Mikojan-Gurewitsch MiG-15

Gedrungener Rumpf, 35 Grad Pfeilung, Höhenleitwerk hoch am Seitenleitwerk: Die MiG-15 war der erste große Strahljäger der Sowjetunion, schockte 1950 über Korea die US Air Force und flog bei der NVA. So erkennst du sie – im Museum und als fliegenden Warbird.

Auch bekannt als: MiG-15bis · MiG-15UTI · Fagot · Midget · I-310 · Lim-1 · Lim-2 · SBLim-2 · S-102 · S-103 · CS-102 · JJ-2

RusslandMikojanMilitärflugzeuge12 Min. Lesezeit

1947

Erstflug des Prototyps I-310

13.130

In der Sowjetunion gebaute MiG-15

35°

Pfeilung der Tragflächen

1956–1982

Planmäßige Nutzung bei der NVA

Das Wichtigste in Kürze

  • Die MiG-15 war der erste in großer Stückzahl gebaute Pfeilflügel-Jäger der Sowjetunion; der Prototyp flog am 30. Dezember 1947.
  • Im Koreakrieg trafen ab dem 1. November 1950 erstmals Strahljäger aufeinander – die MiG-15 zwang die US Air Force, ihre B-29-Angriffe in die Nacht zu verlegen.
  • Schnellster Erkennungsweg: geteilter Bug-Lufteinlass, gedrungener Rumpf, Pfeilflügel in der Mitte, Höhenleitwerk hoch oben am Seitenleitwerk.
  • In der DDR flog die MiG-15 von 1956 bis 1982 bei den Luftstreitkräften der NVA, darunter viele Doppelsitzer MiG-15UTI.
  • Heute findest du sie in vielen Museen; flugfähige Warbirds sind meist Doppelsitzer aus polnischer oder tschechoslowakischer Produktion.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist die MiG-15?
  2. 2.Die MiG-15 im Feld erkennen
  3. 3.Varianten im Überblick
  4. 4.Koreakrieg: der Schock in der „MiG Alley“
  5. 5.Die MiG-15 in der DDR
  6. 6.Weltweite Verbreitung
  7. 7.Verwechslungsgefahr: MiG-15, Sabre und Co.
  8. 8.Wo du die MiG-15 heute siehst
  9. 9.Flugfähige MiG-15-Warbirds
  10. 10.Fototipps für die MiG-15
  11. 11.Fazit

Steckbrief

HerstellerKonstruktionsbüro Mikojan-Gurewitsch (OKB-155), Serienbau in mehreren sowjetischen Werken; Lizenzbau in der Tschechoslowakei, Polen und China
RolleEinsitziger Tagjäger; MiG-15UTI als zweisitziger Schul- und Trainingsjet
Erstflug Prototyp I-31030. Dezember 1947, Pilot Wiktor Juganow
Erster Serienflug31. Dezember 1948, Indienststellung 1949
NATO-CodenameFagot (Einsitzer), Midget (Doppelsitzer MiG-15UTI)
Gebaute Exemplare UdSSRrund 13.130, davon 1.344 MiG-15, 8.352 MiG-15bis und 3.434 Doppelsitzer
LizenzbauTschechoslowakei: S-102, S-103, CS-102; Polen: Lim-1, Lim-2, SBLim-Umbauten; China: JJ-2-Trainer
Triebwerk (MiG-15)1 × Klimow RD-45F, Nachbau des Rolls-Royce Nene, rund 22 kN
Triebwerk (MiG-15bis)1 × Klimow WK-1 (VK-1), rund 26,5 kN
Länge (MiG-15bis)rund 10,10 m
Spannweite (MiG-15bis)rund 10,08 m
Höhe (MiG-15bis)rund 3,70 m
Flügelpfeilung35 Grad, Mitteldecker mit leicht negativer V-Stellung
Max. Startgewicht (MiG-15bis)rund 6,1 t mit zwei Zusatztanks
Höchstgeschwindigkeit (MiG-15bis)rund 1.076 km/h in Bodennähe
Dienstgipfelhöherund 15.500 m
Bewaffnung1 × 37-mm-Kanone N-37 und 2 × 23-mm-Kanonen NR-23

