Das Wichtigste in Kürze
- BRA ist eine schwedische Regionalairline, die 2016 aus Malmö Aviation, Sverigeflyg und Braathens Regional entstand.
- Codes: IATA TF (übernommen von Malmö Aviation), ICAO BRX, Rufzeichen „BRAATHENS“.
- Die Flotte besteht aus ATR 72-600 – laut Braathens 15 Maschinen mit je 72 Sitzen.
- Seit Januar 2025 kein eigenes Streckennetz mehr: BRA fliegt im Wet-Lease, vor allem für SAS ab Arlanda und Kopenhagen.
- Für Spotter zählt das Kennzeichen: Die SE-Registrierung verrät die BRA-ATR auch unter SAS-Flugnummer.
Inhaltsverzeichnis
- 1.BRA im Überblick
- 2.Von Malmö Aviation zu BRA: die Vorgeschichte
- 3.Codes und Rufzeichen
- 4.Die Flotte: nur noch ATR 72-600
- 5.Abschied von Bromma: der Wechsel ins Wet-Lease
- 6.Woran du BRA erkennst
- 7.BRA spotten: Arlanda und Kopenhagen
- 8.Nachhaltigkeit als Markenkern
- 9.Einordnung: BRA unter Europas Regionalairlines
- 10.Häufige Verwechslungen
- 11.Fazit
Steckbrief
| IATA-Code | TF |
|---|---|
| ICAO-Code | BRX |
| Rufzeichen | BRAATHENS |
| Drehkreuze | ARN, CPH |
| Geschäftsmodell | Bis Ende 2024 Regionalairline mit eigenem Inlandsnetz, seit 2025 Wet-Lease-Anbieter (ACMI) für andere Airlines |
| Heimatland | Schweden |
| Gegründet | Februar 2016 durch Zusammenlegung von Malmö Aviation, Sverigeflyg und Braathens Regional |
| Flugbetrieb | Braathens Regional Airways AB (ICAO BRX, Rufzeichen „BRAATHENS“) – hervorgegangen aus Golden Air |
| Eigentümer | Mehrheitlich Braganza AB (Familie Braathen), Minderheitsanteil AMF seit 2021 |
| Frühere Hauptbasis | Stockholm-Bromma (BMA), eigenes Netz bis 30. Dezember 2024 |
| Heutige Einsatzorte | Stockholm-Arlanda (ARN) und Kopenhagen (CPH), vor allem im Auftrag von SAS |
| Flotte (laut Braathens, Stand 2026) | 15 ATR 72-600 mit je 72 Sitzen, Kennzeichen SE-MK… und SE-MN… |
| Allianz | keine eigene Mitgliedschaft; Flüge für SAS laufen unter SAS-Flugnummern |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich BRA Braathens Regional Airlines?
- Fast immer eine ATR 72-600: Hochdecker-Turboprop mit zwei Propellern und T-Leitwerk
- Schwedisches Kennzeichen mit SE-, bei der aktuellen Flotte meist SE-MK… oder SE-MN…
- Seit 2025 meist mit SK-Flugnummer unterwegs, weil die Flugzeuge für SAS fliegen
- Typische Einsatzorte heute: Arlanda und Kopenhagen, nicht mehr Bromma
- Kurze Regionalstrecken mit 72 Sitzen – auf Trackern als ATR 72 bzw. AT76 geführt
- Ältere Fotos ab Bromma zeigen oft noch vierstrahlige Avro RJ mit BRA-Schriftzug
Wer vor ein paar Jahren in Stockholm-Bromma stand, kam an BRA nicht vorbei: Avro RJ, Embraer und ATR rollten im Minutentakt zu Zielen in ganz Schweden. Heute ist Bromma fast leer – und BRA trotzdem noch da. Die schwedische Regionalairline hat sich neu erfunden und fliegt ihre ATR 72-600 inzwischen im Auftrag anderer Airlines, vor allem für SAS. Für Spotter heißt das: Die Flugzeuge sind weiter unterwegs, nur unter fremder Flugnummer. Diese Seite zeigt dir, woher BRA kommt, was heute fliegt und wie du die Maschinen sauber zuordnest.
