Das Wichtigste in Kürze
- bmibaby ist historisch: Der letzte Flug landete am 9. September 2012 in East Midlands, danach war die Airline Geschichte.
- Ein Ableger von bmi: British Midland gründete bmibaby 2002 als Antwort auf easyJet und Ryanair.
- Codes: IATA WW, ICAO BMI, Rufzeichen „BABY“ – Vorsicht, das Kürzel BMI gehört zu bmibaby, nicht zur Mutter.
- Reine 737-Classic-Flotte: zuletzt 12 Boeing 737-300 und 2 Boeing 737-500.
- Für deutsche Spotter relevant: Köln/Bonn und München standen im Flugplan, dazu der EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg.
Inhaltsverzeichnis
- 1.bmibaby im Überblick
- 2.Von der Gründung bis zum letzten Flug
- 3.Die bmi-Familie: Mutter, Regionaltochter und Billigableger
- 4.Die Flotte: reine Boeing 737 Classic
- 5.737-300 oder 737-500? So unterscheidest du sie
- 6.Woran du bmibaby erkennst
- 7.Basen und Netz: von den Midlands nach Europa
- 8.bmibaby in Deutschland
- 9.Das Ende im September 2012
- 10.Alte Sichtungen richtig dokumentieren
- 11.Häufige Verwechslungen
- 12.Fazit
Steckbrief
| IATA-Code | WW |
|---|---|
| ICAO-Code | BMI |
| Rufzeichen | BABY |
| Drehkreuze | EMA, BHX |
| Status | Historisch – letzter Flug am 9. September 2012, danach Einstellung des Flugbetriebs |
| Geschäftsmodell | Low-Cost-Airline mit Punkt-zu-Punkt-Verkehr, Schwerpunkt Urlaubs- und Städteziele in Europa |
| Gründung | Januar 2002 als Tochter von British Midland (bmi), Erstflug im März 2002 von East Midlands nach Málaga |
| Sitz | Donington Hall, Castle Donington (Leicestershire), nahe dem Flughafen East Midlands |
| Eigentümer | British Midland International; über die Mutter ab 2009 im Lufthansa-Konzern, ab April 2012 bei IAG |
| Basen | East Midlands und Birmingham, zeitweise Cardiff, Manchester, Durham Tees Valley und Belfast |
| Flotte bei Einstellung | 14 Boeing 737: 12 × 737-300 (148 Sitze) und 2 × 737-500 (131 Sitze), nur Economy |
| Allianz | Keine eigene Mitgliedschaft; über die Mutter bmi konnten Diamond-Club-Meilen gesammelt werden |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich bmibaby?
- Reine Boeing-737-Flotte der Classic-Generation: fast immer eine 737-300, selten die kürzere 737-500
- Großer Schriftzug „bmibaby.com“ am Rumpf – die Internetadresse war Teil der Marke
- Britisches Kennzeichen mit G-, viele Maschinen kamen aus der Flotte der Mutter bmi British Midland
- Flugnummer mit WW, auf Trackern und in Logs das ICAO-Kürzel BMI und im Funk das Rufzeichen „BABY“
- Flugzeugnamen mit dem Wortspiel „baby“ – ein Detail, das auf alten Nahaufnahmen oft zu lesen ist
Billigflieger aus den englischen Midlands, Boeing 737 der Classic-Generation und ein Name, den man nicht vergisst: bmibaby war zwischen 2002 und 2012 die Low-Cost-Tochter von bmi British Midland. Wer in diesen Jahren in East Midlands, Birmingham oder Manchester am Zaun stand, hatte die Jets mit dem großen „bmibaby.com“-Schriftzug ständig vor der Linse – und auch in Köln/Bonn und München tauchten sie auf. Seit September 2012 gibt es die Airline nicht mehr. Diese Seite zeigt dir, wie du alte Sichtungen richtig einordnest, woran du die beiden 737-Varianten der Flotte unterscheidest und warum Fotos von bmibaby heute in jedes gut sortierte Archiv gehören.
