Das Wichtigste in Kürze
- Der Lynx ist ein britischer Mehrzweckhubschrauber von Westland aus Yeovil, entstanden im Rahmen eines britisch-französischen Hubschrauberabkommens von 1967. Erstflug war am 21. März 1971.
- Für die Deutsche Marine war der Sea Lynx gut vier Jahrzehnte der Bordhubschrauber auf den Fregatten. Stationiert ist die Flotte in Nordholz bei Cuxhaven, Nachfolger ist der NH90 Sea Tiger.
- Ein umgebauter Lynx hält seit 1986 den offiziellen FAI-Geschwindigkeitsrekord für Hubschrauber: 400,87 km/h, geflogen von Trevor Egginton.
- Der Rotor macht den Unterschied: Der starre Titan-Rotorkopf macht den Lynx sehr wendig, er ist sogar für Loopings und Rollen zugelassen.
- In Großbritannien ist der Lynx Geschichte: Royal Navy (2017) und Army Air Corps (2018) haben ihn ausgemustert, sein Nachfolger dort ist die AW159 Wildcat.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Hersteller | Westland Helicopters, Yeovil (Großbritannien), mit Beteiligung von Sud Aviation/Aérospatiale |
|---|---|
| Entwicklungsbezeichnung | Westland WG.13 |
| Erstflug | 21. März 1971 (Prototyp) |
| Gebaute Exemplare | rund 450 (Stand 2009, alle Versionen) |
| Hauptrotor | 4 Blätter, starrer Rotorkopf aus Titan, 12,80 m Durchmesser |
| Triebwerke | 2 × Rolls-Royce Gem, bei späten Super-Lynx-Versionen 2 × LHTEC CTS800 |
| Länge (Super Lynx 100) | 13,34 m über Heckrotor, 15,24 m mit drehenden Rotoren |
| Höhe (Super Lynx 100) | 3,67 m |
| Max. Abfluggewicht (Super Lynx 100) | 5,33 t |
| Höchstgeschwindigkeit (Super Lynx 100) | rund 324 km/h |
| Reichweite (Super Lynx 100) | rund 528 km |
| Besatzung | 2 bis 3 |
| Geschwindigkeitsrekord | 400,87 km/h am 11. August 1986 (G-LYNX) |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Kurzer, gedrungener Rumpf mit stumpfer Nase und großen Cockpitscheiben – der Lynx wirkt kompakter als fast jeder andere zweimotorige Militärhubschrauber
- Vierblättriger Hauptrotor auf einem flachen, starren Rotorkopf, dahinter die beiden Triebwerke oben auf dem Rumpf
- Schlanker Heckausleger mit hoher Finne und offenem Heckrotor; bei Marineversionen lassen sich Heck und Rotorblätter zum Verstauen im Hangar falten
- Marine-Lynx und spätere Heeresversionen stehen auf einem Radfahrwerk, die frühen Heeresmaschinen der Version AH.1 auf Kufen
- Marineversionen mit Radarverkleidung unter der Nase und Waffenstationen seitlich am Rumpf
- In Deutschland: grauer Marineanstrich und Kennungen aus dem Block 83+
Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein kleiner grauer Hubschrauber setzt auf dem Achterdeck einer Fregatte auf, der Rumpf kurz und kompakt, der Rotor flach über dem Dach: So sah über Jahrzehnte der Alltag der deutschen Marineflieger aus. Der Westland Lynx, bei der Bundeswehr als Sea Lynx bekannt, ist einer der prägenden Militärhubschrauber Europas. Er war wendig genug für Loopings, schnell genug für einen Weltrekord und robust genug, um von schwankenden Schiffsdecks aus zu operieren. Jetzt geht seine Zeit zu Ende. Hier erfährst du, woher er kommt, welche Versionen es gibt, was es mit dem Rekord auf sich hat und wo du ihn noch zu sehen bekommst.
Den Sea Lynx noch erwischen
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Was ist der Westland Lynx?
Der Lynx ist ein zweimotoriger Mehrzweckhubschrauber der Fünf-Tonnen-Klasse aus Großbritannien. Entwickelt und gebaut hat ihn Westland Helicopters in Yeovil in der Grafschaft Somerset. Der Hersteller ging später in AgustaWestland auf und gehört heute zu Leonardo, dessen britischer Hubschrauberzweig weiterhin in Yeovil sitzt.