Jede ATR einzeln im Hangar
Mit Planetrack hältst du Sichtungen mit Kennzeichen, Typ, Airline und Flughafen fest – so bleibt sichtbar, welche BRA-Maschine du schon hast und welche noch fehlt. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
BRA im Überblick
BRA Braathens Regional Airlines ist eine schwedische Regionalairline, die im Februar 2016 als gemeinsame Marke mehrerer Inlandsgesellschaften entstand. Hinter dem Kürzel steckten anfangs drei Wurzeln: Malmö Aviation, Sverigeflyg und Braathens Regional, das frühere Golden Air. Ziel war ein einheitlicher Auftritt im schwedischen Inlandsmarkt statt mehrerer kleiner Marken nebeneinander.
Bis Ende 2024 war Stockholm-Bromma die Heimat von BRA. Von dort flog die Airline zu Zielen wie Göteborg, Malmö, Umeå, Kalmar, Ronneby oder Visby, dazu kamen saisonale Verbindungen und einzelne Auslandsziele wie Helsinki und Aarhus. Damit gehörte BRA zu den wichtigsten Anbietern im schwedischen Inlandsverkehr.
Im September 2024 folgte der Kurswechsel: BRA gab das eigene Streckennetz auf und wechselte ins Wet-Lease-Geschäft. Seit Januar 2025 fliegen die ATR 72-600 vor allem für SAS – BRA stellt Flugzeuge, Crews, Wartung und Versicherung, SAS verkauft die Tickets. Was dahinter steckt, erklärt der Artikel Wet-Lease einfach erklärt.
Von Malmö Aviation zu BRA: die Vorgeschichte
BRA ist eine junge Marke mit langer Vorgeschichte. Die wichtigsten Stationen:
- Malmö Aviation (ab 1981): flog über Jahrzehnte Linie ab Bromma – unter anderem mit Jets der BAe-146-/Avro-RJ-Familie. Von ihr stammt der IATA-Code TF, als ICAO-Code nutzte sie SCW mit dem Rufzeichen „SCANWING“. Mehr dazu auf der Seite zu Malmö Aviation.
- Golden Air (ab 1976): eine kleine Gesellschaft aus Trollhättan, die 2012 von der Braathens-Gruppe übernommen und 2013 in Braathens Regional umbenannt wurde. Aus ihr ging der heutige Flugbetrieb Braathens Regional Airways hervor.
- Sverigeflyg: ein Verbund regionaler Airlines, den die Braathens-Eigentümer ab 2011 schrittweise übernahmen.
- 2016: Zusammenlegung unter der gemeinsamen Marke BRA. Malmö Aviation flog danach nicht mehr unter eigenem Namen.
Hinter allem steht die Familie Braathen. Ludvig G. Braathen gründete 1946 in Norwegen Braathens SAFE, die später in SAS aufging. Mehrheitseigentümerin von BRA ist heute die Braganza AB von Per G. Braathen; seit Oktober 2021 hält der schwedische Pensionsversicherer AMF einen Minderheitsanteil. Eine direkte Fortsetzung der norwegischen Airline ist BRA aber nicht – die Verbindung läuft über die Familie, nicht über die Gesellschaft.
Im schwedischen Inlandsmarkt war BRA nicht allein. Wer sich für die Vorgänger und Konkurrenten interessiert, findet auch Linjeflyg und NextJet in unserer Datenbank – zwei weitere Kapitel der schwedischen Regionalluftfahrt, die heute Geschichte sind.
Codes und Rufzeichen
- IATA-Code TF: stand bis Ende 2024 in den BRA-Flugnummern, etwa beim letzten eigenen Flug TF427 von Visby nach Bromma.
- ICAO-Code BRX: gehört zum Flugbetrieb Braathens Regional Airways AB.
- Rufzeichen BRAATHENS: so meldet sich die Crew, wenn sie unter eigenem Code fliegt.
Seit dem Wechsel ins Wet-Lease ist die Lage komplizierter. Flüge für SAS laufen unter SK-Flugnummern – auf der Anzeigetafel und im Tracker sieht der Flug also aus wie jeder andere SAS-Flug. Wie IATA- und ICAO-Codes zusammenhängen, erklärt der Guide zu IATA- und ICAO-Codes.
