Das Wichtigste in Kürze
- Die MD 500 ist ein einmotoriger Leichthubschrauber mit Turbine und bis zu fünf Sitzen, entstanden als Hughes OH-6 für die US Army.
- Schnellster Erkennungsweg: Eierform, kurzer Heckausleger, kleiner Rotorkreis mit vier bis sechs schmalen Blättern.
- Viele Namen, ein Grundmuster: Hughes 369, OH-6 Cayuse („Loach“), Hughes 500, MD 500, MD 530F und die Little Birds der Spezialkräfte.
- NOTAR-Versionen wie die MD 520N verzichten ganz auf den Heckrotor und sind dadurch auch akustisch leicht zu unterscheiden.
- Seltener Gast in Mitteleuropa: Die meisten Maschinen fliegen in Nordamerika, bei Polizeien und bei Streitkräften weltweit.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die MD 500?
- 2.Vom Army-Wettbewerb zum Rekordhubschrauber
- 3.Hughes 500: der Sprung in die zivile Welt
- 4.NOTAR: der Hubschrauber ohne Heckrotor
- 5.Little Bird: die Spezialkräfte-Version
- 6.Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
- 7.MD 500, Bell 206, H120 oder Robinson?
- 8.Kunstflug, Airshows und die Flying Bulls
- 9.Wo du die MD 500 heute antriffst
- 10.Fototipps speziell für die MD 500
- 11.Die MD 500 im Kontext der Hughes-Familie
- 12.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 13.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Hughes Helicopters, ab 1984 McDonnell Douglas, seit 1999 MD Helicopters (Mesa, Arizona); Lizenzbau u. a. bei Kawasaki (Japan) und Breda Nardi (Italien) |
|---|---|
| Werksbezeichnung | Modell 369 (militärisch OH-6, zivil Hughes 500 / MD 500) |
| ICAO-Typcode | H500 (klassische Versionen mit Heckrotor) |
| Erstflug | 27. Februar 1963 (Hughes 369 / YOH-6A) |
| Indienststellung | 1966 bei der US Army (OH-6A), zivil ab 1967 |
| Triebwerk | 1 × Wellenturbine der Allison-/Rolls-Royce-250-Familie, je nach Version rund 317 bis 650 shp |
| Hauptrotor | 4 Blätter (OH-6A, 500C), 5 Blätter ab 500D, 6 Blätter beim MD 564 |
| Heckrotor | 2 Blätter, ab 500D optional 4 Blätter; NOTAR-Versionen ohne Heckrotor |
| Rotordurchmesser | rund 8,0 m (500C) bis 8,3 m (530F) |
| Sitzplätze | bis zu 5 (Pilot plus 4) |
| Höchstgeschwindigkeit (500E) | rund 282 km/h (152 kn, Vne) |
| Max. Abfluggewicht | rund 1.225 kg (500C) bis 1.610 kg (530F) |
| Gebaute Exemplare | rund 4.700 (alle Versionen) |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Eiförmige, sehr kompakte Kabine mit großer, stark gewölbter Frontverglasung – daher der Spitzname „Flying Egg“
- Kurzer, dünner Heckausleger, der fast ohne Übergang aus dem hinteren Ende der Kapsel herausragt
- Viele schmale Rotorblätter auf einem kleinen Rotorkreis: vier beim OH-6 und 500C, fünf ab der 500D
- T-Leitwerk am Heckende ab der 500D, die frühen Versionen haben noch ein anders geformtes Leitwerk ohne T-Form
- Nase: bei OH-6, 500C und 500D rund, ab der 500E spitz zulaufend und etwas länger
- NOTAR-Versionen (520N, 530N): kein Heckrotor, dafür ein dickerer Heckausleger mit Düse am Ende und zwei seitlichen Endflossen
Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein kleiner Hubschrauber jagt im Tiefflug über einen Flugplatz, die Nase gesenkt, der Rotor dreht sich in einem auffallend kleinen Kreis, und der Rumpf sieht aus wie ein Ei mit Schwanz: Das ist sehr wahrscheinlich eine MD 500. Unter vielen Namen bekannt – Hughes 369, OH-6 Cayuse, Hughes 500, Little Bird –, gehört sie zu den markantesten Leichthubschraubern überhaupt. Hier erfährst du, wie der Typ entstand, wie du die Versionen auseinanderhältst und wo du ihm heute begegnest.