Den Rahmen bildete ein britisch-französisches Hubschrauberabkommen vom Februar 1967. Es umfasste drei Muster: den Puma und die Gazelle unter französischer Führung sowie den Lynx unter britischer. Sud Aviation, später Aérospatiale, übernahm dafür rund 30 Prozent der Fertigungsarbeit am Lynx. Im Gegenzug flog der Typ auch bei der französischen Marine.
Unter der Projektbezeichnung WG.13 startete der erste Prototyp am 21. März 1971. Insgesamt entstanden 13 Prototypen, ehe die Serienfertigung anlief. Am Ende wurden laut gängigen Nachschlagewerken rund 450 Lynx aller Versionen gebaut (Stand 2009).
Der Rotor als Herzstück
Was den Lynx technisch besonders macht, sitzt oben auf dem Rumpf: ein starrer Rotorkopf aus einem einzigen Titanblock, an dem vier Blätter in Wabenbauweise aus Verbundwerkstoff hängen. Anders als bei Hubschraubern mit Schlag- und Schwenkgelenken überträgt dieses System Steuerbefehle sehr direkt auf den Rumpf. Das Ergebnis ist eine für einen Hubschrauber dieser Größe ungewöhnliche Wendigkeit. Der Lynx ist voll kunstflugtauglich und fliegt Loopings und Rollen.
Angetrieben wird er von zwei Rolls-Royce Gem, ursprünglich als Bristol Siddeley BS.360 entwickelt. Mehr zum Triebwerkshersteller findest du auf der Seite zu Rolls-Royce. Späte Exportversionen des Super Lynx erhielten alternativ das amerikanische LHTEC CTS800.
Die wichtigsten Versionen
Der Lynx war von Anfang an für zwei Welten gedacht: das Gefechtsfeld an Land und das Deck von Kriegsschiffen. Entsprechend breit ist die Familie.
| Version | Nutzer | Einordnung |
|---|---|---|
| AH.1 | British Army | Erste Heeresversion, Erstflug der Serie 1977, 113 gebaut, Kufenlandegestell |
| HAS.2 / Mk 2(FN) | Royal Navy, französische Marine | Erste Marineversionen mit Radfahrwerk und faltbarem Heck |
| HAS.3 | Royal Navy | Verbesserte Marineversion mit stärkeren Gem-42-1-Triebwerken |
| HMA.8 | Royal Navy | Kampfwertgesteigerte Marineversion auf Basis des Super Lynx 100, mit BERP-Rotorblättern und Wärmebildgerät |
| Mk 88 / Mk 88A | Deutsche Marine | Sea Lynx, Bordhubschrauber auf Fregatten |
| Super Lynx 200/300 | Exportkunden | Spätere Exportmodelle, die Serie 300 mit Glascockpit |
| AW159 Wildcat | Großbritannien, Südkorea u. a. | Weiterentwicklung, technisch weitgehend neu |
Die Wildcat sieht dem Lynx zwar ähnlich, ist aber eine weitgehende Neukonstruktion: Nur etwa fünf Prozent der Bauteile sind mit älteren Lynx-Versionen austauschbar. Für Spotter lohnt der Blick auf das Heck – die Wildcat hat einen neu gestalteten Heckausleger und ein moderneres Cockpit mit großen Bildschirmen.
Der Sea Lynx bei der Deutschen Marine
Für deutsche Spotter ist der Lynx vor allem ein Marinehubschrauber. 1981 wurde der erste Sea Lynx Mk 88 gefertigt und in Dienst gestellt, insgesamt baute Westland 19 Maschinen dieser ersten Version für Deutschland. Die Mk 88 entsprach weitgehend dem britischen HAS.2.
1996 bestellte die Marine sieben neue Super Lynx Mk 88A, 1998 wurde beschlossen, die vorhandenen Maschinen ebenfalls auf diesen Standard zu bringen. Danach flog die gesamte Flotte als Mk 88A. Nach Angaben aus dem Jahr 2014 umfasste sie 22 Hubschrauber. Die Kennungen stammen aus dem Bundeswehr-Block 83+; wie das System funktioniert, erklärt der Beitrag Kennzeichen von Bundeswehr-Luftfahrzeugen.
