Hub-Wellen verstehen: So nutzt du das Banking an Frankfurt und München

An Drehkreuzen kommen Flugzeuge nicht gleichmäßig, sondern in Wellen: erst landet ein Schwung Zubringer, dann startet alles wieder. Wie das Banking funktioniert, warum Airlines es nutzen und wie du deinen Spotting-Tag danach planst.

Planetrack RedaktionVeröffentlicht: 15. Oktober 202612 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Wellen statt Dauerstrom: Netzwerk-Airlines bündeln Ankünfte und Abflüge an ihren Drehkreuzen zu sogenannten Banks. Erst landet ein Block Zubringer, kurz danach startet ein Block Anschlussflüge.
  • Der Grund sind Umsteiger: Je mehr Flüge zeitgleich am Boden stehen, desto mehr Verbindungen entstehen. Lufthansa nannte für einen Beispielflug Frankfurt–Chicago 2018 einen Umsteigeranteil von 73 Prozent.
  • Ruhe gehört dazu: Zwischen zwei Wellen wird es am Drehkreuz spürbar ruhiger. Diese Täler sind die beste Zeit für Spotwechsel, Pause oder Akkuwechsel.
  • Die Wellen zeigen sich im Flugplan: Wer die Ankunfts- und Abflugtafel nach Uhrzeiten auszählt, sieht die Spitzen sofort – ganz ohne Insiderwissen.
  • Nicht jedes Drehkreuz ist gleich stark gebankt: Manche Airlines entzerren ihre Wellen bewusst, um Gates, Personal und Pünktlichkeit zu schonen. Die Muster ändern sich deshalb mit jedem Flugplanwechsel.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Hub-Wellen: die kurze Antwort
  2. 2.Warum Airlines überhaupt in Wellen fliegen
  3. 3.So ist eine Welle aufgebaut
  4. 4.Frankfurt und München: zwei Drehkreuze, ein Prinzip
  5. 5.Wellen selbst im Flugplan finden
  6. 6.So planst du deinen Spotting-Tag nach den Wellen
  7. 7.Wenn Airlines die Wellen glätten: De-Peaking
  8. 8.Worauf du achten solltest
  9. 9.Dein persönlicher Wellen-Kalender
  10. 10.Fazit

Du stehst am Zaun, eine halbe Stunde lang landet kaum etwas – und plötzlich hängen sechs, sieben Lichter hintereinander im Anflug. Eine Stunde später startet ein Lufthansa-Jet nach dem anderen, und dann ist es wieder still. Das ist kein Zufall, sondern Absicht. An Drehkreuzen wie Frankfurt und München arbeitet die Hub-Airline mit Hub-Wellen, im Fachjargon Banking. Wer dieses Muster versteht, plant seinen Spotting-Tag deutlich entspannter: Du weißt, wann du am Spot sein musst, wann du in Ruhe die Position wechseln kannst und wann die Chancen auf Seltenheiten steigen.

Die Welle kommt – und du weißt Bescheid

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Hub-Wellen: die kurze Antwort

Eine Hub-Welle ist ein gebündelter Block aus Ankünften und Abflügen einer Netzwerk-Airline an ihrem Drehkreuz. Zuerst landen viele Zubringer kurz hintereinander, dann steigen die Passagiere um, und anschließend starten die Anschlussflüge ebenfalls dicht gestaffelt. Danach folgt ein ruhigeres Tal, bevor die nächste Welle beginnt. Für dich am Zaun heißt das: Der Verkehr kommt in Schüben, nicht gleichmäßig. Wenn du die Schübe kennst, stehst du zur richtigen Zeit am richtigen Spot.

Das Prinzip gehört zum Modell Hub-and-Spoke: Statt jede Stadt mit jeder anderen direkt zu verbinden, sammelt eine Airline ihre Passagiere an einem Knoten und verteilt sie von dort weiter. Damit das funktioniert, müssen Zubringer und Anschlussflüge zeitlich zusammenpassen – und genau daraus entstehen die Wellen.

