Patrouille Suisse: Geschichte und F-5 Tiger der Schweizer Kunstflugstaffel

Seit 1964 fliegt die Patrouille Suisse für die Schweizer Luftwaffe, seit 1995 mit rot-weißen F-5E Tiger II. Geschichte, Flugzeuge, Team, Erkennungsmerkmale und was das beschlossene Aus Ende 2027 für Spotter bedeutet.

Planetrack RedaktionVeröffentlicht: 15. Oktober 202612 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Seit 1964 in der Luft: Am 22. August 1964 flog die Patrouille Suisse erstmals mit offiziellem Auftrag als Kunstflugteam der Schweizer Luftwaffe – damals mit vier Hawker Hunter.
  • Kampfjets statt Trainer: Seit 1995 fliegt das Team sechs Northrop F-5E Tiger II. Die Jets sind überschallfähig und stehen im regulären Dienst der Luftwaffe – unter europäischen Kunstflugteams eine Seltenheit.
  • Heimat Emmen: Bis 1994 war Dübendorf die Basis, seither startet die Staffel vom Militärflugplatz Emmen im Kanton Luzern.
  • Rot-weiß aus dem Wettbewerb: Die heutige Lackierung der Tiger stammt aus einem öffentlichen Wettbewerb und wird auf zwölf Maschinen der zweiten Beschaffungsserie getragen.
  • Das Ende ist beschlossen: Das Schweizer Parlament hat die Auflösung der Patrouille Suisse in ihrer heutigen Form mit der Stilllegung der Tiger Ende 2027 beschlossen. Das PC-7 Team bleibt bestehen.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Patrouille Suisse: die kurze Antwort
  2. 2.Die Anfänge: von der Venom zum Hunter
  3. 3.1995: der Wechsel auf die F-5E Tiger II
  4. 4.So erkennst du die Tiger der Patrouille Suisse
  5. 5.Team, Positionen und Programm
  6. 6.Unterwegs in Europa
  7. 7.Zwischenfälle
  8. 8.Das Ende der Tiger und der Patrouille Suisse
  9. 9.Die letzten Tiger-Saisons als Spotter nutzen
  10. 10.Fazit

Sechs rot-weiße Jets kommen in enger Formation über den Grat, ziehen weißen Rauch hinter sich her und brechen in alle Richtungen auseinander – der Donner kommt erst einen Moment später. Die Patrouille Suisse gehört zu den bekanntesten Kunstflugstaffeln Europas, und sie ist eine der wenigen, die mit echten Kampfjets fliegt. Seit 1995 sind es Northrop F-5E Tiger II, davor drei Jahrzehnte lang Hawker Hunter. Hier erfährst du, wie das Team entstanden ist, was die Tiger ausmacht, woran du die Maschinen erkennst und warum die Saison 2027 für Spotter eine ganz besondere wird.

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Patrouille Suisse: die kurze Antwort

Die Patrouille Suisse ist das Jet-Kunstflugteam der Schweizer Luftwaffe. Offiziell fliegt sie seit dem 22. August 1964, zuerst mit dem Hawker Hunter, seit 1995 mit der Northrop F-5E Tiger II. Heimatbasis ist der Militärflugplatz Emmen. Gezeigt wird ein Programm mit sechs überschallfähigen Jets, die Geschwindigkeiten von bis zu rund 1.000 km/h erreichen. Weil die Armee die Tiger Ende 2027 stilllegt, hat das Parlament auch die Auflösung des Teams in seiner heutigen Form beschlossen.

1964erster offizieller Auftritt als Kunstflugteam
6F-5E Tiger II im Vorführprogramm
12Tiger in rot-weißer Teamlackierung
2027beschlossenes Ende der Tiger und des Jet-Teams

Die Anfänge: von der Venom zum Hunter

Formationsvorführungen hatte die Schweizer Flugwaffe schon lange vor der offiziellen Gründung im Repertoire. Als 1953 der Flughafen Zürich-Kloten eröffnet wurde, flogen vier de Havilland Venom über die Gäste. Der Venom war der Nachfolger des de Havilland Vampire, mit dem die Schweiz ins Jet-Zeitalter gestartet war. 1959 regelte ein Befehl erstmals den Ablauf solcher Demonstrationen, jetzt bereits mit Hunter-Jets des Überwachungsgeschwaders, also der Berufspiloten der Flugwaffe.