Erkennungsmerkmale

Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Runder, durch eine Mittelwand geteilter Lufteinlass ganz vorn im Bug
  • Kurzer, dicker Rumpf – die MiG-15 wirkt gedrungener als jeder westliche Jet ihrer Zeit
  • Pfeilflügel in der Rumpfmitte (Mitteldecker), leicht nach unten geneigt
  • Zwei Grenzschichtzäune pro Flügel – flache Bleche, die auf der Oberseite von vorn nach hinten laufen
  • Höhenleitwerk hoch am Seitenleitwerk, beides kräftig gepfeilt
  • Kurze, kleine Kabinenhaube weit vorn; beim Doppelsitzer MiG-15UTI eine längere Haube mit zwei Sitzen hintereinander
  • Kanonenmündungen und Munitionsbehälter unten am vorderen Rumpf, beim Einsitzer gut zu sehen

Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein kurzer, fast tonnenförmiger Rumpf, vorn ein runder Schlund mit Trennwand, die Flügel nach hinten gepfeilt und das Höhenleitwerk weit oben am Heck: Wer in einem Luftfahrtmuseum vor einer MiG-15 steht, sieht den Jet, der 1950 über Korea die westlichen Luftwaffen aufschreckte. Die MiG-15 war der erste sowjetische Strahljäger, der in großen Stückzahlen gebaut wurde, flog bei Dutzenden Luftwaffen – auch bei der NVA der DDR – und ist heute einer der gefragtesten Jet-Warbirds. Hier erfährst du, wie du sie sicher erkennst, welche Varianten es gibt und wo du sie heute im Museum oder sogar in der Luft erlebst.

MiG-15 entdeckt? Ab in den Hangar

Mit Planetrack hältst du jede MiG-Sichtung mit Foto, Typ und Spot fest – im Museum wie bei der Airshow – und baust deine Sammlung klassischer Jets im Hangar auf. Die App startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Was ist die MiG-15?

Die MiG-15 ist ein einsitziger, einstrahliger Jäger aus dem sowjetischen Konstruktionsbüro von Artjom Mikojan und Michail Gurewitsch. Nach dem Zweiten Weltkrieg suchte die Sowjetunion dringend einen modernen Abfangjäger, der schnell genug war, um feindliche Bomber in großer Höhe abzufangen. Mikojan-Gurewitsch setzte dafür auf zwei Zutaten: um 35 Grad gepfeilte Tragflächen und ein leistungsstarkes Triebwerk. Weil eigene Strahltriebwerke noch nicht reif waren, griff man zu einem Nachbau des britischen Rolls-Royce Nene, das Großbritannien in kleiner Zahl an die Sowjetunion verkauft hatte. In der Sowjetunion lief es als RD-45.

Der Prototyp I-310 hob am 30. Dezember 1947 mit Testpilot Wiktor Juganow ab – knapp drei Monate nach dem Erstflug der amerikanischen F-86 Sabre. Die Serienfertigung wurde schon vor dem Abschluss der Erprobung freigegeben, die erste Serienmaschine flog am 31. Dezember 1948, und 1949 kamen die ersten MiG-15 zu den Regimentern. Ab Anfang 1950 folgte die verbesserte MiG-15bis mit dem stärkeren Triebwerk WK-1.

Allein in der Sowjetunion entstanden rund 13.130 Exemplare: 1.344 MiG-15, 8.352 MiG-15bis und 3.434 Doppelsitzer. Dazu kamen große Lizenzserien in der Tschechoslowakei und Polen sowie Trainer aus China. Damit gehört die MiG-15 zu den meistgebauten Strahlflugzeugen überhaupt.

1947Erstflug des Prototyps I-310 am 30. Dezember
15.500 mDienstgipfelhöhe der MiG-15bis
37 mmKaliber der großen Bordkanone – gebaut gegen schwere Bomber

Die MiG-15 im Feld erkennen

Die allermeisten MiG-15, denen du begegnest, stehen in einer Museumshalle oder auf einem Freigelände. Das ist ideal, denn du kannst in Ruhe um die Maschine herumgehen. Drei Merkmale reichen für eine sichere Bestimmung.

Geteilter Bug-Lufteinlass

Der Rumpf beginnt mit einer großen runden Öffnung, die innen durch eine senkrechte Wand in zwei Kanäle geteilt ist. Die Luft strömt links und rechts am Cockpit vorbei zum Triebwerk.

Pfeilflügel mit Zäunen

Die Tragflächen sitzen in der Rumpfmitte, hängen leicht nach unten und tragen auf der Oberseite je zwei flache Grenzschichtzäune. Sie verhindern, dass die Luft zur Flügelspitze abwandert.

