Das Wichtigste in Kürze
- Die 377 war der Luxusliner der späten 1940er-Jahre: zwei Decks, Druckkabine, Schlafkojen und eine Lounge mit Bar im Unterdeck.
- Technisch steckt die B-29 drin: Flügel, Leitwerk und Fahrwerk stammen über die C-97 Stratofreighter vom Bomber.
- Nur 56 Exemplare entstanden – für Pan Am, Northwest, United, American Overseas Airlines und BOAC.
- Die Motoren waren die Schwachstelle: Probleme mit Propellern und den komplexen 28-Zylinder-Sternmotoren führten zu mehreren schweren Unfällen.
- Ihr Erbe lebt in den Guppys: Aus Stratocruiser-Zellen baute Aero Spacelines die Pregnant Guppy und die Mini Guppy, Teile flossen auch in die Super Guppy Turbine.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die Boeing 377 Stratocruiser?
- 2.Entstehung: Vom Bomber zum Luxusliner
- 3.Die Kabine: Kojen oben, Bar unten
- 4.Die Betreiber: Pan Am, BOAC und Co.
- 5.Motorenprobleme und Unfälle
- 6.Wirtschaftlich ein Flop
- 7.Zweites Leben: Charter, Israel und Guppys
- 8.So erkennst du die Stratocruiser
- 9.Fototipps für Guppy und Co.
- 10.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 11.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Boeing, Seattle (USA) |
|---|---|
| Erstflug | 8. Juli 1947 |
| Indienststellung | April 1949 bei Pan Am (San Francisco–Honolulu) |
| Stückzahl | 56 (1 Prototyp, 55 Serienmaschinen) |
| Status | historisch – kein Exemplar im Originalzustand erhalten |
| Basis | C-97 Stratofreighter, abgeleitet von der B-29 Superfortress |
| Bauart | Viermotoriger Tiefdecker mit Bugradfahrwerk, Druckkabine und Doppelblasen-Rumpf auf zwei Ebenen |
| Triebwerke | 4 × Pratt & Whitney R-4360 Wasp Major (28-Zylinder-Sternmotoren), je 3.500 PS |
| Länge | 33,63 m |
| Spannweite | 43,05 m |
| Höhe | 11,66 m |
| Max. Startgewicht | rund 67 t |
| Passagiere | typisch 63 bis 84 Sitze oder 28 Schlafkojen plus Sitze; bis zu 100 im Hauptdeck, dazu 14 Plätze in der Lounge |
| Reisegeschwindigkeit | rund 480 km/h |
| Höchstgeschwindigkeit | rund 600 km/h |
| Reichweite | rund 6.800 km |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Bauchiger Doppelblasen-Rumpf – im Querschnitt eine liegende „8“ aus großem Ober- und kleinerem Unterteil
- Vier große Sternmotoren in langen Gondeln an einem schlanken Tiefdecker-Flügel aus der B-29-Familie
- Bugradfahrwerk: Die 377 steht waagerecht, nicht mit erhobener Nase
- Abgerundete, voll verglaste Cockpitpartie ohne abgesetzte Nase – das Glas geht nahtlos in den Rumpf über
- Sehr hohes Seitenleitwerk aus der B-29-Familie über einem langen, sich verjüngenden Heck
- Durchgehende Reihen von Passagierfenstern und keine große Frachttür – anders als die militärische C-97
Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein Rumpf, der aussieht, als hätte jemand zwei Flugzeuge übereinandergestapelt, vier gewaltige Sternmotoren und ein Cockpit, das wie eine runde Glaskuppel wirkt: Die Boeing 377 Stratocruiser war um 1950 der Inbegriff von Fliegen mit Stil. Unten im Bauch wartete eine Lounge mit Bar, oben schliefen Passagiere in Kojen auf dem Weg über Atlantik oder Pazifik. Gebaut wurden nur 56 Stück, keines ist im Originalzustand erhalten. Hier erfährst du, woher die 377 kommt, wer sie geflogen hat, woran du sie erkennst und wie aus ihr die legendären Guppy-Frachter wurden.
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Was ist die Boeing 377 Stratocruiser?