Am 22. August 1964 war es dann so weit: Die Formation flog erstmals mit dem offiziellen Auftrag, die Schweizer Flugwaffe als Kunstflugteam zu repräsentieren. Im Januar 1965 wurde der Name „Patrouille Suisse“ offiziell bestätigt. Am Anfang stand eine Formation aus vier Hunter, später kam ein fünftes Flugzeug für Solo-Einlagen hinzu.

Ein kurioses Kapitel: 1968 zeigte sich das Team zweimal mit der Dassault Mirage IIIS. Dabei blieb es aber, das Arbeitspferd war und blieb der Hunter. Ab 1970 bestand die Formation regulär aus fünf, ab 1978 aus sechs Maschinen.

Der Hunter prägt eine Ära

Drei Jahrzehnte lang war die Patrouille Suisse ein Hunter-Team. Der britische Jet war von 1958 bis 1994 bei der Schweizer Luftwaffe im Einsatz und gehört bis heute zu den Lieblingen der Schweizer Fans. Einige Meilensteine dieser Zeit:

  • 1977 kam die Rauchanlage dazu. Der Rauch macht die Figuren nicht nur für das Publikum besser sichtbar, sondern hilft auch den Piloten, die Position der anderen Maschinen einzuschätzen.
  • 1978 flog das Team in Salon-de-Provence seine erste Vorführung im Ausland. Vorher hatte die Neutralitätspolitik Auftritte jenseits der Grenze verhindert.
  • 1979 gewann die Patrouille Suisse beim International Air Tattoo in Großbritannien eine Trophäe für ihre Vorführung – ein früher Beleg dafür, dass das kleine Land im internationalen Vergleich mithalten konnte.
  • 1991 bekamen zwölf Hunter zur 700-Jahr-Feier der Eidgenossenschaft rote Unterseiten, die Immatrikulationen wichen dem Festabzeichen.
  • Am 25. September 1994 flog das Team in Nancy seine letzte Hunter-Vorführung.

Wer die Hunter-Ära heute noch erleben will, findet Maschinen im Flieger-Flab-Museum Dübendorf und im Fliegermuseum Altenrhein am Bodensee. Mehr über den Typ selbst steht im Steckbrief zum Hawker Hunter.

1995: der Wechsel auf die F-5E Tiger II

Mit dem Ende des Hunter brauchte die Patrouille Suisse ein neues Flugzeug, und die Wahl fiel auf die F-5E Tiger II. Die Schweiz hatte den leichten Kampfjet über zwei Rüstungsprogramme beschafft, die ersten Tiger standen ab 1978 im Dienst. Für das Team wurden zwölf Maschinen aus der zweiten Beschaffungsserie von 1981 ausgewählt, die Kennungen J-3080 bis J-3091.

Gleichzeitig zog das Team um: Bis 1994 war es in Dübendorf zu Hause, seither ist der Militärflugplatz Emmen die Heimatbasis. Ihre rot-weiße Bemalung erhielten die Tiger nach einem Schema von Hansjörg Oberholzer, das über einen öffentlichen Wettbewerb ausgewählt wurde.

Die erste Saison mit dem Tiger flog das Team ohne Rauch. Erst ab 1996 standen Rauchgeneratoren von RUAG zur Verfügung, die sich in zehn der zwölf Teammaschinen einbauen lassen. Ist der Generator montiert, ist die rechte Bordkanone nicht nutzbar – ein Detail, das zeigt, wie eng Vorführflugzeug und Kampfflugzeug bei der Patrouille Suisse beieinanderliegen.

Der Tiger in Zahlen

Die F-5E ist ein kleiner Jet: rund 14,45 Meter lang, mit einer Spannweite von nur etwa 8,13 Metern. Zwei J85-Triebwerke von General Electric bringen sie auf rund Mach 1,6. Bewaffnet ist sie mit zwei 20-mm-Bordkanonen. Ihren Erstflug hatte die F-5E am 11. August 1972. Mehr Details zu Varianten, Geschichte und der Rolle als Aggressor bei der US Navy liest du im Steckbrief der Northrop F-5.

