NextJet

Historische schwedische Regionalairline: 2002 gegründet, ab Stockholm-Arlanda mit Saab 340, BAe ATP und ATR in Lappland, Finnland und Åland unterwegs – am 16. Mai 2018 kam der Konkurs.

Auch bekannt als: Nextjet · Nextjet Sverige AB · Nextjet AB · Höga Kusten Flyg

SchwedenSchwedenRegionalfluggesellschaftenIATA: 2NICAO: NTJ10 Min. Lesezeit

NTJ

ICAO-Code

Saab 340

wichtigster Flugzeugtyp

2002

Gründung

2018

Konkurs und Ende

Das Wichtigste in Kürze

  • NextJet war eine schwedische Regionalairline (2002–2018) mit Drehkreuz Stockholm-Arlanda – heute historisch.
  • Codes: IATA 2N, ICAO NTJ, Rufzeichen „NEXTJET“.
  • Das Rückgrat der Flotte war die Saab 340, ergänzt durch BAe ATP sowie zeitweise ATR- und CRJ-Maschinen.
  • NextJet verband kleine Orte in Nordschweden mit Stockholm, teils auf staatlich ausgeschriebenen Strecken, und flog nach Finnland und Åland.
  • Am 16. Mai 2018 meldete NextJet Konkurs an und strich ab 13 Uhr alle Flüge; ein geplanter Neustart als Air Scandic kam nie zustande.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.NextJet im Überblick
  2. 2.Von der Gründung bis zum Aus
  3. 3.Codes und Rufzeichen
  4. 4.Die Flotte: Saab 340, BAe ATP und Gäste
  5. 5.Das Streckennetz: von Hemavan bis Pori
  6. 6.Das Ende: Lizenzprobleme, Sabotage und Konkurs
  7. 7.Woran du NextJet auf alten Fotos erkennst
  8. 8.NextJet heute spotten? Nur noch im Archiv
  9. 9.Einordnung: NextJet unter Schwedens Regionalairlines
  10. 10.Häufige Verwechslungen
  11. 11.Fazit

Steckbrief

IATA-Code2N
ICAO-CodeNTJ
RufzeichenNEXTJET
DrehkreuzeARN
StatusHistorisch – Flugbetrieb am 16. Mai 2018 nach Konkursantrag eingestellt
GeschäftsmodellRegionalairline mit Linienflügen, teils staatlich ausgeschriebene Strecken, dazu Flüge im Auftrag von Partnern
HeimatlandSchweden
Gegründet2002, Mitgründer und langjähriger Chef war Magnus Ivarsson
FirmensitzFrösundavik in Solna, nördlich von Stockholm
DrehkreuzStockholm-Arlanda (ARN), dazu Flüge für Air Åland ab Mariehamn (MHQ)
Eigentümer (ab Juli 2016)Energieversorger Katternö aus Jakobstad, Air Åland und Mitgründer Magnus Ivarsson
Flotte beim Konkurs (Mai 2018)Eigene Saab 340A/340B und BAe ATP, dazu angemietet eine ATR 42-300 und zwei CRJ200

Woran du die Airline erkennst

Ist das wirklich NextJet?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Klassischer Turboprop-Mix: Saab 340 (Tiefdecker, zwei Propeller, rund 34 Sitze) und die größere BAe ATP
  • Flugnummern mit 2N, im Funk das Rufzeichen „NEXTJET“, auf Trackern der ICAO-Code NTJ
  • Typische Orte: Stockholm-Arlanda und kleine Plätze in Nordschweden wie Gällivare, Arvidsjaur, Lycksele oder Hemavan
  • Auf Åland und in Finnland auch Flüge im Auftrag von Air Åland ab Mariehamn
  • Nicht jede NextJet-Rotation war eine eigene Maschine: Eine ATR 42-300 und zwei CRJ200 kamen 2018 im Wet-Lease von Partnern
  • Fotos mit NextJet-Beschriftung sind seit Mai 2018 reine Archivstücke

Wer bis 2018 in Arlanda am Zaun stand, kennt das Bild: Zwischen A320 und 737 rollt eine kleine Saab 340 zur Startbahn, Ziel Lycksele, Hemavan oder Gällivare. Dahinter steckte oft NextJet – eine der größten Regionalairlines Schwedens. NextJet flog dorthin, wo große Airlines nicht hinwollten, und hielt damit viele Orte im Norden an Stockholm angebunden. Im Mai 2018 war Schluss. Diese Seite zeigt dir, wer NextJet war, welche Flugzeuge die Airline flog und wie du alte Sichtungen sauber einordnest.

