Das Wichtigste in Kürze
- Linjeflyg war eine historische schwedische Inlandsairline, gegründet 1957 in Stockholm und zum 1. Januar 1993 in SAS aufgegangen.
- Codes: IATA LF, ICAO LIN, Rufzeichen „SWEDLINE“.
- Die Fokker F28 war ihr Markenzeichen: Linjeflyg war Erstkundin der F28 Mk 4000 und um 1992 der größte F28-Betreiber der Welt.
- Die Basis wechselte Anfang der 1980er-Jahre von Stockholm-Bromma nach Stockholm-Arlanda.
- SAS war von Anfang an beteiligt und übernahm 1992 die restlichen Anteile – aus Linjeflyg-Flügen wurden SAS-Flüge.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Linjeflyg im Überblick
- 2.Codes und Rufzeichen
- 3.Von der DC-3 zur Jet-Airline: die Geschichte
- 4.Die Flotte: von der DC-3 bis zur 737-500
- 5.Woran du Linjeflyg erkennst
- 6.Das Ende: Bilspedition, SAS und die Fusion 1993
- 7.Linjeflyg und der schwedische Inlandsmarkt
- 8.Linjeflyg heute: ein Thema fürs Archiv
- 9.Häufige Verwechslungen
- 10.Fazit
Steckbrief
| IATA-Code | LF |
|---|---|
| ICAO-Code | LIN |
| Rufzeichen | SWEDLINE |
| Drehkreuze | BMA, ARN |
| Status | Historisch – zum 1. Januar 1993 in SAS aufgegangen |
| Geschäftsmodell | Inlandsairline für Schweden mit Stockholm als Mittelpunkt des Netzes |
| Gegründet | 1957 in Stockholm, unter Beteiligung von SAS, Airtaco und den Zeitungsverlagen von Dagens Nyheter und Stockholms-Tidningen |
| Vorgängerin | Airtaco (1950 als Aero Scandia gegründet), die ihre Flotte einbrachte |
| Basen | Stockholm-Bromma (BMA) bis 1983, danach Stockholm-Arlanda (ARN) |
| Prägende Typen | Douglas DC-3, Convair 340/440 Metropolitan, Nord 262, Fokker F28, Boeing 737-300 und 737-500 |
| Größe (1992) | Rund 35 Flugzeuge, 39 Ziele, über 5 Millionen Fluggäste im Jahr und etwa 2.200 Beschäftigte |
| Bekannte Chefs | Gründer Sven Östling (1957–1967), Jan Carlzon (1978–1980), zuletzt Jan Sundling (1992–1993) |
| Ende | SAS übernahm 1992 alle Anteile, zum 1. Januar 1993 wurde Linjeflyg mit SAS verschmolzen |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich Linjeflyg?
- Schriftzug Linjeflyg am Rumpf – fast immer auf historischen Fotos aus Schweden
- Schwedisches Kennzeichen mit SE- am Heck
- Typischer Jet der 1970er und 80er: Fokker F28 mit T-Leitwerk und zwei Hecktriebwerken
- Davor prägten Convair Metropolitan mit zwei Kolbenmotoren das Bild
- Ab 1990 kurze Phase mit Boeing 737-500, dazu wenige 737-300
- Hintergrund meist Bromma (bis 1983) oder Arlanda sowie schwedische Regionalflughäfen
Wer in alten schwedischen Fotoalben oder Spotter-Archiven blättert, stößt früher oder später auf einen Namen: Linjeflyg. Mehr als drei Jahrzehnte lang war das die Airline, mit der man in Schweden von Stockholm nach Göteborg, Malmö, Luleå oder Visby kam. Ihr Gesicht in den 1970er- und 80er-Jahren war die Fokker F28 – von keinem anderen Betreiber gab es zeitweise mehr. Hier erfährst du, wie Linjeflyg entstand, welche Flugzeuge sie flog, warum sie 1993 in SAS verschwand und wie du historische Aufnahmen richtig zuordnest.