Die Model 377 ist ein viermotoriges Langstrecken-Verkehrsflugzeug mit Kolbenmotoren, das Boeing direkt nach dem Zweiten Weltkrieg in Seattle entwickelte. Sie gehört zur Generation der großen Propeller-Airliner, die vor dem Jet-Zeitalter die Ozeane überquerten – zusammen mit der Douglas DC-6, der späteren DC-7 und der Lockheed Super Constellation.
Was sie von der Konkurrenz abhob, war der Rumpf. Boeing übernahm den sogenannten Doppelblasen-Querschnitt des Militärtransporters C-97 Stratofreighter: Unten ein kleinerer Rumpfteil, darauf ein deutlich breiterer Oberteil, zusammen eine Art liegende Acht. Der Oberteil hatte außen einen Durchmesser von rund 3,35 Metern, gut 15 Zentimeter mehr als der Rumpf der DC-6. So entstanden zwei Passagierebenen – für ein Verkehrsflugzeug der 1940er-Jahre eine Sensation.
Wie ihr Vorgänger, der Boeing 307 Stratoliner, flog die 377 mit Druckkabine. Sie konnte deshalb über einem Großteil des Wetters reisen, während in der Kabine angenehme Bedingungen herrschten. Was Kabinendruck für deinen Körper bedeutet, erklärt der Beitrag Kabinendruck und Druck auf den Ohren.
Entstehung: Vom Bomber zum Luxusliner
Die Abstammung der 377 ist eine klassische Boeing-Geschichte. Aus der B-29 Superfortress entstand noch während des Krieges der Transporter C-97: Boeing behielt den unteren Rumpfteil, die Flügel, das Leitwerk und das Fahrwerk des Bombers und setzte einen großen Oberrumpf darauf. Die zivile Ableitung davon ist die 377. Flügel, Leitwerk und Fahrwerk sind im Kern also B-29-Technik, der Rumpf ist C-97.
Pan American World Airways bestellte im November 1945 als Erstkunde 20 Maschinen, für die damalige Zeit eine enorme Investition von rund 24,5 Millionen US-Dollar. Der Prototyp flog am 8. Juli 1947 erstmals. Er wurde später auf Serienstandard gebracht und ebenfalls an Pan Am verkauft.
Als Antrieb wählte Boeing den stärksten Kolbenmotor der Zeit: den Pratt & Whitney R-4360 Wasp Major, einen 28-Zylinder-Sternmotor mit vier Zylinderreihen und 3.500 PS Startleistung. Mit Ladern lieferte er auch in großer Höhe viel Leistung und versorgte die Druckkabine. Gleichzeitig war er komplex, wartungsintensiv und – zusammen mit den Propellern – die größte Schwachstelle des Flugzeugs.
Eine Familie, drei Gesichter
B-29, C-97 und 377 teilen Flügel und Leitwerk. Wenn du eine B-29 im Museum gesehen hast, kennst du die Tragfläche der Stratocruiser. Der Unterschied liegt im Rumpf: schlank und zigarrenförmig beim Bomber, doppelstöckig und bauchig bei Transporter und Airliner.
Die Kabine: Kojen oben, Bar unten
Den Ruf der 377 machte die Ausstattung. Im Hauptdeck saßen je nach Airline und Strecke typischerweise 63 bis 84 Passagiere; zugelassen waren bis zu 100. Für Nachtflüge ließ sich die Kabine mit Schlafkojen ausrüsten, eine verbreitete Variante bot 28 Kojen plus einige Sitze.
Das eigentliche Highlight lag eine Etage tiefer: Über eine Treppe ging es hinunter in die Lounge im Unterdeck mit Platz für 14 Gäste und Bar. Auf Langstrecken von zehn Stunden und mehr war das ein echtes Argument. Der Spitzname „Stratoboozer“ zeigt, wofür die Lounge vor allem genutzt wurde.
Diese Art des Reisens war allerdings teuer. Die 377 transportierte vergleichsweise wenige Passagiere in viel Raum – ein Konzept, das mit dem Aufkommen günstigerer Tarife und der Touristenklasse in den 1950er-Jahren schnell an Grenzen stieß.
Die Betreiber: Pan Am, BOAC und Co.