Tracker richtig lesen
Zeigt der Tracker einen SAS-Flug mit einer ATR 72, lohnt der zweite Blick aufs Kennzeichen. Eine SE-Registrierung aus der BRA-Flotte verrät, wer wirklich fliegt. Wie du ADS-B-Daten sinnvoll liest, zeigt der Guide zur Flugverfolgung für Spotter.
Die Flotte: nur noch ATR 72-600
Die heutige Flotte ist so einheitlich wie nie. Laut der Flottenübersicht von Braathens fliegen 15 Maschinen vom Typ ATR 72-600 mit je 72 Sitzen, zwei Piloten und zwei Flugbegleitern. Die Kennzeichen beginnen mit SE-MK… und SE-MN… – damit hast du ein handliches Merkmal, um BRA-Maschinen auch unter fremder Flugnummer zu erkennen. Hersteller ist der französisch-italienische Turboprop-Spezialist ATR.
| Typ | Status | Sitze | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|---|
| ATR 72-600 | aktuell, laut Braathens 15 Stück | 72 | Einziger Typ heute; Kennzeichen SE-MK…/SE-MN… |
| ATR 72-500 | historisch | – | Vorgängerversion, durch die -600 ersetzt |
| Avro RJ100 | historisch | – | Vierstrahliger Hochdecker, lange das Bild in Bromma |
| Avro RJ85 | historisch | – | Kürzere Version der RJ-Familie |
| Embraer 190 | historisch | – | Nur zeitweise im Einsatz |
| Airbus A319 u. a. | historisch, bis 2025 | – | Über die Schwester Braathens International Airways im Charter |
Inzwischen ist die Flotte vollständig auf die ATR 72-600 umgestellt. Verschwunden sind die vierstrahligen Avro RJ85 und Avro RJ100, ebenso die Embraer 190 und die älteren ATR 72-500. Wer ältere Fotos aus Bromma im Archiv hat, besitzt damit echte Zeitdokumente.
Eine Sonderrolle spielte die Schwestergesellschaft Braathens International Airways, die mit eigenem Luftverkehrsbetreiberzeugnis Airbus-Flugzeuge wie die A319 im Charter- und ACMI-Geschäft einsetzte. Ende September 2025 meldete sie wegen Liquiditätsproblemen Insolvenz an. Die ATR-Flüge waren laut Braathens nicht betroffen – die Airbus-Ära der Gruppe ist damit aber vorbei.
Dir fehlt noch eine SE-MK…?
Setz einzelne Kennzeichen oder den Typ ATR 72 auf deine Wunschliste und lass dich benachrichtigen, wenn sie in deiner Nähe anfliegen oder landen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
Abschied von Bromma: der Wechsel ins Wet-Lease
Der Bruch kam in zwei Schritten. Zuerst traf die Pandemie BRA hart: Im April 2020 setzte die Airline den Flugbetrieb aus und beantragte ein Rekonstruktionsverfahren. Ab Herbst 2020 kehrte BRA zwar schrittweise zurück, doch der schwedische Inlandsverkehr erholte sich nur langsam. Im Herbst 2023 folgte ein zweites Verfahren für mehrere Gesellschaften der Gruppe, dessen Plan Anfang 2024 von Gläubigern und Gericht angenommen wurde.
Im September 2024 zog BRA die Konsequenz und kündigte an, den eigenen Linienverkehr zu beenden. SAS gab im selben Monat eine Partnerschaft bekannt, nach der BRA ab 2025 als Subunternehmer Flüge ab Stockholm-Arlanda übernimmt – angelegt auf sieben Jahre. Am 30. Dezember 2024 flog BRA mit TF427 von Visby nach Bromma den letzten eigenen Linienflug. Die ATR zog danach nach Arlanda um.
Für Bromma war das ein tiefer Einschnitt, weil BRA dort der wichtigste Linienanbieter war. Für dich als Spotter verschiebt sich das Geschehen: Die BRA-Maschinen findest du heute vor allem in Stockholm-Arlanda und am Flughafen Kopenhagen – Braathens nennt neben Schweden auch Dänemark als Basisland.
