ICAO-Hex-Code: Was die 24-Bit-Adresse über Kennzeichen und Herkunft verrät

Jedes Flugzeug mit Mode-S-Transponder funkt eine weltweit eindeutige 24-Bit-Adresse. Wie die ICAO die Adressblöcke an Staaten verteilt, was der Hex-Code mit dem Kennzeichen zu tun hat und wie du ihn beim Spotten nutzt.

Planetrack RedaktionVeröffentlicht: 15. Oktober 202614 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Code pro Flugzeug: Die ICAO-24-Bit-Adresse identifiziert ein einzelnes Luftfahrzeug. Zur selben Zeit darf sie nur einem Flugzeug zugeteilt sein, und jedes Flugzeug hat nur eine.
  • Sechs Hex-Zeichen, rund 16,8 Millionen Möglichkeiten: 24 Bit ergeben 16.777.216 Werte. Weil reine Nullen und reine Einsen nicht vergeben werden, bleiben 16.777.214 nutzbare Adressen.
  • Der Anfang verrät den Registerstaat: Die ICAO teilt jedem Staat einen festen Adressblock zu. Deutsche Flugzeuge liegen im Bereich 3C0000 bis 3FFFFF, US-Flugzeuge zwischen A00000 und AFFFFF.
  • Neuer Staat, neuer Code: Wechselt ein Flugzeug in ein anderes Register, gibt es seine alte Adresse ab und bekommt eine neue aus dem Block des neuen Staats.
  • Hex-Code ist nicht Squawk: Der vierstellige Squawk wird von der Flugsicherung pro Flug zugewiesen. Die 24-Bit-Adresse gehört fest zum Flugzeug.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Hex-Code: die kurze Antwort
  2. 2.Wofür die Adresse gebraucht wird
  3. 3.Wie die ICAO die Adressen verteilt
  4. 4.Den Registerstaat am Hex-Code erkennen
  5. 5.Hex-Code und Kennzeichen: mal berechenbar, mal nicht
  6. 6.Was passiert bei einer Umregistrierung?
  7. 7.Hex-Code, Squawk, Callsign: drei Werte, drei Aufgaben
  8. 8.Den Hex-Code beim Spotten nutzen
  9. 9.Hexadezimal, oktal, binär: dieselbe Zahl in drei Schreibweisen
  10. 10.Worauf du achten solltest
  11. 11.Fazit

Auf der Flugradar-Karte klickst du ein Flugzeug an, und neben Kennzeichen, Typ und Callsign steht ein unscheinbarer Wert wie 3C4A21 oder 4B1814. Viele überlesen ihn. Dabei ist dieser ICAO-Hex-Code die eigentliche Identität des Flugzeugs im Funk: eine 24-Bit-Adresse, die der Transponder bei jeder Aussendung mitschickt. Dieser Guide erklärt, woher die Adresse stammt, wie sie mit Kennzeichen und Registerstaat zusammenhängt, warum sie sich bei einer Umregistrierung ändert und wie du sie beim Spotten praktisch nutzt.

Das Kennzeichen im Blick, bevor es landet

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Hex-Code: die kurze Antwort

Die ICAO-24-Bit-Adresse ist eine weltweit eindeutige Kennung, die jedem Flugzeug mit Mode-S-Transponder zugewiesen wird. Sie besteht aus 24 Binärstellen und wird meist als sechsstelliger Hexadezimalwert geschrieben – daher der Name Hex-Code. Die ICAO teilt jedem Staat einen festen Adressblock zu, die nationale Registerbehörde vergibt daraus einzelne Adressen an die eingetragenen Flugzeuge. Deshalb verrät schon der Anfang des Codes den Registerstaat, genau wie die Länderkennung vor dem Kennzeichen.

Wichtig ist der Unterschied zum Kennzeichen: Das Kennzeichen steht für Menschen lesbar am Rumpf, die 24-Bit-Adresse ist die maschinenlesbare Entsprechung im Funk. Beide gehören zur Registrierung, sind aber zwei getrennte Werte. Wie das sichtbare Kennzeichen aufgebaut ist, erklärt der Guide Flugzeug-Kennzeichen verstehen.

