de Havilland Vampire (DH.100 / DH.115)

Kurze Rumpfgondel, zwei schlanke Leitwerksträger, ein einziges Strahltriebwerk: Die de Havilland Vampire gehört zur ersten Generation der Düsenjäger und flog in der Schweiz über vier Jahrzehnte. So erkennst du Einsitzer und Trainer und wo du sie heute erlebst.

Auch bekannt als: Vampire · DH.100 · DH.115 · Vampire FB.6 · Vampire T.11 · Vampire T.55 · DH-115 Mk 55 · Sea Vampire · J 28 · SNCASE Mistral · Spider Crab

Großbritanniende HavillandMilitärflugzeuge13 Min. Lesezeit

1943

Erstflug

3.268

in Großbritannien gebaut

1946–1990

bei der Schweizer Luftwaffe

2 Leitwerksträger

unverwechselbare Silhouette

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Vampire gehört zur ersten Jet-Generation: Erstflug 1943 in Hatfield, ab 1946 bei der Royal Air Force – zu spät für den Zweiten Weltkrieg.
  • Unverwechselbar ist der Doppelleitwerksträger: kurze Rumpfgondel, zwei Träger, ein Höhenleitwerk dazwischen, gerade Flügel.
  • Die Schweiz war einer der wichtigsten Nutzer: Von 1946 bis 1990 flogen hier Einsitzer und Trainer, 100 Mk.6 entstanden in Lizenz bei Schweizer Firmen.
  • Der DH.115 ist der zweisitzige Trainer mit nebeneinander sitzender Besatzung; in der Schweiz liefen 39 Stück als DH-115 Mk 55.
  • Heute siehst du die Vampire vor allem im Museum, etwa in Dübendorf; einige Exemplare sind weltweit weiterhin flugfähig, ihre Auftritte sind aber selten.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist die de Havilland Vampire?
  2. 2.Entwicklung: vom Kriegsprojekt zum Nachkriegsjäger
  3. 3.Die Versionen im Überblick
  4. 4.Der Trainer DH.115
  5. 5.Die Vampire in der Schweiz
  6. 6.Weitere Nutzer: Schweden, Norwegen und viele mehr
  7. 7.So erkennst du die Vampire
  8. 8.Vampire, Venom, Hunter oder MiG-15?
  9. 9.Wo du die Vampire heute siehst
  10. 10.Flugfähige Vampire: selten, aber es gibt sie
  11. 11.Fototipps für die Vampire
  12. 12.Fazit

Steckbrief

Herstellerde Havilland Aircraft Company, Hatfield (Großbritannien); Lizenzbau u. a. in der Schweiz, Frankreich, Italien, Indien und Australien
RolleJagdflugzeug, Jagdbomber, Nachtjäger (DH.113) und zweisitziger Trainer (DH.115)
Erstflug20. September 1943 in Hatfield, Pilot Geoffrey de Havilland Jr.
Indienststellung1946 bei der Royal Air Force
Erstflug Trainer DH.11515. November 1950 in Christchurch (Hampshire)
Gebaute Exemplare3.268 in Großbritannien, dazu Lizenzbauten in mehreren Ländern
Triebwerk (FB.6)1 × de Havilland Goblin 3, rund 14,9 kN Schub
Länge (FB.6)rund 9,37 m
Spannweite (FB.6)rund 11,58 m
Max. Startgewicht (FB.6)rund 5,6 t
Höchstgeschwindigkeit (FB.6)rund 880 km/h
Dienstgipfelhöhe (FB.6)rund 13.000 m
Bewaffnung4 × 20-mm-Kanone Hispano im Bug, dazu Raketen, Bomben oder Zusatztanks unter den Flügeln
In der Schweiz1946 bis 1990: 4 Mk.1, 178 Mk.6 (davon 100 in Lizenz gebaut), 39 Doppelsitzer DH-115 Mk 55

Erkennungsmerkmale

Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Doppelleitwerksträger: Hinter dem Flügel laufen zwei schlanke Träger nach hinten, verbunden durch ein durchgehendes Höhenleitwerk mit zwei Seitenflossen
  • Kurze, rundliche Rumpfgondel mit Cockpit vorn und dem einzigen Strahltriebwerk dahinter; die Schubdüse endet zwischen den Leitwerksträgern
  • Gerade, nicht gepfeilte Flügel mit Lufteinläufen in der Flügelwurzel beidseits der Gondel
  • Kanonenmündungen unten an der Bugspitze, beim Einsitzer kleine, weit vorn sitzende Cockpithaube
  • Doppelsitzer DH.115 / T.55: breitere, bauchige Nase mit zwei Sitzen nebeneinander unter einer großen Haube
  • Kurzes Bugradfahrwerk, die Maschine steht sehr niedrig über dem Boden