Historische Sichtungen sauber archivieren
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Linjeflyg im Überblick
Linjeflyg war eine historische schwedische Inlandsairline, die von 1957 bis Ende 1992 unter eigenem Namen flog. Der Name bedeutet schlicht „Linienflug“ – und genau das war ihr Auftrag: regelmäßige Verbindungen innerhalb Schwedens, während SAS die internationalen Strecken bediente.
Gegründet wurde die Gesellschaft 1957 in Stockholm. Erster Chef war Sven Östling, der Linjeflyg bis 1967 führte. Gesellschafter waren SAS, die kleine Airline Airtaco und die Verlage der Stockholmer Zeitungen Dagens Nyheter und Stockholms-Tidningen – eine ungewöhnliche Mischung aus Luftfahrt und Presse.
Kurz vor dem Ende war Linjeflyg die größte Inlandsairline Schwedens. 1992 umfasste sie rund 35 Flugzeuge, flog 39 Ziele an, beförderte über fünf Millionen Fluggäste im Jahr und beschäftigte etwa 2.200 Menschen.
Codes und Rufzeichen
- IATA-Code LF: stand in den Flugnummern und auf alten Tickets und Flugplänen.
- ICAO-Code LIN: taucht in historischen Flugplandaten auf.
- Rufzeichen SWEDLINE: so meldeten sich die Crews im Funk.
- Kennzeichen SE-: Die Flotte war in Schweden registriert. Wie du aus einem Kennzeichen Baujahr und Vorgeschichte eines Flugzeugs ableitest, erklärt der Guide Flugzeugalter herausfinden.
Eine Besonderheit gab es ganz am Schluss: Drei Boeing 737-300 in Quick-Change-Ausführung flogen 1991 und 1992 zwar in Linjeflyg-Bemalung, betrieben wurden sie aber von der schwedischen Falcon Air. Bei solchen Fotos stimmen Bemalung und tatsächlicher Betreiber also nicht überein.
Von der DC-3 zur Jet-Airline: die Geschichte
Die Anfänge mit Airtaco (1957–1960)
Linjeflyg startete nicht bei null. Die Airline Airtaco, 1950 als Aero Scandia gegründet, ging in der neuen Gesellschaft auf und brachte ihre komplette Flotte mit – vier Lockheed Lodestar und vier Douglas DC-3. Die DC-3 blieb bis 1965 im Einsatz, insgesamt flogen 16 Exemplare für Linjeflyg. Wer mehr über diesen Klassiker wissen will, findet die Hintergründe im Artikel zur Geschichte der DC-3.
Die Convair-Jahre (1960–1979)
Ab 1960 übernahm die Convair 340/440 Metropolitan die Hauptrolle. Bis 1979 betrieb Linjeflyg 23 dieser zweimotorigen Kolbenflugzeuge mit 52 bis 56 Sitzen. Daneben tauchten kleinere Typen auf: zwei Aero Commander, die Ehrenström Flyg für Linjeflyg flog, und von 1967 bis 1975 vier Nord 262 – ein französischer Turboprop mit 26 Plätzen.
In diese Zeit fällt auch der schwerste Unfall der Airline. Am 20. November 1964 setzte eine Convair 440 mit dem Kennzeichen SE-CCK im Anflug auf Ängelholm rund zwei Kilometer vor der Piste auf. 31 der 43 Menschen an Bord starben. Die Untersuchung sah keine Einzelperson in der Verantwortung, sondern die ungewohnte militärische Anflugbefeuerung des Platzes und die Zuständigkeiten von Luftfahrtbehörde und Luftwaffe.
Die Fokker-F28-Ära (1973–1992)
1973 kam der erste Jet: die Fokker F28 Fellowship. Linjeflyg war 1976 Erstkundin der verbesserten Version Mk 4000, die bis zu 85 Fluggäste fasst und Ende 1976 bei Linjeflyg in Dienst ging. Insgesamt flogen 20 F28 für die Airline, drei Mk 1000 und 17 Mk 4000. Um 1992 war Linjeflyg damit der größte F28-Betreiber der Welt.