Deine Archivfotos gehören in den Hangar

Mit Planetrack postest du auch ältere Sichtungen mit Foto, Flugzeugtyp, Kennzeichen, Airline und Flughafen – so wird aus der NextJet-Saab von damals ein sauber dokumentierter Eintrag in deiner Sammlung. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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NextJet im Überblick

NextJet war eine schwedische Regionalairline, die von 2002 bis 2018 existierte. Der Firmensitz lag in Frösundavik in Solna, gleich nördlich von Stockholm, das wichtigste Drehkreuz war Stockholm-Arlanda. Von dort startete der Großteil der Inlandsflüge. Dazu kamen Flüge ab Mariehamn auf den Åland-Inseln, die NextJet im Auftrag von Air Åland durchführte.

Das Geschäftsmodell war typisch für eine kleine Regionalairline im Norden: dünn besiedelte Gegenden, lange Wege am Boden, wenige Passagiere pro Flug. Viele dieser Verbindungen rechnen sich ohne Zuschuss kaum. Viele NextJet-Inlandsstrecken wurden deshalb vom schwedischen Staat bezuschusst. Dazu kamen Flüge im Auftrag anderer Airlines und eigene Linien mit Umsteigeverbindungen über Arlanda.

Heute ist NextJet Geschichte. Am 16. Mai 2018 meldete die Airline Konkurs an und stellte den Flugbetrieb noch am selben Tag ein.

NTJICAO-Code
2NIATA-Code
16Jahre von 2002 bis 2018

Von der Gründung bis zum Aus

NextJet entstand 2002. Einer der Gründer, Magnus Ivarsson, führte die Airline bis zum Schluss als Geschäftsführer. Neben dem Linienverkehr bot NextJet auch Taxi- und Geschäftsreiseflüge mit zwei Business Jets an.

Die wichtigsten Stationen im Überblick:

  • 2002: Gründung der Airline.
  • Linienverkehr: Eingesetzt werden vor allem die Saab 340 und die größere BAe ATP, in früheren Jahren auch die kleine Beechcraft 1900D.
  • Ab Sommer 2010: NextJet fliegt zahlreiche Inlandsstrecken ab Stockholm-Bromma im Auftrag von Sverigeflyg, außerdem für Air Åland ab Mariehamn nach Arlanda und Helsinki.
  • Ab 2012: Höga Kusten Flyg, ein Zusammenschluss von Unternehmern aus Örnsköldsvik, wird Haupteigentümer. Ziel war, die Flugverbindung der Region nach Stockholm zu sichern.
  • Juli 2016: Neue Eigentümer – der Energieversorger Katternö aus Jakobstad in Finnland, Air Åland und Magnus Ivarsson.
  • August 2017: Die schwedische Transportbehörde schränkt die Betriebsgenehmigung wegen der Finanzlage ein.
  • 16. Mai 2018: Konkurs und Ende des Flugbetriebs.

Unter den Investoren war übrigens auch ein prominenter Name: Björn Ulvaeus, früher Mitglied von ABBA, beteiligte sich an der Airline.

Spannend ist die Verbindung zu Sverigeflyg: Der Regionalverbund, für den NextJet ab 2010 in Bromma flog, ging später in BRA Braathens Regional Airlines auf. NextJet und BRA wurden damit zu den beiden Gegenpolen im schwedischen Regionalverkehr – BRA mit Schwerpunkt Bromma, NextJet mit Schwerpunkt Arlanda.

Codes und Rufzeichen

  • IATA-Code 2N: stand in den Flugnummern auf Tickets und Anzeigetafeln.
  • ICAO-Code NTJ: so erscheint die Airline in ADS-B-Daten und Flugplänen.
  • Rufzeichen NEXTJET: damit meldete sich die Crew bei der Flugsicherung.