Aktualisiert: Oktober 2026 – Eine kurze, rundliche Gondel, dahinter zwei dünne Träger mit einem Leitwerk dazwischen: Die de Havilland Vampire sieht aus wie kein anderer Jet. Sie flog 1943 zum ersten Mal, kam 1946 zur Royal Air Force und wurde zu einem der meistgebauten Düsenjäger der Nachkriegszeit. Für Fans in der Schweiz hat sie eine besondere Bedeutung: Über vier Jahrzehnte gehörte sie zur Schweizer Luftwaffe, ein großer Teil wurde im eigenen Land gebaut. Hier erfährst du, was Einsitzer DH.100 und Trainer DH.115 unterscheidet, woran du sie erkennst und wo du sie heute noch siehst.

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Was ist die de Havilland Vampire?

Die Vampire ist ein einstrahliges Jagdflugzeug des britischen Herstellers de Havilland aus Hatfield. Sie gehört zusammen mit der deutschen Messerschmitt Me 262 und der britischen Gloster Meteor zur allerersten Generation der Strahljäger. Während die Meteor zwei Triebwerke in den Flügeln trug, setzte de Havilland auf ein einziges Triebwerk in einer kurzen Rumpfgondel.

Das Ergebnis ist eine ungewöhnliche Bauform: Cockpit und Triebwerk sitzen in der Gondel, das Leitwerk hängt an zwei schlanken Leitwerksträgern, die aus den Flügeln nach hinten laufen. Der Grund war technisch: Die frühen Strahltriebwerke hatten wenig Schub, und jedes lange Abgasrohr hätte zusätzlich Leistung gekostet. Mit der Gondel blieb der Weg vom Triebwerk zur Düse kurz.

Den Antrieb lieferte das de Havilland Goblin, ein Radialverdichter-Triebwerk, das auf Arbeiten von Frank Halford zurückgeht. Anfangs leistete es rund 9,3 kN Schub, spätere Versionen deutlich mehr. Die Firma de Havilland war bis dahin vor allem für Propellerflugzeuge wie die Tiger Moth und die Mosquito bekannt. Mit Vampire und Goblin stieg sie ins Jetzeitalter ein – ein Weg, der wenige Jahre später zum Verkehrsflugzeug Comet führte.

1943Erstflug des Prototyps in Hatfield
3.268Exemplare aus britischer Produktion
44 JahreVampire bei der Schweizer Luftwaffe (1946–1990)

Entwicklung: vom Kriegsprojekt zum Nachkriegsjäger

Die Arbeit an dem Jäger begann mitten im Zweiten Weltkrieg; intern lief das Projekt zeitweise unter dem Namen „Spider Crab“. Am 20. September 1943 hob der Prototyp LZ548/G in Hatfield ab, am Steuer saß Geoffrey de Havilland Jr., der Sohn des Firmengründers. Bis die Serienmaschinen bereitstanden, war der Krieg vorbei – die Royal Air Force stellte die ersten Vampire F.1 1946 in Dienst.

In den folgenden Jahren sorgte der Typ für mehrere Premieren:

  • 3. Dezember 1945: Der Marineflieger Eric „Winkle“ Brown landete mit einer Sea Vampire als erster Pilot ein reines Strahlflugzeug auf einem Flugzeugträger und startete auch wieder.
  • 23. März 1948: John Cunningham, später Testpilot der Comet, stellte mit einer modifizierten Vampire einen Höhenweltrekord von 18.119 Metern auf.
  • 14. Juli 1948: Sechs Vampire F.3 der No. 54 Squadron überquerten als erste Strahlflugzeuge den Atlantik.

Aus der F.1 entwickelte de Havilland mit mehr Reichweite die F.3 und schließlich den Jagdbomber FB.5 mit verstärkten, leicht gekürzten Flügeln und Aufhängungen für Bomben, Raketen und Zusatztanks. Die FB.6 mit dem stärkeren Goblin 3 war vor allem eine Exportversion – genau diese Version flog in großer Zahl in der Schweiz. Für heiße Einsatzgebiete entstand die FB.9 mit Klimaanlage.