Merkmal Hawker Hunter Northrop F-5E Tiger II
Einsatz bei der Patrouille Suisse 1964 bis 1994 seit 1995
Herkunft Großbritannien USA
Triebwerke ein Strahltriebwerk zwei J85-Triebwerke
Geschwindigkeit Unterschall im Horizontalflug überschallfähig
Heimatbasis des Teams Dübendorf Emmen
Rauch ab 1977 ab 1996

So erkennst du die Tiger der Patrouille Suisse

Am Himmel ist die Patrouille Suisse kaum zu verwechseln, aus der Nähe lohnt sich trotzdem ein genauer Blick:

  • Silhouette: spitze, lange Nase, schmaler Rumpf, kurze Trapezflügel mit Startschienen an den Flügelspitzen und ein einzelnes Seitenleitwerk. Am Heck sitzen zwei Triebwerksdüsen nebeneinander.
  • Lackierung: Rot und Weiß, mit dem Schweizer Kreuz auf der Unterseite. Gerade bei Rückenflug-Passagen und Kurven siehst du das Kreuz deutlich.
  • Kennung: Schweizer Kampfjets tragen ein „J“ und eine vierstellige Nummer. Die Teammaschinen stammen aus dem Bereich J-3080 bis J-3091. Wie die Schweiz zivile Flugzeuge kennzeichnet, erklärt der Artikel zu den Schweizer HB-Kennzeichen.
  • Graue Tiger im Team: Weil an einigen Maschinen Ermüdungsrisse festgestellt wurden, flogen ab 2015 zeitweise auch graue Tiger ohne Sonderlackierung im Team mit. Eine graue F-5 in der Formation ist deshalb kein Fehler in deiner Bestimmung.
  • Der Begleiter: Die Pilatus PC-6 „Felix“ mit der Kennung V-622, ebenfalls in Teamfarben, bringt Kommandant, Sprecher und Bodenpersonal zu den Vorführorten. Sie ist seit 1997 im Einsatz und für viele Spotter ein eigenes Sammelziel.

Ein Hinweis zur Verwechslungsgefahr: Die zweistrahlige F/A-18 Hornet der Schweizer Luftwaffe hat zwei schräg gestellte Seitenleitwerke und ist deutlich größer. Wer ein Propellerflugzeug in Formation sieht, hat es mit dem PC-7 Team zu tun.

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Team, Positionen und Programm

Anders als bei manchen anderen Kunstflugstaffeln sind die Piloten der Patrouille Suisse keine reinen Vorführpiloten. Sie sind Berufsmilitärpiloten und stammen aus einer Hornet-Frontstaffel der Luftwaffe. Die Vorführungen sind für sie eine Nebenaufgabe neben dem eigentlichen Dienst, also der Wahrung der Lufthoheit und dem Luftpolizeidienst. Scheidet ein Pilot aus, wählt das übrige Team seinen Nachfolger mit aus.

Das fliegende Team besteht aus sechs Positionen plus einem Ersatzpiloten:

Position Aufgabe in der Formation
Leader führt die Formation und gibt die Kommandos
Right Wing und Left Wing fliegen rechts und links neben dem Leader
Slot sitzt hinter dem Leader und schließt die Formation nach hinten
1st Solo und 2nd Solo zeigen eigene Manöver und Kreuzungen, stoßen für Bilder wieder zur Formation
Spare Ersatzpilot, filmt oft die Vorführungen für die Nachbesprechung

Am Boden kommen ein Kommandant und zwei Sprecher dazu, die das Programm moderieren – meist mehrsprachig, wie es sich für ein Schweizer Team gehört. Das Programm selbst besteht aus Formationsflügen, Loopings, Gegenanflügen der Solisten, Kreuzungen und einem großen Schlussbild, bei dem die Jets auseinanderbrechen.

Bei großen Anlässen arbeiten die Vorführteams der Luftwaffe auch zusammen. Am 7. September 2014 zeigten die Patrouille Suisse und das PC-7 Team an der Air14 in Payerne eine gemeinsame Vorführung mit 15 Flugzeugen. Gemeinsame Überflüge gab es auch bei anderen Airshows: Beim Royal International Air Tattoo 2024 flogen die Tiger zusammen mit den Red Arrows in einer Formation vorbei.

