Flughafen Addis Abeba Bole

Afrikas wichtigstes Umsteigedrehkreuz liegt auf über 2.300 Metern Höhe: Bole ist die Heimat von Ethiopian Airlines, dem Star-Alliance-Mitglied mit A350, 787 und 777 – und für Spotter ein Ort, an dem Planung und Respekt vor den Regeln wichtiger sind als anderswo.

Auch bekannt als: Addis Ababa Bole International Airport · Bole International Airport · Haile Selassie I International Airport (früherer Name) · Flughafen Bole

FlughäfenADD / HAABseit 196212 Min. Lesezeit

ADD

IATA-Code

HAAB

ICAO-Code

2.300+ m

Höhe über dem Meer

1962

Eröffnung in Bole

Das Wichtigste in Kürze

  • IATA ADD, ICAO HAAB: Heimatdrehkreuz von Ethiopian Airlines und einer der wichtigsten Umsteigeflughäfen Afrikas.
  • Höhenflughafen: Bole liegt auf gut 2.300 Metern – dünne Luft bedeutet lange Startläufe und spektakulär flache Steigflüge.
  • Zwei Parallelbahnen mit 3.800 und 3.700 Metern, beide in Richtung 07/25 ausgerichtet.
  • Star-Alliance-Hub in Afrika: Ethiopian ist seit 2011 Mitglied der Star Alliance und fliegt A350, 787 und 777.
  • Fotografieren nur mit Vorsicht: Ohne ausdrückliche Erlaubnis hat die Kamera rund um den Flughafen nichts zu suchen.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Steckbrief
  2. 2.Tätigkeitsfelder
  3. 3.Geschichte im Zeitraffer
  4. 4.Was du als Spotter wissen solltest
  5. 5.Stärken und Schwächen
  6. 6.Vom Kaiserflughafen zum Afrika-Drehkreuz
  7. 7.Ein Flughafen in dünner Luft
  8. 8.Zwei Bahnen in Richtung 07/25
  9. 9.Terminals und Abläufe
  10. 10.Ethiopian Airlines: der Hausherr
  11. 11.Fracht: Afrikas großes Luftfrachtzentrum
  12. 12.Wer sonst in Addis Abeba landet
  13. 13.Spotten in Addis Abeba: Vorsicht vor dem Foto
  14. 14.ET302 und die Folgen
  15. 15.Die Zukunft: Bishoftu
  16. 16.Addis Abeba im Vergleich
  17. 17.Fazit
  18. 18.Häufige Fragen

Steckbrief

IATA-CodeADD
ICAO-CodeHAAB
Eigentümer und BetriebIm Eigentum der Ethiopian Airlines Group, betrieben von der Ethiopian Airports Enterprise, die seit der Neuordnung 2017 zur Gruppe gehört
LageIm Stadtbezirk Bole, rund 6 km südöstlich des Stadtzentrums von Addis Abeba
HöheGut 2.300 m über dem Meeresspiegel – einer der höchstgelegenen großen Drehkreuzflughäfen der Welt
Start- und LandebahnenZwei parallele Asphaltbahnen: 07R/25L mit 3.800 m und 07L/25R mit 3.700 m, jeweils 45 m breit
TerminalsTerminal 1 für Inlandsflüge, Terminal 2 für internationale Flüge; die große Erweiterung von Terminal 2 wurde im Januar 2019 eingeweiht
Wichtigster NutzerEthiopian Airlines – Heimatdrehkreuz, Basis von Ethiopian Cargo, der Technik-Sparte und der Ausbildungszentrale der Airline
Eröffnung1962 – als Ersatz für den alten Flugplatz Lideta, dessen Bahn für die Boeing-720-Jets von Ethiopian zu kurz war
ZeitzoneOstafrikanische Zeit (UTC+3), keine Sommerzeit
ZukunftEin neuer Großflughafen bei Bishoftu ist seit Anfang 2026 im Bau; die erste Ausbaustufe ist für etwa 2030 angekündigt

Tätigkeitsfelder

Umsteigedrehkreuz – Ethiopian verbindet über Addis Abeba Ziele in ganz Afrika mit Europa, Asien, dem Nahen Osten und Amerika
Luftfracht – Basis von Ethiopian Cargo mit eigenem Frachtterminal und einer Flotte aus Boeing 777F und umgebauten Frachtern
Wartung und Technik – Ethiopian MRO, die Instandhaltungssparte der Airline, mit Hangars am Flughafen
Ausbildung – Sitz der Ausbildungseinrichtung von Ethiopian (früher Ethiopian Aviation Academy, heute Ethiopian Aviation University) für Piloten, Technik und Kabinenpersonal
Hotel und Umsteiger-Service – das Ethiopian Skylight Hotel der Airline liegt nur wenige Minuten vom Terminal entfernt