Die Versionen im Überblick

Die Vampire-Familie ist groß. Für Spotter und Museumsbesucher reichen meist die folgenden Gruppen.

Version Projekt Merkmal Hinweis
F.1 / F.3 DH.100 Erste Jägerversionen F.3 mit mehr Treibstoff, Atlantiküberquerung 1948
FB.5 / FB.9 DH.100 Jagdbomber, Außenlasten unter dem Flügel FB.9 mit Klimaanlage für die Tropen
FB.6 / FB.52 DH.100 Exportversion mit Goblin 3 Schweiz (Mk.6), Norwegen, Italien, Indien u. a.
Sea Vampire DH.100 Marineversion mit Fanghaken Erstflug der Serienversion 1948
NF.10 DH.113 Zweisitziger Nachtjäger mit Radar Ein Exemplar 1952 zur Erprobung in der Schweiz
T.11 / T.55 DH.115 Zweisitziger Trainer, Sitze nebeneinander Erstflug 1950, in der Schweiz als DH-115 Mk 55

Zum Gesamtbild gehören die Lizenzbauten. In Frankreich baute Sud-Est (SNCASE) die Vampire und entwickelte daraus die Mistral mit Rolls-Royce-Nene-Triebwerk, rund 250 Stück. In Italien fertigten Fiat und Macchi 150 FB.52, in Indien Hindustan Aircraft 247 FB.52 und dazu Trainer. De Havilland Australia baute 80 Jäger mit Nene-Triebwerken. Je nachdem, wie Lizenzbauten gezählt werden, nennen Quellen unterschiedliche Gesamtzahlen; gesichert sind 3.268 Exemplare aus britischer Produktion.

Der Trainer DH.115

Viele Vampire, die du heute im Museum oder in der Luft siehst, sind keine Einsitzer, sondern Trainer. Der DH.115 flog am 15. November 1950 im ehemaligen Airspeed-Werk in Christchurch (Hampshire) zum ersten Mal. Ab Januar 1952 lieferte de Havilland Serienmaschinen an die Royal Air Force, wo sie als T.11 zum Standardtrainer für angehende Jetpiloten wurden. Gebaut wurden sie in Hatfield, Chester und bei Fairey in Manchester.

Der Trainer behält Gondel und Leitwerksträger bei, hat aber eine breitere Rumpfnase, in der Lehrer und Schüler nebeneinander sitzen. Das unterscheidet ihn von den meisten späteren Jettrainern mit Tandemsitzen. Exportkunden erhielten die Version meist als T.55. Mitte der 1960er-Jahre löste in Großbritannien die Folland Gnat den Trainer im Fortgeschrittenen-Training ab.

Einsitzer oder Trainer?

Schau auf die Cockpithaube: Eine kleine, schmale Haube weit vorn gehört zum Einsitzer DH.100. Eine breite Haube über einer bauchigen Nase mit zwei Sitzen nebeneinander verrät den DH.115. In der Schweiz trugen die Einsitzer J-Nummern, die Trainer U-Nummern.

Die Vampire in der Schweiz

Kaum ein Land hat die Vampire so lange und so intensiv geflogen wie die Schweiz. Die Geschichte beginnt 1946: Die Schweizer Luftwaffe kaufte vier Vampire F.1 und machte damit erste Erfahrungen mit Strahlflugzeugen. Eine Maschine ging schon im August 1946 verloren, die übrigen drei blieben bis 1961 im Bestand.

Kauf und Lizenzbau der Mk.6

1949 folgte die große Beschaffung. Eine erste Serie von 75 Mk.6 mit den Kennungen J-1005 bis J-1079 wurde gekauft. Parallel unterzeichnete die Schweiz einen Vertrag für den Bau im eigenen Land: Eine zweite Serie von 100 Mk.6 (J-1101 bis J-1200) entstand in Lizenz bei den Eidgenössischen Flugzeugwerken Emmen, bei Pilatus in Stans und bei den Flug- und Fahrzeugwerken Altenrhein. Die Goblin-Triebwerke kamen aus Großbritannien. Drei weitere Maschinen (J-1080 bis J-1082) wurden aus Ersatzteilen zusammengebaut. Insgesamt flogen damit 178 Mk.6 in Schweizer Farben.