Wenn du in alten Flugplänen oder Logbüchern stöberst, hilft dir der ICAO-Code NTJ, NextJet-Flüge eindeutig zuzuordnen. IATA-Codes werden nach dem Ende einer Airline teils neu vergeben, deshalb ist das Datum beim Abgleich wichtig. Wie das System hinter den Codes funktioniert, erklärt der Artikel IATA- und ICAO-Codes einfach erklärt.

Die Flotte: Saab 340, BAe ATP und Gäste

NextJet war eine echte Turboprop-Airline. Jets spielten im Linienverkehr nur über angemietete Maschinen eine Rolle. Das Rückgrat bildete die Saab 340 – ein schwedisches Produkt von Saab, das auf kurzen Strecken mit wenig Nachfrage perfekt passte. Für Strecken mit mehr Passagieren setzte NextJet die größere BAe ATP von BAE Systems ein.

Kurz vor dem Ende, im Mai 2018, sah die Flotte laut dem Branchendienst ch-aviation so aus:

Typ Anzahl (Mai 2018) Sitze Spotter-Hinweis
Saab 340B 6 33–36 Häufigster Typ, im Inland überall zu sehen
Saab 340A 3 33–36 Ältere Version der Saab 340
BAe ATP 4 rund 64–72 Größter eigener Typ, seltener Turboprop
ATR 42-300 1 (Wet-Lease) rund 40–50 Von DOT LT angemietet, Combi-Version (QC)
Bombardier CRJ200 2 (Wet-Lease) 50 Von Voyageur Airways angemietet, einzige Jets im Linienbild

Dazu kommen Typen aus früheren Jahren, etwa die Beechcraft 1900D, ein kleiner Turboprop mit rund 19 Sitzen. Zeitweise taucht in Flottenübersichten außerdem eine ATR 72 auf. Wer ATR-Fotos mit NextJet-Bezug im Archiv hat, sollte deshalb genau nachsehen, ob es eine ATR 42-300 oder eine ATR 72, etwa aus der Baureihe ATR 72-200 war – die beiden unterscheiden sich vor allem in der Rumpflänge. Mehr zum Hersteller findest du bei ATR.

Die CRJ200 von Bombardier und die ATR 42 flogen im Wet-Lease: Der Partner stellte Flugzeug und Crew, NextJet verkaufte die Tickets. Was das Modell für die Zuordnung einer Sichtung bedeutet, erklärt der Artikel Wet-Lease einfach erklärt.

Saab 340 oder ATR 42?

Beide sind zweimotorige Turboprops, aber die Saab 340 ist ein Tiefdecker – die Flügel sitzen unten am Rumpf. Die ATR 42 ist ein Hochdecker mit Flügeln oben und T-Leitwerk. Die BAe ATP ist ebenfalls ein Tiefdecker, aber deutlich länger als die Saab. Mehr Unterscheidungsmerkmale zeigt der Guide ATR 42/72 und Dash 8 unterscheiden.

Das Streckennetz: von Hemavan bis Pori

Zuletzt bediente NextJet rund 20 Ziele. Der Schwerpunkt lag klar im schwedischen Inland, mit vielen Orten in Norrland und Lappland. Belegt sind unter anderem:

  • Schweden: Stockholm-Arlanda (Drehkreuz), Arvidsjaur, Gällivare, Hemavan/Tärnaby, Kramfors-Sollefteå, Lycksele und Vilhelmina
  • Finnland: Helsinki und Pori
  • Åland: Mariehamn

Wie wichtig NextJet für manche Orte war, zeigte sich beim Konkurs. Laut ch-aviation verloren Arvidsjaur, Gällivare, Hemavan/Tärnaby, Kramfors-Sollefteå, Lycksele und Vilhelmina in Schweden sowie Pori in Finnland auf einen Schlag ihren gesamten Linienverkehr. Für diese Orte war die Airline also keine Alternative, sondern die einzige Verbindung.

Die Flüge für Air Åland zwischen Mariehamn, Arlanda und Helsinki machten NextJet auch auf der finnischen Seite der Ostsee sichtbar. Ab 2016 war Air Åland sogar Miteigentümerin. Zuletzt halfen zudem Partner wie Voyageur Airways und DOT LT mit Wet-Lease-Maschinen aus.