Der zweite schwere Unfall ereignete sich am 15. Januar 1977. Eine von der Airline Skyline geleaste Vickers Viscount (SE-FOZ) stürzte im Anflug auf Bromma bei Kälvesta im Westen Stockholms ab. Ursache war Eisansatz am Höhenleitwerk; alle 22 Menschen an Bord kamen ums Leben.
Von 1978 bis 1980 leitete Jan Carlzon die Airline, bevor er zu SAS wechselte und dort später als Konzernchef bekannt wurde.
Umzug nach Arlanda
Lange war der stadtnahe Flughafen Stockholm-Bromma die Heimat von Linjeflyg. Anfang der 1980er-Jahre zogen Linjeflyg und SAS ihren Inlandsverkehr an den Flughafen Stockholm-Arlanda um. Darstellungen zur Airline nennen dafür den Oktober 1983, andere Quellen das Jahr 1984. Bromma blieb danach lange ein Platz für Geschäftsreise- und Allgemeine Luftfahrt, bis Anfang der 1990er-Jahre neue Anbieter wie Malmö Aviation dort wieder Linienflüge aufnahmen.
F28 und 737-500 auf die Wunschliste
Setz ältere Typen auf deine Wunschliste und lass dich benachrichtigen, wenn einer davon in deiner Nähe anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
Die Flotte: von der DC-3 bis zur 737-500
| Typ | Zeitraum | Anzahl | Sitze | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|---|---|
| Lockheed L-18 Lodestar | 1957–1960 | 4 | 15 | Erbe von Airtaco |
| Douglas DC-3 | 1957–1965 | 16 | 28–32 | Spornradflugzeug, Fotos meist schwarz-weiß |
| Convair 340/440 Metropolitan | 1960–1979 | 23 | 52–56 | Zweimotoriger Kolben-Airliner mit Bugfahrwerk |
| Nord 262 | 1967–1975 | 4 | 26 | Kleiner Hochdecker-Turboprop aus Frankreich |
| Fokker F28 Mk 1000 / Mk 4000 | 1973–1992 | 20 | 65–85 | Das Markenzeichen; Erstkundin der Mk 4000 |
| Boeing 737-300 | 1989–1991 | 2 | 147–148 | Teils von Maersk Air geleast |
| Boeing 737-500 | 1990–1992 | 10 | 130–131 | Erste Auslieferung im April 1990 |
| Boeing 737-300QC | 1991–1992 | 3 | 142 | Von Falcon Air betrieben |
Die Fokker F28 ist der Typ, den die meisten mit Linjeflyg verbinden. Für die Mk 4000 nutzte Fokker den gestreckten Rumpf der Mk 2000, verlängerte die Tragfläche und setzte leisere Rolls-Royce-Spey-Triebwerke ein. Dazu kamen ein überarbeitetes Cockpit und eine Kabine mit geschlossenen Gepäckfächern. Der Nachfolger der F28, die Fokker 100, spielte bei Linjeflyg dagegen keine Rolle mehr.
Für die Convair-Jahre lohnt sich ein Blick auf die Seite zur Convair CV-240/340/440: Dort erfährst du, wie du die Versionen auseinanderhältst. Und die letzten Neuzugänge waren Boeing-Jets: Die Boeing 737-500 kam ab 1990, ergänzt durch einige 737-300. Nach der Fusion flogen viele dieser Maschinen bei SAS weiter.
Woran du Linjeflyg erkennst
Die sicherste Kombination auf historischen Fotos ist Schriftzug, Kennzeichen und Typ. Der Name Linjeflyg steht am Rumpf, das Kennzeichen beginnt mit SE-, und in den 1970er- und 80er-Jahren ist das Flugzeug fast immer eine F28. Die F28 selbst erkennst du am T-Leitwerk, an den zwei Triebwerken am Heck und am geteilten Heckkonus, der sich als Luftbremse aufklappt.
Schriftzug suchen
Steht „Linjeflyg“ am Rumpf, ist die Airline klar – bei den 737-300QC aber Falcon Air als Betreiber bedenken.
Kennzeichen lesen
SE- am Heck bestätigt die schwedische Registrierung. Mit dem vollen Kennzeichen findest du die Lebensgeschichte des Flugzeugs.