Das fliegende Ei für deinen Hangar
Mit Planetrack hältst du jede Hubschrauber-Sichtung mit Foto, Typ, Kennzeichen und Spot fest – von der Polizei-MD-500 bis zur Little Bird auf der Airshow. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Was ist die MD 500?
Die MD 500 ist ein einmotoriger Leichthubschrauber mit Wellenturbine, Kufenlandegestell und Platz für bis zu fünf Personen inklusive Pilot. Ihr Markenzeichen ist die kompakte, eiförmige Rumpfkapsel, aus der ein kurzer, schlanker Heckausleger ragt. Der Hauptrotor ist im Vergleich zu anderen Typen klein, hat dafür aber vier bis sechs schmale Blätter. Diese Kombination macht den Hubschrauber außergewöhnlich wendig und kompakt – genau deshalb schätzen ihn Polizeien, Spezialkräfte, Filmcrews und Arbeitsflugbetriebe.
Die Familie ist über sechs Jahrzehnte gewachsen. Die wichtigsten Linien im Überblick:
- OH-6A Cayuse – die ursprüngliche Militärversion der US Army, Spitzname „Loach“
- Hughes 500 / 500C – die erste zivile Serienversion mit Vierblattrotor
- 500D und 500E – stärker, mit Fünfblattrotor und T-Leitwerk, die 500E mit spitzer Nase
- 530F – die leistungsstärkste Version für große Höhen und Hitze
- 520N und 530N – NOTAR-Versionen ganz ohne Heckrotor
- MH-6 und AH-6 Little Bird – Versionen für US-Spezialkräfte
- MD 500 Defender – bewaffnete Exportversionen für Streitkräfte
- MD 564 – jüngste Ausbaustufe mit Sechsblattrotor
Im Tracking laufen die klassischen Versionen mit Heckrotor unter dem ICAO-Code H500. Hinter dem Typ stand ursprünglich Hughes Helicopters, das Hubschrauberunternehmen des Industriellen Howard Hughes. 1984 übernahm McDonnell Douglas die Firma, nach der Fusion mit Boeing gingen die zivilen Hubschrauberlinien 1999 an das eigenständige Unternehmen MD Helicopters mit Sitz in Mesa, Arizona. Wer sich für das zweite berühmte Hughes-Projekt interessiert, liest im Beitrag Hughes H-4 Spruce Goose weiter.
Vom Army-Wettbewerb zum Rekordhubschrauber
Die Geschichte beginnt 1960. Die US Army suchte einen Nachfolger für den Kolbenmotor-Hubschrauber Bell H-13 Sioux – die militärische Version des Bell 47 – und schrieb einen Wettbewerb für einen Light Observation Helicopter aus, kurz LOH. Gefordert war ein leichter, schneller Beobachtungshubschrauber mit Turbine. Rund ein Dutzend Firmen bewarben sich, in der engeren Auswahl standen schließlich Bell, Fairchild-Hiller und Hughes.
Hughes setzte auf ein radikal kompaktes Konzept: Das Modell 369 packte Besatzung, Turbine und Tank in eine kleine, tropfenförmige Kapsel. Der Prototyp flog am 27. Februar 1963. Im Mai 1965 erhielt Hughes den Serienauftrag, 1966 kam die OH-6A Cayuse zur Truppe. Aus der Programmabkürzung LOH wurde im Soldatenjargon schnell „Loach“ – ein Spitzname, der dem Typ bis heute anhängt. Rund 1.420 OH-6A wurden gebaut.