Typ prüfen
Hochdecker, zwei Propeller, T-Leitwerk, rund 27 Meter Spannweite: eine ATR 72.
Kennzeichen lesen
SE-MK… oder SE-MN… am Rumpf deutet auf die BRA-Flotte hin.
Tracker abgleichen
Die SK-Flugnummer zeigt den Auftraggeber SAS, das Kennzeichen den tatsächlichen Betreiber.
Sauber notieren
Halte BRA als Betreiber und SAS als Vermarkter getrennt fest – so bleibt die Sichtung eindeutig.
Woran du BRA erkennst
Das wichtigste Merkmal ist der Flugzeugtyp. BRA fliegt ausschließlich die ATR 72-600, einen Turboprop-Hochdecker mit zwei Propellertriebwerken und T-Leitwerk. Im Vergleich zu Regionaljets ist die ATR langsamer, leiser im Anflug und auf kurzen Strecken unterwegs. Wie du sie von ähnlichen Turboprops wie der Dash 8 trennst, zeigt der Guide ATR 42/72 und Dash 8 unterscheiden.
Bei der Bemalung ist Vorsicht angebracht. Weil die Flugzeuge seit 2025 für SAS fliegen, tauchen sie im SAS-Umfeld auf – auf Fotos kann eine BRA-ATR deshalb schnell als „SAS“ einsortiert werden. Ob eine Maschine gerade in SAS-Optik oder mit eigener Beschriftung fliegt, ist für die Zuordnung zweitrangig: Entscheidend ist das Kennzeichen. Wie du Registrierungen liest, erklärt der Artikel Flugzeugkennzeichen verstehen.
Achtung Verwechslung
Auch andere Airlines fliegen ATR 72-600 in Skandinavien. Ein Turboprop unter SAS-Flugnummer ist nicht automatisch eine BRA-Maschine. Erst das schwedische Kennzeichen aus der BRA-Flotte macht die Zuordnung sicher – fotografiere deshalb immer auch die Rumpfseite.
BRA spotten: Arlanda und Kopenhagen
Seit 2025 sind die beiden großen Drehkreuze im Norden die besten Orte für BRA-Sichtungen. In Arlanda starten die ATR zu SAS-Inlandszielen, in Kopenhagen-Kastrup bedienen sie Regionalstrecken im SAS-Netz. Dort mischen sie sich mit A320neo, Regionaljets und Langstreckenverkehr – die kleinen Turboprops fallen zwischen den Jets angenehm auf.
In Arlanda gibt es offizielle Spotterplätze; Details findest du beim Spotterhügel am Flughafen Stockholm-Arlanda. In Kopenhagen ist der Flyvergrillen ein Klassiker, mehr Tipps sammelt der Planespotting-Guide für Kopenhagen-Kastrup.
Gute Chancen auf BRA, wenn …
- du in Arlanda oder Kopenhagen spottest und im Plan SAS-Regionalflüge mit ATR 72 stehen
- du früh morgens oder am Abend da bist, wenn die Regionalwellen starten und landen
- der Tracker eine ATR 72 mit schwedischem Kennzeichen unter SK-Nummer zeigt
Prüf es vorher, wenn …
- du nach Spotterberichten vor 2025 planst – damals war Bromma der Hotspot
- Flugpläne gerade zum Sommer- oder Winterflugplan wechseln
Eher kein BRA-Tag, wenn …
- du in Bromma auf TF-Flüge wartest – das eigene BRA-Netz gibt es nicht mehr
Sicherheit und Regeln
Fotografiere nur von öffentlich zugänglichen Bereichen und offiziellen Spotterplätzen aus. Zäune, Absperrungen und Sicherheitsbereiche sind tabu, Drohnen haben in Flughafennähe nichts verloren.
Nachhaltigkeit als Markenkern
BRA hat sich über Jahre als Vorreiter beim nachhaltigeren Fliegen positioniert. 2016 führte die Airline nach eigenen Angaben einen Demonstrationsflug mit deutlich reduzierten Emissionen durch, 2018 bot sie nach eigener Darstellung als erste Airline ihren Passagieren nachhaltigen Flugkraftstoff (SAF) als Zusatzoption bei der Buchung an. Auch die Wahl der ATR 72-600 passt dazu: Turboprops verbrauchen auf kurzen Strecken weniger Treibstoff als Jets ähnlicher Größe. Im Wet-Lease-Geschäft unterstützt Braathens den SAF-Einsatz heute über die Partnerschaften mit seinen Kunden.