24 BitLänge der Adresse, geschrieben als sechs Hex-Zeichen
16.777.214nutzbare Adressen weltweit (2²⁴ minus zwei gesperrte Werte)
1Adresse pro Flugzeug – und pro Adresse nur ein Flugzeug

Wofür die Adresse gebraucht wird

Die 24-Bit-Adresse entstand mit dem Sekundärradar-Modus S. Ältere Transponder im Mode A und C senden nur einen vierstelligen Code und die Höhe. Mode S kann dagegen jedes Flugzeug gezielt einzeln abfragen – und dafür braucht jedes Flugzeug eine eindeutige Adresse, ähnlich einer Hausnummer. Die technischen Hintergründe zu den Modi findest du im Artikel Mode-S-Transponder erklärt.

Inzwischen hängen mehrere Systeme an derselben Adresse:

  • Sekundärradar Mode S: Radarstationen der Flugsicherung adressieren einzelne Flugzeuge und lesen Daten wie Höhe und Kennung aus.
  • ADS-B: Bei ADS-B sendet der Transponder selbstständig Position, Geschwindigkeit und Callsign aus. Jede dieser Meldungen trägt die 24-Bit-Adresse als Absender.
  • Kollisionswarnung (ACAS/TCAS): Bordsysteme erkennen andere Flugzeuge in der Nähe und stimmen Ausweichmanöver über deren Adressen ab.
  • Datenlink: Auch Datenverbindungen zwischen Flugzeug und Bodenstelle, etwa für Freigaben per Textnachricht, nutzen die Adresse, um Nachrichten dem richtigen Flugzeug zuzustellen. Dafür wird sie zusätzlich im Flugplan eingetragen.

Für Spotter ist vor allem ADS-B relevant. Jeder Empfänger – vom großen Flugradar-Netzwerk bis zum selbstgebauten ADS-B-Empfänger auf dem eigenen Dach – sieht zunächst nur den Hex-Code. Erst eine Datenbank übersetzt ihn in Kennzeichen, Typ und Betreiber. Wie diese Daten entstehen und warum manche Dienste mehr anzeigen als andere, erklärt der Guide Flugverfolgung mit ADS-B für Spotter.

Wie die ICAO die Adressen verteilt

Die Regeln stehen in Anhang 10 zum Abkommen über die Internationale Zivilluftfahrt, Band III, Kapitel 9. Das Prinzip ist zweistufig:

  1. Zuteilung an Staaten: Die ICAO vergibt Blöcke fortlaufender Adressen an die Registerstaaten. Jeder Block ist durch ein festes Muster der ersten 4, 6, 9, 12 oder 14 Bits definiert. Daraus ergeben sich fünf Blockgrößen von 1.048.576 bis hinunter zu 1.024 Adressen.
  2. Zuweisung an Flugzeuge: Innerhalb seines Blocks weist der Staat jedem eingetragenen Flugzeug eine Adresse zu. In Deutschland ist dafür das Luftfahrt-Bundesamt als Registerbehörde zuständig.

Große Luftfahrtnationen haben große Blöcke, kleine Staaten kleine. Ein Staat kann zusätzliche Adressen erst beantragen, wenn mindestens 75 Prozent seines Blocks vergeben sind. Für einige Staaten mit kleinen Blöcken und stark wachsenden Drehkreuzen ist das durchaus ein Thema, zumal auch Vorfeldfahrzeuge mit Transponder Adressen benötigen.

Die Regeln für die Zuweisung

Der ICAO-Anhang legt für die einzelnen Adressen ein paar klare Grundsätze fest:

  • Eine Adresse darf zur selben Zeit nur einem Flugzeug zugewiesen sein.
  • Jedes Flugzeug bekommt nur eine Adresse, egal wie viele Transponder oder Systeme an Bord sind.
  • Die Adresse wird nur in Ausnahmefällen geändert und niemals während des Flugs.
  • Wechselt ein Flugzeug den Registerstaat, gibt es die alte Adresse ab und erhält vom neuen Register eine neue.
  • Die Adresse dient nur der technischen Identifizierung und soll keine weiteren Informationen transportieren.
  • Die Werte aus 24 Nullen und 24 Einsen werden nicht an Flugzeuge vergeben. Daher die Zahl 16.777.214 statt 16.777.216.