Saab 340 auf der Wunschliste?

Setz die Saab 340 oder die BAe ATP auf deine Wunschliste und richte einen Sichtungs-Alarm für den Typ ein – Planetrack benachrichtigt dich, wenn ein solcher Turboprop anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.

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Das Ende: Lizenzprobleme, Sabotage und Konkurs

Der Niedergang zog sich über rund ein Jahr. Im August 2017 schränkte die schwedische Transportbehörde die Betriebsgenehmigung von NextJet ein, weil die Finanzlage nicht stabil genug war. Die Airline flog mit einer vorläufigen Erlaubnis weiter, die Eigentümer schossen Geld nach, und im Oktober 2017 gab es wieder eine Lizenz.

Fast zeitgleich sorgte ein ungewöhnlicher Vorfall für Schlagzeilen: Am 30. Oktober 2017 drang frühmorgens jemand auf das Gelände des Flughafens Gällivare in Nordschweden ein und manipulierte eine NextJet-Maschine. Die Polizei ermittelte wegen Verdachts auf Sabotage. Das Flugzeug wurde aus dem Verkehr genommen, der Morgenflug nach Kramfors fiel aus und der Luftraum wurde vorübergehend gesperrt. Was genau an der Maschine verändert worden war, nannten die Berichte damals nicht.

Am 16. Mai 2018 kam das Aus. NextJet beantragte Konkurs und strich alle Flüge ab 13 Uhr – mit sofortiger Wirkung. Die Website brach unter dem Ansturm zusammen, Passagiere wurden gebeten, nicht mehr zum Flughafen zu fahren. Geschäftsführer Magnus Ivarsson erklärte sinngemäß, man habe alles versucht, aber keine Lösung gefunden.

Anfang Juni 2018 schien es noch einmal eine Chance zu geben: Die Olsen Group kaufte die Airline den Betrieb und kündigte einen Neustart unter dem Namen Air Scandic zum 11. Juni 2018 an. Zu Flügen kam es aber nie. Einen Überblick über ähnliche Fälle findest du im Artikel Große Airline-Pleiten in Europa.

Datum prüfen

Liegt die Aufnahme vor dem 16. Mai 2018? Danach gab es keine NextJet-Flüge mehr.

Typ bestimmen

Saab 340, BAe ATP, ATR oder CRJ200 – der Typ grenzt die Zeit und die Rolle ein.

Kennzeichen lesen

Angemietete Maschinen trugen die Kennzeichen ihrer eigentlichen Betreiber.

Sauber notieren

Halte NextJet als Vermarkter und den Partner als Betreiber getrennt fest, wenn ein Wet-Lease im Spiel war.

Woran du NextJet auf alten Fotos erkennst

Der wichtigste Hinweis ist der Flugzeugtyp. Eine Saab 340 oder BAe ATP in Arlanda oder an einem kleinen Platz im schwedischen Norden vor Mai 2018 hat gute Chancen, eine NextJet-Maschine zu sein. Die Saab 340 erkennst du am Tiefdecker-Layout, den zwei Propellern und dem schlanken Rumpf mit rund 34 Sitzen. Die ATP ist deutlich länger und hat sechsblättrige Propeller.

Sicher wird die Zuordnung aber erst über das Kennzeichen. Bei den eigenen Maschinen führt dich das Kennzeichen über das Luftfahrzeugregister zu NextJet als Betreiber, bei angemieteten Flugzeugen trug der Rumpf dagegen das Kennzeichen des Partners – das macht die Sache knifflig. Wie du Registrierungen liest und zurückverfolgst, zeigen die Guides Flugzeugkennzeichen verstehen und Ein Flugzeug per Kennzeichen verfolgen. Viele frühere NextJet-Flugzeuge flogen nach 2018 bei anderen Betreibern weiter – die Kennzeichen-Historie verrät dir, wo.

Achtung Verwechslung

Saab 340 flogen in Skandinavien bei mehreren Airlines. Eine Saab in Arlanda ist deshalb nicht automatisch NextJet. Auch BRA und andere Regionalbetriebe waren mit Turboprops unterwegs. Erst Kennzeichen, Datum und Beschriftung zusammen machen die Zuordnung sicher.