Auch Archivfotos gehören in den Hangar
Mit Planetrack hältst du Sichtungen mit Foto, Kennzeichen, Typ, Airline und Flughafen fest – auch die bmibaby-737 aus deinem Fotoarchiv. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
bmibaby im Überblick
bmibaby war eine britische Low-Cost-Airline, die von 2002 bis 2012 bestand. Ihren Sitz hatte sie in Donington Hall in Castle Donington, also direkt neben dem Flughafen East Midlands und am selben Ort wie die Mutter bmi British Midland. East Midlands war Heimat und lange größte Basis, ab 2005 kam der Flughafen Birmingham als zweites Standbein hinzu.
Das Konzept war klassisch für einen Billigflieger der frühen 2000er: Punkt-zu-Punkt-Verbindungen ab britischen Regionalflughäfen zu Urlaubszielen in Spanien, Portugal, Frankreich und Italien, dazu Städteziele in ganz Europa. Statt teurer Drehkreuz-Logistik wie bei der Mutter ab Heathrow zählten niedrige Kosten, hohe Auslastung und der Verkauf über die eigene Website – daher auch der Schriftzug „bmibaby.com“. Wie dieses Modell grundsätzlich funktioniert, erklärt der Artikel Wie Billigflieger funktionieren.
Von der Gründung bis zum letzten Flug
bmibaby entstand im Januar 2002. British Midland reagierte damit auf den Erfolg von easyJet und Ryanair, die mit niedrigen Preisen immer mehr Passagiere von den klassischen Airlines abzogen. Statt nur zu verteidigen, gründete bmi einen eigenen Billigableger – und nutzte dafür Flugzeuge, die bei der Mutter frei wurden: bmi stellte die eigene Flotte damals auf Airbus um, die Boeing 737 wanderten zur neuen Tochter.
Der erste Flug führte im März 2002 von East Midlands nach Málaga – eine Strecke, die zehn Jahre später auch den Schlusspunkt setzte.
2002: Start in East Midlands
Gründung im Januar, Erstflug im März nach Málaga. Im Oktober eröffnet die erste Außenbasis in Cardiff.
2003–2005: Wachstum
Basen in Manchester (Mai 2003), Durham Tees Valley (Oktober 2003) und Birmingham (Januar 2005). 2005 fliegt bmibaby von fünf Basen in England und Wales.
2006–2009: Gegenwind
Durham Tees Valley schließt 2006. Ende 2008 fallen Strecken weg, im November 2009 meldet die Airline Rekordverluste und kündigt an, die Flotte von 17 auf 12 Jets zu verkleinern.
2011: Konzentration
Cardiff und Manchester schließen im Oktober 2011. Der Fokus liegt auf East Midlands, Birmingham und Belfast.
2012: das Ende
Nach dem Verkauf der bmi an IAG findet sich kein Käufer. Ab Juni werden Strecken gestrichen, am 9. September landet der letzte Flug aus Málaga.
Über die Jahre versuchte bmibaby, sich von der reinen Billigkonkurrenz abzuheben. 2007 kam ein Angebot für Geschäftsreisende, bei dem sich nur die Zusatzleistungen buchen ließen, die man tatsächlich brauchte. Außerdem ließen sich auf bmibaby-Flügen Meilen im Vielfliegerprogramm Diamond Club der Mutter sammeln. An Bord gab es das Magazin „Yeah baby!“ und eine Snackkarte unter dem Namen „Tiny Bites“ – das Wortspiel mit dem Baby zog sich durch die gesamte Marke.
ICAO-Kürzel richtig zuordnen
Das ICAO-Kürzel BMI klingt nach der Mutter, gehörte aber bmibaby. bmi British Midland selbst flog mit dem IATA-Code BD. Wer alte Logs, Funkmitschnitte oder Tracker-Screenshots auswertet, sollte diese Zuordnung kennen. Mehr zu den Kennungen erklärt der Guide zu IATA- und ICAO-Codes.