Zusätzlich verwaltet die ICAO einen eigenen Block für temporäre Adressen. Er ist für Fälle gedacht, in denen schnell gehandelt werden muss, damit ein Flugzeug nicht mit einer unzulässigen Adresse unterwegs ist. Sobald der Registerstaat eine reguläre Adresse vergeben hat, soll die temporäre wieder freigegeben werden.

Den Registerstaat am Hex-Code erkennen

Weil jeder Staat einen festen Block hat, kannst du den Registerstaat oft schon an den ersten zwei Zeichen ablesen. Die folgende Tabelle zeigt einige Blöcke, die du an mitteleuropäischen Flughäfen häufig siehst, abgeleitet aus Tabelle 9-1 des ICAO-Anhangs 10:

Staat Adressbereich (hex) Blockgröße Typisches Präfix am Rumpf
Deutschland 3C0000 – 3FFFFF 262.144 D-
Österreich 440000 – 447FFF 32.768 OE-
Schweiz 4B0000 – 4B7FFF 32.768 HB-
Frankreich 380000 – 3BFFFF 262.144 F-
Italien 300000 – 33FFFF 262.144 I-
Spanien 340000 – 37FFFF 262.144 EC-
Niederlande 480000 – 487FFF 32.768 PH-
Vereinigtes Königreich 400000 – 43FFFF 262.144 G-
USA A00000 – AFFFFF 1.048.576 N
China 780000 – 7BFFFF 262.144 B-
Japan 840000 – 87FFFF 262.144 JA
ICAO, temporäre Adressen F00000 – F07FFF 32.768 –

Die Blöcke folgen der Logik der Bits, nicht der Logik der Länderkennungen am Rumpf. Deshalb sind sie auf den ersten Blick schwer zu merken. Als Faustregel für den Alltag am Zaun reicht aber oft: 3C bis 3F ist Deutschland, 44 ist Österreich, 4B ist die Schweiz, A ist USA. Die passenden Länderpräfixe am Rumpf erklärt der Artikel Länderkennungen von Flugzeugen.

Block heißt Registerstaat, nicht Airline

Ein Code aus dem deutschen Block sagt nur, dass das Flugzeug im deutschen Register steht. Ob es für eine Airline der Lufthansa Group, einen Ferienflieger oder einen privaten Halter fliegt, steht nicht im Code. Umgekehrt kann ein Jet in vertrauter Lackierung einen Code aus einem ganz anderen Block funken, wenn er zum Beispiel bei einer ausländischen Konzerntochter registriert ist.

Wie groß ein Block bei einer bestimmten Anzahl fester Bits ist, kannst du hier nachrechnen:

Wie viele Adressen hat ein Block?

Wähle, wie viele der 24 Bits für den Staat festgelegt sind. Der Rest steht für einzelne Flugzeuge zur Verfügung.

Jedes freie Bit verdoppelt die Zahl der möglichen Adressen. Die beiden Werte aus lauter Nullen und lauter Einsen sind global gesperrt.

Hex-Code und Kennzeichen: mal berechenbar, mal nicht

Eine häufige Frage: Lässt sich das Kennzeichen aus dem Hex-Code ausrechnen? Die Antwort hängt vom Register ab.

USA: die rechnerische Ausnahme

In den USA sind N-Nummern und Adressen in einer festen, fortlaufenden Reihenfolge verknüpft. N1 entspricht A00001, N1A entspricht A00002, und am Ende steht N99999 bei ADF7C7. Wer die Systematik kennt, kann zwischen beiden Werten hin- und herrechnen, und dafür gibt es frei verfügbare Konverter. Ein historisches Beispiel ist NASAs Boeing-747-Trägerflugzeug für das Space Shuttle mit dem Kennzeichen N905NA: Seine Adresse lautet hexadezimal AC82EC, oktal 53101354.

Die Kehrseite: Bekommt ein US-Flugzeug eine neue N-Nummer, ändert sich zwangsläufig auch seine Adresse. Mehr zum Aufbau der US-Kennzeichen steht im Artikel US-N-Nummern erklärt.