Geschichte im Zeitraffer

1945/46Ende 1945 wird Ethiopian Airlines gegründet, im April 1946 startet der Flugbetrieb – damals noch vom alten Flugplatz Lideta im Westen der Stadt.
Um 1960Ethiopian plant den Einstieg ins Jetzeitalter mit der Boeing 720 – die Bahn in Lideta reicht dafür nicht aus. In Bole entsteht ein neuer Flughafen.
1962Neue Bahn und Tower gehen in Betrieb. Der Flughafen trägt zunächst den Namen des Kaisers: Haile Selassie I International Airport.
1997Ein Ausbauplan in drei Phasen wird beschlossen: eine parallele Bahn, ein neues Terminal und ein höherer Tower.
2003Das neue internationale Terminal öffnet und wird zum Herzstück des wachsenden Umsteigeverkehrs.
2006Ein neues Frachtterminal und ein Wartungshangar mit Platz für mehrere Flugzeuge gehen in Betrieb.
2011Ethiopian tritt im Dezember der Star Alliance bei – Bole wird damit zum Allianz-Drehkreuz in Ostafrika.
2017Ethiopian wird zur Holding Ethiopian Airlines Group umgebaut; die Ethiopian Airports Enterprise, die die Flughäfen des Landes betreibt, gehört seitdem zur Gruppe.
2019Am 27. Januar wird die große Erweiterung von Terminal 2 eingeweiht, am selben Tag das Ethiopian Skylight Hotel. Am 10. März stürzt Flug ET302, eine Boeing 737 MAX 8, kurz nach dem Start in Addis Abeba ab – mit weltweiten Folgen für den Typ.
2026Im Januar erfolgt der Spatenstich für den neuen Großflughafen Bishoftu, der Bole als Drehkreuz langfristig ablösen soll.

Flughafen Addis Abeba Bole aus Spotter-Sicht

Deine Checkliste für Flughafen Addis Abeba Bole

Hak ab, was du schon gesehen oder erledigt hast.

  • Eine Ethiopian-Lackierung am Heimatdrehkreuz fotografiert – erkennbar am Leitwerk in den Landesfarben Grün, Gelb und Rot
  • Einen Ethiopian-Airbus A350-1000 erwischt – Ethiopian betreibt das größte A350-Modell als erste Airline in Afrika
  • Eine Boeing 777-200LR notiert – den Langstrecken-Spezialisten setzt Ethiopian seit 2010 ein
  • Eine Dash 8-400 im Inlandsverkehr gesehen, das Arbeitspferd für die Regionalstrecken
  • Einen Boeing 777F von Ethiopian Cargo am Frachtterminal entdeckt
  • Einen Gast-Carrier aus dem Golf oder aus Afrika notiert, etwa von Kenya Airways, EgyptAir oder Emirates
  • Das Kennzeichen jeder Sichtung festgehalten – äthiopische Zivilflugzeuge tragen das Präfix ET-

Stärken und Schwächen

Das spricht dafür

  • Ethiopian-Flotte in großer Dichte: A350, 787, 777 und 737 MAX an einem Ort
  • Afrikanische Airlines, die du in Europa selten oder nie siehst
  • Ganzjährig angenehme Temperaturen dank der Höhenlage
  • Dichte Umsteigewellen mit vielen Bewegungen in kurzer Zeit
  • Gute Erreichbarkeit aus Europa mit Direktflügen von Ethiopian

Wo es hakt

  • Fotografieren an Flughäfen ist in Äthiopien ein sensibles Thema – Ärger mit Sicherheitskräften ist schnell da
  • Keine offiziell ausgewiesene Spotter-Plattform bekannt
  • Regenzeit etwa von Juni bis September mit vielen Wolken und Schauern
  • Ältere Verkehrszahlen und Flottenstände ändern sich schnell – vorher aktuell prüfen
  • Langfristig wandert das Drehkreuz an den neuen Flughafen Bishoftu

Wer nach Afrika fliegt, steigt erstaunlich oft in Addis Abeba um. Der Flughafen Bole im Südosten der äthiopischen Hauptstadt ist das Heimatdrehkreuz von Ethiopian Airlines und verbindet Dutzende afrikanische Städte mit Europa, Asien, dem Nahen Osten und Amerika. Für Spotter ist ADD ein besonderer Ort: eine moderne Großraumflotte mit A350, 787 und 777, afrikanische Gastairlines, die du in Europa kaum zu sehen bekommst – und ein Flughafen auf über 2.300 Metern Höhe, an dem selbst ein gewöhnlicher Start anders aussieht als zu Hause.