Bordhubschrauber auf den Fregatten
Der Sea Lynx war als Bordhubschrauber gedacht: Er lebt im Hangar einer Fregatte und erweitert deren Sensor- und Waffenreichweite weit über den Horizont hinaus. Die Fregatten der Bremen-Klasse (F122) nahmen jeweils zwei Sea Lynx mit; die letzte Einheit dieser Klasse, die Lübeck, wurde im Dezember 2022 außer Dienst gestellt. Auch die Brandenburg-Klasse (F123) ist für zwei Sea Lynx ausgelegt, die Sachsen-Klasse (F124) kann zwei Lynx oder NH90 aufnehmen.
An Bord übernahm der Sea Lynx vor allem die U-Jagd mit Tauchsonar und Torpedos, die Bekämpfung von Überwasserzielen sowie Aufklärung, Transport und Rettung. Typische Bewaffnung waren leichte Torpedos, Seezielflugkörper vom Typ Sea Skua oder ein schweres Maschinengewehr in der Tür. Auf Fregatten eingeschifft war der Sea Lynx unter anderem bei der EU-Operation Atalanta gegen Piraterie vor Somalia im Einsatz.
Von Kiel nach Nordholz
Organisatorisch gehörten die Bordhubschrauber lange zum Marinefliegergeschwader 3 in Nordholz. Seit November 2012 sind sie dem Marinefliegergeschwader 5 zugeordnet, das damals von Kiel-Holtenau nach Nordholz umzog. Das Geschwader hat eigene fliegende und technische Staffeln für den Sea Lynx. Gleich neben dem Fliegerhorst liegt das Aeronauticum Nordholz, das die Geschichte der Marineflieger erzählt.
Risse im Heck und schwache Verfügbarkeit
Ganz ohne Probleme verliefen die späten Dienstjahre nicht. Im September 2014 wurde die Flotte nach dem Fund von Rissen im Heckbereich stillgelegt. Ab Januar 2015 durften einzelne Maschinen wieder eingeschränkt fliegen, der volle Flugbetrieb lief erst im Januar 2017 wieder an. In der ersten Jahreshälfte 2016 lag die Einsatzbereitschaft bei lediglich rund 22 Prozent – das entsprach nur vier bis fünf flugfähigen Hubschraubern. Das Alter der Zellen machte sich bemerkbar.
Der Nachfolger: NH90 Sea Tiger
Abgelöst wird der Sea Lynx durch den NH90 Sea Tiger. Die Bundeswehr hat 31 Maschinen bestellt, genug für 15 Fregatten mit je zwei Hubschraubern plus eine Erprobungsmaschine. Die Ablösung in Nordholz hat Ende 2025 mit dem ersten Sea Tiger begonnen. Parallel hat die Marine im August 2024 auch den Sea King außer Dienst gestellt, den zweiten Westland-Klassiker der Marineflieger.
Ausmusterung läuft
Die Planung sah zuletzt vor, den Sea Lynx bis Ende 2026 auszumustern. Ob und wie viele Maschinen im Herbst 2026 noch fliegen, ändert sich gerade schnell. Prüf vor einer gezielten Tour nach Nordholz aktuelle Meldungen der Marine.
400,87 km/h: der Geschwindigkeitsrekord
Am 11. August 1986 schrieb ein Lynx Luftfahrtgeschichte. Der Westland-Testpilot Trevor Egginton flog den firmeneigenen Demonstrator G-LYNX über eine Messstrecke von 15 und 25 Kilometern mit 400,87 km/h.
Möglich machten das zwei Umbauten. Zum einen bekam G-LYNX leistungsgesteigerte Gem-60-Triebwerke. Zum anderen trug er die neuen BERP-Rotorblätter (British Experimental Rotor Programme). Ihre markanten, nach hinten gezogenen und abgeflachten Blattspitzen verzögern Strömungsprobleme am vorlaufenden Blatt, die normale Rotorblätter bei hohen Geschwindigkeiten ausbremsen. Die Technik floss später in Serienversionen wie den HMA.8 und in den AW101 ein.