Europa: Datenbank statt Formel

In Deutschland, Österreich, der Schweiz und den meisten anderen Staaten gibt es keine öffentlich nutzbare Rechenregel zwischen Kennzeichen und Adresse. Die Registerbehörde weist die Adresse zu, und die Verknüpfung steht in ihren Unterlagen. Um einen Code einem Kennzeichen zuzuordnen, brauchst du deshalb:

  • das Luftfahrzeugregister des jeweiligen Staats, sofern es die Adresse mit ausgibt – wie du Register abfragst, zeigt der Guide Luftfahrzeugregister abfragen,
  • die Datenbanken der Flugradar-Dienste, die Hex-Codes und Kennzeichen laufend pflegen,
  • oder Spotter-Datenbanken und Flottenlisten, in denen Codes aus Sichtungen und Empfangsdaten zusammengetragen werden.

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Was passiert bei einer Umregistrierung?

Für Spotter ist die Umregistrierung der spannendste Moment im Leben einer Adresse. Hier gilt die ICAO-Regel klar: Neuer Registerstaat, neue Adresse. Ein Airbus, der vom deutschen ins maltesische Register wechselt, gibt seinen Code aus dem Bereich 3C bis 3F ab und funkt danach eine Adresse aus dem maltesischen Block. Die alte Adresse wird frei und kann später einem anderen Flugzeug zugewiesen werden.

Daraus folgen ein paar praktische Effekte:

  • Gleiches Flugzeug, zwei Codes: In Flugverläufen erscheint dasselbe Flugzeug vor und nach dem Wechsel unter verschiedenen Hex-Codes. Wer die Historie eines Flugzeugs verfolgt, sollte deshalb über die Seriennummer gehen, die sich nie ändert. Wie das klappt, zeigt der Artikel Flughistorie eines Flugzeugs abrufen.
  • Kurze Datenbanklücken: Direkt nach dem Wechsel kennen manche Dienste die neue Adresse noch nicht. Auf der Karte siehst du dann nur den Hex-Code ohne Kennzeichen.
  • Recycelte Codes: Weil freigewordene Adressen neu vergeben werden können, gehört ein Code nach Jahren unter Umständen zu einem ganz anderen Flugzeug. Alte Logbuch-Einträge mit Hex-Code solltest du immer mit Kennzeichen und Datum speichern.

Bleibt ein Flugzeug im selben Staat und bekommt nur eine neue Lackierung oder einen neuen Betreiber, behält es seine Adresse in der Regel. Wie Umregistrierungen ablaufen und warum sie so häufig sind, erklärt der Guide Umregistrierungen von Flugzeugen.

Hex-Code, Squawk, Callsign: drei Werte, drei Aufgaben

Auf der Flugradar-Karte stehen gleich mehrere Kennungen nebeneinander, die leicht zu verwechseln sind:

Wert Beispielform Wer legt ihn fest? Wie lange gilt er?
Hex-Code (24-Bit-Adresse) 3C4A21 Registerbehörde des Staats solange das Flugzeug im Register steht
Kennzeichen D-AIMA Registerbehörde des Staats solange das Flugzeug im Register steht
Squawk 1000, 7000 Flugsicherung bzw. Crew einzelner Flug oder Flugabschnitt
Callsign DLH4AB Betreiber im Flugplan einzelner Flug

Der Squawk besteht aus vier Ziffern von 0 bis 7, ist also ein Oktalcode mit 4.096 Möglichkeiten. Die Crew stellt ihn nach Anweisung der Flugsicherung im Cockpit ein, und er wechselt ständig. Einige Codes haben feste Bedeutungen, etwa für Notfälle – mehr dazu im Artikel über Squawk-Codes 7500, 7600 und 7700. Das Callsign ist das Funkrufzeichen des Flugs, das der Guide Callsign und Flugnummer erklärt. Die 24-Bit-Adresse ist von allen vier Werten der einzige, den die Crew im Normalfall gar nicht anfasst.

Den Hex-Code beim Spotten nutzen

Im Alltag am Zaun ist der Hex-Code ein Werkzeug für die Fälle, in denen das Kennzeichen allein nicht weiterhilft.