Gleichzeitig ist Addis Abeba kein Ziel, an dem du einfach mit dem Teleobjektiv an den Zaun gehst. Dieser Steckbrief zeigt dir, was den Flughafen ausmacht, welche Flugzeuge du dort siehst und worauf du achten musst, bevor die Kamera überhaupt aus der Tasche kommt.

Deine ADD-Sichtungen sauber festhalten

Mit Planetrack postest du Sichtungen mit Foto, Flugzeugtyp, Kennzeichen, Airline und Flughafen und findest sie in deinem Hangar jederzeit wieder. Planetrack startet bald – die Warteliste findest du unten auf dieser Seite.

Vom Kaiserflughafen zum Afrika-Drehkreuz

Die Geschichte des Flughafens ist eng mit der Airline verknüpft, die ihn heute prägt. Ethiopian Airlines wurde Ende 1945 gegründet und nahm 1946 den Betrieb auf – damals noch vom alten Flugplatz Lideta im Westen der Stadt. Als die Airline um 1960 den Einstieg in das Jetzeitalter mit der Boeing 720 vorbereitete, war die Bahn dort schlicht zu kurz. Die Lösung war ein Neubau auf freiem Gelände in Bole, damals am südöstlichen Stadtrand.

1962 gingen Bahn und Tower in Betrieb. Der Flughafen trug zunächst den Namen des Kaisers, Haile Selassie I International Airport. Heute ist er international schlicht als Addis Ababa Bole International Airport bekannt. Die Stadt ist längst um ihn herumgewachsen: Der Flughafen liegt nur rund sechs Kilometer vom Zentrum entfernt und ist von Wohn- und Geschäftsvierteln umgeben.

Den großen Sprung machte Bole ab Ende der 1990er-Jahre. Ein Ausbauprogramm in drei Phasen brachte eine parallele Bahn, einen höheren Tower und 2003 ein neues internationales Terminal. 2006 folgten ein neues Frachtterminal und ein neuer Wartungshangar. Mit dem Beitritt von Ethiopian zur Star Alliance im Dezember 2011 wurde Addis Abeba zum Allianz-Drehkreuz für Ostafrika – eine Rolle, die der Flughafen bis heute prägt.

1962Eröffnung in Bole
2parallele Bahnen
3.800 mLänge der längeren Bahn
2.300+ mHöhe über dem Meer

Ein Flughafen in dünner Luft

Das Erste, was Bole technisch von fast allen Drehkreuzen in Europa und am Golf unterscheidet, ist die Höhe. Der Flughafen liegt auf gut 2.300 Metern über dem Meeresspiegel – höher als die meisten Alpenpässe. In dieser Höhe ist die Luft deutlich dünner. Tragflächen erzeugen bei gleicher Geschwindigkeit weniger Auftrieb, und Triebwerke liefern weniger Schub. An warmen Nachmittagen verstärkt sich der Effekt noch, weil warme Luft zusätzlich an Dichte verliert.

Für den Betrieb hat das handfeste Folgen. Flugzeuge brauchen höhere Geschwindigkeiten über Grund, um abzuheben, und deshalb lange Bahnen. Schwere Langstreckenjets steigen nach dem Start flacher als gewohnt. Auf sehr langen Strecken kann die Höhe dazu führen, dass eine Maschine nicht mit voller Nutzlast oder vollem Tank starten kann. Dass Ethiopian früh auf leistungsstarke Langstreckenmuster wie die Boeing 777-200LR setzte, hat auch mit diesen Bedingungen zu tun.

Für dich als Fotograf ist die Höhe ein Geschenk und eine Herausforderung zugleich. Startende Großraumjets bleiben lange tief und eignen sich für Bilder mit Landschaft oder Stadt im Hintergrund. Gleichzeitig ist die Sonneneinstrahlung in dieser Höhe intensiv, und über warmen Asphaltflächen flimmert die Luft schnell. Wie du dem ausweichst, steht im Beitrag zum Hitzeflimmern in der Flugzeugfotografie.