Die Kundenliste ist kurz, aber prominent. Die Zahlen schwanken je nach Quelle leicht, weil Maschinen umgebaut und weiterverkauft wurden.
| Airline | Neu bestellte Maschinen (ca.) | Haupteinsatz |
|---|---|---|
| Pan American World Airways | 20 plus Prototyp | Pazifik (Honolulu, Tokio, Australien) und Atlantik |
| Northwest Airlines | 10 | USA–Honolulu und über Anchorage nach Tokio |
| American Overseas Airlines | 8 | Transatlantik, 1950 in Pan Am aufgegangen |
| United Airlines | 7 | vor allem Kalifornien–Honolulu |
| BOAC | 6 plus 4 ex SAS | Transatlantik London–New York |
Pan Am
Pan Am eröffnete den Liniendienst im April 1949 auf der Strecke San Francisco–Honolulu und brachte die 377 noch im selben Jahr auf den Atlantik. Mit der Übernahme von American Overseas Airlines 1950 wuchs die Flotte weiter. Später flogen Pan-Am-Stratocruiser unter anderem über Honolulu, Canton Island und Fidschi nach Australien und in den Wintermonaten nonstop zwischen Tokio und Honolulu. 1961 musterte Pan Am den Typ aus – da flogen auf den Hauptstrecken längst Jets wie die Boeing 707. Mehr zur Airline liest du in der Geschichte von Pan Am.
BOAC
Die britische BOAC setzte die 377 ab 1949 auf dem Nordatlantik ein. Zu den sechs fabrikneuen Maschinen kamen die vier ursprünglich von SAS bestellten Exemplare und Mitte der 1950er-Jahre sechs gebrauchte Stratocruiser von United. Damit kam BOAC auf rund 16 Stratocruiser. 1959 endete der Einsatz bei BOAC; Nachfolger waren Turboprops wie die Bristol Britannia und Jets.
Northwest und United
Northwest Airlines flog die 377 spätestens ab 1950 von zahlreichen Städten im Norden der USA, ab 1952 auch über Anchorage nach Tokio; der letzte Northwest-Flug mit dem Typ fand im September 1960 statt. United Airlines nutzte ihre Stratocruiser ab Januar 1950 vor allem zwischen San Francisco und Honolulu und gab sie 1954 an BOAC ab.
Historische Airlines im Hangar
Fotografierst du ein Museumsflugzeug in Pan-Am- oder BOAC-Farben, ordnest du es in Planetrack mit Airline, Typ und Kennzeichen deinem Hangar zu und teilst es mit der Community. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Motorenprobleme und Unfälle
Der Komfort hatte eine Kehrseite. Die 377 litt unter Propellerschäden, Problemen mit der Blattverstellung, die zum Überdrehen der Propeller führen konnten, und Kühlproblemen der Motoren. Zwischen 1950 und 1955 rissen sich bei mehreren Propellerschäden Motoren ganz oder teilweise aus ihren Aufhängungen. Die US-Luftfahrtbehörden reagierten in den 1950er-Jahren mit mehreren Lufttüchtigkeitsanweisungen.
Mehrere Unfälle prägten das Bild des Typs:
- Pan Am Flug 202 stürzte am 29. April 1952 in Brasilien ab, alle 50 Menschen an Bord starben – der schwerste Unfall einer 377.
- Am 25. Dezember 1954 verunglückte eine BOAC-Maschine bei der Landung in Prestwick in Schottland, 28 der 36 Insassen kamen ums Leben.
- Northwest Flug 2 musste am 2. April 1956 im Puget Sound bei Seattle notwassern, fünf Menschen starben.
- Pan Am Flug 6 musste am 16. Oktober 1956 nach dem Ausfall von zwei Motoren im Pazifik zwischen Hawaii und dem Festland notwassern. Alle 31 Menschen an Bord überlebten – die Notwasserung wurde neben einem Schiff der Küstenwache durchgeführt und ist gut dokumentiert.
- Pan Am Flug 7 verschwand am 8. November 1957 über dem Pazifik, die Ursache wurde nie abschließend geklärt.
Insgesamt gingen nach gängigen Übersichten 13 Stratocruiser bei Unfällen verloren – bei nur 56 gebauten Maschinen eine hohe Quote.
Zahlen mit Vorsicht
Bei Stückzahlen pro Airline, Unfallbilanz und Ausmusterungsjahren weichen die Quellen teils voneinander ab, weil Maschinen umgebaut, verkauft und mehrfach umregistriert wurden. Die hier genannten Werte sind gerundete Angaben aus etablierten Nachschlagewerken.