Die bmi-Familie: Mutter, Regionaltochter und Billigableger
Um bmibaby zu verstehen, hilft ein Blick auf die Konzernstruktur. British Midland bestand in den 2000er-Jahren aus drei Flugbetrieben mit klar getrennten Aufgaben:
| Airline | Rolle | Typische Flugzeuge | Schicksal |
|---|---|---|---|
| bmi British Midland | Netzwerk-Airline ab London-Heathrow | Airbus-Kurz- und Mittelstreckenjets | 2012 in British Airways aufgegangen |
| bmi regional | Regionalverkehr mit kleinen Jets | Embraer ERJ-135 und ERJ-145 | 2012 verkauft, bis 2019 eigenständig |
| bmibaby | Low-Cost-Verkehr ab den Midlands | Boeing 737-300 und 737-500 | im September 2012 eingestellt |
Lufthansa war schon länger an bmi beteiligt: Zum 1. Juli 2009 übernahm sie die Mehrheit, im November 2009 auch die restlichen Anteile von SAS. Damit gehörte auch bmibaby für einige Jahre indirekt zur Lufthansa Group. Eine Star-Alliance-Mitgliedschaft hatte der Billigableger allerdings nie.
Die Flotte: reine Boeing 737 Classic
bmibaby setzte in seiner gesamten Geschichte ausschließlich auf die Boeing 737, und zwar auf die sogenannte Classic-Generation. Viele Maschinen stammten aus der Flotte der Mutter, die meisten waren geleast. Bei der Einstellung im September 2012 bestand die Flotte aus 14 Flugzeugen mit einem Durchschnittsalter von rund 16 Jahren.
| Typ | Anzahl bei Einstellung | Sitze | Rolle | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|---|---|
| Boeing 737-300 | 12 | 148 | Rückgrat der Flotte | Die Standardvariante – auf den meisten Fotos zu sehen |
| Boeing 737-500 | 2 | 131 | Ergänzung für dünnere Strecken | Deutlich kürzerer Rumpf, deshalb seltener Fang |
Die Boeing 737-300 war das Arbeitspferd: zwei CFM56-Triebwerke mit den typisch abgeflachten Verkleidungen an der Unterseite, Platz für 148 Passagiere in reiner Economy-Bestuhlung. Die Boeing 737-500 ist die kürzeste Classic-Version; bei bmibaby bot sie 131 Sitze. Die längere 737-400 gehörte zum Ende hin nicht zur Flotte. In Spitzenzeiten umfasste die Flotte mehr Jets – 2009 waren es 17, bevor die Airline auf 12 Maschinen schrumpfte und später wieder leicht wuchs. Gebaut wurden alle Flugzeuge vom US-Hersteller Boeing.
Ein schönes Detail für Fotografen: Mehrere Jets trugen Namen mit einem Wortspiel auf „baby“. Wenn du alte Nahaufnahmen vom Bug hast, lohnt sich ein genauer Blick – der Name ist ein zusätzliches Merkmal, um das Foto eindeutig einem Flugzeug zuzuordnen.
Ehemalige bmibaby-Jets im Blick
Setz frühere bmibaby-Kennzeichen auf deine Wunschliste und lass dich benachrichtigen, wenn eine dieser 737 bei einem heutigen Betreiber in deiner Nähe landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
737-300 oder 737-500? So unterscheidest du sie
Auf alten Fotos sind die beiden Varianten leicht zu verwechseln. Triebwerke, Cockpit, Leitwerk und Bemalung sind gleich – der Unterschied steckt in der Rumpflänge.