1. Unlesbares Kennzeichen klären

Das Flugzeug war zu weit weg oder das Kennzeichen im Foto verwackelt? Notiere die Uhrzeit, such den Flug in der Wiedergabe eines Flugradar-Dienstes und lies dort Hex-Code und Kennzeichen ab. Weitere Tricks stehen im Guide Unlesbares Kennzeichen ermitteln.

2. Ein Flugzeug gezielt suchen

Viele Live-Karten erlauben die Suche nach dem Hex-Code. Das hilft vor allem bei Flugzeugen, deren Kennzeichen sich gerade geändert hat. Wie das Schritt für Schritt funktioniert, zeigt der Artikel Flugzeug nach Kennzeichen verfolgen.

3. Herkunft schnell einordnen

Taucht ein Code ohne Datenbankeintrag auf, verrät der Block zumindest den Registerstaat. Ein unbekannter Code aus dem US-Block über Mitteleuropa ist zum Beispiel ein Hinweis auf einen Businessjet oder einen Überführungsflug.

4. Eigene Empfangsdaten auswerten

Wer selbst ADS-B empfängt, sieht im Rohdatenstrom zunächst nur Codes. Ein Abgleich mit Datenbanken macht daraus Kennzeichen und Typen – und manchmal einen Exoten, den du sonst verpasst hättest.

Wenn der Code nicht zum Flugzeug passt

Gelegentlich stimmt etwas nicht: Ein Flugzeug funkt einen Code, der im Register zu einem anderen Kennzeichen gehört, oder sendet gar den Wert 000000. Häufige Ursachen sind ein falsch programmierter Transponder, ein frisch umregistriertes Flugzeug mit noch nicht angepasstem Gerät oder eine veraltete Datenbank. Für deine Sichtungen gilt daher: Das am Rumpf gelesene Kennzeichen hat Vorrang. Der Hex-Code ist eine sehr gute Hilfe, aber kein Beweis.

Militär, Staat und Privatsphäre

Auch Militär- und Staatsluftfahrzeuge mit Mode-S-Transponder haben 24-Bit-Adressen. Viele Flugradar-Dienste zeigen sie aber nicht oder nur eingeschränkt an, und manche Maschinen senden je nach Auftrag gar keine Positionsdaten. Welche Wege es trotzdem gibt, beschreibt der Guide Militärflugzeuge verfolgen.

In den USA gibt es zudem zwei Programme der Luftfahrtbehörde FAA für Halter, die nicht öffentlich verfolgt werden wollen. Über LADD lassen Halter die Anzeige ihrer Daten bei Diensten einschränken, die Daten von der FAA beziehen. Beim Programm Privacy ICAO Address (PIA) erhalten berechtigte Halter eine temporäre, alternative Adresse anstelle der im Register eingetragenen und fliegen dazu mit dem Callsign eines Drittanbieters. Für dich am Zaun heißt das: Ein US-Businessjet kann einen Code funken, der in keiner Datenbank zu seinem Kennzeichen passt. Mehr zu diesem Verkehr steht im Artikel Businessjets spotten.

Hexadezimal, oktal, binär: dieselbe Zahl in drei Schreibweisen

Die Adresse ist eine Zahl mit 24 Binärstellen. Für Menschen ist das unpraktisch, deshalb wird sie zusammengefasst:

  • Hexadezimal fasst je vier Bits zu einem Zeichen von 0 bis F zusammen. 24 Bits ergeben sechs Zeichen – die heute übliche Schreibweise auf Flugradar-Karten.
  • Oktal fasst je drei Bits zu einer Ziffer von 0 bis 7 zusammen. Daraus werden acht Ziffern. Diese Form begegnet dir noch in manchen Registern und älteren Unterlagen.
  • Binär ist die Rohform mit 24 Nullen und Einsen. An ihr siehst du am besten, welche Bits den Staatsblock festlegen.