Hohes Höhenleitwerk

Das gepfeilte Höhenleitwerk ist weit oben am Seitenleitwerk angesetzt, nicht am Rumpf. Zusammen mit dem kurzen Rumpf ergibt das die typische, kompakte MiG-Silhouette.

Ein weiteres Detail verrät den Einsitzer: Unten am vorderen Rumpf sitzen die Mündungen der Bordkanonen. Beim Doppelsitzer MiG-15UTI fehlt diese schwere Bewaffnung; dafür hat er eine lange, zweiteilige Haube mit zwei Sitzen hintereinander.

Praxis-Tipp: MiG-15 oder Sabre?

Schau auf die Flügelwurzel und das Heck. Bei der MiG-15 sitzen die Flügel in der Mitte des Rumpfes, das Höhenleitwerk hoch am Seitenleitwerk, und die Grenzschichtzäune sind deutlich zu sehen. Bei der F-86 Sabre sitzen die Flügel unten, das Höhenleitwerk am Rumpfende, und Zäune fehlen.

Varianten im Überblick

Die MiG-15-Familie ist groß, und viele Museumsexemplare stammen gar nicht aus der Sowjetunion, sondern aus Lizenzfertigung. Die Bezeichnung auf dem Typenschild verrät dir die Herkunft.

Variante Merkmal Bedeutung für Spotter
MiG-15 Erste Serie mit RD-45F Frühe Exemplare, heute selten
MiG-15bis Stärkeres WK-1, meistgebaute Version Häufigste Einsitzer-Version in Museen
MiG-15UTI Doppelsitzer, nur leicht bewaffnet Häufigster flugfähiger Warbird
MiG-15bis R Aufklärer, Kameras ersetzen einen Teil der Kanonen Seltene Sonderversion
S-102 / S-103 Tschechoslowakischer Lizenzbau von MiG-15 und MiG-15bis Etwa in Prag-Kbely und East Fortune zu sehen
CS-102 Tschechoslowakischer Doppelsitzer, 2.012 gebaut Viele flugfähige Warbirds stammen von hier
Lim-1 / Lim-2 Polnischer Lizenzbau von MiG-15 und MiG-15bis Lim-2 stehen unter anderem in Sinsheim, Cosford und Linköping
SBLim-1 / SBLim-2 Polnische Doppelsitzer-Umbauten Fliegen heute bei mehreren Warbird-Betreibern
JJ-2 Chinesischer Doppelsitzer-Lizenzbau, exportiert als FT-2 In Europa selten

Die tschechoslowakischen Werke bauten 821 S-102, 620 S-103 und 2.012 Doppelsitzer CS-102. In Polen entstanden 227 Lim-1 und 500 Lim-2. „Lim“ steht dabei für Licencyjny Myśliwiec, also Lizenzjäger. Für dich als Sammler bedeutet das: Eine „MiG-15“ im Museum kann sowjetischer, tschechoslowakischer oder polnischer Herkunft sein – die Schilder und Hoheitsabzeichen helfen bei der Einordnung.

Koreakrieg: der Schock in der „MiG Alley“

Am 1. November 1950 tauchten über Korea erstmals MiG-15 auf, geflogen von sowjetischen Piloten in chinesischen oder nordkoreanischen Markierungen. Die Sowjetunion stritt ihre Beteiligung jahrzehntelang ab. Am selben Tag kam es zum ersten Luftkampf zwischen Strahljägern. Die amerikanischen Jets mit geraden Flügeln waren der MiG unterlegen, und auch die schweren B-29 Superfortress erlitten schwere Verluste. Die US Air Force verlegte ihre Tagangriffe mit B-29 schließlich in die Nacht.

Als Antwort schickte die USAF im Dezember 1950 die F-86 Sabre nach Korea. Über dem Nordwesten des Landes, entlang des Grenzflusses Yalu, entstand das Gebiet, das Piloten „MiG Alley“ nannten. Die MiG-15 stieg besser und erreichte größere Höhen, die Sabre war im Sturzflug und in niedrigeren Höhen im Vorteil und hatte ein besseres Visier. Oberhalb von etwa Mach 0,92 wurde die MiG schwer beherrschbar, ihre Piloten durften diese Grenze nicht überschreiten.