Das spricht für die 737-300
- Längerer, gestreckter wirkender Rumpf
- Mehr Fenster in der Kabine
- 148 Sitze bei bmibaby
- In Trackern und Logs als B733 geführt
Das spricht für die 737-500
- Auffällig gedrungen, der Rumpf ist rund zweieinhalb Meter kürzer
- Weniger Fensterreihen
- 131 Sitze bei bmibaby
- In Trackern und Logs als B735 geführt
Gerade bei bmibaby war die 737-500 mit nur zwei Exemplaren zum Schluss die Rarität. Wenn du unsicher bist, hilft das Kennzeichen: Über das britische Register lässt sich zu jedem G-Kennzeichen der genaue Typ nachschlagen. Wie das funktioniert, erklärt der Artikel zu britischen G-Kennzeichen. Einen Überblick über alle Generationen von Original bis MAX gibt der Guide Boeing 737 Original, Classic, NG und MAX unterscheiden.
Woran du bmibaby erkennst
Für die Zuordnung alter Fotos helfen dir vor allem diese Merkmale:
- Schriftzug am Rumpf: der große Schriftzug „bmibaby.com“ – die Internetadresse war bewusst Teil der Marke.
- Flugzeugtyp: immer eine Boeing 737 Classic, fast immer die -300, selten die -500.
- Kennzeichen: britisches G-; viele Maschinen waren vorher bei bmi British Midland unterwegs.
- Codes: Flugnummer mit WW, im Log das ICAO-Kürzel BMI, im Funk „BABY“.
- Flugzeugnamen: Wortspiele mit „baby“ am Bug.
Achtung Verwechslung
Viele bmibaby-Jets flogen vorher bei der Mutter bmi und nach 2012 bei anderen Betreibern – mit demselben oder einem neuen Kennzeichen, aber in anderer Bemalung. Ein Foto einer früheren bmibaby-737 aus dem Jahr 2013 zeigt also nicht mehr bmibaby. Notiere deshalb immer Datum und Betreiber, nicht nur das Kennzeichen.
Basen und Netz: von den Midlands nach Europa
Die Geschichte der Basen spiegelt die Höhen und Tiefen der Airline wider. Auf die schnelle Expansion der ersten Jahre folgte ab 2006 eine Phase des Rückbaus.
| Basis | Zeitraum | Hinweis |
|---|---|---|
| East Midlands | 2002–2012 | Heimat und Sitz, 2007 mit neun stationierten 737 die größte Basis |
| Cardiff | 2002–2011 | Erste Außenbasis, im Oktober 2011 geschlossen |
| Manchester | 2003–2011 | Im Oktober 2011 geschlossen |
| Durham Tees Valley | 2003–2006 | Wegen zu geringer Nachfrage aufgegeben |
| Birmingham | 2005–2012 | Zweite große Basis bis zum Schluss |
| Belfast | bis 2012 | Erst Belfast International, ab März 2012 Belfast City |
Die Schließung von Cardiff und Manchester kündigte bmibaby im April 2011 an. Die frei werdenden Kapazitäten flossen nach East Midlands, Birmingham und Belfast City. Wer damals im Runway Visitor Park in Manchester stand, sah die bmibaby-Jets ab Herbst 2011 nur noch selten.
Das Streckennetz konzentrierte sich auf typische Ferienziele: Spanien mit Málaga, Alicante und Palma de Mallorca, Portugal mit Faro, dazu Ziele in Frankreich, Italien und Irland. Hinzu kamen Städteverbindungen, etwa nach Amsterdam, Paris und Genf. Genau diese Städtestrecken gehörten im Sommer 2012 zu den ersten, die gestrichen wurden.
bmibaby in Deutschland
Für Spotter in Deutschland war bmibaby nie eine Alltagserscheinung, aber durchaus anzutreffen. Zwei deutsche Flughäfen standen im Flugplan:
- Köln/Bonn: Verbindung ab East Midlands, die im Mai 2012 endete. Von der Besucherterrasse am Flughafen Köln/Bonn aus war die 737 gut zu erwischen.
- München: ab Herbst 2010 mit Flügen ab East Midlands und Cardiff. Am Besucherhügel am Flughafen München war ein bmibaby-Jet zwischen den Lufthansa-Maschinen ein seltener Farbtupfer.