Zwei Bahnen in Richtung 07/25

Bole hat zwei parallele Asphaltbahnen, beide grob in Ost-West-Richtung ausgerichtet:

Bahn Länge Breite Hinweis
07R/25L 3.800 m 45 m die längere der beiden Bahnen
07L/25R 3.700 m 45 m die ältere Bahn, je nach Quelle teils auch als Rollweg genutzt

Beide Bahnen haben versetzte Schwellen, die nutzbare Landestrecke ist also etwas kürzer als die Gesamtlänge. Welche Bahn gerade wofür genutzt wird und in welche Richtung gestartet wird, hängt wie überall vom Wind ab. Weht er aus Osten, laufen die Bewegungen in Richtung 07, bei Westwind in Richtung 25. Die Grundlagen dazu erklärt der Beitrag Betriebsrichtung am Flughafen verstehen. Live prüfst du die aktuelle Situation am einfachsten über eine Flugverfolgung – wie das geht, zeigt der Beitrag zur Flugverfolgung mit ADS-B.

Licht nahe am Äquator

Addis Abeba liegt nur rund neun Grad nördlich des Äquators. Die Sonne steht mittags sehr hoch, und die Tageslänge schwankt übers Jahr kaum. Weiches Licht hast du nur in den ersten und letzten Stunden des Tages – und die Dämmerung ist kurz. Plane Fotos deshalb gezielt für den frühen Morgen und den späten Nachmittag. Den Sonnenstand am Fotospot kannst du vorab genau berechnen.

Terminals und Abläufe

Der Passagierbereich ist zweigeteilt. Terminal 1 dient dem Inlandsverkehr, in dem Ethiopian die Städte und Regionen des großen Landes verbindet. Terminal 2 ist das internationale Terminal und das eigentliche Herz des Drehkreuzes. Seine große Erweiterung wurde am 27. Januar 2019 eingeweiht; seitdem können deutlich mehr Flugzeuge gleichzeitig abgefertigt werden. Am selben Tag eröffnete Ethiopian auch das Ethiopian Skylight Hotel nur wenige Minuten vom Terminal entfernt, das inzwischen deutlich erweitert wurde.

Typisch für Bole ist der Umsteigebetrieb in Wellen. Ankommende Flüge aus Europa, Asien und dem Nahen Osten treffen in engen Zeitfenstern ein, kurz darauf starten die Anschlussflüge in afrikanische Städte – und umgekehrt. In solchen Wellen siehst du in kurzer Zeit sehr viele Bewegungen, dazwischen kann es ruhiger werden. Wie diese Struktur an Drehkreuzen funktioniert und wie du sie für die Planung nutzt, erklärt der Beitrag zu Hub-Wellen und Banking.

Bereich Hauptnutzer Typisches Flugzeugbild
Terminal 2 (international) Ethiopian und alle Gastairlines A350, 787, 777, 737 MAX und Gastjets aus Afrika und vom Golf
Terminal 1 (Inland) Ethiopian im Inlandsverkehr Dash 8-400 und Schmalrumpfjets
Frachtterminal Ethiopian Cargo, Gast-Frachtairlines 777F, umgebaute Frachter, Großraumflugzeuge mit Beiladefracht
Technik- und Wartungsbereich Ethiopian MRO Flugzeuge in Wartung, gelegentlich Fremdkunden

Ethiopian Airlines: der Hausherr

An keinem anderen Flughafen der Welt siehst du so viele Maschinen von Ethiopian Airlines wie in Bole. Die Airline ist hier nicht nur Hauptnutzer, sondern über die Ethiopian Airlines Group auch Eigentümerin. Bei der Neuordnung zur Holding im Jahr 2017 kam die Ethiopian Airports Enterprise, die die Flughäfen des Landes betreibt, unter das Dach der Gruppe. Neben dem Passagierverkehr sitzen in Bole auch Ethiopian Cargo, die Wartungssparte Ethiopian MRO und die Ausbildungseinrichtung der Airline (früher Ethiopian Aviation Academy, heute Ethiopian Aviation University), an der Piloten, Techniker und Kabinenpersonal ausgebildet werden.