Die Abschussbilanz ist bis heute strittig. Das sowjetische 64. Jagdfliegerkorps meldete über 1.000 Abschüsse, die USAF ihrerseits viele Hundert MiGs. Beide Zahlen ließen sich mit den Verlustlisten der Gegenseite nicht in Deckung bringen. Eine Untersuchung der RAND Corporation kam für die Sabre auf ein Verhältnis von etwa 1,8:1 insgesamt und nur etwa 1,3:1 gegen sowjetisch geflogene MiGs.

Vorsicht mit Abschusszahlen

Kriegsbilanzen beruhen meist auf eigenen Meldungen. Wenn du Zahlen zum Duell MiG-15 gegen Sabre zitierst, nenn immer die Quelle – die Angaben gehen je nach Seite weit auseinander.

Operation Moolah und die MiG in Dayton

Die USA wollten unbedingt eine intakte MiG-15 untersuchen und boten mit der Operation Moolah 100.000 US-Dollar für einen Piloten, der mit seiner Maschine überläuft. Am 21. September 1953, kurz nach dem Waffenstillstand, landete der nordkoreanische Leutnant No Kum-sok mit seiner MiG-15bis auf der Kimpo Air Base bei Seoul. Er gab später an, von der Belohnung vorher nichts gewusst zu haben. Die Maschine wurde nach Okinawa gebracht und unter anderem von Chuck Yeager getestet. Heute steht sie im National Museum of the US Air Force in Dayton. Schon im März 1953 war der polnische Pilot Franciszek Jarecki mit einer MiG-15 auf der dänischen Insel Bornholm gelandet.

1947Erstflug des Prototyps I-310 am 30. Dezember
1948Erste Serienmaschine fliegt am 31. Dezember
1950MiG-15bis in Dienst, erste Luftkämpfe über Korea ab 1. November
1953No Kum-sok läuft mit einer MiG-15bis nach Südkorea über
1956Die NVA-Luftstreitkräfte erhalten planmäßig MiG-15
1968Juri Gagarin stirbt beim Absturz einer MiG-15UTI
1982Ende der planmäßigen Nutzung bei der NVA

Die MiG-15 in der DDR

Der erste Anlauf in Ostdeutschland endete abrupt. Im März 1953 kamen gut 100 zerlegte MiG-15 nach Cottbus zum 1. Jagdfliegerregiment der kasernierten Volkspolizei. Schon im Juni 1953 brach man die fliegerische Ausbildung ab, und sowjetische Einheiten flogen die Maschinen wieder fort. Hintergrund war eine Neubewertung der sowjetischen Deutschlandpolitik nach Stalins Tod. Wer sich für den Standort interessiert, findet im Flugplatzmuseum Cottbus viel zur Fliegergeschichte vor Ort.

Mit der Gründung der Nationalen Volksarmee im Januar 1956 änderte sich das. Ab Herbst 1956 erhielten die Fliegergeschwader der Luftstreitkräfte planmäßig MiG-15. Insgesamt kamen mindestens 177 Maschinen in die DDR, davon 120 Doppelsitzer MiG-15UTI, die in den Anfangsjahren die Ausbildung prägten. Dazu kamen Einsitzer der Version MiG-15bis. Später übernahmen MiG-17 und danach die MiG-21 die Jägerrolle, die MiG-15UTI blieb aber lange als Trainer im Dienst. Die Nutzung bei den Luftstreitkräften endete 1982; eine einzelne MiG-15UTI flog noch bis 1990 als Wetterflugzeug für die Flugzeugwerft Dresden.

Deshalb steht die MiG-15 heute vor allem in Museen mit Bezug zur DDR-Luftfahrt, etwa im Luftwaffenmuseum Berlin-Gatow. Wie sich die sowjetischen Jets der NVA von westlichen Mustern abgrenzen, zeigt der Überblick Kampfjets in Europa erkennen.

Deine Museumsjets an einem Ort

Setz die MiG-15 auf deine Wunschliste, poste deine Museumsfotos mit Typ und Standort und tausch dich in der Community mit anderen Fans klassischer Jets aus. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.

Weltweite Verbreitung

Die MiG-15 flog bei über 30 Luftwaffen, vor allem im Warschauer Pakt, in China, Nordkorea, im Nahen Osten und in Afrika. Ägypten setzte die MiG-15bis 1956 in der Suezkrise ein. Finnland nutzte Doppelsitzer MiG-15UTI. Auch in Zwischenfällen des Kalten Krieges spielte der Typ eine Rolle: 1952 schoss eine sowjetische MiG-15 über der Ostsee eine schwedische Aufklärungs-DC-3 ab; das geborgene Wrack ist heute im Flygvapenmuseum Linköping zu sehen.