Schon 1972 hatte ein Lynx Rekorde aufgestellt: Westland-Pilot Roy Moxam erreichte 321,74 km/h über 15 und 25 Kilometer sowie 318,5 km/h auf einem 100-Kilometer-Rundkurs.
Warum der Rekord noch steht
Experimentelle Drehflügler wie der Sikorsky X2 waren 2010 deutlich schneller. Sie nutzen aber Koaxialrotoren und einen Schubpropeller und fallen nicht in dieselbe Rekordklasse. Als offizieller FAI-Rekord für Hubschrauber galt die Marke des Lynx nach den verfügbaren Quellen weiterhin als ungebrochen.
Im Einsatz: Falkland und Golf
Bekannt wurde der Lynx auch durch seine Kampfeinsätze. Im Falklandkrieg 1982 flogen britische Marine-Lynx U-Boot-Patrouillen. Am 3. Mai 1982 feuerte ein Lynx erstmals im Gefecht einen Sea Skua-Flugkörper ab, Ziel war ein argentinisches Patrouillenboot. Im Golfkrieg 1991 spielten Lynx mit Sea Skua eine wichtige Rolle gegen irakische Schnellboote, und Heeres-Lynx setzten erstmals im britischen Kampfeinsatz TOW-Panzerabwehrraketen ein.
In Großbritannien endete die Ära inzwischen: Die Royal Navy musterte den Lynx am 23. März 2017 aus, das Army Air Corps folgte 2018 mit der Auflösung der 657 Squadron. Weiter im Dienst stehen Lynx und Super Lynx laut verfügbaren Übersichten unter anderem in Algerien, Brasilien, Malaysia, Oman, Portugal, Südafrika, Südkorea und Thailand – der genaue Bestand ändert sich aber laufend.
Seltene Typen auf die Wunschliste
Setz in Planetrack den Lynx oder einzelne Kennungen auf deine Wunschliste und lass dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, wenn sie an einem Flughafen in deiner Nähe anfliegen. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
So erkennst du den Lynx sicher
Der Lynx ist eher klein für einen zweimotorigen Militärhubschrauber. Drei Schritte reichen meist zur Bestimmung.
Proportionen lesen
Ein kurzer, hoher Rumpf mit stumpfer Nase und großen Scheiben, dahinter ein schlanker Heckausleger. Alles wirkt kompakt, fast bullig – deutlich kleiner als ein NH90 oder Sea King.
Rotorkopf ansehen
Vier Blätter auf einem flachen, glatten Rotorkopf ohne sichtbare Gelenke. Bei HMA.8, Mk 88A und Super Lynx tragen die Blätter oft die breiten, abgeknickten BERP-Spitzen.
Fahrwerk und Ausrüstung
Kufen sprechen für einen frühen Heeres-Lynx. Radfahrwerk, Radar unter der Nase und grauer Anstrich deuten auf eine Marineversion wie den Sea Lynx.
Die letzte Gewissheit bringt die Kennung. Grundlagen zur Bestimmung von Drehflüglern findest du im Guide Hubschraubertypen erkennen.
Schnellbestimmung: grauer Marinehubschrauber
Westland Sea Lynx
Kompakter Rumpf, vier Blätter auf dem starren Rotorkopf und Radfahrwerk – das ist der Bordhubschrauber der Marine. Eine Rarität, solange er noch fliegt.
NH90 Sea Lion oder Sea Tiger
Größer, mit kantigem Verbundrumpf und deutlich mehr Volumen. Das ist die neue Generation der Marineflieger.
Westland Sea King
Fünf Blätter und ein großer, bootsförmiger Rumpf sprechen für den Sea King. Bei der Deutschen Marine ist er seit 2024 ausgemustert, im Ausland und in Museen begegnet er dir noch.