Noch im Jahr der Indienststellung zeigte die OH-6, was in ihr steckt: 1966 stellte sie 23 Weltrekorde für Hubschrauber auf. Zwei davon hatten selbst Jahrzehnte später noch Bestand.
Der Erfolg hatte allerdings einen Haken: Als die Army die Beschaffung 1967 neu ausschrieb, unterbot Bell mit der OH-58 Kiowa, einer Militärversion des Bell 206 JetRanger. Ausgerechnet der Typ, der den ersten Wettbewerb verloren hatte, bekam damit den Folgeauftrag.
Spotter-Wissen: Zwei Rivalen, ein Wettbewerb
OH-6 und Bell 206 gehen auf denselben Army-Wettbewerb zurück. Wer beide Typen nebeneinander sieht, erkennt die unterschiedlichen Philosophien sofort: Hughes setzte auf die kompakte Kapsel mit kleinem Vielblattrotor, Bell auf einen schlankeren Rumpf mit großem Zweiblattrotor.
Hughes 500: der Sprung in die zivile Welt
Parallel zur Militärversion entwickelte Hughes eine zivile Ausführung. Die Hughes 500 erhielt 1966 ihre Zulassung, ab 1967 wurde sie ausgeliefert. Die verbreitete 500C flog mit einer Allison 250-C18B mit rund 317 shp und eignete sich mit ihrer Turbine besser für heiße Regionen und große Höhen als viele Kolbenhubschrauber ihrer Zeit.
Über die Jahre kamen immer stärkere Versionen hinzu:
- 500D (ab 1976): stärkere Turbine mit rund 420 shp, neuer Fünfblatt-Hauptrotor und T-Leitwerk; als Option ein Vierblatt-Heckrotor
- 500E (ab 1982): Nachfolger der 500D mit spitz zulaufender Nase und mehr Kopf- und Beinfreiheit in der Kabine
- 530F (Zulassung 1984): Version für „hot and high“ mit rund 650 shp und etwas größerem Rotor
Nach der Übernahme von Hughes Helicopters durch McDonnell Douglas im Januar 1984 wurden die Modelle in MD 500 umbenannt. Lizenzbauten entstanden unter anderem bei Kawasaki in Japan, wo 387 Maschinen für Militär und zivile Kunden gebaut wurden, und bei Breda Nardi in Italien, dessen NH-500 unter anderem bei der Guardia di Finanza im Einsatz waren.
NOTAR: der Hubschrauber ohne Heckrotor
Die wohl ungewöhnlichsten Mitglieder der Familie sind die NOTAR-Versionen. NOTAR steht für „No Tail Rotor“. Statt eines Heckrotors erzeugt ein Gebläse im Rumpf einen Luftstrom, der durch den Heckausleger strömt. Schlitze im Ausleger und eine drehbare Düse am Ende sorgen für die Seitenkraft, die das Drehmoment des Hauptrotors ausgleicht und mit der der Pilot den Hubschrauber um die Hochachse steuert.
Die MD 520N flog am 1. Mai 1990 erstmals und wurde am 13. September 1991 zugelassen. Später folgte die 530N als NOTAR-Version der 530F. Vorteile des Systems: kein offener Heckrotor, der Menschen am Boden gefährden kann, und ein deutlich leiserer Auftritt – ein Grund, warum einige US-Polizeibehörden darauf setzten.
Für dich als Spotter ist die NOTAR-Version ein Glücksfall: Sie ist auf einen Blick erkennbar. Der Heckausleger ist dicker, am Ende sitzt statt eines Rotors eine zylindrische Düse, flankiert von zwei kleinen Endflossen. Wie du die Seltenheit einer solchen Sichtung einordnest, erklärt der Beitrag Wie selten ist meine Sichtung?.