Das NASA-Beispiel N905NA zeigt, dass es sich um dieselbe Zahl handelt: hexadezimal AC82EC, oktal 53101354, dezimal 11.305.708. Für Spotter genügt die Hex-Form. Wichtig ist nur, führende Nullen nicht wegzulassen und Zeichen sauber zu notieren: Die Buchstaben A bis F sind gültig, Buchstaben wie O oder I kommen im Hex-Code nicht vor.

Worauf du achten solltest

  • Code und Kennzeichen zusammen speichern. Weil Adressen nach einer Umregistrierung neu vergeben werden, ist ein Hex-Code ohne Kennzeichen und Datum auf Dauer mehrdeutig.
  • Nicht vom Block auf die Airline schließen. Der Block nennt den Registerstaat, mehr nicht. Leasing und Konzerntöchter in anderen Ländern sind normal.
  • Datenbanken kritisch lesen. Flugradar-Dienste pflegen ihre Zuordnungen laufend, liegen aber gerade nach Umregistrierungen manchmal daneben.
  • Hex-Code nicht mit Squawk verwechseln. Vier Ziffern von 0 bis 7 sind ein Squawk, sechs Hex-Zeichen sind die Adresse.
  • Privatsphäre respektieren. Wenn ein Halter seine Daten sperren lässt, ist das legitim. Teile keine Details zu Privatflugzeugen, die erkennbar nicht öffentlich verfolgt werden sollen.

Kannst du einen Hex-Code einordnen?

Hak ab, was du sicher weißt – am Ende siehst du, ob du fit für die nächste Session mit Live-Karte bist.

  • Ich weiß, dass der Hex-Code die 24-Bit-Adresse des Transponders ist.
  • Ich erkenne Codes aus dem deutschen Block an den Anfängen 3C bis 3F.
  • Ich weiß, dass sich der Code beim Wechsel des Registerstaats ändert.
  • Ich kann Hex-Code, Squawk und Callsign auseinanderhalten.
  • Ich weiß, dass sich nur US-Kennzeichen direkt aus dem Code berechnen lassen.
  • Ich speichere Codes immer zusammen mit Kennzeichen und Datum.

Wenn du die Kennzeichen aus deinen Sichtungen systematisch sammeln willst, lohnt ein Blick in den Guide Registrierungen sammeln als Hobby. Und an Spots mit viel internationalem Verkehr wie der Aussichtsplattform Zeppelinheim am Flughafen Frankfurt oder dem Spotterhügel am Flughafen Wien kannst du das Einordnen von Codes und Registerstaaten gleich praktisch üben.

Kennzeichen beobachten, Sichtungen sammeln

Planetrack meldet dir per Sichtungs-Alarm, wenn ein beobachtetes Kennzeichen im Anflug ist, und speichert deine Sichtungen mit allen Flugzeugdaten in deinem Hangar. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Fazit

Der ICAO-Hex-Code ist die technische Identität eines Flugzeugs: 24 Bits, die bei jeder Mode-S- und ADS-B-Aussendung mitlaufen und Radar, Kollisionswarnsystemen und Flugradar-Diensten sagen, wer da fliegt. Die ICAO verteilt die Adressen in festen Blöcken an die Staaten, deshalb verrät der Anfang des Codes den Registerstaat. Mit dem Kennzeichen hängt die Adresse über die Registrierung zusammen, rechnerisch aber nur in Ausnahmefällen wie den USA. Und weil ein Wechsel des Registerstaats immer eine neue Adresse bedeutet, ist der Hex-Code ein guter Begleiter für Umregistrierungen – aber nie ein Ersatz für das Kennzeichen am Rumpf.

Kurzfazit

Sechs Hex-Zeichen, ein Flugzeug, ein Registerstaat: 3C bis 3F steht für Deutschland, 44 für Österreich, 4B für die Schweiz, A für die USA. Nutze den Code, um unlesbare oder frisch geänderte Kennzeichen zu klären, speichere ihn immer zusammen mit Kennzeichen und Datum und verlass dich im Zweifel auf das, was am Rumpf steht.