Die Flotte ist für eine afrikanische Airline außergewöhnlich jung und groß. Ethiopian war einer der frühen Kunden der Boeing 787-8, setzte 2016 als erste Airline Afrikas den Airbus A350-900 ein und betreibt inzwischen auch den größeren A350-1000. Dazu kommen die 787-9, die 777-200LR und die 777-300ER auf der Langstrecke. Auf Kurz- und Mittelstrecken fliegen vor allem die Boeing 737-800 und die 737 MAX 8, im Inland und auf Regionalstrecken die Turboprops vom Typ Dash 8-400. Bestellt hat Ethiopian unter anderem die Boeing 777-9. Flottenstände und Auslieferungen ändern sich laufend – vor einer Reise lohnt der Blick in aktuelle Flottenlisten.

Die Unterscheidung der Großraumjets ist in Bole eine gute Übung, weil sie oft direkt nebeneinander stehen. Wie du A350 und 787 an Cockpitfenstern und Flügelspitzen auseinanderhältst, zeigt der Beitrag A350 oder Boeing 787?. Für die Boeing-Langstrecke hilft Boeing 777 und 787 unterscheiden.

A350-1000 und 777-200LR auf die Wunschliste

Planetrack benachrichtigt dich per Sichtungs-Alarm, wenn ein Typ, eine Airline oder ein bestimmtes Kennzeichen anfliegt – auch bei Special Liveries. Was dir noch fehlt, merkst du dir auf der Wunschliste in deinem Hangar. Die App startet bald – trag dich unten in die Warteliste ein.

Fracht: Afrikas großes Luftfrachtzentrum

Ethiopian Cargo gilt als größter Luftfrachtanbieter Afrikas, und Bole ist seine Basis. Ein großer Teil davon sind verderbliche Waren wie Schnittblumen, Obst und Gemüse, die von Äthiopien aus in alle Welt gehen; dazu kommt Transitfracht zwischen Asien, Europa und dem afrikanischen Kontinent.

Optisch auffällig sind die Frachter vom Typ Boeing 777F, dem Rückgrat der Frachtflotte. Daneben setzt Ethiopian zu Frachtern umgebaute frühere Passagierjets ein. Wer Frachtflugzeuge sicher bestimmen will, findet die typischen Merkmale – fehlende Fensterreihen, große Frachttore, verstärkte Fahrwerke – im Beitrag Frachtflugzeuge erkennen. Neben Ethiopian landen in Bole auch Frachtflüge anderer Airlines, zum Beispiel aus dem Nahen Osten und der Türkei.

Wer sonst in Addis Abeba landet

Ethiopian dominiert das Bild, ist aber nicht allein. Aus Afrika kommen unter anderem Kenya Airways aus Nairobi und EgyptAir aus Kairo, dazu weitere afrikanische Gesellschaften – das Angebot ändert sich allerdings je nach Flugplanperiode. Vom Golf und aus der Türkei fliegen unter anderem Emirates, flydubai, Qatar Airways, Saudia und Turkish Airlines nach Addis Abeba. Aus Asien ist unter anderem China Southern vertreten.

Gerade die afrikanischen Gastairlines machen den Reiz aus: Typen und Lackierungen, die in Europa selten oder nie auftauchen, stehen hier ganz selbstverständlich am Terminal. Welche Airline an welchem Tag kommt, verrät dir der aktuelle Flugplan des Flughafens oder ein Blick in eine Flugverfolgung.

Regeln vorab klären

Informier dich vor der Reise, was in Äthiopien beim Fotografieren von Infrastruktur gilt. Im Zweifel: nicht fotografieren.

Trockenzeit wählen

Etwa Oktober bis Mai ist die Sicht meist besser als in der Regenzeit von etwa Juni bis September.

Wellen heraussuchen

Die Umsteigewellen bringen viele Bewegungen auf einmal. Ankunfts- und Abflugtafeln zeigen dir, wann es voll wird.

Frühes und spätes Licht nutzen

Nahe am Äquator steht die Sonne mittags steil. Die besten Bilder entstehen kurz nach Sonnenaufgang und vor Sonnenuntergang.

Kennzeichen notieren

Äthiopische Flugzeuge tragen das Präfix ET-. Bei vielen gleichen Ethiopian-Jets ist das Kennzeichen der einzige Weg zur sauberen Zuordnung.

Spotten in Addis Abeba: Vorsicht vor dem Foto

Hier liegt der große Unterschied zu Flughäfen wie Frankfurt oder London Heathrow. Eine offizielle Besucherterrasse oder eine ausgewiesene Spotterzone ist für Bole nicht bekannt. Flughäfen gelten in Äthiopien als sensible Infrastruktur, und Sicherheitskräfte reagieren auf Kameras in Zaunnähe häufig sehr streng. Was in Europa als harmloses Hobby durchgeht, kann hier schnell zu Kontrollen, gelöschten Speicherkarten oder Schlimmerem führen.