Little Bird: die Spezialkräfte-Version
Nach dem gescheiterten Befreiungsversuch der US-Geiseln im Iran 1980, dem Unternehmen Eagle Claw, baute die US Army spezialisierte Hubschrauberkräfte auf. Für verdeckte Einsätze in Städten brauchte sie etwas Kleines, Schnelles und Wendiges – und griff auf die OH-6A zurück. Daraus entstanden die MH-6 als Transporter, bei der Soldaten auf Sitzbänken außen am Rumpf mitfliegen, und die AH-6 als leicht bewaffnete Unterstützungsversion. Gemeinsam heißen sie Little Bird.
Betreiber ist das 160th Special Operations Aviation Regiment der US Army. Über die Jahre wurden die Little Birds mehrfach modernisiert, unter anderem mit neuerem Cockpit und stärkerer Turbine.
Für Streitkräfte anderer Länder bot Hughes und später MD die bewaffneten Exportversionen unter dem Namen MD 500 Defender an. Militärische Versionen der 500er-Familie flogen und fliegen unter anderem in Lateinamerika, Asien und Afrika, etwa in Kenia, auf den Philippinen und in El Salvador. In Finnland setzt das Utti-Jägerregiment Hubschrauber dieser Familie ein. Wie du Militärhubschrauber online verfolgst, steht im Guide Militärflugzeuge verfolgen; die Seriennummern von US-Maschinen erklärt der Beitrag US-Militärkennzeichen.
Militärflotten im Wandel
Welche Streitkräfte die MD 500 noch einsetzen, ändert sich mit Beschaffungen und Ausmusterungen. Prüf vor einem gezielten Besuch aktuelle Angaben der Betreiber und beachte die Regeln rund um Militärflugplätze.
Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
Die MD 500 ist einer der Hubschrauber, die man schon aus großer Entfernung an der Silhouette erkennt. Drei Blicke genügen meist.
Rumpfform ansehen
Eine kurze, eiförmige Kapsel mit großer, gewölbter Frontscheibe. Kein anderer gängiger Leichthubschrauber wirkt so gedrungen.
Heckausleger prüfen
Der Ausleger ist kurz und dünn und sitzt hoch am Ende der Kapsel. Bei NOTAR-Versionen ist er dicker und trägt statt eines Rotors eine Düse.
Rotorblätter zählen
Vier schmale Blätter bei OH-6 und 500C, fünf ab der 500D, sechs bei der MD 564 – immer auf einem kleinen Rotorkreis.
Für die Version lohnt sich der Blick auf die Details. Eine runde Nase spricht für OH-6, 500C oder 500D, eine spitze Nase für 500E, 530F und spätere Modelle. Das T-Leitwerk gibt es erst ab der 500D. Die letzte Gewissheit liefert das Kennzeichen. Viele MD 500 tragen US-amerikanische N-Nummern, deren Systematik der Beitrag US-N-Nummern erklärt aufschlüsselt.
MD 500, Bell 206, H120 oder Robinson?
Im Segment der kleinen Kufenhubschrauber ähneln sich manche Typen auf den ersten Blick. Der Finder hilft beim Eingrenzen.
Schnellbestimmung: kleine Hubschrauber mit Kufen
MD 500 / Hughes 500
Eierform, kurzer Ausleger und kleiner Vielblattrotor sind das klassische Bild. Spitze Nase: 500E oder 530F, runde Nase: OH-6, 500C oder 500D.
MD 520N / 530N (NOTAR)
Ohne Heckrotor, mit Düse am Ende eines dickeren Auslegers: Das ist eine NOTAR-Version der 500er-Familie.
Bell 206 JetRanger
Zweiblattrotor, schlankere Kabine mit spitzer Nase und deutlich längerem Ausleger – der alte Rivale aus dem Army-Wettbewerb.
Airbus H120 Colibri
Ebenfalls kompakt und rundlich, aber mit Dreiblattrotor und ummanteltem Heckrotor im Seitenleitwerk.
Robinson R44 oder R66
Kleine runde Kabine, aber nur zwei Rotorblätter und ein langer, dünner Heckausleger.