Eine traurige Berühmtheit erlangte eine MiG-15UTI im März 1968: Bei einem Trainingsflug kamen der erste Mensch im All, Juri Gagarin, und sein Fluglehrer ums Leben. Nach Angaben aus der Fachliteratur steht die MiG-15 in Nordkorea bis heute in begrenzter Zahl als Trainer im Dienst – verlässliche Details dazu gibt es kaum.

Verwechslungsgefahr: MiG-15, Sabre und Co.

Es spricht für die MiG-15, wenn …

  • der Bug-Lufteinlass durch eine Mittelwand geteilt ist
  • die Pfeilflügel in der Rumpfmitte sitzen und Grenzschichtzäune tragen
  • das Höhenleitwerk hoch am Seitenleitwerk angesetzt ist
  • der Rumpf auffällig kurz und rundlich wirkt

Sieh genauer hin, wenn …

  • der Jet etwas länger wirkt, stärker gepfeilte Flügel und drei Zäune pro Seite hat – dann ist es eher eine MiG-17
  • zwei Sitze hintereinander unter einer langen Haube liegen – dann ist es eine MiG-15UTI oder ein Lizenz-Doppelsitzer
  • das Typenschild Lim oder S-10x nennt – dann stammt die Maschine aus polnischer oder tschechoslowakischer Fertigung

Es ist keine MiG-15, wenn …

  • die Flügel tief am Rumpf sitzen und das Höhenleitwerk am Rumpfende – das ist typisch für die F-86 Sabre
  • die Lufteinläufe seitlich an der Flügelwurzel liegen, wie beim Hawker Hunter
  • du einen doppelten Leitwerksträger siehst, wie bei der de Havilland Vampire
  • die Tragfläche eine Dreiecksform hat – dann bist du bei der MiG-21

Spannend ist auch der Blick zurück: Die Messerschmitt Me 262 zeigt, wie Strahljäger wenige Jahre vor der MiG-15 noch aussahen – mit zwei Triebwerken unter leicht gepfeilten Flügeln. Wie du Oldtimer generell einordnest, erklärt Oldtimer am Himmel erkennen.

Wo du die MiG-15 heute siehst

Im Museum ist die MiG-15 ein häufiger Gast, vor allem in Ost- und Mitteleuropa, aber auch in Großbritannien, Skandinavien und den USA. Eine Auswahl:

Ort Was du siehst Hinweis
Luftwaffenmuseum Berlin-Gatow MiG-15 als Auftakt der NVA-Jetlinie Direkter Vergleich mit MiG-21 und MiG-29
Flugausstellung Hermeskeil MiG-15UTI Freigelände mit vielen Ost-Jets
Technik Museum Sinsheim Polnische Lim-2 Gut kombinierbar mit Speyer
Luftfahrtmuseum Prag-Kbely S-102 in der MiG-Linie MiG-15 bis MiG-23 nebeneinander
Polnisches Luftfahrtmuseum Krakau MiG-15, Lim-1 und Lim-2 Die „MiG-Allee“ auf dem Freigelände
RAF Museum Cosford Lim-2 Neben Ost- und Westjets des Kalten Krieges
National Museum of Flight East Fortune S-103 In Schottland
National Museum of the US Air Force MiG-15bis von No Kum-sok Das wohl berühmteste Einzelstück

Weitere Exemplare stehen im Flygvapenmuseum am Flugplatz Malmen, im Fleet Air Arm Museum Yeovilton und im Evergreen Aviation & Space Museum, wo die MiG-15 zusammen mit ihrem Gegner F-86 ausgestellt ist. Praktische Besuchstipps für Gatow findest du beim Spot Luftwaffenmuseum am Flugplatz Berlin-Gatow, für Krakau beim Spot Muzeum Lotnictwa Polskiego.

Ausstellungen ändern sich

Museen verleihen, restaurieren oder lagern Flugzeuge ein. Prüf vor deiner Anreise auf der Website des Museums, ob die MiG-15 gerade zu sehen ist.