Die Grundregel lautet deshalb: Fotografiere nur dort, wo es ausdrücklich erlaubt ist, und frag im Zweifel vorher. Richte die Kamera nie auf Sicherheitsbereiche, Kontrollstellen, Behördengebäude oder militärische Einrichtungen. Und wenn dich jemand anspricht, bleib ruhig und kooperativ. Viele Spotter nutzen in Addis Abeba eher die Gelegenheit, als Umsteigepassagier am Gate oder beim Rollen aus dem Flugzeugfenster ein paar Eindrücke festzuhalten – aber auch dort gilt, was das Personal sagt.

Zaun bleibt Zaun – erst recht im Ausland

Regeln zum Fotografieren an Flughäfen unterscheiden sich von Land zu Land stark, und Unwissenheit schützt nicht. Was du vor einer Spotting-Reise klären solltest, fasst der Beitrag Spotten im Ausland zusammen. Allgemeine Grundsätze stehen in Ist Planespotting erlaubt?.

ET302 und die Folgen

Zur jüngeren Geschichte des Flughafens gehört auch ein tragisches Kapitel. Am 10. März 2019 stürzte Ethiopian-Flug ET302, eine Boeing 737 MAX 8 auf dem Weg nach Nairobi, wenige Minuten nach dem Start in Addis Abeba ab. Alle 157 Menschen an Bord kamen ums Leben. Es war nach einem Unglück in Indonesien im Herbst 2018 bereits der zweite Absturz des neuen Musters. In der Folge wurde die 737 MAX weltweit für fast zwei Jahre mit einem Flugverbot belegt. Ethiopian setzt den Typ inzwischen wieder ein und hat weitere Maschinen bestellt.

Die Zukunft: Bishoftu

So groß das Terminal 2 nach seiner Erweiterung auch ist – langfristig reicht der Platz in Bole nicht. Der Flughafen ist von der Stadt umschlossen, eine weitere Ausdehnung ist kaum möglich. Ethiopian baut deshalb einen komplett neuen Großflughafen bei Bishoftu, südöstlich der Hauptstadt. Der Spatenstich fand im Januar 2026 statt. Die erste Ausbaustufe ist für etwa 2030 angekündigt, im Endausbau sind laut Planung vier Bahnen und eine Kapazität von rund 110 Millionen Passagieren pro Jahr vorgesehen. Auch die Afrikanische Entwicklungsbank beteiligt sich an der Finanzierung.

Was danach mit Bole geschieht, ist Stand Oktober 2026 noch nicht abschließend entschieden. Für Spotter bedeutet das: Wer Ethiopian an ihrem historischen Heimatflughafen mitten in der Stadt erleben will, hat dafür noch einige Jahre Zeit – aber nicht unbegrenzt.

Addis Abeba passt zu dir, wenn …

  • du Ethiopian-Großraumjets in großer Zahl erleben willst
  • dich afrikanische Airlines und seltene Lackierungen reizen
  • du ohnehin über ADD nach Afrika umsteigst

Bedingt geeignet, wenn …

  • du vor allem aus dem Terminal oder dem Flugzeugfenster fotografieren kannst
  • du nur in der Regenzeit reisen kannst

Eher woanders, wenn …

  • du eine offizielle Spotterplattform mit freiem Blick suchst
  • du ohne Rückfrage am Zaun stehen und fotografieren willst

Addis Abeba im Vergleich

Unter den großen Flughäfen Afrikas spielt Bole eine eigene Rolle. Der Flughafen Johannesburg ist das größte Drehkreuz im Süden des Kontinents, der Flughafen Kairo das Tor im Norden. Addis Abeba dagegen lebt fast ausschließlich vom Umsteigeverkehr einer einzigen, stark gewachsenen Airline – ein Modell, das eher an die Golf-Drehkreuze erinnert. Wer vergleichen will, schaut sich Dubai, Doha Hamad oder Istanbul an, die mit Emirates, Qatar Airways und Turkish Airlines um dieselben Umsteiger zwischen Afrika, Europa und Asien konkurrieren.

Wie sich diese Drehkreuz-Strategie vom Direktverkehr unterscheidet, erklärt der Beitrag Hub-and-Spoke und Point-to-Point. Und wenn du Ethiopian als Star-Alliance-Mitglied an der Lackierung erkennen willst, hilft der Beitrag zu Allianz-Lackierungen.