Einordnung: BRA unter Europas Regionalairlines
BRA steht beispielhaft für einen Trend: Regionalairlines verschwinden als eigene Marke, fliegen aber als Dienstleister für größere Netzwerk-Airlines weiter. Ähnliche Modelle kennst du von anderen Regionalbetrieben in Europa; einen Überblick gibt der Artikel Regionalairlines in Europa. Zu Zeiten des eigenen Netzes arbeitete BRA unter anderem mit Finnair und Widerøe per Codeshare zusammen – Widerøe ist bis heute die große Regional- und Turboprop-Airline im Nachbarland Norwegen.
Häufige Verwechslungen
- BRA mit Braathens SAFE gleichsetzen – die norwegische Airline ist historisch und ging in SAS auf; BRA ist ein eigenes, schwedisches Unternehmen.
- Jede SAS-ATR für eine SAS-Maschine halten – oft fliegt BRA im Wet-Lease, das Kennzeichen zeigt es.
- TF-Flüge in aktuellen Plänen suchen – seit 2025 fliegt BRA praktisch nur noch unter fremden Flugnummern.
- Bromma als BRA-Hotspot ansehen – das war bis Ende 2024 so, heute sind Arlanda und Kopenhagen die Orte.
- Malmö Aviation als heutige Airline notieren – sie ging 2016 in BRA auf und tritt nicht mehr unter eigenem Namen auf.
- ATR 72-500 und -600 vermischen – BRA fliegt heute nur noch die -600.
BRA im Blick behalten
Beobachte einzelne Kennzeichen der BRA-Flotte und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen, Airline und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
BRA ist ein Lehrstück dafür, wie schnell sich eine Airline wandeln kann. Aus Malmö Aviation, Golden Air und Sverigeflyg entstand 2016 eine der wichtigsten schwedischen Inlandsmarken mit Heimat in Bromma. Nach Pandemie und schwachem Inlandsmarkt verschwand das eigene Netz Ende 2024 – die ATR 72-600 fliegen weiter, nur eben für SAS. Wer Kennzeichen und Betreiber mitnotiert, erkennt BRA auch dann, wenn auf der Anzeigetafel nur SAS steht.
Kurzfazit
BRA Braathens Regional Airlines (IATA TF, ICAO BRX) ist eine schwedische Regionalairline mit reiner ATR-72-600-Flotte. Seit 2025 fliegt sie im Wet-Lease vor allem für SAS ab Arlanda und Kopenhagen – das SE-Kennzeichen verrät, wer wirklich fliegt.
Zusammenfassung
- BRA war bis Ende 2024 der Platzhirsch in Stockholm-Bromma und flog ein dichtes Inlandsnetz in Schweden.
- Heute ist BRA eine Wet-Lease-Airline: Die ATR 72-600 fliegen im Auftrag von SAS, die Passagiere buchen SAS-Flüge.
- Die Geschichte reicht über Malmö Aviation, Golden Air und Sverigeflyg zurück – und über die Familie Braathen bis zu Braathens SAFE in Norwegen.
- Wer eine BRA-Maschine sicher zuordnen will, notiert Kennzeichen und durchführende Gesellschaft getrennt von der Flugnummer.
Häufige Fragen
Welchen IATA- und ICAO-Code hat BRA?
Der IATA-Code von BRA ist TF – ein Erbe von Malmö Aviation. Der Flugbetrieb Braathens Regional Airways nutzt den ICAO-Code BRX und das Rufzeichen „BRAATHENS“. Weil BRA seit 2025 kein eigenes Netz mehr betreibt, siehst du TF-Flugnummern kaum noch; die Flüge für SAS laufen unter SK-Nummern.
Fliegt BRA noch eigene Strecken?