Unterwegs in Europa

Seit der ersten Auslandsvorführung 1978 ist die Patrouille Suisse regelmäßig auf großen Airshows aufgetreten, auch in Deutschland. Die ILA Berlin besuchte das Team mehrfach, unter anderem 2002, 2006, 2008 und 2010, 2009 flog es beim Hamburger Hafengeburtstag.

In den letzten Jahren hat sich das verschoben. Für 2025 veröffentlichte die Luftwaffe einen abgespeckten Kalender, Auftritte im Ausland bilden seither die Ausnahme. Wer die Tiger sehen will, hat in der Schweiz selbst die besten Chancen – etwa bei Militärflugtagen oder beim Fliegerschießen Axalp im Berner Oberland. Einen Überblick über weitere Veranstaltungen findest du im Guide Airshows in Europa für Planespotter, zur österreichischen Großveranstaltung im Artikel AIRPOWER in Zeltweg.

Zwischenfälle

Formationskunstflug mit Kampfjets bleibt anspruchsvoll, und auch die Patrouille Suisse blieb nicht ohne Zwischenfälle. Am 9. Juni 2016 berührten sich bei einem Training für eine Airshow im niederländischen Leeuwarden zwei Tiger in der Luft. Die J-3086 stürzte nahe Bitgum in einen kleinen See, der Pilot rettete sich mit dem Schleudersitz und wurde leicht verletzt. Die J-3088 landete mit beschädigtem Höhenleitwerk. Die Untersuchung führte den Unfall auf Pilotenfehler zurück, 2022 wurde der Pilot von einem Militärgericht verurteilt.

Am 15. Juni 2023 kam es bei einem Training über Baar im Kanton Zug erneut zu einer Berührung zweier Maschinen. Dabei traf eine abgebrochene Bugspitze ein Haus, am Boden wurde eine Person verletzt. Beide Jets landeten sicher. Solche Ereignisse sind ein Grund, warum Vorführungen streng reglementiert sind und Zuschauerbereiche klar abgegrenzt werden – wie Airshow-Sicherheit in Deutschland nach 1988 neu gedacht wurde, erklärt der Artikel zum Flugtagunglück von Ramstein.

Das Ende der Tiger und der Patrouille Suisse

Um die Zukunft des Teams wird seit über zehn Jahren gerungen. 2013 kündigte der damalige Verteidigungsminister Ueli Maurer das Ende für 2016 an, weil der Saab Gripen als Nachfolger des Tigers vorgesehen war. Nachdem die Gripen-Beschaffung gescheitert war, blieben die Tiger länger im Dienst. 2022 wollte der Bundesrat die F-5 bis 2025 ausmustern, scheiterte damit aber am Widerstand im Parlament.

Im März 2024 kündigte die Armee dann an, die Tiger Ende 2027 stillzulegen. Begründet wurde das mit der angespannten Finanzlage: Der Betrieb kostet laut Armee rund 40 Millionen Franken pro Jahr, ein längerer Weiterbetrieb hätte zusätzliche Investitionen erfordert. Damals standen noch 25 Tiger im Bestand, 18 davon im Einsatz – rund die Hälfte bei der Patrouille Suisse. Die übrigen Maschinen dienen als Zieldarsteller und für Mess- und Testflüge. Ihre Aufgaben übernimmt danach die F-35 Lightning II, deren erste Exemplare die Armee ab 2028 erwartet.

Im Dezember 2024 beschloss der Ständerat mit 25 zu 19 Stimmen, die Patrouille Suisse aus Kostengründen mit Ende 2027 aufzulösen. Ein Fanclub übergab eine Petition mit 8.177 Unterschriften, doch auch dieser Rettungsversuch blieb ohne Erfolg. Auch die Idee einer Volksinitiative wurde mangels Erfolgsaussichten nicht weiterverfolgt.