Serie Kennungen Anzahl Einsatz
Vampire F.1 – 4 ab 1946, die letzten bis 1961
Mk.6, erste Serie (gekauft) J-1005 bis J-1079 75 ab 1949, Ausmusterung 1968/69, letzte 1973
Mk.6 aus Ersatzteilen J-1080 bis J-1082 3 –
Mk.6, Lizenzbau J-1101 bis J-1200 100 1951 bis 1974, einzelne bis 1990 für Schulung und Zieldarstellung
DH-115 Mk 55 (Trainer) U-1201 bis U-1239 39 1953 bis 1990

Alltag, Risiken und Ablösung

Im Alltag zeigte die Vampire auch Schwächen. Überliefert sind mehrere tödliche Unfälle, die mit der Neigung der Maschine zusammenhängen, in engen Kurven abzukippen. Schleudersitze kamen in der Schweiz erst nach etwa zehn Jahren Betrieb und nur schrittweise hinzu. Die Vampire war trotzdem das Flugzeug, mit dem eine ganze Pilotengeneration ins Jetzeitalter wechselte.

Ab Ende der 1950er-Jahre beschaffte die Schweiz den Hawker Hunter, der die Vampire als Frontjäger schrittweise ablöste. Die Einsitzer wurden Ende der 1960er- und Anfang der 1970er-Jahre ausgemustert, die Trainer DH-115 blieben dagegen bis 1990 in der Schulung. Damit gehörte die Schweiz zu den letzten militärischen Nutzern weltweit. Die Kennungen J- und U- sind übrigens militärisch; wie zivile Schweizer Flugzeuge registriert sind, erklärt der Beitrag zu Schweizer HB-Kennzeichen.

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Weitere Nutzer: Schweden, Norwegen und viele mehr

Die Vampire war ein Exportschlager. Zu den Nutzern gehörten unter anderem Australien, Kanada, Frankreich, Indien, Irland, Italien, Mexiko, Norwegen, Schweden, Südafrika, Finnland, Ägypten und Rhodesien.

Schweden flog die Vampire als J 28. Ab 1946 kamen 70 J 28A, ab 1949 folgten 310 FB.50 als J 28B, dazu 57 Trainer als J 28C. Als Jäger wurden sie 1956 von der Saab J 29 Tunnan und dem Hunter (J 34) abgelöst, der letzte Trainer flog 1968. Einige Exemplare zeigt das Flygvapenmuseum in Linköping; den Spot-Guide dazu findest du unter Flygvapenmuseum am Flugplatz Malmen.

Norwegen beschaffte 20 F.3, 36 FB.52 und sechs Trainer T.55. Die Jäger flogen von 1948 bis 1957 in einem Geschwader mit drei Staffeln in Gardermoen, dann übernahm die Republic F-84G Thunderjet. Eine Vampire steht heute in der Forsvarets flysamling in Gardermoen, direkt am Flughafen Oslo.

So erkennst du die Vampire

Im Museum oder auf dem Vorfeld eines Flugtags brauchst du für die Vampire nur wenige Sekunden. Diese Schritte helfen, auch Einsitzer und Trainer sicher zu trennen.

Leitwerk ansehen

Zwei schlanke Träger hinter dem Flügel, verbunden durch ein Höhenleitwerk mit zwei Seitenflossen: Das ist das Erkennungszeichen schlechthin.

Rumpf prüfen

Statt eines durchgehenden Rumpfs gibt es nur eine kurze Gondel. Hinten endet sie mit der Schubdüse zwischen den Trägern.

Flügel betrachten

Die Flügel sind gerade, nicht gepfeilt. Die Lufteinläufe liegen in der Flügelwurzel direkt neben der Gondel.

Cockpit zählen

Kleine Haube, ein Sitz: Einsitzer DH.100. Breite Haube, zwei Sitze nebeneinander: Trainer DH.115.

Die Kennung am Leitwerksträger oder an der Gondel liefert dann die genaue Version. Bei Schweizer Maschinen verrät das J oder U vor der Nummer, ob du einen Einsitzer oder einen Doppelsitzer vor dir hast. Allgemeine Tipps zur Bestimmung von Oldtimern gibt der Guide Historische Flugzeuge erkennen.

Vampire, Venom, Hunter oder MiG-15?