Flugfähige MiG-15-Warbirds

Kaum ein Jet aus den 1950er-Jahren fliegt heute noch so häufig wie die MiG-15. Der Grund: Die Ostblock-Luftwaffen hatten Tausende Doppelsitzer im Bestand, und nach 1990 gelangten viele davon auf den zivilen Markt. Laut der US-Luftfahrtbehörde FAA waren 2011 in den USA rund 43 MiG-15 privat registriert; auch in Australien und Kanada fliegen einzelne Exemplare.

In Europa sind es wenige. In Norwegen fliegt ein polnischer Doppelsitzer SBLim-2 in den Farben „Red 18“, in Polen wird ein SBLim-2 für Mitflüge angeboten, und in Tschechien wurde 2014 in Hradec Králové ein Doppelsitzer wieder flugfähig gemacht. Wann und wo diese Maschinen auftreten, entnimmst du den aktuellen Programmen der Airshows. Einen Überblick über lohnende Veranstaltungen gibt Airshows in Europa für Planespotter; für die britische Warbird-Szene lohnt ein Blick auf die Airshows in Duxford.

Keinen Warbird-Auftritt verpassen

Setz die MiG-15 auf deine Wunschliste und lass dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, wenn ein passender Typ an deinem Flughafen anfliegt. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.

Fototipps für die MiG-15

Kleine, silberne Jets in engen Hallen oder schnelle Warbirds am Display-Himmel – beide Situationen haben ihre eigenen Tücken.

Bug frontal nutzen

Der geteilte Lufteinlass ist das stärkste Motiv. Geh in die Knie und fotografier ihn leicht schräg von vorn – so wirkt die kleine MiG kraftvoll.

Seitenprofil für die Bestimmung

Ein sauberes Seitenbild zeigt Flügelposition, Zäune und das hohe Höhenleitwerk. Damit ordnest du die Maschine später sicher ein.

Reflexe zähmen

Blankes Aluminium spiegelt Hallenlampen. Ein Polfilter und ein leicht veränderter Standpunkt nehmen viele Spiegelungen heraus.

Am Display-Himmel mitziehen

Fliegende MiGs sind klein und schnell. Eine etwas längere Verschlusszeit beim Mitziehen bringt Dynamik ins Bild, ohne den Jet zu verwackeln.

Wie du schnelle Jets bei Flugtagen scharf bekommst, zeigt Airshows fotografieren. Wer selbst an Museumsflugzeugen mitarbeiten möchte, findet Anregungen unter Ehrenamt in Luftfahrtmuseen.

Bereit für deine MiG-15-Tour?

Hak ab, was du schon erledigt hast.

  • Ich habe geprüft, ob die MiG-15 im Museum aktuell ausgestellt ist.
  • Ich kenne die Unterschiede zwischen MiG-15 und F-86 Sabre.
  • Ich weiß, wie ich Einsitzer und Doppelsitzer auseinanderhalte.
  • Polfilter und Weitwinkel sind eingepackt.
  • Ich habe weitere Jets der NVA im selben Museum auf dem Zettel.

Fazit

Die MiG-15 markiert den Moment, in dem die Sowjetunion im Jetzeitalter zum Westen aufschloss – mit Pfeilflügeln, einem nachgebauten britischen Triebwerk und einer Bewaffnung, die für Bomber gedacht war. Über Korea lieferte sie sich mit der Sabre das erste große Duell zweier Strahljäger, in der DDR stand sie am Anfang der NVA-Jetgeschichte. Heute ist sie in vielen Museen Europas zu finden und gehört als Doppelsitzer zu den häufigsten fliegenden Jet-Warbirds.

Kurzfazit

Geteilter Bug-Einlass, kurzer Rumpf, Pfeilflügel mit Zäunen in der Mitte, Höhenleitwerk hoch oben: Das ist die MiG-15. Am Boden findest du sie in Gatow, Hermeskeil, Sinsheim, Prag-Kbely und Krakau – in der Luft am ehesten als zweisitzigen Warbird bei Airshows.

Zusammenfassung

  • Das Konstruktionsbüro von Artjom Mikojan und Michail Gurewitsch kombinierte gepfeilte Tragflächen mit einem Nachbau des britischen Rolls-Royce-Nene-Triebwerks.
  • Allein in der Sowjetunion entstanden rund 13.130 Maschinen, dazu kamen Tausende Lizenzbauten in der Tschechoslowakei, Polen und China.
  • Die MiG-15 prägte den Koreakrieg, das Duell mit der F-86 Sabre ging als „MiG Alley“ in die Luftfahrtgeschichte ein.
  • Für Spotter ist sie ein Museums- und Airshow-Typ; fliegende Exemplare gibt es vor allem in Privathand in den USA und vereinzelt in Europa.