Dazu kam der EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg, der ebenfalls im Streckennetz von bmibaby auftauchte. Alle diese Strecken sind längst Geschichte. Wenn du Fotos aus Köln/Bonn, München oder Basel hast, gehören sie zu den seltenen Belegen der Airline außerhalb Großbritanniens und Südeuropas.
Gute Chancen auf frühere bmibaby-Jets, wenn …
- du Kennzeichen aus deinem Archiv im Register gegenprüfst und ihren späteren Betreiber kennst
- du dich für die Geschichte einzelner 737 Classic interessierst, deren Spuren sich über mehrere Airlines ziehen
Prüf es vorher, wenn …
- du gezielt eine ehemalige bmibaby-Maschine im Liniendienst suchst – 737 Classic werden seit Jahren ausgemustert oder zu Frachtern umgebaut
Keine Chance mehr auf …
- die originale bmibaby-Bemalung im Liniendienst – die Airline gibt es seit September 2012 nicht mehr
Das Ende im September 2012
Das Schicksal von bmibaby entschied sich nicht in East Midlands, sondern bei den Konzernmüttern. Ende 2011 vereinbarten Lufthansa und die International Airlines Group, zu der British Airways gehört, den Verkauf der bmi. Im Mittelpunkt standen für IAG die Start- und Landerechte der bmi in London-Heathrow. Die Regionaltochter und den Billigableger wollte IAG nicht übernehmen; Lufthansa durfte beide vorab separat verkaufen.
Für bmibaby gab es im Februar 2012 eine unverbindliche Vereinbarung mit einem britischen Unternehmen. Der Verkauf kam aber nicht zustande, bevor IAG die bmi im April 2012 übernahm. Damit gehörte bmibaby plötzlich zu IAG. Anfang Mai 2012 teilte IAG mit, dass sich kein Käufer gefunden habe, und schlug vor, die Airline bis zum 9. September 2012 zu schließen.
Danach ging es schnell. Ab Juni 2012 fielen zahlreiche Strecken weg, darunter Verbindungen nach Belfast, Amsterdam, Paris und Genf. Am 9. September 2012 kam der letzte Flug aus Málaga in East Midlands an – genau auf der Strecke, mit der zehn Jahre zuvor alles begonnen hatte. Mehr als 800 Arbeitsplätze gingen verloren, davon rund 400 in der Zentrale in Castle Donington.
Die Flugzeuge wurden anschließend unter anderem in Norwich und auf dem Flugplatz Lasham abgestellt und nach und nach an Leasinggeber zurückgegeben, weiterverkauft oder zerlegt. Einen Überblick über ähnliche Fälle gibt der Artikel Große Airline-Pleiten in Europa. Auch andere britische Airlines aus dieser Zeit sind inzwischen Geschichte, etwa Monarch Airlines und Flybe. Den Markt ab den Midlands teilen sich heute andere Anbieter wie Jet2 und Ryanair.
Sicherheit und Regeln
Auch wenn du gezielt nach früheren bmibaby-Jets suchst: Fotografiere nur von öffentlich zugänglichen Bereichen aus, respektiere Zäune und Absperrungen und lass Drohnen in Flughafennähe am Boden. Was erlaubt ist, erklärt der Artikel Ist Planespotting erlaubt?.
Alte Sichtungen richtig dokumentieren
Fotos von bmibaby sind heute Zeitdokumente. Damit sie auch in Jahren noch auswertbar sind, lohnt sich eine saubere Erfassung. Ein guter Ort für Erinnerungen ist der Heimatflughafen: Am East Midlands Aeropark hattest du die 737 der Airline jahrelang direkt vor der Linse – und wer dort heute steht, sieht an derselben Stelle die Nachfolger im Low-Cost- und Frachtverkehr.
Archiv-Check bmibaby
- Vollständiges Kennzeichen (G-…)
- Typ: Boeing 737-300 oder 737-500
- Name am Bug, falls lesbar
- Datum der Aufnahme
- Flughafen und Spot
- Flugnummer mit WW, falls bekannt
Wie du ein Logbuch dauerhaft strukturierst, zeigt der Guide Sichtungen dokumentieren. Für die Ablage deiner Bilddateien hilft der Artikel Flugzeugfotos archivieren.