Mehrere frühe Jets tauchen in denselben Museen und auf denselben Flugtagen auf. Der Finder grenzt ein.

Schnellbestimmung: früher Strahljäger

Drei Fragen, eine Einschätzung. Kennung oder Infotafel bleiben die letzte Instanz.

Wahrscheinlich

de Havilland Vampire (DH.100)

Doppelleitwerk, gerade Flügel ohne Spitzentanks und ein Sitz sprechen für den Einsitzer. In der Schweiz trägt er eine J-Kennung.

Wahrscheinlich

de Havilland Vampire Trainer (DH.115)

Die breite Nase mit zwei Sitzen nebeneinander verrät den Trainer T.11 oder T.55, in der Schweiz mit U-Kennung.

Wahrscheinlich

de Havilland Venom

Die Weiterentwicklung der Vampire hat ebenfalls Leitwerksträger, aber dünnere Flügel mit leicht gepfeilter Vorderkante und Tanks an den Flügelspitzen.

Wahrscheinlich

Hawker Hunter

Durchgehender Rumpf, gepfeilte Flügel und Lufteinläufe in der Flügelwurzel: der Nachfolger der Vampire in der Schweiz.

Wahrscheinlich

MiG-15 oder F-86 Sabre

Ein Lufteinlauf in der Nase und gepfeilte Flügel passen zu den Gegnern des Koreakriegs.

Wahrscheinlich

Messerschmitt Me 262

Zwei Triebwerksgondeln unter dem Flügel und ein dreieckiger Rumpfquerschnitt sind typisch für den deutschen Jet-Pionier.

Die Venom ist die direkte Weiterentwicklung der Vampire mit stärkerem Ghost-Triebwerk; auch sie flog in der Schweiz. Die Mikojan-Gurewitsch MiG-15 und die North American F-86 Sabre gehören zur nächsten Generation mit Pfeilflügeln. Der Hunter wiederum ist das Flugzeug, mit dem die Patrouille Suisse 1964 startete – eine Vampire-Kunstflugstaffel gab es dort nicht.

Es spricht für eine Vampire, wenn …

  • zwei Leitwerksträger hinter einer kurzen Gondel sitzen
  • die Flügel gerade sind und keine Spitzentanks tragen
  • die Lufteinläufe in der Flügelwurzel liegen
  • die Kennung mit J-1… oder U-12… beginnt (Schweiz)

Sieh genauer hin, wenn …

  • Tanks an den Flügelspitzen hängen – dann eher Venom
  • eine Radarnase und zwei Sitze zu sehen sind – Nachtjäger DH.113
  • nur die Gondel ohne Träger ausgestellt ist

Es ist keine Vampire, wenn …

  • ein durchgehender Rumpf bis zum Leitwerk reicht
  • die Flügel deutlich gepfeilt sind
  • zwei Triebwerke zu sehen sind

Wo du die Vampire heute siehst

Im militärischen Dienst ist die Vampire längst Geschichte; die Schweizer Trainer gehörten bis 1990 zu den letzten im Einsatz. Dafür ist sie in Museen gut vertreten: Nach Angaben der englischsprachigen Wikipedia sind weltweit mehr als 180 Exemplare in rund 30 Ländern erhalten.

Ort Was du siehst Hinweis
Flieger Flab Museum Dübendorf Einsitzer und Trainer DH-115 Die wichtigste Adresse für Schweizer Vampire
Luftfahrtmuseum Prag-Kbely Vampire in Schweizer Farben Ex-Schweizer Maschine im tschechischen Museum
Flygvapenmuseum Linköping Vampire als J 28 Teil der schwedischen Jet-Sammlung
Forsvarets flysamling Gardermoen Norwegische Vampire Direkt am Flughafen Oslo
Volandia bei Malpensa DH.100 Vampire Italien baute die FB.52 in Lizenz
East Midlands Aeropark Zwei Vampire Museumsbesuch und Spotting am Flughafen kombinierbar

Für Fans aus der Schweiz und Süddeutschland ist Dübendorf der naheliegende Startpunkt; den passenden Spot-Guide findest du unter Flieger Flab Museum am Flugplatz Dübendorf. Die Firmengeschichte des Herstellers rund um Hatfield zeigt das de Havilland Aircraft Museum nördlich von London.

Vor dem Besuch prüfen

Museumsflugzeuge werden umgestellt, restauriert oder zeitweise ausgeliehen. Prüf vor deiner Reise auf der Website des Museums, ob die Vampire zugänglich ist und welche Öffnungszeiten gelten.