Häufige Fragen

Was bedeutet „MiG“?

MiG steht für die beiden Gründer des Konstruktionsbüros, Artjom Mikojan und Michail Gurewitsch. Das „i“ ist im Russischen das Wort für „und“. Aus demselben Büro stammen später auch die MiG-21 und die MiG-29.

Was ist der Unterschied zwischen MiG-15 und MiG-15bis?

Die MiG-15bis ist die verbesserte Hauptserie ab 1950. Sie bekam das stärkere Triebwerk WK-1 mit rund 26,5 kN statt des RD-45F mit rund 22 kN und überarbeitete Kanonen. Mit 8.352 Exemplaren war sie die meistgebaute Version. Äußerlich sind beide nur schwer zu unterscheiden, im Museum hilft das Typenschild.

Woher stammt das Triebwerk der MiG-15?

Das RD-45 ist ein sowjetischer Nachbau des britischen Rolls-Royce Nene. Großbritannien hatte nach Kriegsende einige Nene-Triebwerke an die Sowjetunion verkauft. Die Weiterentwicklung WK-1 trieb dann die MiG-15bis an.

Wie unterscheide ich MiG-15 und F-86 Sabre?

Beide haben Pfeilflügel und einen Bug-Lufteinlass. Die MiG-15 ist aber kürzer und bulliger, ihre Flügel sitzen in der Rumpfmitte und tragen gut sichtbare Grenzschichtzäune, das Höhenleitwerk sitzt hoch am Seitenleitwerk. Bei der F-86 Sabre sind die Flügel tief angesetzt und das Höhenleitwerk sitzt am Rumpfende.

Wer war erfolgreicher in Korea – MiG-15 oder Sabre?

Die Zahlen sind bis heute umstritten. Beide Seiten meldeten deutlich mehr Abschüsse, als die Gegenseite an Verlusten verzeichnete. Eine Auswertung der RAND Corporation kam für die Sabre insgesamt auf ein Verhältnis von etwa 1,8:1, gegen MiGs mit sowjetischen Piloten nur auf etwa 1,3:1.

Flog die MiG-15 bei der NVA?

Ja. Nach einem kurzen, 1953 abgebrochenen Start bei der kasernierten Volkspolizei in Cottbus erhielten die Luftstreitkräfte der NVA ab Herbst 1956 planmäßig MiG-15. Mindestens 177 Maschinen kamen in die DDR, davon 120 Doppelsitzer MiG-15UTI. Die Nutzung endete 1982, eine einzelne UTI flog noch bis 1990 als Wetterflugzeug.

Wo sehe ich eine MiG-15 in Deutschland?

Unter anderem im Luftwaffenmuseum Berlin-Gatow, in der Flugausstellung Hermeskeil (MiG-15UTI) und im Technik Museum Sinsheim (polnische Lim-2). Prüf vor dem Besuch, ob die Maschine gerade ausgestellt ist.

Fliegt heute noch eine MiG-15?

Ja. In den USA sind Dutzende MiG-15 privat registriert, die meisten davon Doppelsitzer aus polnischer oder tschechoslowakischer Fertigung. In Europa halten unter anderem Betreiber in Norwegen, Polen und Tschechien einzelne Doppelsitzer flugfähig. Ob und wo sie fliegen, verraten die aktuellen Airshow-Programme.

Mikojan-Gurewitsch MiG-15 sammeln statt nur sehen

Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Früher Zugang, Vorteile zum Start und Mitsprache bei neuen Features.

Verwandte Flugzeugtypen

Militär

North American F-86 Sabre

Pfeilflügel, runder Lufteinlass im Bug, Tropfenhaube: Die F-86 Sabre war der prägende westliche Jäger der frühen Jetzeit, kämpfte über Korea gegen die MiG-15 und war als Canadair Sabre einer der ersten Jets der Bundeswehr. So erkennst du sie und findest sie heute im Museum.

Militär

Mikojan-Gurewitsch MiG-21

Runder Bugeinlauf mit Stoßkegel, Deltaflügel plus Höhenleitwerk, schlanker Rumpf: Die MiG-21 ist der meistgebaute Überschalljet der Geschichte. Hier erfährst du, wie du sie erkennst, was sie für die NVA bedeutete und wo du sie heute noch siehst.