Typ bestimmen
Kolbenmotoren deuten auf Convair oder DC-3, T-Leitwerk und Hecktriebwerke auf die F28, Flügeltriebwerke auf die 737.
Zeitraum eingrenzen
Typ und Flughafen verraten das Jahrzehnt: Bromma spricht für die Zeit bis 1983, eine 737-500 für 1990 bis 1992.
Archivfotos richtig ablegen
Notiere bei alten Aufnahmen Airline, Kennzeichen, Typ, Flughafen und ungefähres Jahr. Wie du daraus eine saubere Ordnerstruktur machst, zeigt der Guide Flugzeugfotos archivieren. Hilfreich für ältere Typen ist auch Oldtimer am Himmel erkennen.
Das Ende: Bilspedition, SAS und die Fusion 1993
Über Jahrzehnte hielt SAS die Hälfte der Anteile an Linjeflyg. Im September 1990 verkaufte SAS dieses Paket überraschend an das Transportunternehmen Bilspedition – holte es aber nach kurzer Zeit wieder zurück. Im Februar 1992 übernahm SAS auch die übrige Hälfte und kontrollierte die Airline damit vollständig.
Hintergrund der Komplettübernahme war ein geplantes Bündnis von Linjeflyg mit der norwegischen Braathens SAFE und der dänischen Maersk Air. SAS sah darin eine Bedrohung für die Verbindungen zwischen den skandinavischen Hauptstädten und für den schwedischen Inlandsverkehr. Zum 1. Januar 1993 wurde Linjeflyg schließlich mit SAS verschmolzen.
Was nach 1993 blieb
- Viele Flugzeuge, darunter Boeing 737-500, flogen bei SAS weiter
- Das Inlandsnetz ab Arlanda lief unter SAS-Flugnummern weiter
- Archivfotos und Modelle halten den Namen lebendig
Was verschwand
- Die Marke Linjeflyg und der Code LF
- Die eigene Bemalung
- Die Rolle als eigenständige Inlandsairline neben SAS
Ein Detail macht die Fusion für Spotter interessant: In Übergangsphasen tragen Flugzeuge oft Mischbemalungen oder nur einen neuen Schriftzug. Wie du solche Zwischenstände erkennst, erklärt der Artikel zu Hybrid- und Mischlackierungen.
Linjeflyg und der schwedische Inlandsmarkt
Mit der Liberalisierung des schwedischen Inlandsluftverkehrs um 1992 änderte sich der Markt grundlegend. Während Linjeflyg in SAS aufging, wagten neue Anbieter den Einstieg: Malmö Aviation flog ab Bromma, später kamen Airlines wie NextJet und BRA Braathens Regional Airlines dazu. Wer die schwedische Regionalluftfahrt als Ganzes verstehen will, findet in Linjeflyg den Ausgangspunkt. Einen Überblick über das Feld gibt der Artikel Regionalairlines in Europa.
Wahrscheinlich Linjeflyg, wenn …
- eine F28 mit SE-Kennzeichen und Linjeflyg-Schriftzug zu sehen ist
- das Foto aus Bromma vor 1983 oder aus Arlanda bis 1992 stammt
- eine Convair Metropolitan mit SE-Kennzeichen auf einem schwedischen Inlandsflughafen steht
Genauer prüfen, wenn …
- eine 737-300 im Linjeflyg-Look abgebildet ist – Betreiber könnte Falcon Air gewesen sein
- eine Viscount auftaucht – die gehörte meist anderen Airlines und war nur geleast
Kein Linjeflyg, wenn …
- das Foto nach 1993 entstanden ist und SAS-Bemalung zeigt
Linjeflyg heute: ein Thema fürs Archiv
Eine aktive Linjeflyg-Maschine wirst du nicht mehr sehen. Spannend bleibt die Airline trotzdem: Viele ihrer Typen haben einen festen Platz in der Luftfahrtgeschichte, und schwedische Museen wie das Flygvapenmuseum bei Linköping zeigen, wie vielfältig die Luftfahrt des Landes ist – auch wenn der Schwerpunkt dort auf militärischen Flugzeugen liegt.
