über das Vorfeld auf die längste Piste der Schweiz und die Jurakette dahinter. Die Terrasse Panorama kostet nichts, du kommst ohne Sicherheitskontrolle hinein – und dank Business-Aviation, easyJet-Basis und Langstreckengästen wird es selten langweilig. Einziger Haken: Sie ist nur von Mitte März bis Ende Oktober offen.
Weitere Einträge
Flughafen Zürich
Der größte Flughafen der Schweiz hat drei Pisten in drei Richtungen, ein Betriebskonzept, das mit Uhrzeit und Wetter wechselt, und ein offizielles Netz von Spotterpunkten rund um den Zaun. Wer die Konzepte kennt, steht in Zürich fast immer am richtigen Ort.
FlughafenFlughafen Genf
Zweitgrößter Flughafen der Schweiz mit nur einer Piste – dafür der längsten des Landes. Genf lebt von easyJet, SWISS und einer der stärksten Business-Aviation-Szenen Europas. Mit der kostenlosen Terrasse Panorama und dem Bahnhof direkt am Terminal ist er außerdem eines der bequemsten Spotting-Ziele der Schweiz.
HerstellerDassault Aviation
Dassault Aviation baut in Frankreich Kampfjets und die Businessjets der Falcon-Familie. Für Spotter heißt das: Rafale auf Airshows und Militärflugplätzen, Falcons auf jedem größeren Flughafen mit Geschäftsreiseverkehr – und mit ein paar Merkmalen am Heck lassen sich die Modelle sicher auseinanderhalten.
HerstellerAirbus
Europäisches Luft- und Raumfahrtunternehmen und einer der beiden großen Hersteller von Verkehrsflugzeugen – mit Flugzeugfamilien vom A220 bis zum A350.
Passende Guides aus dem Blog
- Businessjets spotten: So erkennst du Gulfstream, Global, Falcon und Co.
- Propellerflugzeuge fotografieren: Verschlusszeit und Mitzieher richtig wählen
- Militärflugplatz fotografieren: Was Spotter an Fliegerhorsten dürfen und was nicht
- Airshows in Europa: Der Guide für Planespotter
- Seltene Flugzeuge spotten: Unicorns, Erstbesuche und Überführungen
- Flugzeug-Kennzeichen verstehen: So liest du jede Registrierung
- Flugverfolgung für Spotter: ADS-B, Flightradar & Co. richtig nutzen