Wirtschaftlich ein Flop
Trotz ihres Glamours war die 377 für Boeing ein Verlustgeschäft. Nach dem Ende der Produktion – die letzte Maschine ging im Mai 1950 an BOAC – stand ein Programmverlust von rund sieben Millionen Dollar in den Büchern. Die Konkurrenz von Douglas und Lockheed baute deutlich mehr Flugzeuge, die günstiger zu betreiben waren. Der Blick auf die Lockheed Constellation zeigt, wie stark der Wettbewerb war.
Für Boeing war die Stratocruiser trotzdem wichtig: Die Firma sammelte Erfahrung mit großen Druckkabinen-Airlinern und mit Langstrecken-Kunden wie Pan Am. Genau diese Beziehung zahlte sich wenige Jahre später mit der 707 aus. Wie es dazu kam, liest du im Beitrag zur Geschichte der Boeing 707.
Zweites Leben: Charter, Israel und Guppys
Nach dem Ende bei den großen Airlines kauften kleinere Gesellschaften die gebrauchten Maschinen günstig auf. Transocean Air Lines sammelte um 1959/60 rund 14 Stratocruiser, ging aber 1960 in Konkurs. Viele Zellen standen danach in Oakland herum und wurden ausgeschlachtet.
Die israelische Luftwaffe baute ab den 1960er-Jahren mehrere 377 mit Hilfe von Israel Aircraft Industries zu Transportern, Tankern und Aufklärern um und nannte sie Anak. Einige erhielten ein Heck der C-97, drei bekamen ein seitlich schwenkbares Heck zum Beladen. 1978 endete ihr Einsatz.
Pregnant Guppy
Die spektakulärste Nachnutzung erfand der ehemalige Pilot John M. Conroy. Mit seiner Firma Aero Spacelines baute er eine ehemalige Pan-Am-377 um: Der Rumpf wurde verlängert und darüber eine riesige, runde Frachtsektion aufgesetzt, rund sechs Meter hoch und breit. Die Pregnant Guppy flog erstmals am 19. September 1962. Sie transportierte für die NASA Raketenteile wie die S-IV-Stufe der Saturn I – deutlich schneller als per Schiff. 1979 wurde sie in Van Nuys verschrottet; Teile ihres Hecks wanderten in eine Super Guppy Turbine.
Mini Guppy und Super Guppy
Die Mini Guppy entstand aus einer weiteren 377, flog erstmals am 24. Mai 1967 und war im selben Jahr auf der Paris Air Show zu sehen. Beladen wurde sie über ein schwenkbares Heck. Sie ist heute der einzige erhaltene Flugzeugrumpf, der direkt von einer 377 stammt, und stand zuletzt im Tillamook Air Museum in Oregon; prüfe vor einem Besuch den aktuellen Standort.
Die erste Super Guppy von 1965 basierte dagegen auf einer YC-97J, also der Militärschwester. Die späteren Super Guppy Turbine behielten von der 377 Cockpit, Flügel, Leitwerk und Hauptfahrwerk, bekamen aber Propellerturbinen und einen Frachtraum von rund 7,6 Metern Durchmesser. Airbus nutzte vier dieser Maschinen, um Rumpf- und Flügelteile zur Endmontage nach Toulouse zu fliegen, bis die Airbus Beluga sie ablöste. Eine Super Guppy betreibt die NASA bis heute; ob sie aktuell fliegt, hängt von Reparaturen und Einsätzen ab.
| Ort | Was du siehst | Hinweis |
|---|---|---|
| Tillamook Air Museum, Oregon | Mini Guppy (Umbau einer 377) | Standort und Zugang vorab prüfen |
| Pima Air & Space Museum, Tucson | Super Guppy auf C-97-Basis | Freigelände, gut zugänglich |
| Aeroscopia, Toulouse-Blagnac | Super Guppy Turbine F-BPPA | Teil der Ausstellung, nahe dem Airbus-Werk |
| Airbus-Werk Hamburg-Finkenwerder | Super Guppy Turbine F-GDSG | beim Werk, Zugang nicht öffentlich gesichert |
In Tucson findest du die Super Guppy im Pima Air & Space Museum, in Toulouse in Aeroscopia. Wie du einen Toulouse-Trip mit Werksverkehr verbindest, steht im Guide Planespotting in Toulouse-Blagnac; für Hamburg lohnt der Blick in Airbus Finkenwerder spotten.