Wer heute in Stockholm spotten will, findet an den Spotterplätzen am Flughafen Arlanda den Ort, an dem Linjeflyg ihre letzten zehn Jahre verbrachte. Die Typen von damals sind dort allerdings längst aus dem Alltag verschwunden. Wie selten eine Sichtung ist, kannst du mit dem Guide zur Seltenheit von Sichtungen einordnen.
Häufige Verwechslungen
- Linjeflyg für eine SAS-Marke halten – SAS war beteiligt, aber Linjeflyg war bis 1992 eine eigene Gesellschaft mit eigenem Code LF.
- Jede 737-300 im Linjeflyg-Look Linjeflyg zuschreiben – die Quick-Change-Maschinen betrieb Falcon Air.
- F28 mit Fokker 100 verwechseln – die Fokker 100 ist länger, hat andere Triebwerke und flog nie für Linjeflyg.
- Die Viscount für ein Linjeflyg-Flugzeug halten – die 1977 verunglückte Maschine war von Skyline geleast.
- Linjeflyg mit Malmö Aviation verwechseln – Malmö Aviation flog erst nach dem Umzug von Linjeflyg wieder Linie ab Bromma.
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Fazit
Linjeflyg war 35 Jahre lang eine der prägenden Inlandsairlines Schwedens – von der DC-3 über die Convair-Jahre bis zur größten F28-Flotte der Welt. Mit der vollständigen Übernahme durch SAS endete die Geschichte zum 1. Januar 1993. Wer alte Fotos aus Bromma oder Arlanda zuordnen will, achtet auf Schriftzug, SE-Kennzeichen und Typ – und denkt an die Ausnahmen wie die Falcon-Air-737.
Kurzfazit
Linjeflyg (IATA LF, ICAO LIN) war von 1957 bis 1992 Schwedens große Inlandsairline, Erstkundin der Fokker F28 Mk 4000 und ging zum 1. Januar 1993 in SAS auf.
Zusammenfassung
- Linjeflyg war über drei Jahrzehnte die Airline, mit der Schweden innerhalb des eigenen Landes flog, während SAS den internationalen Verkehr übernahm.
- Die Flotte spiegelt die Entwicklung der Kurzstrecke: DC-3 und Convair in den Anfangsjahren, dann die Fokker F28 und zum Schluss die Boeing 737-500.
- Zwei schwere Unfälle – 1964 bei Ängelholm und 1977 bei Stockholm – prägten die Geschichte der Airline und der schwedischen Flugsicherheit.
- Für Spotter ist Linjeflyg ein Archiv-Thema: Alte Aufnahmen ordnest du über das SE-Kennzeichen, den Typ und den Flughafen zuverlässig zu.
Häufige Fragen
Wann gab es Linjeflyg?
Linjeflyg wurde 1957 in Stockholm gegründet und flog bis Ende 1992 unter eigenem Namen. Zum 1. Januar 1993 wurde die Airline mit SAS verschmolzen. Damit gehört sie klar zur Geschichte der schwedischen Luftfahrt.
Welche Codes hatte Linjeflyg?
Linjeflyg nutzte den IATA-Code LF, den ICAO-Code LIN und das Rufzeichen „SWEDLINE“. Die Flugzeuge trugen schwedische Kennzeichen mit dem Präfix SE-. Einige Boeing 737-300 im Linjeflyg-Look wurden allerdings von Falcon Air betrieben.
Welche Flugzeuge flog Linjeflyg?
In den Anfangsjahren flogen Lockheed Lodestar und Douglas DC-3, ab 1960 Convair 340/440 Metropolitan. Später kamen einige Nord 262 dazu. Von 1973 bis 1992 war die Fokker F28 das Rückgrat der Flotte – insgesamt 20 Exemplare. Zum Schluss setzte Linjeflyg Boeing 737-300 und zehn Boeing 737-500 ein.
Was hat Linjeflyg mit der Fokker F28 Mk 4000 zu tun?