Jede Afrika-Sichtung zählt

Beiträge mit Flugzeugdaten, Hangar mit Wunschliste, Spot-Karte, Sonnenstand-Planer und Wetter am Flughafen – das alles bündelt Planetrack in einer App. Planetrack startet bald. Die Warteliste findest du unten auf dieser Seite.

Fazit

Addis Abeba Bole ist das Herz von Ethiopian Airlines und eines der wichtigsten Drehkreuze Afrikas. Auf über 2.300 Metern Höhe treffen eine der modernsten Flotten des Kontinents, ein großes Frachtzentrum und Gastairlines aus Afrika, dem Nahen Osten und Asien aufeinander. Die dünne Luft sorgt für lange Startläufe und flache Steigflüge, das äquatornahe Licht für kurze, aber intensive Fotofenster am Morgen und Abend.

Was Bole von vielen anderen Zielen unterscheidet, ist die Frage nach dem Dürfen. Ohne offizielle Spotterzone und mit strengen Sicherheitsvorschriften gehen Regeln und Rücksicht hier vor jedes Foto. Wer das respektiert und gut plant, bekommt dafür Sichtungen, die in keinem europäischen Logbuch alltäglich sind.

Kurzfazit

ADD ist das Heimatdrehkreuz von Ethiopian mit A350, 787 und 777 in hoher Dichte und vielen afrikanischen Gastairlines. Die Höhenlage macht jeden Start besonders – aber fotografiere nur, wo es erlaubt ist, und plane deine Reise in der Trockenzeit.

Zusammenfassung

  • Addis Abeba Bole ist das Tor zu Afrika für Ethiopian Airlines – und damit einer der wichtigsten Umsteigeflughäfen des Kontinents.
  • Die Flotte am Boden ist modern: A350-900 und -1000, 787-8 und -9, 777-200LR und -300ER, 737 MAX 8 und Dash 8-400.
  • Die Höhenlage macht den Flughafen technisch besonders und sorgt für ungewohnte Start- und Steigbilder.
  • Spotting ist hier keine Selbstverständlichkeit: Erlaubnis, Zurückhaltung und Kenntnis der Regeln gehen vor jedes Foto.

Häufige Fragen

Was sind die Codes des Flughafens Addis Abeba?

Der IATA-Code ist ADD, der ICAO-Code HAAB. ADD steht auf Bordkarten und Gepäckanhängern, HAAB nutzen Flugsicherung und Flugverfolgungsdienste.

Warum heißt der Flughafen Bole?

Bole ist der Stadtbezirk im Südosten von Addis Abeba, in dem der Flughafen liegt. Zu Kaiserzeiten trug er den Namen Haile Selassie I International Airport; heute ist international der Name Addis Ababa Bole International Airport gebräuchlich.

Wie viele Start- und Landebahnen hat Addis Abeba?

Zwei parallele Asphaltbahnen: 07R/25L mit 3.800 Metern und 07L/25R mit 3.700 Metern Länge, beide 45 Meter breit. Die großzügige Länge ist kein Luxus – in der dünnen Höhenluft brauchen schwere Langstreckenjets deutlich mehr Anlauf als auf Meereshöhe.

Warum ist die Höhe des Flughafens so wichtig?

Auf gut 2.300 Metern ist die Luft spürbar dünner. Tragflächen erzeugen weniger Auftrieb und Triebwerke weniger Schub, besonders an warmen Nachmittagen. Die Folge sind längere Startläufe, flachere Steigflüge und teils Gewichtsbeschränkungen auf sehr langen Strecken. Für dich heißt das: Startende Langstreckenjets bleiben lange tief und gut im Bild.

Darf ich am Flughafen Addis Abeba fotografieren?

Davon solltest du nicht einfach ausgehen. Flughäfen gelten in Äthiopien als sensible Infrastruktur, und Sicherheitskräfte reagieren auf Kameras am Zaun oft streng. Frag im Zweifel vorher nach, fotografiere nur dort, wo es ausdrücklich erlaubt ist, und richte die Kamera nie auf Sicherheits- oder Militäreinrichtungen. Allgemeine Tipps stehen im Beitrag Spotten im Ausland.

Welche Flugzeugtypen sehe ich in Addis Abeba?