1953Vier Venom fliegen zur Eröffnung des Flughafens Zürich-Kloten
22. August 1964Erster offizieller Auftritt als Kunstflugteam, noch mit vier Hunter
1977Einführung der Rauchanlage
1978Erste Auslandsvorführung in Salon-de-Provence, Formation mit sechs Jets
1994Letzte Hunter-Vorführung in Nancy, Umzug nach Emmen
1995Erste Saison mit der F-5E Tiger II
2014Gemeinsame Vorführung mit dem PC-7 Team an der Air14 in Payerne
Dezember 2024Ständerat beschließt die Auflösung zum Jahresende 2027
Ende 2027Stilllegung der Tiger, Ende der Patrouille Suisse als Jet-Team

Was bleibt: das PC-7 Team

Ganz ohne Kunstflugteam steht die Schweizer Luftwaffe nicht da. Das PC-7 Team mit neun Pilatus PC-7 vom Schweizer Hersteller Pilatus ist von der Auflösung nicht betroffen. Die Armee sieht im PC-7 die sinnvollste Lösung, um weiterhin ein Kunstflugteam der Luftwaffe zu zeigen. Ein wichtiges Argument sind die Kosten: Eine Flugstunde des gesamten PC-7 Teams kostet laut Medienberichten etwa ein Drittel einer einzigen Tiger-Flugstunde. Kritiker halten dagegen, dass ein Turboprop-Team mit dem Tempo und dem Sound der Jets nicht mithalten kann. Wie die Schweizer Teams im europäischen Vergleich dastehen, zeigt der Überblick Kunstflugstaffeln Europas.

Die letzten Tiger-Saisons als Spotter nutzen

Stand Oktober 2026 bleibt nur noch die Saison 2027, um die Patrouille Suisse in ihrer heutigen Form zu erleben. Plane früh und behalte die offiziellen Mitteilungen der Luftwaffe im Blick, denn Termine und Programme können sich kurzfristig ändern.

1. Termine prüfen

Die Luftwaffe veröffentlicht die Vorführtermine ihrer Teams. Weil Auslandsauftritte selten geworden sind, lohnt sich vor allem der Blick auf Anlässe in der Schweiz.

2. Trainingsflüge einplanen

Vor Vorführungen trainiert das Team oft in der Umgebung des Veranstaltungsorts. Ankunftstage und Proben bieten häufig ruhigere Bedingungen als der Showtag selbst.

3. Regeln kennen

Rund um Militärflugplätze gelten eigene Regeln. Lies vorher, was in der Schweiz erlaubt ist – im Artikel zur Rechtslage beim Spotten in der Schweiz und zu Fotos an Militärflugplätzen.

4. Licht und Standort wählen

Die Figuren spielen sich vor der Zuschauerlinie ab. Prüfe vorab, wo die Sonne zur Programmzeit steht, und wähle deinen Platz so, dass du nicht ins Gegenlicht fotografierst.

5. Ausrüstung abstimmen

Für Formationen reicht eine mittlere Brennweite, für Solo-Passagen und Details brauchst du mehr Tele. Kurze Verschlusszeiten frieren die schnellen Jets ein.

Wie du Kamera und Einstellungen auf schnelle Jets und Rauchfiguren abstimmst, erklärt der Guide Airshows fotografieren. Wer sich für die anderen großen Teams Europas interessiert, findet Porträts der Frecce Tricolori und der Patrouille de France.

Bist du bereit für den Tiger-Abschied?

Hak ab, was du schon vorbereitet hast – am Ende siehst du, ob du startklar bist.

  • Ich habe die offiziellen Vorführtermine der Luftwaffe für 2027 geprüft.
  • Ich kenne die Regeln für das Fotografieren an Militärflugplätzen in der Schweiz.
  • Ich weiß, wo die Sonne zur Programmzeit steht.
  • Meine Kamera ist auf kurze Verschlusszeiten und Serienbilder eingestellt.
  • Ich plane, auch Trainings- oder Ankunftstage mitzunehmen.

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Fazit

Die Patrouille Suisse ist mehr als ein Kunstflugteam: Sie ist seit 1964 das Aushängeschild der Schweizer Luftwaffe, hat mit dem Hunter eine Ära geprägt und mit der rot-weißen F-5E Tiger II ein Bild geschaffen, das Spotter in ganz Europa kennen. Dass sie mit echten, überschallfähigen Kampfjets fliegt, macht sie besonders – und genau das wird ihr nun zum Verhängnis, weil der Betrieb der alten Tiger zu teuer geworden ist. Mit der Stilllegung Ende 2027 endet die Patrouille Suisse als Jet-Team, das PC-7 Team führt die Kunstflugtradition der Luftwaffe weiter.