Flugfähige Vampire: selten, aber es gibt sie

Nach der Ausmusterung in der Schweiz gelangten viele Maschinen – vor allem Trainer – in private Hände und an Vereine im In- und Ausland. Einige wurden über Jahre auf Flugtagen gezeigt. Laut Wikipedia sind weltweit noch mehr als ein Dutzend Vampire in rund zehn Ländern lufttüchtig; die genaue Zahl schwankt, weil Jets dieses Alters immer wieder für längere Zeit in die Wartung gehen oder ganz am Boden bleiben.

Bekannt sind unter anderem die Vorführungen des historischen Geschwaders der norwegischen Luftwaffe, das eine restaurierte FB.52 und einen Trainer T.55 auf internationalen Airshows zeigte. Auch in den USA, in Australien und in Südafrika sind Vampire erhalten; in den USA starteten einzelne Maschinen sogar bei den Reno Air Races.

In der Schweiz war das Fliegermuseum Altenrhein lange eine Adresse für fliegende Jets, darunter Vampire als Einsitzer und Trainer. Die Flotte, die das Museum heute auf seiner Website zeigt, besteht jedoch aus Propellerflugzeugen wie Pilatus P-3, Pilatus PC-7 und Dornier Do 27. Mehr dazu im Spot-Guide Fliegermuseum Altenrhein.

Auftritte finden

Ob eine Vampire auf einem Flugtag fliegt, steht meist erst kurz vorher fest. Behalte die Programme von Oldtimer-Treffen wie der Hahnweide und von britischen Flugtagen wie in Duxford im Blick – und rechne damit, dass sich Teilnehmerlisten bis zuletzt ändern.

Fototipps für die Vampire

Die Vampire ist klein und sitzt tief über dem Boden. Das verlangt eine etwas andere Herangehensweise als bei großen Jets.

Tief ansetzen

Geh in die Hocke. Aus niedriger Perspektive kommen Gondel, Leitwerksträger und Fahrwerk zur Geltung, statt dass du nur auf die Oberseite schaust.

Schräg von hinten

Eine Position schräg hinter dem Flügel zeigt das Doppelleitwerk und die Schubdüse zwischen den Trägern – das Motiv, das die Vampire ausmacht.

Kennung festhalten

Fotografier immer auch die J- oder U-Nummer. So lässt sich die Geschichte jeder Schweizer Maschine später nachverfolgen.

Auf Flugtagen ist die Vampire schnell und klein im Sucher; die Tipps aus dem Beitrag Airshows fotografieren helfen bei Verschlusszeit und Mitziehen. Wann bei Außenaufstellungen das Licht günstig steht, rechnest du mit dem Sonnenstand-Planer in Planetrack vorab aus. Wenn du an aktiven Militärflugplätzen fotografierst, beachte die Hinweise zu Militärflugplätzen und Fotoregeln.

Fazit

Die de Havilland Vampire steht am Anfang des Jetzeitalters. Ihre Bauform mit Gondel und zwei Leitwerksträgern war eine pragmatische Antwort auf die schwachen Triebwerke der 1940er-Jahre und macht sie bis heute unverwechselbar. Für die Schweiz war sie mehr als ein Importflugzeug: Ein großer Teil der Flotte entstand im eigenen Land, und die Trainer flogen bis 1990. Wer sie sehen will, findet sie zuverlässig in Museen wie Dübendorf, mit etwas Glück auch noch in der Luft.

Kurzfazit

Kurze Gondel, zwei Leitwerksträger, gerade Flügel, ein Triebwerk: Das ist die Vampire. Ein Sitz bedeutet Einsitzer DH.100, zwei Sitze nebeneinander den Trainer DH.115. Die beste Adresse in der Schweiz ist das Flieger Flab Museum in Dübendorf.

Zusammenfassung

  • De Havilland entwickelte die Vampire während des Zweiten Weltkriegs um das hauseigene Goblin-Triebwerk; der Prototyp flog am 20. September 1943.
  • Rekorde wie die erste Landung eines reinen Strahlflugzeugs auf einem Flugzeugträger 1945 und zahlreiche Exportkunden machten die Vampire zu einem der verbreitetsten Jets der Nachkriegszeit.
  • Die Schweizer Luftwaffe kaufte und baute insgesamt über 200 Vampire; die Einsitzer wurden schrittweise vom Hunter abgelöst, die Trainer flogen bis 1990.
  • Fliegend erlebst du die Vampire nur noch bei wenigen Vereinen und Flugtagen; in Museen in der Schweiz, Skandinavien und Großbritannien stehen dagegen viele gut erhaltene Exemplare.