73 %Umsteiger auf einem Lufthansa-Beispielflug Frankfurt–Chicago (Lufthansa, 2018)
60 minLufthansa-Mindestumsteigezeit in Frankfurt, seit dem Sommerflugplan 2025 auch für frühere Ausnahmen
3Phasen jeder Welle: Ankunft, Umsteigen, Abflug

Warum Airlines überhaupt in Wellen fliegen

Stell dir einen Flug von Bremen nach Frankfurt vor. Landet er zu einem Zeitpunkt, an dem in der nächsten Stunde nur zwei Langstrecken abfliegen, bietet er seinen Passagieren genau zwei sinnvolle Anschlüsse. Landet er dagegen kurz vor einem Block mit dreißig Abflügen, entstehen auf einen Schlag dreißig Verbindungen. Multipliziert man das mit allen Zubringern einer Welle, wächst die Zahl der möglichen Umsteigeverbindungen enorm, ohne dass ein einziger Flug mehr nötig wäre.

Wie wichtig Umsteiger für die deutschen Drehkreuze sind, hat Lufthansa 2018 in einem Positionspapier an einem Beispiel gezeigt: Auf einem Flug von Frankfurt nach Chicago mit 331 Passagieren stiegen nur 89 in Frankfurt zu, die übrigen 242 kamen per Zubringer aus 61 verschiedenen Städten. Begründet wird das unter anderem mit der dezentralen Struktur Deutschlands: Rund um Frankfurt oder München wohnen deutlich weniger Menschen in Reichweite des Flughafens als etwa rund um London oder Paris. Ohne Umsteiger wären viele Langstrecken schlicht nicht voll zu bekommen.

Die Luftverkehrsforschung beschreibt diese Bündelung als Wave-System-Struktur. Die Verkehrsforscher Guillaume Burghouwt und Jaap de Wit haben Anfang der 2000er-Jahre die Wellenmuster europäischer Drehkreuze untersucht. Ihr Befund: Flughäfen mit ausgeprägten Wellen erzeugen bezogen auf ihre Zahl an Direktverbindungen deutlich mehr indirekte Verbindungen als Flughäfen ohne solche Struktur.

Begriffe kurz sortiert

Bank und Wave meinen im Alltag dasselbe: den gebündelten Block aus Ankünften und Abflügen. Hub ist das Drehkreuz, Feeder oder Zubringer sind die meist kürzeren Flüge, die Passagiere zum Hub bringen. MCT steht für Minimum Connecting Time, die Mindestumsteigezeit.

So ist eine Welle aufgebaut

Jede Welle folgt demselben Grundmuster. Wie lang die einzelnen Phasen sind, entscheidet die Airline im Flugplan – aber die Logik dahinter ist überall gleich.

1. Ankunftsphase

Die Zubringer aus Europa und – je nach Tageszeit – die Langstrecken landen dicht hintereinander. Am Zaun siehst du eine Kette von Flugzeugen im Endanflug, oft im Abstand von wenigen Minuten.

2. Umsteigephase

Passagiere und Gepäck wechseln die Flugzeuge. Am Vorfeld ist jetzt die Hölle los, an den Pisten wird es kurz ruhiger. Die Dauer richtet sich nach der Mindestumsteigezeit und den Wegen im Terminal.

3. Abflugphase

Die Anschlussflüge rollen nacheinander zur Startbahn. Vor dem Rollhalt bildet sich eine Schlange, und die Starts folgen in kurzem Takt.

4. Tal

Danach flacht der Verkehr der Hub-Airline ab, bis die nächste Ankunftsphase beginnt. In der Praxis überlappen sich die Abflüge einer Welle oft schon mit den ersten Ankünften der nächsten.

Die Mindestumsteigezeit legt fest, wie dicht Ankunfts- und Abflugphase zusammenrücken dürfen. In Frankfurt hat Lufthansa sie zum Sommerflugplan 2025 für mehrere Verbindungsarten – etwa innereuropäisch zu innereuropäisch sowie aus dem Schengen-Raum in die USA – auf einheitlich 60 Minuten angehoben; vorher galten für diese Fälle Ausnahmen mit 45 bis 50 Minuten. Längere Umsteigezeiten ziehen die Wellen zeitlich auseinander. Was Mindestumsteigezeiten für Reisende bedeuten, erklärt der Artikel Umsteigen am Drehkreuz.