Vor allem die Flotte von Ethiopian: A350-900 und A350-1000, 787-8 und 787-9, 777-200LR, 777-300ER, 737 MAX 8 und auf Inlandsstrecken die Dash 8-400. Dazu kommen Frachter vom Typ 777F und Gastairlines aus Afrika und dem Nahen Osten.

Wird der Flughafen Bole geschlossen?

Nicht in naher Zukunft. Bei Bishoftu, südöstlich der Hauptstadt, ist seit Anfang 2026 ein neuer Großflughafen im Bau, dessen erste Stufe um 2030 eröffnen soll. Was dann mit Bole passiert, ist offiziell noch nicht abschließend festgelegt – bis dahin bleibt Bole das Drehkreuz von Ethiopian.

Wann ist die beste Reisezeit für Spotter?

Die trockenere Zeit etwa von Oktober bis Mai bietet die besten Chancen auf klare Sicht. In der Hauptregenzeit von etwa Juni bis September ziehen häufig Wolken und Schauer über das Hochland. Durch die Höhenlage ist es tagsüber meist mild, morgens und abends aber oft frisch.

Sichtungen rund um Flughafen Addis Abeba Bole sammeln

Foto mit Kennzeichen, Typ, Airline und Spot posten, Funde im Hangar sammeln und Likes und Kommentare aus der Community bekommen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Passende Airlines

Die Fluggesellschaften dazu – mit IATA- und ICAO-Code, Rufzeichen und Lackierung.

Typische Flugzeuge

Flugzeugtyp

Airbus A350-900

Schwarze Cockpit-Maske, elegant hochgebogene Flügelspitzen, zwei mächtige Trent-XWB-Triebwerke: Die A350-900 ist Airbus’ moderner Langstrecken-Twin. So erkennst du sie sicher.

Flugzeugtyp

Airbus A350-1000

Schwarze Cockpit-Maske, gebogene Flügelspitzen und ein Rumpf von fast 74 Metern auf sechsrädrigen Fahrwerken: Die A350-1000 ist die große A350. So erkennst du sie und trennst sie sicher von A350-900 und Boeing 777.

Flugzeugtyp

Boeing 787-8 Dreamliner

Glatte Nase mit nur vier Cockpitfenstern, gezackte Triebwerkshinterkanten und Flügel, die sich im Flug weit nach oben biegen: Die 787-8 ist der kürzeste Dreamliner. So erkennst du sie sicher.

Flugzeugtyp

Boeing 787-9 Dreamliner

Gezackte Triebwerksenden, schräg auslaufende Flügel und eine glatte, runde Nase: Die 787-9 ist die meistgeflogene Dreamliner-Version. So erkennst du sie und trennst sie von 787-8 und 787-10.

Flugzeugtyp

Boeing 777-200LR

Kurzer 777-Rumpf, lange schräge Flügelspitzen, riesige GE90-Triebwerke: Die 777-200LR Worldliner ist Boeings Ultralangstrecken-Spezialistin und flog 2005 einen Weltrekord. So erkennst du die seltene Variante.

Flugzeugtyp

Boeing 777F

Ein 777-Rumpf ganz ohne Fensterreihe, ein riesiges Tor hinter dem Flügel und zwei GE90 unter den Tragflächen: Die 777F ist der wichtigste Langstrecken-Frachter unserer Zeit. So erkennst du sie und findest sie in Frankfurt und Leipzig.

Flugzeugtyp

Boeing 737 MAX 8

Große LEAP-Triebwerke mit gezackten Gondelkanten, gegabelte Flügelspitzen und ein neu geformtes Heck: Die 737 MAX 8 ist die vierte Generation von Boeings Bestseller. So trennst du sie sicher von der 737-800.

Flugzeugtyp

De Havilland Canada Dash 8-400 (Q400)

Hochdecker, T-Leitwerk, Sechsblatt-Propeller und ein Fahrwerk, das nach hinten in die Triebwerksgondeln klappt: Die Dash 8-400 ist der schnellste und größte Regional-Turboprop im Liniendienst. So erkennst du sie sicher.

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Planetrack Redaktion

Diese Datenbank beschreibt Flughäfen, Flugzeughersteller, Airline-Gruppen, Allianzen und Luftfahrtmuseen. Eigentümer, Beteiligungen und Mitgliedschaften ändern sich laufend – gesicherte Angaben stehen im Steckbrief, alles Veränderliche ist als solches gekennzeichnet. Die einzelnen Fluggesellschaften findest du in der Airline-Datenbank.

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