Zum Vertiefen lohnen sich die Seiten zum Bell 206 JetRanger, zum Airbus H120, zum Airbus H125 sowie zu Robinson R44 und Robinson R66. Einen Überblick über alle gängigen Drehflügler gibt dir der Guide Hubschraubertypen erkennen.
Kunstflug, Airshows und die Flying Bulls
Die MD 500 gilt dank kurzem Rotor und kurzem Heck als besonders wendig. Auf Airshows siehst du sie deshalb gern in dynamischen Vorführungen von Militär- und Polizeiteams, in den USA auch als Little Bird bei Vorführungen der Streitkräfte.
Echten Hubschrauber-Kunstflug mit Loopings und Rollen verbinden viele Fans dagegen mit den Flying Bulls aus Salzburg. Hier lohnt ein genauer Blick, damit du die Sichtung richtig einträgst: Laut der offiziellen Flottenliste der Flying Bulls fliegen deren Kunstflug-Vorführungen mit der Bo 105, die als zivil für Kunstflug zugelassener Hubschrauber gilt. Eine MD 500 gehört nicht zur aktuellen Flotte. Daneben stehen in Salzburg unter anderem eine Bell AH-1 Cobra und ein Bell 47. Die Sammlung kannst du im Hangar-7 Salzburg besichtigen, den passenden Standort für Fotos findest du unter Hangar-7 am Flughafen Salzburg.
Einen Überblick über die Vorführteams des Kontinents gibt der Beitrag Kunstflugstaffeln Europas, wie du Vorführungen gut ins Bild bekommst, steht im Guide Airshows fotografieren.
Typ H500 auf die Wunschliste
Setz in Planetrack die MD 500 oder einzelne Kennzeichen auf deine Wunschliste und lass dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, wenn sie an deinem Flughafen anfliegen. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Wo du die MD 500 heute antriffst
Die meisten der rund 4.700 gebauten Maschinen sind in Nordamerika registriert. Dort nutzen Polizei- und Sheriffbehörden, Arbeitsflugbetriebe, Film- und Fotofirmen sowie Privatleute den Typ. In Mitteleuropa ist die MD 500 deutlich seltener als die Écureuil, der JetRanger oder die Airbus-Zweimotorer – jede Sichtung ist hier also ein kleiner Fang.
USA: Auf Heliports, kleinen Flugplätzen und bei Polizeistaffeln, vor allem im Süden und Westen. Die Little Birds der Spezialkräfte zeigen sich gelegentlich bei Airshows und Übungen.
Italien: Durch den Lizenzbau bei Breda Nardi kamen NH-500 zu Behörden wie der Guardia di Finanza. Ob und wo sie noch fliegen, prüfst du vor einem Besuch am besten anhand aktueller Sichtungsmeldungen.
Deutschland, Österreich, Schweiz: Vereinzelt bei privaten Betreibern und Arbeitsflugfirmen, gelegentlich auf Fly-ins und Flugtagen.
| Ort | Trefferchance | Warum |
|---|---|---|
| Heliports und Polizeistaffeln in den USA | hoch | Große zivile und behördliche Flotte |
| Italienische Behörden-Stützpunkte | niedrig bis mittel | Lizenzbau NH-500, Bestand im Wandel |
| Airshows mit Militärbeteiligung | mittel | Defender und Little Bird in Vorführungen |
| Große Verkehrsflughäfen in Mitteleuropa | niedrig | Nur Überführungen oder Arbeitsflüge |
Viele MD 500 senden ADS-B-Daten, im Tiefflug ist der Empfang aber oft lückenhaft. Tipps, wie du Hubschrauber trotzdem auf dem Radar findest, sammelt der Beitrag Hubschrauber auf dem Flugradar verfolgen.
Fototipps speziell für die MD 500
Der kleine Rotorkreis mit vielen Blättern dreht schnell. Das ist gut für dich: Schon bei moderaten Verschlusszeiten verwischt die Rotorscheibe sichtbar. Trotzdem gilt wie bei jedem Hubschrauber, dass zu kurze Zeiten die Blätter einfrieren und die Maschine wie ein Modell wirken lassen.