Nein. BRA kündigte im September 2024 an, den eigenen Linienverkehr zu beenden. Der letzte eigene Flug ging am 30. Dezember 2024 von Visby nach Stockholm-Bromma. Seit Januar 2025 fliegt BRA im Wet-Lease, vor allem für SAS – im Rahmen eines auf sieben Jahre angelegten Vertrags.
Welche Flugzeuge fliegt BRA?
Nur noch die ATR 72-600. Laut der Flottenseite von Braathens umfasst die Flotte 15 Maschinen mit je 72 Sitzen. Früher gehörten auch Avro RJ85 und RJ100, ältere ATR 72-500 und über die Schwester Braathens International Airways einige Airbus A319 und A320 zum Bild – diese Typen sind inzwischen verschwunden.
Was hat BRA mit Malmö Aviation zu tun?
Malmö Aviation war eine der Vorgängerinnen. Die 1981 gegründete Airline flog lange ab Bromma, unter anderem mit Avro RJ, und brachte den IATA-Code TF mit. 2016 ging sie in der neuen Marke BRA auf und trat danach nicht mehr unter eigenem Namen auf.
Ist BRA mit Braathens SAFE verwandt?
Über die Familie ja. Braathens SAFE wurde 1946 in Norwegen von Ludvig G. Braathen gegründet und ging später in SAS auf. BRA gehört mehrheitlich zur Braganza AB von Per G. Braathen. Eine direkte Fortsetzung der norwegischen Airline ist BRA aber nicht.
Wo kann ich BRA-Maschinen spotten?
Seit 2025 vor allem in Stockholm-Arlanda und Kopenhagen-Kastrup, wo die ATR für SAS stationiert sind. Achte dort auf ATR 72-600 mit SE-Kennzeichen. Bromma, die frühere Heimat, siehst du heute kaum noch mit BRA-Verkehr.
Warum steht auf dem Tracker SAS, obwohl eine BRA-ATR fliegt?
Beim Wet-Lease stellt BRA Flugzeug, Crew, Wartung und Versicherung, verkauft wird der Flug aber von SAS. Deshalb zeigt der Tracker meist die SAS-Flugnummer. Welches Flugzeug tatsächlich fliegt, erkennst du am Kennzeichen oder am Hex-Code des Transponders.
BRA Braathens Regional Airlines im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
ATR 72-600
Hochdecker, T-Leitwerk, zwei sechsblättrige Propeller und ein Rumpf, der fast auf dem Vorfeld aufsitzt: Die ATR 72-600 gehört zu den erfolgreichsten Regional-Turboprops unserer Zeit. So erkennst du sie und so findest du sie.
FlugzeugtypATR 72-500
Sechs Propellerblätter, Hochdecker, T-Leitwerk – und von außen fast nicht von der -600 zu unterscheiden: Die ATR 72-500 ist die meistgebaute ATR 72 vor der aktuellen Generation. So grenzt du sie sauber ab.
FlugzeugtypBAe 146 / Avro RJ85
Hoch angesetzter Flügel, vier kleine Triebwerke, T-Leitwerk und eine Heckklappe als Luftbremse: Der Avro RJ85 ist eines der markantesten Regionalflugzeuge überhaupt – und inzwischen eine echte Rarität.
FlugzeugtypAvro RJ100 / BAe 146-300
Der Avro RJ100 ist die längste Version der vierstrahligen BAe-146-Familie – über Jahre das Arbeitspferd von Crossair, Swiss und Brussels Airlines und heute ein seltener Gast am Himmel.
FlugzeugtypEmbraer E190
Der Regionaljet mit Mittelstrecken-Komfort: Die E190 bringt rund 100 Passagiere in einer 2+2-Kabine ohne Mittelsitz in die Luft – und wird gern mit ihrer Nachfolgerin E190-E2 verwechselt.
FlugzeugtypAirbus A319
Kurz, kompakt und seit 1996 im Liniendienst: Die A319 ist das gestutzte Mitglied der A320-Familie. So trennst du sie sicher von A318, A320 und A319neo.
Weitere Airlines
SAS Scandinavian Airlines
Die skandinavische Netzwerk-Airline mit dem blauen Leitwerk: 1946 von Dänemark, Norwegen und Schweden gegründet, drei Drehkreuze, seit 2024 bei SkyTeam statt in der Star Alliance – und eine Flotte mit Kennzeichen aus vier Ländern.