Frankfurt und München: zwei Drehkreuze, ein Prinzip

Der Flughafen Frankfurt und der Flughafen München sind die beiden deutschen Drehkreuze von Lufthansa. Innerhalb der Lufthansa Group arbeiten zudem Swiss in Zürich und Austrian Airlines in Wien mit eigenen Drehkreuzen. Über die Star Alliance kommen Partner-Airlines hinzu, deren Flüge häufig auf die Wellen des Hubs abgestimmt sind.

Wie viele Wellen ein Drehkreuz am Tag fährt, veröffentlicht Lufthansa nicht laufend, und die Struktur ändert sich mit Netzentscheidungen. Ein historischer Anhaltspunkt: 2014 kündigte Lufthansa an, die Zahl der täglichen Banks in München von acht auf sechs zu verringern, um den Betrieb zu vereinfachen. Ob und wie sich das seitdem verändert hat, lässt sich am zuverlässigsten am aktuellen Flugplan ablesen – nicht an alten Zahlen.

Beide Flughäfen haben außerdem Nachtflugregeln, die den Tag einrahmen. In Frankfurt sind zwischen 23 und 5 Uhr keine planmäßigen Flüge erlaubt. Die erste Welle des Tages beginnt deshalb mit dem Ende der Nachtruhe, die letzte muss vorher abgeschlossen sein. Die Details zu beiden Flughäfen stehen im Überblick Nachtflugverbot an deutschen Flughäfen.

Merkmal Was es für die Wellen bedeutet Was du als Spotter davon hast
Nachtflugregeln Erste und letzte Welle liegen eng an den Randzeiten Frühmorgens kommt oft der erste große Schwung, abends wird es vor der Ruhezeit noch einmal voll
Langstrecken-Ankünfte am Morgen Viele Nachtflüge aus Asien und Nordamerika landen früh Großraumjets im Morgenlicht, bevor die Zubringer-Welle startet
Mindestumsteigezeit Bestimmt den Abstand zwischen Ankunfts- und Abflugspitze Du kannst grob abschätzen, wann nach einer Landewelle die Startwelle folgt
Sommer- und Winterflugplan Die Wellen werden zweimal im Jahr neu gelegt Notizen aus dem letzten Halbjahr nur als Ausgangspunkt nutzen

Wann Großraumflugzeuge typischerweise in Europa ankommen und abfliegen, beschreibt der Guide Langstrecken-Ankunftszeiten in Europa. In Frankfurt und München bedeutet das oft: Morgens lohnt der Blick auf landende Airbus A350-900 oder Boeing 787-9, später am Tag stehen die Abflüge der Langstrecke im Mittelpunkt.

Wind und Pisten im Blick

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Wellen selbst im Flugplan finden

Du brauchst kein Insiderwissen, um die Wellen deines Drehkreuzes zu kennen. Die Ankunfts- und Abflugtafel des Flughafens oder eine Flugverfolgungs-Seite reicht. Wie du diese Daten generell liest, erklärt der Artikel Ankunfts- und Abflugtafel fürs Spotting nutzen.

  1. Zeitraster wählen: Teil den Tag in Abschnitte von 15 oder 30 Minuten.
  2. Nur die Hub-Airline zählen: Lufthansa und ihre Konzernpartner sowie Star-Alliance-Partner bilden die Wellen. Codeshare-Nummern zählst du nur einmal, sonst verdoppeln sich manche Flüge.
  3. Ankünfte und Abflüge getrennt notieren: Zwei Spalten, eine pro Richtung.
  4. Spitzen markieren: Wo die Ankünfte stark ansteigen und eine knappe Stunde später die Abflüge, hast du eine Welle gefunden.
  5. Mit dem Live-Bild abgleichen: Auf einer Live-Karte siehst du die Ankunftsphase als lange Kette von Flugzeugen im Anflug.

Ein Haken bleibt: Flugpläne zeigen planmäßige Zeiten. Verspätungen verschieben einzelne Flüge, und an Tagen mit Gewitter oder Engpässen zerfasert eine Welle. Wie zuverlässig die prognostizierten Ankunftszeiten auf Flugradar-Seiten sind, beleuchtet der Artikel Wie genau sind ETA-Prognosen?.