Verschlusszeit wählen
Starte um 1/160 s und geh bei ruhiger Hand und Stabilisator weiter herunter, bis die Rotorscheibe geschlossen wirkt.
Profil nutzen
Die Eierform und der kurze Ausleger kommen seitlich am besten zur Geltung. Im Profil erkennst du auch Nase und Leitwerk für die Versionsbestimmung.
Dynamik einfangen
Die MD 500 fliegt oft in steilen Kurven. Mitziehen mit langer Zeit bringt Bewegung ins Bild und trennt die Maschine vom Hintergrund.
Licht planen
Die große Frontverglasung spiegelt stark. Mit der Sonne im Rücken siehst du ins Cockpit, statt nur Reflexe einzufangen.
Die Technik gleicht der bei Propellermaschinen; Details findest du im Guide Propeller fotografieren: die richtige Verschlusszeit. In Planetrack zeigt dir der Sonnenstand-Planer für deinen Spot, wann das Licht passt. Allgemeine Tipps zu Drehflüglern sammelt der Beitrag Hubschrauber spotten.
Die MD 500 im Kontext der Hughes-Familie
Hughes Helicopters hinterließ zwei große Erbstücke. Das eine ist die 500er-Familie, das andere der Kampfhubschrauber AH-64 Apache, den Hughes für die US Army entwickelte und der nach der Übernahme bei McDonnell Douglas und später Boeing weitergebaut wurde. Angetrieben werden die 500er von Turbinen der Allison-250-Linie, die heute zu Rolls-Royce gehört – dieselbe Triebwerksfamilie steckt auch im Bell 206.
Wer Hubschraubergeschichte aus der Nähe sehen will, findet im Hubschraubermuseum Bückeburg einen breiten Querschnitt der Drehflügler-Entwicklung. Als kleines Kontrastprogramm in der Leichtklasse lohnt ein Blick auf den französischen Guimbal Cabri G2, einen Kolbenmotor-Zweisitzer mit Fenestron.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für die MD 500, wenn …
- die Kabine kurz und eiförmig ist
- der Heckausleger auffallend kurz wirkt
- du vier bis sechs schmale Blätter auf einem kleinen Rotorkreis zählst
- im Tracking-Dienst H500 als Typ steht
Sieh genauer hin, wenn …
- kein Heckrotor zu sehen ist – dann ist es eine NOTAR-Version wie die 520N
- Sitzbänke außen am Rumpf montiert sind – das ist eine MH-6 Little Bird
- Waffenstationen am Rumpf sitzen – dann eine AH-6 oder ein MD 500 Defender
Es ist keine MD 500, wenn …
- ein Fenestron im Leitwerk sitzt – dann eher H120 oder Cabri G2
- der Rotor nur zwei Blätter hat
- der Heckausleger lang und rohrdünn ist – dann eher ein Robinson
- zwei Turbinen zu sehen sind
Fazit
Die MD 500 ist der Beweis, dass ein Hubschrauber nicht groß sein muss, um Geschichte zu schreiben. Aus dem Army-Wettbewerb der frühen 1960er-Jahre entstand ein Rekordhalter, ein Zivilklassiker, ein Spezialkräfte-Werkzeug und mit der NOTAR-Version sogar ein technischer Sonderweg. Eierform, kurzer Ausleger und kleiner Vielblattrotor machen sie unverwechselbar – und weil sie in Mitteleuropa selten ist, freut sich hier jeder Spotter über eine Sichtung. Wenn du gerade erst einsteigst, bringt dich der Guide Planespotting für Einsteiger schnell auf Kurs.
Kurzfazit
Eiförmige Kabine, kurzer Heckausleger, vier bis sechs schmale Blätter: Das ist die MD 500. Spitze Nase heißt 500E oder neuer, runde Nase OH-6, 500C oder 500D, kein Heckrotor heißt NOTAR. Die Flying Bulls fliegen ihren Kunstflug übrigens mit der Bo 105 – trag die Sichtung also mit dem richtigen Typ ein und notier das Kennzeichen.