Häufige Verwechslungen
- bmibaby mit bmi British Midland gleichsetzen – die Mutter flog Netzwerkverkehr ab Heathrow und ging 2012 in British Airways auf.
- bmibaby mit bmi regional verwechseln – die Regionaltochter flog kleine Embraer-Jets und bestand bis 2019.
- ICAO-Kürzel BMI der Mutter zuordnen – BMI stand für bmibaby, die Mutter flog mit IATA-Code BD.
- 737-500 als 737-300 notieren – die kürzere Variante erkennst du am gedrungenen Rumpf.
- Spätere Fotos derselben Kennzeichen als bmibaby einordnen – nach 2012 flogen die Jets bei anderen Betreibern.
Dein Stück Airline-Geschichte
Poste deine bmibaby-Sichtung mit Foto, Kennzeichen, Typ und Flughafen und tausch dich in der Community mit anderen Spottern aus, die die 737 aus den Midlands noch erlebt haben. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
bmibaby war zehn Jahre lang der Billigflieger aus den Midlands: gegründet von British Midland als Antwort auf easyJet und Ryanair, ausgestattet mit Boeing 737 aus dem Bestand der Mutter und unterwegs zu Sonnen- und Städtezielen in ganz Europa. Am Ende wurde die Airline zum Opfer der großen Konzernpolitik – beim Verkauf der bmi an IAG war für sie kein Platz mehr. Seit September 2012 gibt es bmibaby nicht mehr. Umso wertvoller sind gut dokumentierte Fotos mit Kennzeichen, Typ, Datum und Ort.
Kurzfazit
bmibaby (IATA WW, ICAO BMI, Rufzeichen „BABY“) war die historische Low-Cost-Tochter von bmi British Midland mit einer reinen Flotte aus Boeing 737-300 und 737-500. Der letzte Flug landete am 9. September 2012 in East Midlands.
Zusammenfassung
- bmibaby war der Low-Cost-Ableger von bmi British Midland und flog von 2002 bis 2012 vor allem ab East Midlands und Birmingham.
- Die Flotte bestand ausschließlich aus Boeing 737-300 und 737-500, viele davon aus dem früheren Bestand der Mutter.
- Nach dem Verkauf der bmi von Lufthansa an IAG fand sich kein Käufer für bmibaby – die Airline wurde im September 2012 eingestellt.
- Fotos von bmibaby-Jets sind heute Archivmaterial: Kennzeichen, Datum, Ort und Typ machen sie für deine Sammlung wertvoll.
Häufige Fragen
Gibt es bmibaby noch?
Nein. bmibaby stellte den Flugbetrieb im September 2012 ein, der letzte Flug kam am 9. September 2012 aus Málaga in East Midlands an. Die Airline ist damit historisch; die Marke wird nicht mehr genutzt.
Welche Codes hatte bmibaby?
bmibaby flog mit dem IATA-Code WW, dem ICAO-Code BMI und dem Rufzeichen „BABY“. Die Mutter bmi British Midland nutzte dagegen den IATA-Code BD. Das ICAO-Kürzel BMI führt deshalb leicht in die Irre: Es steht in alten Logs für bmibaby, nicht für die Mutter-Airline.
Welche Flugzeuge flog bmibaby?
Ausschließlich Boeing 737 der Classic-Generation. Bei der Einstellung bestand die Flotte aus 12 Boeing 737-300 mit 148 Sitzen und 2 Boeing 737-500 mit 131 Sitzen, alle in reiner Economy-Bestuhlung. In Spitzenzeiten waren es mehr Maschinen: Ende 2009 kündigte die Airline an, die Flotte von 17 auf 12 Flugzeuge zu verkleinern.