Wie dicht ist die Welle?

Trag ein, wie viele Landungen und Starts du für eine Stunde im Flugplan gezählt hast. Das Ergebnis zeigt den rechnerischen Abstand zwischen zwei Bewegungen.

Rechnerischer Durchschnitt. In der Realität kommen die Bewegungen nicht gleichmäßig, sondern verteilt auf mehrere Pisten und in kleinen Pulks.

So planst du deinen Spotting-Tag nach den Wellen

Wer die Wellen kennt, kann seinen Tag strukturieren, statt stundenlang auf Verdacht am Zaun zu stehen. Drei Strategien haben sich bewährt.

In der Welle am Spot sein, wenn …

  • du möglichst viele Lufthansa-Kennzeichen sammeln willst
  • du Typenvielfalt der Hub-Airline in kurzer Zeit suchst
  • du Landeserien oder Startschlangen fotografieren möchtest

Im Tal den Spot wechseln, wenn …

  • du Landungen und Starts an verschiedenen Orten fotografieren willst
  • die Sonne inzwischen auf die andere Pistenseite gewandert ist
  • du die Anreise zum nächsten Spot nicht in einer Welle verbringen willst

Bewusst im Tal bleiben, wenn …

  • du gezielt Fremd-Airlines, Fracht oder Business Jets suchst
  • du in Ruhe Detailaufnahmen oder Videos machen möchtest
  • ein seltener Einzelflug genau in diese Lücke fällt

In Frankfurt lässt sich das gut beobachten. Bei Westwind schweben die Landungen auf die Südbahn an der Aussichtsplattform Zeppelinheim vorbei. Welche Richtung gerade geflogen wird, hängt vom Wind ab; das erklärt der Guide Betriebsrichtung am Flughafen verstehen. Alles Weitere zu den Frankfurter Standorten steht im Planespotting-Guide Frankfurt.

In München ist der Besucherhügel die klassische Basis, weil du von dort erhöht über das Gelände blickst und das Rollen zwischen den Wellen gut verfolgen kannst. Mehr zu den Münchner Möglichkeiten findest du im Planespotting-Guide München.

Das Tal ist die Stunde der Exoten

In der Welle gehen einzelne Fremd-Airlines im Lufthansa-Schwall leicht unter. Im Tal fällt dagegen jeder Flug auf. Wer seltene Gäste sucht, schaut deshalb gezielt nach Flügen, die zwischen den Spitzen geplant sind – und lässt sich bei Anflug benachrichtigen, statt auf gut Glück zu warten. Mit Planetrack legst du dafür Sichtungs-Alarme für Kennzeichen, Typen oder Airlines an. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Wenn Airlines die Wellen glätten: De-Peaking

Banking hat einen Preis. Für die Spitzen braucht eine Airline genug Gates, Vorfeldpersonal, Busse, Gepäckbänder und Crews – Kapazität, die im Tal ungenutzt bleibt. Außerdem pflanzen sich Verspätungen in einem eng getakteten System schnell fort: Hängt eine Ankunft fest, warten Anschlussflüge oder Umsteiger verpassen ihren Flug. Warum Flüge sich überhaupt verspäten, erklärt der Artikel Gründe für Flugverspätungen.

Manche Airlines entzerren ihre Wellen deshalb bewusst. Man spricht von De-Peaking oder einem Rolling Hub. Ein viel zitiertes Beispiel ist American Airlines: Nach den Einbrüchen im Luftverkehr nach dem 11. September 2001 verteilte die Airline 2002 ihre Flüge an Chicago O’Hare und Dallas/Fort Worth gleichmäßiger über den Tag, um Kosten zu sparen. 2015 kehrte sie in Chicago und Dallas/Fort Worth zu ausgeprägten Wellen zurück, und für 2026 wurde in Dallas/Fort Worth ein erneuter Umbau bekannt – hin zu mehr, dafür weniger dichten Banks. Das zeigt: Die Wellenstruktur ist keine Naturkonstante, sondern eine Abwägung zwischen Umsteigequalität und Betriebsstabilität, die Airlines immer wieder neu treffen.