NextJet heute spotten? Nur noch im Archiv

Live sehen kannst du NextJet nicht mehr. Die Airline existiert seit Mai 2018 nicht mehr, und auch der Neustart als Air Scandic kam nie zustande. Was bleibt, sind Archivfotos – und die werden mit jedem Jahr seltener und wertvoller. Wie du einschätzt, wie besonders eine Aufnahme ist, beschreibt der Artikel Wie selten ist meine Sichtung?.

Wer heute Turboprops im schwedischen Regionalverkehr sehen will, hat in Arlanda gute Karten. Der Spotterhügel am Flughafen Stockholm-Arlanda bietet offizielle Plätze. Tipps für kleinere Flughäfen, an denen früher NextJet landete, gibt der Guide Spotting an kleinen Regionalflughäfen.

Gut für die Archivpflege, wenn …

  • du Fotos aus Arlanda, Mariehamn oder Nordschweden aus der Zeit bis Mai 2018 hast
  • du Saab 340 oder BAe ATP mit Kennzeichen sauber dokumentiert hast
  • du die spätere Laufbahn einzelner Maschinen nachverfolgen willst

Prüf es genau, wenn …

  • eine ATR oder CRJ200 unter NextJet-Flugnummer flog – das kann ein Wet-Lease gewesen sein
  • das Foto in Bromma ab 2010 entstand – dort flog NextJet auch für Sverigeflyg

Keine NextJet-Sichtung, wenn …

  • das Foto nach dem 16. Mai 2018 entstanden ist

Einordnung: NextJet unter Schwedens Regionalairlines

NextJet steht in einer langen Reihe schwedischer Inlandsairlines. Vor ihr prägte Linjeflyg jahrzehntelang den Inlandsverkehr, parallel flogen Malmö Aviation und die Vorgänger von BRA ab Bromma. Die großen Strecken gehörten meist SAS. NextJet besetzte die Nische dazwischen: kleine Orte, kleine Flugzeuge, viel Umsteigeverkehr über Arlanda.

Auch im Nachbarland Finnland gab es vergleichbare Modelle. Norra – Nordic Regional Airlines fliegt für Finnair, und mit Blue1 verschwand eine weitere nordische Regionalmarke. In Norwegen ist Widerøe bis heute die große Turboprop-Airline für abgelegene Orte. Einen Überblick über das ganze Feld bietet der Artikel Regionalairlines in Europa.

Häufige Verwechslungen

  • NextJet mit BRA gleichsetzen – BRA war die Konkurrenz mit Schwerpunkt Bromma, NextJet saß in Arlanda.
  • Jede Saab 340 in Schweden für NextJet halten – mehrere Airlines flogen den Typ, das Kennzeichen entscheidet.
  • Air Scandic als Nachfolgerin notieren – der angekündigte Neustart fand nie statt.
  • Wet-Lease-Maschinen als NextJet-Eigentum führen – ATR 42-300 und CRJ200 gehörten 2018 den Partnern DOT LT und Voyageur Airways.
  • NextJet für einen Jet-Betreiber halten – trotz des Namens war die Airline fast ausschließlich mit Turboprops unterwegs.
  • Den IATA-Code 2N blind zuordnen – nach 2018 kann der Code an andere Airlines gegangen sein, prüf immer das Datum.

Schwedens Regionalära festhalten

Poste deine NextJet-Fotos mit Typ, Kennzeichen, Airline und Flughafen, tausch dich in der Community über alte Turboprops aus und zeig deine Funde im Hangar. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Fazit

NextJet war 16 Jahre lang die kleine, unscheinbare Airline, ohne die viele Orte in Nordschweden keinen Anschluss an Stockholm gehabt hätten. Mit Saab 340 und BAe ATP groß geworden und zeitweise durch ATR und CRJ200 ergänzt, verband sie Lappland, Finnland und Åland mit Arlanda. Lizenzprobleme 2017 und knappe Finanzen führten am 16. Mai 2018 zum Konkurs. Für Spotter bleibt eine klar abgegrenzte Epoche, die sich mit Typ, Kennzeichen und Datum gut dokumentieren lässt.