Häufige Fragen

Was bedeuten DH.100 und DH.115?

Das sind die Projektnummern von de Havilland. DH.100 bezeichnet den einsitzigen Jäger und Jagdbomber, DH.115 den zweisitzigen Trainer, der in der Royal Air Force als T.11 und im Export meist als T.55 lief. Dazwischen liegt der DH.113, ein zweisitziger Nachtjäger mit Radar in der Nase.

Wann flog die Vampire zum ersten Mal?

Der Prototyp LZ548/G hob am 20. September 1943 in Hatfield ab, geflogen von Geoffrey de Havilland Jr. Die Royal Air Force erhielt die ersten Serienmaschinen 1946. Der Trainer DH.115 folgte mit seinem Erstflug am 15. November 1950.

Warum hat die Vampire zwei Leitwerksträger?

Die frühen Strahltriebwerke hatten wenig Schub. Ein kurzer Weg vom Triebwerk zur Schubdüse vermeidet Verluste in einem langen Abgasrohr. Deshalb sitzt das Goblin-Triebwerk in einer kurzen Gondel, und das Leitwerk hängt an zwei Trägern, zwischen denen der Abgasstrahl frei austritt.

Wie lange flog die Vampire in der Schweiz?

Von 1946 bis 1990. Die ersten vier Mk.1 kamen 1946, die einsitzigen Mk.6 wurden zwischen Ende der 1960er-Jahre und 1974 aus dem Frontdienst genommen, einzelne dienten danach noch für Schulung und Zieldarstellung. Die 39 Doppelsitzer DH-115 Mk 55 flogen von 1953 bis 1990.

Wer baute die Schweizer Vampire?

Eine erste Serie von 75 Mk.6 wurde 1949 gekauft. Eine zweite Serie von 100 Maschinen (J-1101 bis J-1200) bauten die Eidgenössischen Flugzeugwerke Emmen, Pilatus und die Flug- und Fahrzeugwerke Altenrhein in Lizenz. Drei weitere Mk.6 entstanden aus Ersatzteilen.

Wo sehe ich eine Vampire in der Schweiz?

Die beste Adresse ist das Flieger Flab Museum in Dübendorf mit einem Einsitzer und einem Doppelsitzer DH-115. Das Fliegermuseum Altenrhein betreibt nach eigener Flottenübersicht heute keine Vampire mehr im Flugbetrieb.

Fliegt heute noch eine Vampire?

Ja, aber nur wenige. Nach Angaben der englischsprachigen Wikipedia sind mehr als 180 Vampire in rund 30 Ländern erhalten, ein kleiner Teil davon flugfähig. Unter anderem zeigte das historische Geschwader der norwegischen Luftwaffe eine restaurierte FB.52 und einen Trainer T.55 auf Airshows. Ob und wo eine Vampire fliegt, ändert sich jedes Jahr – prüf die Programme der Flugtage.

de Havilland Vampire (DH.100 / DH.115) sammeln statt nur sehen

Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Hawker Hunter

Gepfeilte Flügel, Lufteinläufe in der Flügelwurzel, ein Sound, den Fans nie vergessen: Der Hawker Hunter prägte über 36 Jahre die Schweizer Luftwaffe und war der erste Jet der Patrouille Suisse. So erkennst du den Klassiker und wo du ihn heute noch erlebst.

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Dreieckiger Rumpf, zwei Strahltriebwerke unter den Flügeln, Bugradfahrwerk: Die Me 262 war der erste Strahljäger im Truppeneinsatz. Heute siehst du sie als Original im Museum oder als flugfähigen Nachbau mit modernen Triebwerken.

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Mikojan-Gurewitsch MiG-15

Gedrungener Rumpf, 35 Grad Pfeilung, Höhenleitwerk hoch am Seitenleitwerk: Die MiG-15 war der erste große Strahljäger der Sowjetunion, schockte 1950 über Korea die US Air Force und flog bei der NVA. So erkennst du sie – im Museum und als fliegenden Warbird.

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