Was ist der Unterschied zwischen bmibaby, bmi und bmi regional?
bmi British Midland war die Mutter mit Netzwerkverkehr ab London-Heathrow. bmi regional war die Regionaltochter mit kleinen Embraer-Jets. bmibaby war der Billigableger mit Boeing 737 und Fokus auf Urlaubs- und Städtezielen. Nach dem Verkauf der bmi an IAG 2012 wurde bmibaby eingestellt, bmi regional flog dagegen eigenständig weiter.
Warum wurde bmibaby eingestellt?
IAG kaufte die bmi im April 2012 von Lufthansa, wollte aber weder bmibaby noch bmi regional behalten. Der Vertrag erlaubte Lufthansa, bmibaby vorher separat zu verkaufen, ein Verkauf an ein britisches Unternehmen kam aber nicht rechtzeitig zustande. Im Mai 2012 teilte IAG mit, keinen Käufer gefunden zu haben, und kündigte die Schließung bis September 2012 an. Schon zuvor hatte die Airline mit Verlusten zu kämpfen.
Welche deutschen Flughäfen flog bmibaby an?
Köln/Bonn wurde ab East Midlands angeflogen, die Verbindung endete im Mai 2012. München kam im Herbst 2010 dazu, mit Flügen ab East Midlands und Cardiff. Für Spotter aus Südbaden war außerdem der EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg interessant. Alle diese Strecken sind eingestellt.
Wo waren die Basen von bmibaby?
Die Heimat war East Midlands, ab 2005 kam Birmingham als zweite große Basis hinzu. Zeitweise gab es Basen in Cardiff und Manchester (beide bis 2011), Durham Tees Valley (2003 bis 2006) und Belfast, wo die Airline 2012 vom Belfast International zum George Best Belfast City Airport wechselte.
Was ist aus den Flugzeugen geworden?
Nach der Einstellung wurden die Jets unter anderem in Norwich und auf dem Flugplatz Lasham abgestellt und später an Leasinggeber und neue Betreiber zurückgegeben oder zerlegt. Die meisten Maschinen waren ohnehin geleast. Wo ein bestimmtes Kennzeichen heute steht, findest du am besten über das britische Register und Fotodatenbanken heraus.
bmibaby im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
Boeing 737-300
Dicke Triebwerke mit platter Unterseite, ein gestreckter Rumpf und ein neues Cockpit: Mit der 737-300 machte Boeing die 737 Mitte der 1980er fit für eine zweite Karriere. Hier erfährst du, woher sie kommt, wer sie in Deutschland flog und wo du sie heute noch triffst.
FlugzeugtypBoeing 737-500
Klein, kompakt und mit den typischen platten Triebwerkseinlässen: Die 737-500 war die kürzeste 737 Classic und der moderne Ersatz für die 737-200. Hier liest du, wer sie flog, wo sie heute noch unterwegs ist und wie du sie von -300 und -600 trennst.
FlugzeugtypBoeing 737-400
Drei Meter länger als die -300, zwei Notausgänge über dem Flügel und ein Hecksporn unter dem Heck: Die 737-400 war Boeings Antwort auf volle Ferienflieger. Hier liest du, wie sie entstand, wer sie in Europa flog und wo du sie heute als Frachter triffst.
Weitere Airlines
bmi British Midland
Historische britische Airline (1938–2012) aus den East Midlands: von der Flugschule in Derby zur zweitgrößten Airline in London-Heathrow, Star-Alliance-Mitglied, zuletzt Lufthansa-Tochter und 2012 von IAG übernommen und in British Airways eingegliedert.
Regionalbmi regional
Historische britische Regionalairline (1987–2019): von Business Air in Aberdeen über die bmi-Familie zur eigenständigen flybmi mit Embraer-Jets, die bis zur Insolvenz im Februar 2019 auch viele deutsche Flughäfen anflog.
Low-CosteasyJet
Die orange Low-Cost-Airline aus Luton: ausschließlich Airbus der A320-Familie, Basen in ganz Europa und drei Gesellschaften unter einer Marke – mit britischen, österreichischen und Schweizer Kennzeichen.