Zusammenfassung

  • Die 24-Bit-Adresse ist die technische Identität eines Flugzeugs für Mode S, ADS-B, Kollisionswarnsysteme und Datenlink. Flugradar-Dienste nutzen sie als Schlüssel, um Signale einem Kennzeichen zuzuordnen.
  • Die Zuteilung regelt Anhang 10 zum Chicagoer Abkommen: Die ICAO vergibt Blöcke an Staaten, die Registerbehörden weisen daraus einzelne Adressen zu.
  • In den USA folgt die Adresse rechnerisch aus der N-Nummer. In den meisten anderen Staaten gibt es keinen solchen Zusammenhang – dort brauchst du eine Datenbank, um Hex-Code und Kennzeichen zu verbinden.
  • Für Spotter ist der Hex-Code nützlich, um Flugzeuge ohne lesbares Kennzeichen zu identifizieren, Umregistrierungen nachzuvollziehen und eigene ADS-B-Daten auszuwerten.

Häufige Fragen

Was ist der ICAO-Hex-Code eines Flugzeugs?

Der Hex-Code ist die ICAO-24-Bit-Adresse eines Luftfahrzeugs, geschrieben als sechs hexadezimale Zeichen wie 3C4A21 oder AC82EC. Sie wird im Mode-S-Transponder hinterlegt und mit jeder Mode-S- und ADS-B-Aussendung übertragen. Bodenstationen, Kollisionswarnsysteme anderer Flugzeuge und Flugradar-Empfänger erkennen das Flugzeug daran eindeutig.

Kann ich aus dem Hex-Code das Land ablesen?

Ja, zumindest den Registerstaat. Die ICAO hat jedem Staat einen festen Adressblock zugeteilt. Beginnt ein Code mit 3C, 3D, 3E oder 3F, ist das Flugzeug in Deutschland registriert. Codes zwischen A00000 und AFFFFF gehören zu den USA, 400000 bis 43FFFF zum Vereinigten Königreich. Über Airline, Standort oder Eigentümer sagt der Block nichts.

Kann ich aus dem Hex-Code das Kennzeichen berechnen?

Nur in wenigen Registern. In den USA sind N-Nummern und Adressen in einer festen Reihenfolge verknüpft: N1 entspricht A00001, N99999 entspricht ADF7C7. In Deutschland, Österreich, der Schweiz und den meisten anderen Staaten gibt es keine solche Rechenregel. Dort ordnest du den Code über das Luftfahrzeugregister oder die Datenbank eines Flugradar-Dienstes zu.

Ändert sich der Hex-Code, wenn ein Flugzeug die Airline wechselt?

Nicht automatisch. Entscheidend ist der Registerstaat. Bleibt das Flugzeug im selben Register, behält es normalerweise seine Adresse, auch bei neuer Lackierung oder neuem Betreiber. Wechselt es den Staat, muss es die alte Adresse abgeben und erhält eine neue. In den USA bedeutet zudem jede neue N-Nummer auch einen neuen Code, weil beides rechnerisch zusammenhängt.

Was ist der Unterschied zwischen Hex-Code und Squawk?

Der Squawk ist ein vierstelliger Code aus den Ziffern 0 bis 7, den die Flugsicherung einem Flug zuweist und den die Crew im Cockpit einstellt. Er wechselt von Flug zu Flug. Die 24-Bit-Adresse ist dagegen fest im Transponder hinterlegt und gehört zum Flugzeug. Ein Flugzeug hat also über Jahre denselben Hex-Code, aber ständig andere Squawks.

Warum zeigt ein Flugradar manchmal nur den Hex-Code ohne Kennzeichen?

Weil der Dienst den Code in seiner Datenbank nicht zuordnen kann. Das passiert bei neu registrierten oder frisch umregistrierten Flugzeugen, bei Militär- und Staatsluftfahrzeugen, bei temporären Adressen oder bei falsch programmierten Transpondern. Mit etwas Recherche in Registern und Spotter-Datenbanken lässt sich die Lücke oft schließen.

Haben auch Fahrzeuge am Boden eine 24-Bit-Adresse?

Ja. Flughafenfahrzeuge mit Transponder, etwa für die Bodenlageerfassung, und bestimmte feste Mode-S-Anlagen können ebenfalls Adressen bekommen. Auf manchen Live-Karten tauchen deshalb Fahrzeuge auf dem Vorfeld auf, die gar keine Flugzeuge sind.

PT

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