Linjeflyg war die Erstkundin dieser Version. Die Mk 4000 nutzt den längeren Rumpf der Mk 2000, hat eine verlängerte Tragfläche, leisere Spey-Triebwerke und bis zu 85 Sitze. Sie ging Ende 1976 bei Linjeflyg in Dienst. Von den 20 F28 der Airline waren 17 Mk 4000 und drei Mk 1000.
Wer war an Linjeflyg beteiligt?
Gegründet wurde Linjeflyg von SAS gemeinsam mit der Airline Airtaco und den Stockholmer Zeitungshäusern hinter Dagens Nyheter und Stockholms-Tidningen. SAS hielt über Jahrzehnte die Hälfte der Anteile. 1990 verkaufte SAS seinen Anteil an das Transportunternehmen Bilspedition, kaufte ihn aber bald zurück und übernahm 1992 auch die übrige Hälfte.
Warum ging Linjeflyg in SAS auf?
Linjeflyg plante Anfang der 1990er-Jahre ein Bündnis mit Braathens SAFE und Maersk Air. SAS sah darin eine Gefahr für die Hauptstadtverbindungen in Skandinavien und den Inlandsverkehr, übernahm im Februar 1992 die restlichen Anteile und verschmolz Linjeflyg zum 1. Januar 1993 mit dem eigenen Betrieb. Damit verschwand Linjeflyg als eigene Airline.
Hatte Linjeflyg schwere Unfälle?
Ja, zwei. Am 20. November 1964 verunglückte eine Convair 440 (SE-CCK) im Anflug auf Ängelholm, 31 von 43 Menschen an Bord starben – der Unfall gilt als einer der schwersten in Schweden. Am 15. Januar 1977 stürzte eine von Skyline geleaste Vickers Viscount (SE-FOZ) im Anflug auf Bromma bei Kälvesta ab; Ursache war Eis am Höhenleitwerk, alle 22 Insassen kamen ums Leben.
War Jan Carlzon Chef von Linjeflyg?
Ja. Jan Carlzon leitete Linjeflyg von 1978 bis 1980. Danach wechselte er zu SAS, wo er später als Konzernchef bekannt wurde. Er ist damit eine der prominentesten Personen, die mit Linjeflyg verbunden sind.
Linjeflyg im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
Fokker F28 Fellowship
Der erste Jet aus Amsterdam: Die Fokker F28 Fellowship flog 1967 zum ersten Mal, brachte Hecktriebwerke und aufklappbaren Heckkonus in die Fokker-Familie und ist heute fast nur noch im Museum zu sehen.
FlugzeugtypConvair CV-240/340/440 Metropolitan
Zwei dicke Sternmotoren, Bugrad statt Spornrad und eine Druckkabine: Die Convair-Liner CV-240, CV-340 und CV-440 waren die modernen Zubringer der 1950er – auch bei Lufthansa und Swissair.
FlugzeugtypBoeing 737-500
Klein, kompakt und mit den typischen platten Triebwerkseinlässen: Die 737-500 war die kürzeste 737 Classic und der moderne Ersatz für die 737-200. Hier liest du, wer sie flog, wo sie heute noch unterwegs ist und wie du sie von -300 und -600 trennst.
FlugzeugtypBoeing 737-300
Dicke Triebwerke mit platter Unterseite, ein gestreckter Rumpf und ein neues Cockpit: Mit der 737-300 machte Boeing die 737 Mitte der 1980er fit für eine zweite Karriere. Hier erfährst du, woher sie kommt, wer sie in Deutschland flog und wo du sie heute noch triffst.
FlugzeugtypDouglas DC-3 / C-47
Zwei Sternmotoren, Spornrad, schräg stehender Rumpf am Boden: Die DC-3 und ihre Militärschwester C-47 sind Legenden. So erkennst du sie und so findest du die letzten Flieger in Europa.
FlugzeugtypVickers Viscount
Riesige ovale Fenster, vier pfeifende Rolls-Royce-Dart-Turbinen und ein Platz in den Geschichtsbüchern: Die Vickers Viscount brachte 1953 als erstes Turboprop-Flugzeug den Linienverkehr in Schwung. Hier erfährst du, wie du sie erkennst und wo du die letzten Exemplare findest.