Häufige Verwechslungen
Es spricht für den Lynx, wenn …
- der Rumpf auffällig kurz und hoch wirkt
- vier Blätter auf einem flachen Rotorkopf ohne sichtbare Gelenke sitzen
- die deutsche Marinekennung mit 83+ beginnt
Sieh genauer hin, wenn …
- du in Großbritannien oder Südkorea fotografierst – dort fliegt die ähnliche AW159 Wildcat
- der Hubschrauber Kufen hat – dann kann es ein früher Heeres-Lynx sein, aber auch ein ganz anderer Typ
- du nur eine Silhouette gegen den Himmel siehst
Es ist kein Lynx, wenn …
Wo du den Lynx antriffst
Ein fliegender Lynx wird in Mitteleuropa zur Seltenheit. Diese Orte bieten trotzdem Chancen.
| Ort | Trefferchance | Warum |
|---|---|---|
| Nordholz bei Cuxhaven | sinkend | Heimat des Marinefliegergeschwaders 5, Ablösung durch den Sea Tiger läuft |
| Marinestützpunkte an Nord- und Ostsee | gering | Bordhubschrauber nur, wenn Fregatten mit eingeschifftem Lynx einlaufen |
| Aeronauticum Nordholz | Ausstellung | Museum der Marineflieger direkt am Fliegerhorst |
| RNAS Yeovilton (Großbritannien) | Ausstellung | Fleet Air Arm Museum mit Lynx, draußen fliegt der Nachfolger Wildcat |
| Airshows und offene Tage | gering bis mittel | Static Display ausländischer Nutzer, letzte Auftritte deutscher Maschinen |
In England lohnt der Abstecher nach Somerset: Am Fleet Air Arm Museum in Yeovilton siehst du den Lynx in der Ausstellung und die Wildcat im Flugbetrieb der Royal Navy. Wer britische Militärluftfahrt mag, sollte auch das Royal International Air Tattoo in Fairford auf dem Zettel haben. In Deutschland bietet das Hubschraubermuseum Bückeburg einen guten Überblick über Drehflügler bei der Bundeswehr.
Rund um militärische Liegenschaften gelten besondere Regeln, lies vorher den Beitrag Militärflugplatz fotografieren. Militärhubschrauber senden nicht immer verwertbare ADS-B-Daten; wie du sie trotzdem findest, steht in Militärflugzeuge online verfolgen. Gute Gelegenheiten für einen Blick aus der Nähe bieten auch der Tag der Bundeswehr und offene Tage der Marine.
Bereit für deine Lynx-Tour?
- Ich habe aktuelle Meldungen zum Stand der Sea-Lynx-Ausmusterung gelesen.
- Ich kenne die Regeln rund um militärische Flugplätze.
- Mein Standpunkt ist öffentlich zugänglich und erlaubt.
- Ich habe Wind und Licht für den Tag geprüft.
- Meine Verschlusszeit ist für Rotorbewegung eingestellt.
Fototipps für den Lynx
Der Lynx ist ein dankbares Motiv: kompakt, agil und mit einem Rotorkopf, der in Bewegung besonders gut aussieht.
Rotor in Bewegung
Mit rund 1/125 s und sauberem Mitziehen verwischen die vier Blätter zur Scheibe, der Rumpf bleibt scharf. Eingefrorene Blätter wirken bei Hubschraubern schnell leblos.
Dreiviertelansicht von vorn
Schräg von vorn siehst du die stumpfe Nase, das Radar und den Rotorkopf zugleich. Im reinen Profil wirkt der Lynx dagegen fast unscheinbar.
Abwind beachten
Auch ein Fünf-Tonnen-Hubschrauber wirbelt Sand und Gras auf. Halte Abstand, sichere Ausrüstung und schütze die Frontlinse.
Mehr zur Technik steht im Guide Propeller fotografieren: die richtige Verschlusszeit, allgemeine Tipps im Artikel Hubschrauber spotten. Mit dem Sonnenstand-Planer und den Wetter- und Windangaben in Planetrack siehst du vor der Tour, aus welcher Richtung Licht und Wind kommen. Deine Sichtung postest du danach mit Foto, Typ, Kennung und Spot direkt in der Community.