Zusammenfassung
- Hughes gewann mit dem Modell 369 Mitte der 1960er-Jahre den Wettbewerb der US Army um einen leichten Beobachtungshubschrauber; der Prototyp flog am 27. Februar 1963, die OH-6A kam 1966 zur Truppe.
- Die zivile Hughes 500 folgte 1967, spätere Stufen wie 500D, 500E und 530F brachten mehr Leistung, Fünfblattrotor, T-Leitwerk und eine spitze Nase.
- Nach der Übernahme von Hughes durch McDonnell Douglas 1984 hieß der Typ MD 500, seit 1999 baut MD Helicopters in Mesa, Arizona, die zivilen Versionen weiter.
- Erkennbar ist er an der Eierform, dem kurzen Heckausleger und dem kleinen Rotorkreis; die genaue Version verraten Nase, Leitwerk, Blattzahl und das Kennzeichen.
Häufige Fragen
Ist die MD 500 dasselbe wie die Hughes 500?
Ja, im Grunde schon. Hughes Helicopters entwickelte den Typ und verkaufte ihn zivil als Hughes 500. Nachdem McDonnell Douglas Hughes Helicopters im Januar 1984 übernommen hatte, lief er als MD 500 weiter. Seit 1999 gehören die zivilen Linien zu MD Helicopters. Die Werksbezeichnung ist durchgehend das Modell 369.
Welchen ICAO-Typcode hat die MD 500?
Die klassischen Versionen mit Heckrotor laufen unter H500. Die NOTAR-Varianten ohne Heckrotor werden in Datenbanken unter einem eigenen Code geführt. Welche Version genau vor dir steht, klärst du am sichersten über das Kennzeichen und den Eintrag im Luftfahrzeugregister.
Warum heißt die OH-6 „Loach“?
Der Spitzname leitet sich vom Beschaffungsprogramm der US Army ab, dem Light Observation Helicopter, kurz LOH. Ausgesprochen klingt das wie „Loach“. Der offizielle Name der OH-6 lautet Cayuse, durchgesetzt hat sich im Alltag aber der Spitzname.
Was ist eine Little Bird?
So heißen die Versionen MH-6 und AH-6, die die US Army aus der OH-6 für Spezialeinsätze ableitete. Anlass war das gescheiterte Unternehmen Eagle Claw 1980. Die Maschinen fliegen beim 160th Special Operations Aviation Regiment, die MH-6 als Transporter mit Sitzbänken außen am Rumpf, die AH-6 als leicht bewaffnete Version.
Was bedeutet NOTAR bei der MD 520N?
NOTAR steht für „No Tail Rotor“. Statt eines Heckrotors bläst ein Gebläse im Rumpf Luft durch den Heckausleger. Durch Schlitze und eine drehbare Düse am Ende entsteht die Kraft, die das Drehmoment des Hauptrotors ausgleicht. Die MD 520N flog am 1. Mai 1990 erstmals und war das erste Serienmodell mit diesem System.
Fliegen die Flying Bulls eine MD 500?
Nein, nach der aktuellen Flottenliste der Flying Bulls nicht. Ihre Kunstflug-Hubschrauber sind Bo 105, dazu kommen unter anderem eine Bell Cobra und ein Bell 47. Die MD 500 begegnet dir auf Airshows eher als Militär- oder Polizeihubschrauber.
Wie unterscheide ich die MD 500 von einer Robinson R44?
Beide sind klein und haben eine runde Kabine. Die R44 hat aber nur zwei Rotorblätter, einen Kolbenmotor und einen langen, rohrdünnen Heckausleger. Die MD 500 hat vier bis sechs Blätter, eine Turbine und einen auffallend kurzen Heckausleger. Hörbar ist der Unterschied ebenfalls: Die MD 500 klingt nach Turbine, die R44 nach Kolbenmotor.
MD Helicopters MD 500 / Hughes 500 sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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