So erkennst du die Stratocruiser
Auf alten Fotos, in Dokumentationen und Airline-Werbung taucht die 377 häufig auf. Mit drei Blicken grenzt du sie sicher ein.
Rumpf von vorn ansehen
Eine liegende Acht im Querschnitt, oben breiter als unten: Das ist der Doppelblasen-Rumpf der C-97-Familie. Kein anderer Propeller-Airliner der Zeit wirkt so bauchig.
Nase prüfen
Die Cockpitverglasung ist rundlich in den Bug integriert, ohne klar abgesetzte Nase. DC-6, DC-7 und Constellation haben dagegen eine spitzere, klassische Airliner-Nase.
Fenster und Türen zählen
Durchgehende Fensterreihen ohne große Ladetür bedeuten Passagier-377. Wenige Fenster und ein Frachttor am Heck sprechen für die C-97.
Wie Nasenformen generell bei der Bestimmung helfen, zeigt der Guide Flugzeugtypen an Nase und Cockpitfenstern erkennen. Einen breiteren Einstieg in Oldtimer liefert Oldtimer am Himmel erkennen.
Schnellbestimmung: viermotoriger Propeller-Airliner der 1950er
Boeing 377 oder C-97
Doppelblasen-Rumpf, hohes Leitwerk und runde Glasnase: Du bist in der Stratocruiser-Familie. Fensterreihen sprechen für die 377, wenige Fenster und eine Ladetür für die C-97.
Douglas DC-6 oder DC-7
Schlanker, runder Rumpf und eine klassische Nase deuten auf die Douglas-Familie. Die DC-7 ist länger und hat stärkere Motoren mit vierblättrigen Propellern.
Lockheed Constellation
Drei Seitenflossen und der geschwungene Rumpf sind das Markenzeichen der Constellation-Familie.
Fototipps für Guppy und Co.
Da es keine fliegende Stratocruiser mehr gibt, findet dein 377-Foto im Museum statt. Ein paar Punkte helfen dir dabei.
Weitwinkel für den Rumpf
Guppys sind riesig und stehen oft eng. Ein Weitwinkel bringt die aufgeblähte Frachtsektion komplett aufs Bild, ein leichtes Tele holt Details wie Cockpit und Motoren heraus.
Die Proportionen zeigen
Fotografiere schräg von vorn: Dann siehst du, wie klein das alte 377-Cockpit unter dem gigantischen Frachtrumpf wirkt – das Markenzeichen jeder Guppy.
Licht im Freigelände planen
In Tucson steht die Super Guppy draußen. Flaches Licht am Vormittag oder späten Nachmittag zeichnet die runde Form besser als die harte Mittagssonne.
Kennzeichen dokumentieren
Ein lesbares Kennzeichen macht deine Sichtung eindeutig – praktisch, wenn du mehrere Guppys über die Jahre sammelst.
Bereit für deine Stratocruiser-Spurensuche?
- Ich habe Öffnungszeiten und Ausstellungsstand des Museums aktuell geprüft.
- Ich weiß, ob die Guppy begehbar ist oder nur von außen zu sehen ist.
- Weitwinkel und genug Akku sind eingepackt.
- Ich habe weitere Oldtimer der Epoche auf meiner Liste, etwa C-97, DC-6 oder Constellation.
- Ich habe den Sonnenstand fürs Freigelände eingeplant.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für eine Boeing 377, wenn …
- der Rumpf doppelstöckig und bauchig wirkt
- vier große Sternmotoren an einem schlanken Flügel hängen
- die Nase rund verglast ist und die Maschine auf einem Bugrad steht
- Passagierfenster in durchgehenden Reihen sitzen
Sieh genauer hin, wenn …
- das Foto aus Israel stammt – dann kann es eine Anak mit C-97-Heck sein
- die Maschine in Militärfarben steht – dann eher C-97 oder KC-97
Es ist keine 377 (mehr), wenn …
- ein riesiger Frachtrumpf aufgesetzt ist – dann eine Guppy
- ein Tankausleger unter dem Heck hängt – dann KC-97
- drei Seitenflossen am Heck sitzen – dann Constellation
- die Maschine auf einem Spornrad steht – dann eher der ältere 307 Stratoliner
Fazit
Die Boeing 377 Stratocruiser steht für eine kurze, glanzvolle Epoche: Langstreckenreisen mit Bar und Schlafkoje, bevor die Jets das Fliegen schneller und günstiger machten. Technisch war sie eine geschickte Ableitung aus B-29 und C-97, wirtschaftlich ein Misserfolg mit anfälligen Motoren. Ihr Vermächtnis reicht dennoch weit: Ohne Stratocruiser-Zellen keine Guppys, und ohne Guppys kein Airbus-Lufttransport, wie ihn heute die Beluga fortführt.