Weitere Airlines
SAS Scandinavian Airlines
Die skandinavische Netzwerk-Airline mit dem blauen Leitwerk: 1946 von Dänemark, Norwegen und Schweden gegründet, drei Drehkreuze, seit 2024 bei SkyTeam statt in der Star Alliance – und eine Flotte mit Kennzeichen aus vier Ländern.
RegionalMalmö Aviation
Historische schwedische Airline (1981–2016) mit Sitz in Malmö und Drehkreuz Stockholm-Bromma. Malmö Aviation flog Geschäftsreisende mit BAe 146 und Avro RJ zwischen Schwedens Großstädten und nach Europa und ging 2016 in BRA Braathens Regional Airlines auf.
NetzwerkBraathens SAFE
Historische norwegische Airline: 1946 von einem Reeder für Flüge nach Fernost gegründet, später jahrzehntelang SAS-Konkurrent im Inland mit Boeing 737 – und 2004 in SAS Braathens aufgegangen.
NetzwerkMaersk Air
Historische dänische Airline der Reederei A. P. Møller-Mærsk: Maersk Air flog von 1969 bis 2005 ab Kopenhagen und Billund, vor allem mit Boeing 737 und Fokker-Turboprops, und ging 2005 in Sterling auf.
RegionalBRA Braathens Regional Airlines
Eine der wichtigsten Inlandsairlines Schwedens: 2016 aus Malmö Aviation und Sverigeflyg entstanden, bis Ende 2024 mit eigenem Netz ab Bromma – heute fliegen ihre ATR 72-600 im Wet-Lease, vor allem für SAS.
RegionalNextJet
Historische schwedische Regionalairline: 2002 gegründet, ab Stockholm-Arlanda mit Saab 340, BAe ATP und ATR in Lappland, Finnland und Åland unterwegs – am 16. Mai 2018 kam der Konkurs.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Flughafen Stockholm-Arlanda
Schwedens größter Flughafen liegt rund 40 Kilometer nördlich von Stockholm im Wald bei Märsta: drei Pisten in zwei Richtungen, ein Terminalsystem im Umbau, SAS als Hausherr – und ein offizieller Spotterpavillon, um den herum sich ein ganzes Netz an Fotopunkten gebildet hat.
HerstellerFokker
Fokker war über Jahrzehnte der große Name der niederländischen Luftfahrt: erst Jagdflugzeuge im Ersten Weltkrieg, dann die F.VII, später F27, F28, Fokker 50, 70 und 100. 1996 ging der Hersteller pleite. Hier erfährst du, wie es dazu kam, was vom Unternehmen geblieben ist und wo du Fokker-Typen heute noch vor die Linse bekommst.
HerstellerBoeing
Boeing ist der US-amerikanische Gegenpol zu Airbus und baut seit der 707 Verkehrsjets in Serie. Wer 737, 777 und 787 an Fahrwerk, Flügelspitzen und Heck auseinanderhalten kann, bestimmt einen großen Teil des Verkehrs an jedem europäischen Flughafen – auch ohne Lackierungshinweis.
Wo du Linjeflyg vor die Linse bekommst
Spotting-Spots, an denen diese Airline regelmäßig zu sehen ist – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
Spotterhügel am Flughafen Stockholm-Arlanda
Der offizielle Spotterplatz von Stockholm-Arlanda: ein Hügel mit kleinem Spotterhäuschen an der Navigatörsvägen, kostenlosem Parkplatz und Blick auf Landungen auf der 19L – erreichbar mit dem Auto oder dem Bus 806.
MuseumFlygvapenmuseum am Flugplatz Malmen bei Linköping
Am Flugplatz Malmen bei Linköping, wo Carl Cederström 1912 eine Flugschule gründete, zeigt das Flygvapenmuseum die Geschichte der schwedischen Luftwaffe: Saab-Jets von Tunnan über Lansen und Draken bis Viggen und Gripen, dazu Spitfire, MiG-15 und das Wrack der 1952 abgeschossenen DC-3.
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