Ausgeprägte Wellen

  • kurze Umsteigezeiten und viele Verbindungen
  • für Spotter: klar erkennbare Spitzen mit hoher Dichte
  • planbare Startschlangen und Landeserien

Geglättete Wellen

  • gleichmäßigere Auslastung von Gates und Personal
  • weniger anfällig für Kettenverspätungen
  • für Spotter: weniger Hektik, aber auch weniger echte Leerlaufzeiten

Worauf du achten solltest

  • Flugplanwechsel beachten. Zum Sommer- und Winterflugplan werden die Wellen neu gelegt. Was im Juli galt, passt im November oft nicht mehr. Mehr dazu im Artikel Sommer- und Winterflugplan.
  • Slots begrenzen die Spitzen. Auch die Hub-Airline kann nicht beliebig viele Flüge in eine Viertelstunde packen – die Kapazität des Flughafens ist über Slots geregelt. Deshalb ziehen sich Wellen an großen Flughäfen über eine gewisse Zeit.
  • Betriebsrichtung schlägt Flugplan. Die dichteste Welle nützt dir nichts, wenn sie auf der Piste am anderen Ende des Geländes landet. Prüf vorher Wind und aktive Pisten.
  • Fremd-Airlines folgen eigenen Rhythmen. Viele Langstrecken ausländischer Airlines richten sich nach ihrem eigenen Drehkreuz und landen deshalb oft unabhängig von den Lufthansa-Wellen.
  • Wellen sind ein Muster, kein Fahrplan. Einzelne Flüge können ausfallen, sich verspäten oder von Tag zu Tag anders liegen. Plane mit Puffer.

Dein persönlicher Wellen-Kalender

Am meisten bringt dir eine eigene Beobachtung über einige Besuche. Notiere, wann die erste Landewelle begann, wann es ruhig wurde und wann die Startschlange stand. Nach wenigen Wochen kennst du die Rhythmen deines Drehkreuzes besser als jede Tabelle – und erkennst sofort, wenn sich etwas verschiebt.

Wenn du gerade erst anfängst, hilft dir der Leitfaden Planespotting für Einsteiger bei den ersten Spots. Dort kannst du das Wellenprinzip direkt ausprobieren: einmal in der Spitze, einmal im Tal am Zaun stehen und vergleichen, was du in derselben Zeit zu sehen bekommst.

Bist du bereit für deinen Wellen-Tag?

Hak ab, was du vor dem Losfahren geklärt hast – am Ende siehst du, ob deine Planung steht.

  • Ich habe die Ankünfte und Abflüge der Hub-Airline für meinen Tag grob ausgezählt.
  • Ich weiß, wann die nächste Ankunftswelle beginnt.
  • Ich habe Wind und voraussichtliche Betriebsrichtung geprüft.
  • Ich habe für das Tal einen zweiten Spot oder eine Pause eingeplant.
  • Ich habe nachgesehen, welche Fremd-Airlines oder Seltenheiten zwischen den Wellen kommen.

Jede Welle festhalten

Poste deine Sichtungen mit Foto, Flugzeugtyp, Kennzeichen, Airline und Spot und sammle sie in deinem Hangar – samt Wunschliste für die Flieger, die dir noch fehlen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Fazit

Hub-Wellen sind das unsichtbare Taktsystem großer Drehkreuze. Netzwerk-Airlines wie Lufthansa bündeln Ankünfte und Abflüge, damit möglichst viele Umsteigeverbindungen entstehen – und erzeugen damit die Spitzen und Täler, die du am Zaun erlebst. Die genauen Uhrzeiten wechseln mit jedem Flugplan, das Prinzip bleibt. Zähl die Flüge aus, kombiniere das Ergebnis mit Betriebsrichtung und Licht und nutze die ruhigen Phasen für Spotwechsel oder die Jagd nach Exoten.

Kurzfazit

An Drehkreuzen kommt der Verkehr in Wellen: erst landen die Zubringer, dann starten die Anschlussflüge, danach wird es ruhig. Wer diese Wellen aus dem aktuellen Flugplan ausliest, steht in der Spitze am richtigen Spot und nutzt das Tal für Ortswechsel und Seltenheiten.