Kurzfazit

NextJet (IATA 2N, ICAO NTJ) war eine schwedische Regionalairline mit Drehkreuz Arlanda, die von 2002 bis 2018 vor allem Saab 340 und BAe ATP flog. Seit dem Konkurs im Mai 2018 ist sie historisch – NextJet-Fotos sind heute Archivstücke.

Zusammenfassung

  • NextJet war über Jahre die Airline für Orte, die sonst kaum jemand anflog – von Hemavan bis Pori.
  • Die Flotte bestand vor allem aus Saab 340 und BAe ATP; ATR und CRJ200 kamen zeitweise dazu, teils über Partner im Wet-Lease.
  • Nach einem Lizenzentzug im August 2017 und einer Sabotage an einer Maschine im Oktober 2017 folgte im Mai 2018 der Konkurs.
  • Für Spotter sind NextJet-Fotos heute Zeitdokumente einer schwedischen Regionalära, die es so nicht mehr gibt.

Häufige Fragen

Welche Codes hatte NextJet?

NextJet flog unter dem IATA-Code 2N und dem ICAO-Code NTJ, das Rufzeichen im Funk lautete „NEXTJET“. Seit dem Ende im Mai 2018 tauchen diese Codes bei NextJet nicht mehr auf; IATA-Codes können später an andere Airlines vergeben werden, daher lohnt bei alten Flugplänen immer der Blick aufs Datum.

Wann und warum ging NextJet pleite?

Am 16. Mai 2018 beantragte NextJet Konkurs und strich ab 13 Uhr alle Flüge. Die Finanzen waren schon länger angespannt: Die schwedische Transportbehörde hatte im August 2017 die Betriebsgenehmigung wegen der wirtschaftlichen Lage beschränkt; NextJet flog mit vorläufiger Erlaubnis weiter und bekam im Oktober 2017 wieder eine Lizenz. Eine dauerhafte Lösung fand die Airline nach Aussage ihres Chefs Magnus Ivarsson aber nicht.

Welche Flugzeuge flog NextJet?

Das Rückgrat bildeten die Saab 340 und die größere BAe ATP; in früheren Jahren war außerdem die kleine Beechcraft 1900D im Einsatz. Beim Konkurs bestand die eigene Flotte laut ch-aviation aus drei Saab 340A, sechs Saab 340B und vier ATP. Angemietet waren eine ATR 42-300 von DOT LT und zwei CRJ200 von Voyageur Airways. Zeitweise taucht in Flottenübersichten außerdem eine ATR 72 auf.

Wohin flog NextJet?

Schwerpunkt war das schwedische Inland ab Stockholm-Arlanda, etwa nach Arvidsjaur, Gällivare, Hemavan/Tärnaby, Lycksele, Vilhelmina und Kramfors-Sollefteå. Dazu kamen Ziele in Finnland wie Pori sowie im Auftrag von Air Åland Verbindungen zwischen Mariehamn, Arlanda und Helsinki.

Was hatte NextJet mit Air Åland zu tun?

NextJet flog im Auftrag von Air Åland ab Mariehamn nach Stockholm-Arlanda und Helsinki. Ab Juli 2016 war Air Åland außerdem Miteigentümerin der NextJet-Gruppe, zusammen mit dem finnischen Energieversorger Katternö und Mitgründer Magnus Ivarsson.

Gab es nach dem Konkurs einen Neustart?

Geplant war einer: Anfang Juni 2018 kaufte die Olsen Group den Betrieb und wollte ihn ab dem 11. Juni 2018 unter dem Namen Air Scandic wieder starten. Zu Flügen kam es aber nicht mehr – NextJet ist damit endgültig Geschichte.

Was war die Sabotage bei NextJet?

Am 30. Oktober 2017 drang am Flughafen Gällivare in Nordschweden frühmorgens jemand auf das Gelände ein und manipulierte eine NextJet-Maschine. Die Polizei ermittelte wegen Verdachts auf Sabotage, der Morgenflug fiel aus und der Luftraum wurde vorübergehend gesperrt. Was genau an dem Flugzeug verändert wurde, wurde in den Berichten nicht genannt.

NextJet im Blick behalten

Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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