Fazit
Der Westland Lynx ist ein Hubschrauber mit Charakter. Sein starrer Titan-Rotor machte ihn außergewöhnlich wendig, ein umgebautes Exemplar flog 1986 einen bis heute anerkannten Weltrekord, und auf Fregatten von Royal Navy und Deutscher Marine war er über Jahrzehnte das fliegende Auge der Schiffe. In Großbritannien ist er bereits Geschichte, in Deutschland löst der NH90 Sea Tiger ihn gerade ab. Wer einen Sea Lynx noch in der Luft sehen will, sollte sich beeilen – danach bleiben Museen und ausländische Nutzer.
Kurzfazit
Kurzer, bulliger Rumpf, vier Blätter auf flachem Rotorkopf, Radfahrwerk und grauer Marineanstrich: Das ist der Sea Lynx. Achte auf Kennungen aus dem Block 83+, schau in Nordholz vorbei, solange er noch fliegt, und merk dir die Zahl 400,87 – als offizieller Hubschrauberrekord gilt sie bis heute.
Zusammenfassung
- Der Lynx flog erstmals 1971 und wurde in rund 450 Exemplaren für Heer und Marine zahlreicher Länder gebaut.
- Die Deutsche Marine stellte ihn 1981 in Dienst und setzte ihn als Sea Lynx Mk 88 und Mk 88A auf den Fregatten der Klassen F122, F123 und F124 ein.
- Mit 400,87 km/h stellte der Demonstrator G-LYNX 1986 einen bis heute gültigen FAI-Rekord für Hubschrauber auf.
- Ab Ende 2025 begann in Nordholz die Ablösung durch den NH90 Sea Tiger; der Sea Lynx ist damit ein Auslaufmodell.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Lynx und Sea Lynx?
„Lynx“ ist der Name des Grundmusters. Als Sea Lynx bezeichnet die Deutsche Marine ihre Bordhubschrauber der Versionen Mk 88 und Mk 88A. Technisch sind das Marine-Lynx mit Radfahrwerk, faltbarem Heck, Radar und Ausrüstung für die U-Jagd.
Wie schnell ist der Lynx?
Im normalen Dienst erreicht ein Super Lynx der Serie 100 rund 324 km/h Höchstgeschwindigkeit. Der eigens umgebaute Demonstrator G-LYNX flog am 11. August 1986 mit 400,87 km/h einen Weltrekord. Er war mit leistungsgesteigerten Gem-60-Triebwerken und BERP-Rotorblättern ausgerüstet.
Ist der Geschwindigkeitsrekord des Lynx noch gültig?
Als offizieller, von der FAI anerkannter Rekord für Hubschrauber gilt er weiterhin als ungebrochen (Stand der Quellen 2022). Experimentelle Drehflügler wie der Sikorsky X2 waren 2010 schneller, flogen aber mit Schubpropeller und Koaxialrotor und wurden nicht als offizieller Rekord in dieser Klasse gewertet.
Wo ist der Sea Lynx in Deutschland stationiert?
Beim Marinefliegergeschwader 5 auf dem Fliegerhorst Nordholz bei Cuxhaven. Bis November 2012 gehörten die Bordhubschrauber zum Marinefliegergeschwader 3, ebenfalls in Nordholz. Auf See waren sie jeweils paarweise auf Fregatten eingeschifft.
Wer ersetzt den Sea Lynx?
Der NH90 Sea Tiger. Die Bundeswehr hat 31 Maschinen bestellt, die Ablösung hat Ende 2025 begonnen. Wann der letzte Sea Lynx fliegt, solltest du aktuell nachlesen – die Planung lief zuletzt auf eine Ausmusterung bis Ende 2026 hinaus.
Kann ein Lynx wirklich Loopings fliegen?
Ja. Der starre Rotorkopf aus Titan überträgt Steuerbefehle sehr direkt, deshalb ist der Lynx voll kunstflugtauglich und schafft Loopings und Rollen. Bei Airshows war das lange ein Publikumsmagnet.
Gibt es noch fliegende Lynx in Großbritannien?
Militärisch nicht mehr: Die Royal Navy hat den Lynx am 23. März 2017 ausgemustert, das Army Air Corps 2018. Seither fliegt dort die Weiterentwicklung AW159 Wildcat. Ausgestellte Lynx findest du unter anderem im Fleet Air Arm Museum in Yeovilton.
Westland Lynx / Sea Lynx sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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