Low-CostRyanair
Europas größte Low-Cost-Airline aus Irland: fast reine Boeing-737-Flotte, Punkt-zu-Punkt-Verkehr statt Drehkreuz und mehrere Schwestergesellschaften, die unter Ryanair-Flugnummern fliegen.
FerienfliegerJet2.com
Britischer Ferienflieger aus Leeds: Boeing 737 und Airbus A321neo, 14 Basen im Vereinigten Königreich, enge Verzahnung mit dem Reiseveranstalter Jet2holidays – und ein Rufzeichen, das an die Frachtvergangenheit erinnert.
RegionalFlybe
Historische britische Regionalairline aus Exeter: Aus Jersey European wurde Flybe, zeitweise Europas größte Regionalairline und weltweit größter Betreiber der Dash 8 Q400. Nach der Pleite im März 2020 folgte 2022 ein Neustart aus Birmingham, der im Januar 2023 endete.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Flughafen East Midlands
Tagsüber Ferienflieger, nachts Frachter im Minutentakt: East Midlands bei Castle Donington ist Großbritanniens wichtigster reiner Frachtflughafen, Heimat von DHL Air UK und UK-Drehkreuz von UPS – und mit dem Aeropark direkt an der Piste ein Pflichtziel für Frachter-Fans.
FlughafenFlughafen Birmingham
Der größte Flughafen der englischen Midlands: eine einzige 3.052 Meter lange Bahn, ein Terminal, vier Low-Cost- und Ferienbasen und täglich der Emirates-A380 – dazu ein denkmalgeschütztes Art-déco-Terminal von 1939 und mehrere Spotterplätze rund um den Zaun.
FlughafenFlughafen Manchester
Größter Flughafen außerhalb Londons und Heimat einer der bekanntesten Spotter-Szenen Europas: Zwei parallele Bahnen in Ringway, ein bunter Mix aus Ferienfliegern, Low-Cost-Airlines und Golf-Langstrecke – und mit dem Runway Visitor Park ein offizieller Aussichtspunkt samt Concorde.
FlughafenFlughafen Málaga-Costa del Sol
Das Tor zur Costa del Sol gilt als ältester durchgehend betriebener Flughafen Spaniens: zwei leicht gespreizte Bahnen, ein Terminal 3 mit eigenem Bahnhof, Ferienflieger aus ganz Europa im Minutentakt – und ein Luftfahrtmuseum direkt am Vorfeld.
Wo du bmibaby vor die Linse bekommst
Spotting-Spots, an denen diese Airline regelmäßig zu sehen ist – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
East Midlands Aeropark am Flughafen East Midlands
Museum und Spotterhügel in einem: Im East Midlands Aeropark stehst du rund 170 Meter neben der Piste des größten auf Fracht spezialisierten Flughafens Großbritanniens – und zwischen den DHL- und UPS-Frachtern warten ein Vulcan-Bomber, eine VC10-Nase und ein Nimrod.
BesucherparkRunway Visitor Park am Flughafen Manchester
Großbritanniens bekanntester Besucherpark für Flugzeugfans: Im Runway Visitor Park stehst du auf einem erhöhten Aussichtsbereich wenige Hundert Meter neben der Piste 05L/23R – und hast zwischen den Startwellen eine Concorde, einen Nimrod und eine Trident zum Anfassen.
BesucherterrasseBesucherterrasse am Flughafen Köln/Bonn
Die Dachterrasse auf Terminal 1 ist der bequemste legale Standpunkt am Flughafen Köln/Bonn: kostenlos, ohne Sicherheitskontrolle, mit dem Zug direkt erreichbar – und mit Blick auf Vorfeld, Hauptpiste und den militärischen Teil des Platzes.
SpotterhügelBesucherhügel am Flughafen München
Der bekannteste Aussichtspunkt am Lufthansa-Drehkreuz München: Vom Besucherhügel im Besucherpark blickst du erhöht über das Flughafengelände – mit eigener S-Bahn-Haltestelle direkt nebenan.
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