RegionalMalmö Aviation
Historische schwedische Airline (1981–2016) mit Sitz in Malmö und Drehkreuz Stockholm-Bromma. Malmö Aviation flog Geschäftsreisende mit BAe 146 und Avro RJ zwischen Schwedens Großstädten und nach Europa und ging 2016 in BRA Braathens Regional Airlines auf.
NetzwerkBraathens SAFE
Historische norwegische Airline: 1946 von einem Reeder für Flüge nach Fernost gegründet, später jahrzehntelang SAS-Konkurrent im Inland mit Boeing 737 – und 2004 in SAS Braathens aufgegangen.
RegionalNextJet
Historische schwedische Regionalairline: 2002 gegründet, ab Stockholm-Arlanda mit Saab 340, BAe ATP und ATR in Lappland, Finnland und Åland unterwegs – am 16. Mai 2018 kam der Konkurs.
RegionalLinjeflyg
Historische schwedische Inlandsairline: Linjeflyg verband von 1957 bis 1993 Stockholm mit dem ganzen Land, war Erstkundin der Fokker F28 Mk 4000 und ging zum 1. Januar 1993 in SAS auf.
RegionalWiderøe
Norwegens größte Regionalairline: seit 1934 in der Luft, Heimat in Bodø, ein dichtes Netz kleiner Kurzbahn-Flugplätze entlang der Küste – und eine Flotte, in der fast nur Propeller drehen.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
ATR
Der französisch-italienische Hersteller ATR baut seit den 1980er-Jahren nur zwei Flugzeuge – die ATR 42 und die ATR 72. Hochdecker, T-Leitwerk, Propeller: Wer die Familie einmal verstanden hat, erkennt sie überall, von Lanzarote bis zu den griechischen Inseln.
FlughafenFlughafen Stockholm-Arlanda
Schwedens größter Flughafen liegt rund 40 Kilometer nördlich von Stockholm im Wald bei Märsta: drei Pisten in zwei Richtungen, ein Terminalsystem im Umbau, SAS als Hausherr – und ein offizieller Spotterpavillon, um den herum sich ein ganzes Netz an Fotopunkten gebildet hat.
FlughafenFlughafen Kopenhagen-Kastrup
Der größte Flughafen der nordischen Länder liegt auf Amager, acht Kilometer vom Rathausplatz entfernt: drei Pisten, ein Terminalkomplex mit Metro- und Zuganschluss, SAS als Hausherr – und mit dem Flyvergrillen ein Spotterplatz, der in Dänemark Kultstatus hat.
Wo du BRA Braathens Regional Airlines vor die Linse bekommst
Spotting-Spots, an denen diese Airline regelmäßig zu sehen ist – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
Spotterhügel am Flughafen Stockholm-Arlanda
Der offizielle Spotterplatz von Stockholm-Arlanda: ein Hügel mit kleinem Spotterhäuschen an der Navigatörsvägen, kostenlosem Parkplatz und Blick auf Landungen auf der 19L – erreichbar mit dem Auto oder dem Bus 806.
SpotterpunktFlyvergrillen am Flughafen Kopenhagen
Der Klassiker unter den Spots in Kopenhagen: Seit 1972 steht an der Amager Landevej ein Grill direkt am Flughafenzaun. Von hier schaust du auf die Piste 04L/22R und den Rollweg davor – mit Burger, Toilette und der Sonne am Nachmittag im Rücken.
Passende Guides aus dem Blog
- Wet-Lease erklärt: warum fremde Flugzeuge für deine Airline fliegen
- ATR oder Dash 8? Turboprops sicher unterscheiden und erkennen
- Regionalairlines in Europa: Zubringer, Lohnflüge und Inselverkehre
- IATA- und ICAO-Codes erklärt: Flughäfen, Airlines und Flugzeugtypen entschlüsseln
- Flugzeug-Kennzeichen verstehen: So liest du jede Registrierung
- Planespotting in Kopenhagen-Kastrup: Spots neben dem Flyvergrillen