Zusammenfassung

  • Banking heißt: Eine Airline legt Ankünfte und Abflüge an ihrem Drehkreuz so, dass möglichst viele Zubringer kurz vor möglichst vielen Anschlussflügen landen. Daraus entstehen erkennbare Verkehrsspitzen.
  • Eine Welle besteht aus einer Ankunftsphase, der Umsteigezeit am Boden und einer Abflugphase. Die Mindestumsteigezeit setzt die untere Grenze, wie dicht die Phasen beieinander liegen können.
  • Für Spotter bedeutet das: In den Spitzen kommt Bewegung im Minutentakt, in den Tälern passiert wenig. Wer die Wellen kennt, plant Anreise, Spotwahl und Pausen gezielt.
  • Die genauen Zeiten verändern sich mit Sommer- und Winterflugplan, Nachtflugregeln und Netzentscheidungen. Eine eigene Auszählung aus aktuellen Flugplänen schlägt jede alte Faustregel.

Häufige Fragen

Was ist eine Hub-Welle oder Bank?

Eine Hub-Welle, im Englischen meist Bank oder Wave genannt, ist ein zeitlich gebündelter Block aus Ankünften und den darauf folgenden Abflügen einer Netzwerk-Airline an ihrem Drehkreuz. Die Zubringer landen dicht hintereinander, die Passagiere steigen um, danach starten die Anschlussflüge ebenfalls dicht gestaffelt.

Warum arbeiten Airlines mit Wellen?

Weil jede Ankunft, die kurz vor vielen Abflügen liegt, eine Vielzahl an Umsteigeverbindungen erzeugt. So lassen sich auch Ziele wirtschaftlich bedienen, die allein nicht genug Lokalpassagiere hätten. Der Preis dafür sind Spitzenlasten bei Gates, Vorfeld, Personal und Gepäcksystem.

Wie viele Wellen gibt es in Frankfurt und München?

Eine feste Zahl gibt es nicht, sie hängt vom jeweiligen Flugplan ab und wird von Lufthansa nicht laufend veröffentlicht. Bekannt ist etwa, dass Lufthansa 2014 ankündigte, die Zahl der täglichen Banks in München von acht auf sechs zu reduzieren. Für deinen Spotting-Tag zählst du die aktuellen Spitzen am besten selbst aus der Ankunfts- und Abflugtafel aus.

Woran erkenne ich eine Welle im Flugplan?

Zähl die Ankünfte und Abflüge der Hub-Airline in Abschnitten von 15 oder 30 Minuten. Wo sich die Ankünfte stauen und kurz danach die Abflüge, liegt eine Welle. Auf Live-Karten siehst du dasselbe als Perlenkette von Flugzeugen im Endanflug.

Wann ist an einem Drehkreuz am meisten los?

In den Ankunfts- und Abflugspitzen der Hub-Airline. Zu welchen Uhrzeiten die liegen, ändert sich mit dem Flugplan. Eine grobe Konstante: Langstrecken aus Asien und Nordamerika kommen in Europa häufig am frühen Morgen an, die Rückflüge starten eher ab dem späten Vormittag.

Was ist De-Peaking?

So nennt man das bewusste Entzerren der Wellen. Die Airline verteilt ihre Flüge gleichmäßiger über den Tag, braucht dadurch weniger Gates und Personal für die Spitzen und wird robuster gegen Verspätungen. Dafür werden manche Umsteigezeiten länger. American Airlines hat das zum Beispiel 2002 an ihren Drehkreuzen Chicago O'Hare und Dallas/Fort Worth gemacht und später teilweise wieder zurückgedreht.

Lohnt sich Spotting zwischen den Wellen überhaupt?

Ja, nur anders. In den Tälern kommen Fremd-Airlines, Fracht, Business Jets und Positionierungsflüge stärker zur Geltung, weil sie nicht im Schwall der Hub-Airline untergehen. Wer gezielt nach Seltenheiten sucht, findet sie oft gerade dann.

PT

Planetrack Redaktion

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