Kurzfazit

Hunter von 1964 bis 1994, Tiger seit 1995, Heimat Emmen: Die Patrouille Suisse gehört zu den wenigen Teams mit echten Kampfjets. Das Ende ist für Ende 2027 beschlossen – wer die rot-weißen Tiger noch in Formation erleben will, plant die Saison 2027 fest ein.

Zusammenfassung

  • Die Patrouille Suisse ist das Jet-Kunstflugteam der Schweizer Luftwaffe. Ihre Wurzeln reichen bis zu Formationsvorführungen in den 1950er-Jahren zurück, offiziell fliegt sie seit 1964.
  • Auf den Hawker Hunter (bis 1994) folgte 1995 die F-5E Tiger II. Rauchanlagen, die Pilatus PC-6 „Felix“ als Begleitflugzeug und die rot-weiße Lackierung prägen das heutige Bild.
  • Die Piloten sind Berufsmilitärpiloten aus einer Hornet-Staffel, die Vorführungen sind für sie eine Nebenaufgabe. Gezeigt wird ein Programm mit sechs Jets.
  • Aus Kostengründen werden die Tiger Ende 2027 stillgelegt. Damit endet die Patrouille Suisse als Jet-Team – die Saison 2027 ist für Spotter die letzte Gelegenheit.

Häufige Fragen

Seit wann gibt es die Patrouille Suisse?

Ihren ersten offiziellen Auftritt als Kunstflugteam der Schweizer Luftwaffe hatte sie am 22. August 1964. Der Name wurde im Januar 1965 offiziell bestätigt. Vorführungen mit Formationen von Militärjets gab es in der Schweiz schon vorher, etwa mit de Havilland Venom zur Eröffnung des Flughafens Zürich-Kloten 1953.

Welches Flugzeug fliegt die Patrouille Suisse?

Seit 1995 die Northrop F-5E Tiger II, einen leichten, zweistrahligen und überschallfähigen Kampfjet. Von 1964 bis 1994 flog das Team den britischen Hawker Hunter. Für Verbindungsflüge von Kommandant, Sprecher und Bodenpersonal dient eine Pilatus PC-6 in Teamfarben.

Wo ist die Patrouille Suisse stationiert?

Heimatbasis ist seit 1994 der Militärflugplatz Emmen im Kanton Luzern. Vorher war das Team in Dübendorf bei Zürich zu Hause.

Mit wie vielen Flugzeugen fliegt die Patrouille Suisse?

Gezeigt wird das Programm mit sechs F-5E. Dazu kommt ein Ersatzpilot. Insgesamt sind zwölf Tiger in der rot-weißen Teamlackierung bemalt, damit Wartung und Ausfälle aufgefangen werden können.

Wird die Patrouille Suisse aufgelöst?

Ja, nach aktuellem Stand (Oktober 2026). Die Armee legt die F-5 Tiger aus Kostengründen Ende 2027 still, und das Parlament hat die Auflösung der Patrouille Suisse in ihrer heutigen Form zum selben Zeitpunkt beschlossen. Rettungsversuche wie eine Petition mit über 8.000 Unterschriften blieben erfolglos.

Was passiert mit dem PC-7 Team?

Das PC-7 Team der Schweizer Luftwaffe mit neun Pilatus PC-7 ist von der Auflösung nicht betroffen. Die Armee bezeichnete den PC-7 als sinnvollste Lösung, damit die Luftwaffe weiterhin ein Kunstflugteam zeigen kann.

Warum ist die Patrouille Suisse etwas Besonderes?

Weil sie mit echten, überschallfähigen Kampfflugzeugen fliegt, die auch im Alltag der Luftwaffe eingesetzt werden. Die meisten europäischen Teams nutzen Trainer wie BAE Hawk, Alpha Jet oder MB-339. Dazu kommt die Kulisse: Trainings und Vorführungen vor Alpenpanorama gibt es so nur in der Schweiz.

PT

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