Kurzfazit
Doppelblasen-Rumpf, vier R-4360-Sternmotoren, runde Glasnase und Fensterreihen: Das ist die 377. Im Original ist keine erhalten – ihre Spuren findest du in der Mini Guppy und in den Super Guppy Turbine in Toulouse und Hamburg; in Tucson steht die verwandte Super Guppy auf C-97-Basis.
Zusammenfassung
- Boeing leitete die 377 aus dem Militärtransporter C-97 ab; Erstflug war am 8. Juli 1947, Pan Am eröffnete den Liniendienst im April 1949.
- Die Airlines setzten sie vor allem über den Atlantik und den Pazifik ein, etwa nach Honolulu, London und Tokio.
- Hohe Betriebskosten und störanfällige Motoren machten sie zum wirtschaftlichen Misserfolg; Boeing verlor an dem Programm Geld.
- Kein Stratocruiser hat im Originalzustand überlebt – zu sehen sind heute nur Umbauten wie die Mini Guppy und die Super Guppy Turbine.
Häufige Fragen
Was war das Besondere an der Boeing 377?
Sie war eines der größten und komfortabelsten Verkehrsflugzeuge ihrer Zeit. Der Rumpf hatte zwei Ebenen: oben die Hauptkabine mit Sitzen oder Schlafkojen, unten eine Lounge mit Bar für 14 Gäste, erreichbar über eine Treppe. Dazu kamen Druckkabine und Klimaanlage.
Wie viele Stratocruiser wurden gebaut?
Insgesamt 56: ein Prototyp und 55 Serienmaschinen. Größter Kunde war Pan Am, außerdem flogen Northwest, United, American Overseas Airlines und BOAC den Typ. SAS bestellte vier Maschinen, die dann an BOAC gingen.
Was hat die 377 mit der B-29 zu tun?
Boeing entwickelte aus der B-29 Superfortress den Militärtransporter C-97 Stratofreighter. Dessen unterer Rumpfteil entspricht im Prinzip dem Bomber-Rumpf, darauf sitzt ein größerer Oberteil. Die 377 ist die zivile Version der C-97 und übernahm Flügel, Leitwerk und Fahrwerk.
Kann ich heute noch eine Boeing 377 sehen?
Im Originalzustand nicht mehr – keiner der 56 Stratocruiser ist unverändert erhalten. Erhalten ist aber die Mini Guppy, ein Umbau aus einer 377, die zuletzt im Tillamook Air Museum in Oregon stand. Verwandte Super Guppys stehen zum Beispiel im Pima Air & Space Museum und in Aeroscopia Toulouse.
Was ist die Pregnant Guppy?
Ein extrem aufgeweiteter Umbau einer ehemaligen Pan-Am-377 durch die Firma Aero Spacelines von John M. Conroy. Sie flog erstmals am 19. September 1962 und transportierte für die NASA unter anderem die S-IV-Stufe der Saturn-I-Rakete. 1979 wurde sie in Van Nuys verschrottet.
Wie unterscheide ich Stratocruiser und C-97?
Beide haben denselben Doppelblasen-Rumpf. Die 377 zeigt durchgehende Reihen von Passagierfenstern, die C-97 dagegen nur wenige Fenster und eine große Ladetür am Heck; die KC-97 trägt zusätzlich einen Tankausleger. Vorsicht bei den israelischen Anak-Umbauten: Sie kombinierten 377-Rümpfe mit dem Heck der C-97.
Warum war die 377 ein wirtschaftlicher Misserfolg?
Sie war groß, schwer und teuer im Betrieb. Konkurrenten wie die Douglas DC-6 und die Lockheed Constellation flogen günstiger, und die komplexen Motoren verursachten hohen Wartungsaufwand. Bei nur 56 Exemplaren verlor Boeing an dem Programm Geld.
Boeing 377 Stratocruiser sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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