Militär

Mikojan MiG-29 Fulcrum

Zwei Seitenleitwerke, weit auseinanderliegende Triebwerke und Lufteinläufe, die am Boden zuklappen: Die MiG-29 flog als einziger Kampfjet der NVA weiter bei der Luftwaffe. So erkennst du sie, so verlief ihre deutsche Zeit und hier fliegt sie noch.

Historisch

Boeing B-29 Superfortress

Vier Sternmotoren, ein langer, schlanker Flügel und eine rundum verglaste Nase ohne Cockpitstufe: Die B-29 war der erste Serienbomber der Alliierten mit Druckkabine und schrieb mit der Enola Gay Weltgeschichte. Heute fliegen nur noch FIFI und Doc.

Militär

Lockheed F-104 Starfighter

Nadelspitze, Stummelflügel, T-Leitwerk: Der Starfighter war der erste Mach-2-Jäger der Bundeswehr und zugleich ihr größtes Trauma. Hier erfährst du, wie du ihn erkennst, was hinter der Starfighter-Krise steckt und wo du ihn heute noch siehst.

Militär

Hawker Hunter

Gepfeilte Flügel, Lufteinläufe in der Flügelwurzel, ein Sound, den Fans nie vergessen: Der Hawker Hunter prägte über 36 Jahre die Schweizer Luftwaffe und war der erste Jet der Patrouille Suisse. So erkennst du den Klassiker und wo du ihn heute noch erlebst.

Flughäfen & Hersteller dazu

Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.

DeutschlandMuseum

Militärhistorisches Museum Flugplatz Berlin-Gatow

Auf dem ehemaligen Fliegerhorst und späteren RAF-Flugplatz Gatow im Berliner Westen zeigt die Bundeswehr ihre Luftwaffensammlung: Jets aus NATO und Warschauer Pakt, Hubschrauber, Flugabwehrraketen und die Geschichte eines Flugplatzes, der Luftkriegsschule, Luftbrücke und Kalten Krieg erlebt hat. Der Eintritt ist frei.

DeutschlandMuseum

Flugausstellung Hermeskeil

Die Flugausstellung Hermeskeil im Hunsrück ist eine der größten privaten Flugzeugsammlungen Deutschlands. Seit 1973 trägt die Familie Junior hier über hundert zivile und militärische Fluggeräte zusammen – von der Lufthansa-Super-Constellation über Comet und VC10 bis zu MiGs aus NVA-Beständen. Mittendrin: ein begehbarer Concorde-Nachbau, in dem das Museumscafé untergebracht ist.

DeutschlandMuseum

Technik Museum Sinsheim

Nirgendwo sonst stehen die beiden Überschall-Verkehrsflugzeuge der Welt nebeneinander: Im Technik Museum Sinsheim kletterst du auf dem Hallendach in die Air-France-Concorde F-BVFB und in die sowjetische Tupolew Tu-144. Dazu kommen begehbare Klassiker wie Ju 52, DC-3, Il-18 und Viscount – direkt an der A6 zwischen Mannheim und Heilbronn.

TschechienMuseum

Luftfahrtmuseum Prag-Kbely

Das Letecké muzeum Kbely im Nordosten Prags gehört zu den großen Luftfahrtmuseen Europas: Auf dem historischen Militärflugplatz zeigt das Militärhistorische Institut VHÚ die Geschichte der tschechoslowakischen Luftfahrt von 1918 bis heute – von SPAD und Avia B-534 über die tschechischen Me-262- und Bf-109-Abkömmlinge bis zur ganzen MiG-Familie und der Tupolew Tu-104A der ČSA. Der Eintritt ist frei.

Alle Flughäfen & Hersteller →

Wo du die Mikojan-Gurewitsch MiG-15 siehst

Konkrete Standpunkte mit Betriebsrichtung, Lichtzeiten, Koordinaten und einer ehrlichen Einschätzung, ob sich die Anreise lohnt.

Alle Spotting-Spots im Überblick →

Passende Guides aus dem Blog

TT

Planetrack Redaktion

Die Flugzeugtypen-Datenbank entsteht aus eigener Beobachtung an Flughäfen, Community-Sichtungen und öffentlich zugänglichen Quellen. Gesicherte Angaben stehen im Steckbrief, alles Veränderliche ist als solches gekennzeichnet.

← Alle Flugzeugtypen von Mikojan